Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

"Amongst our weaponry are such diverse elements as fear, surprise, ruthless efficiency, an almost fanatical devotion to the Pope, and nice red uniforms!" [Monty Python.]



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Aktuelle Veröffentlichungen

"Ida Friederike Görres und Joseph Ratzinger - die tapfere Kirschblüte und ihr Prophet in Israel." In: Vatican-Magazin Mai 2013

"Kein Maß kennt die Liebe" - über die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern und das Jubiläumsjahr in Kloster Hegne. In: Die Tagepost vom 20. April 2013.

"Liebe, Wahrheit, Schönheit-das gesamte Pontifikat Benedikts XVI." - Die Buchbesprechung zu A. Kisslers Buch "Papst im Widerspruch." Online hier.

"Zuversicht statt Zweifel. Bologna und die heilige Katharina."In: Die Tagespost vom 13. April 2013

"Und in dir wird man einst die Herrlichkeit Gottes sehen" über die heilige Katharina von Bologna. In: Vatican-Magazin März-April 2013

"Schutzschirm für die Gemeinschaft. Christoph Müllers Einführung in die Benediktsregel" In: Die Tagespost vom 7. März 2013

"Fritz und Resl: Gottes Kampfsau und Jesu Seherin" In: Vatican-Magazin Februar 2013 anlässlich des 130. Geburtstags von Fritz Michael Gerlich.

"Jakub Deml-Traumprosa, die vom Jenseits erzählt" In: Die Tagespost vom 9. Februar 2013

"Der Tod ist nicht relativ" In: Die Tagespost vom 7. Februar 2013

"In heiligen Sphären. Mensch und Welt lassen sich nicht entsakralisieren" In: Die Tagespost vom 5. Februar 2013

"Die tapfere Heilige, die nicht sterben wollte Die Märtyrerin Cristina und das Blutwunder von Bolsena." In: Vatican-Magazin Januar 2013

"Alles andere als Rettungsroutine. Aus den Schätzen der Kirche schöpfen: Warum Beichte und Ablass ein Comeback verdient haben." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Leitsterne auf dem Glaubensweg. Katholische Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Neuevangelisierung." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Das Netz der virtuellen Ewigkeit.Tod und Gedenken im Internet." In: Die Tagespost vom 29. November 2012.

"Der Friede auf Erden fängt zwischen Männern und Frauen an. Marias "Fiat" und Josefs "Serviam". Engel führten sie zum außergewöhnlichsten Ehebund der Weltgeschichte. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Der Marathon-Mann" - mein Porträt von S. E. Bischof Tebartz-van Elst. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Versperrter Himmel, öffne dich!" Über die Wallfahrt der totgeborenen Kinder zu Unserer lieben Frau von Avioth. In Vatican-Magazin November 2012.

"Ein französischer Vorläufer des heiligen Franziskus - zum 800. Todestag des Hl. Felix von Valois." In: Die Tagespost vom 3. November 2012

"Die Macht der Mystikerinnen" anlässlich der Heiligsprechung von Anna Schäffer. In: Die Tagespost vom 20. Oktober 2012

"Was für eine Frau!" Zur Vereinnahmung der hl. Hildegard von Esoterikerin und Feministinnen. In: Die Tagespost vom 9. Oktober 2012

Über den Kapuzinerpater Martin von Cochem zu seinem 300. Todestag. In: Die Tagespost vom 29. September 2012

"Die Kirche-ein Krimi?" in: Die Tagespost vom 30. August 2012.

"Wieder gefragt: Exorzismus!" in: PUR-Magazin September 2012

"Mir ist das Brevier wichtig geworden!" Ein Interview mit dem evang. Pfarrer Andreas Theurer, der in die katholische Kirche eintreten wird. In: Die Tagespost vom 14. August 2012

"Im Vorhof des Himmels" Die hl. Edith Stein und ihr Seelenführer, der Erzabt von Beuron. In: Vatican-Magazin August-September 2012

"Durch Gottes Gnade ein Kind der Kirche" - Edith Stein, Erzabt Raphael Walzer von Beuron und die Enzyklika Mit brennender Sorge. In: Die Tagespost vom 9. August 2012.

Der Cammino di San Francesco-Heiligtümer im Rieti-Tal. In: PUR-Magazin Juli.

Die Opfer der Bundeswehr. Mein Interview mit dem Afghanistan-Veteranen R. Sedlatzek-Müller. In: Die Tagespost, Ausgabe vom 14. Juni 2012

"Mehr als Dinkel und Kräuter: Ein Kernkraftwerk des Heiligen Geistes - die hl. Hildegard von Bingen" In. Vatican-Magazin Juni-Juli 2012

"Wie eine lodernde Feuersäule Die heilige Veronika Giuliani" In: Vatican-Magazin Mai 2012

"Die Vollblutfrau, die den Erlöser liebte: Kronzeugin des Osterereignisses: Die Geschichte von Jesus und Maria Magdalena." In: Vatican-Magazin April 2012

"Ich fühle mich als Frau in der Kirche nicht diskriminiert" Ein Interview mit mir von Petra Lorleberg für kath.net

"Die virtuelle Engelsburg hat standgehalten" in: Die Tagespost vom 22. März 2012

"Die Sowjets traten, rissen, schlugen, brannten - aber immer wieder haben die Litauer ihren Kreuzeshügel aufgebaut". In: Vatican-Magazin März 2012

"Katholische Bloggerszene stiftet Ehe" Interview mit Phil und Hedda in: Die Tagespost vom 13.März 2012

Und Du wirst mal Kardinal!" Prags Erzbischof verkörpert das Durchhaltevermögen der tschechischen Christen. In: Die Tagespost vom 18. Februar 2012

"Wo Liebe ist, ist Eifersucht nicht weit: Alfons Maria de Liguori und Schwester Maria Celeste Crostarosa, Gründer des Redemptoristenordens". In: Vatican-Magazin Ausgabe Februar 2012

Neue Kolumne über geistliche Paare: "Mann-Frau-Miteinander-Kirchesein" In: Vatican-Magazin Ausgabe Januar 2012

Unsagbar kostbare Göttlichkeit - Gold, Weihrauch und Myrrhe: Die Gaben der Heiligen Drei Könige. In: Die Tagespost vom 5. Januar 2012

"Wo die Pforten des Himmels offen sind. Loreto in den italienischen Marken". In: Vatican-Magazin Dezember 2011

"Ein Schatz, der fast zu groß für diesen Erdball ist". In: Liebesbriefe für die Kirche. Hrsg. Noe, Biermeyer-Knapp. Bestellbar hier.

Der Papst meines Lebens - Vatican-Magazin spezial zum Papstbesuch

Norcia - der Geburtsort des heiligen Benedikt: "Als sich der Erdkreis verfinstert hatte" In: Vatican-Magazin August-September 2011

In englischer Übersetzung online hier: When the world had darkened<

Der Vatikan und die Blogger - Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Poetische Pilgerorte-Reisen ins mystische Mittelitalien. Erschienen im MM-Verlag.


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Gastbeiträge Tannenberg

Mittwoch, 22. Mai 2013

Sanguis martyrum - Heiliger Dismas, guter Dieb

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Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg

Es war am 23. Mai 1951, als ein von Glaube, Liebe und Hoffnung erfülltes Menschenleben im Schmutz hinter Stacheldraht in einer finsteren Baracke endete. Fern seiner Heimat, doch aus der Mitte seiner Gemeinde heraus ging ein Mensch zu Gott, dessen Leben von tiefem Glauben, selbstlosem Opfermut und beherzter Tapferkeit erfüllt war. Nur Wenige waren bei ihm. Männer mit bleichen, bärtigen Gesichtern, mit ausgemergelten Körpern in zerschlissenem Olivgrün. Es starb als Gefangener: ein Priester mit der Haltung eines Soldaten, ein Soldat mit den Tugenden eines Priesters. Auferstanden war im selben Augenblick ein Blutzeuge Christi.

›Sankt Dismas, der gute Dieb‹ - so nannten ihn respektvoll seine Kameraden: Father Emil Joseph Kapaun, Militärkaplan im Rang eines Hauptmanns der 1. US-Kavalleriedivision (siehe Foto rechts).

Unsere heutige Folge handelt von seiner Geschichte. Denn sie ist es wert, erzählt zu werden.

Emil J. Kapaun erblickte das Licht der Welt im Jahre 1916 in der Nähe von Pilsen, Kansas. Er war der älteste Sohn einfacher und frommer Bauern mit böhmischen Wurzeln und spürte schon in jungen Jahren seine priesterliche Berufung. Seine Eltern förderten ihren Sohn, ebenso der Gemeindepfarrer, Father Sklenar, der dem jungen Mann in der schweren Zeit der Depression den Weg ins Priesterseminar bereitete.

1940 wurde der 24-jährige Emil Kapaun zum Priester geweiht und als Kaplan in seiner Heimatgemeinde Pilsen eingesetzt. Seine Liebe zur Militärseelsorge begann mit seinem Dienst als Priester der Luftwaffen-Freiwilligenbasis Herington in der Nähe von Pilsen. Vier Jahre nach seiner Priesterweihe begann er auf Anraten seines Bischofs mit der Ausbildung zum Militärseelsorger in Camp Wheeler, Georgia. Gemeinsam mit einem weiteren Geistlichen betreute er dort knapp 2.000 Soldaten.

