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    <title>Elsas Nacht(b)revier : Rubrik:Gastbeiträge</title>
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    <dc:publisher>ElsaLaska</dc:publisher>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:date>2025-06-03T09:17:12Z</dc:date>
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    <title>Elsas Nacht(b)revier</title>
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  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/1022398071/">
    <title>Sanguis martyrum - Eine Blutbotschaft an die &quot;Nation des Kreuzes&quot;</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/1022398071/</link>
    <description>Update: Der weiter unten stehende Gastbeitrag stammt vom 18. Februar 2015 - auch der obige Titel stammt noch von 2015 und bezieht sich auf die IS-Rede zum Massaker an den Kopten vor einem Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. April 2016 um 20 Uhr wird der weltberühmte Trevi-Brunnen in Rom die Farbe des Blutes annehmen - im Gedenken an alle christlichen Märtyrer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;martiri-cristiani&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/martiri-cristiani.jpg&quot; height=&quot;175&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+++++++++++++++++++++++++++++++++&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/libyen.jpg&quot; width=&quot;203&quot; alt=&quot;libyen&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bus fährt durch das libysch-ägyptische Grenzgebiet. Die Menschen auf den Sitzen sind ägyptische Staatsbürger. Gastarbeiter in Libyen. Nach der langen Abwesenheit ersehnten sie das Wiedersehen mit ihren Familien. Sie denken an ihre Frauen und Kinder, freuen sich darauf, ihre Angehörigen in den Arm nehmen zu können. Dann wird der Bus unvermittelt gestoppt. Bewaffnete treiben die Insassen ins Freie und lassen sich die Pässe zeigen. Die Bewaffneten frohlocken. Aus ihrer Sicht ist ihnen ein großer Coup gelungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn die Insassen des Busses sind Angehörige der koptischen Kirche Ägyptens, erkennbar an Tätowierungen in Form eines grünen Kreuzes auf dem Handgelenk. Die koptisch-orthodoxe Kirche ist die älteste christliche Kirche der Welt und zugleich die Urbevölkerung ihres Heimatlandes. Kopte bedeutet Ägypter. Sie sind die christlichen Nachkommen der Pharaonen, deren Grabmale zahllose Touristen in ihren Bann ziehen. An der Gesamtbevölkerung Ägyptens haben sie einen Anteil von offiziell zehn Prozent, andere Schätzungen gehen von um die 15 Prozent aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem säkularen Machthaber Mubarak konnten die Kopten ihre Religion frei ausüben und ohne erwähnenswerte Verfolgung friedlich leben. Als infolge der Geschehnisse des ›Arabischen Frühlings‹ der Muslimbruder Mursi an die Macht kam, begann die Verfolgung und Unterdrückung der Kopten. Nun, unter dem neuen säkularen Präsidenten al-Sisi, ist zwar die Religionsfreiheit offiziell wiederhergestellt, doch die Kopten müssen noch immer mit Verfolgung und Bedrohung umgehen. Nicht der Staat als solcher geht nun gegen die Kopten vor, sondern er übersieht geflissentlich die Übergriffe durch den radikalen Teil der muslimischen Mehrheitsgesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassen wir Mor Anba Damian, Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, zu Wort kommen:&lt;br /&gt;
»Islamisten verfolgten die Kopten in der Region bereits seit Jahren mit extremer Gewalt. Männer werden systematisch gesucht, verfolgt, ermordet! Unsere Frauen und Mädchen werden auf offener Straße attackiert, weil sie kein Kopftuch tragen.«&lt;br /&gt;
Zurück nach Libyen: Die Bewaffneten bringen ihre Gefangenen an einen unbekannten Ort an der Mittelmeerküste. Sie inszenieren ein scheußliches und widerwärtiges Schauspiel. Wie viel Zeit zwischen der Verschleppung der Kopten bis zum Höhepunkt des schaurigen Geschehens verging, ist nicht bekannt. Zumindest lange genug, um die Gefangenen in orangefarbene Overalls zu kleiden - ein Zynismus, eine Anspielung auf das US-Gefangenenlager Guantanamo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entführer sind keine gewöhnlichen Kriminellen, die auf Lösegeld aus sind. Sie gehören dem libyschen Ableger der syrisch-irakischen Terrororganisation ›Islamischer Staat‹ an, hervorgegangen aus dem ›Islamischen Staat im Irak und der Levante‹. Levante bezeichnet das Gebiet östlich des Mittelmeers. Es umfasst nicht nur Syrien, sondern auch Jordanien, den Libanon - und Israel. Die Terrormiliz unter ihrem selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi herrscht mit unvorstellbarer Brutalität über ein Territorium im Umfang Großbritanniens. Sie führt Krieg gegen den gesamten Rest der Welt, gegen alle, die sich ihrer unmenschlichen Lesart des Islam nicht unterwerfen wollen oder einfach nur einer Minderheit angehören. Besonders übel verfährt man mit Christen, Juden, Jesiden und Drusen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kopten werden gezwungen, in einer langen Reihe niederzuknien. Die Bewaffneten stellen sich hinter ihnen auf. Ihre Gesichter sind verhüllt, den Mienen der Gefangenen kann man hingegen ansehen, was sie zu diesem Zeitpunkt empfinden. Eine Kamera wird aufgebaut, um das weitere Geschehen zu filmen und später ins Internet zu stellen. Vermummte Anführer sprechen einige hasserfüllte Sätze in ein Mikrofon. Dann schneiden 21 Islamisten den 21 Gefangenen die Köpfe ab!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am gestrigen Sonntag tauchte nun ein widerliches Video von dem Massaker auf, an dessen Ende ein Meer von Blut den Boden des Strandes nicht nur benetzt, sondern förmlich flutet. Nachdem zuerst Zweifel an der Echtheit der Aufnahmen aufkamen, hat die koptische Kirche die Ermordung ihrer Angehörigen mittlerweile offiziell bestätigt. Der ägyptische Staatspräsident verhängte eine siebentägige Staatstrauer und kündigte Vergeltungsschläge an. Heute flogen die Luftwaffen Ägyptens und Libyens bereits Angriffe gegen die Stellungen des IS-Ablegers. Die Rede ist von 50 getöteten Terroristen. Auch die angesehene islamische Al-Azhar-Universität in Kairo verurteilte das abscheuliche Verbrechen an den Kopten deutlich und scharf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es einen Ableger der Terrorarmee IS in Libyen gibt, dürfte nur wenigen Menschen bekannt gewesen sein. Insgesamt ist Libyen nach dem Sturz des Machthabers Al-Gaddafi 2011 in Gewalt versunken. Eine schwache gemäßigte Zentralregierung steht regionalen Terrorfürsten und deren Milizen nahezu ohnmächtig gegenüber. Ganze Gebiete sind der Kontrolle durch die Regierung vollständig entglitten. Die Angehörigen religiöser und ethnischer Minderheiten haben unter diesen Zuständen besonders zu leiden. Niemand schützt sie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Wir stehen heute im Süden Roms«, höhnt ein Sprecher der libyschen Terrorgruppe, »in Libyen. Wir werden das Meer mit eurem (Anm.: westlichen) Blut tränken.« Wir müssen also nicht über die Islamisierung des Abendlandes reden, wenn wir nicht erkennen können oder wollen, dass der Vormarsch des radikalen Islam beinahe den gesamten Globus in den Würgegriff des Terrors nimmt. So war bspw. der Terrorismus in Mali eine Auswirkung des Machtwechsels in Libyen. Dschihadisten und Söldner trugen den Krieg anfangs unbehelligt tiefer in den Süden. Dieses globale Phänomen kann also nur staatenübergreifend bekämpft werden. Die hauptsächlich betroffenen Länder sind in der Regel zu schwach, einer solchen Bedrohung ohne Hilfe entgegentreten zu können. Doch dazu bedarf es keiner Schnellschüsse, sondern einer Gesamtstrategie. Und dazu bedarf es vor allem auch einer unverzagten Christenheit, die sich auf ihre Stärke besinnt und nicht in verbale Scheingefechte abdriftet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Christentum ist seit jeher die Religion der Märtyrer. Das Blut der Märtyrer ist der Samen für die Christen, heißt es. In jenem Moment, in dem das Blut von 21 Kopten im sandigen Grund der Mittelmeergestade versickerte, erstanden sie als Glaubenszeugen auf. Beten wir gemeinsam mit ihnen für den Frieden auf der Erde, besonders für die Angehörigen der Gemordeten und für eine segensreiche Zukunft der Christenheit in der arabischen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &lt;a href=&quot;http://de.radiovaticana.va/news/2015/02/16/papst_franziskus_best%C3%BCrzt_%C3%BCber_hinrichtung_koptischer_christ/1123673&quot;target=&quot;_blank&quot;&gt;Stimme des Papstes und der Weltkirche&lt;/a&gt; dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Namen, soweit sie bekannt wurden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. Milad Makeen Zaky &lt;br /&gt;
2. Abanub Ayad Atiya &lt;br /&gt;
3. Maged Solaiman Shehata &lt;br /&gt;
4. Yusuf Shukry Yunan &lt;br /&gt;
5. Kirollos Shokry Fawzy &lt;br /&gt;
6. Bishoy Astafanus Kamel &lt;br /&gt;
7. Somaily Astafanus Kamel &lt;br /&gt;
8. Malak Ibrahim Sinweet &lt;br /&gt;
9. Tawadros Yusuf Tawadros &lt;br /&gt;
10. Girgis Milad Sinweet &lt;br /&gt;
11. Mina Fayez Aziz &lt;br /&gt;
12. Hany Abdelmesih Salib &lt;br /&gt;
13. Bishoy Adel Khalaf &lt;br /&gt;
14. Samuel Alham Wilson &lt;br /&gt;
15. Worker from Awr village &lt;br /&gt;
16. Ezat Bishri Naseef &lt;br /&gt;
17. Loqa Nagaty &lt;br /&gt;
18. Gaber Munir Adly &lt;br /&gt;
