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Ach ja, die Unwürdigkeit der Handkommunion.

Allüberall, wieder und wieder, versichern mir Handkommunikanten, es sei ja so ein Unding, ihnen Unwürdigkeit zu unterstellen. (Ist es auch! Nur leider das Thema verfehlt. Denn die einzigen, die bei der mir bekannten in Deutschland herrschenden Praxis die Kommunion realiter unwürdig empfangen müssen, sind die Mundkandidaten).
Nach der mir bekannten Praxis ist es nämlich so, dass ich keine Kniegelegenheit bekomme, also stehen muss. Dann trete ich vor, der Austeilende ist mehr oder weniger souverän, schiebt mir seinen Finger zwischen die Lippen, weil er es nicht besser kann, ich komme ihm verkrampft entgegen - und wenn sich tatsächlich Ablehnung bis Ekel im Gesicht des Gegenübers zeigt, weil ich meine Hände nicht öffne, oder kämpfe, das Allerheiligste nicht von den Lippen rutschen zu lassen - wer braucht schon Patenen - dann hatte ich mal wieder eine Kommunion, wo ich mir sage, gerne opfere ich auf, die wiederverheiratet Geschiedenen sind zu beneiden.
Eine Erlösung dagegen, wenn Kommunionbänke aufgestellt werden (wie damals beim mittlerweile abgesetzten Pfarrer Sirch in Achenkirch).
Zu den ganzen geschilderten Verrenkungen und der Konfrontation mit dem Atem des Empfangenden kommt es dabei ja auch nur, weil eben die Stehschlange einen nötigt, dabei zu stehen. Bekomme ich eine Kniegelegenheit, das können auch die Altarstufen sein, steht der Priester über mir und legt mir das Teil ganz elegant und ohne Unannehmlichkeiten von oben auf die pelzige, belegte und übelriechende Zunge, ohne davon etwas direkt mitzubekommen.
Generell wäre es an diesem Punkt aber vielleicht auch mal angebracht, über die Würdigkeit der AUSTEILENDEN nachzudenken.
[Besonders interessant ist dann die Sichtweise von Papa Bene: Ja, wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für das Geheimnis der Eucharistie. Stern: Es wird aber überlagert durch das Augenmerk auf die bakterielle Zusammensetzung der gläubigen Zungen. Sollen wir gleich solche Färbetabletten: "Boah, alles ROOOT" austeilen, Eure Heiligkeit?]

Ich für meinen Teil werde durch solche Äußerungen wie die verlinkten leider noch in meiner Auffassung bestärkt, dass es für mich eher von spirituellem Übel ist, eine übliche NO-Messe mit der üblichen Austeilungspraxis zu besuchen, in der sich hinterher darüber ausgetauscht wird, wie sehr man sich mal wieder vor mir geekelt hat.
Lieber gehe ich in die Alte Messe in Campocavallo, in der vor mir ein echter alter Christus steht, ich kann knien auf den Stufen, und man teilt mir in Liebe, Hingabe und Sorgfalt plus Patene aus. Noch nie hatte ich mir beim Besuch bei den Francescani dell Immacolata in Campocavallo Sorgen, weder über meine Mundflora noch über die lieblose Disposition des Austeilenden machen müssen.
Das nenne ICH dann einen würdigen Empfang.
FingO (Gast) - 27. Okt, 07:42

So ne holier than thou-Attitüde hat noch niemandem geschadet,wa?

Bei allem Respekt, aber der artikel ist traurig. Weil EIN Blogger mal was über die MK sagt, musst du natürlich gleich mal wieder gegen intolerante, sdich zur unwürdigkeit verdammende zelebranten und die Neue Messe meckern.

Carsten (Gast) - 27. Okt, 08:03

Tja, dein Rückschlag kam mit voller Wucht - mitten ins Gesicht - rechte Wange...

Finde es auch schade, denn der Artikel von Br. Lukas ist wohl eindeutig als Satire zu verstehen - mit ganz klarer Richtung: Es ist eben NICHT der Fall, das man mit pauschal Arten der Kommunion als würdig vs. unwürdig abstempeln kann. Es geht ihm also GEGEN diese verdammte Diskussion um "Würdigkeiten".

Letztlich entscheiden auch nicht wir als Empfänger oder Spender darüber - sondern der Herr selbst (übrigens auch über unsere urteilenden Herzen).

Was mir Angst macht (und das jetzt ganz satirefrei): Wenn Katholiken nicht mehr in der Lage sind, miteinander Eucharistie in beiden Riten bzw. in beiden Kommunionformen zu empfangen - dann steht eine Kirchenspaltung unmittelbar bevor. Und sei es nur eine Kirchenspaltung der Herzen. Bei der Schärfe der Diskussionen denke ich manchmal, wir sind schon mittendrinn...

Dir, Elsa, alles Gute,
pace e bene,
Carsten.
Dybart (Gast) - 27. Okt, 12:12

Der Punkt ist doch der: im wirklichen Leben sind es die Mundkommunikanten, die schief angesehen werden. Wer hier wen (im Herzen) ausschließt, scheint mir ziemlich deutlich.
ElsaLaska - 27. Okt, 13:01

Ich will überhaupt niemanden ausschließen.

Ich möchte nur keine Austeilenden mehr haben, die mich angeekelt angucken oder hinterher einen Scheiß erzählen. Ganz einfach. Dass jetzt wieder losgeheult wird, weil ich persönlich Konsequenzen in Richtung Alte Messe ziehen möchte, zeigt doch nur, wo das Hauptaugenmerk liegt. Auf der politischen Korrektness. ICH fände es jedenfalls scheiße, wenn ein Priester so über Handkommunkanten denken und sprechen würde.
Aber ich bin ja auch "heiliger als ihr".
christian (Gast) - 27. Okt, 13:53

Ich PERSÖNLICH bevorzuge klar die Mundkommunion, und zwar knieend (das finde ich ebenso wichtig!). Damit verbinde ich jedoch überhaupt kein politisches Statement, ich will weder die traditionalistische Fahne hissen noch Handkommunikanten zeigen, was eine Harke ist. Ich will anderen überhaupt NICHTS damit beweisen. Ich will mir in diesem Moment überhaupt keine Gedanken darüber machen, was kirchenpolitisch opportun ist. (Noch weniger über meine Mundhygiene). Und ich empfinde es als mißlich, dass derartige politische Fragen inzwischen bei diesem heiligen, intimen Augenblick eine Rolle spielen. DAS nämlich stört Andacht und Ehrfurcht. Ebenso mißlich ist es - und das ist mir selbst zu Ohren gekommen -, wenn Mundkommunikanten frömmlerisches Getue oder eine "Heiliger als du"-Attitüde unterstellt wird und unter Rechtfertigungsdruck geraten, wo sie sich lediglich an die geltende Regelung halten.

Andererseits habe ich auch schon den umgekehrten Fall erlebt, dass einem Handkommunikanten in einer Messe, wo Mundkommunion üblich ist, die Kommunion verweigert wurde, weil er sich weigerte, den Schnabel aufzusperren. (Es war offensichtlich von ihm als "Test" oder "Provokation" gedacht.)

Und um allgemeiner zu werden: Ja, die Kirchenspaltung der Herzen ist längst da und betrifft nicht allein die Frage Hand- vs. Mundkommunion. Nicht einmal vor Gericht - so mein Eindruck - wird so viel gestritten wie in der Kirche. Auf Außenstehende muss diese gegenseitige Selbstzerfleischung abschreckend wirken - und komisch, wenn dann immer noch von "Liebe" die Rede ist. Die Mission bleibt so auf der Strecke.
Monika (Gast) - 27. Okt, 14:24

Ja, kniend, da man Jesus mit der Seele und dem ganzen Körper, also als kompletter Mensch, anbetet. Der Mensch ist ja nicht allein Seele und Innerlichkeit, sondern auch Körper und somit Äußerlichkeit.

>>Andererseits habe ich auch schon den umgekehrten Fall erlebt, dass einem Handkommunikanten in einer Messe, wo Mundkommunion üblich ist, die Kommunion verweigert wurde, weil er sich weigerte, den Schnabel aufzusperren. (Es war offensichtlich von ihm als "Test" oder "Provokation" gedacht.)<<

So einen Fall kenne ich bisher nur aus der Praxis eines Paters, der den a.o. Ritus zelebriert und in dem ist und war die Handkommunion einfach nicht üblich, deswegen hat man sich als Gläubiger daran zu halten. Ich sehe das als Selbstverständlichkeit. Bei den Papstmessen ist auch nur Mundkommunion erwünscht, sofern man zum Papst selber geht.

In der neuen Messe ist die Mundkommunion rein rechtlich aber genauso üblich, da die Handkommunion, die man fälschlicherweise mit der neuen Messe assoziiert, nur ein Indult ist. Ein Indult, welches obendrein noch mit reichlich Bedenken genehmigt wurde.

Nur wird die Mundkommunion in Gemeinden mit vorwiegender NOM häufig unterdrückt bzw. einfach verschwiegen oder belächelt und mit Sätzen wie: "die will heiliger sein, als andere" geächtet.

Das das nicht richtig ist, sollte eigentlich jedem einleuchten, egal ob er den a.o. Ritus bevorzugt, oder den o. Ritus.

Es sollte wirklich an der Zeit sein, vorzugsweise im deutschen Sprachraum für Klarheit zu sorgen.

Die Heilige Eucharistie ist nicht irgend ein kirchliches Rand-Thema, über das man relativistisch und diplomatisch verhandeln kann. Es ist das Zentrum unseres Glaubens und unserer Kirche. Da gehört wesentlich mehr Fingerspitzengefühl dazu und vor allem das allgemeine Streben nach Heiligkeit. Das kann man nicht einfach so abhandeln.
Es braucht Verständnis für die Eucharistie durch Erleben und Katechese (keine Pseudo-Katechese versteht sich).
christian (Gast) - 27. Okt, 16:10

Wer hat denn auf diesen Indult gedrängt? Und vor allem warum?
str (Gast) - 27. Okt, 23:15

Elsa,

"Dass jetzt wieder losgeheult wird, weil ich persönlich Konsequenzen in Richtung Alte Messe ziehen möchte, zeigt doch nur, wo das Hauptaugenmerk liegt. Auf der politischen Korrektness."

Aber was hat denn Alte vs. Neue Messe mit "politischer" Korrektheit zu tun? Höchstens mit liturgischer. Aber genau darum ging es zumindest mir nicht, sondern darum das wegen dieser Sache du den einen Ritus exklusiv erklärst und auf den anderen meinst einschlagen zu müssen. Dann seien doch besser die dummguckenden Priester/Kommunionspender geprügelt.

Ob du nun im Einzelfall zur Alten oder zur Neuen Messe gehst - Angebot vorausgesetzt -, ist völlig allein deine Sache.

Monika,

"So einen Fall kenne ich bisher nur aus der Praxis eines Paters, der den a.o. Ritus zelebriert und in dem ist und war die Handkommunion einfach nicht üblich, deswegen hat man sich als Gläubiger daran zu halten. Ich sehe das als Selbstverständlichkeit."

Damit betreibst du jetzt aber Unterfütterung jener, die die Mundkommunion verweigern. Die denken sich, auch "hier ist Mundkommunion einfach nicht üblich". Ich stimme beiderlei Haltungen nicht zu.

"Die Heilige Eucharistie ist nicht irgend ein kirchliches Rand-Thema, über das man relativistisch und diplomatisch verhandeln kann. Es ist das Zentrum unseres Glaubens und unserer Kirche."

Genau. Und sie ist auch nicht der Platz, um sich an letztlich Äußerlichkeiten aufzuhängen. Und das gilt sowohl für jene, Elsa plagende Priester als auch für Handkommunion-für-unwürdig-und-Ausdruck-mangelnder-Katholizität-halter. Das ist letztlich nur das Spiegelbild des "Holier-Than-Thou"-Vorwurfs und bestätigt diesen ungewollt irgendwo.

Was nicht heißt, dann man nicht manchmal begründete Schlüsse aus dem Äußeren ziehen könnte. Nur Hand vs. Mund allein reicht da nun wirklich nicht.

Dem Rufen nach mehr und besserer Katechese kann ich natürlich nur zustimmen.
ElsaLaska - 27. Okt, 23:25

Str,

es war, zugegeben, nicht eindeutig aus dem Eintrag abzuleiten, um was es mir ging.
Es geht mir um die übliche Praxis der NO-Messen, die ich in Deutschland teilweise erlebe.
Genauer, um die Austeilung. Wenn ich befürchten muss, dass ich, sowieso die womöglich einzige, die MK möchte, und mich das selbst auch immer wieder Überwindung kostet - eben weil ich Angst habe ohne Patene undsoweiter - noch einer blöd anschaut deshalb, dann gehe ich lieber nach Campocavallo, da habe ich ein rundum gutes Gefühl.
Genauso ist es mir noch möglich, meine italienische NO-Gemeindemesse zu besuchen, da ich dort nicht den Eindruck habe, dass der Priester an mir Anstoß bis hin zum Ekel nimmt. Es wird dort mindestens im Verhältnis fifty fifty ausgeteilt.
Das war alles. Hätte ich ja noch ergänzen können.
Nikodemus (Gast) - 27. Okt, 08:40

Abwanderung

Es verursacht bei mir in letzter Zeit ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich höre, wieviele gutkatholische Leute zum Alten Ritus abwandern. Nicht dass ich es nicht in mancher Hinsicht verstehen könnte, aber irgendwie...
Das ist aber natürlich in erster Linie eine Anfrage an NO-Amtsträger. Nur fragt sich, ob die meisten von ihnen wirklich traurig sind, wenn die Mundkommunikanten weg wären, wohin auch immer.

Markus (Gast) - 27. Okt, 09:56

Kein Wunder!

Zitat: "Es verursacht bei mir in letzter Zeit ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich höre, wieviele gutkatholische Leute zum Alten Ritus abwandern. Nicht dass ich es nicht in mancher Hinsicht verstehen könnte, aber irgendwie..."

Ich finde das nicht überraschend. Die frustrierte Abwanderung gerade der wirklich aktiven und um die Grundlagen des Glaubens wissenden Katholiken hin zur Außerordentlichen Form ist weniger eine Frage des Ritus, denn eine Frage der nervtötenden Volksverdummung, mit der die Ordentliche Form regelmäßig entstellt wird.

Ich selbst mache seit über zehn Jahren einen großen Bogen um meine Heimatgemeinde, wenn ich mal zuhause bin, da die Messen ein einziger Ringelpiez sind, die Predigten teilweise reine Häresie und ich aufgrund zahlreicher Formfehler (fehlendes Gloria/Sanctus, verkürztes Hochgebet, entstellte Wandlungsworte und anderes) fürchte, dass die Messe ungültig ist.

Da es im Umkreis mehrerer Kilometer nicht anders ist, suche ich dann eine Alte Messe in einer Kapelle 20 km von meiner Heimatstadt entfernt auf. Mir ist mein Seelenfrieden so wichtig, dass ich lieber eine Viertelstunde zur Messe fahre, als die nächsten drei Tage vor lauter Ärger Magenschmerzen zu haben.

Und so geht es eben vielen. Nicht die Ungültigkeit des Neuen Ritus steht prinzipiell in Frage, sondern die Zelebrationskultur modernistischer Geistlicher.
Miserere mei - 27. Okt, 09:12

Du bist überrascht?

Liebe Elsa, ich kann nachvollziehen, dass jemand, der eine Praxis seit Jahrzehnten auf eine bestimmte Art und Weise betreibt, schwerlich von der Falschheit seines Tuns zu überzeugen ist. Lebenslügen schmerzen stets.