Im April 1945 ging der Kaplan als Militärseelsorger nach Indien und Burma. Dort legte er Monat für Monat rund 3.500 Kilometer zurück, bahnte sich den Weg zu versprengten Einheiten, feierte mit seinen Soldaten die Messe, nahm ihnen die Beichte ab. Oft diente als Altar die Motorhaube seines Jeeps. Innerhalb kurzer Zeit schafften es die amerikanischen Militärgeistlichen mit ihrem eigenen Geld und den Spenden der Soldaten eine Kirche und eine Schule für Missionspriester und -ordensschwestern zu errichten. Nach seiner Beförderung zum Hauptmann im Januar 1946 und der Beendigung des Feldzugs in Burma im Mai des gleichen Jahres kehrte Father Emil mit den Soldaten in die Heimat zurück.

Zunächst übernahm Father Kapaun die Pfarrstelle in der St. John-Kirche in Spearville, Kansas. Doch dann eskalierte der Korea-Konflikt. Aus dem kalten Krieg wurde ein heißer Krieg, nun sprachen die Waffen. Father Kapaun sah seinen Platz erneut in der Militärseelsorge und mit der Erlaubnis seines Bischofs kehrte er in den Militärdienst zurück.

Der Korea-Konflikt entwickelte sich anfangs für die Mächte der freien Welt positiv und General MacArthur, neben George Patton wohl der eitelste Militärbefehlshaber der US-Geschichte, sah den Sieg bereits als erreicht an - als Maos rotes Riesenreich mit seinen Massen an Soldaten aktiv in den Krieg eingriff, um Kim Il-sungs Kommunisten die Herrschaft zu sichern.

Father Emil versah zu dieser Zeit seinen Dienst als Militärkaplan im 8. Regiment der 1. Kavalleriedivision. Stets sah man ihn an vorderster Front. Mehrfach verlor er seinen Jeep und seine liturgischen Gegenstände durch feindliches Feuer. Unermüdlich spendete er den Sterbenden das letzte Sakrament. Seinen Kameraden blieb er couragiert und gütig in Erinnerung, im September 1950 wurde er für seinen Mut mit der ›Bronze Star Medal‹ ausgezeichnet.

Zwei Monate später kam es zur verhängnisvollen Schlacht von Unsan. Das 3. Bataillon des 8. Kavallerieregiments, bei dem Father Emil sich als Seelsorger befand, geriet in die Umklammerung der zahlenmäßig weit überlegenen chinesische Truppen. Am 1. und 2. November 1950, während einer unerbittlich geführten Kesselschlacht, begab sich der Kaplan in selbstloser Pflichterfüllung von einem Schützenloch zum nächsten und spendete den umzingelten Soldaten Hoffnung und Trost. Furchtlos brachte er Verwundete in Sicherheit; wenn er sie nicht aus dem Schussfeld bergen konnte, grub er ihnen mit bloßen Händen flache Mulden, um sie so vor feindlichem Feuer zu schützen. Mehrfach lehnte Father Kapaun eine Evakuierung ab; er blieb freiwillig im infernalischen Kessel und widmete sich der Pflege der Verwundeten. Doch angesichts sehr hoher Verluste blieb bald nur noch die Wahl zwischen Untergang oder Kapitulation. So geriet das Bataillon am 2. November 1951 in chinesische Kriegsgefangenschaft.

Die Gefangenen wurden etwa 450 Kilometer weit ins Hinterland von Nordkorea gebracht. Während des strapaziösen Marsches schleppte Father Emil trotz erfrorener Füße die Tragen mit Verwundeten und verweigerte die Ablösung; in den seltenen Pausen ermutigte er die Soldaten und betete mit ihnen. Nach dem Aufenthalt in einem einigermaßen erträglichen Sammellager wurden die Gefangenen in ein anderes Lager verlegt. Dieses war ein Vorhof der Hölle. Die Baracken hatten weder Dächer noch Heizmöglichkeiten, es gab keine warme Kleidung, nicht einmal Decken - bei Temperaturen weit unter 0 Grad. Viele Gefangene erfroren im Schlaf. Von 3.000 Männern starben 1950/51 in diesem Lager mehr als 1.200 durch Kälte, Hunger oder Krankheit.

Um Nahrung und Medikamente zu beschaffen, schlich sich Father Emil nachts unter Lebensgefahr aus dem Lager. Heiliger Dismas, guter Dieb! Seine Soldaten beteten für ihn, für ihren tapferen Kaplan, der wie ein aufopferungsvoller Vater für seine Familie sorgte. Mehr noch. Er widersetzte sich höflich den Umerziehungsversuchen der Kommunisten und bestärkte seine Mitgefangenen darin, es ihm gleichzutun- er feierte die Heilige Messe und wurde schließlich wegen Ungehorsams bestraft, indem er tagelang bei frostigen Temperaturen ohne Kleidung im Freien ausharren musste.

Zunehmend schwächer geworden, verstauchte sich Father Emil eines Tages den Knöchel. Dennoch blieb er noch einige Zeit auf den Beinen. Bis es zu einer Infektion kam. Der Bataillonsarzt verordnete ihm Ruhe, nun gaben die treuen Soldaten ihrem Kaplan Gutes zurück. Sie brachten ihm Aspirin, Lebensmittel und erhitzten Steine. Doch die Infektion wuchs, Durchfall folgte, schließlich eine Lungenentzündung. Die kommunistischen Bewacher kannten kein Erbarmen und brachten ihn in das ›Krankenhaus‹, einen dunklen, schmutzigen Verschlag, den die Soldaten die ›Stätte des Sterbens‹ nannten.
Auf dem bloßen Lehmboden liegend, verbrachte Father Emil hier seine letzten beiden Lebenstage. Bevor die gnadenlosen chinesischen Wachen ihn dorthin brachten, zeigte der Kaplan erneut seine Größe: Er bat Gott um Vergebung für die Bewacher und nahm seinen Soldaten das Versprechen ab, ihrem Glauben treu zu bleiben.

Father Kapauns heldenhafte Taten sind nicht vergessen. Nicht von der Kirche und nicht von der Welt. Der unendlich tapfere und beherzte Father befindet sich derzeit im Kanonisierungsprozess; die Kirche hat ihn bereits zum ›Ehrwürdigen Diener Gottes‹ (Venerabilis Dei servus) erklärt.
Am 11. April 2013 ehrte US-Präsident Obama Father Emil post mortem mit der ›Medal of Honor‹, der Ehrenmedaille des US-Kongresses, also der höchsten militärischen Auszeichnung für Tapferkeit in den USA, die der Neffe des Geehrten, Ray Kapaun, stellvertretend entgegennahm. Father Kapaun ist seit 1961 der siebte Militärkaplan, der die ›Medal of Honor‹ erhielt.

Beten wir für diesen opfermutigen Mann. Für diesen Priester, der mit seinem leidenschaftlichen Glauben die Qualen der irdischen Hölle für die ihm Anvertrauten erträglicher werden ließ. Für diesen Soldaten, der außergewöhnlich mutig gegen Unterdrückung und Tyrannei kämpfte. Für den Gefangenen, der seinen Leidensgefährten das Joch der Knechtschaft zu tragen erleichterte. Und nicht zuletzt auch für die Christen in Nordkorea, die trotz aller Bedrohungen und Widrigkeiten heute treu ihren Glauben leben.

Mein bescheidener Bericht, der nicht annähernd die göttlich inspirierte, menschliche Größe dieses wunderbaren Mannes wiederzugeben vermag, soll mit einem mir lieben Bibelvers enden, der für Father Emil geschrieben sein könnte:

»Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde.« (Joh. 15,13)
Buch_Kapaun1
Weiterführende Literatur:

Roy Wenzl, Travis Heying:
The Miracle of Father Kapaun.
Priest, Soldier and Korean War Hero.
Bestellbar via Amazon.


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Dienstag, 21. Mai 2013

Das fünfte Gebot, der Katechismus und die Soldaten

[Aus gegebenem Anlass hole ich hier nochmals einen Beitrag vom 23. Januar auf die Startseite hoch]

Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg

»Du sollst nicht morden.« So fordert es das fünfte Gebot und verwirft damit den direkten und willentlichen Mord als schwere Sünde. In unserem Rechtsraum ist ein Mord die Tötung eines Menschen aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier, aus anderen niedrigen Beweggründen oder zur Verdeckung einer Straftat. Weitere Merkmale sind Heimtücke, Grausamkeit oder die Verwendung gemeingefährlicher Mittel. Nicht jede Tötung eines Menschen ist also ein Mord - das sieht die römisch-katholische Kirche nicht anders als die Bundesrepublik Deutschland. Die Tötung eines Rechtsbrechers in Notwehr ist für die Kirche kein Verstoß gegen das fünfte Gebot (siehe u.a. KKK 2321) und für den Staat kein Verbrechen (siehe § 32 StGB). Einigkeit besteht auch bezüglich der Verhältnismäßigkeit. Die Wahl der Mittel muss angemessen sein, eine überzogene Abwehr eines Angriffs ist nicht zulässig und die Situation darf nicht provokativ herbeigeführt werden.

