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Nachklapp zur Frage

Warum keine Anfrage beim Heiligen Vater um den Ablass zu einem besonderen Anlass?

Es ist mir klar, dass dies den "ordentlichen Ablass" für den Besuch eines Heiligtums nicht berührt. Mir ist nur weiterhin schleierhaft, wieso man nicht den Gläubigen zuliebe beim Heiligen Vater dazu anfragen möchte.

Ich stelle mir vor - ich bin ja Autorin, und mit reicher Vorstellungskraft gesegnet - da lebt im Bistum Trier, oder in einem Nachbarbistum, Urmeline S. Sie ist vielleicht 70 Jahre alt, hat in ihrem Leben nur die Volksschule besucht, vier Kinder großgezogen. Ihr Mann ist früh verstorben. Vielleicht ist eines ihrer Enkelkinder behindert. Ihr Glaube und noch dazu der Heilige Vater in Rom - ist ihr Ein und Alles, und sie hat sich ihr ganzes Leben lang bemüht, diesen Glauben weiterzugeben. Auf schlichte, in gutem Sinne einfältige Art und Weise. Wie man es am Besten tut. Bei einigen Menschen, die mit ihr verwandt oder mit ihr befreundet sind, ist das auf fruchtbaren Boden gefallen. Vielleicht hat sie sogar die eine oder andere Bekehrung erwirken können, ohne dass ihr das bewusst geworden ist. Unnötig zu sagen, sie betet jeden Tag den Rosenkranz für den Papst und die Bischöfe. Urmelines größter Schatz ist eine Papstpostkarte mit einem Segenswunsch des Heiligen Vaters. Jemand hat sie ihr einmal aus Rom mitgebracht. Seither steht sie, sorgfältig gerahmt, auf der alten Anrichte in ihrem Esszimmer, unter dem Kruzifix. In ihrem ganzen Leben ist sie nie nach Rom gekommen, und als der Papst in Deutschland war, hatte sie keine Gelegenheit, nach Berlin oder Freiburg zu fahren. Dafür klebte sie vor dem Fernseher und hat begeistert mitverfolgt, wie der Heilige Vater Messen gefeiert hat, was er alles gesagt hat, wie liebevoll er empfangen worden ist.
Aber die Heilig-Rock-Wallfahrt, die kann sie, und die wird sie machen, und sie ist schon seeehr aufgeregt deswegen.

Okay, ich verzettele mich hier, bevor ich ihr noch andichte, dass sie einem alten Hund das Gnadenbrot gibt, der nur noch drei Pfoten hat und jeden Cent ihrer kargen Rente, den sie erübrigen kann, an Christen in Not spendet, ihre greise bettlägerige Mutter aufopfernd pflegt usw... halte ich mal inne.

Es ist mir schlicht nicht einsehbar, wieso man als katholischer Bischof dieser Urmeline nicht den Liebesdienst leisten möchte, beim Heiligen Vater wegen dieser Wallfahrt anzufragen.
Das war eigentlich schon alles, was ich dazu sagen wollte.
L. A. (Gast) - 21. Jan, 18:23

Warum? Na weil die erfolgreich aufgeklärte protestantische Akademikerin Dr. Sandra Stereo - Typenschmidt (Name aus einer VM - Satire entliehen) zwar den Ablaß für Aberglaube hält, aber es evtl. dennoch nicht ertragen könnte, daß Urmeline S. etwas bekommt, von dem sie selbst ausgeschlossen wäre.
( so scheint das Ordinariat also Protestanten einzuschätzen, wenig schmeichelhaft, fände ich, wenn ich einer wäre)

Und schreib mal nicht so plastisch gemein, ich hab fast schon angefangen, für Urmeline S. zu beten :-)

Christiane W. (Gast) - 21. Jan, 18:56

Herrlich,

... treffend!!!
(ich krieg mich nicht mehr ein... :-))))))))
Stefan H. (Gast) - 21. Jan, 18:48

was fehlt denn dieser Frau

Urmeline lebt im Gnadenstand, was fehlt ihr, sie kann subjektiv den Ablass erbeten, aber wozu? Sie ist liebevoll zu Tieren und kranken Menschen, sie liebt den Hl. Vater und betet für ihn. Was soll also dann ein besonderer päpstlicher "Ablass"? Welche "Sündenstrafen" sollen ihr erlassen werden? Es ist sehr irritierend und seltsam, welches Verständnis des katholischen Glaubens von manchen Konvertiten propagiert wird. Ist das noch katholisch, wenn man Bischöfe derart unter Druck setzt?