Schreibman - 27. Okt, 09:13

Noch nie

habe ich auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass der Austeilende vielleicht Nichtraucher ist und sofort riecht, ob ich zuletzt eine Gauloises oder eine Reyno hatte. An sowas denke ich überhaupt nicht, was vielleicht egoistisch ist. Ich habe eher das Gefühl, dass der Priester sich sogar freut, dass es noch solche Mundkommunikanten gibt. Und wenn ich mich irre, ist es mir auch egal. Jedenfalls würde ich da nicht so ne Geschichte draus machen. Ich schliesse mich der Meinung an, dass es nur zur Spaltung führen kann, wenn man so heftig wie Du, liebe Elsa, gegen die anderen polemisiert. Hauptsache ist doch, dass wir alle katholisch sind. Der eine mehr und der andere weniger. Der eine von der Hand und der andere in den Mund. Was soll's?

Balver - 27. Okt, 11:52

Hauptsache

Deine Nächstenliebe umfasst auch das Zulassen von groben Fehlern des Anderen?
str (Gast) - 27. Okt, 09:13

Mich macht das Posting traurig.

Einmal ob der Verbohrtheit mancher Kommunionspender bzw. ihres mangelnden Entgegenkommen.

Aber auch angesichts der Wut auf deiner Seite, Elsa, der dich zum Schimpfen auf die "Neue Messe" bringt.

Und zum Thema Kniegelegenheit: zum Knien braucht es exakt einen Boden, ein linkes und ein rechtes Knie. Klar ist so ein Bänkchen bequemer, aber es ist nicht überall vorhanden, auch mangels Nachfrage und gerade mit einem Knien auf dem Boden kann man ein Zeichen setzen. (Ich erinnere mich z.B. an diverse Fronleichnahmsprozessionen, bei denen das Hochgebet in einem Garten stattfand. Meine geschätzten Mitchristen waren sich natürlich zu schade bei der Wandlung im Gras zu knieen. Ich habe es dennoch getan.) Dazu kommt noch, daß es bis zu Luther überhaupt keine Bänke in Kirchen gab.

Abschließend wäre noch zu vermerken (und bitte nehme das nicht persönlich), daß ich keinen "alter christus" akzeptieren. Es gibt nur einen Christus.

Markus (Gast) - 27. Okt, 09:50

Zitat: "Abschließend wäre noch zu vermerken (und bitte nehme das nicht persönlich), daß ich keinen "alter christus" akzeptieren. Es gibt nur einen Christus."

Aber das ist doch kein Widerspruch? Es behauptet ja niemand, dass jeder Priester ein Christus wäre. Würde das gesagt werden, hätte mein Glaube übrigens schon einen ziemlichen Schaden davongetragen...
Monika (Gast) - 27. Okt, 12:29

der

Priester handelt in der Persona Christi, mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen.
Moonbrother - 27. Okt, 12:31

"Entgegenkommen"? Das tun höchstens die Geisterfahrer. Hier geht es ja nicht um Populismus oder um Politik, sondern um etwas Größeres.
ElsaLaska - 27. Okt, 13:12

Ich schimpfe nicht auf die Neue Messe. Ich ziehe einfach meine längst überfälligen Konsequenzen. In Italien kann ich nämlich auch ganz beruhigt in die Neue Messe gehen, weil da fifty fifty empfangen wird und der Priester sich ganz offensichtlich nicht unwohl mit mir fühlt.
Ich sprach von der "üblichen" Messe ,wo ich die einzige bin mit MK.
str (Gast) - 27. Okt, 23:23

Markus,

"Aber das ist doch kein Widerspruch? Es behauptet ja niemand, dass jeder Priester ein Christus wäre. Würde das gesagt werden, hätte mein Glaube übrigens schon einen ziemlichen Schaden davongetragen..."

Auch wenn die Gefahr besteht als Apostel der Wortgenauigkeit zu gelten, halte ich den Begriff nun mal für nicht tragbar (noch weniger als den anderen), und zwar egal ob irgendein Priester oder der Hl. Franziskus so bezeichnet werden (bei letzterem, da er ja nur einmal da ist, die Verwechslungsgefahr um so größer ist, natürlich noch mehr)

Der Priester ist kein anderer Christus, denn es gibt keinen anderen Christus.

Er handelt in persona Christi und das sollte doch genügen.

Moonbrother,

""Entgegenkommen"? Das tun höchstens die Geisterfahrer. Hier geht es ja nicht um Populismus oder um Politik, sondern um etwas Größeres."

Willst du nicht versthen oder tust du nur so? Wenn ein Priester schon die Handkommunion bevorzugt, dann soll er jenen die die ebenso legitime Mundkommunion bevorzugen nichts verweigern, auch nicht mit Ekel im Gesicht mal schnell spenden, sondern ihnen wie es sich für einen Diener Christi gehört entgegentreten und die Kommunion ganz normal spenden. Das ist es doch, was Elsa vermisst und genau das habe ich angemahnt. Was ist falsch daran?

Elsa,

"Ich schimpfe nicht auf die Neue Messe. Ich ziehe einfach meine längst überfälligen Konsequenzen."

Dann hat es sich leider unbeabsichtigt so angehört. Tut mir leid!
Simona-Theresa - 27. Okt, 11:16

zur Abwanderung

Lieber Nikodemus, ich denke die Abwanderung im großen Stil ist eher diejenige, die aus der Kirche herausführt, entweder durch Kirchenaustritt vollzogen oder indem die Betreffenden einfach zu Hause bleiben. Zum Umgang mit der "alten" Messe wäre ein entspannterer Umgang zu empfehlen, also Integration der Hl. Messe im alten Ritus in das ganz normale Pfarrleben und auch Gespräche und Angebote dazu, sodass klar wird, zwei Riten, eine Hl. Messe. Dazu müsste natürlich der dritte "unordentliche " Ritus ganz abgeschafft werden.
Zum Kommunionempfang habe ich einmal in einer "neuen" Hl. Messe erlebt, dass der Pfarrer vor der Kommunionausteilung darauf hingewiesen hat, dass wer dies möchte die Hl. Kommunion an der Kniebank am Nebenaltar als Mundkommunion empfangen kann und dort sind auch ca. 1/3 der Gläubigen hingegangen, ohne dass dies irgendein Aufsehen erregt hat.

ElsaLaska - 27. Okt, 13:30

Genau. Warum dieses ganz einfache Angebot nicht wenigstens als freundliche Geste gemacht wird, verstehe ich nicht. Man kann auch einfach Bänke wieder aufstellen, für die, die sie benutzen möchten. Es ist ganz einfach. Wenn der gute Wille da wäre.
Und an dem zweifle ich langsam.
Monika (Gast) - 27. Okt, 12:33

was soll

so eine Art Satire über Mundkommunikanten bezwecken? Frieden stiften, oder "Ausgleich" schaffen? Dazu wäre es vielleicht nötig gewesen, dass man über Handkommunikanten etwas dergleichen zuvor gesagt hätte. Was aber nicht der Fall ist - was will man schon über eine Hand meckern? Dass sie zu klein oder zu groß ist? Das sie nicht sauber ist und nach Geld riecht?

Also fair ist was anderes.

Danke für deinen Beitrag, Elsa

ElsaLaska - 27. Okt, 12:44

Mundkommunikanten als Ekelpakete beschreiben ist für die, die mir diese alberne "Heiliger als" Attitüde unterschieben, voll in Ordnung. Wenn ich mal nachfrage, was ich mit solchen Priester soll, ist das gleich aber gar keine Satire mehr, sondern ein Schlag ins Gesicht. Gewisse Leute sollten auch mal ihre Einstellung zur MK überprüfen, insbesondere, wenn sie Geistliche sind.
Ich möchte nicht zu einer Kommunion gehen, bei der ich den Eindruck habe, dass man sich vor mir ekelt. Dann kann ich es auch gleich lassen.
Und ihr kriegt mich nicht dazu, auf die Hand zu nehmen.
Punkt.
Monika (Gast) - 27. Okt, 22:23

mein letzter Post

ging an Christian und seine Frage

:-)
str (Gast) - 27. Okt, 23:27

Klar kann genannter Text leicht in den falschen Hals (ups!) geraten und vielleicht wäre er besser nicht veröffentlicht worden.

Aber ich habe den Text so verstanden, daß er als Reaktion auf den Anspruch höherer Würdigkeit der Mundkommunion gemeint war

Und grade wenn man sonst den Primat des Gemeinten verteidigt, sollte man dies hier auch tun.

Mag nun sein, daß der Text verunglückt ist - die Haltung auf die er gemünzt ist, ist aber leider keine Fiktion und ist genauso falsch wie die Mundkommunionverweigerung etc.
ElsaLaska - 27. Okt, 23:43

Wie ich hier woanders im BAUM schon schrieb

ich finde es auch inakzetabel, HK zu unterstellen, sie hätten schmutzige Hände oder sowas und sollten deshalb nicht usw. wie neulich ein Kardinal oder Bischof meinte.
Auch wenn ich von der MK überzeugt bin, geht mir die HK nur dann auf die Nerven, wenn sie ostentativ missächtlich ausgeführt wird.
WIE der Text denn nun gemeint war ändert aber rein gar nichts daran, dass die Mundkommunikanten darin massiv verunglimpft und verunsichert werden. Im Übrigen bedient er klammheimliche Schadenfreue bei denjenigen, denen die MKs schon lange so richtig auf den Zeiger gehen, nicht? Und alles im Namen der Anprangerung einer verbreiteten Haltung?
Come on ...
Benita (Gast) - 27. Okt, 13:33

Und jetzt mal ganz unabhängig davon, ob es sich bei dem einen Text um Satire handelt, bei dem anderen um Polemik oder ob die eine Form des Kommunionempfangs würdiger ist als die andere: Sich von einem anderen Menschen etwas in den Mund legen zu lassen, ist ein sensibler oder sogar intimer Vorgang. Und da ist man eben leicht verletzbar. Das merke ich an mir selbst. Ich habe mal mitangehört, wie einer der Kommunionhelfer sich über Gläubige, die die Mundkommunion vorziehen, lustig gemacht hat (weil sie den Mund auf komische Weise aufmachen), und ich wäre beinahe in Tränen ausgebrochen. Ich möchte deshalb, daß respektvoll darüber gesprochen wird. Daß unser Leib "eitel Gekröse und Gestank" ist, weiß ich. Aber ich mag gerade in diesem Zusammenhang wirklich nicht daran erinnert werden.

FingO (Gast) - 27. Okt, 15:58

Handkommunikanten müssen sich oft anhören, daß sie keine Ehrfurcht vor dem Herrn hätten bzw. zumindest unbewußt an der Krise des Glaubens schuld wären.
Hier mußte man einmal was blödes über die Mundkommunion hören. Und zwar eben KEINEN Rückschluß auf mangelnden Glauben bei der Realpräsenz.
In Relation gesehen bekommens die Handkommunikanten in kirchentreueren Kreisen durchaus ärger ab als umgekehrt.
Nicht hier, aber ich hab das in den letzten fünf Jahren dermaßen oft gehört, daß man manchmal versucht ist, zu den Handkommunikanten "überzulaufen". Das tut man natürlich nicht, da die Kommunion, der Empfang des Leibes des Allmächtigen, kein Platz ist, an dem Parteienstreit gehört.

Und deshalb tut mir das giftige Auffahren gegenüber @Elsa leid. Ich mag nicht in jeder liturgischen Hinsicht mit Dir eine Meinung sein - aber ich denke, daß das Kirche sein kann und soll: Ein Haus mit vielen Wohnungen, bewohnt von Christen, die Gott lieben.
Und, nebenbei: Einen der besten Blogs der Blogozese sollte man weiterhin als Freund haben :) äh, eine der besten Bloggerinnen. Oder so.
Dybart Simpson (Gast) - 27. Okt, 16:21

"bekommens die Handkommunikanten in kirchentreueren Kreisen durchaus ärger ab"

Das mag in "kirchentreueren Kreisen" so sein, in "kirchlichen Kreisen" ist es genau umgekehrt. Deshalb verstehe ich den Frust vieler Kommentatoren gut, obwohl es nicht meiner ist.
Allerdings halte ich die Diskussion (auch in dieser Form) im Grunde für überflüssig, da eigentlich alle hier darin übereinstimmen, daß beide Kommunionformen grundsätzlich einen würdigen Eucharistieempfang zulassen.
Gregor (Gast) - 27. Okt, 16:41

"da eigentlich alle hier darin übereinstimmen, daß beide Kommunionformen grundsätzlich einen würdigen Eucharistieempfang zulassen"

Nein, ich fürchte, so einfach können wir es uns dann auch wieder nicht machen. Mir ist schon wichtig - wie ich schon an anderer Stelle, nicht zuletzt bei Dir, Dybart, angemerkt habe - zwischen Personen und der Sache zu unterscheiden. In beiden Formen kann der einzelne würdig empfangen, besonders was seine persönliche Disposition anbelangt. Was aber die objektive Form anbelangt, bin ich der unumstößlichen Überzeugung, daß die Mundkommunion vorzugswürdig und, ja, objektiv besser ist (die Gründe sind oft genug genannt worden, ich verweise nochmal auf Memorilae Domini, sowie auf das Buch Dominus est von Bischof Schneider). Es ist sind nicht zwei gleichwertige Formen, und mein Wunsch (wie der des Hl. Vaters und der Gottesdienstkongregation) ist es, daß mittel- bis langfristig die gesamte lateinische Kirche zur überlieferten Form des Kommunionempfangs, der nach wie vor der nach dem allgemeinen Recht vorgesehene ist, zurückkehrt.
FingO (Gast) - 27. Okt, 17:05

Gregor: Wie willst Du das einem Menschen, der halt begeistert und glühend die Handkommunion feiert, klarmachen, diesen Unterschied zw. Person und Sache? Ich muß nicht mal Handkommunikant sein, um diese "oft genug genannten Gründe" eine Ohrfeige für jeden an die Realpräsenz glaubenden Handkommunikanten zu finden.
ElsaLaska - 27. Okt, 17:07

@FingO

Och, das ist jetzt wahnsinnig lieb von dir. Dankeschön! Es kam wohl nicht genügend heraus, dass es mir nicht um die NO-Messe als solche geht, sondern die "übliche", in der mir einfach keine Gelegenheit gegeben wird, unauffällig (!!! - soviel zum holier - Vorwurf, der greift ja eben nicht) zu kommunizieren. Es wäre leicht, eine Bank aufzustellen oder die Gelegenheit, auf den Altarstufen zu kommunizieren für die knienden Mks geben. Das wäre dann zwar auch auffälliger als in der Schlange stehen, aber man käme sich irgendwie erwünschter und normaler vor.
Es ist übrigens nicht sehr schön, vom Stellvertreter Christi angeekelt betrachtet zu werden und ich echauffiere mich eigentlich mehr darüber bei dieser Chose, als über alles andere.
Und da bin ich mir sicher, dass wird bei den Opus Dei -No-Messen auch weniger wahrscheinlich sein, als bei meinen Francescani eben.
Gregor (Gast) - 27. Okt, 17:28

@FingO

"Wie willst Du das einem Menschen, der halt begeistert und glühend die Handkommunion feiert, klarmachen, diesen Unterschied zw. Person und Sache?"

Das ist sicher schwierig, zumal die meisten seit 40 Jahren indoktriniert wurden, ändert aber nichts. Das ist doch immer so, wenn Leute ohne Schuld und mit innerer Überzeugung das Falsche tun - natürlich ist Ihnen das nicht vorzuwerfen, und sie können dabei gut und auch heilig handeln (und ja, ja, hier geht es nicht um das Falsche, sondern nur um das weniger Gute, aber das Prinzip bleibt das gleiche).

" Ich muß nicht mal Handkommunikant sein, um diese "oft genug genannten Gründe" eine Ohrfeige für jeden an die Realpräsenz glaubenden Handkommunikanten zu finden."