Auch die Stellung der Garanten, also der im staatlichen Auftrag handelnden Beauftragten, wird seitens der Kirche nicht in Frage gestellt, sondern der Katechismus spricht bei dieser Personengruppe sogar von einer schwerwiegenden Pflicht zur Wahrnehmung der Notwehr. Der Katechismus der Kirche anerkennt damit das rechtmäßige Gewaltmonopol eines Staates. Grundsätzlich hält KKK 2306 zum Verzicht auf gewaltsame Handlungen an und bezeichnet den Gewaltverzicht als Zeugnis der Liebe des Evangeliums, schränkt aber gleichzeitig durch den Verweis auf die Verletzung der Rechte und Pflichten Dritter ein, die durch den Verzicht auf Verteidigung entstehen könnten. An dieser Stelle kommen wir zu den Verantwortungsträgern für das Gemeinwesen. Und zu den Soldaten.

Einige leicht gekürzte Aussagen aus dem Katechismus: »Damit das Menschenleben geachtet wird und sich entfalten kann, muss Friede sein. Friede besteht nicht einfach darin, dass kein Krieg ist. Friede auf Erden herrscht nur dann, wenn die persönlichen Güter gesichert sind, die Menschen frei miteinander verkehren können, die Würde der Personen und der Völker geachtet und die Brüderlichkeit unter den Menschen gepflegt wird. Der Friede besteht in der Ruhe und Ordnung. Er ist das Werk der Gerechtigkeit und die Wirkung der Liebe.« (KKK 2304, vgl. GS 78,5 und GS 78.1-2)

Ein Blick auf die Krisenherde der Welt lässt erkennen: Nicht in allen Regionen herrscht Frieden und Gerechtigkeit, Ruhe und Ordnung. Noch immer sind Staaten und Territorien in der Hand von rücksichtslosen Diktatoren und verbrecherischen Gruppierungen, nicht überall sind die Menschen frei und in ihrer Würde geachtet. Über die weltweite Verfolgung der Christen bspw. wird auf diesem Blog regelmäßig berichtet. Friedliche Lösungen sind leider nicht immer möglich, die Mittel der Diplomatie versagen, sobald sie auf politische Ideologien und religiösen Fanatismus stoßen. Die Rechte zahlloser Menschen werden noch immer mit Füßen getreten und in Ausnahmefällen können die einfachsten Maßstäbe nicht anders durchgesetzt werden als durch eine militärische Intervention. Hierzu bedarf es der Soldaten.

Die Soldaten, Töchter und Söhne unserer Völker, tragen gemäß ihres Berufes die Last der Militäreinsätze. Die Angehörigen der Bundeswehr handeln auf Anordnung der legitimen Regierung mit dem Mandat der von uns gewählten Volksvertreter und der Vereinten Nationen. Sie versehen ihren schwierigen, zunehmend gefahrvollen und entbehrungsreichen Dienst nach bestem Wissen und Gewissen - und im Vertrauen auf die Rechtmäßigkeit der Einsätze und der Befehle ihrer Vorgesetzten. Ihre Aufgabe ist nicht primär das Töten von Gegnern, sondern die Herstellung von Ruhe und Ordnung. Dass hierbei auch Gewalt angewendet werden muss, liegt in der Natur der Sache. Die Kritik daran ist unbedingt zulässig, die Schmähung und Diffamierung der Soldaten ist es nicht.

Wie weit die Ablehnung des Soldatenberufs mittlerweile geht, zeigt u.a. auch eine ›Ökumenische Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge‹. Nicht nur sollen die Soldaten ihre vertrauten geistlichen Ansprechpartner verlieren, nein, als würde man von Kriminellen reden, werden auch ›Aussteigerprogramme‹ erwogen. Ein empörendes Unterfangen! Die Seelsorge, die man selbst den sechs verbrecherischen Gruppenvergewaltigern in Indien gewiss nicht verweigern würde, soll den Soldaten, die sich mit Leben und Gesundheit für unsere Freiheits- und Rechtsordnung einsetzen, künftig nicht mehr angedeihen. Mir drängt sich da der Gedanke an gottlose Diktaturen auf, in denen der Ungerechte belohnt und der Gerechte sanktioniert wird.

Gerade die Militärseelsorge ist heute wichtiger denn je. Die Art der bewaffneten Konflikte hat sich stark verändert, der heutige Soldat ist wegen des Fehlens jeder Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Verbündeten und Gegnern besonders gefährdet. Ihre Militärpfarrer sind es, die ihnen in den Stunden der Bedrängnis Hoffnung vermitteln, sie im Glauben stärken, ihnen die hierfür zentralen Sakramente spenden, ihnen geistigen Beistand bieten und zugleich an der Gewissensbildung des einzelnen Soldaten entscheidend mitwirken - gleichsam die Todesgefahr mit ihnen teilend.

Kein Soldat ist ein Mörder, wenn er im Rahmen der korrekten Ausübung seiner Pflicht einen Menschen getötet hat - insbesondere um einen anderen Menschen zu schützen. Er ist deswegen auch kein Sünder, so lange er nicht aus Hass oder Rache gehandelt hat. Ich hätte mir von Militärbischof Dr. Overbeck in dem am 17. Oktober 2012 ausgestrahlten Polit-Talk ›Anne Will‹ eine deutliche Wertung des fünften Gebots und besonders zur Unterscheidung zwischen dem strafbaren Mord und der gerechtfertigten Tötung gewünscht. Damit wären viele Soldaten, die an Auslandseinsätzen teilgenommen haben, von einer großen Last befreit worden. Das zumindest hätten sie verdient, denn:

»Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde.« (Joh. 15,13)

Dienstag, 2. April 2013

Sanguis martyrum - Die Situation in Mali

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Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.

Die Fastenzeit und die daran anschließenden Kar- und Osterfeiertage sind für Christen von besonderer Bedeutung. Wir erleben Wochen des Besinnens, des Gefühls banger Vorahnungen, Hoffnungen und Erwartungen, die aus dem Tal tiefer Traurigkeit wegen des Kreuzgangs des Erlösers in die triumphale Hochstimmung seiner Auferstehung führen. Für mich war es dieses Mal eine Zeit wertvoller Erfahrungen: Ich habe binnen weniger Tage erleben dürfen, wie bedrückend sich der Anblick von Tod, Zerstörung, Armut und Leid auf die Seele eines Menschen auswirkt - und wie schnell wohlgesonnene Menschen mit friedfertiger Freundlichkeit und erwartungsfroher Hoffnung diese Verzweiflung zu heilen vermögen, so dass man daran wachsend zugleich demütiger wird.

Unsere heutige gedankliche Reise durch die Länder, in denen Christen verfolgt und diskriminiert, getötet und geschunden, verschleppt und vertrieben werden, führt uns in die westafrikanische Republik Mali. Dass dieses Land urplötzlich nach den üblich gelisteten Staaten Nordkorea, Saudi-Arabien, Afghanistan und Irak, zwischen den Malediven und dem Iran, auf Platz 7 auf dem Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks ›Open Doors‹ auftaucht, hätte zu Beginn des Jahres 2012 niemand vorhersagen können. Weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit verwandelte sich eine vorzeigbare Demokratie mit säkularer Verfassung in ein zerrissenes, konfliktbeladenes Land, in dem Politiker in dem Maß an Macht verloren wie islamistische Hassprediger an Einfluss gewannen. Mit dem Aufstand der Tuareg im Norden des Landes und der Einmischung islamistischer Gruppen begann ein blutiger Bürgerkrieg. Der Putsch von Teilen des Militärs verschärfte die Situation. Und wie so oft geriet die religiöse Minderheit der Christen zwischen alle Fronten.

Eigentlich ist Mali ein zauberhaftes Land, in dem sich karge Wüstenlandschaften und blühende Oasen abwechseln, in denen Felsmassive wie vergessene Spielzeugbausteine von längst ausgestorbenen Riesen ein wenig Schatten spenden, in dem die Menschen trotz ihrer Armut sehr freundlich und tolerant sind. Der islamische Glaube der Mehrheitsgesellschaft ist äußerst moderat, Christen und Angehörige animistischer Religionen (wie etwa die Dogon) wurden geduldet, sie konnten ihren Glauben weitestgehend ungestört ausüben und hatten einen festen Platz in der Gesellschaft.
Von den etwa 15 Millionen Maliern bekennen sich etwa zwei Prozent zum Christentum, rund 200.000 Einwohner gehören der römisch-katholischen Kirche an.

Seit April 2012 herrscht Krieg im Norden Malis. Opfer dieses Krieges sind die moderaten Muslime ebenso wie die Christen. Mit den Islamisten kam die Scharia, Menschen wurden wegen angeblicher Verbrechen ausgepeitscht, verstümmelt, hingerichtet. Christliche Kirchen wurden zerstört wie auch islamische Heiligtümer, die zum Weltkulturerbe zählten. Der von den separatistischen Tuareg ausgerufene Staat Azawad im Norden Malis hatte nicht lange Bestand; die islamistischen Gruppen vertrieben ihre einstigen Verbündeten und errichteten Terrorregimes, insbesondere in den Oasenstädten, wie Gao, Kidal und Timbuktu. Die Christen, deren Leben plötzlich bedroht war, flohen in den Süden des Landes, nach Niger, Burkina Faso oder andere Nachbarländer. Nur einige wenige Christen leben noch im Norden; sie praktizieren ihren Glauben im Verborgenen.

