Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila



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Aktuelle Veröffentlichungen

"Ökumene mit Herzblut" - Besuch bei der griechisch-orthodoxen Gemeinde in MA-Luzenberg. In: Die Tagespost vom 8.9.2016.

"Eine orthdoxe Insel im Schwarzwald" - Auftakt zur Sommerserie Orthodoxie in Deutschland. Besuch bei der russisch-orthodoxen Gemeinde in Baden Baden. In: Die Tagespost vom 18. August 2016

"Die, welche uns den Gott des Todes predigen wollen" - Übersetzung eines Blogartikels von Kardinal Duka aus dem Tschechischen. In: Die Tagespost vom 13. August 2016

"Konvertiten" In: Die Tagespost vom 26. Juli 2016

"Teresa von Avila: Es gibt keinen Grund". In: Die Tagespost vom 23. Juni 2016

Rezension "Johannes Gschwind: Die Madonna mit dem geneigten Haupt". In: Die Tagespost vom 28. April 2016

Rezension "Peter Dyckhoff: Die Gottesmutter mit den drei Händen". In: Die Tagespost vom 21. April 2016

"Jacobus Voragine und seine Legenda Aurea Ausgabe lateinisch-deutsch". In: Die Tagespost vom 24. März 2016

"Ignatius jenseits von Legende und Vorurteil. Der Bericht des Pilgers und die Ignatius-Biografie von Pierre Emonet". In: Die Tagespost vom 19. Januar 2016

"Schicksalhafte Lektüre Die Taufkirche von Edith Stein in Bergzabern, wo ihr Weg der Heiligkeit begann" In: Vatican-Magazin Januar 2016

"Selbst ein Stein würde bersten. Interview mit Karam Alyas, Flüchtling aus Nordirak." In: Die Tagespost vom 4. Dezember 2015

"Am Ursprung eines stabilen Kerneuropa Gisela von Bayern und Stefan von Ungarn: Ein heiliges Paar, das zu Staatsgründern wurde" In: Vatican-Magazin Dezember 2015

"Hier wird nach Wahrheit gesucht. Ein Interview mit dem Konvertiten, Kampfkünstler und Schauspieler Michel Ruge." In: Die Tagespost vom 13. November 2015

"Leibhaftig, nicht als Symbol? Ein ungeschickter Priester: Das Blutwunder von Walldürn und die elf „Veroniken“ - In: Vatican-Magazin November 2015

"Martha und Maria in einer Person. Elisabeth Münzebrocks Porträt der Teresa von Avila" In: Die Tagespost vom 14.Oktober 2015

"Das Meisterwerk: Mann und Frau, die einander lieben." Zur Heiligsprechung der Eltern der hl. Thérèse von Lisieux. In: Vatican-Magazin Oktober 2015

"Glückssucher, Gelehrter und Vorbild. Ein gelungenes Porträt des heiligen Augustinus. In: Die Tagespost vom 27. August 2015"

"Hervorragende Brückenbauer. Ein Interview mit Simon Jacob, ZOCD u. Initiator des Project Peacemaker" In: Die Tagespost vom 21. August 2015

"Eine Tugend für Kämpfernaturen: Johannes Stöhr und die Tugend der Geduld." In: Die Tagespost vom 27.Juli 2015

"Wachen und Beten für die Welt. Ein Besuch bei den Trappistinnen auf dem pfälzischen Donnersberg." In: Die Tagespost vom 17. Juni 2015

"Ein Apostel der Armen: Der selige Paul Josef Nardini und seine Grabkapelle in Pirmasens" In: Vatican-Magazin Juni-Juli 2015

"Von der Tänzerin zur Ordensschwester. Irmgard Fides Behrendt Flucht aus dem Osten." In: Die Tagespost vom 8. Mai 2015

"Es ist eine simple Sache, zu lieben. Interview mit Torsten Hartung zu seiner Konversion." In: Die Tagespost vom 8. April 2015

"Meine Mutter stirbt an ALS" In: Christ und Welt - Beilage der "ZEIT", Ausgabe 17-2015

"Don Bosco und Maria Mazzarello" In: Vatican-Magazin April 2015

"Eine profunde Menschenkennerin. Zum dritten Band der Briefe Teresas von Avila" In: Die Tagespost vom 1. April 2015

"Katholisches Welttheater. Paul Claudel: Der seidene Schuh" In: Die Tagespost vom 19. März 2015

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"An der Hand der großen Teresa". Eine Auswahl von Internetseiten zum 500. Geburtstag T. von Avilas. In: Die Tagespost vom 17. Februar 2015.