Dann wirf diese Ohrfeige aber bitte nicht mir, sondern Paul VI., Benedikt XVI., Guido Marini, der Gottesdienstkongregation, dem Kirchenrecht, der Überlieferung etc., etc. vor. Und nichts für ungut (wirklich nicht), aber ich kann wenig damit anfangen, wenn eine objektive Frage (und Argumente für die Handkommunion sehe ich nicht) auf die persönliche Ebene "emotionalisiert" wird. Das erinnert mich immer an die Parolen der PDS, man wolle den Menschen im Osten ihre "Biographien" madig machen, wenn man auf das objektive Unrecht der DDR hinweist. Non sequitur.
Sarah (Gast) - 27. Okt, 17:48

...eigentlich ist es ja schon ausdiskutiert und eigentlich wollte ich nichts dazu sagen, aber ist schon mal jemand von den Handkommunionempfängern "dumm" angesehen worden oder hat man den Leib Christi sekundenlang vor den Mund gehalten um ihn dann übererstaunt (ich will nicht angewidert sagen) in die Hand zu legen? Ich glaube in der Praxis, also in der Gemeindepraxis, ich spreche hier nicht von denen besonderer Glaubenskongregationen, sondern vom normalen deutschen Pfarrzirkus, kommt es doch eigentlich nicht vor, dass über die Handkommunionempfänger gesprochen wird. Vice-versa ist es aber so. Eine Bekannte hat einmal abwertend zu mir gesagt, eigentlich ging es da um etwas ganz anderes (ich war damals noch in deren Augen normal, also Handempfänger: "....,dass brauch ich nicht, da kann ich ja auch direkt zur Mundkommunion gehen" und ihr Mann wollte dann dafür sorgen, dass die Kniebank bei uns weg genommen wird, er meinte das kleine Kniebänkchen trenne die Gemeinde vom Altar ab und seit 2. Vat. Konzil (das er scheinbar nie gelesen hat), blablabla.....Also, es gibt die Diskriminierung auf der anderen, aber nicht auf der einen Seite....und wer die Mundkommunion nicht mindestens ein halbes Jahr praktiziert hat, kann meiner Meinung nach nicht mitreden. Nach ca. 28 Jahren Hand und einem Jahr Mundkommunion kann/darf ich das beurteilen, denke ich. In jedem Fall habe ich nichts gegen Menschen, die auch weiterhin die Kommunion in die Hand empfangen und ich bin anders beschäftigt als danach zu stieren ob sie denn auch in Andacht zur Kommunion treten....
Monika (Gast) - 27. Okt, 18:48

ich schließe mich dem Interesse Gregors an

Und ehrlich gesagt, wenn jemand in einem a.o. Ritus oder einer kirchentreueren Umgebung die Hostie nicht auf die Hand bekommt, dann braucht er sich erst mal nicht zu wundern, weil das einfach nicht zum Usus gehört und nie gehört hat.

Diese "Kirchentreueren" sind wohl eindeutig und all zu klar in der Minderheit, und so kann hier keiner ernsthaft darauf schließen, dass man "Handkommunikanten" "diskriminiert".

Eher ist es ja umgekehrt.

Wie Elsa schon erwähnte, findet man kaum mehr Kommunion-Bänke oder wenigstens kleine Kniebänke vor. Und wenn man sich erdreistet sich trotzdem hinzuknien, gibts schnell Getuschel entweder noch während oder nach der Kommunion. Ja mei, wie schrecklich nachkonziliar wir doch sind. Furchtbar fruchtbar.

Aber das ist nicht das einzige Problem. Die Patene fehlt. Ich habe schon viele verschiedene Pfarreien besucht, die in NOM zelebrieren und nirgendwo habe ich die für den NOM vorgeschriebene Patene zur Kommunionspendung in Einsatz gesehen. Was nicht gerade von einer überzeugten Haltung gegenüber der Realpräsenz zeugt, da vorallem bei der Handkommunion sich lösende Partikel zum Boden fallen können und dann zertreten werden. Noch größer ist das Risiko eben ohne Patene.

Eines der wichtigsten Themen, wenn man schon an die Realpräsenz glaubt, ist nun mal der Verlust von Partikeln, die zusammengetreten werden.
ElsaLaska - 27. Okt, 18:51

Gregor hat es auf den Punkt gebracht.

Zuviel Emotion. Die einen fühlen sich wie ekelerregende Aussätzige, die anderen denken, man wolle ihnen Ehrfurcht und was weiß ich absprechen.
Wenn aber schaut, was die Kirche will und was der Hl. Vater will, und nicht einfach so tut, als sei das ja alles kein Problem, man will es ja niemandem unbequem machen - jedenfalls erstmal nicht den Handkommunikaten - dann muss man schon mit eyes wide shut herumlaufen. Wobei die wenigstens ja bis zur objektiven Argumentation pro MK kommen, weil sie schon halber ohnmächtig sind, wenn es einer wagt zu betonen, die MK könne aber mehr Ehrfurcht erzeugen.
Und nochwas: Ich kann mit einem Friede-Freude-Eierkuchen-Christentum nichts anfangen, wo alle sich immer nur gegenseitig liebhaben und verstehen müssen und jedes laute Wort ja der gemeinsamen Verkündigung schadet.
Es ist mir lieber, es wird nach allen Regeln der Kunst gefetzt, alles das alles unter den Tisch gekehrt wird. Jesus Christus hat nämlich auch nichts unter den Tisch gekehrt. Hier gibts alles :Menschen-Tiere-Sensationen, das ist wie bei allen anderen auch. Das können die anderen auch ruhig mitkriegen. In dem Zusammenhang finde ich die Rede von der Zerfleischung in der Blogozese auch falsch. Die Form des Empfangs IST es eine wichtige Sache, sonst gäbe es nicht immer die Diskussionen mitsamt den Emotionen.
Wir sollten weder vor dem Versuch der sachlichen Auseinandersetzung noch vor den Emotionen des anderen zurückschrecken. Finde ich.
Monika (Gast) - 27. Okt, 19:03

ich sehe es genauso wie du, liebe Elsa
christian (Gast) - 27. Okt, 21:10

Gegenseitige Selbstzerfleischung - womit du offenbar auf meinen Kommentar anspielst - war gar nicht auf den Kommunion-Empfang bezogen (die ich als heiligen und intimen Moment bezeichne - das sollte mir also unwichtig sein?) und nicht auf die Blogozese, sondern auf die Kirche allgemein. Ich bin auch nicht für Friede-Freude-Eierkuchen, ich streite mich sogar gern (nur: als ob es zwischen Zerfleischung und Friede-Freude-Eierkuchen keine Zwischenstufen gäbe!).

Und diese fruchtlosen Streitereien um Zölibat, Frauenpriestertum, Kondome etc. (gut, über letzteres kann man wegen mir noch streiten, sollte dann aber so ehrlich sein, nicht AIDS in Afrika vorzuschieben) öden mich einfach an. Inzwischen auch die Empörung über diejenigen, die das dauernd fordern. Das sind eben nicht unbedingt die Fragen, die mir auf den Nägeln brennen, sorry.

Und meine Situation ist nun mal die, dass ich einerseits mit keinen liturgischen Mißbräuchen konfrontiert bin (da ich die alte Messe besuche), andererseits aber in einer Stadt lebe, in der das katholische Leben ansonsten (fast) keine Rolle spielt - wie überhaupt in der säkularen Kultur (allenfalls als versprengtes Echo). Und auch in Zukunft keine Rolle spielen wird, wenn alle Energien durch kircheninterne Streitereien absorbiert werden. Wenn Liberale nichts Besseres zu tun haben, als über den Papst herzuziehen, und Konservative nichts Besseres, als wiederum über Liberale herzuziehen. Und darin hat man sich - nach meiner Einschätzung - sehr bequem eingerichtet. Und nach meiner Einschätzung will der Hl. Vater auch nicht, dass wir wie Tiere übereinander herfallen, sondern - wie er selbst - mit gutem Beispiel vorangehen. Und klug - und zur Klugheit gehört eben auch, seinen Zorn (sprich Emotionen) manchmal zu zügeln und Geduld zu üben.

Und meine Frage, wie und warum dieser Indult zustande kam, wurde auch noch nicht beantwortet.
ElsaLaska - 27. Okt, 21:42

Weißt du,

natürlich müssen einen diese ganzen Fragen nichts angehen. Ich habe auch mal mehr, mal weniger Lust, mich mit ihnen zu befassen.
In der Tat stimmt aber etwas innerkirchlich nicht, wenn Mundkommunion als ekelig dargestellt wird. Auch nicht in als Satire gemeinter Form. Es ist genausowenig akzektabel, wie das, was neulich von einem Kardinal (?) oder Bischof geäußert wurde, man dürfe den Leib Christi nicht mit seinen schmutzigen Händen anfassen. (Ich kann es sowieso nicht, aber ich empfand die Äußerung als absolut unpassend).
Wenn ich nach vorne gehe zum wesentlichsten Sakrament, das wir haben, und schaue in ein angeekeltes Gesicht - nicht dass das dauernd passiert, aber es passiert nun mal - bei Sponsa Agni habe ich es auch erst neulich wieder gelesen - dann ist das allerdings ein Thema, und das fällt bei mir nicht mal mehr unter die übliche Streiterei, das ist ein absolutes NO GO - und eben nicht liturgischer Missbrauch.
Es berührt die Urbeziehung zwischen mir und dem jeweiligen Priester, das menschliche Vertrauen und Zutrauen, das ich in ihn setze. Und es hat überhaupt nichts mit Liberal oder Konservativ zu tun. Nichtmal was mit HK vs. MK.
christian (Gast) - 27. Okt, 22:03

Nochmal: Das war gar nicht auf deine Fehde mit Br. Lukas oder diversen Priestern, die ein angeekeltes Gesicht machen, bezogen, sondern allgemein auf vaticarstens Befürchtung einer inneren Kirchenspaltung. Und die sehe ich - und nicht ich allein, auch z.B. Klaus Berger - in der Tat. Oder wie unser Fernsehphilosoph Sloterdijk sagt: Kirche sei vor allem die verwaltete Melancholie darüber, keine Kirche mehr sein zu können.

Die Ausführungen von Br. Lukas finde ich zwar unglücklich, habe mich aber (obwohl Mundkommunikant) persönlich nicht davon angegriffen gefühlt und es nicht weiter ernst genommen.
christian (Gast) - 27. Okt, 22:07

P.S.
Bislang, wenn ich die Kommunion außerhalb der alten Messe per Mund empfangen habe, habe ich immer in erfreute Gesichter geblickt. Ist so. Natürlich ist das bescheuert, wenn der Spender ein angeekeltes Gesicht macht, keine Frage. Aber das wird doch eher die Ausnahme sein.
ElsaLaska - 27. Okt, 22:21

Aaarghhhh....

Wie kannst du es fertigbringen, einerseits von Kirchenspaltung zu sprechen anlässlich der Tatsache, dass ich ankündige, lieber in Campocavallo zur Messe zu gehen als sonstwo, wo man sich nur vor mir ekelt und dann aber diese ganze Problem, wie die MK selbst in Kirchenkreisen verächtlich gemacht wird , als das Problem eines einzigen Ausnahmefalls, der halt mal bescheuerterweise vorkommen kann, auffassen. Das verstehe ich jetzt wieder nicht.
:-)
Monika (Gast) - 27. Okt, 22:21

<>

Weil man sich die Handkommunion von Rom ertrotzt hat. Als Ausnahme, als Indult sollte sie vorkommen, aber unter peinlich genauen Beachtungen - die heute - und das ist der Gipfel - so gut wie nirgends mehr eingehalten werden.

So fehlt fast überall die Patene;
die Laien-Helfer purifizieren sich weder vor noch nach der Spendung die Finger (über die Berechtigung der Kommunionhelfer kann man streiten);
oftmals kann man sehen wie sich die Leute im Gehen die Hostie in den Mund schieben obwohl man diese vor dem Priester einnehmen soll;
dann sieht man oft bei Erstkommunionfeiern wie sich alle die Hostie gleichzeitig einverleiben, was nicht gestattet ist usw. usf.

Es kam also rein gar nichts Gutes bei dieser großflächigen Einführung des Indults (eigentlich ein Paradoxon) heraus. Es gibt keine guten Früchte. Wer mir das Gegenteil nachweisen kann, soll es tun.

Warum es überhaupt erlaubt wurde, tja... Menschen werden halt auch mal weich.
Namen kann ich jedenfalls keine nennen. Aber es gibt sicher Literatur darüber.

Liebe Grüße
Monika (Gast) - 27. Okt, 22:24

mein letzter Post

ging an Christian und seine Frage

:-)
Monika (Gast) - 27. Okt, 22:31

nö, also

Kirchenspaltung - das halte ich jetzt für übertrieben.

Also ich zumindest werde mich nicht von Rom abspalten... :-) und ich wüsste nicht, welche Gründe andere Katholiken haben, sich zu spalten. Wie soll das überhaupt funktionieren?
ElsaLaska - 27. Okt, 22:44

Vielleicht war ja auch die Abspaltung von Rom

gemeint, und die findet ja statt - z. B. ein bisschen versuchsweise in Linz?
christian (Gast) - 27. Okt, 22:47

wo rede ich denn von Kirchenspaltung in Bezug darauf, wo du jetzt zur Messe gehst. Ich würde wahrscheinlich selber dorthin fahren. Ich denke auch gar nicht, dass DU die Kirche spaltest. Das wäre doch kompletter Unsinn.

Und ich habe die Frage, ob MK gern gesehen wird oder nicht, davon getrennt, ob der Spender ein angeekeltes Gesicht macht. Und kommt das denn so häufig vor? Und macht der so ein Gesicht, weil man am Tag vorher Knoblauch gegessen hat oder weil er MK prinzipiell bescheuert findet? Jetzt blicke ich nicht mehr durch. Wie auch immer, ich glaube, es ist erlaubt, demjenigen sofort oder nachher eine zu scheuern.
christian (Gast) - 27. Okt, 22:53

Meiner Ansicht - vielleicht bin ich ja verrückt - ist die Kirche gespalten: in die traditionalistischen, die schafsartigen und die progressiven Katholiken.
ElsaLaska - 27. Okt, 22:54

Hm.

Na gut! Ich weiß jetzt aber nicht, was ich dagegen tun soll, dass nicht ständig aus einer bestimmten Ecke eben doch längst abgehandelte Themen wie Frauenpriestertum, Zölibat, was weiß ich immer und immer wieder und wieder hochgekocht werden.
Die ganzen sonstigen Missstände resultieren doch genau daraus. Sie sind ja das Symptom und werden jetzt auch noch zur Ursache. Meinst du dieses high church - low church -Ding?
ElsaLaska - 27. Okt, 22:59

>>Meiner Ansicht - vielleicht bin ich ja verrückt - ist die Kirche gespalten: in die traditionalistischen, die schafsartigen und die progressiven Katholiken.<<

Das stimmt doch nicht! Traditionalistisch ist was anderes als konservativ oder römisch-katholisch. Da fehlen aber ein paar Facetten und Spielwiesen.
Wenn wir unbedingt jetzt eine Spaltung diagnostizieren wollen sollen, dann würde ich sagen, die deutsche Kirche ist gespalten in eine Fraktion "Och, Rom, nö, lieber nich so" und eine romtreue Fraktion. Das ist die ganze Crux, damit vermeidest du sämtliche politischen Parolen und Einsortierungen.
christian (Gast) - 27. Okt, 23:00

@ monika

danke - die Intention, die dahinter steckt, ist mir nicht ganz klar. Wie kommt man denn 198x. oder wann darauf, auf diese Form zu drängen - die (wie ich aus einem Artikel von P. Lugmayr auf theologisches.net erfahre) gar nichts mit der ursprünglichen Form der Handkommunion zu tun hat? Sehr dubios.
christian (Gast) - 27. Okt, 23:18

Römisch-katholisch ist wohl jeder römisch-katholisch Getaufte.