Diese rasende Welle der Gewalt gehört zu den wenig glücklichen Folgen des ›Arabischen Frühlings‹ und dem damit verbundenen Vormarsch des radikalen Islam im afrikanischen Norden. So befindet sich Mali im Operationsgebiet der sogenannten ›Al-Qaida im Maghreb‹. Die in Mali agierenden Islamisten sind selten Malier, sondern hauptsächlich Araber, insbesondere aus Algerien, Libyen und anderen Staaten des Maghreb. Von säkularen Kräften vertrieben, fanden sie in Mali ein neues Schlachtfeld für ihren ›heiligen Krieg‹. Ihre Methoden: Bürgerkrieg, Terror, Attentate, Folter und Mord. Auch die Tuareg mussten erkennen, wie wenig fruchtbringend ein Bündnis mit Dschihadisten ist, denn der Dschihad kennt keine Regeln. Aus der Sicht der ›Gotteskrieger‹ sind Heimtücke, Verrat und Lüge erlaubte Mittel.

Erst nach einigem Zögern konnte Mali Hilfe erfahren. Nach einer im Oktober 2012 erlassenen UN-Resolution griffen Frankreich und die Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsunion (ECOWAS) ein. Am 11. Januar begann die ›Operation Serval‹. Soldaten aus Frankreich, ausgezeichnete Wüstenkämpfer aus dem Tschad und Truppen der ECOWAS-Staaten befreiten endlich die Menschen in Nordmali aus dem Würgegriff der Extremisten und arbeiten nun an der Sicherung der Gebiete. Noch immer sind die Terrorgruppen stark genug für brutale Überfälle, besonders auf Gao und Kidal, wobei sie keinerlei Rücksicht auf das Leben der Zivilbevölkerung nehmen.

Ja, man kann Militäreinsätze differenziert bewerten - in Mali ist er sinnvoll und richtig. Die freundlichen und liebenswürdigen Menschen in Mali wollen nicht unter einem Terrordiktat von rücksichtslosen Islamisten leben, die sie ›les diables‹, die Teufel, nennen. Sie haben jede nur mögliche Unterstützung verdient, um wieder ein friedliches Leben in einem ruhigen, stabilen Land zu führen. Denn nur in der Ordnung gedeiht der Friede. Mali kann wieder ein Staat werden, in dem Muslime, Christen und andere wie zuvor ohne größere Konflikte zusammenleben. Dazu müssen alle Teile der Gesellschaft, die gemeinsam den Weg des Friedens gehen wollen, eingebunden werden.

Dann - und nur dann - wird das Christentum in Mali einen dauerhaften Bestand haben. Denn seine Infrastruktur ist innerhalb weniger Monate der Terrorherrschaft fast vollständig zerstört worden. Es mag unfassbar klingen, welch schreckliche Verheerungen eine gewalttätige Rotte von 2.000 bewaffneten Extremisten anrichten kann. Es wird lange dauern, bis alles wieder aufgebaut sein wird, aber die Vorzeichen sind besser als anderswo. Wenn alle Beteiligten jetzt umsichtig handeln, wird es wieder Frieden und Demokratie, Ruhe und Stabilität geben. Manchmal muss all dies leider erzwungen werden, damit der Weltfriede gedeihen kann und die Völker miteinander wachsen können. Besonders für uns als Angehörige der Religion des Friedens und der Versöhnung ergibt sich daraus eine Mitverantwortung.

Erinnern wir uns an den emeritierten Papst Benedikt XVI. und seine Botschaft zum Weltfriedenstag 2013: »Die Verwirklichung des Friedens hängt vor allem davon ab anzuerkennen, dass in Gott alle eine einzige Menschheitsfamilie bilden.« Der erst vor wenigen Wochen gewählte Papst Franziskus flehte anlässlich des großen Friedensgebets beim ›Urbi et Orbi‹ 2013 auch für Mali: »Unser Frieden ist Christus und durch ihn flehen wir um Frieden für die ganze Welt. [...] Um Frieden in Mali, dass es wieder Einheit und Stabilität erlange.«

Gott schütze Mali. Beten wir für die friedliebenden Menschen in diesem fernen Land, dessen Nachthimmel das Kreuz des Südens erstrahlen lässt. Beten wir für alle Menschen guten Willens, die sich - als Soldaten oder Zivilisten - in einer Liga der Anständigen und Vernünftigen für Land und Leute engagieren, ohne dabei ihre Gesundheit zu schonen, und ihr Leben dafür einsetzen. Dank ihnen muss ich vielleicht nicht eines Tages über malische Märtyrer schreiben. Und ein ganz persönlicher Wunsch: Herr, behüte besonders auch jenen tapferen tschadischen Offizier, der mir ein Freund geworden ist.

»Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden« (Mt 5,9)

Weiterführende Links:
http://www.opendoors.de/verfolgung/laenderprofile/mali/
http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/53810.html
Bildnachweis: AFP PHOTO / KAMBOU SIAKAMBOU SIA/AFP/Getty Images

Mittwoch, 13. März 2013

Sanguis martyrum - Christen im Irak: Der Mord an Erzbischof Paulos Faraj Rahho

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[Update: Konklave hin-Konklave her, der Gedenktag ist heute und da wir beim Konklave sowieso gerade Mittagspause haben, pushe ich den Beitrag vom 4. März als update nochmal nach oben]

Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg

Am 13. März 2008, fanden Jugendliche auf einer Müllhalde nahe der Metropole Mosul einen eher notdürftig verscharrten als begrabenen Leichnam. Bei dem Toten handelte es sich um Monsignore Paulos Faraj Rahho, den Erzbischof der chaldäisch-katholischen Kirche in Mosul. Er war am 29. Februar 2008 von islamischen Terroristen entführt worden, als er gerade aus einer Kirche kam. Seine drei Begleiter, einen Fahrer und zwei Personenschützer, erschossen die Entführer noch am Tatort. Ob der Erzbischof an den Folgen der Geiselhaft und des schlechten Gesundheitszustandes starb, oder ob er durch seine Entführer ermordet wurde, ist bis heute ungeklärt.

Diese schreckliche Bluttat, begangen von der Al-Qaida nahestehenden, islamistischen Terroristen, ist eine von vielen. Längst gehört der Irak zu den Ländern, in denen die Christenverfolgung zum Alltag der Menschen gehört. Auf dem Weltverfolgungsindex der christlichen Hilfsorganisation ›Open Doors‹ findet man den Irak nach Nordkorea, Saudi-Arabien und Afghanistan auf Platz Vier.
So wurden im Jahr vor dem Überfall auf den Erzbischof, der sich unmittelbar nach einer Kreuzwegandacht ereignete, der Priester Ragid Ganni und drei seiner Diakone gewaltsam zu Tode gebracht. Über das Massaker in der Sayidat-al-Nejat-Kathedrale in Bagdad am 31. Oktober 2010 wurde auf diesem Blog berichtet.

Erzbischof Rahho hinterließ uns mit seinem Testament ein ausdrucksstarkes Zeugnis seiner Liebe zu Gott, der Kirche und zu seiner irakischen Heimat. »Ich bitte euch alle, immer offen für eure muslimischen und jesidischen Brüder und alle Kinder eures geliebten Vaterlandes zu sein und miteinander zu arbeiten, um feste Bande der Liebe und Brüderlichkeit unter den Kindern unseres geliebten Landes Irak zu schaffen«, hieß es in dem Dokument vom 15. August 2003. Und weiter hieß es, gerichtet an seine Familie: »Ich besitze nichts, und was, was ich besitze, gehört nicht mir. Ich selbst war im Besitz der Kirche, und von der Kirche könnt ihr nichts fordern.«

Monsignore Rahho war mit Leib und Seele ein irakischer Christ. Geboren wurde er am 20. November 1942 in Mosul. Ab 1954 studierte er am Priesterseminar ›Sankt Peter‹ in Bagdad und wurde am 10. Juni 1965 zum Priester geweiht. Anschließend wirkte er als Seelsorger der ›Isaias-Kirche‹ in Mosul. Nach seinem Lizentiat in Pastoraltheologie an der Päpstlichen Universität Hl. Thomas von Aquin in Rom arbeitete er als Seelsorger in den Pfarreien ›Mutter der Immerwährenden Hilfe‹ und ›Sankt Paulus‹ in Mosul. Im neu errichteten Stadtteil Telkif ließ er die Kirche ›Herz Jesu‹ errichten, auch gründete er ein Heim für behinderte Kinder. Sein Leben war geprägt von der Liebe zu Gott und zur Kirche, von Barmherzigkeit und Nächstenliebe und seine Vision von einem friedlichen Irak als Heimat für Menschen aller Religionen. Er nahm das Kreuz auf sich, trug es in Demut - und bezahlte seine Liebe und Güte mit seinem Leben.
Bestattet wurde er unter Leitung des Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche, Kardinal Emmanuel III. Delly, im Dorf Karamles bei Mosul. Auf dem dortigen Friedhof fanden auch die ermordeten Begleiter des Erzbischofs ihre letzte Ruhestätte auf Erden.

Die Entführung des Erzbischofs löste weltweite, entsetzte Reaktionen aus und an dieser Stelle muss ausdrücklich das achtjährige Pontifikat Seiner Heiligkeit Benedikts XVI. gewürdigt werden, dieses einzigartigen Pontifex Maximus, des Großen Brückenbauers, der sich stets für den Weltfrieden, für Versöhnung und Brüderlichkeit sowie den Dialog der Religionen eingesetzt hat - was ihm selbst seine linksliberalen Kritiker zuerkennen mussten. Nicht müde werdend hatte der Papst sich immer wieder gerade auch zum Irak geäußert.