"Vom Krieg zum Frieden. Wie das Gefängnis für Torsten Hartung zum Tor der Gnade wurde." In: Die Tagespost vom 10. Februar 2015 (Buchbesprechung)

"Das Leben Jesu betrachten Ein Gespräch mit Pater Norbert Lauinger SAC vom Apostolatshaus in Hofstetten" In: Die Tagespost vom 31. Januar 2015

"Das Gebet ist die Drehscheibe des Christseins- Das Lebensbuch des heiligen Theophan des Einsiedlers bietet Einblick in den geistlichen Reichtum der Orthodoxie" In: Die Tagespost vom 27. Januar 2015

"Digitale Karte des Ordenslebens - Das „Jahr der Orden“ im Internet und den sozialen Medien" In: Die Tagespost vom 27. Januar 2015

"Eine Katakombenheilige im Exil Das Weinstädchen Morro d‘Alba in den Marken mit den Gebeinen der römischen Märtyrerin Teleucania." In: Vatican-Magazin Januar 2015

"Starke Frauen - Wenn Widerstand gegen herrschende Strukturen zur geistlichen Pflicht wird. Prophetinnen und Mahnerinnen in der Kirche." In: Die Tagespost vom 16. Dezember 2014

Auf Columbans Spuren. Eine unkonventionelle Pilgerreise." In: Die Tagespost vom 13. Dezember 2014

"Geistliche Paare: Der heilige Paulinus von Nola und seine Therasia" In: Vatican-Magazin Dezember 2014

"Die zeitlose Kunst des Sterbens. Nicht nur Hospizhelfer werden Peter Dyckhoffs Betrachtungen schätzen." In: Die Tagespost vom 20. November 2014

"Mystikerin des Apostolats. Mit Teresa von Avila Zugänge zur Spiritualität der Unbeschuhten Karmeliten finden" In: Die Tagespost vom 14.Oktober 2014

"Was die Mumien erzählen. Die Bruderschaft vom guten Tod und die Chiesa dei Morti in Urbania" In: Vatican-Magazin November 2014

"Teresa von Ávila und Johannes vom Kreuz. Die unbeschuhte Reformerin und ihr Vater, der „doctor mysticus“" In: Vatican-Magazin Oktober 2014

"Gottvertrauen als Balsam und Ansporn. Carlo Maria Martinis spirituelles Vermächtnis" In: Die Tagespost vom 4. September 2014

"Unter den Märtyrern der Gegenwart. Soon Ok Lee hat die Haft in einem nordkoreanischen Straflager überlebt und zum christlichen Glauben gefunden." In: Die Tagespost vom 16. August 2014

"Zeugen monastischer Kultur. Seit 20 Jahren gibt es das Netz cluniazensischer Stätten im Schwarzwald." In: Die Tagespost vom 17. Juli 2014

"Franziskus-Effekt in Umbrien. Steigende Pilgerzahlen in Assisi und eine Friedensmission im Heiligen Land." In: Die Tagespost vom 12. Juni 2014

"Im Bunker fing alles an. Franco de Battaglia schildert die Anfänge der Fokolarbewegung." In: Die Tagespost vom 5. Juni 2014

"Eine Oase der Stille-nicht nur für Zweifler. Zum 850. Todestag der hl. Elisabeth von Schönau" In: Vatican-Magazin Juni_Juli 2014

"Sie zum Lächeln zu bringen wird unser aller Lieblingsbeschäftigung" Buchbesprechung Sandra Roth: Lotta Wundertüte. In: Die Tagespost vom 24. Mai 2014

"Gelungene Ouvertüre. Der Postulator Johannes Pauls II. hat eine lesenswerte Papstbiografie vorgelegt." In: Die Tagespost vom 24. April 2014

"Kloster Wittichen und die selige Luitgard" in: Vatican-Magazin Mai 2014

"Clemens Brentano und die selige Anna Katharina Emmerick" in: Vatican-Magazin April 2014.

