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    <title>Elsas Nacht(b)revier : Rubrik:Die Blognovela</title>
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    <dc:publisher>ElsaLaska</dc:publisher>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:date>2025-06-03T09:17:12Z</dc:date>
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    <title>Elsas Nacht(b)revier</title>
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  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/5135053/">
    <title>Das Farnese-Komplott [152]</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/5135053/</link>
    <description>Während ich noch darüber rätselte, wer die Tauben ausgesandt haben und ob es ich um eine simple Falle handeln könnte, geriet mir eine ansehnliche Rolle von beschriebenem Pergamentpapier in die Hände, von der ich nicht mehr wusste, aus welchem Regal, welchem Schrankfach oder welcher Vitrine ich sie gezogen hatte.&lt;br /&gt;
Ich strich sie glatt und überflog die erste Seite, die in einer zierlichen, aber gestochen klaren Handschrift auf &lt;i&gt;volgare&lt;/i&gt; abgefasst war. Meine Aufmerksamkeit wurde durch die Tatsache erregt, dass es sich um eine Frau handelte, die sich freimütig als Verfasserin bekannte und Caterina de Santis nannte. Caterina hatte ihre Eltern bei der Belagerung von Konstantinopel 1453 verloren und fand sich in der Blüte ihrer Jahre als Mündel des Kirchenstaates wieder. Sie sei, so berichtete sie, umfassend in den alten und neuen Sprachen unterrichtet worden, im Stande, verschlüsselte Botschaften zu dechiffrieren und verfügte daneben über profunde Kenntnisse in den sieben freien Künsten, das hieß Grammatik, Rhetorik, Logik, Mathematik im weiteren Sinne, Musik und Astronomie. Mir fiel ihr trockener Stil auf. Der Tatsache, dass ihr Vormund Kardinal Galeazzo Orsini für eine umfassende, für eine Frau in der damaligen Zeit durchaus ungewöhnliche Ausbildung gesorgt hatte, maß sie nicht allzuviel Bedeutung bei. Jedoch sei es der Verdienst des Kardinals gewesen, dass er sie in das Bett des venezianischen Condottiere Bartolomeo Colleoni gelegt habe, eines ebenso leidenschaftlichen und glühenden Liebhabers wie brillanten Heerführers, der ihre Ausbildung vervollkommnet habe, in dem er sie im rechten Gebrauch von Rapier und Schwert und in den Techniken militärischer Strategie und Taktik unterwies. Zur Zeit, zu der ihr Bericht begann, also im Jahre 1477, schien sie jedoch unzufrieden mit ihrer Situation. Nach dem Tode Colleonis 1475 hatte sich Kardinal Orsini wohl auf die Schicklichkeit besonnen und beschlossen, sie mit einem seiner zahlreichen Neffen zwangszuverheiraten. Wollte ich den Worten Caterinas Glauben schenken, so handelte es sich um eine impotente Kanaille mit sadistischen Gelüsten, ein Produkt jahrhundertelanger Inzucht mit schiefem Maul und Allmachtsphantasien, die  - hier wurde Caterina sehr deutlich - sich auf einen angeborenen körperlichen Missstand zurückführen ließen, was Größe und Ausstattung seines &quot;Gemächts&quot; betraf. &lt;br /&gt;
Kurz und gut, um das Jahr 1477 herum war Caterina eine hochintelligente, umfassend gebildete Frau, Papst Sixtus IV., einem della Rovere, - und das sagte Eingeweihten bereits alles -  und dem Kirchenstaat zu absoluter Loyalität verpflichtet und dabei in höchstem Maße sowohl körperlich als auch intellektuell unbefriedigt - schlicht, Bessres gewohnt.&lt;br /&gt;
Insofern wird man verstehen, dass die Mission, mit der sie der Kirchenstaat dann betraute, eine willkommene Abwechslung für eine in jeder Hinsicht unterforderte Frau bedeutete.&lt;br /&gt;
Kardinal Orsini hätte diesen Umstand und alle Gefahren, die er mit sich brachte, vorhersehen können. So fand ich jedenfalls. Caterina hat nie ein Wort darüber verloren. Das war auch nicht nötig. Im Jahre 1477  sollte sich jedenfalls ihr Schicksal wenden, soviel hatte ich verstanden, und deshalb schmuggelte ich die Pergamentrolle auch unter meinem Habit aus der Bibliothek hinaus und in die Einsamkeit meiner Zelle, um die Zeit bis zu einer eventuellen Antwort auf meine Brieftaubenbotschaft zu überbrücken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/5033002/&quot;&gt;Das Farnese-Komplott [151]&lt;br /&gt;
&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;&amp;gt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;Das Farnese-Komplott [1]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2009-01-25T22:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/5033002/">
    <title>Das Farnese-Komplott [151]</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/5033002/</link>
    <description>Ich klappte das Buch mit einem Knall zu, öffnete das bleiverglaste Fenster und warf es mit weitem Schwung hinunter in den Kräutergarten. Wo es ein paar Tauben aufschreckte und im Mistbeet liegenblieb. &lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Große Verführungskraft gepaart mit einem gehörigen Maß an Skrupellosigkeit und der Bereitschaft, für die Ziele der Familie, die oft genug im Laufe der Jahrhunderte mit dem römischen Klerus verknüpft waren, nicht nur das eigene Schicksal, sondern auch dasjenige anderer preiszugeben ...&lt;/i&gt; &lt;br /&gt;
Ich hob grimmig lächelnd den Blick und suchte den Horizont nach Landmarken ab. Berge, Hügel, irgendetwas, was mir einen Anhaltspunkt geben könnte. Im Westen hielt sich an heißen Tagen ein dunstiger Schleier, es konnte das Meer sein, genausogut aber auch ein großer See. Die Klostergebäude selbst vereinten alle Baustile in sich, die Kirche allerdings typisch romanisch. Sicherlich gab es eine Chronik in der Bibliothek, Aufzeichnungen aus der Geschichte, irgendetwas, was mir vielleicht einen Hinweis geben könnte über umliegende Ortschaften. Also wendete ich mich vom geöffneten Fenster ab und machte mich auf die Suche.&lt;br /&gt;
Es dauerte nicht mal eine Stunde, bis ich alle Folianten, alle Quartbände und  alle Lose-Blatt-Sammlungen der nicht sehr umfangreichen Bibliothek gesichtet hatte. Ich saß schweißverklebt, staubbedeckt und mit Spinnweb, toten Insekten und Wollmäusen dekoriert erschöpft auf dem Cottoboden und dachte darüber nach, wie ich die Vitrine aufbrechen könnte, in der noch einige Schriften unter Verschluss lagen, als mich wildes Geflatter und Gegurre am Fenster aufblicken ließen - die Tauben. Aufdringlich trippelten sie hin und her, her und hin, ruckten mit den Köpfen und gingen mir auf die Nerven. Ich stand ächzend auf, packte den Schrubber, um sie zu vertreiben und hielt mitten in der Bewegung inne: Es waren Brieftauben. Pontifikale Brieftauben, um genau zu sein, denn sie trugen am Ring das päpstliche Siegel mit den Buchstaben CG darunter. Tauben aus Castel Gandolfo, dem päpstlichen Sommersitz? Dann könnte der dunstige Schleier am Horizont vom Albaner See stammen!  Ich ließ den Schrubber langsam sinken und streckte geduldig lockend meine Hand aus, schaffte es, eine zu fassen und drehte sie behutsam auf den Rücken. Mit angehaltenem Atem löste ich die Kapsel an ihrem Fuß. Obwohl mir die Hände zitterten gelang es mir, sie zu öffnen. Die Botschaft, die sie enthielt, trieb mir das Blut hoch in den Kopf, meine Wangen prickelten, meine Knie gaben nach. Ich setzte mich auf den Fußboden und starrte darauf, bis mir der Blick verschwamm: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Pone me ut signaculum super cor tuum ut signaculum super brachium tuum quia fortis est ut mors dilectio dura sicut inferus aemulatio lampades eius lampades ignis atque flammarum aquae multae non poterunt extinguere caritatem nec flumina obruent illam si dederit homo omnem substantiam domus suae pro dilectione quasi nihil despicient eum.*&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die aufgeregten Tauben weckten mich aus meiner Erstarrung. Ich stand auf und begann fieberhaft Schreibzeug zu suchen, um zu antworten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; &lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/5135053/&quot;&gt;Das Farnese-Komplott [152]&lt;br /&gt;
&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/3640924/&quot;&gt;Das Farnese-Komplott [150]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
________________________________________________&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen. Hohelied 8, 6 f.&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-01T16:53:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/3640924/">
    <title>Das Farnese-Komplott [150]</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/3640924/</link>