Konservativ = schafsartig?

Okay, wegen mir romtreu oder romuntreu.

Mit Blick auf Rom wage ich zu behaupten, dass dort die Abschaffung des Zölibats, die Weihe von Frauen oder ein Umschwenken in der Sexualmoral kein Thema ist. Dass das für irgendwelche Medien oder WiSKi-Gruppen ein Thema ist - mißlich, aber deren Bier. Die Medien sind ja ohnehin eher an der Inszenierung von Konflikten interessiert - also keinen Konfliktstoff liefern. Mit der Schulter zucken.
str (Gast) - 28. Okt, 00:17

"Gregor hat es auf den Punkt gebracht."

Stimmt, liebe Elsa. Aber leider ist das, was er auf den Punkt gebracht hat, genau das was z. B. Fingo und mich hier aufregt. Es ist leider so, daß uns manche (u.a. auch Prof. May) die Ehrfurcht absprechen wollen.

Gregor bleibt zwar zuerst noch sachlich und meint nur, daß halt "Mundkommunion vorzugswürdig und, ja, objektiv besser ist", betreibt er dann selbst die Emotionalisierung und macht aus den von Fingo genannten "Menschen, der halt begeistert und glühend die Handkommunion feiert"(*) gleich ein Haufen von Indoktrinierten, die halt "das Falsche tun".

Wie kommt er dazu das, was die Kirche erlaubt hat, für falsch zu erklären? In solchen Momenten hoffe ich beinahe, daß auch bei ihm ein Tischtuch mit Kriechtieren vom Himmel niederfährt mit der Aufforderung "Iß, Simon!"

Da nützt es dann nichts mehr, daß er uns Handkommunikanten es nicht persönlich vorwerfen will, denn das wäre nur das Equivalent zum "Freispruch wegen geistiger Unzurechnungsfähigkeit". Was sind wir denn - Wahnsinnige, Betrunkene?

"Dann wirf diese Ohrfeige aber bitte nicht mir, sondern Paul VI., Benedikt XVI., Guido Marini, der Gottesdienstkongregation, dem Kirchenrecht, der Überlieferung etc., etc. vor."

Die Ohrfeige ist jenem vorzuwerfen, der sie verteilt. Im konkreten Fall warst du das, Gregor. War es um den Verlinkungen nachzugehen, der Exsultet-Blog.

Ich sehe nicht wo die genannten Päpste oder Marini die Handkommunikanten beschimpft hätten, vom Kirchenrecht und der Tradition ganz zu schweigen.

"nichts für ungut" hilft nichts (ist sowieso eine der dümmsten Redewendungen unserer Sprache) wenn man noch einen draufsetzt und die Handkommunion mit einem Unrechtsregime gleichsetzt.

(*Es sei nur zu Protokoll gegeben, daß ich nicht "begeistert und glühend die Handkommunion feier(e)", zumindesst nicht begeistert von der Handkommunion, begeistert vom Herrn schon. Ich empfange die Kommunion auf die Weise, die ich gelernt habe und in der ich eine mir würdig erscheinende Art des Empfangs mir angewöhnt habe. Und ich sehe keinen Grund daran irgendetwas zu ändern.)

"aber ist schon mal jemand von den Handkommunionempfängern "dumm" angesehen worden"

Ich persönlich nicht, aber ich wurde schon von Zettel verteilenden Handkommunionsgegnern nach der Messe belästigt (sehr christlich, muß ich sagen). Außerdem ist es doch kein Wettbewerb, wer von "Idioten" am meisten belästigt wurde. Idiotisch war es in jedem Fall.

"er meinte das kleine Kniebänkchen trenne die Gemeinde vom Altar ab"

Ja, damit hat er Recht. Aber die Trennung wäre ja auch angebracht. Im übrigen ist sein Verhalten unmöglich.

"In jedem Fall habe ich nichts gegen Menschen, die auch weiterhin die Kommunion in die Hand empfangen und ich bin anders beschäftigt als danach zu stieren ob sie denn auch in Andacht zur Kommunion treten...."

Genau darum geht es nunmal. Aber es gibt leider solche, die was gegen solche Menschen bzw. ihr Verhalten haben.

Monika,

"Und ehrlich gesagt, wenn jemand in einem a.o. Ritus oder einer kirchentreueren Umgebung die Hostie nicht auf die Hand bekommt, dann braucht er sich erst mal nicht zu wundern, weil das einfach nicht zum Usus gehört und nie gehört hat."

Die Idee, das "alter" Ritus, Mundkommunion und Kirchentreue nicht ein und dasselbe sind, kommt dir wohl nicht? Da muß man gar nicht erst die SSPX erwähnen. Und die Liberalomodernisten zelebrieren ja auch nicht getreue im "neuen" Ritus.

"so kann hier keiner ernsthaft darauf schließen, dass man "Handkommunikanten" "diskriminiert"."

Einen Fall hast du ja bereits genannt. Auch Minderheiten können diskriminieren (sehr gut sogar). Und beschimpfen ist auch nicht besser als diskriminieren.

"gibts schnell Getuschel entweder noch während oder nach der Kommunion."

Ja, das ist sehr schlimm. Nur gibt erstens Getuschel auch in der Gegenrichtung, zweitens gibt es Getuschel überall über tausendundeine Sachen. Traurig aber wahr. Nur manchmal muß man da halt eben durch. Mit nachkonziliar hat das nichts zu tun.

Wenn du dann noch ein weiteres Faß namens Patene aufmachen willst, dann habe ich wirklich keine Lust daraus zu trinken. Mensch hast du Probleme.

"Wenn aber schaut, was die Kirche will und was der Hl. Vater will, und nicht einfach so tut"

Ich tue genau das, was die Kirche will. Ich feiere jeden Sonntag die Messe mit, empfange, soweit ich mich würdig erachte, den Leib des Herrn, und versuche, Gott und die Menschen zu lieben.

"die MK könne aber mehr Ehrfurcht erzeugen."

Sie kann es. Sie muß aber nicht!

"wo alle sich immer nur gegenseitig liebhaben und verstehen müssen und jedes laute Wort ja der gemeinsamen Verkündigung schadet."

Dann darf man aber auch die Antwort nicht fürchten.

"In der Tat stimmt aber etwas innerkirchlich nicht, wenn Mundkommunion als ekelig dargestellt wird."

Ja, und wenn Handkommunion als an der Grenze zur Häresie und sowieso aus dieser stammend dargestellt wird, wie das Prof. May tut.

"Es ist genausowenig akzektabel, wie das, was neulich von einem Kardinal (?) oder Bischof geäußert wurde, man dürfe den Leib Christi nicht mit seinen schmutzigen Händen anfassen."

So ist es!

"das ist ein absolutes NO GO - und eben nicht liturgischer Missbrauch. Es berührt die Urbeziehung zwischen mir und dem jeweiligen Priester, das menschliche Vertrauen und Zutrauen, das ich in ihn setze. Und es hat überhaupt nichts mit Liberal oder Konservativ zu tun. Nichtmal was mit HK vs. MK."

Sehr wahr!
str (Gast) - 28. Okt, 00:24

Monika,

"Weil man sich die Handkommunion von Rom ertrotzt hat."

Könnte man nicht auch sagen, daß die Feier im außerordentlichen Form des Römischen Ritus wie sie von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI, zu unser aller Freude gewährt wurde nicht auch von Rom ertrotzt wurde, unter anderem auch durch eine schismatisch-häretische Kleingruppe?
str (Gast) - 28. Okt, 00:26

">>Meiner Ansicht - vielleicht bin ich ja verrückt - ist die Kirche gespalten: in die traditionalistischen, die schafsartigen und die progressiven Katholiken.<<

Das stimmt doch nicht! Traditionalistisch ist was anderes als konservativ oder römisch-katholisch. Da fehlen aber ein paar Facetten und Spielwiesen.

Wenn wir unbedingt jetzt eine Spaltung diagnostizieren wollen sollen, dann würde ich sagen, die deutsche Kirche ist gespalten in eine Fraktion "Och, Rom, nö, lieber nich so" und eine romtreue Fraktion. Das ist die ganze Crux, damit vermeidest du sämtliche politischen Parolen und Einsortierungen."

Ich wollte es grade selbst schreiben, Elsa.
str (Gast) - 28. Okt, 00:34

christian,

"Wie kommt man denn 198x. oder wann darauf, auf diese Form zu drängen - die (wie ich aus einem Artikel von P. Lugmayr auf theologisches.net erfahre) gar nichts mit der ursprünglichen Form der Handkommunion zu tun hat?"

Mal von der Spätdatierung abgesehen, frage ich mich aber, woher man so genau über die "ursprüngliche Form der Handkommunion" Bescheid weiß. Hat mein ein "urchristliches" Liturgiehandbuch gefunden?

Und was es zur Sache tut. Wenn die Kirche einmal etwas geändert hat, kann sie es doch wieder tun. Und an den Händen kann man sich nun wirklich nicht aufhängen (autsch!).

Sehr dubios.
christian (Gast) - 27. Okt, 23:18
Römisch-katholisch ist wohl jeder römisch-katholisch Getaufte.

"Konservativ = schafsartig?"

Deine (beleidigende) Gleichung, nicht die Elsas.

Es gibt nunmal mehr auf der katholischen Welt als Traditionalisten (wenn das NOM-Gegnerschaft heißen soll) und Modernisten und Mitläufer.
christian (Gast) - 28. Okt, 00:46

Also str.,natürlich ist das meine Gleichung, was aber ist denn an schafsartig beleidigend, auch die Bibel benutzt doch das Bild vom Hirten und seinen Schafen?

Und was gibt es noch für Katholiken außer Trad., Mods. und Mitl. Klar, es gibt depressive,sex- drogen- u. spielsüchtige, schlechte, gute, alte, junge, dicke, dünne...Was aber, wenn ich nur das Spektrum markieren wollte? In dem alle anderen eben miteinfaßt sind?
christian (Gast) - 28. Okt, 00:51

Bzgl. Handkommunion: http://www.theologisches.net/Theol2-3.2007.pdf

Artikel von P. Lugmayr. Ob das jetzt stimmt, was er schreibt, keine Ahnung. Dennoch finde ich komisch, wenn man 197x oder wann plötzlich eine neue Form einführt. Bzw. hätte ich gern den Grund dafür gewusst.
str (Gast) - 28. Okt, 01:08

Christian,

jetzt tu mal nicht so, als wüßtest du nicht, daß "Schaf" eine Beleidigung ist.

Den verlinkten Artikel habe ich mir bereits runtergeladen und werde ihn demnächst lesen.

Nur soviel vorneweg: Es geht mir auch gar nicht darum, ob das stimmt, was er schreibt. Ich wundere mich nur allgemein manchmal wie sicher man glaubt etwas von ganz ganz früher wissen zu können. Berufskrankheit!

Das ein plumper Archäologismus kein Grund sein kann, dem stimme ich ohnehin zu. Allerdings legitimiert die Tatsache, daß die Kirche einmal bestimmte, behutsame Veränderungen vorgenommen hat, die Möglichkeit weitere solche Änderungen vorzunehmen (hier geht es nicht um die Sinnigkeit, nur um die Legitimität einer Änderung), andererseits straft die Tatsache, daß mal mit Beteiligung der Hände kommuniziert wurde, den Vorwurf Hände seien "ehrfurchtslos" Lügen.
christian (Gast) - 28. Okt, 01:27

Okay, tu ich mal nicht so.

Mit solchem Archaologismus hat man aber doch - soweit ich weiß - die Einführung begründet. Ein Indult ist doch eine Ausnahmeregelung. Deshalb kann man schlecht von einer Weiterentwicklung oder Änderung sprechen. Von behutsam auch nicht (die rausgerissenen Kommunionbänke und eingeschmolzenen Patenen werden das jedenfalls anders sehen).

Mir geht es auch gar nicht darum, was jetzt erfurchtsvoller ist. Ich will nur wissen, was man sich davon versprochen hat, mehr nicht. Ohne Wertung.
ElsaLaska - 28. Okt, 01:54

Meine Ideen dazu:

Den Stellenwert des eigenständigen, mündigen, aufrechten etc. Christen verstärken gegenüber einer vielleicht als überholt und unmodern aufgefassten Devotheit und Demutsgeste, die das Hinknien und die intime Geste des Auf-Die Zunge- Legens vielleicht darstellt.
(Nein, ich meine nicht, dass HK automatisch nicht-demütig ist und kein intimes Verhältnis zum Herrn ausdrückt - das müsst ihr mir jetzt halt einfach glauben).

Die Mündigkeit des Laien betonen, der Priester erhält weniger "Macht" über ihn, wie man ja auch sehr schön sehen kann, weil ich ja gerade an diesem Missbrauch von Macht des Austeilenden momentan leide. Dieses Problem hätte ich mit HK nicht.
Maria Magdalena (Gast) - 28. Okt, 02:12

@sarah:
"...eigentlich ist es ja schon ausdiskutiert und eigentlich wollte ich nichts dazu sagen, aber ist schon mal jemand von den Handkommunionempfängern "dumm" angesehen worden oder hat man den Leib Christi sekundenlang vor den Mund gehalten um ihn dann übererstaunt (ich will nicht angewidert sagen) in die Hand zu legen?"

Ja. Mir wurde - in einer ganz normalen Sonntagsmesse in einer ganz normalen Dorfkirche - vom Priester der Leib Christi verweigert, weil ich zur Mundkommunion nicht bereit war. "in die Hand legen" war nicht - jedenfalls nicht bei uns Kindern (ich war dreizehn), nur bei "Erwachsenen". Später erfuhr ich, dass angeblich bei einigen Buben Hostien in den Hosentaschen gefunden worden seien. Mein Cousin (einer der "Übeltäter") meinte allerdings, es seien nur Backoblaten gewesen.

@Monika:
"die Laien-Helfer purifizieren sich weder vor noch nach der Spendung die Finger (über die Berechtigung der Kommunionhelfer kann man streiten);"

So allgemein stimmt das nicht. Pünktlich zum Friedensgruß verschwindet bei uns der Kommunionhelfer in der Sakristei - dreimal darfst Du raten, was er da mit seinen Fingern macht.
Zum Thema "Berechtigung": Bei uns heißt das "missio", und die kommt vom Bischof, nachdem man eine entsprechende Ausbildung absolviert hat.
Wenn die Gemeinde dann noch einen Priester hat, der seit Jahren keine Kniebeuge mehr hinbekommt; den Weg von der Sakristei zum Altar oder Ambo nur mit Krücken zurücklegen kann; hinter Ambo oder Altar eine Steh-Stütze benötigt, und die Altarstufen weder mit noch ohne Krücken bewältigen kann (dazu bräuchte er dann schon ein Geländer), dann wäre der Einsatz von Laienhelfern durchaus in Erwägung zu ziehen.
Als Alternative bliebe noch die Hl. Messe im Seniorenheim des Nachbarortes, aber der Priester dort zelebriert neuerdings im Rollstuhl ...
Gregor (Gast) - 28. Okt, 02:19

@str:

"Ich sehe nicht wo die genannten Päpste oder Marini die Handkommunikanten beschimpft hätten, vom Kirchenrecht und der Tradition ganz zu schweigen."