"Wohltuend für Seele, Geist und Körper Der heilige Ulrich von Zell und sein „durch Wunder berühmtes Grab“ im Schwarzwald" In: Vatican-Magazin März 2014

"Spiritualität der Heiligen. Bischof Paul-Werner Scheele stellt Glaubenszeugen aus allen Zeiten vor." In: Die Tagespost vom 27. Februar 2014

"Hinaus in die Randgebiete der menschlichen Existenz. Der hl. Vinzenz von Paul und die heilige Louise de Marillac." In: Vatican-Magazin Februar 2014.

"Blind geboren - Doch dann geschah das Wunder. In jener Zeit, als das Christentum aufzublühen begann: Die heilige Odilie auf dem Mont Sainte-Odile im Elsass." In:Vatican-Magazin Januar 2014.

"Römische Geschichte einmal anders." Rezension zu Ulrich Nersingers Buch "Die Gendarmen des Papstes." In: Die Tagespost vom 7. Januar 2014

"Die Bärin wies den Weg. Die heilige Richardis und Unsere liebe Frau in der Krypta in Andlau." In: Vatican-Magazin Dezember 2013

"Schatten auf der Soldatenseele". In: Die Tagespost vom 3. Dezember 2013

"Über den Brenner nach Rom. Ein neuer Pilgerführer mit Etappenheiligen." In: Die Tagespost vom 28.10.2013

"Eine neue Idee von Liebe - Der Troubadour Jaufré Rudel und seine ferne Prinzessin." In: Vatican-Magazin Oktober 2013

"Zeigen, dass sie ein Werkzeug Gottes war. Die Neuausgabe der Vita der heiligen Hildegard." In: Die Tagespost vom 17. September 2013.

"Licht ihres Volkes und ihrer Zeit". Die Lektüre ihrer Briefe eignet sich in besonderer Weise, um die hochbegabte Menschenführerin Hildegard von Bingen kennenzulernen. In: Die Tagespost vom 17. September 2013

"Eine Art intensivierte Straßenpastoral" - ein Gespräch zum Jahr des Glaubens mit dem Augustiner-Chorherrn und Bloggerkollegen Hw. Alipius Müller. In: Die Tagespost vom 24. August 2013

"Das flammende Siegel des hl. Ignatius. Die Eremo delle Carceri bei Assisi" In: Vatican-Magazin August-September 2013

"Mehr als exotische Aussteiger. Ein Buch gibt Einblicke in das Leben moderner Eremiten." In: Die Tagespost vom 11. Juli 2013

"Geistliche Vitaminspritzen. Gesammelte Johannes-Perlen aus einem reichen Leben." In: Die Tagespost vom 4. Juli 2013

"Das entflammte Herz. Die Ewigkeit als Maß: Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal." In: Vatican-Magazin Juli 2013

"Und Christus berührte das kranke Bein. Wie der heilige Pellegrino von Forlì zum Patron der Krebskranken wurde." In: Vatican-Magazin Juni 2013

"Ida Friederike Görres und Joseph Ratzinger - die tapfere Kirschblüte und ihr Prophet in Israel." In: Vatican-Magazin Mai 2013

"Kein Maß kennt die Liebe" - über die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern und das Jubiläumsjahr in Kloster Hegne. In: Die Tagepost vom 20. April 2013.

"Liebe, Wahrheit, Schönheit-das gesamte Pontifikat Benedikts XVI." - Die Buchbesprechung zu A. Kisslers Buch "Papst im Widerspruch." Online hier.

