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Samstag, 24. Oktober 2009

Tabernakel?

Bei Alipius gibt's diverse Fotobelege für die kulturstiftende Kreativität einer Weltkirche, die der Menschheit Notre-Dame, Chartres, den Petersdom, die Fresken in der Sixtinischen Kapelle, den gregorianischen Gesang, die Paramentenstickerei, Schriftsteller wie Augustinus, Chesterton und Walker Percy, Philosophen wie Thomas von Aquin, das Kalenderwesen, die Bewahrung des Schrift- und Kulturgutes der Antike und Marmorstatuen galore geschenkt hat. Es ist eine beeindruckende Sammlung.
Ein Foto hat uns alle besonders ... beeindruckt. Es soll, so behauptet jedenfalls Alipius, ein zeitgenössisches Tabernakel zeigen.
tabernakel1

Das Tabernakel, von tabernaculum, also Zelt, ist in Anlehnung an das Zelt mit der Bundeslade bei den Juden, der ersten Wohnung Gottes auf Erden, aber auch in Hinblick auf den Leib Mariä, der übergangsweise zweiten Wohnung Gottes und was auch immer noch mehr an spirituellen Verweisen aufzutreiben ist, entstanden, um die gewandelte Hostie, das Allerheiligste, den Leib Christi aufzubewahren. Üblicherweise brennt ein rotes Licht davor, wenn der HErr anwesend - resp. in da houz - ist. Darum beugen wir auch in der Kirche die Knie vor dem Tabernakel.
Versteht sich von selbst, dass man Gott nicht in einer alten Schuhschachtel, einer Teedose oder irgendeinem schrottigen Flohmarkt-Nähkästchen aus den Siebzigern aufbewahrt. Selbst Heiden leuchtet das unmittelbar ein.

Bei dieser Ausführung hat man sich lieber gleich das Licht dazu gespart, vielleicht hat der HErr auch Glück und muss nicht drin rumfahrn und es brennt deshalb keine Leuchte. Möglich wäre auch, dass es sich gar nicht um ein Tabernakel handelt, sondern in diesem scheußlichen Utensilienkasten vielleicht die Düngestäbchen oder das Blattglanzspray für die Grünpflanzen aufbewahrt werden. So lautet jedenfalls meine hoffnungsvolle These. [Auf dem Blog wirke ich eigentlich öfter wie ein grauenvoll positiv denkender Mensch. Dabei bin ich der finsterste Pessimist, den man sich vorstellen kann.]

Kirchenkrimi-Tatort.

Morgen Abend läuft also in der ARD der Liefers-Prahl- Tatort "Tempelräuber", [mann, erst Proll statt Prahl, dann Tempelmord statt Tempelraub versehentlich getippt, jetzt verbessert] in dem der Regens des Münsteraner Priesterseminares ermordet wird.
Die Meldung von Martin auf Commentarium Catholicum lässt ja schon wieder Ungutes ahnen. Allerdings baue ich fest auf die Intervention von Staatsanwältin Klemm. Unvergessen ihr Spruch aus der Folge "Satisfaktion", 2007:

Die Staatsanwältin und Prof Boerne im Gespräch über die aktuelle Leiche:
Ja, es handelt sich um den Sohn von ...
Thiel tritt herzu (ergänzt süffisant): Den Sohn vom BISCHOF?
Klemm (schießt ohne zu zögern zurück): Das nicht gerade, Sie protestantischer Prolet!

Edit: Jau, Martin schwante es zu Recht: Unsere katholischen Priester, wie die Welt sie kennt. Ständig im sexuellen Notstand, ständig am heimlich Kinderzeugen. *gg*

Die Vladmirskaja genannte

Theotokos_of_Vladimir
berühmte Ikone, die im Jahre 1131 von Konstantinopel nach Russland geschickt wurde und heute in Moskau in der Tretjakow-Galerie hängt, ist übrigens eine typische Darstellung der Panagia eleousa - der zärtlichen Gottesmutter. Der Typus der Panagia eleousa soll zuerst in Syrien zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert aufgetaucht sein.





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Warum es eine Päpstin nie gegeben hat.