Tja, die inzwischen unbekannten "Guten Werke"

Sie kann ja den Ablaß aufopfern wollen für jemanden, der dieser Liebestat bedürftig ist.
Z.B. ihrem verstorbenen Mann, den armen Seelen...
ChB (Gast) - 21. Jan, 20:38

und was, wenn Urmeline auf dem Weg nach Trier stolpert, hinfällt, sich das Bein bricht und ins Krankenhaus gebracht werden muss: Kein Ablaß - aber dafür Schmerzen. Und darob sogar vom Glauben abfällt ...
libella (Gast) - 22. Jan, 00:22

Stefan H

tönendes Erz klingende Schelle
gerd (Gast) - 21. Jan, 19:33

elsalaska

Der Bischof kann nicht mehr, weil er schon über die Stromschnelle gerudert ist. Aber das eine ist sicher. Wenn Urmeline bei der Wallfahrt zu Trier, die Bedingungen für den Ablass erfüllt, (das sieht ja ganz danach aus....) wird sie den Ablass auch gewinnen können. Da kann kein Bischof was dran machen. Das ist doch beruhigend oder?

str - 21. Jan, 23:17

Ja, dann wäre ja alle wunderbar!

Nur stimmt es nicht: einen Ablaß, den die Kirche nicht ausschreibt, kann Urmeline (herrlicher Name, übrigens!) auch nicht gewinnen.

Das heißt aber nicht, daß die Wallfahrt sinnlos oder nutzlos wäre ... Wallfahrten sind schließlich schon ein wenig älter als der Ablaß!
ElsaLaska - 21. Jan, 23:22

@str

Der Ablass ist nach meinen Recherchen und meinem Kenntnisstand aber eh inbegriffen, und zwar erfüllt durch die Bedingungen des Besuchs/der Wallfahrt zu einem Heiligtums usw....
Es geht lediglich um die Spezialform des Ablass zu einem besonderen Anlass, der beim Hl. Vater angefragt werden kann.
Aber korrigiere mich, wenn ich falsch liegen sollte.
Johannes (Gast) - 21. Jan, 21:30

So weit

brauchst Du gar nicht zu suchen nach z.B. dem Großvater der ein behindertes Enkelkind hat, für dessen Heilung er jeden Tag betet, der es allerdings noch geschafft hat, den Papst in Berlin zu sehen, und der ansonsten auch für die armen Seele im Fegefeuer betet, vor allem für eine, und der zur Wallfahrt nach Trier vor allem des Ablasses wegen für eben diese arme Seele kommen wollte. Und nun ... Dem Ackermann sind die armen Seelen im Fegefeuer, ja wie soll man sagen, scheißegal?

Nun um ehrlich zu sein, der Großvater, der gemeint ist, nimmt noch immer zwei Treppenstufen auf einmal und außerdem kann er Karate. Und als schlicht und einfältig würd ich ihn auch nicht bezeichnen. Aber bis siebzig sinds nur noch 8 Jahre, humm? Aber einen Ablaß bräucht ich doch dringend, und vielleicht kann ich ja auch ein Heilungswunder erwirken, wär auch sehr nötig. Und die Protestunten, die stören da doch ziemlich, weil nämlich an Ablaß, Wunder, Wallfahrt glauben sie ja doch nicht, wenns ehrlich sind. Und je weniger Glaube, um so weniger Wunder, steht doch schon in der Bibel. Bad Vibrations, du verstehst?

ElsaLaska - 21. Jan, 21:36

@Johannes

Ja, hab es gesehen auf euren Blogs mit dem neugeborenen Enkelkind.
Und auch schon ein zwei Gebetchen für euch gesprochen.
Aber den Ablass kriegst Du trotzdem, einfach durch den Besuch eines Heiligtums mit und unter den üblichen Bedingungen.
Nur halt keinen ausdrücklichen aus besonderem Anlass vom Hl. Vater.
Johannes (Gast) - 21. Jan, 22:11

Danke Dir,

hat mir unser Pfarrer, der beste von allen, auch schon gesagt. Wir sind am 21.4. in Trier. Wie üblich beim schwarzen Block. Ist ja sozusagen eine Konstante meines Lebens. Ist sonst noch wer da, übrings?
Barbara (Gast) - 23. Jan, 00:01

Lieber Johannnes,

Dein Blog lese ich seit längerer Zeit schon in Feedreader sehr gern und mit Gewinn Das Deiner Frau auch - obwohl ich Euch erst jetzt "zusammensortieren" konnte, ohne es zu wollen. Deshalb hatte ich aber auch von Euren Sorgen um Eure Enkelin erfahren und für das kleine, neugeborene Menschenkind, seine Eltern und Großeltern gebetet.

