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Berlusconi verliert seine Immunität.

Einen sehr guten Kommentar dazu, der circa zu 80 Prozent meine eigene Einschätzung der Situation wiedergibt, habe ich auf den Seiten des Handelsblatt gefunden:

"Warum Berlusconi unersetzlich bleibt."

Widerspruch aber bei der pauschalen Behauptung zu Korruption in Italien. Die italienische Gesellschaft funktioniert völlig anders als die deutsche, man tauscht sich öfter und intensiver miteinander aus, es wird viel mehr miteinander gesprochen, sich Zeit füreinander genommen. Deshalb würde ich das lieber etwas neutraler bezeichnen. Schon im antiken Rom gab es das so genannte "Klientelwesen" und im Allgemeinen würde ich sagen, ist man einfach gesellschaftlich vernetzter. Empfehlungen finden meist mündlich statt, man redet miteinander, berichtet ein Anliegen oder ein Problem und der jeweilige Gesprächspartner kennt fast immer einen Dritten, der das Problem lösen kann. Dass ein solches System der Vernetzung wiederum tatsächlich anfälliger ist für Korruption, liegt in der Natur der Sache. Nur miteinander zu reden und sich gegenseitig helfen zu wollen, ist aber noch nicht gleich Korruption. Es gibt also Abstufungen, die man wahrnehmen sollte.

Komisch auch der Satz, Italiener seien zwar katholisch, aber keine Moralisten. Das stimmt zwar in dem Sinne, aber die katholische Kirche ist nicht in erster Linie eine Moralinstanz, auch wenn es von außen so aussieht.
str (Gast) - 9. Okt, 06:47

Ich verstehe diese Jubelarien derzeit sowieso nicht.

Ja, Berlusconi hat das Immunitäts damals neu (wieder?) eingeführt. In Italien war es aber doch nur nach der manu polite in den Neunziger etwas besonders und in den allermeisten westlichen Staaten, inklusive Deutschland und Frankreich, ist es doch gang und gebe!

Und bei dne Fällen, wo es nicht galt, hat sich die deutsche Journaille ganz anders verhalten, man denke an den Fall Clinton. Damals wurde gezetert, ein Präsident dürfe doch nicht vor Gericht gezogen werden.

Es erinnert auch ein wenig an das deutsche Schreiben über die angebliche "religiöse Rechte" in den USA, deren manche Forderung bei Lichte besehen dem entspricht, was in Deutschland Normalität (Schulgebet) oder zumindest Recht ist (Abtreibung, Stammzellforschung).

Alessandro Ogheri (Gast) - 20. Okt, 08:50

Hallo Frau Laska...

Frau Laska, Sie sind zu nett... wuerde ich sagen!!

Im Fall von Berlusconi, und leider wie insgesamt in der meisten Schichten der italienischen Gesellschaft, glaube ich aber leider nicht, dass die Leuten sich irgendwie nur einfach zusammen unterhalten haben...
bei den Prozessen fuer den Mondadori Affaere, wie auch im Fall Mills, z.B. ist es absolut klar, dass wir bei Berlusconi von einem schamlosen unglaublichen Korruptor reden...
den ist auf keinem Fall zu entschuldigen, find ich.

Auch bei dem Satz ueber Italiener, finde ich (leider!) den dagegen richtig...
(um Gottes Willen, nicht alle) Italiener gehen in die Kirche am Sonntag, und dann akzeptieren einen Kerl wie der Berlusconi ?
Das finde ich auch schon ziemlich widerspruchlich!
(und naemlich freue ich mich darueber (uebrigens!), dass die Kirche in den letzten Zeiten (siehe z.B. Boffo!) ein wenig Mut gezeigt hat, und dem Berlusconi erinnert hat, dass seine moralische Art und Weise nicht sehr kompatibel zu Christentum ist!) (ich meine natuerlich nicht seine Liebeaffaeren, die koennten wir auch vergessen, klar!: ich rede von seinen anderen Problemen, wie z.B. die Freunschaft mit Leuten wie Dell Utri oder Salvatore Mangano!!!)


Ciao ciao aus Duesseldorf

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