Auf der Tagespost findet sich Michael Hesemanns Artikel dazu. Ich habe übrigens das Buch sehr gerne gelesen, es hat mir gefallen. Da war ich aber noch nicht katholisch. Ich habe es mir mal wieder rausgesucht, um es jetzt quasi mit neuen Augen zu lesen, könnte aber sein, dass ich es ungeduldig wieder weglege.
Hesemann führt eine Reihe von Gründen auf, warum die Existenz einer Päpstin ins Reich der Legenden zu verweisen ist. Der schlagendste Grund überhaupt ist für mich dieser:

>>Auch der exkommunizierte byzantinische Patriarch Photios, ein erklärter Gegner des römischen Papsttums, erwähnte in seinen Schriften Leo und Benedikt als aufeinanderfolgende Päpste, nicht aber eine(n) Johann(a)(es). So heftig er die Päpste auch anklagte, so viele Vorhaltungen er der römischen Kirche machte, bei aller Polemik gegen den westlichen Zölibat – nie kam er auf die angebliche Päpstin zu sprechen, obwohl er ihr Zeitgenosse gewesen wäre. Trotz aller gegenseitiger Häresievorwürfe – in der gesamten Polemik zwischen der Orthodoxie und dem Katholizismus spielte der angebliche Skandal um Johanna nie eine Rolle.<<

Das können wir aber getrost annehmen, dass die Byzantiner ein Pamphlet nach dem anderen geschrieben hätten.
Außerdem soll man doch nicht immer so tun, als hätten Frauen jahrtausendelang als analphabetische, geistig blinde und tierhaft dumpf dahinvegetierende Gebärmaschinen gelebt - wenn sie nicht gerade als Männer verkleidet Päpstin wurden.
Das ist doch gar nicht wahr.

Zum Kommentar "Der Antijudaismus der Piusbrüder"

auf kath.de von Eckhard Bieger, SJ.
Link hier wieder in voller Länge, da twoday ihn mich nicht mit Text unterlegen lässt:
http://archiv.kath.de/index.php?id=212&tx_ttnews[tt_news]=2092&timestamp=1256316360&cHash=28d4b938d8

Zunächst eingeräumt, dass ich die Entstehung der FSSPX, die geistigen und historischen Wurzeln, Strömungen und Verwerfungen, die Verbreitetheit von Haltungen wie die von Williamson bezüglich des Holocausts in der FSSPX wenig bis kaum beurteilen kann. Weiter zunächst betont, dass ich die Äußerungen von Williamson zum Holocaust vollständig unmöglich finde. Man sollte aber nicht so tun, als wären sie das Erste und Einzige, was wir dazu je gehört haben. Mit mindestens einem prominenten Holocaustleugner pflegt Deutschland gute Geschäfte zu machen.

Pater Bieger ist schon länger katholisch als ich, er hat mehr Einblick.
Aber war er schon einmal bei einer Hl. Messe einer FSSPX - Gemeinde?
Ich bin mal hingegangen, weil ich mir die MITKATHOLIKEN anschauen wollte, über die sich plötzlich ein Dreckskübel ergoß, weil einer ihrer Bischöfe Mist dahergefabelt hat. Wie man dem Binnenlink entnehmen kann, handelte es sich dabei nicht um wildgewordene antijudaisch/antisemitisch/rassistisch/whatever eingestellte blindwütige Fanatiker, sondern um schlichte, einfältige (im guten Sinne), unauffällige Menschen, die mich am ehesten noch in Kleidung und Verhalten an Amish People erinnert haben.

Jetzt aber zu dem Kommentar von Bieger, der pünktlich zu Beginn der Gespräche Roms mit der FSSPX diesen nicht nur Antijudaismus bescheinigen möchte, sondern sie gleich auch noch als Staatsfeinde hinstellt:

>>Die Ideen der Pressefreiheit, der religiösen Toleranz, der demokratischen Grundstruktur des Staates wird als Strategie dargestellt, die Köpfe der Menschen zu verwirren und unter dem Deckmantel moderner Ideen etwas ganz anders zu beabsichtigen, nämlich sich die Finanzwelt und die öffentliche Meinung gefügig zu machen.<<

Ja, hm. Manchmal, wenn ich gewisse dunkle Stunden habe, dann beschleicht mich allerdings eine ähnliche Auffassung. Sie geht aber eher in die Richtung, dass sich die Finanzwelt unter dem Deckmantel moderner Ideen die öffentliche Meinung gefügig machen will. Von der angeblichen Pressefreiheit, die wohl tatsächlich nur noch als Idee existiert, oder vielmehr als SUGGESTION, kann ich ein eigenes Lied singen.

