And now the Legacy begins #5 - U 2 und Live Aid
Zu Live Aid 1985 gibt es einiges zu sagen, aber ich fange mal kleinteilig an.
Vorausgeschickt sei aber dennoch, dass ich es im Nachhinein gar nicht fassen kann, was eigentlich passiert ist. Bob Geldof von den Boomtown Rats und mittlerweile SIR Bob Geldof sowie Midge Ure von Ultravox ("Dancing with tears in my eyes" - der Soundtrack zum Kalten Krieg neben Stings "The Russians love their children too) hatten die Initiative ergriffen, um Bandkollegen zu einem gigantischen Live-Event rund um den ganzen Globus übertragen aus 2 Stadien - Wembley London und JFK in den USA - zu versammeln. Alle sollten ohne Gage spielen, zugunsten von Äthiopien, wo gerade (mal wieder) Hungersnot herrschte, aber generell für alle Krisengebiete in Afrika. Wenn man sich heute die Aufzeichnungen oder auch den Film anschaut, dann schüttelt man verwundert den Kopf. Keine Großbildleinwände, die Bühnendeko mit dem Motto des Konzerts sah ungefähr so aus, wie in einem Kindergarten zusammengebastelt. Kein Pyro, keine Brüste und Hüften schüttelnden Tussen. Keine Handys, keine sozialen Medien, praktisch überhaupt nichts, was heute selbstverständlich ist. Man fragt sich wirklich, wie das gelingen konnte. Aber es gelang, vermutlich wundert das Sir Bob selbst heute noch am meisten.
Natürlich klebten wir in diesen Julitagen vor den Bildschirmen, kaum dass man mal den Baggersee frequentierte, und wenn, dann nur mit Transistorradio. Das waren diese unpraktischen kofferartigen Riesenteile ohne Blue Tooth oder sonstwas, natürlich. Ich war damals schnuckelige 17 Jahre alt.
Insbesondere freute ich mich auf die Simple Minds (ich war damals unter anderem unsterblich in Jim Kerr verliebt). Und es gab halt noch kein Youtube und all sowas. Also, wenn man es erleben wollte, musste man es in Echtzeit erleben. An und für sich ein reelles Konzept ;-)
Natürlich schmolz der Fernseher zuhause, als Jim Kerr auf die Bühne sprang in der Blüte seiner Jahre (ich hatte die Simple Minds schon in irgendeiner lächerlichen Turnhalle in Heidelberg live erlebt). Also Jim Kerr springt mit Espadrillen, die waren damals so schick wie unpraktisch, weil deren geflochtene Strohsohlen bei dem sanftesten Sprühregen sich mit Wasser vollsaugten und anfingen nach Mist zu müffeln und eine luftigen weißen Hose und einem vermutlich selbstgenähten T-Shirt auf die Bühne, die Simple Minds spielten Ghost Dancing, Don't you und Alive and Kicking. Damit wäre für mich eigentlich schon das gesamte Konzert ein Erfolg gewesen - aber dann trat eine bis dahin relativ unbekannte Band namens U2 auf. Eine irische Band. Der Sänger (auch wenn er einen Vokuhila trug oder gerade deshalb) sah aus wie ein irischer Kriegsherr und Barde aus dem 17. Jahrhundert, denn er trug schwarze Lederhose, hohe schwarze Stiefel, schwarze Uniformjacke und eine wunderschöne Ballade vor. Der Sänger war natürlich Bono Vox. Und das schönste Lied außer New Years Day, das ich von U2 kenne, ist eigentlich "Pride/In the name of Love", aber dazu kam es gar nicht, weil der fesche Bono bei "Bad" von der Bühne sprang, um mit einer Frau oder vielen Frauen zu tanzen und sie abzuküssen, und dadurch wurde der Auftritt eh schon länger als geplant - aber so sind sie halt, die Iren :-) Möglichweise haben sie da ein paar Gemeinsamkeiten mit den Südpfälzern. Und sowieso war es ein Vorteil, nicht mit seinem Handy beschäftigt zu sein, denn sonst hätte man ja niemals den Moment mitgekriegt, in dem der schöne Bono einem über die Absperrung winkt, odr?