    <description>Die Tage vergingen. Eingebunden in den strikten Ablauf von Gebets- und Arbeitszeit im klösterlichen Rhythmus verlor ich ein Ziel nicht aus den Augen: Zu fliehen. Wenn es mir doch nur gelingen würde, eine Nachricht zu schicken, eine SMS, ein Fax, einen Brief - aber daran war nicht einmal zu denken. Das Kloster verfügte weder über Festnetztelefon noch Internet. Um einen Brief heraus zu schmuggeln, brauchte ich eine Verbündete - und die hatte ich nicht. Meine Arbeit bestand darin, in einem formlosen grauen Gewand, dessen Stoff mir juckende Ekzeme auf den Schulterblättern und Hüften verschaffte, die Böden zu wischen.&lt;br /&gt;
Über die geografische Lage des Klosters wusste ich immer noch nicht genau Bescheid, vermutete aber, dass es sich in einem Unterkreis des Infernos befinden musste, den Dante vergessen hatte, zu beschreiben. Je länger ich darüber nachdachte, desto plausibler schien mir diese Vorstellung. Erklärte sie doch schließlich auch, warum Bianca, die große strega, mächtigste Seherin, die die Familie Farnese je hervor brachte, nicht längst schon meinen Aufenthaltsort ausfindig gemacht hatte.  Wenn nicht sogar Konsens im Hause Farnese bestand, mich hier auf ewig verrotten zu lassen. Wieso man mir überhaupt eine solche Wichtigkeit beimaß, versuchte ich vergeblich zu begreifen. Gut, wenn Micheles Plan aufgehen und Lorenzo erst zum Kardinal erhoben, danach der nächste Santissimo Padre auf dem Heiligen Stuhl werden sollte,  müsste er zunächst Estefanio aus dem Weg räumen. Doch nicht mich! Für mich gab es in dieser Zeit keinen Zweifel: Vielleicht spielte Lorenzo tatsächlich mit dem Gedanken, seine Ämter und Würden niederzulegen, aber während dem Anschlag auf den verstorbenen Papst und die Krise danach hatte sich doch deutlich abgezeichnet, dass er immer nur im Interesse seiner Familie und der Kirche handeln würde.&lt;br /&gt;
Auf derlei Art drehten sich meine Gedanken während dieser Tage und Wochen im Kreis.&lt;br /&gt;
Es wurde auch nicht besser, als ich schließlich, ich war gerade in der Bibliothek beschäftigt und unbeobachtet, in den verstaubten Regalen einen historischen Adelsalmanach entdeckte. Verfasst von einem gewissen Luca della Torre im Jahre 1898.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich warf den Putzlappen in den Eimer, wischte mir die Hände an meiner Schürze ab und öffnete den Wälzer unter dem Buchstaben F.&lt;br /&gt;
Der Eintrag über die Farnese befand sich dort an erster Stelle. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;... in der männlichen Linie (dokumentiert) zurückgehend auf das 11. Jahrhundert, Stammsitz Castrum Farneti, bei Orvieto. Die Farnese nehmen für sich in Anspruch, ihre Abstammung von der weiblichen Seite her bis auf das altrömische Patriziergeschlecht der Claudier zurückverfolgen zu können (Familienlegende, nicht verlässlich dokumentiert). Weiter soll eine wenig bekannte Sibylla - neben den zehn berühmten - , die eine Felsgrotte in den Abruzzen bewohnte, zu den weiblichen Ahninnen zählen. Das Geschlecht der Farnese hat, bemerkenswerterweise ohne über all zu vielen Landbesitz  zu verfügen, nicht nur mächtige Inquisitoren, berühmte Kardinäle und einige Päpste gestellt, sondern auch zahlreiche Seherinnen, Hebammen und weise Frauen hervorgebracht. Man sagt den Farnese, sowohl den Männern wie Frauen, große Verführungskraft nach, gepaart mit einem gehörigen Maß an Skrupellosigkeit und der Bereitschaft, für die Ziele der Familie, die oft genug im Laufe der Jahrhunderte mit dem römischen Klerus verknüpft waren, nicht nur das eigene Schicksal, sondern auch dasjenige anderer preiszugeben ...&lt;br /&gt;
&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
Ich klappte das Buch mit einem Knall zu, öffnete das bleiverglaste Fenster und warf es mit weitem Schwung hinunter in den Kräutergarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/5033002/&quot;&gt;[151]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/3205276/&quot;&gt;&amp;lt; Das Farnese-Komplott [149]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2007-05-01T22:53:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/3205276/">
    <title>Das Farnese-Komplott [149]</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/3205276/</link>
    <description>„Sie werden mich nie wieder so anstarren. Haben Sie mich verstanden? Sie halten den Blick gesenkt, wenn wir miteinander reden“, zischte er und wich dann aufatmend zurück. „Salvatore. Ein talentierter junger Mann würde ich sagen. Hat Biss. Wie einst sein Vater.“ Wieder dieses meckernde Lachen. &lt;br /&gt;
Ich schaute auf meine gefalteten Hände, was ihn zu besänftigen schien. „Estefanio, unser frischgebackener Heiliger Vater, hat in seiner Jugend nichts anbrennen lassen. Salvatore ist eine weitere Frucht seiner Lenden, Lorenzos Halbbruder, wenn Sie so wollen, nur dass niemand von seiner Existenz weiß – außer mir – und Ihnen! ... Sie sollen den Blick nicht erheben!“ Er machte eine drohende Handbewegung. „Sie haben doch nicht geglaubt, ich wüsste nicht, wer Lorenzos wirklicher Vater ist?“&lt;br /&gt;
Ich schüttelte probehalber den Kopf, um zu testen, ob meine Halswirbel ihn noch tragen würden.&lt;br /&gt;
Michele ging, augenscheinlich beruhigt von meiner Demut, hinüber zum Fenster, setzte sich halb auf das Fensterbrett aus Travertin und ließ das rechte Bein baumeln.&lt;br /&gt;
„Der angemessene Platz für eine Farnese-Frau ist im Kloster. Natürlich bringen wir keine Frauen um, schon gar nicht, wenn sie unseren Namen tragen, auch wenn Sie nur adoptiert sind. In unserer Familie regelt man die Dinge auf diskrete Art und Weise.“&lt;br /&gt;
„Ein Messerangriff im Petersdom auf Ihren- wie soll ich sagen - offiziellen Sohn ist nicht gerade das, was ich als diskret bezeichnen würde“, widersprach ich angeekelt, aufs Geratewohl drauflos ratend.&lt;br /&gt;
„Vielleicht haben Sie Recht. Aber das Ergebnis war ganz in unserem Sinne. Die Popularität unserer Familie stieg in unaufhaltsame Höhen, für die Erhebung Lorenzos zum Kardinal wird in vielen Gemeinden Italiens regelmäßig gebetet und, Sie erinnern sich vielleicht, wir stellen den neuen Papst.“ &lt;br /&gt;
„Ich erinnere mich sehr gut!“, antwortete ich sarkastisch und bemühte mich, in Richtung Fenster zu kommen, um frische Luft zu schnappen und nicht ohnmächtig zu werden. „Der Mordanschlag in Lourdes auf den verstorbenen Heiligen Vater geht also auch auf Ihr Konto?“&lt;br /&gt;
Michele schlug beflissen ein Kreuz und murmelte ein Gebet für Estefanios Vorgänger im Amt. „Das sind Leute, derer wir uns nur bedienen müssen. Überaus hilfreich. Estefanio wird als Nächster fallen. Vielleicht haben Sie den Eindruck, er sei ein konservativer, harscher Mann?“&lt;br /&gt;
Den hatte ich durchaus nicht. Estefanio war ein zäher Lump, aber konservativ, nein, dieses Gütesiegel konnte ihm wohl niemand zugestehen, der ihn näher kannte. Ein Renaissancemensch – durchaus. Dabei aber skrupellos offen und ohne die heuchlerische Bigotterie, die Michele an den Tag legte. Ich schwieg also.&lt;br /&gt;
„Nachdem ich Papa Pietro aus dem Weg habe, wird Lorenzo seine Pflicht erfüllen. Daraus erklärt sich Ihr Aufenthalt hier. Mein Sohn, auch wenn nicht mein eigen Fleisch und Blut, wird ohne weitere Ablenkungen – durch SiE zum Beispiel, - einen willfährigen Papst abgeben. Danach mache ich den Weg frei für Salvatore, der mir gute Dienste geleistet hat.  Und da Sie nun eine Farnese sind – machen Sie sich mit Salvatore vertraut. Alles was ihm noch fehlt ist die Legitimation durch unseren Namen, den Estefanio ihm durch seine unvergleichliche Ignoranz verweigert hat. Ich baue auf Sie, insbesondere weil unser guter Salvatore eine Belohnung verdient hat und- das wird es leichter für Sie machen - , er ist Lorenzo sehr ähnlich.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das war eine Lüge. Eine gottverdammte Lüge. Wenn irgendein Mensch auf dieser Welt Lorenzo nicht ähnlich war, dann war es diese Schimäre Salvatore mit seinen kalten Fischaugen und seinen ekelhaften schleimigen Fingern. Ich schlug die Hände vor mein Gesicht und begann zu weinen. Nicht wegen der Hoffnungslosigkeit meiner Situation, sondern weil ich all das nicht gleich erkannt hatte. Weil ich geglaubt hatte, Lorenzo sei dazu fähig, mir all dies anzutun. Weil ich nicht die Gewissheit gehabt hatte, er habe mit all dem nichts zu schaffen. Weil ich ihn, wie ich befand, auf diese Art und Weise verraten hatte. Weil ich, wie ich erst im Nachhinein bemerkte, nicht mehr bei klarem Verstand war.&lt;br /&gt;