19. Esam Badir Samir &lt;br /&gt;
20. Malak Farag Abram &lt;br /&gt;
21. Sameh Salah Faruq&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bittet für uns!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Update: Da wir sonst nicht allzuviel tun können - es gibt &lt;a href=&quot;http://www.citizengo.org/de/19068-trauer-ueber-die-ermordung-der-koptischen-christen?tc=tw&amp;amp;tcid=10358446&quot;target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; die Möglichkeit, seiner Trauer und Soldarität Ausdruck zu verleihen, dieses Online-Formular wird dann an den Generalbischof der deutschen Kopten, Anba Damian, weitergeleitet und seinen Weg sicherlich auch nach Ägypten finden.]</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2016 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2016-04-22T19:48:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/193153662/">
    <title>Sanguis martyrum - Das Geiseldrama von Bagdad am Vorabend zu Allerheiligen 2010</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/193153662/</link>
    <description>[Hochgeholt aus aktuellem Anlass]&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/162856_1719790428403_1047559631_1921355_8076274_n1.jpg&quot; width=&quot;289&quot; alt=&quot;162856_1719790428403_1047559631_1921355_8076274_n1&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Heiligen Abend des Jahres 2009 sagte der junge Pater Taher al-Qasboutros, ein Priester der syrisch-katholischen Kirche im Irak, in einem Interview gegenüber der FAZ: »Als Christen in der Nachfolge Christi haben wir immer Hoffnung, und diese Hoffnung geben wir unseren Kindern weiter. Hätten wir keine Hoffnung mehr, wie sollten sie die Kinder haben?« Vielleicht dachte er in diesem Augenblick an jene Kinder, die nach dem Besuch der Schule auf dem Gelände seiner Kirche an einer Grotte mit der Marienstatue stets kurz innehielten, bevor sie heimgingen. Vielleicht. Wir wissen es nicht. Und Pater Taher kann es uns nicht mehr sagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denn kaum mehr als zehn Monate später, am 31. Oktober 2010, wurde Pater Taher in der Sayidat-al-Nejat-Kathedrale (Kathedrale Unserer Lieben Frau von der Erlösung) in Bagdad von Mitgliedern der Terrororganisation ›Islamischer Staat Irak‹, eines Ablegers der Al-Qaida, vor dem Altar erschossen. Wenige Augenblicke zuvor starb sein jüngerer Amtsbruder, Pater Wassim Sabih, durch die Kugel aus der Pistole eines der Terroristen. Er opferte sich. Er bot den Angreifern für die Leben seiner Gemeindemitglieder sein eigenes an und erlitt den Tod eines Märtyrers. Neben den beiden tapferen Priestern, die von ihrer Gemeinde als mutig und unerschrocken verehrt wurden, starben weitere 66 Menschen: 54 Christen, die friedlich die heilige Messe feierten, sieben Sicherheitskräfte und schließlich die fünf Terroristen selbst. Etwa 60 Menschen wurden verletzt.[1]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhängnis begann gegen 17:00 Uhr mit dem ergebnislosen Versuch einer Gruppe Bewaffneter, die Börse in Bagdad zu stürmen. Sicherheitskräfte schlugen die Angreifer zurück, wobei zwei der Wachleute getötet wurden. Dass es sich um ein Ablenkungsmanöver für ein noch weitaus brutaleres Vorhaben handelte, wusste neben den Terroristen zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Denn das eigentliche Ziel des Kommandos war die gegenüber der Börse im Stadtviertel Karrada liegende Sayidat-al-Nejat-Kathedrale, in der gerade die Nachmittagsmesse begonnen hatte. Mehr als einhundert Gläubige waren in der Bischofskirche zusammengekommen. Als die ersten Schüsse zu hören waren, bat Pater Wassim nichtsahnend um die Fortsetzung des Gebets. Denn Gewehrfeuer ist nicht selten im heutigen Bagdad.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Schüssen folgte eine Explosion. Die Angreifer hatten nun das schwere Tor zum Innenhof der Kathedrale gesprengt und die Sicherheitsbeamten erschossen. In der Kathedrale suchten indes etwa 50 Christen Schutz in der Sakristei und verbarrikadierten die Tür mit einem Schrank, als die Bewaffneten die Kirche stürmten. Hier stellte sich Pater Wassim ihnen entgegen und bot sein eigenes Leben für das der anderen Christen. Er musste sich auf den Boden setzen und wurde hingerichtet. &lt;br /&gt;
Pater Taher blieb entschlossen am Altar stehen und wurde ebenfalls ermordet, während die übrigen rund 50 Christen in der Kathedrale verzweifelt nach Deckung suchten. Mehr als einhundert Menschen befanden sich in der Hand der erbarmungslosen Geiselnehmer und waren ihnen hilflos ausgeliefert. Deren Forderung: Freilassung aller inhaftierten Mitglieder der Al-Qaida im Irak und in Ägypten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Motivation des Terrorkommandos, unmittelbar nach dem Überfall auf einer islamistischen Website veröffentlicht:  »Eine zornige Gruppe von Mudschaheddin hat eine dreckige Höhle der Götzenanbeter gestürmt«, war da in hasserfülltem Duktus zu lesen, »die als Stützpunkt der Christen gegen den Islam genutzt wird.« Daneben war die Rede von zwei angeblich in koptischen Klöstern festgehaltenen Frauen, die zum Islam konvertiert waren. Im Original: »Wir helfen unseren schwachen gefangenen muslimischen Schwestern, die in Klöstern des Unglaubens und Kirchen des Götzendienstes gefangen sind.« Innerhalb von 48 Stunden sollten auch sie freigelassen werden, so die Forderung der Terroristen, die auch gleich mit der Erschießung von Geiseln begannen. Inzwischen hatten Anwohner die Bagdader Polizei informiert, diese wiederum die Antiterroreinheit der irakischen Armee. Die Befreiung der Geiseln wurde vorbereitet, zur Unterstützung lieferte eine US-Aufklärungsdrohne aktuelle Luftaufnahmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unmittelbar vor der Erstürmung der Kathedrale durch die Antiterroreinheit entdeckten jedoch die Terroristen die in die Sakristei geflohenen Christen und warfen drei Handgranaten in den Raum. In diesem Moment begann der Zugriff der Sicherheitskräfte. Daraufhin zündeten einige der Terroristen ihre Sprengstoffgürtel. Die Folgen dieses blutigen Wahnsinns waren derart entsetzlich, dass selbst für Fachleute eine Rekonstruktion dazu, wie viele Menschen hingerichtet wurden, durch den Schusswechsel umkamen oder von den Sprengladungen zerfetzt wurden, nicht mehr möglich war. Etwa 60 Menschen schwer verwundete Menschen irrten danach in dem Inferno zwischen den schrecklich zugerichteten, auf dem kalten Boden der Kathedrale liegenden Überresten der 70 Toten herum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Welt reagierte mit Entsetzen. Einige Aussagen seien hier stellvertretend wiedergegeben. »Nicht einmal Tiere tun so etwas«, sagte fassungslos der chaldäische Bischof Schlimon Warduni, und Athanase Matti Schaba Matoka, der Erzbischof der vom Anschlag betroffenen syrisch-katholischen Kirche, rief die Weltgemeinschaft dazu auf, die irakischen Christen endlich zu schützen. »Die Gläubigen im Stich zu lassen, ist kriminell.« Der Heilige Vater bezeichnete die Untat als »absurde und grausame Gewalt«, die deutschen Bischöfe redeten von »mörderischem Fanatismus«, während die deutsche Bundesregierung sich »entsetzt und traurig« äußerte. Frankreich übernahm immerhin die medizinische Versorgung von 36 Verletzten und sagte die Aufnahme von insgesamt 150 Anschlagsopfern zu. Der Trauergottesdienst für die Ermordeten am 2. November 2010 wurde von Kardinal Emanuel III. Deli, Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche, geleitet. Im August 2011 wurden drei Drahtzieher des Anschlags von einem Bagdader Gericht zum Tode verurteilt, ein vierter Angeklagter bekam 20 Jahre Gefängnis.&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/iraq.jpg&quot; width=&quot;200&quot; alt=&quot;iraq&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit diesen Eindrücken endet der erste Beitrag der Reihe. Eine Betrachtung der allgemeinen Lage der Christen im Irak wird sich in Kürze ergänzend anschließen. &lt;br /&gt;
Es bleibt heute zum Jahrestag nur die Bitte um Gebet. Beten wir für den wunderbaren Pater Wassim Sabih, der todesmutig sein Leben für seine Gemeinde hingab, und für den beeindruckenden Pater Taher al-Qasboutros, der unerschrocken am Altar ausharrte. Für die ermordeten Schwestern und Brüder und deren Hinterbliebene. Für die Verletzten. Für alle unter bitterster Verfolgung leidenden Christen im Irak und für die getöteten Sicherheitskräfte, die in Erfüllung ihrer Pflicht zu Tode kamen. Und - so schwer es auch fallen mag - für die hasserfüllten Mörder, auch wenn diese für die Schuldlosen keine Gnade fanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pax vobiscum!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[1] Da die Angaben in den jeweiligen Quellen sich voneinander unterscheiden, werden hier die meistgenannten Zahlen als am wahrscheinlichsten übernommen.</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2013-11-04T18:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/483768613/">
