Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

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Erfreulich unbeirrt mit klaren Worten

nicht nur Beppe Grillo, auch die EU-Außenkommissarin Ferrero-Waldner:

"Die Olympischen Spiele können nach meiner festen Überzeugung nur in einem Umfeld stattfinden, das den olympischen Geist widerspiegelt. Dazu gehört die Respektierung der Menschenrechte, ebenso die uneingeschränkte Meinungs- und Pressefreiheit", sagte Ferrero-Waldner der "Bild am Sonntag. "Wir sollten uns genau anschauen, wie sich Peking in den nächsten Wochen verhält - und dann über Boykottmaßnahmen entscheiden."
Harki (anonym) - 29. Mrz, 11:56

Der heutige FAZ-Leitartikel von Evi Semioni ist auch ziemlich okay -- da er auf FAZ.net nicht greifbar ist, spamme ich seine ersten beiden Absätze einmal hier hinein:
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat es noch nicht gemerkt, doch für seinen größten Besitz, die Olympischen Spiele, schlägt zurzeit die Stunde der Wahrheit. All die Sünden der vergangenen Jahrzehnte rächen sich nun: die ausufernde Kommerzialisierung etwa und die Hingabe der Olympier an politische Machthaber. Die moralische Überfrachtung der Wettbewerbe und der pseudoreligiöse Kitsch der offiziellen Zeremonien werden durch die chinesische Staatsführung in diesen Tagen sogar der Lächerlichkeit preisgegeben. Der Lack, der die Schadstellen des weltweit beliebten Fernsehunterhaltungsprogramms "Olympia" bisher so zuverlässig überdeckt hat, bröckelt ab. Der chinesische Blick lässt die Spiele zu dem zusammenschrumpfen, was sie, entkleidet vom sportlichen Drama, in ihrem Kern sind: eine Kommerz-Veranstaltung mit gigantischem Propaganda-Potential.

Wenn das Führungspersonal der Welt am 8. August in Peking zur Eröffnungsfeier erscheint, so wird dies auch eine Verbeugung vor dem kommunistischen Regime und seiner Instrumentalisierung westlicher Symbolik sein. Man wird Frieden und Harmonie beschwören, weiße Tauben in den Himmel fliegen lassen und einer surrealen Vorstellung von ethisch anspruchsvollem Sportsgeist huldigen. Und das Politbüro der chinesischen KP wird alles erreicht haben, was es sich vorgenommen hat. Es kann sich mittels perfekt organisierter Spiele als globale Führungsnation präsentieren. Es hat aber auch der freien Welt bewiesen, dass es sich um deren Forderungen nach Demokratie und der Einhaltung der Menschenrechte nicht zu scheren braucht.

scipio (anonym) - 29. Mrz, 13:30

Amen.

Und der der Kaiser wird nackt dastehen und sich nicht schämen. Und er wird weiter seine Herolde bezahlen, auf daß sie von Olympischen Geist, von Völkerfreundschaft und dem Ruf an die Jugend der Welt künden.

Aber es wird niemand mehr glauben.

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