Es kränkt mich nun , daß Du - wie ich hier lesen muß - uns Protestanten nicht zutraust, an Wunder zu glauben. Daß Du uns auch mit so einem zwielichtigen Namen belegst.
Wenn das der Fall wäre (Protestanten glauben nicht an Wunder), sollte mein Gebet überflüssig gewesen sein, oder? Vielmehr sollte ich gar nicht gebetet haben.

Ich habe mich mit Euren Überzeugungen zum Ablaß "seit 500 Jahren" nicht wirklich beschäftigt. Das muß ich zugeben. Ich bin mit meinem Luthertum nicht selbstzufrieden, aber meine "Auseinandersetzungspartner" waren eher die Leute der eigenen Konfession. (Was mich nicht abhielt z.B.. Dein Blog zu lesen) Ich halte solche Differenzen aber angesichts der "Weltlage" wenn nicht für obsolet, dann doch für "verschiebbar". (Der Unterschied in den Überzeugungen macht sich vielleicht daran deutlich, daß ich bete, um um etwas zu bitten, Du willst mit dem Ablaß etwas erwirken...? Ist das der Unterschied? Aber das ist auch schon wieder schief, weil Du ja auch demütig - gerade jetzt - dem Herrn zu Füßen liegst. )

Aber wahrscheinlich ist Dir das alles - verständlicherweise - z.Zt. egal. Das verstehe ich. Und Du erträgst dann vielleicht auch die "störende Protestunte", die wieder betet, obwohl sie den Ablaß "nicht zu Ende gedacht hat"...

Am Schönsten wäre, wenn Du mir am 3. oder 6. Geburtstag Deiner Enkelin eine kurze, ökumenisch angehauchte Mail schreibst, die wir dann weiter besprechen. Bis dahin solltest Du nur keine Gerne-Leserinnen als "Protestunten" beschimpfen...

Seid behütet! Die Protestuntin B.
ElsaLaska - 23. Jan, 00:05

@Barbara

Das war jetzt die entwaffnendste Reaktion, die ich mir überhaupt vorstellen konnte. Danke, dass Du Sie gepostet hast, schön, dass Du auch hier mitliest.
Bleib Johannes gewogen, er hat es schwer im Moment. Aber tust Du auch eh. Und den ganzen Rest klärt ihr bitte via Mail:-)
johannes (Gast) - 25. Jan, 20:18

Hallo Barbara,

manchmal bin ich ziemlich bärbeißig. Aber grundsätzlich bremse ich auch für Protestanten. Ich bin ja selbst ein ehemaliger. Und ansonsten glaub ich, daß die Spaltung dieser Welt nicht zwischen frommen Protestanten und ebensolchen Katholiken verläuft, sondern daß wir zusammen auf dieser Seite des Spaltes stehen, und manche Protestanten und Katholiken leider auf der anderen. Und für die hab ich halt manchmal schlimme Worte. Das muß natürlich ganz anders werden.
ksu (Gast) - 26. Jan, 14:18

Na wenn wir schon mal soweit sind, dass wir vielleicht doch auf der selben Seite stehen...
Eine Gemeindereferentin hat mir mal den Witz erzählt, dass es im Himmel auch eine Mauer gibt. Die Katholiken sollen nicht sehen, dass die Protestanten auch da sind. Könnte Ihnen das Weltbild zerstören ... :-)
gerd (Gast) - 22. Jan, 11:11

@STR

>>Nur stimmt es nicht: einen Ablaß, den die Kirche nicht ausschreibt, kann Urmeline (herrlicher Name, übrigens!) auch nicht gewinnen.<<

Urmeline kommt in der rechten Gesinnung zur Wallfahrt und Gott zeigt ihr die lange Nase? So eng sehe ich unseren Schöpfer nun wirklich nicht. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Imrahil (Gast) - 23. Jan, 00:02

Nô, der Ablaß ist aber eine päpstliche Vergünstigung und wird präzise dann gewährt, wenn der Papst das so will.