    <title>Sanguis martyrum - Sr. Leonella Sgorbati</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/483768613/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/Sr-Leonella-con-bambino.jpg&quot; width=&quot;72&quot; alt=&quot;Sr-Leonella-con-bambino&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;72&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein &lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/453146080/&quot;target=&quot;_blank&quot;&gt;letzter Gastbeitrag auf diesem Blog&lt;/a&gt; behandelte die ›Regensburger Rede‹ Papst Benedikt XVI. vom 12. September 2006, deren inhaltliche Aussage und historische Bedeutung, die positiven und negativen Resonanzen sowie die durch islamistische Hassprediger hervorgerufenen Unruhen und Gewalttaten. Der heutige Beitrag knüpft nahtlos an eben jene letztgenannten Auswirkungen an. Denn zwischen dieser Rede und dem hier geschilderten Blutzeugnis sollten nur fünf Tage vergehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine schreckliche Bluttat, die sich am 17. September 2006 in der somalischen Hauptstadt Mogadischu zutrug, trägt eine einzigartige und wundervolle Frau aus der Vergessenheit ins Licht, die dort das Martyrium erlitt: die italienische Ordensschwester Leonella Sgorbati.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwester Leonella wurde am 9. Dezember 1940 in der Nähe von Piacenza Gazzola in der italienischen Provinz Emilia Romagna unter dem bürgerlichen Namen Rosa Maria Sgorbati geboren. Schon als junges Mädchen entschied sie sich, später als Missionsschwester tätig zu sein, doch ihre Mutter bat sie, bis zu ihrem 20. Geburtstag zu warten. Sehnsüchtig geduldete sie sich, bis sie 23. war, aber nichts änderte ihren Entschluss. Im Mai 1963 trat sie dem Orden der Consolata-Missionsschwestern im norditalienischen Sanfrè, Provinz Cuneo, bei, nahm den Ordensnamen Leonella an und legte im November 1972 die ewigen Gelübde ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1966 und 1968 absolvierte Sr. Leonella einen Pflegekurs in England. Schon im Herbst 1970 wurde sie nach Kenia entsendet. Bis 1983 diente sie Gott, den Menschen und ihrem Orden abwechselnd am Consolata-Krankenhaus in Nyeri und im Nazareth-Hospital in Kiambu am Stadtrand von Nairobi. Mitte 1983 begann Sr. Leonella ein Aufbaustudium im Pflegebereich und wurde 1985 zur verantwortlichen Lehrerin für Krankenpflege am Nkubu-Hospital im kenianischen Meru.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Mitschwestern der Consolata-Mission wählten Sr. Leonella im November 1993 zur Provinzoberin in Kenia. Dies blieb sie die nächsten sechs Jahre und zeichnete sich durch ein Höchstmaß an Pflichterfüllung aus. Nach einem Sabbatjahr 2001 ging sie nach Mogadischu in Somalia, um dort -  in einem der gefährlichsten Länder der Welt -  die Möglichkeiten zur Errichtung einer Krankenpflegeschule im Rahmen des Krankenhauses der SOS-Kinderdorf-Organisation zu prüfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Leiterin einer Hermann-Gmeiner-Schule (H. Gmeiner begründete die SOS-Kinderdörfer), die 2002 eröffnete, bildete sie künftig Krankenschwestern aus. In ersten Jahr erlangten 34 Schwestern die nötigen Zertifikate, die mangels einer somalischen Regierung von der Weltgesundheitsorganisation ausgestellt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit drei Schwestern kehrte sie alsbald nach Kenia zurück, um eine weitere Ausbildung an einer medizinischen Hochschule zu absolvieren. Als sie sich am 13. September 2006 erneut nach Somalia begab, hatten die dortigen Verhältnisse sich verändert. In dem seit 1988 tobenden Bürgerkrieg herrschte nun die Scharia.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur vier Tage sollte ihr zweiter Aufenthalt in Somalia dauern. Am 17. September 2006 wurde sie am helllichten Tag und auf offener Straße von zwei Islamisten angeschossen. Vier Schüsse bekam sie in den Rücken; neben ihr starb ein einheimischer Personenschützer zwischen Kiosken und einem Taxistand. Eilig ins Krankenhaus gebracht, erlag sie dort ihren schweren Verletzungen. Ihre letzten Worte kennzeichnen Sr. Leonella, die dreißig Jahre in Afrika tätig gewesen war, als eine außergewöhnliche, unendlich gläubige und gottergebene Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Perdono, perdono«, sagte sie, bevor der Herr sie zu sich nahm, »ich vergebe, ich vergebe.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob diese Bluttat im unmittelbaren Zusammenhang mit der ›Regensburger Rede‹ Papst Benedikts steht, konnte nie umfassend geklärt werden. Die beiden festgenommenen Tatverdächtigen, radikale Islamisten, hüllten sich über ihr Motiv in Schweigen. Viele Beobachter und Kenner der somalischen Verhältnisse sehen allerdings eine Verbindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somalia ist für Christen ein sehr gefährliches Land. Sr. Leonellas Ermordung war kein Einzelfall:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.:: Im Jahr 1989 wurde der italienische Bischof Salvatore Colombo, der dem Bistum Mogadischu vorstand, erschossen, während er in Mogadischu die heilige Messe feierte.&lt;br /&gt;
.:: Sechs Jahre später, im Jahr 1995, töteten Islamisten die italienische Ärztin Graziella Fumagalli, die ein Anti-TBC-Zentrum leitete.&lt;br /&gt;
.:: 2003 wurde die mit dem Nansen-Flüchtlingspreis des UN-Hilfswerks UNHCR ausgezeichnete Leiterin des Fürsorgezentrum in Borama, Annalena Tonelli, ermordet - nach 33 Jahren vorbildlichem Dienst für die Ärmsten.&lt;br /&gt;
.:: Im gleichen Jahr fiel auch das für ein Bildungsprojekt tätige, britische Ehepaar Richard und Enid Eyeington einem Hassverbrechen zum Opfer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Somalia tobt seit 1988 ein blutiger Bürgerkrieg. Zehn bewaffnete Gruppen kämpfen um die Macht über das Land, es gab Interventionen durch die UN, äthiopische und kenianische Truppen, doch meist mit geringem Erfolg. Weiterhin beherrschen Milizen die einzelnen Regionen, die 2012 eingesetzte Regierung ist machtlos in den teilautonomen Teilstaaten. Nach wie vor haben die Clans das Sagen, verüben aneinander Verbrechen und führen Fehden um Weide- und Wasserrechte. Es gilt die Scharia, weit verbreitet sind die Beschneidung von Mädchen und Prügelstrafen für den Abfall vom Islam. Einzelne Gruppierungen unterhalten enge Kontakte zu Al-Qaida und anderen dschihadistischen Organisationen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fast einhundert Prozent der Somalis sind sunnitische Muslime. Daneben gibt es nur einige hundert Christen, die fast allesamt ausländischer Herkunft sind. Sie gehören meist der äthiopisch-orthodoxen Kirche an. Die beiden einzigen katholischen Sakralbauten, eine Kathedrale und ein angeschlossenes Kloster in Mogadischu, wurden während des Bürgerkrieges restlos zerstört. Damit löste sich das katholische Bistum Mogadischu auf, dessen Bischof, wie oben erwähnt, in seiner Kathedrale erschossen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Umfeld war die bewundernswerte Schwester Leonella über Jahre hinweg tätig. Welch eine großartige Frau! Wie mächtig war ihre Liebe zu Gott und den Menschen, wie tief ihr Glaube, um all das Töten und Leiden ertragen zu können. Was bleibt angesichts ihres aufopferungsvolles Lebens zu sagen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tragen wir das Gedenken an die so bescheidene, so gütige und furchtlose Schwester Leonella, die Märtyrerin von Mogadischu, in unseren Herzen. Beten wir mit ihr für die Christen in Somalia und in ganz Afrika, die treu und standhaft, wider alle Bosheit und Grausamkeit ihren Glauben leben und dem Wort des Herrn treu bleiben. Und vergessen wir trotz verständlicher Trauer und Bestürzung über die Gewalt, dieses Hassverbrechen, nie Sr. Leonellas letzte, vorbildhafte Worte, die uns als Beispiel dienen sollen und die wie ein starkes Vermächtnis klingen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Ich vergebe!«</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2013-09-17T08:00:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/453146080/">
    <title>Die Regensburger Rede</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/453146080/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/14631.jpg&quot; width=&quot;220&quot; alt=&quot;14631&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;124&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaiologos war ein gelehrter Mann. Er herrschte über Byzanz zu einer Zeit, während der das einstige Riesenreich nur noch als ein Schatten seiner vormaligen Größe bestand, eine aus drei kleinen Teilgebieten zusammengesetzte Enklave unter osmanischer Oberhoheit. Vermutlich 1391 im Winterlager zu Ankara führte der griechisch-orthodoxe Kaiser ein Gespräch mit einem gebildeten Perser über das Christentum und den Islam, beider Wahrheit und den Zusammenhang von Religion und Vernunft. In einer Schärfe, die heute an der politischen Korrektheit kläglich scheitern würde, konfrontierte der christliche Kaiser den muslimischen Gelehrten mit der Aussage: &lt;br /&gt;
»Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten«. &lt;br /&gt;