Irgendwann mochte ich wirklich keinen Song mehr hören von U2, weil ich alle schon tausendmal gehört hatte, vermutlich gegen Ende der 90er. Und dann habe ich die Live-Version "New Years Day" aus 2001 entdeckt, die mich tatsächlich immer noch mitreißt.
Hier also "Bad", Live Aid 1985, und das Chaos geht dann so nach 6:18 los. Die Ordner in gelben TShirts und Zigarette im Mund hieven die Frau/die Frauen über die Absperrungen und Bono, den ich im Nachhinein durchaus verdächtige, einen rechten Schlag von was auch immer da gehabt zu haben, muss dringend mit ihnen tanzen. Wer wollte nicht mit ihm tanzen als Frau? Allerdings wäre mir der Preis, für die ganze Ewigkeit festgehalten zu werden, wie man mich plump über die Absperrungen bugsiert, vermutlich zu hoch gewesen. Vielleicht auch nicht ...Jedenfalls wurde man als Frau damals noch von Bono Vox geküsst und nicht erst nach dem präferierten Pronomen gefragt, insofern bin ich praktisch pro Bono.
So, das hätten wir, und jetzt kommt noch der schöne Bono im Jahre 2001. Sehr mitreissend, und da liegt er, hat sich total verausgabt und man möchte sich (als Frau jedenfalls) gerne mitverausgaben, aber ... die Zeit. Ist. Vergangen. Und wir sind alle nicht mehr wirklich so hübsch anzusehen.
Der Nachtrag drängt sich mir aber auf: Wenn ich mir die saubere Taylor Swift und ihren adretten Kelce da anschaue, dann muss ich sagen - wir waren schöner, cooler und hatten mehr Bohemien Chic. Und sowieso konnten wir viel besser rocken!
Vorausgeschickt sei aber dennoch, dass ich es im Nachhinein gar nicht fassen kann, was eigentlich passiert ist. Bob Geldof von den Boomtown Rats und mittlerweile SIR Bob Geldof sowie Midge Ure von Ultravox ("Dancing with tears in my eyes" - der Soundtrack zum Kalten Krieg neben Stings "The Russians love their children too) hatten die Initiative ergriffen, um Bandkollegen zu einem gigantischen Live-Event rund um den ganzen Globus übertragen aus 2 Stadien - Wembley London und JFK in den USA - zu versammeln. Alle sollten ohne Gage spielen, zugunsten von Äthiopien, wo gerade (mal wieder) Hungersnot herrschte, aber generell für alle Krisengebiete in Afrika. Wenn man sich heute die Aufzeichnungen oder auch den Film anschaut, dann schüttelt man verwundert den Kopf. Keine Großbildleinwände, die Bühnendeko mit dem Motto des Konzerts sah ungefähr so aus, wie in einem Kindergarten zusammengebastelt. Kein Pyro, keine Brüste und Hüften schüttelnden Tussen. Keine Handys, keine sozialen Medien, praktisch überhaupt nichts, was heute selbstverständlich ist. Man fragt sich wirklich, wie das gelingen konnte. Aber es gelang, vermutlich wundert das Sir Bob selbst heute noch am meisten.
Natürlich klebten wir in diesen Julitagen vor den Bildschirmen, kaum dass man mal den Baggersee frequentierte, und wenn, dann nur mit Transistorradio. Das waren diese unpraktischen kofferartigen Riesenteile ohne Blue Tooth oder sonstwas, natürlich. Ich war damals schnuckelige 17 Jahre alt.