»Man darf diesem Land nicht die Zukunft vorenthalten, auf die es ein Recht hat«, forderte er im Angelus am Sonntag nach dem Auffinden des toten Erzbischofs. In einer Pressemitteilung beklagte Papst Benedikt die Untat als einen »Akt unmenschlicher Gewalt, der die Würde des Menschen beleidige«; der Mord schade dem Anliegen, brüderlich im Irak zusammenzuleben. Zugleich verband er mit diesem »tragischen Ereignis« die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft des gemarterten Landes und er versicherte dem Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche und der christlichen Bevölkerung im Irak seine geistliche Nähe.

Die Vision von einem friedlichen und brüderlichen Irak verband Papst und Erzbischof. Monsignore Rahho sprach sich immer wieder für ein Miteinander aller Iraker aus und kritisierte mit deutlichen Worten die Invasion der USA 2003, die zum Sturz des laizistischen Diktators Saddam Hussein führte, das Land ins Chaos stürzte und eine blutige Welle der Christenverfolgung nach sich zog. Seither hat sich die Situation der irakischen Christen dramatisch verschlechtert, ihre Zahl sank um die Hälfte, von etwa 1,2 Millionen auf rund 600.000.

Heute sehen sich die Jahrtausende alten christlichen Gemeinden im Zweistromland in ihrer Existenz bedroht. Diese Sorge wird bestätigt durch die Gesellschaft für bedrohte Völker. »Gezielte Massaker und Terroranschläge gehören zu dem, was irakische Christen zu erleiden haben«, so Tilman Zülch, Präsident der GfbV, »neben Einschüchterungen, Übergriffen und Entführungen.« In Bagdad werden Christen von islamistischen Milizen bedroht, wenn sie nicht zum Islam übertreten, besondere Steuern verweigern und ihre Töchter nicht Muslimen zur Frau geben wollen. Weitere Informationen bieten die Links unter dem Beitrag.

Lassen wir zwei Zeugen des Leides unserer irakischen Geschwister das Schlusswort sprechen. Da ist Schwester Iva von den Töchtern der Unbefleckten Empfängnis: » Der Erzbischof hat den Irak geliebt. Er sagte stets: ›Der Irak gehört allen. Wir wollen dieses Land aufbauen.‹ Er war ein Freund aller, nicht nur der Christen, hatte gute Beziehungen auch zu den Muslimen und tat allen Gutes. Er war ein Mensch, den alle mochten, auch die Muslime. Er selbst machte keinen Unterschied.« Und da ist Erzbischof Paulos Faraj Rahho selbst: »Das Leben besteht aus einer vollständigen Hingabe in die Hände Gottes, mit dem Tod wird diese Hingabe unendlich im ewigen Leben.«

Bitte für uns, Monsignore Rahho, der du mit deinem Martyrium einen besonderen Platz im Himmelreich erworben hast. Und beten wir gemeinsam für unsere Schwestern und Brüder im Irak, die um Christi Willen unter Mord, Terror und Verfolgung zu leiden haben und dennoch standhaft und treu ihren Glauben leben.
Gott segne und behüte sie!

Mehr zum Thema Irak:
Geiseldrama in Bagdad: http://elsalaska.twoday.net/stories/193153662/
Christen im Irak: http://elsalaska.twoday.net/stories/197336471/

[Foto via netzeitung.de]

Dienstag, 1. Januar 2013

Sanguis martyrum - Die Kopten

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[Das Foto zeigt die blutverschmierte Fassade der Kirche in Alexandria nach dem Anschlag 2011]

Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.

In seinem traditionellen Weihnachtssegen ›Urbi et Orbi‹ widmete sich der Heilige Vater besonders auch den Geschwistern in Ägypten. Seine Worte: »Mögen in den Ländern Nordafrikas, die auf der Suche nach einer neuen Zukunft einen tiefgreifenden Umbruch erleben - im besonderen in Ägypten, diesem geschätzten und durch die Kindheit Jesu gesegneten Land - die Bürger gemeinsam Gesellschaftsformen aufbauen, die auf die Gerechtigkeit und auf die Achtung der Freiheit und der Würde jedes Menschen gegründet sind.«

Besonders der Bombenanschlag in der Neujahrsnacht 2011 auf die Al-Qiddissine- Kirche in Alexandria stellte eine neue Qualität der Gewalt gegen Christen in Ägypten dar. Die Christen - das sind, neben einer Anzahl kleinerer christlicher Gemeinschaften, darunter die mit Rom unierte koptisch-katholische Kirche, hauptsächlich die Angehörigen der koptisch-orthodoxen Kirche, die zugleich eine Ethnie bilden. Kopte ist das griechische Wort für Ägypter. Die koptische Kirche geht zurück auf den Apostel Markus und gehört zu den ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt. Die Zahl der Kopten wird auf weltweit etwa 11 Millionen geschätzt, von denen aufgrund von Auswanderung, Flucht und mittelbarer Vertreibung rund 1,5 Millionen außerhalb Ägyptens leben, zirka 6.000 von ihnen in Deutschland. [1]

Als eigentliche Nachkommen der Pharaonen verwandelten sie seit dem 1. Jahrhundert Ägypten in ein blühendes christliches Land. Bis im 7. Jahrhundert die Araber einfielen und die weitere Entfaltung des Christentums verhinderten. Seit dieser Zeit leben die Kopten im eigenen Land mit stark eingeschränkten Rechten und unterliegen alltäglicher Benachteiligung, Diskriminierung und Schikane und sind zugleich brutaler Gewalt ausgesetzt. Die Unterdrückung der Kopten ist, seit die Moslems die Mehrheitsgesellschaft bilden, die einzige Konstante in der Entwicklung Ägyptens, die mit den frühen islamischen Regenten begann und sich bis zum Regime Mubarak fortsetzte.

Einige besonders schlimme Gewalttaten:
- 2001 wurden bei den Massakern von El Kosheh 21 Kopten ermordet
- 2006 starb bei Angriffen auf drei Kirchen ein Kopte, weitere 17 wurden verletzt
- 2009, an Weihnachten, wurden sechs Kopten vor der Kirche in Nag Hammadi erschossen
- 2011, am Neujahrstag, starben mindestens 21 Menschen bei einem Bombenanschlag auf die koptische Al-Qiddissine-Kirche in Alexandria, 97 wurden verletzt
- wenige Tage später erschoss ein Polizist den 71-jährigen Fathi Ghattas und verletzte fünf weitere Menschen, wobei der Mörder sich anhand des bei den Kopten auf das rechte Handgelenk tätowierte grüne Kreuz vergewisserte, das seine Opfer tatsächlich Christen waren
- im gleichen Jahr wurden während einer Demonstration in Kairo mindestens 24 Menschen getötet; sie wurden von Panzern der regulären Armee einfach überrollt

Als im Januar 2011 der zarte Wind des ›Arabischen Frühlings‹ auch über Ägypten zu wehen begann, regte sich die Hoffnung auf eine liberale Gesellschaft, in der die Menschenrechte geachtet werden, vom Recht auf freie Meinungsäußerung bis zur Religionsfreiheit. Die Vorzeichen machten Mut. Kreuz und Halbmond begehrten im Land der Pyramiden gemeinsam gegen bitteres Unrecht auf. Christen und Muslime protestierten Seite an Seite gegen den Machthaber Husni Mubarak und dessen despotisches System, sie kämpften miteinander, sorgten sich umeinander, standen sich als Brüder und Schwestern bei - bis ihr gemeinsames Ziel erreicht war. Dann zerfiel das Zweckbündnis, einseitig aufgekündigt von den Muslimbrüdern und anderen radikal-islamischen Kräften. Das milde Lüftchen, das ein besseres Ägypten verhieß, wich dem Pesthauch des Todes.

Für die Islamisten besteht kein Zweifel, wer die Verantwortung für die Proteste gegen das neue, aus den Reihen der Muslimbrüder stammende Staatsoberhaupt Mohammed Mursi trägt: die Christen. »Wenn Mursi auch nur ein Haar gekrümmt wird, dann reißen wir den Christen die Augen aus«, verkündete der radikale TV- Prediger Abdullah Badr in einem Talk des ägyptischen Senders ›Al Hafez‹. Und der Generalsekretär der Partei für Freiheit und Entwicklung [2], Mohammed Abu Samra, äußerte in einem Interview des Nachrichtensenders ›Al-Arabija‹: »Wenn die Christen sich gegen die Legitimität stellen, dann werden wir äußerste Gewalt anwenden. Wir sind keine Muslimbrüder und auch keine Salafisten, wir sind Dschihadisten.« So die Stimmen und Stimmungen im ›neuen‹ Ägypten.

Christen werden in allen Belangen des gesellschaftlichen Lebens benachteiligt, die Religionsausübung ist eingeschränkt. Offiziell zwar akzeptiert, sind Christen oft Angriffen aus der muslimischen Bevölkerungsmehrheit ausgesetzt, gegen die sie bei den Behörden kaum Schutz finden und die vom Staat strafrechtlich kaum sanktioniert werden. Jüngste Beispiele hierfür sind u.a. Übergriffe auf christliche Mädchen, denen von fanatisierten muslimischen Frauen das Haar abgeschnitten wird. Auch werden Übertritte vom Islam zum Christentum mit Gefängnis bestraft. Stellvertretend hierfür soll Mohammed Beshoy Hegaz [3] stehen.

