Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

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Freitag, 19. Oktober 2007

Zu Dawkins Buch "Der Gotteswahn"

- welches man auch treffender mit "Der Dawkinswahn" hätte betiteln können, bitte um Entschuldigung für diesen Kalauer -
hat mir nerone einen Link zu einer Rezension mit anschließender Diskussion gelegt, den ich aus dem Kommentarbereich hochholen möchte, da ich sowohl Rezension als auch Diskussion mit sehr großem Interesse gelesen habe (und ziemlich ausführlich auch alles gesagt wird, was einem so schwante, wenn man das Buch selbst nicht gelesen hat).

> Die Rezension auf begleitschreiben.twoday

Ich bin ein bisschen unglücklich.

Offenbar schreiben nur noch dumme Menschen dumme Bücher, die reißenden Absatz finden. Je dümmer und unreflektierter die Thesen, desto mehr mediale Aufmerksamkeit. Ich kann ja mal wieder, und das wird langsam zum Pawlowschen Reflex, auf die goldenen Achtziger Jahre verweisen. Da kam ein Frithjof Capra daher und schrieb Bahnbrechendes (auch wenn man ihm nicht in den Einzelheiten folgen muss und will). Da wurden Synthesen, ganzheitliche Ansätze und die Versöhnung so konträrer Themen wie moderne theoretische Physik und Spiritualität angegangen.
Und was haben wir heute?
Platte Dummbeutel mit reißerischer Polemik wie Richard Dawkins. Die Existenz Gottes sei zu 98 Prozent unwahrscheinlich. Zugegeben, dass Gott der Menschheit so jemanden wie Dawkins zumutet - nicht weil er Atheist ist, sondern weil er ein kläglich dumm argumentierender Atheist ist, gegen intelligent argumentierende Atheisten habe ich nichts - macht Gottes Existenz tatsächlich recht unwahrscheinlich, es sei denn, er hätte einen gesunden Sinn für Humor, wobei ich diesen Verdacht allerdings seit langem hege ...
Aber unwahrscheinlich sind auch die Erkenntnisse der Quantentheorie.
Es ist wohl einfach irgendwie aus der Mode, sich mit den Theorien, die man gerne widerlegen möchte, erstmal auseinanderzusetzen und sie zu vertiefen, bevor man ihnen widerspricht. Das ist völlig in Ordnung bei Eva Herman und ihren Fürsprechern oder Gegnern. Nicht in Ordnung ist es bei einem, der sich selbst als "Wissenschaftler" versteht und verstanden werden möchte.

Das Nacht(b)revier spricht zu mir folgendes:

"Humbug. Humbug. Humbug. Humbug. Humbug. Humbug.
Dabei hätte ich mich nach Schekeln, Talenten und Gold abzurechnen.
Viele verteidigen die Unverletzlichkeit menschlichen Lebens hier oder da, aber niemand hat von einem schwarzen Jesus, einem schwarzen Joseph oder einem schwarzen Padre Pio bislang gehört.
Nein, hartnäckig handelt es sich bei dem, dass wohl das Higgs Boson gefunden werden möchte, um eine zehnprozentige Wahrscheinlichkeit."


(Fühlt sich irgendwie wahr an, der Text.)

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