Insbesondere freute ich mich auf die Simple Minds (ich war damals unter anderem unsterblich in Jim Kerr verliebt). Und es gab halt noch kein Youtube und all sowas. Also, wenn man es erleben wollte, musste man es in Echtzeit erleben. An und für sich ein reelles Konzept ;-)
Natürlich schmolz der Fernseher zuhause, als Jim Kerr auf die Bühne sprang in der Blüte seiner Jahre (ich hatte die Simple Minds schon in irgendeiner lächerlichen Turnhalle in Heidelberg live erlebt). Also Jim Kerr springt mit Espadrillen, die waren damals so schick wie unpraktisch, weil deren geflochtene Strohsohlen bei dem sanftesten Sprühregen sich mit Wasser vollsaugten und anfingen nach Mist zu müffeln und eine luftigen weißen Hose und einem vermutlich selbstgenähten T-Shirt auf die Bühne, die Simple Minds spielten Ghost Dancing, Don't you und Alive and Kicking. Damit wäre für mich eigentlich schon das gesamte Konzert ein Erfolg gewesen - aber dann trat eine bis dahin relativ unbekannte Band namens U2 auf. Eine irische Band. Der Sänger (auch wenn er einen Vokuhila trug oder gerade deshalb) sah aus wie ein irischer Kriegsherr und Barde aus dem 17. Jahrhundert, denn er trug schwarze Lederhose, hohe schwarze Stiefel, schwarze Uniformjacke und eine wunderschöne Ballade vor. Der Sänger war natürlich Bono Vox. Und das schönste Lied außer New Years Day, das ich von U2 kenne, ist eigentlich "Pride/In the name of Love", aber dazu kam es gar nicht, weil der fesche Bono bei "Bad" von der Bühne sprang, um mit einer Frau oder vielen Frauen zu tanzen und sie abzuküssen, und dadurch wurde der Auftritt eh schon länger als geplant - aber so sind sie halt, die Iren :-) Möglichweise haben sie da ein paar Gemeinsamkeiten mit den Südpfälzern. Und sowieso war es ein Vorteil, nicht mit seinem Handy beschäftigt zu sein, denn sonst hätte man ja niemals den Moment mitgekriegt, in dem der schöne Bono einem über die Absperrung winkt, odr?
Irgendwann mochte ich wirklich keinen Song mehr hören von U2, weil ich alle schon tausendmal gehört hatte, vermutlich gegen Ende der 90er. Und dann habe ich die Live-Version "New Years Day" aus 2001 entdeckt, die mich tatsächlich immer noch mitreißt.
Hier also "Bad", Live Aid 1985, und das Chaos geht dann so nach 6:18 los. Die Ordner in gelben TShirts und Zigarette im Mund hieven die Frau/die Frauen über die Absperrungen und Bono, den ich im Nachhinein durchaus verdächtige, einen rechten Schlag von was auch immer da gehabt zu haben, muss dringend mit ihnen tanzen. Wer wollte nicht mit ihm tanzen als Frau? Allerdings wäre mir der Preis, für die ganze Ewigkeit festgehalten zu werden, wie man mich plump über die Absperrungen bugsiert, vermutlich zu hoch gewesen. Vielleicht auch nicht ...Jedenfalls wurde man als Frau damals noch von Bono Vox geküsst und nicht erst nach dem präferierten Pronomen gefragt, insofern bin ich praktisch pro Bono.
So, das hätten wir, und jetzt kommt noch der schöne Bono im Jahre 2001. Sehr mitreissend, und da liegt er, hat sich total verausgabt und man möchte sich (als Frau jedenfalls) gerne mitverausgaben, aber ... die Zeit. Ist. Vergangen. Und wir sind alle nicht mehr wirklich so hübsch anzusehen.
Der Nachtrag drängt sich mir aber auf: Wenn ich mir die saubere Taylor Swift und ihren adretten Kelce da anschaue, dann muss ich sagen - wir waren schöner, cooler und hatten mehr Bohemien Chic. Und sowieso konnten wir viel besser rocken!
ElsaLaska - 17. Sep, 15:15

















Trackback URL:
https://elsalaska.twoday.net/stories/1022712975/modTrackback