Damals blieb diese Aussage folgenlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Papst Benedikt XVI. ist ein großer Gelehrter und gilt zurecht als der wohl brillanteste Theologe unserer Tage. Keinesfalls war er der prunkvolle Barock-Papst, wie heute gerne kolportiert wird, sondern ein bescheidener, beinahe schüchterner »Arbeiter im Weinberg des Herrn«, unermüdlich die Theologie verfeinernd und stets darauf bedacht, seine Worte und Zitate mit Umsicht auszuwählen und ihre mögliche Wirkung abzuwägen. Papst Benedikt war sich der Macht seines Wortes durchaus bewusst und ließ gerade deshalb eine ganz besondere Sorgfalt walten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nach dem Ort seines Vortrags am 12. September 2006, der Magna Aula der Universität Regensburg, benannte Regensburger Rede war das Ergebnis höchstmöglicher Gelehrtheit und sorgsamster Abwägung. Was später als Beleidigung des Islam interpretiert wurde, war eine ausgezeichnete Rede, mit der Papst Benedikt sich an die Wissenschaftler wandte. Es ging, schlicht gesagt, um die sanfte Gewalt des Wortes, des Arguments und um die Autorität des Logos, der von Gott kommenden Vernunft. Die Wissenschaft, so Benedikts eindringlicher Appell, möge sich nicht lossprechen vom Wort Gottes, sondern nach der Einheit von Logos und Logik streben und die Grenzen der menschlichen Vernunft beachten, die am Logos gemessen stets unvollkommen bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den anwesenden Wissenschaftlern kamen die päpstlichen Ausführungen intellektuell an. &lt;br /&gt;
Zumindest wurden sie verstanden. &lt;br /&gt;
Nun ist nicht jeder Mensch mit einem Hochschulabschluss gleich ein Gelehrter. Sonst wäre nämlich der Welt vieles erspart geblieben. Denn kaum war der Applaus verhallt, fanden sich in den Medien erste Schlagzeilen, wie »Deutscher Papst beleidigt den Islam« oder »Papst unterstellt Muslimen Gewaltbereitschaft«. Dass Papst Benedikt lediglich Kaiser Manuel II. zitiert hatte, spielte keine Rolle mehr. &lt;br /&gt;
›Wir‹ waren plötzlich nicht mehr Papst, ›wir‹ wollten nicht mehr Papst sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in Deutschland der Papst von einer Anzahl Medienmacher als islamophob abgestempelt wurde, kam es in der islamischen Welt nicht nur zu verbalen Angriffen. Es gab Unruhen, Christen wurden bedroht und angegriffen; Kirchen wurden beschädigt, in Afghanistan, im Iran, in den Palästinensergebieten und anderswo. Wie bereits wegen der Mohammed-Karikaturen setzten auch diese Ausschreitungen zeitverzögert ein. Der angebliche ›gerechte Zorn der Rechtgläubigen‹ musste nämlich zuerst von den Hasspredigern geschürt werden und da nicht jedes muslimische Dorf über eine eigene Fahnenmanufaktur verfügt, musste auch eine gewisse logistische Vorbereitung getroffen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedenfalls schienen mancherorts gewaltbereite Muslime den Beweis für die Worte Kaiser Manuels erbringen zu wollen. Mit unsäglicher Gewalt und großem Hass ging man auf die christlichen Nachbarn los, prügelte, vergewaltigte, brannte, mordete. &lt;br /&gt;
Demnächst wird von der italienischen Ordensschwester Leonella Sgorbati berichtet, deren gewaltsamer Tod im Zusammenhang mit den Ausschreitungen nach der Regensburger Rede vermutet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn wir heute nach Syrien oder Ägypten blicken, stehen wir auch einer Welle der Gewalt gegenüber. In weiten Teilen der westlichen Welt herrscht heute großes Unverständnis hinsichtlich der Geschehnisse in der arabischen Welt. Vom ›Arabischen Frühling‹ redet kaum noch jemand. Niemand unter den Verantwortlichen in Europa hat auch nur irgendeinen Rat, geschweige denn einen richtigen. So werden in Ägypten Entwicklungshilfeprojekte gestoppt, diplomatische Beziehungen überprüft, einseitig die Übergangsregierung kritisiert. Gewaltverzicht und Dialog werden eingefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch die übliche Anwendung europäischer Maßstäbe, die Forderung nach Gespräch und Versöhnung, ist im gegenwärtigen Moment zwar theoretisch nicht gänzlich verfehlt, praktisch jedoch völlig illusorisch: Es ist zu spät, denn die Eskalation fand bereits statt, und es ist zu früh, denn der Hass aufeinander ist derzeit weitaus größer als der Einigungswille.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fehl am Platz ist indes eine Positionierung auf der Seite der Muslimbrüder. Die Unterstützung dieser Gruppierung, oft verharmlost als eine Art konservativ-islamische Partei, ist abenteuerlich. Damit würde dem Radikalislamismus erneut das Schwert in die Hand gegeben, ein Schwert, das sich gegen die Minderheiten richtet, vor allem aber gegen die Kopten und andere Christen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da ist sie plötzlich wieder aktuell, die hoch bewunderte und viel geschmähte Regensburger Rede Papst Benedikts. Ich möchte meinen Beitrag mit einigen Worten beenden, die Manuel II. ausgesprochen und Benedikt XVI. zitiert hat: »Gott hat kein Gefallen am Blut.« Und damit dürfte alles gesagt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Herr segne den Erdkreis und behüte seine Kinder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;&lt;br /&gt;
Die komplette Rede zum Nachlesen:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2006/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20060912_university-regensburg_ge.html&quot;&gt;http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/speeches/2006/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20060912_university-regensburg_ge.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Foto findet sich auf den Seiten von www.domradio.de</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2013-08-24T14:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/418666439/">
    <title>Sanguis martyrum - Bischof Luigi Padovese</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/418666439/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/grulich-padovese.jpg&quot; width=&quot;400&quot; alt=&quot;grulich-padovese&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;301&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;[Das Foto zeigt Bischof Padovese mit Prof. Dr. Rudolf Grulich, dem Berater für Türkeifragen der Hilfsorganisation &quot;Kirche in Not&quot;]&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war ein Mann des Friedens und erlitt durch die Hand eines Gewalttäters das Martyrium. Er, der sich stets für Versöhnung und Verständigung einsetzte, starb heute vor drei Jahren, am 3. Juni 2010, im Garten seines Amts- und Wohnsitzes im türkischen Iskenderun. &lt;br /&gt;
Der Mord an dem römisch-katholischen Bischof Luigi Padovese ist kein ›gewöhnliches‹ Verbrechen, sondern die beispiellose Geschichte eines Verrates. Der Mörder war ein Mann, der das volle Vertrauen seines  Opfers genoss, der in einer schwierigen Lebenssituation Hilfe und Zuwendung bekommen und zum engsten persönlichen Umfeld des Bischofs gehört hatte. Die Hand, die das Messer führte, gehörte dem damals 26-jährigen Murat Altun, Mitarbeiter und Chauffeur des Bischofs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Täter griff Bischof Padovese von hinten an und versuchte ihm mit einem Messer die Kehle durchzuschneiden. Zuerst gelang dem Bischof die Flucht aus dem Haus, doch im Garten holte Altun ihn ein. Der sich dort aufhaltenden Haushälterin rief der Bischof zu, sie solle sich in Sicherheit bringen, den Hass und Vernichtungswillen seines Verfolgers spürend. Doch der setzte sein blutiges Werk fort. Diesmal mit Erfolg. Vor den Augen der schreckensstarren Haushälterin versetzte Altun dem Bischof einen sehr tiefen Schnitt durch den Hals. Luigi Padovese starb den Tod eines Blutzeugen Christi. Sein Kopf, so steht es in den Polizeiprotokollen, sei nur noch durch Hautfetzen mit dem Körper verbunden gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war sechs Jahre vor seiner Ermordung, als der 1947 in Mailand geborene Luigi Padovese, Titularbischof von Monteverde und Angehöriger des Kapuzinerordens, sein Amt als Apostolischer Vikar von Anatolien antrat. Seit 2008 stand er daneben der türkischen Bischofskonferenz vor. Zugleich gehörte der Bischof der Apostolischen Nuntiatur in der Türkei an. Denn in dem Land, in das man ihn entsandte, dürfen neben türkischen Staatsbürgern nur Geistliche, die diplomatischen Schutz genießen, das Evangelium verkünden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überhaupt ist die Türkei ist ein Land der Gegensätze. Einerseits gibt sie sich weltoffen, zeigt ein modernes Gesicht und erlebt einen ungeahnten wirtschaftlichen Aufschwung. Man drängt in die Europäische Union, beansprucht sogar eine führende Rolle. Auf der anderen Seite steht die fortschreitende Islamisierung mit allen bekannten Auswirkungen. Daneben trachtet sie danach, die Leitmacht der muslimischen Staaten im Nahen Osten zu werden. Das Verhältnis zum Nachbarn Israel hat sich in den letzten Jahren deutlich abgekühlt. Mehr und mehr werden Religions- und Pressefreiheit leere, inhaltslose Worte in der Verfassung. Leidtragende der Politik der Islamisierung und des Gigantismus sind besonders die Christen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur noch wenige Christen leben in der heutigen Türkei. &lt;br /&gt;
