Elsas Nacht(b)revier
Francois Gérard: St. Teresa [d' Avila]
elsalaska[at]tiscali[punkt]it
Aktuelle Veröffentlichung im November-Heft Vatican-Magazin, S. 35, über die Beinhäuser von Alken und Hallstatt: Über allem aber triumphiert der Überwinder von Sünde und Tod.
Aktuelle Veröffentlichung in:
Wenn Er anklopft. 12 Bekehrungs-geschichten, herausgegeben von B. Kerz, MM-Verlag
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Lüdemann
Seine Argumentation bleibt fragwürdig: So war das Zeugnis von Frauen in der Antike nicht rechtserheblich, insofern war für eine Bekenntnisformel die Begegnung des Patrus (als Oberhaupt des 12er-Kreises) maßgeblich, während für die Evangelien in ihrem berichtenden Charakter durchaus der Hergang der Dinge interessant ist, sie beziehen sich demnach auf die Entdeckung des leeren Grabes durch die Frauen.
Richtig ist, dass sich in den Paulusbriefen, als den ältesten Schriften des NT, nie Verweise auf ein leeres Grab finden. Das verführt eine Menge Leute dazu, zu glauben, das leere Grab wäre ein späterer Zusatz. Allerdings sieht es vielmehr so aus, als wäre Paulus grundsätzlich in seinen Briefen nicht sonderlich an historischen Vorgängen interessiert - er leitet Folgerungen aus Tot und Auferstehung ab, mit ihnen selbst beschäftigt er sich, soweit ich sehe, nie. Das wollen unsere "Enthüller" aber natürlich nicht hören.
Auch andere Gründe sprechen für ein leeres Grab: Die übereinstimmende, sich aber offenbar aus verschiedenen Quellen speisende Übereinstimmung der Evangelien, der Umschwung und der Zulauf, den die Predigt der Apostel fand, selbst der Bericht über die Bewachung des Grabes bei Mt deutet daraufhin, dass es ein leeres Grab gab (weil Mt offenbar dem Gerücht die Stirn bieten will, die Jünger Jesu hätten den Leichnam entwendet - für solch ein Gerücht muss es aber ein leeres Grab gegeben haben). Man darf sich von Lüdemann und seiner wissenchaftlich-stringent wirkenden Argumentation nicht täuschen lassen. Sie hält einer näheren Prüfung nicht stand.
Lieber Nikodemus,
Aber es war ja nun mal niemand dabei. Wenn ich mich an die bekannten Tatsachen halte, kann ich auf "wissenschaftlicher Basis" alles drehen und wenden, ich werde einmal bei der Auferstehung landen und ein ander Mal bei der These, Jesus habe die Kreuzigung überlegt und sei nach Kaschmir ausgewandert. So käme man zu keinem Ende, es gäbe, wie bei Rashomon, von ein und derselben Begebenheit zigtausend Varianten.
Lüdemanns Theologie wäre jedenfalls nach Solovev die Theologie des Antichristen.
@all: Dieser Thread wird ab sofort moderiert. Ich entschuldige mich für die Strapazen.