Seit die Muslimbrüder die Macht übernommen haben und den Ägyptern eine auf der Scharia basierende Verfassung droht, hat sich für die Christen die Situation noch entschieden verschärft. Und darüber hinaus mussten inmitten der Wirren des politischen Umbruchs und der drohenden Gefahr einer verschärften Islamisierung des Landes die Kopten den Tod ihres Papstes und Patriarchen Schenuda III. beklagen. Sein Nachfolger, Papst Tawadros II. weinte während seiner Inthronisierung ob der Bürde der vor ihm liegenden Aufgaben. Überaus verständlich, angesichts der grimmigen und hasserfüllten Töne, die man aus dem Ägypten dieser Tage vernehmen muss.

Die Situation der ohnehin bedrängten Christen ist nunmehr in mehrfacher Weise dramatisch. Zu den bereits seit Jahrhunderten praktizierten Methoden der Verfolgung und Diskriminierung ist zusätzlich die Bedrohung durch die mögliche Entwicklung Ägyptens zum islamischen ›Gottesstaat‹ hinzu gekommen, nach dessen Recht alle Nichtmuslime zu Menschen zweiter und dritter Klasse degradiert werden, nach dessen Maßstäben die Umma, die Gemeinschaft aller Muslime, zur privilegierten Gesellschaft wird, die alle anderen ausschließt oder mit minderen Rechten ausstattet. Allein, es bleibt die Hoffnung auf Umkehr und auf das Erstarken der säkularen Kräfte, zu denen auch unsere koptischen Geschwister im Glauben gehören.

Heute, am 2. Jahrestag der Untat der Neujahrsnacht 2011, wollen wir der Toten gedenken. Wir wollen uns an die 21 Blutzeugen und ihr Martyrium erinnern und für ihre Angehörigen und alle bedrängten Christen in Ägypten beten. Vergessen wir auch nicht, dass selbst hier in Deutschland die Kopten ihr Weihnachtsfest am 6. Januar 2011 unter Polizeischutz begehen mussten. Lasst uns den feigen Mördern vergeben. Doch lasst uns die Verfolgten nicht vergessen.

Vertrauen wir gemeinsam auf den Herrn.

»Des Pharao Wagen und seine Macht warf er ins Meer.« (Ex 15,4)

Erläuterungen:
[1] wegen stark schwankender Angaben dienen hier als Grundlage die Zahlen der Internationalen
Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
[2] politischer Arm der Terrororganisation ›Dschama al-islamiyya‹, die am 17. November 1997 einen
Anschlag auf ausländische Touristen in Luxor verübte, bei dem 62 Menschen starben
[3] siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Hegazy

Literaturempfehlung:
Michael Hesemann: Jesus in Ägypten. Das Geheimnis der Kopten
Der renommierte Historiker und beim Vatikan akkreditierte Journalist lässt die geheimnisvolle
Welt einer uralten christlichen Tradition lebendig werden und beleuchtet die heutige dramatische
Lebenssituation der koptischen Christen.

Ergänzender Link:
Auszüge eines Interviews mit Anba Damian, Generalbischof der Kopten in Deutschland

Sonntag, 23. Dezember 2012

Frohe und gesegnete Weihnachten euch allen!

Ich kann Dir nichts geben, denn bin ich so fern.
Doch wäre ich näher, so gäbe ich gern
vier Gaben Dir mit auf all Deinen Wegen:
Gold, Myrre und Weihrauch - dazu Gottes Segen!
So oft man auch zweifelt in einsamen Stunden -
man ist nicht allein, hat man Freunde gefunden.
Und für all die Vielen, die heut' Traurigkeit quält,
sei der Menschheit wohl schönste Geschichte erzählt:
Zimmermann war er, ward Josef genannt.
Seine Frau, die Maria, ein Kind bald entband.
Sie suchten ein Obdach und Menschen und Licht;
so lange sie suchten - man wollte sie nicht.
So oft sie auch klopften an manchem Quartier,
man ließ sie nicht ein, verschloss schnell die Tür.
Nun gingen sie weg aus der heiligen Stadt,
die mit bitterer Härte verstoßen sie hatt'.
Nun zogen sie fort denn, die Guten, die Armen,
erregten im Himmel des Gottes Erbarmen.
Er sandte den Stern, um mit ihm zu gehen.
Und bei einem Schafstalle blieb er bald stehen.
Maria kam nieder, gebar Gottes Kind.
Es schwiegen die Schäfer, die Tiere, der Wind.
Sie legte ihn weich in die Krippe mit Stroh,
und strahlte ihn an. So glücklich, so froh.
Es war Gottes Wille, der Stärke verlieh.
Drei Könige kamen, um zu beugen ihr Knie.
Herren mit Macht, voller Kraft und erhaben,
legten zu Füßen dem Christkind vier Gaben.
Gold, Myrre und Weihrauch sowie Seinen Segen
bekam Gottes Kind mit, auf all seinen Wegen.
Die Herrn zogen heim durch die finstere Nacht,
doch ein einsamer Stern über Bethlehem wacht'.

Und siehst Du den Stern, so will Gott Dich ehren,
denn kannst Du die Stimmen der Tiere gar hören.
Fühlst Du heut Dich allein, drückt die Sorge Dich nieder,
fliegt zu Dir ein Vogel mit weißem Gefieder.
Er sagt zu Dir leise: »Ach gräme Dich nicht.
Schau auf zu dem Sterne und sieh nur sein Licht!
Es soll Schutz sein, und Trost in den leidvollen Tagen,
an denen nur Kummer und Schmerzen Dich plagen.«
Und hat man im Leben Dir vieles genommen -
ich denke an Dich, Du bist stets mir willkommen.
Ich will beten und hoffen, hier im strahlenden Schein,
dass der Segen des Herrn Dein Begleiter wird sein!

Olaf Tannenberg, 23.12.2012

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Selig, die Frieden stiften

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Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.

Tagtäglich erleben wir es. Nahezu rund um die Uhr sind wir umgeben von Sendern, Empfängern und Botschaften. Mehr noch. Wir sind selbst Botschafter in einem System der Kommunikation und des Informationsaustausches. Manchmal sind erfreut über den Inhalt eines Berichts, umso mehr, wenn der Absender uns sympathisch ist, und manchmal bleibt eine Nachricht unverstanden, weil der Bote uns nicht genehm erscheint. Dann, im letzteren Fall, kann selbst eine Friedensbotschaft zur Kriegserklärung umgedeutet werden.

Besonders geeignet für Missdeutungen aller Art scheinen die frohen und hoffnungsvollen Botschaften des spirituellen Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI. zu sein. Immer wieder fühlen sich einige Menschen persönlich negativ angesprochen, obwohl sie überhaupt nicht explizit erwähnt wurden. Sie sehen sich zurückgesetzt, ausgegrenzt, unverstanden. Dabei geht es dem Heiligen Vater nicht um die Ablehnung der Ansinnen von Wenigen, schon gar nicht um die Zurückweisung von Menschen, sondern um die Bejahung des Bewährten. Und um den Frieden auf der Erde. Dies macht der Papst in seiner Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages 2013 überaus deutlich. Seine Worte richten sich an jeden Menschen guten Willen in der ganzen Welt.

»Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden« (Mt 5,9), lautet das Motto der päpstlichen Botschaft. Sie spricht von einem auf Wahrheit, Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit gegründeten Zusammenleben aller Menschen. Also vom Stiften eines dauerhaften Friedens. Ein Auszug:

»Um authentische Friedensstifter zu werden, ist zweierlei grundlegend: die Beachtung der transzendenten Dimension und das ständige Gespräch mit Gott, dem barmherzigen Vater, durch das man die Erlösung erfleht, die sein eingeborener Sohn uns erworben hat. So kann der Mensch jenen Keim der Trübung und der Verneinung des Friedens besiegen, der die Sünde in all ihren Formen ist: Egoismus und Gewalt, Habgier, Machtstreben und Herrschsucht, Intoleranz, Hass und ungerechte Strukturen.«

Und weiter: » Die Verwirklichung des Friedens hängt vor allem davon ab anzuerkennen, dass in Gott alle eine einzige Menschheitsfamilie bilden.« Für mich, dessen eigentliches Thema die weltweite Christenverfolgung ist, sind diese Aussagen von besonderer Bedeutung. Die Botschaft des Heiligen Vaters ist bei mir angekommen. Meine noch wenigen Beiträge haben nämlich etwas bewirkt. Vor allem in mir selbst. Die hundert Millionen verfolgten Christen, für die ich hier anschreibe, sind für mich längst keine bloßen ›juristischen Subjekte‹ mehr, deren Rechte man einfordern muss, irgendwie und irgendwann, nein, sie sind in einer einzigen großen Familie meine Schwestern und Brüder geworden, die Kinder des gleichen Vaters, an deren Schicksal ich teilhabe, mit denen gemeinsam ich Freude und Trauer verspüre - auch wenn ich weit entfernt von ihnen lebe und ihr Leid nur im Gedanken teilen kann. Und so wird in mir die Sehnsucht nach einem gerechten Weltfrieden größer und größer.

Mir ist bewusst geworden: Ein immerwährender Frieden ist nur dann möglich, wenn individuelle Vielfalt zur rechtschaffenen Einheit wird und nicht zur egoistischen Einfalt verkommt. Der Friede der Welt kann kein Etappenziel sein, kein erstrebenswertes Einzelanliegen unter vielen anderen Bedürfnissen, sondern in der Betrachtung der Welt das Höchste, das Vollkommenste, nur erreichbar durch die Wahrnehmung der Verantwortung jedes Einzelnen für Alle.