"Zuversicht statt Zweifel. Bologna und die heilige Katharina."In: Die Tagespost vom 13. April 2013

"Und in dir wird man einst die Herrlichkeit Gottes sehen" über die heilige Katharina von Bologna. In: Vatican-Magazin März-April 2013

"Schutzschirm für die Gemeinschaft. Christoph Müllers Einführung in die Benediktsregel" In: Die Tagespost vom 7. März 2013

"Fritz und Resl: Gottes Kampfsau und Jesu Seherin" In: Vatican-Magazin Februar 2013 anlässlich des 130. Geburtstags von Fritz Michael Gerlich.

"Jakub Deml-Traumprosa, die vom Jenseits erzählt" In: Die Tagespost vom 9. Februar 2013

"Der Tod ist nicht relativ" In: Die Tagespost vom 7. Februar 2013

"In heiligen Sphären. Mensch und Welt lassen sich nicht entsakralisieren" In: Die Tagespost vom 5. Februar 2013

"Die tapfere Heilige, die nicht sterben wollte Die Märtyrerin Cristina und das Blutwunder von Bolsena." In: Vatican-Magazin Januar 2013

"Alles andere als Rettungsroutine. Aus den Schätzen der Kirche schöpfen: Warum Beichte und Ablass ein Comeback verdient haben." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Leitsterne auf dem Glaubensweg. Katholische Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Neuevangelisierung." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Das Netz der virtuellen Ewigkeit.Tod und Gedenken im Internet." In: Die Tagespost vom 29. November 2012.

"Der Friede auf Erden fängt zwischen Männern und Frauen an. Marias "Fiat" und Josefs "Serviam". Engel führten sie zum außergewöhnlichsten Ehebund der Weltgeschichte. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Der Marathon-Mann" - mein Porträt von S. E. Bischof Tebartz-van Elst. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Versperrter Himmel, öffne dich!" Über die Wallfahrt der totgeborenen Kinder zu Unserer lieben Frau von Avioth. In Vatican-Magazin November 2012.

"Ein französischer Vorläufer des heiligen Franziskus - zum 800. Todestag des Hl. Felix von Valois." In: Die Tagespost vom 3. November 2012

"Die Macht der Mystikerinnen" anlässlich der Heiligsprechung von Anna Schäffer. In: Die Tagespost vom 20. Oktober 2012

"Was für eine Frau!" Zur Vereinnahmung der hl. Hildegard von Esoterikerin und Feministinnen. In: Die Tagespost vom 9. Oktober 2012

Über den Kapuzinerpater Martin von Cochem zu seinem 300. Todestag. In: Die Tagespost vom 29. September 2012

"Die Kirche-ein Krimi?" in: Die Tagespost vom 30. August 2012.

"Wieder gefragt: Exorzismus!" in: PUR-Magazin September 2012

"Mir ist das Brevier wichtig geworden!" Ein Interview mit dem evang. Pfarrer Andreas Theurer, der in die katholische Kirche eintreten wird. In: Die Tagespost vom 14. August 2012

"Im Vorhof des Himmels" Die hl. Edith Stein und ihr Seelenführer, der Erzabt von Beuron. In: Vatican-Magazin August-September 2012

"Durch Gottes Gnade ein Kind der Kirche" - Edith Stein, Erzabt Raphael Walzer von Beuron und die Enzyklika Mit brennender Sorge. In: Die Tagespost vom 9. August 2012.

Der Cammino di San Francesco-Heiligtümer im Rieti-Tal. In: PUR-Magazin Juli.

Die Opfer der Bundeswehr. Mein Interview mit dem Afghanistan-Veteranen R. Sedlatzek-Müller. In: Die Tagespost, Ausgabe vom 14. Juni 2012

"Mehr als Dinkel und Kräuter: Ein Kernkraftwerk des Heiligen Geistes - die hl. Hildegard von Bingen" In. Vatican-Magazin Juni-Juli 2012

"Wie eine lodernde Feuersäule Die heilige Veronika Giuliani" In: Vatican-Magazin Mai 2012

