Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute
sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

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Talakallea Thymon - 17. Mrz, 09:53

die menschenrechtssituation in China ist ja nun wirklich nichts neues -- da fragt man sich doch, wie es überhaupt dazu hat kommen können, daß die ausrichtung der spiele China übertragen wurde. und jetzt ist das geschrei groß. na, das hätte man sich früher denken können. und: ist doch klar, daß alle unterdrückten minderheiten und andersdenkende angesichts der westlichen aufmerksamkeit infolge der spiele morgendluft wittern. das hätte sich China denken können, daß das nicht ohne reibereien abgeht. am ende wird nämlich nichts aus der profilierung. ein desaster wird's, für China wie für alle, die in den nächsten wochen und monaten den olympischen schwung für aufsässigkeiten glauben nutzen zu können -- insofern war die entscheidung, China die ausrichtung zu übertragen, vielleicht so verkehrt gar nicht. geradezu lausbübisch womöglich die überlegungen, die dazu geführt haben. am ende wird China sich blamiert haben und eine weitere unübersehbare schramme auf der ohnehin schon recht zerschlissenen weißen weste haben.

inge lütt (anonym) - 17. Mrz, 10:24

Wie war das noch ...

... vor 25 Jahren?
Olympische Spiele in Moskau mit Abwesenheit der Delegationen zahlreicher "Weststaaten".
Grund: Afghanistan.

Wo ist der Unterschied?

a) Die 80-er Jahre waren engagierter. Vielleicht lag das an den Schulterpolstern und den Scheißfrisuren, aber die 80-er Jahre waren engagierter.

b) Afghanistan war ein prima Augenblick, es "dem Osten" mal so richtig zu zeigen. Moskau hatte wirtschaftlich auch nicht gerade viel auf der Pfanne, jedenfalls nicht so viel, dass es die USA geschmerzt hätte.

c) Sportfunktionäre brauchen nur eine Wirbelsäule, um so richtig bequem in ihren Amtssesseln zu sitzen. Aber kein Rückgrat.

*

Die Sache mit dem Sponsorenboykott finde ich super.
ElsaLaska - 17. Mrz, 13:38

Den Eindruck, dass die 80er Jahre engagierter waren, habe ich oft auch.
Den Olympiaboykott damals fand ich, wenn ich mich recht erinnere, gar nicht gut. Ich empfand das als Tragödie, dass man sich nicht versuchte, an Russland anzunähern, so ähnlich wie jetzt eben viele denken, es sei eben gerade wegen der Menschenrechtssituation wichtig, dass China sich öffnet und die Spiele stattfinden. Ich denke, wir müssen aufhören, bei solchen offensichtlichen Schweinereien zu zögern und immer erstmal die Feuilletondebatten durchzuexerzieren. Jeder kann was tun.
Talakallea, ich glaube nicht, dass es irgendeinen menschenfreundlichen Hintersinn bei der Vergabe der Spiele an China gab oder ein politisches Kalkül, ich glaube, es ging einfach nur ganz schlicht um das eine: Um möglichst viel Geld.

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