Michele lehnte sich in das Fensterkreuz zurück und genoss meinen Anblick, rückhaltlos und ohne ein Zeichen von Scham oder schlechtem Gewissen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/3640924/&quot;&gt;[150]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/3205103/&quot;&gt;[148]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2007-01-19T00:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/3205103/">
    <title>Das Farnese-Komplott [148]</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/3205103/</link>
    <description>Wieviele Tage vergingen, weiß ich nicht, denn die Läden in meiner Kammer blieben geschlossen und ich konnte sie nicht öffnen, weil die Fenster vergittert waren. Die Wunden an meinem Kopf vernarbten erstaunlich schnell – an der linken Schläfe blieb ein dicker Wulst zurück, weil sich niemand die Mühe machte, mich mit Salbe oder Jod zu versorgen. Das wäre nicht das Schlimmste gewesen, wenn man mir meine Haare gelassen hätte, um die Narben zu verdecken. Doch kaum, dass ich wieder aufrecht sitzen konnte, kam eine Nonne in grauem Habit und scherte mir den Kopf. &lt;br /&gt;
Das, und die ganze Atmosphäre, das Morgen- und Abendgeläut einer kleinen Kirchenglocke schienen mir ein Indiz dafür, dass ich mich irgendwo auf dem Land in einem Kloster befand.  In welchem und wie weit es bis nach Rom war, wollte mir niemand sagen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich bekam drei Mal am Tag eine Scheibe Brot und einen Krug Wasser, so dass ich mir ausrechnen konnte, vielleicht schon seit drei Tagen in Gefangenschaft zu sein, als mir meine griesgrämige Wärterin Besuch ankündigte. Sie steckte mich in einen ebenfalls grauen Habit aus furchtbar kratzendem Wollstoff und öffnete feierlich Fenster und Fensterläden.  Draußen schien die Sonne und mir schossen die Tränen in die Augen, so geblendet war ich und so sehr gehungert hatte ich nach diesem Anblick, der mich wie ein Blitz traf, nach dem stumpfen Dahinvegetieren der letzten Tage im düsteren Schein der Kerzen. Besuch, das bedeutete, irgendjemand würde mit mir sprechen, mich wie ein Mensch behandeln. Wenn ich so etwas wie Hoffnung verspürte in diesem Augenblick, obwohl mir die Bedeutung dieses Wortes nicht mehr geläufig schien, dann hoffte ich, dass Lorenzo käme. Damit ich ihn davon überzeugen konnte, dass ich seinen Namen nicht einmal mehr dachte, wenn das wirklich sein Wunsch war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst viel später wurde mir klar, wie nahe ich in diesem Moment daran gewesen bin, den Verstand zu verlieren. Dass ich ihn nicht verlor, verdanke ich einzig und allein die Tatsache, dass die Türe sich schließlich öffnete und ein Mann auf der Schwelle stand, mit dem ich beim besten Willen nicht gerechnet hatte und dessen Erscheinen mir einen regelrechten Schock versetzte. &lt;br /&gt;
„Buon giorno! Wie ich sehe, bekommt Ihnen der Aufenthalt in unserem Kloster außerordentlich gut“, begrüßte mich Michele Farnese mit leicht näselnder Stimme und ohne mir in die Augen zu sehen. „Besonders erfreut bin ich darüber, dass Sie sich endlich entschlossen haben, Ihr Haar zu tragen, wie es sich für eine Frau ziemt. Es würde mich zwar interessieren, ob Anastasio noch etwas retten könnte“, er lachte meckernd, „aber ich nehme an, selbst der große Maestro persönlich würde bei diesem Anblick kapitulieren.  Sie haben sich eingelebt?“ &lt;br /&gt;
Er zog seine goldene Taschenuhr aus der Anzugweste, klappte sie auf und betrachtete das Zifferblatt, als erwarte er von ihm eine Antwort auf seine Frage.&lt;br /&gt;
„Warum haben Sie mich nicht einfach umgebracht?“ , entgegnete ich und versuchte, den Würgereiz in meiner Kehle zu unterdrücken. Die Stelle, an der Lorenzos Finger zugedrückt hatten, war immer noch wund. Ich massierte mir mechanisch den Kehlkopf. &lt;br /&gt;
„Ich muss mich für Salvatore entschuldigen, er war wohl etwas übereifrig bei ihrer ersten Begegnung.“ &lt;br /&gt;
Salvatore? Ich schaute Michele aus trüben Augen an. Der machte prompt das Zeichen gegen den bösen Blick.&lt;br /&gt;
Dann trat er auf mich zu und schlug mir ins Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/3205276/&quot;&gt;[149]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/3204019/&quot;&gt;[147]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2007-01-18T23:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/3204019/">
    <title>Das Farnese-Komplott [147]</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/3204019/</link>
    <description>Vielleicht wäre ich noch länger zwischen den Falten der schweren Vorhänge umhergeirrt, die die Welten voneinander trennen. Wenn nicht ein klägliches Wimmern, das nicht abreißen wollte, mir den Weg hinaus gewiesen hätte. Weder konnte ich mich bewegen, noch vollständig die Augen öffnen, die wie verklebt von dem roten Schleier schienen, der sich über mein Gesichtsfeld gelegt hatte. Mit jedem Blinzeln fuhr ein höllischer Schmerz über meine ganze linke Kopfseite, mein Mund war angefüllt mit einer dicklichen, zähen Masse - ein Knebel, wie ich allmählich feststellte - und das Wimmern war mein eigenes. Ich war nicht allein.&lt;br /&gt;
Angestrengt versuchte ich die verschwimmenden Konturen des Mannes zu fixieren, der auf mich herabschaute. Er trug einen weißen Priesterkragen, das dunkle Haar fiel ihm weich in die Stirn und seine toten Augen musterten mich ohne jedes Mitgefühl.&lt;br /&gt;
Ich mühte mich, seinen Namen zu erinnern, der mir immer wieder zu entschlüpfen drohte wie ein schöner, exotischer Fisch. &lt;br /&gt;
Seine Finger näherten sich meinem Mund, um brutal das Klebeband abzureißen und den Knebel herauszunehmen. &lt;br /&gt;
&quot;Lorenzo?!&quot;, keuchte ich und schnappte krampfhaft nach Luft.&lt;br /&gt;
Der vertraute Schwung seiner Lippen verzog sich zu einer bösen Karikatur des Lächelns, das ich kannte. &lt;br /&gt;
&quot;Sie werden lernen, diesen Namen nicht einmal mehr zu denken&quot;, flüsterte er an meinem Ohr, während sich seine Hand um meine Kehle schloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/3205103/&quot;&gt;[148]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2944676/&quot;&gt;[146]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;&amp;lt;&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2007-01-18T18:18:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/2939492/">
    <title>Das Farnese-Komplott [145]</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2939492/</link>
    <description>Sobald die Nachricht vom aufsteigenden weißen Rauch die Runde gemacht hatte, kam der Verkehr in Roms Innenstadt vollständig zum erliegen. Die Kameras sämtlicher TV-Sender dieser Erde schwenkten von der Sixtinischen Kapelle zur Mittelloggia des Petersdoms. Immer mehr Menschen strömten auf die Piazza San Pietro, sie schwenkten Fahnen, Transparente, trugen ihre Kinder auf den Schultern und umarmten die diensthabenden Polizisten, die, in gelöster Stimmung aber durchaus wachsam, über den Platz patrouillierten. &lt;br /&gt;
Erwartungsvolle Stille breitete sich aus. &lt;br /&gt;
Giulia hatte angefangen, an ihrem Daumennagel zu knabbern, Bianca saß mit überkreuzten Beinen völlig regungslos. Ladislav und Francesco hatten sich Zigarillos angesteckt und pafften schweigend vor sich hin.&lt;br /&gt;
Endlich betrat eine Gruppe von Klerikern die Loggia, prüfte das Mikrofon und trat schließlich beiseite, um einem einzelnen, hochgewachsenen und dunkelhaarigen Mann Platz zu machen - Lorenzo - der mit fester und klarer Stimme ein Dankgebet intonierte.&lt;br /&gt;
&quot;Dass mich der Teufel hole!&quot; Zeno sprang auf und kniete sich vor den Bildschirm. &quot;Lorenzo ist doch kein Kardinalsdiakon! Die haben Ratzinger gewählt, das Habemus papam wäre seine Aufgabe gewesen!&quot;&lt;br /&gt;
Bianca hob gebieterisch die Hand. Zeno verstummte unter gemurmeltem Protest. &lt;br /&gt;
Sein Freund strich sich derweil mit einer typischen, mir sehr vertrauten Geste die Haare aus der Stirn, holte tief Luft, den Blick auf einen Punkt am Horizont gerichtet und sprach langsam und konzentriert die traditionelle Formel: &lt;br /&gt;