Daß unser Herrgott selbstverständlich frei ist, die Sündenstrafen auch so und ohne Ablaß beliebig zu kürzen, ist unbestritten.
Johannes II (Gast) - 22. Jan, 12:03

Beitrag

Vielen Dank, liebe Elsa, für die Anregung!
Seit Tagen gehe ich mit dem Thema schwanger und heute hab ich aus meinen kreisenden Gedankengängen etwas geschrieben, das vielleicht zum Thema passt. Eigentlich wollte ich es erst in den nächsten Tagen auf mein Blog stellen, um meine Leser nicht mit zu viel zu überfallen.
Jetzt ziehe ich vor und veröffentliche, damit das Würstchen heiß ist, wenn es auf den Tisch kommt.
Also wer Interesse hat: Er heißt "Die falsche Demut der Kirche" und kommt ein bisschen von der Seite.

http://www.vita-in-deum.de/blogs/johannes/johannes/2012/01/die-falsche-demut-der-kirche/

Ansonsten würde ich mich gern einer Aktion anschließen, die das Thema und die Sache etwas größer und gleich in Rom aufhängt.

Eugenie Roth (Gast) - 22. Jan, 19:07

Jawoll!

Ich bin dabei.
Simona-Theresa (Gast) - 22. Jan, 19:48

Bereits 1996 keinen Ablass:

Nach diesem Artikel aus der Zeit gab es bereits 1996 keinen Ablass:
"Nein, einen Ablaß gebe es nicht bei der diesjährigen Heilig-Rock-Wallfahrt.
Man habe überhaupt immer den Symbolcharakter des heiligen Rockes betont. "Mit Jesus Christus auf dem Weg", das sei Thema und Anliegen der Bistumswallfahrt. Und auf keinen Fall dürfe man der Reliquie magische Kräfte zuschreiben. Deshalb gebe es in diesem Jahr, anders als 1933 und 1959, auch nicht die Möglichkeit, das Kleidungsstück zu berühren."
http://www.zeit.de/1996/19/Er_strahlt_etwas_aus_-_er_wirkt/seite-4

Trotzdem: ich fahre am 21. April nach Trier und bin um 10.00 Uhr in St. Maximin.

Freiburgbärin (Gast) - 22. Jan, 23:10

Der Ablass ist auch nicht der Grund für die Heilig Rock Wallfahrt sein. :) Jetzt hätte ich beinah geschrieben, er sei nur schmückendes Beiwerk.
Ich werde auch an diesem Thema – unter besonderer Berücksichtigung der von den Bischöfen auferlegten Beschäftigung mit Luther – bleiben.

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cantare

noch einen Hölderlin,...
An die Unerkannte (gekürzt) Kennst du sie, die...
Johannes (Gast) - 16. Mai, 17:37
Auf dem Film aus N-R....
Auf dem Film aus N-R. wimmelt es geradezu von BloggerkollegInnen.
johannes (Gast) - 16. Mai, 07:48
Hw. Jolie rockt!
Und das sage ich gern jedem, der es hören will....
Gertie (Gast) - 15. Mai, 22:43
Schade, dass sie den...
Schade, dass sie den hochwürdigsten Herrn Prälat...
sophophilo (Gast) - 15. Mai, 22:23
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Hölderlin Nachtisch??? Aber dennoch, gern ;-)...
L. A. (Gast) - 15. Mai, 21:14
Traurig schön. Oder...
Traurig schön. Oder schön traurig.
Il capitano (Gast) - 15. Mai, 20:15
schnief!
und zum Nachtisch bitte einen Hölderlin.
Johannes (Gast) - 15. Mai, 19:43
@ Gast es stimmt!
Ich habe hier neben mir eine Printausgabe des Programms...
Ester (Gast) - 15. Mai, 19:26
Schade
Oh schade. Wäre sehr gern bei der heiligen Messe...
Johannes (Gast) - 15. Mai, 18:37
Tja, so isses.
Eine heilige Messe als "geistliches Angebot" (stimmt...
@Ester (Gast) - 15. Mai, 18:37
@all
Ja wirklich herzlichen Dank allen für die schöne...
ElsaLaska - 15. Mai, 17:20
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