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Mittwoch, 28. Oktober 2009

Spirituelle Übung.

"Die geistliche Tradition kennt für diesen Zustand ein Wort: die Akedia, diese Mischung von geistlicher Lustlosigkeit, Aggression und Frust. Das ist jemand mit zu viel Saurem, mit zu viel Essig im Salat. Das äußert sich wenn wir schlecht übereinander sprechen. Wie viel Härte gibt es hier unter uns! Frag dich: wen kann ich überhaupt nicht leiden in der Kirche? Welcher Priester ist mir zuwider? Welcher Bischof zu feig? Welche Gruppierung halt ich nicht aus? Wen haben wir schon abgeschrieben? Hier braucht es viele Tränen der Reue. Umkehr, Buße und Vergebung.
Ich bitte sie um eine konkrete Buße: dass sie bis zur nächsten Diözesanversammlung im März, wenn sie über jene Gruppe sprechen, die ihnen am meisten auf den Geist geht, einmal nur gut über sie sprecht. Sich dafür zu interessieren, wo das Gute bei den andern ist, es sehen zu lernen, das Schöne zu sehen. Und vielleicht zu sagen: "Es ist der Herr". Er wirkt. Vielfältig, unterschiedlich, so wie beim Täufer und bei Jesus, doch die Weisheit hat durch all ihre Kinder recht bekommen." [via kath.net]

Endlich habe ich Akedia. Ich lese immer davon, dass schon die Wüstenväter ( und -mütter!) von ihr befallen wurden, und ich dachte mir schon, dass Akedia vielleicht etwas ist, was keiner mehr heutzutage kennt und hat. Also bitte nicht denken, ich fände es jetzt super, unter Akedia zu leiden, natürlich sollen wir sie bekämpfen, aber ein bisschen war ich auch froh, endlich diesen mysteriösen, uralten Mittagsdämon bei mir zu identifizieren, sozusagen als Ritterschlag direkt aus dem Gehäuse des Hl. Hieronymus.
Die Kirchentradition kennt sehr viele Ratschläge zu dieser Diagnose, der Hl. Thomas von Aquin empfiehlt etwa ein Bad und ein Nickerchen. Aber ich will jetzt der Empfehlung folgen und mir überlegen, welche Gruppe in der Kirche mir am meisten auf den Zeiger, die Nüsse, den Senkel geht. Es wär so klasse gewesen, wenn mir die Legionäre Christi, das Opus Dei, die Fokolarbewegung, die Neokatechumenaten granatenmäßig auf den Wecker gingen. Aber leider ... Mir fällt definitiv nur eine einzige Gruppe ein, und von der ist noch nicht ganz raus, ob sie überhaupt noch IN der Kirche sind. Bei der Weisheit-Innehaben bin ich mir auch nicht ganz so sicher, aber komm, wenn wir jetzt schon mittendrin in dem Exerzitium sind:
Ich nehme Wir sind Kirche. (Dass ich "katholische Konvertitinnen" NICHT nehme, war ja wohl klar.)

Gut also. Ich kann Gutes über WiSiKi sagen, dass sie keine Arschlöcher sind. Es gelingt ihnen auch, mangelnde Selbstironie durch unfreiwillige Komik zu ersetzen. Das ist schonmal was, finde ich. Sollte aber noch zu toppen sein. Positiv denken. Als ich heute die Glückwünsche für Frau Käßmann las, kam mir sofort das Bild einer roten Nacktschnecke in den Sinn und das Verb "ranwanzen". Das ist nicht gut. Ich lebe zwar von meinem kreativen Vorstellungsvermögen und meinem spontan bildhaft-assoziativen Denken usw., aber hier ist jetzt was anderes gefragt. Also stelle ich mir WiSiKi als ein kleines, hilfloses, flauschig-kuscheliges Kätzchen vor, oder einen Welpen, der die Hand leckt, die ihn füttert. Das ist schön, mit solch einem Bild kann man sich wohlfühlen.
Wenn man nicht grad akute Akedia hat, jedenfalls. Aber die wird ja jetzt besser. Bei WiSiKi fällt bei mir auch gleich noch die Assoziation "Hass auf den Hl. Vater" ein. Das ist zu lieblos. Also den WiSiKi gegenüber. Ich revidiere also in: "Wir würden uns unter einer BasisKarriere-Frau Käßmann erheblich wohler fühlen als unter einem brillanten, gütigen, gebildeten und sehr weisen Ausnahme-Theologen".
*klopft sich auf die Schulter*.
Was gefällt mir sonst noch an WiSiKi? Ihre vorbildliche Pressearbeit. Und der Bringer ist, sie zerstreiten sich auch nie untereinander. Vermutlich, weil sie so wenige sind. Vielleicht hat der Teufel sie aber auch schon aufgegeben.
Außerdem gefällt mir an WiSiKi auch sehr gut, dass sie alipius zu solch herrlichen Blogeinträgen inspirieren.