&quot;Annuntio vobis gaudium magnum!&quot; &lt;br /&gt;
Wieder ein tiefer Atemzug, dann breitete er mit großer Geste die Arme aus. &quot;Habemus papam!&quot; &lt;br /&gt;
Im weichen, italienisch gefärbten Latein fuhr er, nachdem sich der Jubel der Menge wieder gelegt hatte, eindringlich fort: &quot;Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum Estefanium Sanctae Romanae Ecclesia Cardinalem Farnese-&quot; Nur ein kurzes Blinzeln verriet seine tiefe Bewegung, während im Hintergrund schon Estefanio die Loggia betrat, gekleidet in ein weißes Gewand, die kostbare Stola mit den Bildnissen von Petrus und Paulus bestickt um die Schultern.&lt;br /&gt;
&quot;-qui sibi nomen imposuit - Petrus II.!&quot;&lt;br /&gt;
Das Glas, das Bianca umfaßt gehalten hatte, zersprang in tausend Scherben. &quot;Bei allen Hunden der Hölle! Hat der alte Trottel denn völlig den Verstand verloren?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Die Prophezeiung des Malachias! Der letzte verheißene Papst!&quot; Ladislav bekreuzigte sich dreimal hintereinander, während Giulia den Kopf in Händen vergrub und leise wimmerte.&lt;br /&gt;
&quot;Dann wird die Sieben-Hügel-Stadt zerstört werden und der furchtbare Richter wird sein Volk richten&quot;, zitierte Ladislav auf meinen verstörten Blick hin. &quot;Mit Petrus II. endet die Reihe der künftigen Päpste, die Malachias im Jahre 1590 vorhergesagt hat.&quot;&lt;br /&gt;
Ich suchte hektisch nach einem Taschentuch und wickelte es notdürftig um Biancas zerschnittene Hand.&lt;br /&gt;
Von der Loggia des Petersdoms aus spendete Estefanio Kardinal Farnese, nun also Petrus II., der jubelnden Stadt und dem vor die Bildschirme gebannten Erdkreis  seinen apostolischen Segen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2944676/&quot;&gt;&amp;gt;[146]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-15T20:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/2712017/">
    <title>Das Farnese-Komplott (144)</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2712017/</link>
    <description>Am nächsten Tag geschah es, es war ein Mittwoch und die Kardinäle seit zwei Tagen in der Sixtinischen Kapelle eingeschlossen, dass wir uns in trauter Runde vor Biancas Flachbildschirm (von Siemens) einfanden.  Soeben war weißer Rauch aufgestiegen, was von dem italienischen Berichterstatter fast schluchzend bestätigt wurde. Giulia, mit angezogenen Beinen und barfuß in einem Sessel kauernd, griff nervös zu ihrer latte macchiato (von segafredo),  Bianca und Ladislav schauten einander bedeutungsvoll an. &lt;br /&gt;
Francesco Leitmayr zupfte beiläufig ein zwei  Fusseln von seiner lässig zerknitterten Leinenhose (Benetton) und Zeno zückte sein Motorola Razr V3-Handy und fotografierte vom Fernseher den aufsteigenden Rauch ab, wahrscheinlich um ihn an Piersanti via MMS (besonders günstige Kontingente bei TIM Italia) zu versenden. Ich nippte gespannt an meinem Ramazotti und nestelte nervös am Kragen meines Dolce &amp;amp; Gabbana Hemdes.  Die Wahl der Kardinäle war erfolgreich gewesen, gleichzeitig konnte man beobachten, wie immer mehr Menschen auf den Petersplatz strömten – Fahnen schwenkend, Rosenkränze um die Handgelenke gewickelt, teils mit Schirmen ausgestattet, um sich der Gluthitze (Kachelmann Wetterdienst) zu erwehren.  Ich schlug vor, ebenfalls auf den Petersplatz zu gehen, der sich nicht einmal einen Kilometer von Biancas Wohnung befand (laut Google Earth), aber die anderen winkten müde ab (Red Bull verleiht Flügel) – niemand hatte Lust, sich aus der kühlen Wohnung zu bewegen und die Unbequemlichkeiten und das Gedränge auf dem Petersplatz auf sich zu nehmen.  Zeno klappte sein Handy mit mürrischem Gesichtsausdruck zu: Offensichtlich war es unmöglich, eine Verbindung zu erhalten – alle Netze bereits überlastet. Bianca glitt mit katzenhaften Schritten zu ihrem Kühlschrank hinüber und öffnete bedächtig eine Flasche Ferrari Spumante. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Jetzt komm schon, amore“, quengelte ihr Liebhaber, der lässig die Beine auf den gläsernen Couchtisch gelegt hatte, „sie haben Ratzinger gewählt – du hast es doch gesehen, oder?“ Bianca schaute ihn mit rätselhaftem Gesichtsausdruck durch ihre Gleitsichtbrille von Fielmann an und zuckte dann mit den Schultern. Die Stimme des Reporters im TV überschlug sich fast, es war wie bei der Weltmeisterschaft (FIFA Weltmeisterschaft 2006).  Ich nestelte eine Pall Mall rosso aus der praktischen Hardbox und bot Zeno eine an. Dankbar griff er zu. Wir schwiegen. Ich war mir nicht ganz sicher, aber trotz ihrer Opposition zu Estefanio wäre Ratzingers Wahl für Bianca und Giulia so etwas wie eine persönliche Niederlage gewesen, nur so ein Gefühl, das mich anflog. Biancas Gesichtsausdruck blieb undeutbar. Auf eine grimmige Art und Weise schien sie zufrieden – und ich war mir sicher, dass sie wusste, wer in wenigen Minuten auf der Loggia des Apostolischen Palastes erscheinen und den Urbi-et-Orbi-Segen sprechen würde. Unten auf den Straßen wurden bereits Böller entzündet –Ladislav zappte geschwind durch die internationalen news channels: In allen Sprachen dieser Welt die gleiche, fast atemlose vorgetragene Nachricht: Der Rauch ist weiß! Die Kardinäle haben gewählt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;gt; &lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2939492/&quot;&gt;[145]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2603847/&quot;&gt;&amp;lt; [143]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;&amp;lt;&amp;lt; [1]&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2006-09-23T20:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/2485453/">
    <title>Das Farnese-Komplott (142)</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2485453/</link>
    <description>Bianca verschränkte entspannt die Arme im Nacken und streifte mich mit einem Blick aus halb gesenkten Lidern.&lt;br /&gt;
Ladislav war aufgestanden und an die Brüstung der Terrasse getreten. Wir schwiegen, während die Grillen zögernd wieder einsetzten. Ich zündete mir eine Zigarette an und inhalierte, bis meine Lungenspitzen schmerzten. &lt;br /&gt;
„Die Liebe siegt wohl immer in diesen alten Märchen“, hörte ich mich sagen, während ich nachdrücklich mit der Zigarette in  den Aschenbecher schnickte und gleich wieder einen tiefen Zug nahm. Ladislavs Gesicht war im Schatten. Bianca erwiderte nichts.  Der Champagner ging eine ungute Allianz mit dem georgischen Cognac ein, weniger in meinem Magen, als in meinem Hirn. „Nur, dass ich nicht Tara Emahar bin und auch nicht im Besitz der Worte!“, ergänzte ich in einem Anflug von Streitlust. &lt;br /&gt;
„Nein, natürlich nicht!“, sagte Ladislav und kam mit langen Schritten auf mich zu. Er stützte sich auf die Armlehne meines Sessels und beugte sich zu mir herunter. &lt;br /&gt;
„Sie sind Alejandro, dem niemand helfen kann bis nicht sein eigener Sarg herein getragen wird. Sie ziehen es vor, taub zu werden, anstatt ihr Herz zu öffnen für das Wunder, das sich vor ihren Augen abspielt. Sie gehen heim und drehen das Gesicht zur Wand, anstatt aufzustehen und zu leben. Nein, Sie sind nicht Tara Emahar, aber ich dachte schon, dass Sie zumindest über die Fähigkeiten verfügen, die nötig sind, diese Geschichte auch wirklich zu verstehen!“ Er richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf und mir wurde noch elender zumute. &lt;br /&gt;
„Ich weiß jetzt“, fuhr er unerbittlich fort, „warum Sophia so leichtes Spiel mit Ihnen hat. Sie fürchten sich vor ihr, vor dem Teil Ihres Wesens, der Sophia heißt – und darum würden Sie nie Ihr Herz, Ihren Mut und Ihren Stolz preisgeben, um der Liebe eines anderen willen. Deshalb sind Sie hier.“ Bianca machte eine scharfe Handbewegung und Ladislav verstummte. Die beiden verstanden sich ganz und gar ohne Worte, und offenbar hatten sie sich gegen mich verschworen.&lt;br /&gt;
„Die Dinge lägen anders, das können Sie mir glauben, wenn Lorenzo nicht der wäre, der er ist“, gab ich nach außen hin ungerührt zur Antwort. &lt;br /&gt;
Bianca packte mich an beiden Schultern und drehte mich zu sich. „Wenn Lorenzo nicht der wäre, der er ist“, wiederholte sie langsam, als spräche sie mit einer Imbezilen, „dann wäre das alles nicht passiert, carissima. Verstehst du? Du musst nichts tun, nichts lassen, nichts forcieren, keine Gelübde brechen, keine neuen aufstellen.“ &lt;br /&gt;
„Aber ich stelle doch keine neuen-“&lt;br /&gt;