Ende des 19. Jahrhundert gab es allein in Anatolien etwa zwei Millionen Christen - rund 25 Prozent der Bevölkerung. Ab Mitte des 19. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein wurden die meisten Christen aus dem Gebiet der heutigen Türkei vertrieben oder getötet. Es gab den barbarischen, noch heute geleugneten Genozid an den armenischen Christen. Heute leben im Herkunftsland des Apostels Paulus noch ganze 125.000 Christen; dies ist ein Anteil von nur noch 0,2 Prozent der Bevölkerung. Es ist ein Schattendasein, das sie führen, eingeschränkt in ihren Rechten, im Alltag von Behörden und Teilen der Gesellschaft gleichermaßen diskriminiert und bedrängt. Die Bedrücker sind nicht nur radikale Muslime, sondern auch gewaltbereite Nationalisten, wie die ›Grauen Wölfe‹.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch zurück zu Bischof Padovese. Um diplomatische Verwicklungen zu vermeiden und den Frieden zwischen den Religionen zu bewahren, akzeptierte der Vatikan die Erklärung der türkischen Behörden, Padovese sei von einem Geisteskranken ermordet worden, ohne jeglichen politischen oder religiösen Hintergrund. Nur Bischof Ruggero Franceschini, der Vorgänger Padoveses, ebenfalls Kapuziner und heutiger Apostolischer Administrator von Anatolien, brachte es auf den Punkt. » So tötet jemand, der zeigen will, dass er ein wirklich radikaler Moslem ist «, sagte er entsetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unterschiedliche Bewertung ist verständlich, wenn man sich mit dem islamistischen Terrorismus näher beschäftigt. Bischof Franceschini schien vorausgeahnt zu haben, woran damals kaum jemand dachte und was heute in aller Munde ist: ›Homegrown Terrorism‹, also Anschläge von unvernetzten Einzeltätern, die sich, von den Behörden unbemerkt, selbst radikalisiert haben und mit denen schlicht niemand rechnet. Stichworte: Toulouse, Boston und jetzt London-Woolwich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Indes eindeutig zuzuordnen sind andere Verbrechen. Im April 2007 überfielen ultranationalistische Türken in Malatya einen Bibelverlag, drei Mitarbeiter, darunter ein Deutscher, wurden stundenlang gefoltert, bevor ihnen die Kehlen durchgeschnitten wurden. Im September des gleichen Jahres stach ein Muslim in Izmir auf den Priester Adriano Franchini ein; er überlebte den Anschlag. Und wir erinnern uns auch an das Attentat auf den seligen Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 durch einen türkischen Rechtsextremisten auf dem Petersplatz in Rom.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch nicht nur durch Mord und Gewalt werden die Christen in der Türkei bekämpft. Es gibt auch behördliche Willkür. So dürfen christliche Kirchen in der Türkei keine Gebäude oder Grundstücke erwerben, keine Priester ausbilden, keine Klöster oder Schulen einrichten. Bestehende Einrichtungen werden systematisch dem Verfall preisgegeben. Ein Beispiel ist das bekannte Kloster Mor Gabriel.&lt;br /&gt;
Bischof Padovese fand hierfür eindeutige Worte: &quot;“Offiziell existieren wir gar nicht, wir haben keine Rechte. Und weil wir nicht existieren, dürfen wir auch kein Priesterseminar eröffnen, Priester für die Zukunft unterstützen oder eine türkische Kirche aufbauen”, so der Bischof in einem Interview mit KIRCHE IN NOT.&quot; [1]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Lage für die türkischen Christen sich verschlimmert, bestätigen auch namhafte Organisationen und Einzelpersonen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beurteilt die Behandlung und Situation der Christen negativ und macht nicht zuletzt den türkischen Staat verantwortlich. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) sieht seit den Beitrittverhandlungen der Türkei in die EU sogar eine Verschlechterung der Lage der Christen. 2006 startete die Gesellschaft einen internationalen Appell unter dem Motto: ›Türkei: Erst die Christen vertreiben, dann in die EU?‹ Im gleichen Jahr sagte Bartholomäus I., Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel, die Lage der Christen habe sich vom Schlechten zum Schlechteren gewandelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beten wir mit dem Märtyrer-Bischof Luigi Padovese, dem Freund aller Menschen, für unsere Schwestern und Brüder in einem Land, dessen christliche Wurzeln bis zum Apostel Paulus zurückreichen. Beten wir für die Christen in der Türkei, damit es ihnen leichter fallen mag, ihr Kreuz zu tragen. Erinnern wir uns an jene, die zwischen Bosporus und Anatolien für die Wahrheit des Evangeliums das Martyrium erlitten. Der Lohn des Herrn in der Ewigkeit ist ihnen gewiss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;»Der Gerechte aber wird aus dem Glauben leben.« (Hab. 2,4)&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;[1] Quelle und weiterführender Link zu Kirche in Not -&lt;a href=&quot;http://www.kirche-in-not.de/aktuelle-meldungen/2010/06-04-bischof-luigi-padovese-niedergestochen&quot;target=&quot;_blank&quot;&gt; Eintrag vom 4.6.2010&lt;/a&gt;. Dort auch das Foto mit Professor Dr. Grulich.&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2013-06-02T22:30:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/404100816/">
    <title>Sanguis martyrum - Heiliger Dismas, guter Dieb</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/404100816/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/Fr-_Emil_Kapaun.jpeg&quot; width=&quot;300&quot; alt=&quot;Fr-_Emil_Kapaun&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;376&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war am 23. Mai 1951, als ein von Glaube, Liebe und Hoffnung erfülltes Menschenleben im Schmutz hinter Stacheldraht in einer finsteren Baracke endete. Fern seiner Heimat, doch aus der Mitte seiner Gemeinde heraus ging ein Mensch zu Gott, dessen Leben von tiefem Glauben, selbstlosem Opfermut und beherzter Tapferkeit erfüllt war. Nur Wenige waren bei ihm. Männer mit bleichen, bärtigen Gesichtern, mit ausgemergelten Körpern in zerschlissenem Olivgrün. Es starb als Gefangener: ein Priester mit der Haltung eines Soldaten, ein Soldat mit den Tugenden eines Priesters. Auferstanden war im selben Augenblick ein Blutzeuge Christi. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
›Sankt Dismas, der gute Dieb‹ - so nannten ihn respektvoll seine Kameraden: Father Emil Joseph Kapaun, Militärkaplan im Rang eines Hauptmanns der 1. US-Kavalleriedivision (siehe Foto rechts). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere heutige Folge handelt von seiner Geschichte. Denn sie ist es wert, erzählt zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emil J. Kapaun erblickte das Licht der Welt im Jahre 1916 in der Nähe von Pilsen, Kansas. Er war der älteste Sohn einfacher und frommer Bauern mit böhmischen Wurzeln und spürte schon in jungen Jahren seine priesterliche Berufung. Seine Eltern förderten ihren Sohn, ebenso der Gemeindepfarrer, Father Sklenar, der dem jungen Mann in der schweren Zeit der Depression den Weg ins Priesterseminar bereitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1940 wurde der 24-jährige Emil Kapaun zum Priester geweiht und als Kaplan in seiner Heimatgemeinde Pilsen eingesetzt. Seine Liebe zur Militärseelsorge begann mit seinem Dienst als Priester der Luftwaffen-Freiwilligenbasis Herington in der Nähe von Pilsen. Vier Jahre nach seiner Priesterweihe begann er auf Anraten seines Bischofs mit der Ausbildung zum Militärseelsorger in Camp Wheeler, Georgia. Gemeinsam mit einem weiteren Geistlichen betreute er dort knapp 2.000 Soldaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im April 1945 ging der Kaplan als Militärseelsorger nach Indien und Burma. Dort legte er Monat für Monat rund 3.500 Kilometer zurück, bahnte sich den Weg zu versprengten Einheiten, feierte mit seinen Soldaten die Messe, nahm ihnen die Beichte ab. Oft diente als Altar die Motorhaube seines Jeeps. Innerhalb kurzer Zeit schafften es die amerikanischen Militärgeistlichen mit ihrem eigenen Geld und den Spenden der Soldaten eine Kirche und eine Schule für Missionspriester und -ordensschwestern zu errichten. Nach seiner Beförderung zum Hauptmann im Januar 1946 und der Beendigung des Feldzugs in Burma im Mai des gleichen Jahres kehrte Father Emil mit den Soldaten in die Heimat zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst übernahm Father Kapaun die Pfarrstelle in der St. John-Kirche in Spearville, Kansas. Doch dann eskalierte der Korea-Konflikt. Aus dem kalten Krieg wurde ein heißer Krieg, nun sprachen die Waffen. Father Kapaun sah seinen Platz erneut in der Militärseelsorge und mit der Erlaubnis seines Bischofs kehrte er in den Militärdienst zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Korea-Konflikt entwickelte sich anfangs für die Mächte der freien Welt positiv und General MacArthur, neben George Patton wohl der eitelste Militärbefehlshaber der US-Geschichte, sah den Sieg bereits als erreicht an - als Maos rotes Riesenreich mit seinen Massen an Soldaten aktiv in den Krieg eingriff, um Kim Il-sungs Kommunisten die Herrschaft zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Father Emil versah zu dieser Zeit seinen Dienst als Militärkaplan im 8. Regiment der 1. Kavalleriedivision. Stets sah man ihn an vorderster Front. Mehrfach verlor er seinen Jeep und seine liturgischen Gegenstände durch feindliches Feuer. Unermüdlich spendete er den Sterbenden das letzte Sakrament. Seinen Kameraden blieb er couragiert und gütig in Erinnerung, im September 1950 wurde er für seinen Mut mit der ›Bronze Star Medal‹ ausgezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Monate später kam es zur verhängnisvollen Schlacht von Unsan. Das 3. Bataillon des 8. Kavallerieregiments, bei dem Father Emil sich als Seelsorger befand, geriet in die Umklammerung der zahlenmäßig weit überlegenen chinesische Truppen. Am 1. und 2. November 1950, während einer unerbittlich geführten Kesselschlacht, begab sich der Kaplan in selbstloser Pflichterfüllung von einem Schützenloch zum nächsten und spendete den umzingelten Soldaten Hoffnung und Trost. Furchtlos brachte er Verwundete in Sicherheit; wenn er sie nicht aus dem Schussfeld bergen konnte, grub er ihnen mit bloßen Händen flache Mulden, um