Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

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Aber die einzig wirklich wichtige Nachricht

des Tages ist: Die erste Schwalbe ist eingetroffen.
Wer wie ich, den Weg über die Alpen neulich mental und emotional mehr schlecht als recht mit einem Billigflieger (der übrigens sehr komfortabel war und für die Turbulenzen ja nun auch nichts konnte) bewältigt hat, der steht staunend und bewundernd vor der Tatsache, dass heute gleich nach dem Mittagessen auf der Antenne am Hausdach gegenüber die erste Schwalbe zwitschernd ihre Sondierungen für die sommerliche Bleibe in unserer Werkstatt kundgab.
Mama hat fast geweint vor Rührung.
Außerdem wurden ernste Maßnahmen gegen die Hauskatzen verfügt.
Schließlich ist es ziemlich mies, nach einem anstrengenden Flug über die Alpen, den man mit Mühe und Not überlebt hat, kurz nach der glücklichen Heimkehr von einer bescheuerten Katze aus Langeweile getötet zu werden.
Dazu passte ein Artikel in der Regionalzeitung, der beklagte, dass immer weniger Menschen bereit seien, Schwalben am Haus zu dulden.
Dazu muss ich sagen, dass ein Sommer ohne Schwalben, die uns mit ihrer Flugakrobatik schon oft erfreut haben, keiner ist.
Schwalben gehören dazu. Seit ich ein Kind bin, haben wir diese sommerlichen Hausgenossen Ende März sehnsüchtig erwartet, herzlich willkommen geheißen, wenn das eine oder andere aus dem Nest fiel, aufgepäppelt, mit einer speziellen Leiter versucht, wieder hochzusetzen, mitgelitten und uns mitgefreut, wenn dann die ersten Flugversuche gemacht wurden. Wem die saubere Hausfassade wichtiger ist als Freude und Glück über die Mitkreatur - bitteschön - , der ist ein saurer und freudloser Tropf.
zuckerwattewolkenmond - 31. Mrz, 01:29

Tja,

was soll man nun machen, wenn der Hausverwalter ein saurer und freudloser Tropf ist? Früher hatte ich immer ein Mauerseglernest in einer Ecke über dem Balkon, die sind jedes Jahr wiedergekommen, aber bei der Haussanierung hat die Hausverwaltung überall Bajonette hinpflanzen lassen, damit kein Vogel mehr auf die Idee kommt, sich am Haus niederzulassen. :-(

ElsaLaska - 31. Mrz, 01:38

Protestieren. Es ist mir natürlich klar, dass du in einer Mietwohnung oder Eigentumswohnung da wohl eher im Sinne des "Gemeinwohls und Konsens" verlieren wirst, und sehr schade.
Aber es gibt ja auch Eigenheimbesitzer, die die Schwalbennester mit Holzstangen unter der Regenrinne herunterklopfen :(
Natürlich scheißen die Schwalben einem alles zu, aber meine Güte ... Es sind so liebenswerte Geschöpfe. Wir haben jeden Sommer mindestens vier Familien beherbergt. Früher war das selbstverständlich und nicht der Rede wert. Heute muss man es thematisieren, das ist doch traurig.
zuckerwattewolkenmond - 31. Mrz, 01:47

Ich habe mich damals

an einen Verein gewandt, der Mauersegler schützt. Allerdings war das schon nach der Sanierung und mir wurde mitgeteilt, daß es zu spät wäre, ich hätte schon vor der Sanierung von den geplanten Arbeiten informieren müssen, damit eine Einigung mit dem Vermieter erfolgen kann. Nun ja, jetzt bin ich schlauer und sollte ich jemals in die gleiche Situation kommen, wüßte ich bescheid. Aber damals hatte ich ja keine Ahnung, daß eine Sanierung in heutiger Zeit vogelfeindlich ist.
ElsaLaska - 31. Mrz, 01:50

Toller Verein, tolle Gesetze. Woher sollte man denn wissen, dass zur Sanierung BAJONETTE gegen Mauersegler gehören. Äußerst effektiv und wirklich glaubwürdig, kein bisschen unrealistisch, der Ansatz dieser Leute :-)
zuckerwattewolkenmond - 31. Mrz, 01:57

Na wenn man

sich mal genau an sanierten Häusern umgesehen hätte, dann hätte man das schon sehen können. Schließlich sind diese Dinger, hauptsächlich gegen Tauben, heute überall zu sehen (wobei ich bei mir noch nie Tauben gesehen habe - bis auf die eine Brieftaube natürlich). Und daß die nach der Sanierung nichts mehr machen können, ist auch klar, denn schließlich ist das Nest dann schon weg und man kann dem Vermieter höchstens noch ans Herz legen, auf freiwilliger Basis spezielle Nistkästen am Haus anzubringen.
ElsaLaska - 31. Mrz, 02:04

Naja, wir beide haben wohl einfach eine völlig unterschiedliche Wohnstruktur, daraus ergeben sich verschiedene Wahrnehmungen auf das Problem. Besides, was alle gegen Tauben haben, verstehe ich auch nicht.
Ich bin halt keine Großstädterin, von den wenigen Freunden, die in großen Städten leben, höre ich aber auch öfter Ressentiments speziell gegen Tauben und gegen Hundekot usw. Es scheint das spezifische Problem von Großstädtern zu sein, dass Tiere völlig abgelehnt werden, während es im Toleranzrahmen ist, dass sich irgendwelche Geisteskranken am Hauptbahnhof versammeln, um auszurasten oder Alkoholkranke dort auf die Geleise kotzen. Interessantes Phänomen, allemal.
zuckerwattewolkenmond - 31. Mrz, 02:15

Ich persönlich habe

auch nichts gegen Tauben und glaube, daß dies in Großstädten so ein hausgemachtes Problem ist, weil halt bestimmte Populationen, die ein besonderes Lebensumfeld brauchen, vertrieben werden, während andere, die in Großstädten gut überleben können, sich ungehemmt vermehren. In Berlin habe ich den Eindruck, daß zur Zeit eine Elsternplage herrscht und dort wo "Elsternbanden" ihr Unwesen treiben, sehe ich nie Tauben, da die sich nicht besonders mögen. Allerdings wettern jetzt die Leute so auf die Elstern wie vorher auf die Tauben und auch jetzt habe ich keine Ahnung, was die gegen Elstern haben. Ok, die sind zwar manchmal ziemlich laut und frech und singen nicht gerade lieblich, aber sonst stören sie mich auch nicht weiter, im Gegenteil, ich mag sie sogar.
fbtde - 31. Mrz, 23:20

Irgendwanvon, es ist schon ein bisschen her, habe ich von unserer Straße einen Vogel geklaubt, den eine Windböe gegen ein Auto gedrückt hatte. Das Tier lebte noch - niemand wollte mir ernsthaft helfen, das Leben dieses kleinen Tiers zu retten - keine Polizei, kein Tierschützer, niemand. Schließlich habe ich ihn in einem Karton in die Kreisstadt geschafft ins Tierheim. Ich glaube, es war eine Schwalbe - das Problem: Sie fangen ihr Futter im Flug. Auf dem Balkon nach hinten raus hatten wir jahrelang bei Regen Meisen zu Besuch, die bei uns fraßen, wenn sie sonst nix fanden. Sympathische Tierchen - die dreisten Tauben habe ich vertrieben.
Ja, die Meisen kommen nicht mehr, so hat sich eben allerlei verändert, wird Zeit, dass ich hier gehe . . .

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