Williamson habe, so Eckhard Bieger, sich auch nach Monaten nicht bereitgefunden, seine Aussagen zu revidieren. Da hatte ich aber was anderes gelesen. Eine erste Stellungnahme nach dem Sturm war zwar nicht gerade befriedigend, aber sie war da. Die zweite, spätere, die ich las, und ich jetzt NICHT ergoogeln werde, lautete, dass Williamson zu seiner Auffassung durch ein zwei Bücher gekommen sei (diese Bücher kursieren übrigens tatsächlich, sie leugnen weniger den Holocaust, als dass sie versuchen, die Opferzahlen herunterzuspielen, genau wie Williamson es tat - was es natürlich auch nicht viel besser macht ), und er räumte auf jeden Fall ein, sich nochmals mit dem Thema ausgiebig befassen zu wollen. Durch hoffentlich die Lektüre einiger anderer Bücher.

Wie auch immer: Es ist mir wurscht, zu welcher neuen Perspektive auf die historischen Fakten ein "Bischof" Williamson kommt. Das ist sein persönliches Problem, das mich erst dann wieder anzugehen hat, wenn mir die katholische Kirche - was sie nie tun wird - einen solchen Bischof vor die Nase setzen würde.

Bemerkenswert finde ich nur, dass Hw. Bieger seinen Kommentar, für den er fast neun Monate Zeit hatte, nun direkt kurz vor dem Beginn der angekündigten Gespräche setzt. Bemerkenswert finde ich weiter, dass, auch wenn er in seiner Einschätzung der Grundhaltung der FSSPX zu Kommunismus und Modernismus vermutlich in weiten Teilen recht hat, es fertigbringt, der altrituellen Glaubensgemeinschaft nun auch noch - Al tun tun - im Vorübergehn - neben dem Stigma des Antisemitismus/Antijudaismus das Stigma der Demokratie- und Staatsfeinde zu verpassen.
Am Ende läuft es nämlich auf die aus den Mainstream-Medien altbekannte Darstellung hinaus, dass Benedikt sich, wieder einmal - er tut ja nichts anderes, warum hat er sich nicht gleich Pius der Dreizehnte genannt - mit unwürdigen, verfassungsfeindlichen, ja verbrecherischen Subjekten an einen Tisch setzen möchte.
Fast wie Jesus Christus damals, mit den Zöllnern, Huren und Sündern.
Der Verbrecher, der neben ihm gekreuzigt wurde, gelangte übrigens am selben Tag noch mit ihm ins Paradies.

God's Grace in Action.

cantare

Persönliche Vorsätze...
Naja, mit einem Wort: Weniger. Möglichst enthalten...
Zwetschgerich (Gast) - 27. Nov, 15:28
Fastenzeit Advent
Ad Str: 1917 ist nicht ganz richtig. Schon Pius X....
Zwetschgerich (Gast) - 27. Nov, 15:20
Liegekreuz
Hier http://1.bp.blogspot.com/_ QL25W80JzPY/StME5VYqTAI/AA AAAAAAAx4/OC4Mt9JZ9WU/s160 0-h/Erntedank.jpg gibt...
Braut des Lammes (Gast) - 27. Nov, 14:46
"Ab wann die verloren...
"Ab wann die verloren gingen wird nicht gesagt, obwohl...
str (Gast) - 27. Nov, 11:55
Ja, das stimmt. Jeder...
Ja, das stimmt. Jeder Sonntag unterbricht das Fasten....
str (Gast) - 27. Nov, 11:41
Der Süßkram...
Der Süßkram sollte sowieso erst am 25. Dezember...
str (Gast) - 27. Nov, 11:36
Früher (TM) hat...
Früher (TM) hat die adventliche Fastenzeit sogar...
Braut des Lammes (Gast) - 27. Nov, 10:04
@Sarah
Woher hast du denn gehört, dass es einen zweiten...
Birgitt Kerz (Gast) - 27. Nov, 09:44

la bocca

 

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