Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute
sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

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Das Farnese-Komplott [146]

Für Autos war immer noch kein Durchkommen, dafür war die Ponte Vittorio Emmanuele voller Pilger auf dem Weg zur città del Vaticano. „Evviva Pietro secondo!” skandierten sie, machten Fotos oder telefonierten lautstark mit den Daheimgebliebenen. Die Stadt summte, als stünde sie unter Strom. Ich bewegte mich im Zickzack, um schneller voranzukommen und warf einen sehnsüchtigen Blick nach oben, wo Helikopter kreisten, um den Luftraum zu überwachen. Bis zur Kapelle der Schweizer Garde, in der ich mich mit Lorenzo in knapp 45 Minuten treffen wollte, war es noch ein gutes Stück Weg. Die ausgelassene Stimmung auf den Straßen unterschied sich deutlich von der Laune, die in Biancas Wohnung geherrscht hatte – offensichtlich war die Prophezeiung des Malachias bei den Touristen und Einwohnern Roms kein Thema.

Zunächst war ich froh gewesen, unter freiem Himmel zu sein und einfach loslaufen zu können, aber je näher ich meinem Ziel kam, desto intensiver begann ich darüber nachzudenken, was ich Lorenzo eigentlich sagen wollte. Spätestens seit seiner Assistenz während des Konklaves und seinem Auftritt auf der Loggia des Petersdoms lag seine wahre Bestimmung für mich auf der Hand. Der neue Papst war ein Farnese, die Verflechtungen dieser Familie und ihre uralte Tradition ließen es schlichtweg nicht zu, dass einer der ihren sich vor der Pflicht davonstahl und einer abseitigen Idee wie der Eröffnung einer Trattoria oder der Niederlegung sämtlicher kirchlicher Ämter nachhing. Mit den Schüssen in Lourdes war eine Ära zu Ende gegangen, weltpolitisch gesehen und auch ganz privat. Ich glaube nicht daran, dass Lorenzo sich den Mechanismen, die seither zu greifen begannen, vollständig entziehen wollte – oder konnte.
Die Kirche San Martino degli Svizzeri duckte sich außerhalb der vatikanischen Mauern im Schatten des Apostolischen Palastes und erglühte im Schein der Abendsonne in einem warmen Terracottarot. Einen kurzen Moment lang befürchtete ich, das Portal sei verschlossen, aber die schwere Holztüre schwang mit einem protestierenden Jaulen auf und entließ mich in das düstere, weihrauchgeschwängerte Innere. Instinktiv strebte ich dem Altar des Sankt Martin zu, vor dem ein paar Dutzend Kerzen in schwarzen, gußeisernen Halterungen brannten und den Fürbitten der Gläubigen Nachdruck verleihen sollten. Ich glitt in eine der unbequemen Bänke und versuchte die Nonne zu ignorieren, die hinter mir halblaut ein Gesätz des Rosenkranzes betete.
„Entschuldigung Signora, ich glaube, Sie warten auf jemanden, der in diesem Leben nicht mehr kommt!“, flüsterte eine vertraute Stimme an meinem Ohr.
„Was-“ Ich hatte mich halb umgedreht und schaute direkt in das Gesicht von Schwester Elisabetha. Ihre Augen waren winzig klein hinter den dicken Brillengläsern und sie blinzelte nicht. Das war die letzte Wahrnehmung, die ich hatte, bevor meine Welt mit einem dumpfen Schlag und einer Explosion von Schmerz hinter meinen Augen zu versinken begann.

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rosmarin - 17. Nov, 00:29

jessas..... was wird nun aus meiner herzigsten hauptdarstellerin??? es haben doch schon so einige was auf den kopf bekommen.
was wird nun? pause in der rehaklinik und herzzerreissende besuche meines lieblingskommissars???

franziska_in_kanada - 17. Nov, 20:11

NEIN!

*vor schreck zittert*

Ursula (anonym) - 17. Nov, 23:21

kaum

auszuhalten das........... ich dachte dass folter in europa verboten ist..... seufz

des - 30. Nov, 16:54

Oh, bin am vorläufigen Schluß angekommen!

Liebe Elsa, vielen Dank für die tollen 146 Kapitel, die du bisher geschrieben hast. Ich habe in den letzten Tagen viel Zeit gehabt und das Lesen genossen..Jetzt hoffe ich, dass du dich von dem Schlag auf den Kopf in der Kirche langsam erholst und uns ganz bald erzählst, wie es weiter geht.

veronika (anonym) - 10. Jan, 12:48

Und jetzt???

Habe mit Begeisterung Deinen "Roman" verfolgt!!!

Geht es denn jetzt auch weiter???? Bin so gespannt...

ElsaLaska - 10. Jan, 19:23

dankeschön liebe veronika.

mometan hab ich den faden etwas verloren (der allerdings sowieso nie wirklich vorhanden war*gg*)
irgendwann geht es sicher weiter!
Smarf - 10. Jan, 20:06

Glaubt ihr nicht.

Sie lässt auch DIESEN Roman liegen!
* weiß Bescheid
* würde sich gerne täuschen
ElsaLaska - 10. Jan, 20:13

Ich weiß doch aber nicht, wies weitergeht ...
:(
Veronika (anonym) - 11. Jan, 10:20

...hm, also ich hätte da ein paar nette Ideen...
...auch für Deinen Vatikan-Blog ;-)
Dann hoffe ich einfach mal, das unsere Heldin nicht im Dunkel verschwindet!!!
Moritz Papa (anonym) - 11. Jan, 10:45

hofft auch

inständig, dass es weitergeht.
ElsaLaska - 11. Jan, 21:29

na schön. bei eingehender meditation darüber ist mir aufgefallen, dass ich mich lediglich nicht entscheiden kann, ob sie gleich gerettet wird, stantepede in der kirche, natürlich von lorenzo, ob ob sie VERSCHLEPPT wird *gg*
veronika (anonym) - 12. Jan, 08:47

VERSCHLEPPEN!!!

Und Lorenzo und Don Georg suchen!!! *g*
Smarf - 12. Jan, 15:26

cit: "Ich weiß doch aber nicht, wies weitergeht ..."

Das ist die lächerlichste Ausrede, die man sich einfallen lassen kann. Na klar, das kann mal der Fall sein ... aber ich rede von LIEGEN LASSEN. DAS ist der Punkt. Du machst Schreibübungen, streichst durch, formulierst neu, entwickelst Sackgassen, kehrst zurück. SO geht es weiter. Das muss ja alles nicht in der Öffentlichkeit stattfinden und diese öden Aufforderungen ... wie geht es denn weiter ... wann schreibst Du mal wieder ... die täte ich ignorieren. So lange die Leute dafür nicht zahlen oder einfach mal Mut zusprechen und sagen: "Das ist ein super Roman, ich freue mich, wie Du vorankommst. Ich hätte Lust, den zu kaufen" und dergleichen mehr, solange brauchst Du Dich nicht unter Druck zu setzen.
ABER NICHT LIEGEN LASSEN! NICHT!
NICHT!!

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