„Tust du nicht? Deshalb hast du auch dein Handy in den Tiber geworfen, nicht wahr?“ Bianca nippte an ihrem Glas und schaute mich über den Rand hinweg unverwandt an.&lt;br /&gt;
„Ich gebe zu, das war impulsiv und eigentlich-“&lt;br /&gt;
„Es war in diesem Moment völlig in Ordnung für Sie“, schaltete sich Ladislav wieder ein. „Aber jetzt ist ein anderer Moment, und Sie fühlen sich nicht mehr wohl mit Ihrer Entscheidung.“ Er hob Biancas schnurloses Telefon aus der Schale und checkte die eingegangenen Rufe. „Lorenzo hat in den letzten 8 Stunden fünf Mal angerufen. Na schön. Ich betätige jetzt die Rückruftaste und gebe Ihnen den Hörer. Bianca und ich werden uns zurück ziehen. Es ist noch ein Rest Cognac in der Flasche, ich bin Ihnen nicht böse, wenn Sie ihm den Garaus machen. Sie sind dran.“ Er schenkte mir ein jungenhaftes Lächeln, drückte mir das Telefon in die Hand und verließ lachend, mit Tante Bianca huckepack auf seinen Schultern, die Dachterrasse in Richtung Schlafzimmer.  &lt;br /&gt;
Bevor ich überlegen konnte, ob ich nicht schleunigst wieder auflegen sollte, meldete sich schon die wohlvertraute, langvermisste dunkle Stimme von Lorenzo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2484751/&quot;&gt;&amp;lt;[141]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2603847/&quot;&gt;&amp;gt;[143]&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2006-08-04T23:45:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/2484751/">
    <title>Das Farnese-Komplott (141)</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2484751/</link>
    <description>Wann immer ich in der Nähe von Granada bin, besuche ich meinen Freund Jokub, der in einer Höhlenwohnung  im Zigeunerviertel El Sacromonte lebt. In El Sacromonte kursieren viele Lügengeschichten, Märchen, Sagen und Legenden und Jokub kennt sie alle. Meine Lieblingsgeschichte, die ich immer wieder von ihm hören will, ist die von Tara Emahar, deren Mutter, Proserpina, noch in der Nacht ihrer Niederkunft die uralte zambra tanzte, in einer der Höhlen, die sich zur Alhambra hin öffnen. Proserpinas Mann, der Sargmacher von El Sacromonte, hatte auf seine eigene Art vorgesorgt und zwei Särge gezimmert, einen großen und einen winzigen. Dann ging er in die nächste Kneipe und kehrte erst zurück, als Tara ihren ersten Schrei tat. Der kleine Sarg war ihr Geburtstagsgeschenk und den großen konnte er nachher an den Bürgermeister verkaufen, dessen Frau ebenfalls im Kindbett gelegen hatte, aber nicht mehr aufgestanden war. Nachdem er seine Tochter und einziges Kind gesegnet hatte, ging er schnurstracks wieder zum Wirt zurück, um sich von den Anstrengungen der letzten Tage zu erholen. &lt;br /&gt;
Taras Mutter stand alsbald vom Kindbett wieder auf, denn die Zigeunerhochzeit, auf der sie getanzt hatte, ging über drei Tage,  und so blieb Tara mitsamt ihrer Wiege und dem kleinen Sarg, den der umsichtige Vater daneben platziert hatte, in der Obhut ihrer Großtante Serena und deren bester Freundin, einer Zigeunerin. &lt;br /&gt;
Die schüttelte nach zwei Gläsern Brandy den Kopf und verscheuchte die Wolken von Glühwürmchen, die nachts über Taras Wiege kreisten. Die Zigeunerin segnete das Kind, ließ sich schwer in den Sessel fallen und zündete sich eine Zigarre an. Schließlich seufzte sie tief und erklärte Serena, dass die kleine Tara im Besitz der Worte sei. &lt;br /&gt;
„Welcher Worte?“, fragte Serena irritiert, denn Tara lag friedlich da und gluckerte ab und an nach Art der Babies. &lt;br /&gt;
„Aller Worte, die es je gegeben hat und je geben wird“, entgegnete ihre Freundin und sog behaglich an ihrer Zigarre.&lt;br /&gt;
Serena blickte unsicher auf das von den Glühwürmchen beleuchtete Gesichtchen ihres Schützlings. „Aber was ist mit Männern? Wird sie schön werden? Einen reichen Mann heiraten? Viele Söhne bekommen?“ Sie schenkte erwartungsvoll Brandy nach.&lt;br /&gt;
“Tara wird jeden Mann haben können, den sie möchte, und von jedem Mann einen Sohn, wenn sie möchte. Sie ist im Besitz der Worte und dies vermag mehr auszurichten als alles andere in den Herzen der Menschen.“ &lt;br /&gt;
Jetzt war es an Serena, tief aufzuseufzen. Was für eine Prophezeiung! &lt;br /&gt;
„Was seufzt du? Ihre Worte werden sein wie der Tanz, den ihre Mutter mit Hibiskusblüten im Haar tanzt und sie werden sein wie die Särge, die ihr Vater an nebligen Montagen zimmert. Nicht alle Menschen werden ihre Worte verstehen, weil nicht alle Menschen eine Seele haben.“ &lt;br /&gt;
Hier schnäuzte sich die Zigeunerin kräftig und Serena beeilte sich, ihr ein Taschentuch anzubieten. „Nimm die Kleine, die ebenfalls vor ein paar Tagen geboren wurde, die Tochter des Bürgermeisters.“ &lt;br /&gt;
„Was ist mit ihr?“, wollte Serena wissen. &lt;br /&gt;
„Sie liegt in einer Wiege aus Ebenholz, drei Ammen sind bestellt und ihr Vater geht schon wieder auf Brautschau, kaum, dass der Leib ihrer Mutter kalt geworden ist. Die Tochter des Bürgermeisters hat keine Worte. Sie hat keine Ohren, um zu hören und kein Herz, um zu verstehen – manche werden so geboren.“ &lt;br /&gt;
Serena lachte und winkte ab. „Bah! Du und ich, wir wissen, dass es Schlimmeres auf dieser Welt gibt!“ Aber ihre Freundin stimmte nicht mit ein.&lt;br /&gt;
Tara lag in ihrer Wiege und träumte, es regne Mandelblüten, es dufte nach Honigmilch und es fächle ihr ein Pfau mit seinen Perlmuttfedern Luft zu. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großtante Serena wartete in all den Jahren auf die Worte, die die Zigeunerin angekündigt hatte. &lt;br /&gt;
Doch Tara sprach nicht. Statt dessen bemalte sie ihren kleinen Sarg mit Blumen und Fischen und Schmetterlingen. Wenn sie etwas sagte, war es unverständlich -  so als höre man dem Dorfdeppen zu, wenn er speichelblasenwerfend vor sich hin brabbelte. &lt;br /&gt;
An diesem Maßstab gemessen entwickelte sich Lucia, des Bürgermeisters Tocher,  allerdings prächtig. Sie redete ohne Unterlass. Am liebsten über Dinge, die besser ungesagt geblieben wären. Als sei ein maurischer Dschinn in sie gefahren, plapperte sie den lieben langen Tag. Es war ohrenbetäubend. &lt;br /&gt;
Tara Emahar dagegen tanzte mit den Fischen. &lt;br /&gt;
Alejandro, dem Sohn des Notars, dröhnte der Kopf von Lucias Versuchen, sein Herz herbeizureden. Ihre beiden Familien betrachteten diese Verbindung mit Wohlwollen. Er für seinen Teil wollte das Beste aus der Verlobung machen, die in Kürze bekannt gegeben werden sollte, allerdings hoffte er inständig, in der Zwischenzeit zu ertauben.  &lt;br /&gt;
Für einen Moment war er sogar davon überzeugt, dass dieses Ereignis bereits eingetreten sei, denn er sah Tara Emahar durchs nächtliche Granada dahin gleiten, die umgebende Luft wie Meereswasser, ihr Schritt ein Tanz mit einem Schwarm unsichtbarer Fische. Alejandro hielt den Atem an und hüpfte auf einem Bein mit schief gelegtem Kopf. Aber er hatte gar kein Wasser in den Ohren, er schaute nur Tara Emahar, die Dichterin, wie sie die Straße hinauf zu El Sacromonte ging  - und sie schaute ihn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Hause angekommen legte er sich ins Bett, drehte sein Gesicht zur Wand und kündigte an, nie wieder aufzustehen. &lt;br /&gt;
Der Bader kam und ließ ihn zur Ader, der Priester kam und nahm ihm die Beichte ab, Lucia kam und drückte seine kalte Hand, doch niemand konnte Alejandro wieder herstellen. Schließlich gab seine besorgte Familie einen Sarg bei Senor Emahar in Auftrag. &lt;br /&gt;
Taras Vater jedoch hatte eigene Sorgen. Seit einigen Tagen schlich sich seine Tochter in die Werkstatt und bedeckte die Wände, die Arbeitsfläche, die Fenster, die Holzplatten, selbst die vorbestellten Särge mit ihren Gedichten über Alejandro, so dass er dem gramzerfurchten Notar schließlich einen Sarg präsentieren musste, dessen Wände, Boden und Deckel über und über mit Lobpreisungen und Huldigungen von Alejandros Haar, Alejandros Augenbrauen, Alejandros regenwolkenfarbenen Augen und Alejandros Körper bedeckt waren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Notar geriet außer sich, Alejandro jedoch wurde auf der Stelle wieder gesund, als er den für ihn bestimmten Sarg sah. Niemand anders als Tara Emahar hatte diese Verse verfasst, soviel war klar, und wie er für sie Mond und Gestirne war, so war sie für ihn Wermut und Süßkirsche, Bittermandel und Orangenblüte. &lt;br /&gt;