In der Botschaft des Heiligen Vaters zum Weltfriedenstag bleibt nichts Bedeutsames unerwähnt. Mit schonungsloser Offenheit spricht diese „kleine Enzyklika“ alle weltbewegenden Probleme der Zeit an: Spannungen und Konflikte, drohende Kriege und bestehende bewaffnete Auseinandersetzungen, Terrorismus und Fundamentalismus, Wirtschafts- und Finanzkrisen, das Recht auf Arbeit und die Bedeutung sozialer Belange, aber auch die Pflicht zum Schutz des Lebens - des geborenen wie des ungeborenen - und die Grundsätze der Moral und Sittlichkeit. Und immer wieder ist die Rede von Frieden, Gemeinschaft und Versöhnung. Um diese Botschaft missverstehen zu können, muss man sich sehr bemühen: Man muss es wollen.

Hören wir weiter Papst Benedikt zu: »Gemeinsam mit dem seligen Johannes XXIII. wollen wir unsererseits Gott bitten, er möge die Verantwortlichen der Völker erleuchten, damit sie neben der Sorge für den rechten Wohlstand ihrer Bürger für das wertvolle Geschenk des Friedens bürgen und es verteidigen; er möge den Willen aller entzünden, die trennenden Barrieren zu überwinden, die Bande gegenseitiger Liebe zu festigen, die anderen zu verstehen und denen zu verzeihen, die Kränkung verursacht haben, so dass kraft seines Handelns alle Völker der Erde sich verbrüdern und unter ihnen immer der so sehr ersehnte Friede blühe und herrsche. Mit dieser Bitte verbinde ich den Wunsch, dass alle als wahre Friedensstifter an dessen Aufbau mitwirken, so dass das Gemeinwesen der Menschen in brüderlicher Eintracht, in Wohlstand und in Frieden wachse.«

Ich danke dem Heiligen Vater für diese eindringlichen, von persönlicher Herzlichkeit und inniger Nächstenliebe geprägten Worte und bitte abschließend um das Gebet für diesen wunderbaren, gütigen und bescheidenen guten Hirten, den der Herr uns zur rechten Zeit gegeben hat.

»Der Herr gebe Kraft seinem Volk. Der Herr segne sein Volk mit Frieden.« (Psalm 29)


Die komplette Botschaft des Papstes zum Nachlesen: http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20121208_xlvi-world-day-peace_ge.html

Sonntag, 16. Dezember 2012

Sanguis martyrum-Wege des Friedens

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Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.

Das warme Licht von Kerzen erhellt das Arbeitszimmer, vor dem Fenster tanzen im leichten Abendwind vergnügt große Schneeflocken. Ein friedliches, idyllisches Bild, wahrlich passend zu diesen Tagen, in denen wir Christen weltweit dem Geburtstag des Erlösers und der Menschwerdung Gottes entgegenfiebern. Mich zurücklehnend schaue ich dem Treiben der strahlend weißen Sternchen zu. Ein wundervoller, besinnlicher Abend wäre es - müsste nicht dieser Beitrag geschrieben werden. Schon sind sie wieder gegenwärtig, die Gedanken an all jene zahllosen Schwestern und Brüder in mehr als hundert Ländern der Erde, die verfolgt und benachteiligt, ermordet und gefoltert, vergewaltigt und erniedrigt werden. Die Idylle vor dem Fenster verändert sich. Die Schneeflocken werden zu gefrorenen Tränen.

»Betet für uns«, lautete anlässlich der internationalen Konferenz ›Menschenrecht Religionsfreiheit‹ am 8. November 2012 in München der Appell von Christen aus Staaten, in denen sie verfolgt werden. »Solidarisiert euch mit uns!« Sie berichteten aus ihren Heimatländern von der gegenwärtigen Situation, von Diskriminierungen, Anschlägen und Übergriffen, von Straflagern. Aber auch von Hoffnung. Zwei Stimmen seien hier stellvertretend wiedergegeben.

»Nichtmuslime im Irak sind Bürger zweiter oder dritter Klasse«, sagte Basile Georges Casmoussa, Kurienerzbischof im Patriarchat der syrisch-katholischen Kirche von Antiochien in Beirut, und verwies darauf, dass es seit der offiziellen Demokratisierung des Irak für die Christen nicht besser geworden sei. »Christen werden ermordet, entführt, enteignet.« Der politische Islam wolle die Scharia als allgemeine Rechtsgrundlage einführen, Religionswechsel sei ebenso verboten wie Ehen zwischen Christen und Muslimen. Er sieht auch eine Mitverantwortung des Westens. »Bitte machen Sie unsere Situation mit Äußerungen, Karikaturen und Filmen nicht schlimmer«, bat er. »Wir müssen den Preis dafür bezahlen und gelten als Handlanger des atheistischen Westens.«

Auch Ignatius Ayau Kaigama, Erzbischof von Jos in Nigeria, berichtete von andauernden Übergriffen auf Christen in seiner Heimat, meist ausgehend von der radikal-islamistischen Sekte ›Boko Haram‹ und auf den Nordosten des Landes beschränkt. Ebenso wie Casmoussa sieht er den Westen mit in der Pflicht. »Blasphemie gegen den Islam in anderen Teilen der Welt bekommen Christen in Nigeria zu spüren, deshalb werden bei uns Menschen getötet.«

Soweit zu den Aussagen der verantwortlichen Bischöfe vor Ort. Auch einige Politiker in Deutschland widmen sich endlich der Problematik und sprechen sie öffentlich an. Neben der Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte ich besonders die Bundestagsabgeordneten Volker Kauder, Erika Steinbach und Wolfgang Bosbach erwähnen.

Was kann also getan werden?

Dazu Karl Hafen, Geschäftsführer der deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) im September 2012 während seines Vortrages auf dem Kongress ›Freude am Glauben‹ in Aschaffenburg: »Immer und immer wieder mit Fakten operieren, über die Fälle sprechen, ihnen eine größtmögliche Öffentlichkeit geben, den Kontakt zu den betroffenen Menschen suchen, diesen eine Stimme geben, ihnen helfen, dauerhaft helfen, wenn die Lage es erlaubt, appellieren, appellieren und nochmals appellieren; das ist der einzige Weg zum Erfolg.«

Ähnlich äußerte sich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick während der Münchner Menschenrechtskonferenz. »So gut wie uns Christen in Deutschland geht es sonst kaum einer Religionsgemeinschaft.« Er rief dazu auf, sich mit verfolgten Christen zu solidarisieren, für sie zu beten und ihre Situation öffentlich zu machen. »Was gewusst wird, kann auch verändert werden«, so der Erzbischof.

Wer nun meint, es müsse gegen Länder, in denen Christen verfolgt werden, eine härtere Gangart geben, verkennt die Situation. Auch wenn die Möglichkeit der Errichtung von militärischen Schutzzonen gedanklich nachvollziehbar und verständlich ist, würde sich nur in sehr wenigen Fällen eine Verbesserung der Lage einstellen. Alle Erfahrungen, wie jüngst im Irak und in Afghanistan, zeigen, dass Militäreinsätze eher zur Verschärfung als zur Deeskalation beitrugen. Denn das Ziel der Einsätze war niemals der Schutz der Christen, sondern die Etablierung von Demokratien. Dies führte allerdings erst recht zu Verschärfungen, denn plötzlich befanden sich die Christen nicht nur als religiöse Gruppe in der Minderheit, sondern zusätzlich auch politisch. Die Wahrnehmung ihrer Interessen gestaltet sich in diesen Ländern heute schwieriger denn je.

Auch die Aufnahme von bedrängten Christen im Westen kann nicht als Allheilmittel betrachtet werden. Hierzu noch einmal Erzbischof Chamoussa aus dem Irak: »Wir müssen Lösungen bei uns zuhause finden. Christen und Muslime müssen zusammenarbeiten, um unsere Länder wieder aufzubauen.« Das Ziel müsse die Errichtung einer Zivilgesellschaft östlicher Natur sein, in der für alle Bürger die gleichen Rechte gelten.

Dem Vatikan und insbesondere dem Heiligen Vater im Engagement gegen die weltweite Christenverfolgung und im Umgang mit dem Islam ›laue Zurückhaltung‹ zu attestieren, ist völlig verfehlt. Drohgebärden sind angesichts der Mittel und Möglichkeiten unangebracht, und abgesehen davon, wie wenig das Säbelrasseln der Kirche zu Gesicht stünde, würde man damit höchstens mehr Übergriffe auf Christen vor Ort provozieren. So bleibt neben dem Gebet und der Öffentlichkeitsarbeit, der Diplomatie und dem Dialog nur die Einflussnahme mittels der Macht des Wortes. Dass gerade unser wunderbarer Papst Benedikt XVI. diese Kraft zu gebrauchen versteht, zeigt u.a. die Einführung eines christlichen Feiertages in Kuba als eines der hoffnungsvollen Ergebnisse des Papstbesuchs im März 2012.