"Die Vollblutfrau, die den Erlöser liebte: Kronzeugin des Osterereignisses: Die Geschichte von Jesus und Maria Magdalena." In: Vatican-Magazin April 2012

"Ich fühle mich als Frau in der Kirche nicht diskriminiert" Ein Interview mit mir von Petra Lorleberg für kath.net

"Die virtuelle Engelsburg hat standgehalten" in: Die Tagespost vom 22. März 2012

"Die Sowjets traten, rissen, schlugen, brannten - aber immer wieder haben die Litauer ihren Kreuzeshügel aufgebaut". In: Vatican-Magazin März 2012

"Katholische Bloggerszene stiftet Ehe" Interview mit Phil und Hedda in: Die Tagespost vom 13.März 2012

Und Du wirst mal Kardinal!" Prags Erzbischof verkörpert das Durchhaltevermögen der tschechischen Christen. In: Die Tagespost vom 18. Februar 2012

"Wo Liebe ist, ist Eifersucht nicht weit: Alfons Maria de Liguori und Schwester Maria Celeste Crostarosa, Gründer des Redemptoristenordens". In: Vatican-Magazin Ausgabe Februar 2012

Neue Kolumne über geistliche Paare: "Mann-Frau-Miteinander-Kirchesein" In: Vatican-Magazin Ausgabe Januar 2012

Unsagbar kostbare Göttlichkeit - Gold, Weihrauch und Myrrhe: Die Gaben der Heiligen Drei Könige. In: Die Tagespost vom 5. Januar 2012

"Wo die Pforten des Himmels offen sind. Loreto in den italienischen Marken". In: Vatican-Magazin Dezember 2011

"Ein Schatz, der fast zu groß für diesen Erdball ist". In: Liebesbriefe für die Kirche. Hrsg. Noe, Biermeyer-Knapp. Bestellbar hier.

Der Papst meines Lebens - Vatican-Magazin spezial zum Papstbesuch

Norcia - der Geburtsort des heiligen Benedikt: "Als sich der Erdkreis verfinstert hatte" In: Vatican-Magazin August-September 2011

In englischer Übersetzung online hier: When the world had darkened<

Der Vatikan und die Blogger - Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Poetische Pilgerorte-Reisen ins mystische Mittelitalien. Erschienen im MM-Verlag.


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Die Prophezeiung [I]

[Hier also nochmal, mit hoffentlich etwas runderem Einstieg als damals.]

Köln, St. Ursula Kloster, im November 1163

Richmodis von Cey hatte bis kurz vorm Schlafengehen an der Abschrift einer Predigt von Hildegard von Bingen - der prophetissa teutonica - gearbeitet. Sie war dabei gewesen, als vor der Kirche Maria Kapitol die Stimme des Herrn aus dem Mund der winzigen, immer noch schönen, Frau sprach– wie Er das lästerliche Treiben der Priester und Mönche verdammte und ein bigottes Teufelsvolk ankündigte, das er schicken werde, um sie für ihren Baalsdienst zu bestrafen – die katharoi. Richmodis hatte die Stelle wieder und wieder kopiert, an ihrem einsamen Schreibpult in der Klause, bevor sie erschöpft auf ihre Pritsche gefallen war.
Jetzt fuhr sie beim ersten Glockenschlag, der zur Vigil rief, aus einem furchtbaren Traum auf:
Diese grauenvollen Gotteslästerer, die Katharer, hatten sie verfolgt und gezwungen, satanische Gebete zu wiederholen. Sicherheitshalber schlug sie ein Kreuz und sprach das rechtgläubige Vaterunser, während sie, geübt durch lange Gewohnheit, im Dunkeln ihren Habit überzog. Das Wachs, das sie so einsparte, benutzte sie, um dem Luxus zu frönen, auch nach Einbruch der Dämmerung zu schreiben.

Es hatte fast einen Tumult gegeben, als die Kölner Bürgerinnen und Bürger den Spruch Gottes aus dem Mund der Äbtissin Hildegard vom Rupertsberg hörten. Nicht zum ersten Mal wollten sie losziehen, um echte – oder vermeintliche – Katharer aufzustöbern und zu steinigen oder zu verbrennen. Auf die göttliche Kritik an den Unzucht treibenden Kirchenmännern hatten die Kölner weitaus gelassener reagiert.