Sie gingen zusammen fort  und zeugten ein großes Geschlecht von Sängern und Dichtern. Ihre Nachkommen sind heute über die ganze Erde verstreut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2485453/&quot;&gt;&amp;lt;[142]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2458075/&quot;&gt;&amp;lt;[140]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2006-08-04T19:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/2458075/">
    <title>Das Farnese-Komplott (140)</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2458075/</link>
    <description>Am Abend nach Ladislavs Ankunft saßen wir noch bei einem Wein zusammen, während er uns von seinen Fahrten und Abenteuern berichtete. Es war eine schöne Abwechslung, einmal nichts von Rom, dem Vatikan, der Kurie oder der Familie Farnese zu hören. Bianca hing wie gebannt an seinen Lippen, sie saß, die Beine hochgezogen, lässig in einem Korbsessel. Der warme Schein der untergehenden Sonne verlieh ihrem Teint einen tiefdunklen Bronzeton, ihre Augen leuchteten sehnsüchtig und ich dachte darüber nach, ob sie vielleicht nur auf die Gelegenheit gewartet hatte, ihre ganzen Angelegenheiten in meine Hände geben zu können, um auf Nimmerwiedersehen mit ihrem faszinierenden Liebhaber davon zu segeln. Und bei Gott, ich wünschte mir für die beiden, dass sie es einfach tun würden. &lt;br /&gt;
&quot;Woran denken Sie gerade?&quot;, fragte Ladislav prompt und ich musste lächeln. &lt;br /&gt;
&quot;Es war eine sehr schöne Vorstellung, die ich gerade hatte und ich wette, dass Sie wissen, was es war. &quot;&lt;br /&gt;
Ladislav blickte schnell zu Bianca hinüber, die unmerklich nickte, dann wieder zu mir. &quot;Ich war mir nicht sicher, ob Sie die Gabe haben, aber wenn Bianca sagt, dass Sie sogar einen Fluch gebrochen haben, dann müssen Sie über eine gute Portion davon verfügen.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Bianca behauptet es, aber ich glaube nicht, dass es wirklich so ist. Weil ich sonst ... ich müsste ... Es wäre anders, nicht so, als ob es mich-&quot; Ich suchte nach den richtigen Worten.&lt;br /&gt;
&quot;-umbringt?&quot;, fragte Ladislav leise und beugte sich aufmerksam nach vorn. Ich schloss die Augen, damit er nicht sah, wie verräterisch sie glänzten. &lt;br /&gt;
&quot;Buona Dea!&quot;, rief Bianca und zog mit einem lauten Plopp den Korken aus der nächsten Flasche. &quot;Du hast schon auf ihn verzichtet, du wolltest tausend Jahre warten, das hat doch völlig gereicht. Er ruft jeden Tag zehn Mal an, obwohl du nie mit ihm sprechen willst, er ist noch unglücklicher als du! Da gibt es nichts mehr zu warten, verstehst du nicht? Was glaubst du denn, warum dieser Neidhammel Sophia dir diese grauenvollen Träume schickt?&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Alpträume? Von eurer Scheiterhaufen-Sophia? Und wieso lässt du das überhaupt ZU, cara mia?&quot;, schaltete sich Ladislav in missbilligendem Tonfall ein. &lt;br /&gt;
Bianca schaute mir direkt in die Augen. &quot;C&apos;est la guerre, amore, deshalb lasse ich es zu.&quot; &lt;br /&gt;
Sie war wirklich eine echte strega.&lt;br /&gt;
Ladislav räusperte sich leise. Er stand auf und schlenderte zum Beckenrand hinüber, warf prüfend den Kopf in die Höhe, um nach den Sternen zu sehen und zündete sich schließlich mit der typischen Geste der Seeleute, die die Flamme mit der hohlen Hand beschützen, eine Zigarette an. Als er wieder zu uns zurückkehrte, schien er einen Enschluss gefasst zu haben. Er setzte sich bequem in seinem Sessel zurecht, griff nach seinem vollen Weinglas und kündigte an, uns eine alte Legende, die er in Andalusien gehört habe, erzählen zu wollen.&lt;br /&gt;
Mit seiner sanften, vom Rum und Zigaretten leicht rauhen, hypnotisierenden Stimme begann er, einen atmosphärischen Zauber über uns zu werfen, der selbst die unermüdlichen Grillen zum  Schweigen brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2434900/&quot;&gt;&amp;lt;[139]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2484751/&quot;&gt;&amp;gt;[141]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;&amp;lt;&amp;lt;[1]&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-30T22:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/2434900/">
    <title>Das Farnese-Komplott (139)</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2434900/</link>
    <description>Der nächste Morgen brach mit einer Gluthitze an, wie wir sie in Rom, Bianca beteuerte dies, seit bestimmt dreißig Jahren nicht mehr erlebt hatten. Über die Vorkommnisse der Nacht verlor sie kein einziges Wort, einzig der Blick aus ihren tiefen Augen wurde noch unergründlicher, wenn sie mich eingehend betrachtete. Ich befand mich vor dem Rest meines Lebens, und dieses Leben würde ein Leben ohne Lorenzo sein. Anrufe ließ ich nicht zu mir durchstellen, seine Mails löschte ich direkt aus dem Postfach und wenn während der Beerdigungsfeierlichkeiten für den Heiligen Vater Estefanio oder Lorenzo ins Bild gerieten – Bianca verfolgte alles auf zig Bildschirmen – so verließ ich den Raum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Vermisst du ihn denn überhaupt nicht?“, wollte Giulia ein Mal von mir wissen – doch natürlich, er fehlte mir wie die Luft zum Atmen, er fehlte wie ein Regenbogen über Gewitterwolken, er fehlte wie der Sommerregen nach ausdauernder Hitze, aber all das hätte ich nie ausgesprochen. Ich vermisste Lorenzo wie jemand, dessen Leben bereits zu Ende war. Bianca hatte diese Adoptionsgeschichte vorangetrieben und wir saßen jeden Morgen zum caffè beieinander, dann erzählte sie mir von all den Legenden und Familiengeschichten, die ich, weil ich nichts Bessres zu tun hatte in diesen Tagen, mitschrieb und in Buchform zu bringen beabsichtigte. &lt;br /&gt;
Eines Tages, wir stöhnten vor Hitze und überlegten gerade, noch einmal in den Pool zu steigen, während die Beerdigungsmesse für den Heiligen Vater übertragen wurde, öffnete sich die Türe zu Biancas Penthouse. Ein hochgewachsener, hagerer Mann mit graumelierten Haaren und einem attraktiven, kurzgestutzten Bart betrat die Wohnung, offensichtlich verfügte er über einen Schlüssel. Bianca juchzte auf und hängte sich an seinen Hals.  So hatte ich sie noch nie gesehen.&lt;br /&gt;
„Elsa, das ist Ladislav! Ladislav – Elsa!“&lt;br /&gt;
„Angenehm!“, konnte ich hervorwürgen und schaute erstaunt dabei zu, wie Ladislav und Bianca sich zur Begrüßung – naja, einen tiefen Zungenkuss verabreichten. Er trug ein portugiesisches Fußballtrikot mit der Aufschrift Luis Figo, ausgeleierte, fast weiße Jeans und über die Schulter gehängt einen riesigen Seesack, den er zwischen zwei Küssen unbekümmert auf den Boden warf. &lt;br /&gt;
Endlich schien er sich an die zerbrechliche Fracht darin zu erinnert, riss ihn auf und präsentierte Bianca eine Flasche georgischen Kognac – es war eine Halbliterflasche und sie sollte den Abend nicht ungeleert überstehen. &lt;br /&gt;
Ladislav war, soweit ich das überblicken konnte, Biancas Liebhaber, der sich allerdings die meiste Zeit auf einem Schiff namens „Prudentia“ aufhielt und mit seiner Mannschaft kürzlich mit knapper Not einem Tsunami im Indischen Ozean entkommen war. Daneben war er Schamane, Prophet, Wunderheiler, Fischbesinger und Psychotherapeut in einer Person, wenn ich die abgehackten Erläuterungen von Bianca richtig verstand, die im Begriff war, eine Flasche Champagner zu öffnen. Unverkennbar war jedenfalls, dass die beiden einander schon länger nicht mehr gesehen hatten und Bianca beeilte sich, während Ladislav so exotische Mitbringsel wie Pfefferkörner aus Sarawak,  Kokosöl von den Fiji-Islands und Cook-Bier aus Rarotonga aus seinem Seesack zog, eine anständige Portion Polenta mit Speck und Käsesoße zu zaubern. &lt;br /&gt;
Ich klappte meine Ahnentafeln der Farnese, die ich studiert hatte, bereitwillig zu und bot Ladislav eine Zigarette an.&lt;br /&gt;
„Ich habe Sie auf einem alten Bild gesehen, nein, lachen Sie mich nicht aus“, sagte er und beschirmte die Feuerzeugflamme mit der hohlen Hand.„Ist das wunderbar hier zu sein, Bianca, was wühlst du da in der Küche herum! Komm heraus zu uns und setz deinen knochigen Arsch auf meine alten Schenkel!“ &lt;br /&gt;
Ich musste mich schon wundern, denn Bianca tat, wie ihr geheißen und griff dem stachelbärtigen Captain zärtlich ins Genick. So hatte ich sie noch nie gesehen, aber es schien alles zu passen. &lt;br /&gt;
Die beiden waren wie füreinander bestimmt, auch wenn Ladislav hin und wieder Anzüglichkeiten verbreitete, die mich den Atem anhalten ließen.&lt;br /&gt;