sie so vor feindlichem Feuer zu schützen. Mehrfach lehnte Father Kapaun eine Evakuierung ab; er blieb freiwillig im infernalischen Kessel und widmete sich der Pflege der Verwundeten. Doch angesichts sehr hoher Verluste blieb bald nur noch die Wahl zwischen Untergang oder Kapitulation. So geriet das Bataillon am 2. November 1951 in chinesische Kriegsgefangenschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gefangenen wurden etwa 450 Kilometer weit ins Hinterland von Nordkorea gebracht. Während des strapaziösen Marsches schleppte Father Emil trotz erfrorener Füße die Tragen mit Verwundeten und verweigerte die Ablösung;  in den seltenen Pausen ermutigte er die Soldaten und betete mit ihnen. Nach dem Aufenthalt in einem einigermaßen erträglichen Sammellager wurden die Gefangenen in ein anderes Lager verlegt. Dieses war ein Vorhof der Hölle. Die Baracken hatten weder Dächer noch Heizmöglichkeiten, es gab keine warme Kleidung, nicht einmal Decken - bei Temperaturen weit unter 0 Grad. Viele Gefangene erfroren im Schlaf. Von 3.000 Männern starben 1950/51 in diesem Lager mehr als 1.200 durch Kälte, Hunger oder Krankheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um Nahrung und Medikamente zu beschaffen, schlich sich Father Emil nachts unter Lebensgefahr aus dem Lager. Heiliger Dismas, guter Dieb! Seine Soldaten beteten für ihn, für ihren tapferen Kaplan, der wie ein aufopferungsvoller Vater für seine Familie sorgte. Mehr noch. Er widersetzte sich höflich den Umerziehungsversuchen der Kommunisten und bestärkte seine Mitgefangenen darin, es ihm gleichzutun- er feierte die Heilige Messe und wurde schließlich wegen Ungehorsams bestraft, indem er tagelang bei frostigen Temperaturen ohne Kleidung im Freien ausharren musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunehmend schwächer geworden, verstauchte sich Father Emil eines Tages den Knöchel. Dennoch blieb er noch einige Zeit auf den Beinen. Bis es zu einer Infektion kam. Der Bataillonsarzt verordnete ihm Ruhe, nun gaben die treuen Soldaten ihrem Kaplan Gutes zurück. Sie brachten ihm Aspirin, Lebensmittel und erhitzten Steine. Doch die Infektion wuchs, Durchfall folgte, schließlich eine Lungenentzündung. Die kommunistischen Bewacher kannten kein Erbarmen und brachten ihn in das ›Krankenhaus‹, einen dunklen, schmutzigen Verschlag, den die Soldaten die ›Stätte des Sterbens‹ nannten. &lt;br /&gt;
Auf dem bloßen Lehmboden liegend, verbrachte Father Emil hier seine letzten beiden Lebenstage. Bevor die gnadenlosen chinesischen Wachen ihn dorthin brachten, zeigte der Kaplan erneut seine Größe: Er bat Gott um Vergebung für die Bewacher und nahm seinen Soldaten das Versprechen ab, ihrem Glauben treu zu bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Father Kapauns heldenhafte Taten sind nicht vergessen. Nicht von der Kirche und nicht von der Welt. Der unendlich tapfere und beherzte Father befindet sich derzeit im Kanonisierungsprozess; die Kirche hat ihn bereits zum ›Ehrwürdigen Diener Gottes‹ (Venerabilis Dei servus) erklärt.&lt;br /&gt;
Am 11. April 2013 ehrte US-Präsident Obama Father Emil post mortem mit der ›Medal of Honor‹, der Ehrenmedaille des US-Kongresses, also der höchsten militärischen Auszeichnung für Tapferkeit in den USA, die der Neffe des Geehrten, Ray Kapaun, stellvertretend entgegennahm. Father Kapaun ist seit 1961 der siebte Militärkaplan, der die ›Medal of Honor‹ erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beten wir für diesen opfermutigen Mann. Für diesen Priester, der mit seinem leidenschaftlichen Glauben die Qualen der irdischen Hölle für die ihm Anvertrauten erträglicher werden ließ. Für diesen Soldaten, der außergewöhnlich mutig gegen Unterdrückung und Tyrannei kämpfte. Für den Gefangenen, der seinen Leidensgefährten das Joch der Knechtschaft zu tragen erleichterte. Und nicht zuletzt auch für die Christen in Nordkorea, die trotz aller Bedrohungen und Widrigkeiten heute treu ihren Glauben leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein bescheidener Bericht, der nicht annähernd die göttlich inspirierte, menschliche Größe dieses wunderbaren Mannes wiederzugeben vermag, soll mit einem mir lieben Bibelvers enden, der für Father Emil geschrieben sein könnte:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde.« (Joh. 15,13)&lt;br /&gt;
&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/Buch_Kapaun1.jpg&quot; width=&quot;133&quot; alt=&quot;Buch_Kapaun1&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;200&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Weiterführende Literatur:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Roy Wenzl, Travis Heying: &lt;br /&gt;
The Miracle of Father Kapaun.&lt;br /&gt;
Priest, Soldier and Korean War Hero.&lt;br /&gt;
Bestellbar via Amazon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
.</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2013-05-22T19:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/235542969/">
    <title>Das fünfte Gebot, der Katechismus und die Soldaten</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/235542969/</link>
    <description>[Aus gegebenem Anlass hole ich hier nochmals einen Beitrag vom 23. Januar auf die Startseite hoch]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Du sollst nicht morden.« So fordert es das fünfte Gebot und verwirft damit den direkten und willentlichen Mord als schwere Sünde. In unserem Rechtsraum ist ein Mord die Tötung eines Menschen aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier, aus anderen niedrigen Beweggründen oder zur Verdeckung einer Straftat. Weitere Merkmale sind Heimtücke, Grausamkeit oder die Verwendung gemeingefährlicher Mittel. Nicht jede Tötung eines Menschen ist also ein Mord - das sieht die römisch-katholische Kirche nicht anders als die Bundesrepublik Deutschland. Die Tötung eines Rechtsbrechers in Notwehr ist für die Kirche kein Verstoß gegen das fünfte Gebot (siehe u.a. KKK 2321) und für den Staat kein Verbrechen (siehe § 32 StGB). Einigkeit besteht auch bezüglich der Verhältnismäßigkeit. Die Wahl der Mittel muss angemessen sein, eine überzogene Abwehr eines Angriffs ist nicht zulässig und die Situation darf nicht provokativ herbeigeführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Stellung der Garanten, also der im staatlichen Auftrag handelnden Beauftragten, wird seitens der Kirche nicht in Frage gestellt, sondern der Katechismus spricht bei dieser Personengruppe sogar von einer schwerwiegenden Pflicht zur Wahrnehmung der Notwehr. Der Katechismus der Kirche anerkennt damit das rechtmäßige Gewaltmonopol eines Staates. Grundsätzlich hält KKK 2306 zum Verzicht auf gewaltsame Handlungen an und bezeichnet den Gewaltverzicht als Zeugnis der Liebe des Evangeliums, schränkt aber gleichzeitig durch den Verweis auf die Verletzung der Rechte und Pflichten Dritter ein, die durch den Verzicht auf Verteidigung entstehen könnten. An dieser Stelle kommen wir zu den Verantwortungsträgern für das Gemeinwesen. Und zu den Soldaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige leicht gekürzte Aussagen aus dem Katechismus: »Damit das Menschenleben geachtet wird und sich entfalten kann, muss Friede sein. Friede besteht nicht einfach darin, dass kein Krieg ist. Friede auf Erden herrscht nur dann, wenn die persönlichen Güter gesichert sind, die Menschen frei miteinander verkehren können, die Würde der Personen und der Völker geachtet und die Brüderlichkeit unter den Menschen gepflegt wird. Der Friede besteht in der Ruhe und Ordnung. Er ist das Werk der Gerechtigkeit und die Wirkung der Liebe.« (KKK 2304, vgl. GS 78,5 und GS 78.1-2)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Blick auf die Krisenherde der Welt lässt erkennen: Nicht in allen Regionen herrscht Frieden und Gerechtigkeit, Ruhe und Ordnung. Noch immer sind Staaten und Territorien in der Hand von rücksichtslosen Diktatoren und verbrecherischen Gruppierungen, nicht überall sind die Menschen frei und in ihrer Würde geachtet. Über die weltweite Verfolgung der Christen bspw. wird auf diesem Blog regelmäßig berichtet. Friedliche Lösungen sind leider nicht immer möglich, die Mittel der Diplomatie versagen, sobald sie auf politische Ideologien und religiösen Fanatismus stoßen. Die Rechte zahlloser Menschen werden noch immer mit Füßen getreten und in Ausnahmefällen können die einfachsten Maßstäbe nicht anders durchgesetzt werden als durch eine militärische Intervention. Hierzu bedarf es der Soldaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Soldaten, Töchter und Söhne unserer Völker, tragen gemäß ihres Berufes die Last der Militäreinsätze. Die Angehörigen der Bundeswehr handeln auf Anordnung der legitimen Regierung mit dem Mandat der von uns gewählten Volksvertreter und der Vereinten Nationen. Sie versehen ihren schwierigen, zunehmend gefahrvollen und entbehrungsreichen Dienst nach bestem Wissen und Gewissen - und im Vertrauen auf die Rechtmäßigkeit der Einsätze und der Befehle ihrer Vorgesetzten. Ihre Aufgabe ist nicht primär das Töten von Gegnern, sondern die Herstellung von Ruhe und Ordnung. Dass hierbei auch Gewalt angewendet werden muss, liegt in der Natur der Sache. Die Kritik daran ist unbedingt zulässig, die Schmähung und Diffamierung der Soldaten ist es nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie weit die Ablehnung des Soldatenberufs mittlerweile geht, zeigt u.a. auch eine ›Ökumenische