Vergessen wir nicht die vom Heiligen Vater während der Abschlussmesse der Nahost-Synode 2010 gesprochenen, visionären Worte: »Das Gebet des Elenden verstummt nicht, bis Gott eingreift und Recht schafft. Der Schrei des Armen und des Unterdrückten findet sein unmittelbares Echo bei Gott, der eingreifen will, um einen Ausgang zu zeigen, um eine Zukunft der Freiheit, einen Horizont der Hoffnung zu eröffnen.«

Wir dürfen uns also nicht Fantastereien hingeben, sondern das uns Mögliche tun. Beten wir für die verfolgten Schwestern und Brüder, für diese einhundert Millionen Christen in mehr als einhundert Staaten, in denen sie verfolgt werden. Wenden wir uns an die Öffentlichkeit, schreiben wir an die Botschaften der Verfolgerländer und besonders an die unschuldig Inhaftierten, die sich unsere Verbundenheit herbeisehnen. Unterstützen wir aktiv und zustimmend die Außenpolitik des Vatikan. Auch Spenden an Hilfswerke wie ›Kirche in Not‹ oder ›Open Doors‹ kommen den Verfolgten zugute. Gedenken wir stets der Märtyrer, bringen wir der Welt ihre Namen immer wieder in Erinnerung. Und vergessen wir nicht die Worte Jesu:

»Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen.« (Joh 15,20)

Der Autor der Reihe ›Sanguis martyrum‹ wünscht seiner geschätzten Leserschaft eine gesegnete Adventzeit und ein besinnliches Weihnachtsfest.

Dienstag, 27. November 2012

Der letzte Christ von Homs

Olaf Tannenbergs Gastbeitrag in dieser Rubrik über die nun christenfreie Stadt Homs und Elias Mansour, den "letzten Christen von Homs" ist nun auch von kath.net übernommen worden und kann also auch dort gelesen und kommentiert werden.

Donnerstag, 22. November 2012

Sanguis martyrum - Christenfrei!

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Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg

Abdul Razzaq Tlass ist für viele Syrer ein Held des Bürgerkriegs gegen den Diktator Baschar Al-Assad. Der frühere Leutnant der syrischen Armee und Neffe des in die Türkei geflohenen, ehemaligen Generals und Verteidigungsministers Mustafa Tlass ist der Gründer und Kommandeur der Faruq-Brigade, deren Bataillone mit insgesamt etwa 2.000 Kämpfern zu den aktivsten Einheiten der aufständischen Freien Syrischen Armee gehören. Tlass, einer der ersten Überläufer seit Beginn des Aufstandes, gilt als eine der wichtigsten Figuren der syrischen Rebellen. Und er befehligt die wohl schlagkräftigste Miliz der Regimegegner. Die Operationsbasis der Faruq-Brigade ist die Stadt Homs, gelegen nahe der syrisch-libanesischen Grenze unweit der Kreuzfahrerfestung Krak des Chevaliers. Rund 800.000 Menschen leben dort.

Für beide Bürgerkriegsparteien ist die Protesthochburg Homs von strategischer Bedeutung. Die Linie der Städte Homs, Hama, Rastan und Idlib trennt die Küstengebiete Syriens vom Landesinnern ab; wer dieses Gebiet kontrolliert, beherrscht den Aufmarschraum gegen den dicht besiedelten Nordwesten des Landes und verschafft sich daneben einen Vorteil im Kampf um die wichtige Industriemetropole Aleppo. Entsprechend hart werden von beiden Seiten die Gefechte um Homs geführt. Dabei waren die etwa 50.000 Christen, die sich bis April 2012 in der Stadt befanden, zwischen alle Fronten geraten.

Am 26. April 2012 berichtete Silvanus Petros, der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Homs und Hama, dass die meisten der Christen die umkämpfte Stadt verlassen hätten. »Wir wollen gute Beziehungen zu allen Konfliktparteien«, sagte er damals und verwies auf die Bestrebungen der Christen sich neutral zu verhalten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 250 Christen ums Leben gekommen, Tausende Häuser und Wohnungen zerstört oder geplündert - auch der Amtssitz des Erzbischofs und ein Waisenhaus wurden von den Aufständischen, namentlich von der Faruq-Brigade, beschlagnahmt.

Klar ist derzeit, dass Ende April Homs und die Vorstadt Qusayr von Regierungstruppen eingekreist waren und die Aufständischen eingeschlossen wurden. Dass es heftigen Beschuss gab. Und dass neunzig Prozent der Christen die Stadt verlassen hatten. Ab dieser Stelle widersprechen sich jedoch sämtliche Medienberichte.

War es nun Flucht oder Vertreibung? Die Vorgänge lassen sich aufgrund der diskrepanten Aussagen nur mühsam rekonstruieren. Bereits im März 2012 beklagte jedenfalls die syrisch-orthodoxe Kirche ethnische Säuberungen in Homs durch islamistische Angehörige der Faruq-Brigade, in der auch wahabitische Söldner aus dem Irak und Libyen kämpfen sollen. Neunzig Prozent der Christen wurden vertrieben, ihr Eigentum wurde beschlagnahmt. Man sprach von ›christenreinen‹ Stadtvierteln, wie Hamidiya und Bustan el-Diwan. Betroffene bestätigten die Vertreibung und nannten als Begründung ihren christlichen Glauben. Die ortsansässigen Jesuiten sprachen hingegen von Flucht, da den Christen immer wieder die Nähe zum Assad-Regime unterstellt wurde und man Racheakte befürchtete. Das Kommando der Faruq-Brigade bestätigte lediglich die Festnahme von rund 50 regimetreuen Christen auf dem von ihnen kontrollierten Gebiet. Wo die Gefangenen sich jetzt befinden, ist allerdings unbekannt.

Nun könnte man anhand der vagen Nachrichtenlage durchaus an einer Vertreibung zweifeln - gäbe es da nicht die Aussagen von islamistischen Teilen der Freien Syrischen Armee, wie stolz man doch auf die Schaffung von ›christenfreien‹ Gebieten sei. Logisch wäre etwa auch die naheliegende Erklärung, dass die Einen geflohen sind und die Anderen vertrieben wurden, womit sich die unterschiedlichen Aussagen der Augenzeugen begründen ließen, ohne den Pfad der Wahrheit verlassen zu müssen.

Wie auch immer: Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die Vorgänge um die von etwa 12.000 syrisch-katholischen Christen bewohnte Ortschaft Rableh nahe Qusayr bei Homs, die ohne jede Erfordernis von einer der Al-Qaida nahestehenden Miliz eingekreist und völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Erst zehn Tage später befreiten Regierungstruppen die Eingeschlossenen aus dem Würgegriff der Islamisten.

Und da war Elias Mansour. Der 84-jährige griechisch-orthodoxe Christ pflegte in der umkämpften Wasdi-Sayeh-Straße in Homs aufopferungsvoll seinen behinderten Sohn, als am 30. Oktober 2012 die Mörder sein Haus betraten. Er, der wenige Tage zuvor betont hatte, seine potentiellen Mörder an die Zehn Gebote und die Heilige Schrift erinnern zu wollen, wurde erbarmungslos getötet, weil er sich weigerte sein Haus zu verlassen und seinen - mittlerweile vermissten - Sohn allein zurückzulassen.

Elias Mansour war der letzte Christ, der in Homs lebte.

Dieser alte Mann, schuldlos und barmherzig, innig und aufrecht im Glauben, ein von selbstloser Nächstenliebe tief erfüllter Blutzeuge, verdient unser Gebet. Er starb, weil er Christ war und ihm das Schicksal seines Sohnes wichtiger war als das eigene Leben.

Beten wir für diesen beherzten Mann, der seinen Tod kommen sah und dennoch furchtlos ausharrte, wie es nur der feste Glaube an den Gott der Liebe und des Friedens zu bewirken vermag.
Beten wir auch für seinen verschollenen Sohn und für alle Christen in Syrien, deren Friedfertigkeit sie nicht vor den schrecklichen Auswirkungen eines mörderischen Konflikts bewahren konnte und in dem sie, trotz aller Neutralität, mehr und mehr dem Hass und der Verfolgung durch radikale Kräfte anheimfallen.
Gott segne und behüte sie!

cantare

Das ist echt so groß! Ich...
Das ist echt so groß! Ich habe ja noch kein...
clamormeus (Gast) - 24. Mai, 16:32
@clamormeus
Danke sehr. Ja, wirklich interessant.
Il capitano - 24. Mai, 16:30
Ich schon. Außer...
Ich schon. Außer über ENGLISCHE Frauen mit...
Il capitano - 24. Mai, 16:18
und zwar dies: http://www.guardian .co.uk/commentisfree/2013/ may/24/michael-adebolajo-i gnorance-afghanistan-al-qa ida
und zwar dies: http://www.guardian .co.uk/commentisfree/2013/ may/24/michael-adebolajo-i gnorance-afghanistan-al-qa ida
clamormeus (Gast) - 24. Mai, 16:16
@Bee
Zumindest der ältere der beiden Mörder, 28,...
clamormeus (Gast) - 24. Mai, 16:15
Ich mache bestimmt nie...
über Frauen mit Doppelnamen ....
ElsaLaska - 24. Mai, 16:13
Ich freue mich schon...
Ich freue mich schon jetzt darauf!
Il capitano - 24. Mai, 15:40
@Bee
Richtig, Afghanen sind es nicht. Die Rede ist derzeit...
Il capitano - 24. Mai, 15:25
Color blind
Okay, ich hab schon mehrfach erwähnt, dass ich...
Bee (Gast) - 24. Mai, 15:22
@fidelis
Und PS noch: DAS macht deine Überlegungen noch...
dumbo (Gast) - 24. Mai, 13:28
@fidelis
Einfach mal nachlesen, anstatt herumzurelativieren: http ://de.wikipedia.org/wiki/T aliban#Massaker Die...
dumbo (Gast) - 24. Mai, 13:00
@Gerd
Kann nur zustimmen, diese Mordrelativierungsprosa ist...
clamormeus (Gast) - 24. Mai, 12:40

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