"Beschimpfen"=Emotionalisierung, einverstanden?
Es geht um die Vorzugswürdigkeit der Mundkommunion.
Paul VI, Instruktion "Memoriale Domini" (in der auch die dahingehende Meinung des Weltepiskopats festgehalten ist)
Benedikt XVI und Guido Marini durch die von Ihnen (wieder) eingeführte Praxis der Mundkommunion in den Papstmessen (Msgr. Marini auch in mehreren Interviews)
Das Kirchenrecht betrachtet die Mundkommunion nach wie vor als normale Form der Spendung, die Handkommunion lediglich als Indult wo der Ortsbischof es gestattet
Über die Tradition ist der Nachweis an inzwischen zahlreichen Stellen geführt worden, aber um nur Paul VI aus der bereits genannten (und auch vonn Bugnini unterzeichneten) Instruktion zu zitieren: "diesen Ritus [sc. die Mundkommunion], der als der überlieferte anzusehen ist".
ElsaLaska - 28. Okt, 02:29

@Maria Magdalena

>>Mir wurde - in einer ganz normalen Sonntagsmesse in einer ganz normalen Dorfkirche - vom Priester der Leib Christi verweigert, weil ich zur Mundkommunion nicht bereit war. "in die Hand legen" war nicht - jedenfalls nicht bei uns Kindern (ich war dreizehn), nur bei "Erwachsenen". Später erfuhr ich, dass angeblich bei einigen Buben Hostien in den Hosentaschen gefunden worden seien. Mein Cousin (einer der "Übeltäter") meinte allerdings, es seien nur Backoblaten gewesen.<<

Das ist kein Vergleich zu unseren "Nöten". Dein Priester handelte aus Sorge und Umsicht um die Wiederholung eines Sakrileges. Die Gefahr ist aber wohl bei Sarah und mir wenig bis kaum gegeben, wenn wir MK verlangen. Die Weigerung eines Priesters MK zu erteilen, ist schlicht nicht rechtfertigbar, vom Ekel sprechen wir sowieso mal nicht.
Ein Priester kann dagegen HK verweigern, wenn er den Verdacht hat, dass in der Gemeinde Sakrilege passieren, er muss es sogar tun, um das Allerheiligste zu schützen, selbst wenn der Verdacht nachher nicht zu halten ist.
Ich sehe hier keine Parallele zum Verhalten einiger (weniger?) Priester gegenüber uns Mundkommunikanten.

Das mit den beiden Priestern bei euch tut mir sehr leid ...
Maria Magdalena (Gast) - 28. Okt, 03:45

Liebste Elsa,

an einen Vergleich war auch gar nicht gedacht. Das war eine ganz sachliche Antwort auf die Frage von sarah: "Hat schon mal jemand ..."
Keine Wertung Eurer Nöte.
Die Motivation jenes Priesters (nein, "meiner" war das nie - ich war dort nur zu Besuch) ist mir völlig klar, heute. Damals war das nicht so. Ich fühlte mich öffentlich gedemütigt: Todsündern muss man die Kommunion verweigern - das "wusste" ich - aber ich war doch keiner! Am liebsten wäre ich heulend aus der Kirche gelaufen.
Sarah (Gast) - 28. Okt, 08:30

@ Maria Magdalena: Was war denn für dich das Problem die Kommunion in den Mund zu empfangen....das was ich beschrieben habe ist mir vor kurzem noch in Kevelar passiert, dort hat der Kommunionausteiler - kein Priester - den Leib Christi noch nicht mal hochgehoben, sondern gleichzeitig zum "Leib Christi" hielt er ihn schon in Höhe meiner Hände, ich hielt meine Hände aber gefaltet und erst nach sekunden hat er IHN mir dann in den Mund gelegt....ich war irgendwie verwirrt, weil ich so in Andacht versunken war deswegen konnte ich gar nicht reagieren, sonst hätte ich am Ende sehr wahrscheinlich meine Hände geöffnet...
Sarah (Gast) - 28. Okt, 08:33

PS: Ich hatte mich nicht gekniet, aufgrund des Gedränges und weil ich keinen Anstoß erregen wollte....Wirklich, ganz erhrlich!
christian (Gast) - 7. Nov, 20:10

Genau.

ElsaLaska - 27. Okt, 23:59

Du magst meine UR-FRÖDS Dossiers nicht :(((


ElsaLaska - 28. Okt, 00:40

>>Könnte man nicht auch sagen, daß die Feier im außerordentlichen Form des Römischen Ritus wie sie von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI, zu unser aller Freude gewährt wurde nicht auch von Rom ertrotzt wurde, unter anderem auch durch eine schismatisch-häretische Kleingruppe?<<

Nein, das kann man nicht sagen. Aber es "klingt gut".
str (Gast) - 28. Okt, 01:02

Aber, Elsa, was wäre denn gewesen wenn alle ab 1970 dem Heiligen Stuhl vollkommenen Gehorsam entgegengebracht hätten?

Ein paar uns so vertraute Dinge hätte es dann nicht gegeben: einmal modernistische Liberalohäretiker und liturgische Mißbräuche, andererseits aber auch die außerordentliche Form des Römischen Ritus.

Hätte JP2 die Bischöfe zu Indulten angeordnet, wenn nicht mehrere Traditionalistengruppen Ärger gemacht hätten?

Hätte Benedikt denn irgendein Interesse an der "alten Messe" vorgefunden?

Ich will hier ja nicht dem Ungehorsam lobreden, aber man kann nicht einerseits vom Abtrotzen reden um etwas zu delegitimieren, andererseits ein anderes Abtrotzen (und vor Benedikt war es das) gutheißen.
christian (Gast) - 28. Okt, 01:13

Der Unterschied ist wohl: dass die alte Messe keine Neuschöpfung war (wie nach P. Lugmayr die Handkommunion). Außerdem kann ich doch zwischen Ungehorsam und Ungehorsam unterscheiden. Und das Beispiel zeigt ja auch, dass romtreu nicht immer so tollo ist.
ElsaLaska - 28. Okt, 01:14

Nach meiner Auffassung kann irgendeine der vielen Liturgieformen der Kirche nicht aufeinmal einfach so nur noch per Indult gefeiert werden. Das geht nicht. Kein Schwein würde das mit dem Mailänder Ritus machen oder einem anderen der zigtausend, die ich nicht kenne. Es handelt sich schließlich um eine Liturgie, die seit Jahrhunderten gefeiert wird.
Ich bin aber keine Fachfrau diesbezüglich.
Interessant schon die Frage, WARUM man es bspw. nicht mit dem Mailänder Ritus gemacht hat: Zulassen nur noch durch Indult.
Du kannst eine Liturgieform aufgrund ihres hohen Stellenwertes im Leben der Kirche und, da zu einem guten Teil auch von Gott gegeben, und nicht einfach nur von Menschen gemacht, nicht mit der Form des Kommunionempfanges vergleichen. Wenn du schon irgendwas mit Abtrotzen vergleichen willst, musst du was anderes nehmen.
Mir fällt auch nichts ein. Die Liturgie ist jedenfalls nicht vergleichbar.

Und ja, ich würde mich auch so äußern, wenn man jetzt auf die Idee käme, die NO nur noch per Indult zu ermöglichen.
Maria Magdalena (Gast) - 28. Okt, 02:17

wen meinst Du hier mit "Du"?

ElsaLaska - 28. Okt, 02:24

Christian.

Ich meinte Christian.
Monika (Gast) - 28. Okt, 10:28

@Christian

>>@ monika
danke - die Intention, die dahinter steckt, ist mir nicht ganz klar. Wie kommt man denn 198x. oder wann darauf, auf diese Form zu drängen - die (wie ich aus einem Artikel von P. Lugmayr auf theologisches.net erfahre) gar nichts mit der ursprünglichen Form der Handkommunion zu tun hat? Sehr dubios.>>

Die Intention dahinter verstehe ich auch nicht, zumindest aus dem Glauben heraus dürfte es keine Intention geben, etwas einzuführen, was ersten vollkommen Neu ist (unter dem Deckmantel, die Urchristen hätten es auch schon gemacht) und zweitens als Indult so weit verbreitet wird, dass es zur Norm wird.


@STR

Also erst einmal möchte ich dir sagen, dass es die Handkommunion war, die man unter anderem mit dem tollen von dir so unverstandenen Argument der "Urchkirche" einführen wollte. Dieses Argument galt dann weiterhin als Verteidigung gegenüber den bösen bösen Mundkommunikanten. Daraufhin gab es mehrere Recherchen, ob dem wirklich so war. (Dokumentation war schon möglich, sonst wüssten wir heute wahrlich nicht viel über unsere Liturgien). Und Überraschung, es war nicht so. Man legte die Kommunion zwar damals auf die Hand, aber die Hostie wurde vom Gläubigen mit der Zunge von der Hand aufgenommen - eine klare Weiterentwicklung daraus war die Mundkommunion. Außerdem mussten Frauen ihre Hand mit einem Corporale bedecken. Das würde wohl heute keiner mehr machen, oder? Ist auch nicht nötig, denn die Kirche führt für gewöhnlich keine antiquierten Techniken neu ein, sondern baut darauf auf und entwickelt sich weiter. Und es kann auch niemand sagen, die Mundkommunion wurde doch wieder eingeführt, weil es nicht stimmt. Sie wurde nicht wiedereingeführt, da sie nie abgeschafft wurde. Sie ist heute de facto - wenn man so will, die offizielle ordentliche Form. Und ordentliche Formen bevorzugst du doch, oder?


>>Wie kommt er dazu das, was die Kirche erlaubt hat, für falsch zu erklären?>>

Nochmal, die Kirche hat das als Indult erlaubt, mit gewissen Beachtungen, die nur selten wirklich beachtet werden. Das man diese Form jetzt so großflächig anwendet, war nie im Interesse Roms.


>>Die Idee, das "alter" Ritus, Mundkommunion und Kirchentreue nicht ein und dasselbe sind, kommt dir wohl nicht? Da muß man gar nicht erst die SSPX erwähnen. Und die Liberalomodernisten zelebrieren ja auch nicht getreue im "neuen" Ritus.>>

Uhrgs, schau bei Fingo nach, dann weißt du wer hier "kirchentreuer" ins Spiel gebracht hat.
Dann kommt dir vielleicht noch eine andere Idee


>>Einen Fall hast du ja bereits genannt. Auch Minderheiten können diskriminieren (sehr gut sogar). Und beschimpfen ist auch nicht besser als diskriminieren.>>

Die Handkommunion hatte nie eine Berechtigung im "alten Ritus" und wird auch nie eine haben, damit musst du leben oder eben nicht. Das ist deine Sache.


>>Ja, das ist sehr schlimm. Nur gibt erstens Getuschel auch in der Gegenrichtung, zweitens gibt es Getuschel überall über tausendundeine Sachen. Traurig aber wahr. Nur manchmal muß man da halt eben durch. Mit nachkonziliar hat das nichts zu tun.>>

Wo gibt es denn bitte so ein Getuschel? Oder besuchst du regelmäßig die Messe im a.o. Ritus, wo die HK nun mal nicht üblich ist? Dann gäbe es vielleicht Getuschel, aber in einer von vielen normalen NOM-Pfarreien wirst du nirgend wo Getuschel über deine Handkommunion erleben.


>>Wenn du dann noch ein weiteres Faß namens Patene aufmachen willst, dann habe ich wirklich keine Lust daraus zu trinken. Mensch hast du Probleme.>>

Dieses Fass muss geöffnet werden, denn die Patene ist nun einmal Vorschrift, auch im NOM. Selbst wenn dir das jetzt nicht passt. Oder meinst du man hat die ganze Kirchengeschichte über peinlich genau darauf geachtet, dass keine Partikel zu Boden fallen, nur um es in den letzten 40 Jahren für komplett Nichtig und Unwichtig zu halten? Dann kennst du deine Kirche aber schlecht.


>>Könnte man nicht auch sagen, daß die Feier im außerordentlichen Form des Römischen Ritus wie sie von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI, zu unser aller Freude gewährt wurde nicht auch von Rom ertrotzt wurde, unter anderem auch durch eine schismatisch-häretische Kleingruppe?>>

Damit beschäftige ich mich persönlich nicht so sehr, als könnte ich das sagen. Und das ist auch nicht das Thema.


>>andererseits straft die Tatsache, daß mal mit Beteiligung der Hände kommuniziert wurde, den Vorwurf Hände seien "ehrfurchtslos" Lügen.>>

Nein, die Handkommunin von damals war ja eine andere Form als die Heutige. Die heutige Form ist eine klare Neuerung, die nicht einmal behutsam eingeführt wurde.




@Maria

Ich sagte ja, darüber kann man streiten. Es gibt solche Fälle die es rechtfertigen und es gibt solche, die es nicht rechtfertigen. Wo die Kommunionhelfer austeilen und der Priester sich einfach hinsetzt - wohlbemerkt ein gesunder und vitaler Priester. Bei uns hat sich noch nie ein Kommunion-Austeiler die Hände gesäubert... also wirklich NIE, auch in der Umgebung von 10 - 20 Kilometern habe ich das nie gesehen. Das ist außergewöhnlich, da kannst du wirklich froh sein.
Monika (Gast) - 28. Okt, 10:36

STR nochmal kurz

>>andererseits straft die Tatsache, daß mal mit Beteiligung der Hände kommuniziert wurde, den Vorwurf Hände seien "ehrfurchtslos" Lügen.>>

Den Vorwurf, die Hände seien ehrfurchtslos, habe ich noch nie gelesen oder gehört. Denn die Zunge ist ja auch nicht gerade eine Engelszunge, wenn sie böse Worte von Innen nach Außen befördert :-)

Es geht gar nicht um die "Würdigkeit oder Unwürdigkeit" eines Körperteils. Das wäre grotesk.
str (Gast) - 30. Okt, 09:37

Ich muß leider sagen, daß es symptomatisch ist, daß einiger hier gegen Strohmänner antreten. Muß ich mich eigentlich für den Archäologismus, den ich ja bereits zumindest in seiner plumpen Art abgelehnt hatte, verteidigen.

Nur wenn mal mit falschen Gründen eine Änderung vorgenommen wurde, kann man gerne die damaligen Argumentatoren und Änderer dafür kritisieren, nur trifft das nicht wirklich die inzwischen gängige Praxis. Dazu müßte man schon selbst aufzeigen, wie diese Praxis unwürdig wäre.

Genausowenig begreife ich, warum ich mir zum x-ten Mal die unwürdige bzw. legere Empfangspraxis mancher Leute vorgehalten wird. Diese ist das Problem dieser Leute, nicht der Handkommunion wie sie erlaubt ist an sich. Wenn es um die individuelle Praxis geht, dann könnte man sicher auch bei einige Mundkommunikanten Fragezeichen setzen. Die ganze Diskussion (ich meine hier vor allem zwei Diskutanten) hat die übliche Schlagseite bei Liturgischen Fragen. Man vergleicht ein hehres Ideal mit der ungenügenden Praxis und schiebt die Praxis der Liturgiereform etc. zu.

Eb ensowenig verstehe ich, warum erneut wieder die rausgerissenen Kommunionbänke kommen. So etwas habe ich von Beginn an abgelehnt.

Den Artikel von P. Lugmayr habe ich inzwischen gelesen und kann daher nun etwas dazu sagen. Mich verwundert es, wie leicht hier einfach so alles was er schreibt als Fakt übernommen wird.

Mein Zweifel an den Aussagen der Quellen war berechtigt: Diese sagen uns zwar etwas, aber halt nur das bei der alten Handkommunion der Leib des Herrn in die rechte Hand gespendet wurde. Sie sagen uns schon nicht, wie dieser dann in den Mund kommt. Lugmayr stellt sich das so vor, daß der Mund zur Hand kommt und die Hostie quasi aufsaugt - das ist eine Möglichkeit, aber nicht die einzige. Man könnte auch die Hand zum Munde führen (ja, das geht!) Man mag das eine oder das andere für wahrscheinlicher halten, aber faktisches Wissen ist keines davon!