Richmodis Augen waren für eine langjährige Schreiberin klar und gut. Sie fand den Weg zur Basilika im Dunkeln, die Arme fröstelnd um den Körper geschlungen. Richmodis traf als Erste in der Kirche mit dem Reliquienschrein der Hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen ein. Während sie die kreuzgewölbte Vorhalle querte und an den rechteckigen Pfeilern entlang in Richtung Empore ging , stach ihr ein widerlicher Geruch in die Nase, der den Duft von kaltem Weihrauch verdrängte. Sie blieb stehen und sog geräuschvoll die Luft ein, bis es keinen Zweifel mehr gab: Sie hatte ihren Vater, Angulf von Cey, oft genug auf der Jagd begleitet – unverkennbar der Gestank von frisch aufgebrochenem Wild.
Sollte es den Ketzern eingefallen sein, die Basilika der Hl. Ursula zu entweihen?
Richmodis ging mit entschlossenen Schritten zum Marienaltar und nahm sich eine der armdicken, brennenden Kerzen. Irgendwo musste eine ausgeweidete Katze, ein aufgeschlitzter Hund, ein Fuchs mit abgeschlagenem Kopf oder etwas ähnliches liegen. Sie wollte den Kadaver entfernen, bevor die anderen Schwestern eintrafen, von denen einige zu überflüssigem Geschrei und Tränenausbrüchen neigten.
Richmodis brauchte nicht lange zu suchen: Was sie im rechten Seitenschiff fand, war nur nicht ganz das, was sie erwartet hatte. Unter ihren Füßen breitete sich eine riesige, schwarzglänzende Lache aus – geronnenes Blut. Zu viel geronnenes Blut für einen Fuchs, zu viel selbst für einen Hund.
Im Flackern der Kerzenflamme erkannte sie die entstellten Züge von Bruder Fulbert aus St. Gereon. In seiner Mundhöhle funkelte und blitzte reines Silber, seine Nase war schwarz angelaufen.
Sie biss sich auf die Lippen, um einen Schrei zu unterdrücken und beugte sich zu ihm hinunter: Fulberts aufgerissener Mund war vollgestopft mit Geldstücken, seine Nasenlöcher voller Ruß – es sah aus, als habe man ihn brutal erstickt. Verstört leuchtete sie mit der Kerze an seinem Leichnam entlang, wobei ihr herunterfließendes Wachs die Handgelenke verbrannte. Richmodis keuchte vor Schmerz und Entsetzen. Fulberts Kittel war bis unter die Brust geschoben. In seinem Unterleib klaffte ein gräßliches Loch.
Sie wollte ein Totengebet sprechen, aber aus ihrem Mund kam nur ein heiseres Krächzen.
Richmodis warf die Kerze von sich und stürzte in Richtung Kirchentür - zum einen, um die Mitschwestern am Eintreten zu hindern und zum anderen, um nach dem Bader und dem Büttel rufen zu lassen.