Beim Anblick der laufenden Beerdigungsfeierlichkeiten für den Heiligen Vater bekreuzigte sich Ladislav mehrfach und bat darum, den Ton lauter zu stellen. Ich suchte, unbewusst, immer nach Lorenzo im Hintergrund der Bilder. Manchmal hatte ich das Gefühl, ihn kurz im Blickfeld zu haben, wie aus den Augenwinkeln, dann wiederum nicht, aber es war auch egal. &lt;br /&gt;
Nein es war nicht egal, ich wollte ihn um alles in der Welt sehen, und dann war ich wieder froh darum, wenn die Kameras ihn mir nicht zeigten. &lt;br /&gt;
Ladislav betrachtete mich aufmerksam aus seinen tiefliegenden dunklen Augen, er war ein sehr attraktiver Mann, wenn auch schon weit über die Sechzig hinaus.&lt;br /&gt;
„Lorenzo ist im Konklave, schätze ich. Schade drum, ich hätte ihn gerne gesprochen. Wie macht er sich, cara?“&lt;br /&gt;
Bianca, deren gelöste graue Haarflut fast bis zur Hüfte wallte, nahm noch einen Schluck georgischen Kognac. &lt;br /&gt;
„Er übertrifft all meine Erwartungen und noch mehr. Er ist pflichtbewusst, er steht seinem Onkel bei und er wird noch mehr als das tun, und eine Entscheidung treffen, die die Familie von einem jahrhundertealten Fluch befreien wird. Schau ihn dir an. Meinen schönen und fürstlichen Neffen!“ So sprach Bianca, schüttelte ihre graue Lockenmähne und wies stolz auf einen der Bildschirme, wo Lorenzo für einen kurzen Moment  mit wehenden Haaren und funkelnden Augen neben dem stellvertretenden Kardinalstaatsekretär zu sehen war. Das war der Moment, in dem mir bewusst wurde, dass ich den Fluch nicht würde aufheben können. Weil ich alles daran setzen würde, um Lorenzo wieder zu sehen. Und zwar innerhalb der nächsten 48 Stunden.&lt;br /&gt;
Die Trauerzeremonien waren beendet.&lt;br /&gt;
Das Konklave begann. &lt;br /&gt;
Ich schlich mich leise davon und wählte Zenos Nummer auf meinem Handy. Nach zweimaligem Klingeln meldete er sich und erklärte sich sofort bereit, bei Bianca Stellung zu beziehen, wie er es versprochen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-25T22:36:00Z</dc:date>
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    <title>Das Farnese-Komplott (138)</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2385844/</link>
    <description>Im Traum fand ich mich auf der Zinne eines hohen Turmes wieder, es war, ich ließ den Blick schweifen, der höchste Punkt in der ganzen Landschaft, höher noch als der Berggipfel, der sich zu meinen Füßen befand. Die Sonne ging unter in einer Explosion von abertausend Schattierungen von Malve und Pflaume, und schließlich, die Dunkelheit senkte sich bereits herab, in hellen Grüntönen, die Giulias Augen glichen. Neben mir stand, einen durchdringenden Geruch nach verbranntem Holz und verkohltem Haar verströmend, Sophia Anfisba Onofri. Sie streckte den Arm aus und verdeckte den aufgehenden Vollmond mit ihrem Daumen, die Zungenspitze vor Eifer zwischen die Zähne geklemmt. „Was bist du? Ein Fisch, ein kalter, glitschiger, stinkender Fisch?“ Sie stieß mir mit den Ellenbogen in die Seite. „Du denkst, du kannst einfach davon laufen, hm? Hast ja, was du wolltest. Den Namen, das Geld, dafür hast du nicht einmal die Beine breit machen müssen, Schätzchen. Hast es cleverer angestellt als ich damals, das muss man dir lassen, Fräulein Rührmichnichtan. Mir haben sie das Kind aus dem Leib getreten und am Ende habe ich gebrannt ...“ Sie lachte hell auf. „Während du in Biancas Luxus-Pool herumplanschst und kühle Getränke serviert bekommst.“&lt;br /&gt;
„Neidisch?“, erwiderte ich hämisch und hob die Augenbraue.&lt;br /&gt;
„Auf dich?“ Sie warf den Kopf in den Nacken und wieherte vor Vergnügen. Nachdem sie sich wieder beruhigt hatte, klatschte sie in die Hände und ich bemerkte, wie ein widerliches Halbwesen, weder ausgebildete Echse noch ausgebildeter Mensch auf uns zu gekrochen kam, ein Tablett auf den Stummelärmchen, das aus einem einzigen Stück Kristall geschnitten schien. Darauf lag ein teerfarbener zuckender Klumpen Muskelfleisch. &lt;br /&gt;
„Darf ich vorstellen?“, sagte Sophia in zeremoniellem Tonfall und wies auf das kriechende Etwas, „mein ungeborener Sohn! Und – dein HERZ, carissima. So schaust du inwendig aus, meine Schöne! Eklig, was? Nicht, dass ich in der Lage wäre, auf dich herabzuschauen, so entstellt wie ich bin, aber, im Unterschied zu dir, habe ich geliebt. Wahrhaft geliebt. Mein Herz ist ein lupenreiner Diamant – deines nur – ein Stück Aas, das selbst die Geier verschmähen.“ &lt;br /&gt;
Die Szenerie kippte in sich zusammen wie eine schlecht gemachte Filmkulisse aus Karton und Sperrholz und erstand vor meinen erstaunten Augen aufs Neue: Diesmal in Form eines düsteren unterirdischen Gewölbes, ähnlich jenem, in das Lorenzo mich damals geführt hatte, um mir das Medici-Brevier zu zeigen. Und tatsächlich saß er da, am Lesetisch, über uns flackerte unruhig die Leuchtstoffröhre, ich meinte sogar, sie summen zu hören. Er hielt sich starr und aufrecht, die Hände auf der Tischplatte gefaltet. Seine Wangen waren hohl und unrasiert,  die dunklen Augen brannten nicht wie sonst, sondern blickten stumpf auf das schleimige, zwergwüchsige Ding vor ihm, das sich halb aufgerichtet hatte und ihm das Tablett präsentierte, auf dem sich neben dem schwarzen Stück Fleisch nun ein durchsichtig pulsierendes, unendlich zartes und feines Gewebe in Herzform befand, das einmal in allen Farben des Regenbogens erglühte, ein ander Mal so reines Feuer verströmte wie ein lupenreiner Diamant. Ich wollte zu ihm gehen und ihn in die Arme nehmen, so sehr freute ich mich, ihn wieder zu sehen. Aber Sophias ungeborener Sohn fing an, seltsam herum zu hantieren und vor lauter Anstrengung, zu erkennen, was sich da tat, traten mir die Tränen in die Augen und setzten sich zwischen meinen Wimpern fest. Er hatte eine Art Hütchenspiel gestartet und schob geschickt die umgestülpten Becher, unter denen sich die zwei Herzen befanden, hin und her, vertauschte sie blitzschnell, ließ sie die Plätze mit einem leeren Becher tauschen und über dem ganzen Geschehen wachte, wie ich endlich erkannte, Michele, mit Ärmelschonern und grünbeschirmten Augen, um die Ergebnisse auf einer alten Schiefertafel einzutragen. Sie spielten falsch, aber Lorenzo schien es nicht zu bemerken. Und ich konnte auf keine Weise zu ihm durchdringen, ihn weder ansprechen, noch anfassen oder mich sonst irgendwie bemerkbar machen. Ich versuchte es, aber er war wie taub und wenn ich die Hand nach ihm ausstreckte, konnte ich ihn nicht erreichen. Ich probierte es vergeblich und das war das eigentlich grauenhafte an diesem Traum. Schließlich kam ich auf die Idee, eine kluge Idee, wie ich meinte, ihn auf seinem Handy anzurufen und ihm so zu erklären, was hier geschah, aber dafür musste ich den Blick von der grotesken Szene abwenden und nach meinem Handy tauchen gehen, das ich in den Tiber geworfen hatte. Endlich, nachdem ich es mühselig vom Grund des Flusses heraufgeholt und mich drei Mal verwählt hatte,  hörte ich voller Erleichterung, wie abgenommen wurde. Als sich Michele mit seiner klinisch kühlen Stimme statt Lorenzo meldete, stellten sich mir alle Haare zu Berge und ich warf das Handy angeekelt in die Ecke. Es war mir, als erwachte ich von dieser heftigen Bewegung, die ich doch im Traum ausgeführt hatte und dann war plötzlich Bianca im Zimmer und nahm mich in ihre Arme und ich weinte, so lange und heftig, wie ich es zum letzten Mal als kleines Kind getan hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-19T22:08:00Z</dc:date>
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    <title>Das Farnese-Komplott (137)</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2360331/</link>
    <description>Ich kannte das sonst nur aus Filmen, aber zu Biancas Wohnung kam man tatsächlich nur, wenn man einen speziellen Schlüssel benutzte in einem Fahrstuhl ohne Stockwerkstasten, der von der Tiefgarage aus abfuhr. &lt;br /&gt;
Es war ein verdammt altes Gebäude.  Das modernste daran war – neben dem Fahrstuhl – der Fußbodenbelag, und der war vorneweg dreihundert Jahre alt.&lt;br /&gt;
Ochsenblutfarbene bucklige Cotto-Fliesen sorgten dafür, dass ich das Gefühl hatte, über das Deck eines schlingernden Schiffes zu laufen anstatt über den Fußboden einer anständigen Penthousewohnung.  In der Lobby standen erdfarbene Bodenvasen angefüllt mit gelblich-weißen Franigpani-Blüten, die einen betörenden Duft verströmten. Den Duft von Frangipani hatte ich das letzte Mal auf Bali geschnuppert, es musste ein Vermögen gekostet haben, die kostbaren Zweige nach Rom einzufliegen und natürlich waren sie perfekt und erlesen arrangiert in den Vasen, die Ton in Ton mit dem Wappen der Farnese verziert waren. &lt;br /&gt;