Aber Lugmayr bedient sich auch einiger Tricks: Es ist ja wahr, daß die alte Form der Handkommunion nicht mit der heutigen identisch ist. Das macht die heutige Form zu einer Neuerung (dazu später noch mehr) aber es macht die neue Form nicht unwürdig.

Lugmayr behauptet aber auch wahrheitswidrig, dies mache die alte Form der Handkommunion zu einer Mundkommunion. Wenn dem so wäre, dann wäre jede Form der Kommunion eine solche, denn ohne Mund geht es ja wohl nicht. Es wäre richtiger zu sagen, daß es drei Formen des Kommunionempfangs gegeben hat.

Er sagt auch die Mundkommunion sei eine Fortentwicklung der alten Handkommunion. Dem kann ich zustimmen (wenn es auch sinnlos ist, hier von einer "klaren" Weiterentwicklung zu reden - dies soll wieder nur wahrheitswidrig suggerieren, die alte Handkommunion sei die Mundkommunion). Nur warum sollte es nur die eine Fortentwicklung geben dürfen? Wenn sie nun illegitim ist, dann war das damals auch so und die Mundkommunion wäre illegitim und jener, der sie einführte ein übler Modernist. /Sarkasmus

Zur Neuerung. Ja, das Konzil hat sich gegen unnötige Neuerungen ausgesprochen und natürlich kann die Notwendigkeit späterer Neuerungen verneinen und jene, die sie eingeführt haben, kritisieren. Nur ändert das nichts an der Rechtmäßigkeit der Neuerungen selbst, insbesondere wenn sie etabliert sind.

Gregor,

>>"Beschimpfen"=Emotionalisierung, einverstanden?<<

Ja, nur stammt die Emotionalisierung von dem der beschimpft hat, nämlich von dir! Dergleichen machen weder Päpste noch subalterne Kurialen noch das Kirchenrecht.

Daß die Mundkommunion "als der überlieferte anzusehen ist", hat nun wirklich keiner bestritten. Es wurde vielmehr die Würdigkeit der Handkommunion bestritten.

Ich halte es auch für unerträglich wie manche hier zwar (zurecht) die Verweigerung oder Blickkommentierung der Mundkommunion verurteilen, sich dann aber umdrehen und kaltschnäuzig es rechtfertigen, wenn jemanden die Handkommunion verweigert wird (siehe Sarah).

Ich meine nicht dich, Elsa, denn was die Häufigkeit angeht hast du recht, daß die Nöte hier ncht vergleichbar sind.

Zwar lag in Sarahs Fall eine Begründung vor (die ihr aber damals unbekannt war), allerdings eine hanebüchene, denn das Mitnehmen der Hostie kann man auch ohne Mundkommunion verhindern. Die Verweigerung ist auf keiner Seite rechtfertigbar!

"Außerdem mussten Frauen ihre Hand mit einem Corporale bedecken. Das würde wohl heute keiner mehr machen, oder?"

Und das ist auch ganz gut so. Es gibt so ein paar alte Bräuche, die wirklich absurd waren. (So, jetzt prügelt mich dafür!)

"sondern baut darauf auf und entwickelt sich weiter."

...wobei es immer solche gibt, die nun das Ende aller Frömmigkeit gekommen sehen.

">>Wie kommt er dazu das, was die Kirche erlaubt hat, für falsch zu erklären?>>

Nochmal, die Kirche hat das als Indult erlaubt, mit gewissen Beachtungen, die nur selten wirklich beachtet werden."

Ich rede ja halt eben nicht von Mißbräuchen sondern vom rechten Gebrauch. Und dieser ist von der Kirche erlaubt. Da führt kein Weg daran vorbei. Manche hier wollen verbieten, was die Kirche erlaubt!

"Uhrgs, schau bei Fingo nach, dann weißt du wer hier "kirchentreuer" ins Spiel gebracht hat."

Ich bin mir nicht so sicher wieviel Ironie bei Fingos Wortwahl dabei war. Ich sehe aber auch wer den Begriff, garantiert ironiefrei, aufgegriffen hat.

"Die Handkommunion hatte nie eine Berechtigung im "alten Ritus" und wird auch nie eine haben"

Da ist sie wieder, die Kaltschnäuzigkeit, die nicht bereit ist zu gewähren, was man für sich einfordert.

"Wo gibt es denn bitte so ein Getuschel? Oder besuchst du regelmäßig die Messe im a.o. Ritus, wo die HK nun mal nicht üblich ist? Dann gäbe es vielleicht Getuschel, aber in einer von vielen normalen NOM-Pfarreien wirst du nirgend wo Getuschel über deine Handkommunion erleben."

Nö, in der normalen Pfarrei nicht über die Handkommunion. Aber über anderes. Und in altrituellen Gruppen halt wiederum über anderes - Handkommunion kommt da ja praktisch nicht vor. Da ist dann jemand nicht richtig angezogen etc. So zu tun als tuschelten nur NOM-Feierer ist doch absurd.

">>Wenn du dann noch ein weiteres Faß namens Patene aufmachen willst, dann habe ich wirklich keine Lust daraus zu trinken. Mensch hast du Probleme.>>

Dieses Fass muss geöffnet werden, denn die Patene ist nun einmal Vorschrift, auch im NOM. Selbst wenn dir das jetzt nicht passt. Oder meinst du man hat die ganze Kirchengeschichte über peinlich genau darauf geachtet, dass keine Partikel zu Boden fallen, nur um es in den letzten 40 Jahren für komplett Nichtig und Unwichtig zu halten? Dann kennst du deine Kirche aber schlecht."

Und schon wieder tust du so, als sei die Patene die einzige Art dies sicherzustellen. Stell dir vor, wenn man darauf achten, daß nichts fällt, dann braucht man auch keine Patene! Jetzt habe ich doch etwas gesagt und mich nicht auf ein "ist hier nicht das Thema" herausgeredet.

"Damit beschäftige ich mich persönlich nicht so sehr, als könnte ich das sagen. Und das ist auch nicht das Thema."

Nein, das Thema ist wohl eine von dir (nicht von der Kirche) abgelehnte Praxis als angeblich "abgetrotzt" zu diskreditieren, was bei einer anderen, die ebenfalls abgetrotzt wurde und dies teilweise noch werden muß, nicht geschieht.

"Nein, die Handkommunin von damals war ja eine andere Form als die Heutige. Die heutige Form ist eine klare Neuerung, die nicht einmal behutsam eingeführt wurde."

Ja, sie ist eine andere. Sie ist aber auch eine andere als die Mundkommunion. Wenn einmal eine Neuerung geschah, kann auch wieder eine geschehen. Und ich kann ehrlich nicht sehen, was denn so "unbehutsam" war und vor allem ist!

">>andererseits straft die Tatsache, daß mal mit Beteiligung der Hände kommuniziert wurde, den Vorwurf Hände seien "ehrfurchtslos" Lügen.>>

Den Vorwurf, die Hände seien ehrfurchtslos, habe ich noch nie gelesen oder gehört. Denn die Zunge ist ja auch nicht gerade eine Engelszunge, wenn sie böse Worte von Innen nach Außen befördert :-)

Es geht gar nicht um die "Würdigkeit oder Unwürdigkeit" eines Körperteils. Das wäre grotesk."

Ja, aber mit solchen Grotesken arbeiten die Verurteiler der Handkommunion ständig. Ich kann mir nicht vorstellen, daß du das noch nicht gehört hättest, insbesondere da du mit deinem Verweis auf die fehlende "Purifizierung" (die für den Vollzugs des Opfers nötig ist, nicht eigentlich für die Kommunionspendung, wobei das schwierig ist, weil Kommunionhelfer ja eigentlich nicht vorgeshen sind) selbst schon in die Richtung gingst. Auch das Corporale für die wohl schmutzigen Frauenhände hast du erwähnt.

Es ist das durchgängige Argument (vielleicht nicht bei dir, aber bei vielen Handkommunuonsverurteilern), daß schmutzige Laienhände nicht den Herrn anfassen sollen. Und zumindest das ist angesichts der alten Handkommunion absurd!

Monika (Gast) - 30. Okt, 12:05

>>Ich rede ja halt eben nicht von Missbräuchen sondern vom rechten Gebrauch. Und dieser ist von der Kirche erlaubt. Da führt kein Weg daran vorbei. Manche hier wollen verbieten, was die Kirche erlaubt!<<

Also zumindest habe ich nie gesagt, dass der rechte Gebrauch verboten wäre... das ist ja auch völlig absurd.

Nur wenn es vorwiegend einen rechten Gebrauch gäbe, dann könntest du sagen: Ist ja alles Okay. Aber dem ist halt leider nicht so.

Erst sollte es doch einsehbar sein, wie es zur Handkommunion kam und um die ganze Lösung zu erhalten, fehlen uns noch einige Fragmente. Fakt ist aber jetzt schon, dass diese Form nicht wirklich in Roms Interesse war, sonst hätte man sie nicht nur als Indult, sondern als Reform eingeführt. Die Kniebänke einfach heraus zu reißen (auch wenn sie letztendlich nicht alles bedeuten) war nie eine Anweisung aus Rom.

Jetzt ist es nun einmal so.

Dennoch - kleine Kniebänke, die jede Kirche noch zur Anbetung in Petto haben müsste, zur Kommunion aufzustellen, wäre kein Problem und auch kein Beinbruch. Weder für den Priester noch für die Handkommunizierenden. Schließlich kann man sich eben in die Reihe stellen, wo es keine Kniebank gibt.

Und weil du meinst die Patene ist nicht nötig, wenn man nur anderweitig genug aufpasst - das stimmt so einfach nicht. Du bist doch für den rechten Gebrauch, dafür, dass man alles so durchführt, wie es vorgesehen ist, oder irre ich mich da? Du willst nichts verbieten oder kleinreden, was die Kirche erlaubt hat, dann willst du auch nichts verbieten oder kleinreden, was die Kirche geboten hat, oder? Also dann bitte tu dir doch einfach mal den Gefallen, und lies dir das Dokument "Redemptionis Sacramentum" aus dem Jahre 2004 durch. Insbesonderes steht da unter Punkt 93:

>>93. Es ist notwendig, die kleine Patene für die Kommunion der Gläubigen beizuhalten, um die Gefahr zu vermeiden, daß die heilige Hostie oder einzelne Fragmente auf den Boden fallen.<<

Hier wird nicht vom beliebigen Einsatz der Patene geredet, für den Fall das man auch "so schon" genug aufpasst (ist übrigens ein Widerspruch in sich, denn man kann nie genug aufpassen, selbst mit der Patene muss man umzugehen wissen). Nein, hier wird ganz klar und deutlich von einer Notwendigkeit gesprochen. Wenn du das nicht einsehen kannst, dann bin nicht ich jene Person, die dir dabei helfen kann, sondern du solltest dein Gewissen fragen, warum du es nicht einsehen willst. Ich sage nicht, dass du es nicht einsiehst, ich sage: Wenn.

Das Dokument "Redemptionis Sacramentum" ist eine neuere Reaktion auf die Missbräuche und Fehlentwicklung bzw. Fehl-Traditionen im neuen Messritus. Lange vor dem Konzil gab es schon einmal so ein zurechtweisendes Dokument (die Enzyklika Mediator Dei), weil es auch da eine Zeit gab, da man weiträumig mit der Eucharistie nicht richtig umgegangen ist. Ja, man lese und staune, es war nicht alles Gold, was vor dem Konzil glänzte.

Aber bis heute (fünf Jahre später) gab es seit der Veröffentlichung von "Redemptionis Sacramentum" in den Ortskirchen keine nennenswerten Änderungen zum Positiven hin. Man könnte fast sagen, es wurde gänzlich ignoriert. Es ist leider auch nicht das erste Mal, dass man besonders in deutschsprachigen Ländern gewisse zurechtweisende Dokumente oder Enzykliken einfach ignoriert. Auch dieses Fehlverhalten müssen wir sehen und als falsch erkennen.

Und wie du durchaus richtig verstanden hast, geht es mir nicht um würdige Körperteile ... aber mir geht es darum, dass - wenn man schon diesen Indult großflächig eingeführt hat - sich wenigstens an die paar Weisungen aus Rom zu halten hat. Wenn aber das schon zuviel verlangt ist, dann frage ich mich, was das über das Eucharistie-Verständnis aussagt. Frag dich selber.

Weiter habe ich über den Sachverhalt "Corporale auf der Hand der Frau" nicht wertend geschrieben und auch nicht den Eindruck erweckt, als fände ich das gut :-) dahingehend kannst sogar du froh sein, dass danach die Mundkommunion kam, sonst müsste man heute noch Stöffchen auf die Hand legen.

Das mit der Purifizierung hat einen anderen Sinn und Zweck als die bloße oberflächliche Reinigung. Der Priester wäscht ja nicht seine Hände am Altar, sondern reinigt in mehrfacher Ebne jene Finger, die den Heiligen Leib anfassen. Warum die Laien-Helfer dann den Leib ohne so eine Symbolik, die durchaus tiefer gehend ist, berühren, ist mir unverständlich. Da sie Austeilen, handeln sie nicht wie der Kommunizierende, sondern wie der Spender selbst. Nur dazu konnte ich noch keine Meinungen einholen, die gewichtiger wären als meine eigene, also von daher kannst du das ruhig mal so dahingestellt sehen.

Und eine grundlegende Hygiene sollte ja sowieso selbstverständlich sein, da es menschlich ist und wir dahingehend sozialisiert sind.
str (Gast) - 31. Okt, 14:20

Monika,
>>Also zumindest habe ich nie gesagt, dass der rechte Gebrauch verboten wäre... das ist ja auch völlig absurd.<<

Wenn du es nicht warst, waren es andere. Aber auch bei dir kam es schon recht nahe daran, daß es die Handkommunion per se nicht geben sollte, daß sie Ausdruck fehlender Ehrfurcht ist. Und wenn man dann nocht den "rechten Gebrauch" so eng wie möglich definiert, ist man im Effekt doch beim Verbot.

>>Nur wenn es vorwiegend einen rechten Gebrauch gäbe, dann könntest du sagen: Ist ja alles Okay. Aber dem ist halt leider nicht so.<<

Und ich behaupte weder du noch ich noch sonst wer können das beurteilen, was den vorwiegend geschieht.

>>Fakt ist aber jetzt schon, dass diese Form nicht wirklich in Roms Interesse war, sonst hätte man sie nicht nur als Indult, sondern als Reform eingeführt.<<

Was "in Roms Interesse war", interessiert mich auch nicht die Bohne. Die Kirche ist nicht ein Anhängsel Roms. Und das sage ich jetzt bei aller Papsttreue. Fakt ist, daß die Hankommunion erlaubt wurde.

>>Die Kniebänke einfach heraus zu reißen (auch wenn sie letztendlich nicht alles bedeuten) war nie eine Anweisung aus Rom.<<

Wie oft willst du denn noch mit deinen Kniebänken kommen. Habe ich dazu nicht schon genug gesagt.

>>Dennoch - kleine Kniebänke ...<<

Ja, freilich.

Eine Patenendiskussion zu führen habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Sich darüber zu ereifern zeugt für mich von völlig verzerrten Prioritäten. Vorschrift hin, Vorschrift her, auch ohne Patene (wie kam man nur über Jahrhunderte ohne aus?) kann man würdig empfangen ohne das "was runterfällt".

>>gab es schon einmal so ein zurechtweisendes Dokument (die Enzyklika Mediator Dei), weil es auch da eine Zeit gab, da man weiträumig mit der Eucharistie nicht richtig umgegangen ist. Ja, man lese und staune, es war nicht alles Gold, was vor dem Konzil glänzte.<<

Gut, daß das auch mal gesagt wird von jemand anderem außer mir.

