Elsas Nacht(b)revier
Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute
sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]
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Pessach ist ganz unbenommen.
Allerdings ist Ostern zu einem christlichen Fest g e w o r d e n. Der dem Christentum innewohnende Antisemitismus erklärt sich gerade über die N ä h e zu Pessach und dadurch, daß Rechtgläubigkeit ihre Herkünfte immer zu verschleiern versucht, weil es ihr ja auf Unbedingtheit ankommt: also auf Tabuisierung von Fragen. Übrigen steht, Frau elsalaska, das Judentum n i c h t einzigartig in Nahost herum und stand so auch nicht herum: Die Idee des Einzigen Gottes ist ägyptisch, konnte sich aber erst in einer notgedrungenermaßen nomadischen Gesellschaft mit dauernder Macht anreichern, und zwar unter anderem einfach deshalb, weil sie für ein ziehendes Volk ungemein praktisch ist.
"Zunächst ist festzuhalten, dass der in Echnatons Hymnus verwendete Ausdruck "der einzige Gott, außer dem es keinen anderen gibt" - schon ein Jahrtausend vor der Reform von Amarna auf Amon, auf Re, auf Atum wie auch auf andere Götter angewandt wurde. Außerdem gab es, wie J. Wilson bemerkt, mindestens ZWEI Götter, denn Echnaton selbst wurde ja als Gottheit verehrt. Die Gebete der Gläubigen (diese waren ziemlich scharf auf die Beamten und Würdenträger begrenzt erläutert Eliade weiter) waren nicht an Aton, sondern unmittelbar an Echnaton gerichtet." Mircea Eliade: Geschichte der religiösen Ideen, Band I.
Aton ist, so könnte man differenzierter behaupten, vielmehr der persönliche Gott Echnatons gewesen. Er ist mit JHWH nicht wirklich vergleichbar. Man kann die These natürlich postulieren (und sie nachbeten), aber letztlich ist sie sowohl innerhalb der Ägyptologie als auch innerhalb der Religionswissenschaft strittig. Das liegt aber auch daran, dass dies eine neuere Tendenz ist und Ranke - Graves, eh, schon etwas älter. Aber das ist der Eliade ja auch.
Wo es an der grundlegenden Bereitschaft fehlt, sich wissenschaftlich fundiert nach allen Seiten hin zu informieren, da ist natürlich jede Diskussion umsonst. Insofern sehe ich Ihre Weltsicht auch mehr als eine künstlerisch überhöhte Privatmythologie an, die als Folie für Ihr Werk dient. Mir solls recht sein.
Aber das mit dem christlichen Glaubensbekenntnis und dem Dekalog hat halt nicht funktioniert.
Und zum Rest würde ich mal kommentieren:
"Der dem Christentum innewohnende Antisemitismus erklärt sich gerade über die N ä h e zu Pessach und dadurch, daß Rechtgläubigkeit ihre Herkünfte immer zu verschleiern versucht,"
Ich glaube, das Schleierproblem liegt irgendwie auf Ihrer Seite.
"Innerhalb des Jahwe - Konzeptes gibt es aber keine anderen Götter."
Oh, ursprünglich sehr wohl - man soll sie nur nicht anbeten, und das ist ein erheblicher Unterschied.
"keine jüdischen, sondern "ausländische" Import-Götter"
Na, was heißt schon "ausländische" vs. "jüdische"? Das sind immerhin die Kulte des Kulturlandes, in daß die Iraeliten einwandern. Und dessen Sprache sie immerhin übernehmen, Hebräisch, das ist die "Sprache Kanaans", während die Israeliten der Wanderungszeit einen altaramäischen Dialekt sprechen. Für damals schon von "Juden" zu sprechen, ist zumindest mißverständlich.
Die Mosebücher sind nun einmal "Tradition" im Sinne des Historikers, die ein bestimmtes Geschichtsbild, das der exilischen und nachexilischen Priesterschaft festnageln sollen.