Die Lobby ging nahtlos in einen riesigen Raum über, der sowohl als Küche, Esszimmer und Wohnzimmer zugleich diente und der sich wiederum nach vorne zu einer teils beschirmten Dachterrasse öffnete, die wahrhaft gigantische Ausmaße besaß und deren größter Teil von einem Swimming-Pool mit Bar eingenommen wurde. Von diesem riesigen zentralen Raum gingen die Schlafzimmer ab, aber das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. &lt;br /&gt;
Bianca zog gemächlich ihre Runden in dem fast zwanzig Meter langen Becken und behielt dabei die Leinwand im Auge, auf der per Videobeamer eine Nonstopsendung von NTV über das Attentat und die Vorbereitungen für das Konklave zu sehen waren. Sie schwamm ohne Badeanzug oder Badehose wie ich feststellte, als ich näher an den Beckenrand trat und ihr zuwinkte. &lt;br /&gt;
„Komm rein, ich mach uns einen Caipirinha, es ist so verdammt heiß die letzten Tage gewesen, na komm, es ist eine herrliche Erfrischung!“&lt;br /&gt;
Ich zögerte einen Moment lang, aber dann ließ ich meine Sporttasche fallen, schälte mich aus den verschwitzten Klamotten und ließ mich aufseuzend in das angenehm temperierte Wasser sinken. Ich schwamm mit fünf sechs Zügen zur Poolbar und ließ mir von Bianca, die ihre tropfnassen grauen Haare zu einer Schnecke hochgedreht hatte, einen Caipirinha mit viel Eis servieren.&lt;br /&gt;
Irgendwo in den weitläufigen Hallen ihrer Penthousewohnung klingelte das Telefon. &lt;br /&gt;
„Willst du nicht rangehen?“, wollte ich wissen, während ich dankbar mein Glas entgegennahm und mithilfe des Strohhalms begann, die Limettenstücke zu zerdrücken.&lt;br /&gt;
„Das ist eh wieder nur Lorenzo, cara, er hat heute Abend schon ungefähr fünf Mal angerufen und jedes Mal hat er gefragt, ob er dich sprechen könnte!“, merkte Bianca an, während sie lautstark an ihrem Strohhalm nuckelte. „Kann er?“&lt;br /&gt;
„Er kann nicht!“, beschied ich, was Bianca zu einem zustimmenden Kopfnicken animierte. „Certo kann er nicht. Er soll seine eigenen Angelegenheiten ordnen. Das Konklave leiten, bella figura auf NTV machen bei den Exerzitien, seinem Onkel beistehen, danach sehen wir weiter. Ist es nicht so?“&lt;br /&gt;
Sie setzte, ohne meine Antwort abzuwarten, ihr Glas ab und stieß sich vom Beckenrand ab, um ein paar Schwimmzüge zu kraulen.&lt;br /&gt;
Ich schaute ihr bewundernd hinterher und folgte ihr dann mit anfängerhaften Brustschwimmzügen. Bianca tauchte ab, durchmaß das Becken unter Wasser mit zehn fünfzehn Stößen und erschien dann wieder unvermittelt am äußersten Rand des Pools. &lt;br /&gt;
„Nichts taugt gegen die Hitze so sehr wie eine kleine Schwimmpartie, cara. Mein Haus ist auch dein Haus, bitte vergiss das nicht.“&lt;br /&gt;
„Du hast keine anderen Sorgen, Tante, oder? Wer wird Papst? Wie wird der Vatikan mit dieser Katastrophe klarkommen? Was werden Lorenzo und Estefanio unternehmen?“&lt;br /&gt;
Bianca deutete stumm auf die riesige Leinwand, auf der Estefanio in vollem Ornat gerade ein Interview gab, hinter ihm, beflissen, das Mikro zurechtrückend, Lorenzo in ebenfalls zeremonieller Kleidung.&lt;br /&gt;
„Wie findest du ihn? Ganz der Sohn seines Vaters, nicht wahr?“, ätzte sie und glitt zu ihrem Cocktailglas, um einen kräftigen Schluck zu nehmen.&lt;br /&gt;
Ich schwieg, stieg aus dem Becken, trocknete mich sorgfältig ab und ließ mir mein Schlafzimmer zeigen.&lt;br /&gt;
Ich war müde. Am liebsten hätte ich mit Bianca noch ein oder zwei Drinks genommen, aber kaum hatte ich mich auf dem komfortablen gemauerten Bett ausgestreckt, waren mir auch schon die Augen zugefallen. Ich stieg die Katakomben des Vatikans hinab, gelangte in die Kammer der Träume und es entspann sich ein Traumgeschehen, das ich selbst nach dem ich mein Bewusstsein wieder erlangt hatte, nicht entwirren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Die Blognovela</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-16T21:37:00Z</dc:date>
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    <title>Das Farnese-Komplott (136)</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/2308319/</link>
    <description>Der bitterherbe Geschmack von Salbei wird für mich immer den Geschmack des Abschieds bedeuten. Seit jenem Abend habe ich nie wieder Saltimbocca gegessen. &lt;br /&gt;
Ich hatte ein paar Kalbsschnitzel mit Parmaschinken belegt und große Salbeiblätter daran festgesteckt. Dazu etwas Weißbrot und Salat, eine schnell zubereitete Mahlzeit. Darum ging es vor allem, denn ich wusste nicht, wann Lorenzo heimkommen würde. Es war kurz vor Elf, als er, reichlich erschöpft,  aber guter Laune in seine Wohnung zurückkehrte, sich mit wahrem Heißhunger über die Kalbsschnitzel hermachte und fast eine ganze Flasche Falerio alleine austrank. &lt;br /&gt;
Der Vatikan  - wie verwandelt! Kein höfliches Lavieren mehr, keine Artigkeiten, man frage ihn geradeheraus um seinen Rat und schätze sein Urteilsvermögen und seine Entscheidungsfreudigkeit im Angesicht dieser Krisensituation. Nur schade, dass es dazu diese Katastrophe gebraucht habe, befand Lorenzo, und wenn nicht gerade der gewaltsame Tod des Heiligen Vaters der Anlass gewesen wäre für den Stimmungsumschwung bei seinen Vorgesetzten, so hätte er sich eigentlich recht gut mit seiner neuen Position arrangieren können. Wie auch immer, ein guter Teil der Organisation des Konklaves liege nun in seinen Händen und er gedenke, sich dieser Aufgabe mit Leib und Seele zu stellen.  Ich nickte ihm, vielleicht nicht gerade aufmunternd, aber immerhin beifällig zu. &lt;br /&gt;
Wie denn mein Tag gewesen sei? &lt;br /&gt;
Alles in allem sehr  gut, beschied ich. Die Mailkorrespondenz hatte ich zum großen Teil erledigt, Ausdrucke davon befänden sich in der Ablage auf dem Fensterbrett. Bianca lasse schön grüßen, Zeno auch und – bei diesen Worten legte ich sorgfältig meine Serviette auf dem Teller ab und stand auf - , meine Sachen seien bereits  gepackt und in Roglers Jeep verstaut, Bianca erwarte mich noch vor Mitternacht, weshalb ich mich jetzt leider verabschieden müsse. Vielen Dank für die Gastfreundschaft und – für alles überhaupt. Ich wich seinem Blick aus, den er unverwandt auf mich gerichtet hielt, die Hände im Schoß gefaltet, und bemühte mich um einen sachlichen Tonfall. „Sie können mich ja jederzeit über mein Handy erreichen, wenn es – etwas unklar ist wegen der Emails, die ich für Sie geschrieben habe.“&lt;br /&gt;
Lorenzo schwieg angespannt, als suche er nach den passenden Worten. Noch während ich durch die Küchentür schritt, hatte ich den Eindruck, als wolle er aufspringen und mich zurückhalten. Aber nichts geschah. Er saß wie in einen Bann geschlagen auf seinem Küchenstuhl und folgte mir mit den Augen. &lt;br /&gt;
„Ich hätte Sie- “, setzte er zögernd an.&lt;br /&gt;
„Was?“&lt;br /&gt;
„Ich hätte Sie noch gebraucht, es wird sehr schwer werden die nächsten-“ &lt;br /&gt;
Vielleicht hatte er gemerkt, dass meine Gesichtszüge abweisend wurden, er verstummte. &lt;br /&gt;
„Ich wünsche Ihnen alles Gute, Lorenzo, für die Aufgaben, die vor Ihnen liegen. Ich werde an Sie denken. Leben Sie wohl!“&lt;br /&gt;
Mit diesen Worten trat ich entschlossen über die Schwelle, ging durchs Arbeitszimmer, nahm insgeheim Abschied von dem wohlvertrauten Anblick und stieg dann die unzähligen Stufen hinab zur Piazza San Ufficio, wo Rogler mich bereits erwartete.&lt;br /&gt;
Als wir über die Tiberbrücke fuhren, hieß ich ihn kurz anhalten. Die città del vaticano lag hinter mir, eingehüllt in den samtigen Purpur der Nacht. &lt;br /&gt;
Ich zog mein Handy aus der Jackentasche, sandte einen stummen Gruß in Richtung Piazza San Ufficio und schleuderte es dann in hohem Bogen in den träge dahingleitenden Fluß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2228647/&quot;&gt;&amp;lt;[135]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/2360331/&quot;&gt;&amp;gt;[137]&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/1500471/&quot;&gt;&amp;lt;&amp;lt;[1]&lt;/a&gt;</description>
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    <dc:date>2006-07-07T23:58:00Z</dc:date>
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