Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

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Andererseits ist das mit der Transsubstantiation

(wird hier eigentlich bemerkt, wie souverän ich mit den Begrifflichkeiten hantiere?) natürlich auch wieder so eine Sache, der MITNICHTEN alle folgen wollen. Ich denke schon auch, dass man sich deswegen doch irgendwie auch arg im Metapherndickicht der Aussage Jesu verheddert hat. Auf der anderen Seite ist es natürlich magischer Realismus und entbehrt nicht der Poesie.
Theologisch kann man natürlich alles Mögliche rechtfertigen.
Aber es ging ja schon bei Jan Hus um Transsubstantiation oder eben nicht - also man konnte deswegen verbrannt werden. Die Reformation ist ja keine Erfindung von Martin Luther.
Insofern haben sich die Zeiten freilich schon zum Bessren gewendet.
Ich kann sagen: Nö, das ist nicht der Leib und das Blut des Herrn ohne dafür am Scheiterhaufen zu enden. Es ist allerdings gar nicht auszudenken, was noch alles passiert wäre, wenn man damals schon Polonium 210 zur Hand gehabt hätte.
Wieso sollte eigentlich das, was jemand glaubt, so entscheidend sein?
Und wieso genügt es nicht, dass uns alle das gleiche Schicksal erwartet? Krankenhaus (wenn wir Glück haben), Verfall, Siechtum und Tod?
Ich finde, das könnte ausreichen, man müsste da nicht auch noch in Londoner Sushi-Bars oder auf killing fields derbe nachhelfen.
Manchmal finde ich mich in so einer Stimmung wieder, die ich buddhistisch nennen könnte, wenn mir nach weiteren Kategorisierungen und Schemata wäre. Und wenn ich gleichgültiger dabei bleiben könnte.
fbtde - 11. Dez, 20:54

Ahem,

so gerne ich Deinen furiosen Ritt quer durch die Theologie lese, kann ich mir doch die Bemerkung nicht ganz verkneifen - wohl gemerkt, als Evangelischer -, dass es empfehlenswert wäre, das Tempo ein wenig zu verringern. Die Frage ist: Was ist für heutige Gläubige der Kern der Kommunion? Für die einen mag es die Wandlung sein, für andere ist es das Zeichenhafte einer gemeinsamen, freilich ritualisierten Mahlzeit mit Jesus Christus (ich denke an die Geschichte von den Emmaus-Jüngern).
Hm, das katholische Abendmahls- und Priesterverständnis als männliches Herrschaftsinstrument - so hab ich das noch nicht gesehen. Könnte was dran sein, teilweise.
Die Frage, was uns erwartet, bleibt natürlich übrig. Ein lieber Mitmensch meinte heute (angesichts meiner Umstände etc), der Weg führe gerade aus, auch wenn das Ziel nicht sichtbar sei. Vielleicht, ja?? Wenn als Ende nur das von Dir beschriebene bliebe - mein Gott.
Soweit mal. Bißchen unsortiert, zugegeben.

ElsaLaska - 11. Dez, 21:20

Nix! Wir sollen alle mal wieder von Gott reden, das ist völlig okay, aber ich reite weiter, wie es mir beliebt.
Für uns Evangelische ist das Abendmahl natürlich ein Zeichen der Gemeinschaft mit Jesus Christus, für alle anderen noch mehr als das, ich bin halt der Meinung, man muss es wissen und kennen, den Stellenwert den es haben kann und für uns ja nicht wirklich hat. Bei aller Kritik ist natürlich die katholische Haltung dazu INNIGER, fleischlicher, biologisch radikaler, und genau das ist es, was mich bei den Katholiken abstößt: Diese reine Referenz auf die Leiblichkeit, die äußere Hülle, Fleisch und Blut. So als gäbe es nicht noch mehr, dass uns ausmacht.
Auf der anderen Seite natürlich die Zelebration dieses Prinzips in der italienischen Haltung, die mich umgibt. Nirgendwo anders geht es vehementer um Fleisch und Blut, respektive um dessen Attraktivität und Verwirklichung. Als ob Geist und Ideen keinen Bestand hätten. Padre Pio wäre nicht der geworden, der er ist, wenn er nicht die Stigmata empfangen hätte. Das ist offenbar ganz wichtig. Andererseits wieder diese Hinwendung zu Francesco, dem Wolfszähmer. Sie wissen, was unterirdisch wartet und lauert, aber sie gebens Preis. Das ist interessant, das Wechselspiel und man schaut - so ganz literarisch und staunt, denn sie nehmen dich huckepack hier - niemand, der in Italien lebt, kommt ganz von der Auseinandersetzung mit dem Katholizismus frei, jedenfalls nicht dann, wenn er auf dem Land lebt, wo es dunkel wird und nur noch Ölbäume und Wein in der Nacht aufscheinen und die Laren aufwecken, dasss sie ihr Werk fortsetzen, vor mir gab es Generationen hier an diesem Herd, der ist gemauert - ich weiß nicht woher wohin.
ConAlma - 11. Dez, 22:08

Transition

Und wohin ging der Eintrag zum wilden Kaiser, der eben noch da war? Oder sah den nur ich?

ElsaLaska - 11. Dez, 22:10

Nee, der war schon da

aber vielleicht zu übergriffig. Jeder nach seiner Fasson, ich bin nicht Mother Mary.
ConAlma - 11. Dez, 22:16

Klar. Hörte sich aber so alarmierend an.
ElsaLaska - 11. Dez, 22:30

Ja, ich weiß

auch nicht was der so treibt, direkt kommentieren kann ich nicht, sonst erschlägt mich der Blitz, so hab ich es geeidet, nichtsdestrotz ist es ein Mürbeteig ohnegleichen, er sollte schon mal den Hosenboden wieder hoch kriegen, salopp gesagt.
Wickie, lach mal! Wir sterben echt früh genug!
WilderKaiser - 11. Dez, 23:19

Was´n hier los? Übergriffe? Lachzwang? Ich lebe noch, wenn das der Anlass eurer Sorge sein sollte. Ab und zu lache ich auch mal, wenn mir danach ist. Vielleicht hätte mal jemand die Güte, mich über den verschwundenen Eintrag aufzuklären...nein, nur darüber. Alles andere habe ich schon verstanden, glaube ich. :-) Ach Elsa, nein, dich trifft nicht der Blitz - wobei ich ja nicht weiß, was du da beeidet hast. Mürbeteig, was für ein schöner Vergleich...
fbtde - 11. Dez, 22:47

Elsa,

wie gesagt, ich les' es gerne, weil ich die Verlinkung des theologischen Themas mit Polonium 210 typisch elsa-genial finde, zum Beispiel. Deshalb sollst Du ja weiterreiten, indeed. Ich wollte, sozusagen, etwas nebendran bemerken.
Das italienische Lä'hm krieg ich hier nicht so mit . . .
So, jetz schau ich wieder Krimi *gg*

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