>>Man könnte fast sagen, es wurde gänzlich ignoriert.<<

Das ist leider so. Nur die Patene hier auf erster Stelle zu setzen ist doch absurd.

Ich frag mich selber und ich komme zum Ergebnis: auf sich gestellt, sagt das nichts aus übers Eucharistievertändnis. Viel über das Vorschriftsverständnis. Das ist aber was anderes!

>>Weiter habe ich über den Sachverhalt "Corporale auf der Hand der Frau" nicht wertend geschrieben und auch nicht den Eindruck erweckt, als fände ich das gut :-) <<

Ich frage mich, ob du alles was ich schreibe auf dich beziehen mußt, wenn du gleichzeitig zum 78. Mal mit den herausgerissenen Kniebänken kommst.

>>dahingehend kannst sogar du froh sein, dass danach die Mundkommunion kam, sonst müsste man heute noch Stöffchen auf die Hand legen.<<

Quatsch. Man hätte die Absurdität auch so lassen können. Bei den Männern hat man es ja auch nicht verlangt!

>>Das mit der Purifizierung hat einen anderen Sinn und Zweck als die bloße oberflächliche Reinigung.<<

Eben. Es geht nicht um körperliche Reinigung sondern um eine kultische Waschung wie sie seit dem Beginn eines Priesterums mit Aaron immer vor dem Opfer üblich war.

Die Kommunionhelfer sind an sich ein Problem weil sie ja so halb hier, halb da sind. Aber das ist eine Frage an sich.

>>Und eine grundlegende Hygiene sollte ja sowieso selbstverständlich sein, da es menschlich ist und wir dahingehend sozialisiert sind.<<

Darum geht es doch gar nicht. Wenn ich die "schmutzigen Laienhände" erwähnt habe, war das vielleicht mißverständlich. Für manche Zeitgenossen sind Laienhände (und noch mehr Frauenhände) prinzipiell schmutzig, selbst wenn sie drei Tage in Palmolive gebadet wären. Aber gut, daß du es nicht so siehst. Andere tuns.
Monika (Gast) - 31. Okt, 16:06

mir scheint

Str, du hast ein sehr großes Problem, aber dabei kann ich dir nicht helfen.
Du musst dir selbst einmal überlegen, wie verstockt es ist auf eine notwendige Patene zu verzichten und zu meinen, man könnte das schon anderweitig verhindern, dass Partikel oder die Hostie auf den Boden fallen.

Die Patene gabs schon lange lange lange vor 1962 :-)
wurde nicht ohne Grund eingeführt
und ist nicht nur vom Zweck sondern auch symbolisch ein Zeichen dafür WER hier anwesend ist.

Tut mir leid, aber ich habe keine Freude mehr daran mit dir zu diskutieren ob das, was die Kirche einführt und seit Jahrhunderten pflegt, sinnvoll ist oder nicht. Im Übrigen haben das nicht wir zu bestimmen, wir sind keine Protestanten, die über alles mögliche demokratisch abstimmen.

Ich habe meinerseits die kirchlichen Weisungen wiedergegeben, ich habe nicht gesagt die HK sei per se unwürdig und ich habe nicht gegen, sondern für das Lehramt gesprochen. Wenn dir so etwas nicht passt, ist es ebenso nicht mein Problem.

Schöne Feiertage.
Tiberius (Gast) - 31. Okt, 17:32

Monikas Ausführungen haben mich überzeugt.

Ich halte sie für nüchterner und sachlicher. Die Lust am Streit, um nicht Rechthaberei zu sagen, finde ich genauso belastend wie selektive Erbsenzählerei.
FingO (Gast) - 31. Okt, 20:24

@Monika:
bei Str sehe ich kein Problem, sondern na ja, er hat seine Haltung dazu. Die finde ich nicht verwerflich.
Was ist an der Patene ein Zeichen dafür, daß der Herr anwesend ist?

@Tiberius:
"Monikas Ausführungen haben mich überzeugt. "
Nix für ungut, aber was gabs bei Dir noch zu überzeugen? Oder bist Du kurzzeitig unter die Handkommunikanten gegangen?

Und das "nüchternere" und "sachlichere" finde ich jetzt eher persönlich gefärbt.

@all:
Morgen ist Allerheiligen, wo wir doch hoffentlich uns alle bei der Kommunion treffen. Wie wäre es, bei der Kommunion die Mitblogger, Handkommunizierende und Mundkommunizierende, ins Gebet miteinzuschließen? Ich werde es jedenfalls tun.
str (Gast) - 6. Nov, 10:17

Monika,

ich habe doch kein Problem.

Rekapitulieren wir noch mal: Elsa hatte unschöne Erlebnisse mit Leuten, den die Mundkommunion zuwider ist. Was wir alle hier daneben finden!

Das warf aber wieder die Frage auf, wie würdig Mund- oder Handkommunion sei. Ich und FingO haben behauptet, daß auch die Handkommunion ebenso würdig sein kann.

Das hat nun einige gestört, denen aber die Mundkommunion generell immer ein Stück würdiger sein muß. Diese haben die Diskussion dann auch von "würdig" zu "erlaubt" geschoben und die Handkommunion als quasi nur bechränkt zugelassen hingestellt wurde. Daß mag zwar insofern zutreffen, daß es damals nur einen Indult gab, aber nach 40 Jahren ist diese Praxis etabliert.

Aber mit dem Faktum, daß die Handkommunion erlaubt ist, warst du, Monika, wohl nicht zufrieden, und mußt die Diskussion die ganz generell um die Handkommunion ging um die völlig abseitigen Frage erweitern, daß gefälligst ein bestimmtes Utensil hinzuhalten ist.

Das mag nun eigentlich vorgeschrieben sein (was ich auch nie bestritten habe), aber als Argument, daß alle Handkommunikanten denen keine Patene untergehalten wird Frevler sind, taugt es nicht.

Ich werde mich bestimmt nicht abwenden, wenn wirklich mal eine Patene zum Einsatz käme (soviel zum Thema "verstockt"!), aber mir ging es auch nicht um die Vorschrift - denn das Leben, auch das Kirchenleben besteht nicht nur aus der möglichst korrekten Ausführung der Vorschrift - sondern um den Sinn darin.

Die Patene hat immer nur den einen praktischen Sinn, das Herunterfallen der Heiligen Gestalten aufzufangen (und vorher Gefäße abzudecken). Das allein ist ihr Sinn, nicht irgendeine Symbolik, daß der Herr anwesend ist. Der Herr ist nicht in der Patene anwesend, hat es nicht nötig wie ein gallischer Häuptling auf einem Schild zu stehen. (Und den hinweisenden Charakter einer Monstranz bietet die Patene auch nicht, wobei zu bemerken wäre, daß z.B. in der mittelalterlichen Frömmigkeit, wo die Monstranz ja herstammt, den Menschen die Monstranz dann völlig egal war - den Herrn in der kleinen unscheinbaren Hostie haben sie angebetet, nicht das goldene Drumherum).

Dieses symbolische Argument erinnert mich etwas an den anderen Fall, wo (auch aus traditionalistischem Munde) verurteilt wurde, daß die Liturgiereform aus dem dreifachen "Herr, ich bin nicht würdig ..." ein einfaches mache, und zwar mit dem Argument, daß man das dreimal sagen müsse, weil Petrus den Herrn doch dreimal verleugnet habe. Das sind alles herbeigezogene Scheinbegründungen. (Und bevor du's nun sagst: nein, DU hast das hier nicht gesagt.)

Ich habe nun angemerkt, daß die Gefahr, eines solchen Herunterfallens bei der Handkommunion wesentlich geringer ist und man sich nicht immer auf ein Sicherheitsnetz verlassen sollte. Das ist meine Meinung, völlig unbehelligt von irgendwelchen Vorschriften.

"Die Patene gabs schon lange lange lange vor 1962 :-)"

Ja und? Meinst du das Jahr 1962 hat irgendeine Bedeutung für irgendwen? Auch das Jahr 1562 hat keine Bedeutung! Natürlich wurde die Patene mit Grund eingeführt (dies gilt für alles) aber dennoch darf man sie nicht so überhöhen und meinen, sie sie wesensmäßig Teil des Messopfers. Allein, daß sie mal eingeführt wurde, reicht mir schon aus.

Fazit: die Patene mag vorgeschrieben sein, aber sachlich unbedingt "notwendig" ist sie nicht.

"Tut mir leid, aber ich habe keine Freude mehr daran mit dir zu diskutieren ob das, was die Kirche einführt und seit Jahrhunderten pflegt, sinnvoll ist oder nicht. Im Übrigen haben das nicht wir zu bestimmen, wir sind keine Protestanten, die über alles mögliche demokratisch abstimmen."

Ich habe auch wenig Freude daran, daß mit immer neuen Argumenten Handkommunion doch als frevelhaft und unerlaubt hingestellt werden soll. Es geht auch gar nicht darum, daß wir das entscheiden (so "demokratisch" sind aber nur wenige Demokraten) aber eben auch nicht, daß du zu entscheiden hast, wann und wie jemand Handkommunion empfangen darf.

"Ich habe meinerseits die kirchlichen Weisungen wiedergegeben"

Ja, eben das ist das Problem. Du zitierst und zitierst und zitierst und meinst damit wäre alles nötige gesagt.

"ich habe nicht gesagt die HK sei per se unwürdig"

Direkt gesagt nicht. Nur hast du Würdigkeit und Erlaubtheit an allerlei und immer mehr Bedingungen geknüpft, die allesamt nichts mit Würdigkeit zu tun hatten (mögen sie auch vorgeschrieben und/oder zweckmäßig sein)!

Ich hoffe dennoch du hattest schöne Feiertage.

FingO,

Danke für deinen Kommentar und auch für deine Zweifel an der Überzeugtheit.

"Morgen ist Allerheiligen ..."

Ich habe das leider vorher nicht mehr gelesen, werde das Gebt für die Mitblogger aller Arten aber am Sonntag nachholen.
Monika (Gast) - 6. Nov, 11:04

STR

Natürlich hast du ein Problem und zwar ist es dein Problem, dass du es nicht vermagst dein subjektives Empfinden den objektiven Fakten zu unterstellen. Frag dich doch selber einmal, warum du so ein Problem damit hast.

Und jetzt mal eine ernste Frage: Kannst du lesen?

Nicht ich habe gesagt, dass die Patene notwendig ist, sondern das Lehramt - und zwar hier: Redemptionis sacramentum Punkt 93.

Welchen Teil von "notwendig" hast du also nicht verstanden? Bitte eine ehrliche Antwort auf diese Frage und wir können das Thema endlich abhaken.

Entweder akzeptierst du es, dann stehst du voll zum Lehramt. Oder du akzeptierst es nicht, dann weichst du in dieser Stelle, die keine Unwichtige ist, vom Lehramt ab. Mir ist das an sich relativ was du privat glaubst oder nicht glaubst und für notwendig oder nicht notwendig hältst, aber bitte stelle deine persönlichen Empfindungen nicht mit der Lehre der Kirche gleich.
str (Gast) - 7. Nov, 16:10

Monika,

Ich akzeptiere das Lehramt.

Was ich nicht akzeptiere sind selbsternannte Verkünder, die meinen ihren Mitchristen Bedingungen zu stellen für etwas, was die Kirche erlaubt hat bzw. völlig nebensächliche Fragen zum Schibbolet hochstilisiert wird.

Wenn das zitierte Dokument von einer "notwendigen Patene" sprechen sollte, dann wären wir eh aus dem Schneider, denn was wäre dann bei nicht notwendigen Patenen? Tut es das aber nicht, dann war es doch deine Formulierung.

(Ich will die Verbindlichkeit dieses Dokumentes gar nicht bestreiten, aber in der Hierarchie der Verbindlichkeiten ist es doch recht weit unten.)

"aber bitte stelle deine persönlichen Empfindungen nicht mit der Lehre der Kirche gleich."

Genau darum würde ich dich auch bitten.
ElsaLaska - 7. Nov, 19:10

Jetzt mal anders gefragt:

Wenn ich an die Realpräsenz glaube, dann erscheint es mir jedenfalls vollständig logisch und konsequent - ich unterstelle jetzt wirklich niemandem, er tue es nicht - ich spreche einfach von mir - und es war wirklich nicht leicht, zum Glauben an die Realpräsenz zu kommen für mich - dann ergibt sich für mich:
Kniende (wo es geht, sonst auch stehende) Mundkommunion als die für mich angemessene empfangende Haltung plus Sorgfalt im Umgang mit dem Allerheiligsten - also:
Patene, damit vermieden wird, dass der Leib Christi zu Boden oder in den Staub fällt etc.
Ich fand diesen Gedankengang für mich eigentlich absolut stringent. Leider wird die Patene kaum genutzt. Dafür darf ich manchesmal Messbesucher erleben, die sich die Krümel nicht von den Fingern lecken (wie es manche tun), sondern Handflächen abschlagend auf den Boden schütteln.
Es fühle sich jetzt bitte niemand wieder persönlich angegriffen, ich weiß, dass Mitdiskutanten das sicherlich nicht tun - aber solche Anblicke haben mich einfach von der Angemessenheit der MK überzeugt und letztlich bestärkt.
Das ist schlicht alles. Probiert es doch einfach mal selbst aus. Dann haben wir doch eine echte Basis zum Weiterdiskutieren?
christian (Gast) - 7. Nov, 20:12

Genau.

str (Gast) - 7. Nov, 23:11

Völlig in Ordnung, Elsa.

Elsa,

es ist ja auch völlig in Ordnung, daß du dem anwesenden Herr auf eine Weise gegenübertrittst bzw. ihn so empfängst, wie es dir angemessen erscheint. In keinster Weise würde mir einfallen daran Kritik zu üben. Und auch die Kommunionhelfer dürfen dies tun!

Mir ist völlig klar, daß du niemandem etwas unterstellst. Leider kann ich das für Monika nicht sagen.

Knien ist natürlich durchaus etwas angebrachtes (wenn ich auch "wo es geht" nicht verstehe, denn solange die Kniee gesund sind, geht es eigentlich immer) und auch klar ein Zeichen der Verehrung für unseren Herrn. Es ist halt nur nicht das einzig mögliche. Ich z. B. lasse mir die Hostie in die Hand spenden, gehe dann einen Schritt zur Seite und führe sie dann im Anblick des Altars mit einer Verbeugung (einer (deutlich sichtbaren, also nicht nur Kopfnicken) zum Mund. Ich halte auch dies für würdig und Ausdruck meiner Verehrung. (Ähnlich bei der Kelchkommunion, wenn auch da die Verbeugung sachbedingt nicht ganz so tief ist.)

Auch Sorgfalt im Umgang mit dem Allerheiligsten halte ich für selbstverständlich dabei.

Die Patene dagegen halte ich nicht für ein Zeichen der Verehrung, eher als eine Vorsichts- bzw. Sorgfaltsmaßnahme. Aber da es ohnehin keine Maßnahme ist, die ich als Kommunikant einsetze oder nicht, muß ich mir dazu auch keine Gedanken machen. Aber bei mir fällt da auch nichts in den Staub. Und ich halte - das habe ich oben vielleicht etwas scharf formuliert - die Patene bei der Handkommunion eben nicht für sachlich notwendig oder gar für einen wesensmäßig unabdingbaren Teil der Kommunionspendung. Aber Monikas Formulierungen kommen mir eben so vor.

Dein Gedankengang ist durchaus stringent, nur halt eben nicht der einzig mögliche

"Dafür darf ich manchesmal Messbesucher erleben, die sich die Krümel nicht von den Fingern lecken (wie es manche tun), sondern Handflächen abschlagend auf den Boden schütteln."