[Und nein, ich fand die spirituelle Übung nicht lächerlich. Ich finde sie sogar sehr schön und sehr wichtig. Dass hiermal kein Missverständnis entsteht.]

Kein Tradi-Quatsch, keine Schmähung

der Handkommunikanten, so schreibt Monika in ihrem lesenswerten Plädoyer für die Mundkommunion. Und lenkt an einer Stelle den Blick auf eine wirklich sehr interessante, und mir scheint auch, sehr tiefe und wahre Tatsache:

>>Wir Katholiken feiern im Heiligen Messopfer nicht das Abendmahl 1:1 nach, sondern das am Abendmahl vorweggenommene Kreuzesopfer unseres Herrn auf Golgatha. Wir befinden uns während der Wandlung in der Heiligen Messe also nicht im Abendmahl-Saal, sondern quasi auf Golgotha. Das ist ein sehr großer Unterschied und deswegen kann man die Handkommunion nicht etwa unter dem Aspekt sehen: „Nehmet und esset alle davon“. Das wäre eine falsche Auffassung des Abendmahls und des Vollzuges. Im Abendmahl gab uns Jesus die äußere Form dazu, wie dieses Geheimnis geschehen soll. In seiner Kreuzigung ließ er aber den Inhalt, den Vollzug dieses Geheimnisses (sein Leib und sein Blut in Brot und Wein) geschehen. Freiwillig, aus übergroße Liebe vollzog er das, was er am Gründonnerstag versprach. Wir haben nicht einmal ein Anrecht darauf, es ist alles freiwillig und ein Geschenk des Herrn. Das größte Geschenk.<<

Einmal wegen dem Unterschied Abendmahlssaal - Golgatha, der auch mir nicht immer so bewussst ist und dann noch wegen des Geschenkcharakters.

Die Krankenhauskapelle.

Schon komisch, meine Vorliebe für Krankenhauskapellen. Ich mag sie sehr, ganz besonders dann, wenn sie völlig unmöglich im Stil der 70er eingerichtet sind. Das Tabernakel aussieht wie eine Blechbaracke. Hinter dem Altar irgendein maulbeerfarbenes-violettes abstraktes Geschmiere.
Jede Kirche, die so eingerichtet wäre, würde ich meiden. Nur den Krankenhauskapellen verzeihe ich alles. Ich liebe sie so, wie sie sind.
Vielleicht, weil ich als Kind auch schon oft dort war - mein Vater war ständig im Krankenhaus. Wenn es mir langweilig war, ging ich meistens in die Kapelle, um mich umzuschauen.
Letztes Jahr suchte ich mal eine Kirche für die Mittagspause, es war aber nur ein Krankenhaus in der Nähe. Also ging ich dahin und in die Kapelle. Es war so schön zu entdecken, dass sie mir noch vertraut von früher her war, ich hatte vergessen, dass mein Vater auch in diesem Krankenhaus einmal behandelt wurde.
Möglicherweise haben sie diese besondere Atmosphäre, weil so viel darin gedankt, gefleht und auch geweint wird. Möglicherweise wird in Krankenhauskapellen sogar von allen Orten weltweit - Klöster mal ausgenommen - am meisten gebetet.

cantare

Nein, du hast nichts...
Nein, du hast nichts übersehen, ich bin ein wenig...
ElsaLaska - 15. Dez, 11:01
Hallo Elsa
Gibt's noch weitere Fragen? Habe ich sie im Blog übersehen...
David (Gast) - 15. Dez, 10:54
Tritt in den...
Liebe Elsa, ich stimme dir, auch nachdem ich alle Kommentare...
Carsten (Gast) - 15. Dez, 08:34
Respekt!
Wann bekommt man schonmal den päpstlichen Baum...
Deus semper major (Gast) - 14. Dez, 23:29
Da wird man ja geradezu...
Da wird man ja geradezu neidisch. Aber ich will mich...
ludolph (Gast) - 14. Dez, 22:00
Doch doch Rom ist eine...
Doch doch Rom ist eine Reise wert. Und selbst im Petersdom...
ludolph (Gast) - 14. Dez, 21:50
Unser schönes Irland....
...wir sind immer im Sommer in Irland und ich mag mir...
Sarah (Gast) - 14. Dez, 17:16
Ja, Mensch...
... sorry, daß es nicht geklappt hat. Ich hätte...
alipius (Gast) - 14. Dez, 15:55

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