Margitta von Memmingen, die Äbtissin des Stiftes, hatte Richmodis zum Frühstück geladen. Die beiden Frauen beteten, aßen und tranken schweigend, wie es die benediktinische Regel vorschrieb. Zu Hirsebrei mit brauner Butter und Birnenkompott gab es mit Wasser vermischten Wein. Ein Knecht hatte Kaminholz gebracht und das Feuer geschürt, so dass sich die beiden Frauen bequem davor niederlassen konnten, um den schrecklichen Leichenfund zu besprechen. Das Birkenholz brannte ohne zu knistern und erfüllte das Gemach mit seinem süßen Duft.
Richmodis betrachtete die Frau, die nur wenig älter war als sie, mit Respekt. Margitta, hochgewachsen und blond, schien ihr eine Nachfahrin der kriegerischen Germanentöchter zu sein mit ihren schmalen, sichelförmig geschwungenen Lippen und dem unweiblich eckigen Kinn. Nur ihre milden, honigfarbenen Augen schwächten diesen Eindruck ab. Margitta war nach dem Tode ihres Mannes in den Stift eingetreten und neigte deshalb weniger zu Sentimentalitäten als jene Schwestern, die bereits als junge Mädchen in den Stift gekommen waren. Sie sprach selten von ihrem Mann, aber wenn, dann immer mit Achtung und in echter Trauer.
Der Mord an Bruder Fulbert erbitterte sie zutiefst.
Sie bat Richmodis, alle Einzelheiten zu erzählen und nichts auszusparen. Dann lobte die Äbtissin sie für ihr umsichtiges und besonnenes Handeln.
„Es ist ein Segen, dass ausgerechnet du die Erste in der Kirche warst! Dafür danke ich dem allmächtigen und gerechten Herrn, auch wenn ich seine Wege oft nicht verstehe und seine harte Rechte uns schlägt! Wie geht es deinen Mitschwestern, liebe Tochter?“
„Nun, Schwester Gunild etwa denkt, dass Bruder Fulbert direkt in den Himmel gekommen ist, weil er in der Kirche der Hl. Ursula und der Gebeine der jungfräulichen Märtyrerinnen gestorben ist ...“
Die Äbtissin hustete trocken und hielt sich die Faust vor den Mund. „Bruder Fulbert – im Himmel? Zusammen mit den anderen Sodomiten, die er zur gotteslästerlichen Unzucht verführt hat?“ Margitta krümmte sich unter der Wucht ihres Hustenanfalls. Erst als ihr Tränen in die Augen traten, erkannte Richmodis, dass die Äbtissin nicht hustete, sondern lachte. „Schwester Gunhild ist doch ein rechtes E i ! Wenn Bruder Fulbert im Himmel ist, dann will ich wissen, wo die ganzen Knabenseelen landen sollen, die er zu Lebzeiten geschändet hat!“
Sie fächelte sich schnaufend Luft zu. „Und wer hat gesagt, dass er in der Kirche gestorben sein muss?“
Richmodis verwies auf die Aussagen des Baders und die beträchtliche Menge Blut, die die Steinplatten des Seitenschiffs bedeckt hatte.
Die Äbtissin langte nach einem Ast und stocherte nachdenklich in der Glut herum.
„Sonderbar, dass du in der gleichen Nacht von der Satansbrut, den Katharern, geträumt hast, liebes Kind. Will uns der Allmächtige einen Hinweis geben, wem wir diesen Frevel an der Hl. Ursula und ihren Gefährtinnen zu verdanken haben?“
Richmodis schwieg. Auch sie hatte sich diese Gedanken gemacht, jedoch sofort wieder verworfen. Es gab nur wenige Menschen, die Weisung von Gott erhielten, dazu zählte die prophetissa Hildegard. Aber nicht Richmodis von Cey, eine unbedeutende, viel zu oft mit Gott hadernde Schreiberin. Und warum sollten die Katharer, die nicht einmal ein Tier töten konnten, einen Mönch abschlachten wie man eine Sau absticht, ihm das Gemächt mitsamt den anhängenden Innereien herausreißen, zu schweigen von den Münzen und dem Ruß?
Margitta hörte ihren Ausführungen zu. „Und es handelt sich wirklich um Ruß? Was sagt der Bader dazu?“
„Er sagt Ruß. Fettig, schwarz, schmierig – von einem beliebigen Kochfeuer. Auch die Münzen, nichts fremdländisches. Die Denare, mit denen alle Kölner hier bezahlen. Alle mit der Abbildung unseres verehrten Erzbischofs Rainald auf der cathedra. Gott schenke ihm ein langes Leben!“
Die beiden Frauen tranken auf die Gesundheit von Rainald von Dassel. Margitta leerte ihren Becher auf einen Zug und schielte dann abwägend auf den Weinkrug. Richmodis beeilte sich, ihr nachzuschenken.
Die Äbtissin nickte huldvoll.
„Die Hl. Ursula verlangt von uns als Wiedergutmachung für die Besudelung ihrer Heimstatt, dass wir den satanischen Frevler ausfindig machen und zur Strecke bringen, liebe Tochter. Beten wir darum, dass uns dieses Vorhaben gelingt!“
Richmodis beschloss, es mit drei zusätzlichen Ave Maria täglich zu versuchen.