Das ist natürlich grauenhaft. Ich habe selten Krümel (unsere westliche Hostie neigt ja nicht zum Krümeln) aber wenn dann werden sie selbstverständlich aufgeleckt. Hier handelt es sich aber um ein Katechesen- bzw. Glaubensproblem. Wie willst du das mit der Patene verhindern. Ich glaube kaum, daß jemand bei deren Einsatz die Krümel halt auf die Patene schüttelt.

"Es fühle sich jetzt bitte niemand wieder persönlich angegriffen, ich weiß, dass Mitdiskutanten das sicherlich nicht tun - aber solche Anblicke haben mich einfach von der Angemessenheit der MK überzeugt und letztlich bestärkt."

Überhaupt nicht angegriffen und du hast ja Recht gegenüber den Krümelschüttlern und handelst richtig, wenn du FÜR DICH die Mundkommunion als die richtige Weise erkannt hast.

Den gleichen Respekt erhoffe ich mir halt nur für jene, die würdig und gläubig Handkommunion empfangen. Bei dir, Elsa, habe ich da keine Zweifel. Genauso wenig wie du mit ...... (hier die Worte aus dem kritisierten Beitrag, die ich hier nicht wiederholen will) behelligt werden willst, will ich mit Krümmelschüttlern in einen Topf oder auch nur eine Küche geworfen werden.
ElsaLaska - 31. Okt, 17:26

Weihbischof Athanasius Schneider

ist übrigens, zum Vormerken nächstes Jahr in Wigratzbad. Und zwar vom 28. Mai bis 30. Mai, mit einem Exerzitium zum Thema Dominus est!
www.gebetsstaette.de

Balver - 6. Nov, 11:07

Das ist schön. Hast Du auch einen Routenplaner?
Moonbrother - 7. Nov, 19:15

Glauben

Yon (Gast) - 7. Nov, 19:33

Uiii....

Das ist bei mir quasi direkt nebenan - jedenfalls bei meinen Eltern...
Aber da werden wohl kaum irgendwelche Uni-Ferien sein, oder? :/
ElsaLaska - 7. Nov, 23:26

Nur kurz zum Knien

ich fühle mich wohler damit, wenn mir eine Gelegenheit dazu gegeben wird. Sei das, wie in einer NO in Achenkirch erlebt, durch die Möglichkeit, mich in eine Bank zu knien, sei es, dass mir Raum gegeben wird, auf die Altarstufen zu knien. Was ich nicht fertig bringe, und das ist meiner menschlichen Schwäche geschuldet - wenn alle in der Stehschlange stehen mich dann als einzige hinzuknien. A weil ich kein Aufsehen erregen möchte (das ist versus dieses unerträgliche "holier than thou", denn sonst würde ich doch gerade demonstrativ auch in der Schlange knien), B weil ich (k)einen Sinn für Slapstick habe und dem Priester nicht in den Schritt fallen will, wenn ich dabei wieder aufstehe - und das wäre durchaus im Rahmen des Möglichen, ich bin zwar gelenkig, aber der blanke Boden ist mir nicht Stütze genug. Und sie sind zwar keusche Priester, aber wir wollen ihre Weichteile nicht über Gebühr beanspruchen.
Drum fände ich es sehr schön, wenn man wieder zu Bänken zurückkehrte. Das würde auch Handkommunikanten nicht beeinträchtigen, wie ich finde.
Momentan ist es aber wunderbar, da in Italien eben niemand Anstoß nimmt an der Mk und alle ohne zu stocken souverän austeilen, so dass man sich nicht wie ein Alien vorkommt.
Die Patene halte ich für wichtig. Auch aus der Hand des Handkommunikanten - ebenso wie von meinen Lippen - kann mal das Allerheiligste fallen. Ich möchte nicht, dass es auf dem Boden landet und alle mit hochrotem Kopf drumrumstehen und sich mehr oder weniger Sorgen machen.
Ich empfinde sie schon als Segen und als liebevolle Geste nicht nur dem Herrn, sondern auch mir schwachem Menschen gegenüber.

str (Gast) - 10. Nov, 00:14

Ich verstehe das ja, Elsa. Auch ich habe lange gebraucht bis mich dazu entschlossen haben, künftig bei keinem Hochgebet des Römischen Ritus (beim Byzantinischen ists was anderes) mehr zu stehen (oder gar zu sitzen) sondern zu knien. Auch bei der Fronleichnamsprozession mit Hochgebet im Pfarrgarten nicht.

Aber natürlich wäre es besser, eine Möglichkeit anzubieten. Aus reicher Erfahrung kann ich sagen, daß es sich rein körperlich kniet es sich auf gradem Boden weniger gut knien läßt.

Was die Stufe angeht finde ich sowieso, daß die Kommunionspender eine Stufe höher stehen sollten und nicht ganz hinabsteigen sollten.

Bei der Patene haben wir halt graduell andere Meinungen über ihre Wichtigkeit. Aber was mich ja oben bei Monikas Beitrag am meisten störte, war daß über alles gesagt hinaus noch ein weiteres Faß aufgemacht wurde.

Wie gesagt, ich als Nichtpriester muß mir über Patenen keine Gedanken machen.
ElsaLaska - 11. Nov, 20:33

Ich weiß nicht was du meinst mit Fass aufmachen. Monika hat klar ihre Gründe dargelegt, und sie hatte auch einen sehr guten und ausgewogenen Beitrag in ihrem Blog dazu, in dem sie mehrfach betonte, dass sie gar niemandem irgendwas absprechen möchte.
Soweit ich mich erinnere, hat sich das auch in dieser Diskussion nirgendwo getan.
Du musst auch uns Konvertiten ein bisschen Verständnis entgegenbringen, sowie ich immer und zuallererst auf Wiegengetaufte höre, wenn ich ein Anliegen habe.
Ich hatte ja schon dargelegt, dass es für mich die einzig mögliche Art war, zu empfangen, besonders im Blick auf meine Vorgeschichte, aber auch, weil es mir einleuchtete.
Zum Beispiel die Steherei beim Hochgebet. Ich hab es in meiner Prägephase in einer Gemeinde gelernt, zu knien. Leuchtet mir völlig ein. Wenn Gott anwesend ist, bleibt niemand stehen. Ich geh nicht hin und hau ihm auf die Schulter oder so.

Jetzt könnte dieselbe Diskussion von vorne beginnen: Wie kannst du den Stehenden denn Ehrfurcht absprechen und soweiter. Das tut ja niemand. Es ist nur so, und da ist eben die wissenschaftliche, z. B. ethnologische Ritualforschung voll auf unserer Seite, dass äußere Zeichen der Ehrfurcht die innere Ehrfurcht befördern. Der Umkehrschluss, wo außen fehlt, ist auch innen nix, ist so nicht zulässig, selbstverständlich nicht.
Aber wenn ich ein äußeres Zeichen habe, dann hilft es mir ja auch selbst.
Und Patene ist eben nicht Priestersache. Ich hatte schon geschrieben, wie wohl ich mich mit Patene fühle und was für eine Hilfe sie ist - auch eine Hilfe, würdig kommunizieren zu können und eben nicht angstbesetzt nach vorne zu gehen.
Letzten Endes geht es bei der Patene aber gar nicht um mich oder den Priester, sondern sie zeigt die Sorge um den Leib des Herrn (die allerdings auch vornehmlich Priestersache sein sollte!).
Und das tut sie ganz eindeutig. Wenn du das abstreitest, lass ich dich mal Krümel zählen gehen.
Warum du da so merkwürdig reagierst auf das Patene-Problem, verstehe ich einfach nicht. Eine Patene zu benutzen wäre noch weniger aufwendig als Kniegelegenheiten zu bieten. Sie bringt niemanden in Verlegenheit, sie ist weder für HKs noch MKs (sowieso nicht) ein Ärgernis.
Also was hat es mit deiner Allergie gegen Patene denn genau auf sich?
str - 15. Nov, 16:46

Elsa,

"Ich weiß nicht was du meinst mit Fass aufmachen. Monika hat klar ihre Gründe dargelegt, und sie hatte auch einen sehr guten und ausgewogenen Beitrag in ihrem Blog dazu, in dem sie mehrfach betonte, dass sie gar niemandem irgendwas absprechen möchte."

Was ich meinte war, daß wir ja hier über Hand- und Mundkommunion und würdigen Empfang in aller Breite diskutierten und Monika dann, über alles hinaus mit ihrem "Aber gaaaaaanz wichtig ist auch die Patene und ohne sie ists unwürdig und verboten"-Beitrag kam. Das sie ihre Gründe hat ist klar nur die Diskussion hat es leider nicht weitergebracht. Es ist ein Stückweit so wie wenn auch noch das Meßgewand thematisiert worden wäre.

"Soweit ich mich erinnere, hat sich das auch in dieser Diskussion nirgendwo getan."

Das sehe ich anders. Wir redeten über Würdigkeit (die meiner Meinung nach sowohl bei Hand- wie Mundkommunion möglich ist) und sie kam mit Verbot und Vorschrift, damit daß Handkommunion nur mit Patene erlaubt ist und daß die Handkommunion zwar erlaubt aber doch minderen Rechtes ist.

"Du musst auch uns Konvertiten ein bisschen Verständnis entgegenbringen, sowie ich immer und zuallererst auf Wiegengetaufte höre, wenn ich ein Anliegen habe."

Habe ich ja. Ich komme zwar aus einer katholischen Familie, habe meinen Glauben aber nicht von KIndheitsbeinen ungebrochen an. Der kam erst mit 13/14 und selbst danach ging der Weg nicht schnurstracks. Ich meine, Konversion gehört zu jeder Glaubensbiographie notwendig dazu, egal wann und wo man getauft wurde. (Und damit auch eine gewisse Distanz zu dem, was "man halt so macht".)

"Zum Beispiel die Steherei beim Hochgebet. Ich hab es in meiner Prägephase in einer Gemeinde gelernt, zu knien. Leuchtet mir völlig ein. Wenn Gott anwesend ist, bleibt niemand stehen. Ich geh nicht hin und hau ihm auf die Schulter oder so."

Eben genau. Zumindest bei uns im Römischen/Lateinischen Ritus. Stehen kann auch ehrerbietig sein, aber da kommt es auf den Kontext an. Dort zu stehen, wo das knieen üblich ist, ist bestenfalls ein falsches Signal.

Sitzen dagegen finde ich völlig daneben, denn im Beisein des Königs sitzt nur der König.

Ja, da könnte die ganze Diskussion von neuem beginnen (allerdings ist die Handkommunion nunmal kirchlicherseits erlaubt, das Stehen bei der Wandlung nicht).

"Es ist nur so, und da ist eben die wissenschaftliche, z. B. ethnologische Ritualforschung voll auf unserer Seite, dass äußere Zeichen der Ehrfurcht die innere Ehrfurcht befördern. Der Umkehrschluss, wo außen fehlt, ist auch innen nix, ist so nicht zulässig, selbstverständlich nicht."

Ich stimme beiden Aussagen zu.

Und will mich keineswegs für einen Kommunionempfang ohne äußere Ehrfurchtsbekundung aussprechen. Ich wehr(t)e mich nur gegen die Verquickung von Ehrfurcht mit Hand bzw. Mund.

"Und Patene ist eben nicht Priestersache. Ich hatte schon geschrieben, wie wohl ich mich mit Patene fühle und was für eine Hilfe sie ist - auch eine Hilfe, würdig kommunizieren zu können und eben nicht angstbesetzt nach vorne zu gehen."

Das mag ja bei dir so sein und ich kann es verstehen, aber nicht nachvollziehen.

Aber die Patene ist eben nicht da, um etwas zu symbolisieren sondern hat einen praktischen Zweck.

"Wenn du das abstreitest, lass ich dich mal Krümel zählen gehen."

Also bei mir gibt es selten Krümel und wenn ja dann weiß ich was ich tue.

"Also was hat es mit deiner Allergie gegen Patene denn genau auf sich?"

Grundsätzlich habe ich vor allem eine Allergie dagegen, einen solches Utensil mit einer Bedeutung für unsere eigentliche Frage aufzuladen, die ihr nicht zukommt.

Aber vielleicht liegt es auch an meiner Einstellung, mit möglichst wenig Werkzeugen zu hantieren. Und dazu kommt noch, daß mir wohl auch nicht ganz recht ist, daß sich da noch ein vierter reindrängt (einer muß die Patene ja halten) wo doch der Herr, sein Priester genügen würden.

Aber das sind nur Nebenschauplätze, die Hauptsache war schon:

"sie ist weder für HKs noch MKs (sowieso nicht) ein Ärgernis."

Nein, aber die Würdigkeit und die Berechtigung der Handkommunion von ihr abhängig zu machen, daß ist ein Ärgernis.
ElsaLaska - 15. Nov, 18:45

Gut,

dann haben wir es glaub ich geklärt, wo die Missverständnisse bzw. neuralgischen Punkte lagen, und zum Teil wohl auch noch liegen bleiben werden. (Glücklicherweise nicht zwischen dir und mir jedenfalls, wie ich hoffe]
Mittlerweile haben wir ja die aktuelle Situation, dass in vielen Kirchen wegen H1N1 nur noch auf die Hand ausgeteilt werden soll. Da weiß ich jetzt auch nicht, wie ich dazu stehe.
Die Infektionsgefahr scheint mir eigentlich in beiden Formen gleich groß, vielleicht bei HK aber etwas geringer.
Vielleicht noch kurz zum Hineindrängen eines Vierten: Das habe ich nie so empfunden. Ich habe es eigentlich immer als Geste der Liebe und Sorgfalt sowohl gegenüber der Realpräsenz als auch dem Empfangenden gegenüber empfunden. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur ein sentimentales Huhn ... *gg*
str - 17. Nov, 16:32

"Gut, dann haben wir es glaub ich geklärt, wo die Missverständnisse bzw. neuralgischen Punkte lagen, und zum Teil wohl auch noch liegen bleiben werden. (Glücklicherweise nicht zwischen dir und mir jedenfalls, wie ich hoffe]"

Ja, gut, und nein, nicht zwischen uns.

"Mittlerweile haben wir ja die aktuelle Situation, dass in vielen Kirchen wegen H1N1 nur noch auf die Hand ausgeteilt werden soll. Da weiß ich jetzt auch nicht, wie ich dazu stehe. ..."

Ich schon. Wie ja schon in dem Beitrag in Martins Blog ersichtlich, halte ich diese Hygeniehysterie an dieser Stelle für übertrieben und dekadent.

Jetzt noch mehr, da ich vergangenen Sonntag ähnliches erleben mußte. Ich war mit meinem Patenkind in der Messe und deshalb in einer anderen, von mir nur selten besuchten Pfarrei. Neben anderen Spirenzien (so wurde der Landesbischof Friedrich - wenn schon, dann bitte mit Vornamen - im Hochgebet miterwähnt) gab es zur Kommunion die Ansage, wegen der Schweinegrippe solle man bei der Kelchkommunion die Hostie eintauchen. Wie gesagt, ich halte das generell für falsch, da die Hostie nur schlecht Flüßigkeit hält. Aber daß der Kommunikant eintaucht, halte ich für unwürdig. (Verboten ist es ohnehin).
"
Vielleicht noch kurz zum Hineindrängen eines Vierten: Das habe ich nie so empfunden. Ich habe es eigentlich immer als Geste der Liebe und Sorgfalt sowohl gegenüber der Realpräsenz als auch dem Empfangenden gegenüber empfunden."

Es ist ja auch Sorgfalt, nur ist halt die Frage wann es wie sehr nötig ist. Vielleicht ist man es halt auch nur nicht gewöhnt. Es ist sicherlich nicht das, wo es am meisten brennt bzw. wo die Problemlösung beginnen sollte.

Ich würde grundsätzlich meine Schwester in Christo nicht mit Vogelnamen bedenken. ;-) Aber wenn, dann bestimmt nicht Huhn!

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