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Man muß sich meiner Meinung nach auch selbst die Frage stellen, ob man aus Sicht des Opfers oder eines Angehöhrigen durch eine Haftstrafe des Täters wieder Gerechtigkeit hergestellt sieht. Ich persönlich könnte als Angehöriger oder Opfer eines so schlimmen Verbrechens niemals damit leben, wenn der Täter in einen Kuschelknast käme oder nach 20 Jahren wieder frei herumliefe, während ich selbst mein ganzes Leben lang darunter zu leiden hätte.
Nicht zuletzt besteht bei einem so dermaßen gewalttätigen und grausamen Menschen wie Josef F. immer die Gefahr, daß er weitere Taten begeht, sei es durch einen Ausbruch oder eine frühzeitige Haftentlassung.
Der Mann hat seine eigene Tochter 24 Jahre lang in einen Keller gesperrt, er hat sie unzählige Male vergewaltigt, sieben Kinder mit ihr gezeugt, von denen mehrere bis zu ihrem 18 Lebensjahr niemals einen Sonnenstrahl gesehen haben.
Welche Strafe wäre angemessen genug um dieses unfaßbar große Leid, daß dieser Mann anderen zugefügt hat jemals zu sühnen?
Meiner Ansicht nach gibt es keine angemessene Bestrafung, der Mann hat jegliches Recht auf seine Existenz verwirkt. Ich denke deshalb sollte man solche Leute in Hochsicherheitsgefängnisse einweisen, wo sie einige Jahre mit harter arbeit zubringen müssen, bis sie schließlich gehenkt werden.
Die Todesstrafe wurde eigentlich alle Zeiten über alle kulturellen Grenzen auf der ganzen Erde angewandt. Daß ein Großteil der "westlichen Welt" die Toddesstrafe ablehnt ist ein relativ neues Phänomen, das höchstens 50 Jahre alt ist. Ansonsten war und ist es bis heute in allen großen Zivilisationen und Kulturen völlige Normalität die Todesstrafe für besonders schwere Verbrechen anzuwenden.
Ein weiteres Problem ist, wie ein solcher Staat auszusehen hätte, der de facto die Autorität und Legimitation hätte, dieses zu tun. Und wenn ich dahin gehend weiterdenke, muss ich persönlich am Ende gegen Todesstrafe sein. Weil ich keinem Staat vertraue, der demokratisch legitimiert ist und die Todesstrafe durchführen können möchte. Einem anders gearteten sowieso erst recht nicht. Für mich ist das deshalb ein Systemproblem.
Aber das nur als Gedanken am Rande, neben den ethischen oder moralischen Bedenken.
Danke für die Beiträge.
Ich sehe keinen Grund, weshalb ein demokratischer Staat unfähig sein sollte, die Todesstrafe zu vollstrecken. In den USA ist dies seit jeher üblich, in Großbritannien wurde die Todesstrafe noch bis in die 1960er Jahre vollzogen, in Frankreich bis Anfang der 1980er Jahre. In Japan ist es noch heute ein gängies Strafmaß. Die Abschaffung der Todesstrafe in einzelnen, demokratischen Staaten ist eine völlig neuartige Entwicklung, die längste Zeit war in den meisten demokratischen Staaten die Todesstrafe völlig normal.
Findest du, daß eine mehrjährige Haftstrafe, zudem noch im mitteleuropäischen Gefängnisstandart, für einen Menschen angemessen ist, der das Leben von 7 Menschen für immer zerstört hat?