Initiative zur Abschaffung der Militärseelsorge‹. Nicht nur sollen die Soldaten ihre vertrauten geistlichen Ansprechpartner verlieren, nein, als würde man von Kriminellen reden, werden auch ›Aussteigerprogramme‹ erwogen. Ein empörendes Unterfangen! Die Seelsorge, die man selbst den sechs verbrecherischen Gruppenvergewaltigern in Indien gewiss nicht verweigern würde, soll den Soldaten, die sich mit Leben und Gesundheit für unsere Freiheits- und Rechtsordnung einsetzen, künftig nicht mehr angedeihen. Mir drängt sich da der Gedanke an gottlose Diktaturen auf, in denen der Ungerechte belohnt und der Gerechte sanktioniert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade die Militärseelsorge ist heute wichtiger denn je. Die Art der bewaffneten Konflikte hat sich stark verändert, der heutige Soldat ist wegen des Fehlens jeder Unterscheidungsmöglichkeit zwischen Verbündeten und Gegnern besonders gefährdet. Ihre Militärpfarrer sind es, die ihnen in den Stunden der Bedrängnis Hoffnung vermitteln, sie im Glauben stärken, ihnen die hierfür zentralen Sakramente spenden,  ihnen geistigen Beistand bieten und zugleich an der Gewissensbildung des einzelnen Soldaten entscheidend mitwirken - gleichsam die Todesgefahr mit ihnen teilend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein Soldat ist ein Mörder, wenn er im Rahmen der korrekten Ausübung seiner Pflicht einen Menschen getötet hat - insbesondere um einen anderen Menschen zu schützen. Er ist deswegen auch kein Sünder, so lange er nicht aus Hass oder Rache gehandelt hat. Ich hätte mir von Militärbischof Dr. Overbeck in dem am 17. Oktober 2012 ausgestrahlten Polit-Talk ›Anne Will‹ eine deutliche Wertung des fünften Gebots und besonders zur Unterscheidung zwischen dem strafbaren Mord und der gerechtfertigten Tötung gewünscht. Damit wären viele Soldaten, die an Auslandseinsätzen teilgenommen haben, von einer großen Last befreit worden. Das zumindest hätten sie verdient, denn:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde.« (Joh. 15,13)</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2013-05-21T10:29:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/326528711/">
    <title>Sanguis martyrum - Die Situation in Mali</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/326528711/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/mali_2466110b2.jpg&quot; width=&quot;250&quot; alt=&quot;mali_2466110b2&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;156&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fastenzeit und die daran anschließenden Kar- und Osterfeiertage sind für Christen von besonderer Bedeutung. Wir erleben Wochen des Besinnens, des Gefühls banger Vorahnungen, Hoffnungen und Erwartungen, die aus dem Tal tiefer Traurigkeit wegen des Kreuzgangs des Erlösers in die triumphale Hochstimmung seiner Auferstehung führen. Für mich war es dieses Mal eine Zeit wertvoller Erfahrungen: Ich habe binnen weniger Tage erleben dürfen, wie bedrückend sich der Anblick von Tod, Zerstörung, Armut und Leid auf die Seele eines Menschen auswirkt -  und wie schnell wohlgesonnene Menschen mit friedfertiger Freundlichkeit und erwartungsfroher Hoffnung diese Verzweiflung zu heilen vermögen, so dass man daran wachsend zugleich demütiger wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere heutige gedankliche Reise durch die Länder, in denen Christen verfolgt und diskriminiert, getötet und geschunden, verschleppt und vertrieben werden, führt uns in die westafrikanische Republik Mali. Dass dieses Land urplötzlich nach den üblich gelisteten Staaten Nordkorea, Saudi-Arabien, Afghanistan und Irak, zwischen den Malediven und dem Iran, auf Platz 7 auf dem Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks ›Open Doors‹ auftaucht, hätte zu Beginn des Jahres 2012 niemand vorhersagen können. Weitgehend unbemerkt von der Weltöffentlichkeit verwandelte sich eine vorzeigbare Demokratie mit säkularer Verfassung in ein zerrissenes, konfliktbeladenes Land, in dem Politiker in dem Maß an Macht verloren wie islamistische Hassprediger an Einfluss gewannen. Mit dem Aufstand der Tuareg im Norden des Landes und der Einmischung islamistischer Gruppen begann ein blutiger Bürgerkrieg. Der Putsch von Teilen des Militärs verschärfte die Situation. Und wie so oft geriet die religiöse Minderheit der Christen zwischen alle Fronten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich ist Mali ein zauberhaftes Land, in dem sich karge Wüstenlandschaften und blühende Oasen abwechseln, in denen Felsmassive wie vergessene Spielzeugbausteine von längst ausgestorbenen Riesen ein wenig Schatten spenden, in dem die Menschen trotz ihrer Armut sehr freundlich und tolerant sind. Der islamische Glaube der Mehrheitsgesellschaft ist äußerst moderat, Christen und Angehörige animistischer Religionen (wie etwa die Dogon) wurden geduldet, sie konnten ihren Glauben weitestgehend ungestört ausüben und hatten einen festen Platz in der Gesellschaft. &lt;br /&gt;
Von den etwa 15 Millionen Maliern bekennen sich etwa zwei Prozent zum Christentum, rund 200.000 Einwohner gehören der römisch-katholischen Kirche an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit April 2012 herrscht Krieg im Norden Malis. Opfer dieses Krieges sind die moderaten Muslime ebenso wie die Christen. Mit den Islamisten kam die Scharia, Menschen wurden wegen angeblicher Verbrechen ausgepeitscht, verstümmelt, hingerichtet. Christliche Kirchen wurden zerstört wie auch islamische Heiligtümer, die zum Weltkulturerbe zählten. Der von den separatistischen Tuareg ausgerufene Staat Azawad im Norden Malis hatte nicht lange Bestand; die islamistischen Gruppen vertrieben ihre einstigen Verbündeten und errichteten Terrorregimes, insbesondere in den Oasenstädten, wie Gao, Kidal und Timbuktu. Die Christen, deren Leben plötzlich bedroht war, flohen in den Süden des Landes, nach Niger, Burkina Faso oder andere Nachbarländer. Nur einige wenige Christen leben noch im Norden; sie praktizieren ihren Glauben im Verborgenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese rasende Welle der Gewalt gehört zu den wenig glücklichen Folgen des ›Arabischen Frühlings‹ und dem damit verbundenen Vormarsch des radikalen Islam im afrikanischen Norden. So befindet sich Mali im Operationsgebiet der sogenannten ›Al-Qaida im Maghreb‹. Die in Mali agierenden Islamisten sind selten Malier, sondern hauptsächlich Araber, insbesondere aus Algerien, Libyen und anderen Staaten des Maghreb. Von säkularen Kräften vertrieben, fanden sie in Mali ein neues Schlachtfeld für ihren ›heiligen Krieg‹. Ihre Methoden: Bürgerkrieg, Terror, Attentate, Folter und Mord. Auch die Tuareg mussten erkennen, wie wenig fruchtbringend ein Bündnis mit Dschihadisten ist, denn der Dschihad kennt keine Regeln. Aus der Sicht der ›Gotteskrieger‹ sind Heimtücke, Verrat und Lüge erlaubte Mittel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst nach einigem Zögern konnte Mali Hilfe erfahren. Nach einer im Oktober 2012 erlassenen UN-Resolution griffen Frankreich und die Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsunion (ECOWAS) ein. Am 11. Januar begann die ›Operation Serval‹. Soldaten aus Frankreich, ausgezeichnete Wüstenkämpfer aus dem Tschad und Truppen der ECOWAS-Staaten befreiten endlich die Menschen in Nordmali aus dem Würgegriff der Extremisten und arbeiten nun an der Sicherung der Gebiete. Noch immer sind die Terrorgruppen stark genug für brutale Überfälle, besonders auf Gao und Kidal, wobei sie keinerlei Rücksicht auf das Leben der Zivilbevölkerung nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, man kann Militäreinsätze differenziert bewerten -  in Mali ist er sinnvoll und richtig. Die freundlichen und liebenswürdigen Menschen in Mali wollen nicht unter einem Terrordiktat von rücksichtslosen Islamisten leben, die sie ›les diables‹, die Teufel, nennen. Sie haben jede nur mögliche Unterstützung verdient, um wieder ein friedliches Leben in einem ruhigen, stabilen Land zu führen. Denn nur in der Ordnung gedeiht der Friede. Mali kann wieder ein Staat werden, in dem Muslime, Christen und andere wie zuvor ohne größere Konflikte zusammenleben. Dazu müssen alle Teile der Gesellschaft, die gemeinsam den Weg des Friedens gehen wollen, eingebunden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann - und nur dann - wird das Christentum in Mali einen dauerhaften Bestand haben. Denn seine Infrastruktur ist innerhalb weniger Monate der Terrorherrschaft fast vollständig zerstört worden. Es mag unfassbar klingen, welch schreckliche Verheerungen eine gewalttätige Rotte von 2.000 bewaffneten Extremisten anrichten kann. Es wird lange dauern, bis alles wieder aufgebaut sein wird, aber die Vorzeichen sind besser als anderswo. Wenn alle Beteiligten jetzt umsichtig handeln, wird es wieder Frieden und Demokratie, Ruhe und Stabilität geben. Manchmal muss all dies leider erzwungen werden, damit der Weltfriede gedeihen kann und die Völker miteinander wachsen können. Besonders für uns als Angehörige der Religion des Friedens und der Versöhnung ergibt sich daraus eine Mitverantwortung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erinnern wir uns an den emeritierten Papst Benedikt XVI. und seine Botschaft zum Weltfriedenstag 2013: »Die Verwirklichung des Friedens hängt vor allem davon ab anzuerkennen, dass in Gott alle eine einzige Menschheitsfamilie bilden.