[weiter zur Fortsetzung Teil II]
Frank (Gast) - 28. Aug, 22:43

Guter Anfang

Habe direkt den Geruch von kaltem Weihrauch und geronnenen Blut in der Nase. Bin gespannt wie es weitergeht.

giorgina - 28. Aug, 23:15

...bin grade im Kölschen Historien-Rausch :) Wirklich klasse geschrieben :)
Bea (Gast) - 29. Aug, 02:49

wie immer

saugut


Diesen Satz musste ich dreimal lesen, ehe ich den Teil nach dem "und" richtig in Zusammenhang bringen konnte...


Nun, Schwester Gunild etwa denkt, dass Bruder Fulbert direkt in den Himmel gekommen ist, weil er in der Kirche der Hl. Ursula und der Gebeine der jungfräulichen Märtyrerinnen gestorben ist ...“

christian (Gast) - 29. Aug, 19:50

Bin gespannt...Richmodis von Cey, zuerst dachte ich, das sei dein neues Pseudonym; schön, wie sie beiläufig charakterisiert wird (der gesparte Kerzenwachs); schön auch die Details (z.B. der mit Wasser vermischte Wein - war das nicht ein Hildegard-Rezept?).

Mein Tipp: Die Äbtissin hat ihre Finger im Spiel! Warum? Germanenkriegerin! Aber vor allem macht sie sich verdächtig, dass sie Richmodis darin bestärkt, in ihren Träumen göttliche Hinweise zu sehen - ungewöhnlich für eine Äbtissin, zumal sie als frei von Sentimentalitäten eingeführt wird. Vielleicht tappe ich aber grad in eine Falle...

Ob da ein Zusammenhang besteht: ich habe letzte Nacht - kein Scherz! - nach Lektüre dieses Teils geträumt, mich in einem feministischen Bibelkreis wiederzufinden.

ElsaLaska - 29. Aug, 20:41

Danke euch!

Habe direkt im Eintrag upgedatet und noch ein Stück Text eingefügt, um die Szene vollständig abzuschließen, bevor es in Teil 2 dann weitergeht.

Mcp (Gast) - 21. Mai, 15:19

"unverkennbar der Gestank von frisch aufgebrochenem Wild. "

Seit wann "stinkt" frisch aufgebrochenes Wild? Höchstens dann, wenn der Darm verletzt wurde. Bei einem sauberen Blattschuß passiert so etwas nicht. Vielleicht noch, wenn man mit einem Sauspieß jagt - aber das ist heuer verboten.

Blut, wenn es noch frisch aus der Halsschlagader pumpt, reicht nicht, sondern schmeckt - fast wie warmer Tomatensaft.

Ich nehme mal an, Du kannst mich ab heute nicht mehr leiden. :)

Mcp (Gast) - 21. Mai, 15:24

... riecht, nicht "reicht" muss es, gottverdammich, heißen. :)
ElsaLaska - 21. Mai, 16:39

Es spielt ja auch nicht "heuer" ... Oben steht die Jahreszahl.
nerone (Gast) - 25. Mai, 17:56

Sehr schön Elsa. Es war ein echtes Vergnügen der Schwester zu folgen. Besonders gefreut hat mich die Erwähnung von "HAdwig Von WIETH, ÄBtissin von Gerresheim" , alldieweil ich ja einige Jahre im schönen Gerresheim verbracht habe, ganz in der Nähe der Kirche. Ich nehme an die Hadwig gab es wirklich. Werde mal nach ihr googeln. Freut mich natürlich auch, dass diese in deinem Stück "davon gekommen" ist.

ElsaLaska - 25. Mai, 18:50

Herzlichen Dank, nerone, das hat mich sehr gefreut, dein lieber Kommentar!

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