« Der erst vor wenigen Wochen gewählte Papst Franziskus flehte anlässlich des großen Friedensgebets beim ›Urbi et Orbi‹ 2013 auch für Mali: »Unser Frieden ist Christus und durch ihn flehen wir um Frieden für die ganze Welt. [...] Um Frieden in Mali, dass es wieder Einheit und Stabilität erlange.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott schütze Mali. Beten wir für die friedliebenden Menschen in diesem fernen Land, dessen Nachthimmel das Kreuz des Südens erstrahlen lässt. Beten wir für alle Menschen guten Willens, die sich - als Soldaten oder Zivilisten - in einer Liga der Anständigen und Vernünftigen für Land und Leute engagieren, ohne dabei ihre Gesundheit zu schonen, und ihr Leben dafür einsetzen. Dank ihnen muss ich vielleicht nicht eines Tages über malische Märtyrer schreiben. Und ein ganz persönlicher Wunsch: Herr, behüte besonders auch jenen tapferen tschadischen Offizier, der mir ein Freund geworden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;»Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden« (Mt 5,9)&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Weiterführende Links:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.opendoors.de/verfolgung/laenderprofile/mali/&quot;&gt;http://www.opendoors.de/verfolgung/laenderprofile/mali/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/53810.html&quot;&gt;http://www.kathweb.at/site/nachrichten/database/53810.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Bildnachweis:  AFP PHOTO / KAMBOU SIAKAMBOU SIA/AFP/Getty Images&lt;br /&gt;
&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2013-04-01T22:49:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/305134312/">
    <title>Sanguis martyrum - Christen im Irak: Der Mord an Erzbischof Paulos Faraj Rahho</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/305134312/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/31500209623448073770.jpg&quot; width=&quot;400&quot; alt=&quot;31500209623448073770&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;266&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
[Update: Konklave hin-Konklave her, der Gedenktag ist heute und da wir beim Konklave sowieso gerade Mittagspause haben, pushe ich den Beitrag vom 4. März als update nochmal nach oben]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 13. März 2008, fanden Jugendliche auf einer Müllhalde nahe der Metropole Mosul einen eher notdürftig verscharrten als begrabenen Leichnam. Bei dem Toten handelte es sich um Monsignore Paulos Faraj Rahho, den Erzbischof der chaldäisch-katholischen Kirche in Mosul. Er war am 29. Februar 2008 von islamischen Terroristen entführt worden, als er gerade aus einer Kirche kam. Seine drei Begleiter, einen Fahrer und zwei Personenschützer, erschossen die Entführer noch am Tatort. Ob der Erzbischof an den Folgen der Geiselhaft und des schlechten Gesundheitszustandes starb, oder ob er durch seine Entführer ermordet wurde, ist bis heute ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese schreckliche Bluttat, begangen von der Al-Qaida nahestehenden, islamistischen Terroristen, ist eine von vielen. Längst gehört der Irak zu den Ländern, in denen die Christenverfolgung zum Alltag der Menschen gehört. Auf dem Weltverfolgungsindex der christlichen Hilfsorganisation ›Open Doors‹ findet man den Irak nach Nordkorea, Saudi-Arabien und Afghanistan auf Platz Vier. &lt;br /&gt;
So wurden im Jahr vor dem Überfall auf den Erzbischof, der sich unmittelbar nach einer Kreuzwegandacht ereignete, der Priester Ragid Ganni und drei seiner Diakone gewaltsam zu Tode gebracht. Über das Massaker in der Sayidat-al-Nejat-Kathedrale in Bagdad am 31. Oktober 2010 wurde auf diesem Blog berichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erzbischof Rahho hinterließ uns mit seinem Testament ein ausdrucksstarkes Zeugnis seiner Liebe zu Gott, der Kirche und zu seiner irakischen Heimat. »Ich bitte euch alle, immer offen für eure muslimischen und jesidischen Brüder und alle Kinder eures geliebten Vaterlandes zu sein und miteinander zu arbeiten, um feste Bande der Liebe und Brüderlichkeit unter den Kindern unseres geliebten Landes Irak zu schaffen«, hieß es in dem Dokument vom 15. August 2003. Und weiter hieß es, gerichtet an seine Familie: »Ich besitze nichts, und was, was ich besitze, gehört nicht mir. Ich selbst war im Besitz der Kirche, und von der Kirche könnt ihr nichts fordern.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Monsignore Rahho war mit Leib und Seele ein irakischer Christ. Geboren wurde er am 20. November 1942 in Mosul. Ab 1954 studierte er am Priesterseminar ›Sankt Peter‹ in Bagdad und wurde am 10. Juni 1965 zum Priester geweiht. Anschließend wirkte er als Seelsorger der ›Isaias-Kirche‹ in Mosul. Nach seinem Lizentiat in Pastoraltheologie an der Päpstlichen Universität Hl. Thomas von Aquin in Rom arbeitete er als Seelsorger in den Pfarreien ›Mutter der Immerwährenden Hilfe‹ und ›Sankt Paulus‹ in Mosul. Im neu errichteten Stadtteil Telkif ließ er die Kirche ›Herz Jesu‹ errichten, auch gründete er ein Heim für behinderte Kinder. Sein Leben war geprägt von der Liebe zu Gott und zur Kirche, von Barmherzigkeit und Nächstenliebe und seine Vision von einem friedlichen Irak als Heimat für Menschen aller Religionen. Er nahm das Kreuz auf sich, trug es in Demut - und bezahlte seine Liebe und Güte mit seinem Leben. &lt;br /&gt;
Bestattet wurde er unter Leitung des Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche, Kardinal Emmanuel III. Delly, im Dorf Karamles bei Mosul. Auf dem dortigen Friedhof fanden auch die ermordeten Begleiter des Erzbischofs ihre letzte Ruhestätte auf Erden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entführung des Erzbischofs löste weltweite, entsetzte Reaktionen aus und an dieser Stelle muss ausdrücklich das achtjährige Pontifikat Seiner Heiligkeit Benedikts XVI. gewürdigt werden, dieses einzigartigen Pontifex Maximus, des Großen Brückenbauers, der sich stets für den Weltfrieden, für Versöhnung und Brüderlichkeit sowie den Dialog der Religionen eingesetzt hat - was ihm selbst seine linksliberalen Kritiker zuerkennen mussten. Nicht müde werdend hatte der Papst sich immer wieder gerade auch zum Irak geäußert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Man darf diesem Land nicht die Zukunft vorenthalten, auf die es ein Recht hat«, forderte er im Angelus am Sonntag nach dem Auffinden des toten Erzbischofs. In einer Pressemitteilung beklagte Papst Benedikt die Untat als einen »Akt unmenschlicher Gewalt, der die Würde des Menschen beleidige«; der Mord schade dem Anliegen, brüderlich im Irak zusammenzuleben. Zugleich verband er mit diesem »tragischen Ereignis« die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft des gemarterten Landes und er versicherte dem Patriarchen der chaldäisch-katholischen Kirche und der christlichen Bevölkerung im Irak seine geistliche Nähe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vision von einem friedlichen und brüderlichen Irak verband Papst und Erzbischof. Monsignore Rahho sprach sich immer wieder für ein Miteinander aller Iraker aus und kritisierte mit deutlichen Worten die Invasion der USA 2003, die zum Sturz des laizistischen Diktators Saddam Hussein führte, das Land ins Chaos stürzte und eine blutige Welle der Christenverfolgung nach sich zog. Seither hat sich die Situation der irakischen Christen dramatisch verschlechtert, ihre Zahl sank um die Hälfte, von etwa 1,2 Millionen auf rund 600.000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sehen sich die Jahrtausende alten christlichen Gemeinden im Zweistromland in ihrer Existenz bedroht. Diese Sorge wird bestätigt durch die Gesellschaft für bedrohte Völker. »Gezielte Massaker und Terroranschläge gehören zu dem, was irakische Christen zu erleiden haben«, so Tilman Zülch, Präsident der GfbV, »neben Einschüchterungen, Übergriffen und Entführungen.« In Bagdad werden Christen von islamistischen Milizen bedroht, wenn sie nicht zum Islam übertreten, besondere Steuern verweigern und ihre Töchter nicht Muslimen zur Frau geben wollen. Weitere Informationen bieten die Links unter dem Beitrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lassen wir zwei Zeugen des Leides unserer irakischen Geschwister das Schlusswort sprechen. Da ist Schwester Iva von den Töchtern der Unbefleckten Empfängnis: » Der Erzbischof hat den Irak geliebt. Er sagte stets: ›Der Irak gehört allen. Wir wollen dieses Land aufbauen.‹ Er war ein Freund aller, nicht nur der Christen, hatte gute Beziehungen auch zu den Muslimen und tat allen Gutes. Er war ein Mensch, den alle mochten, auch die Muslime. Er selbst machte keinen Unterschied.« Und da ist Erzbischof Paulos Faraj Rahho selbst: »Das Leben besteht aus einer vollständigen Hingabe in die Hände Gottes, mit dem Tod wird diese Hingabe unendlich im ewigen Leben.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bitte für uns, Monsignore Rahho, der du mit deinem Martyrium einen besonderen Platz im Himmelreich erworben hast. Und beten wir gemeinsam für unsere Schwestern und Brüder im Irak, die um Christi Willen unter Mord, Terror und Verfolgung zu leiden haben und dennoch standhaft und treu ihren Glauben leben. &lt;br /&gt;
Gott segne und behüte sie!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr zum Thema Irak:&lt;br /&gt;
Geiseldrama in Bagdad: &lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/193153662/&quot;&gt;http://elsalaska.twoday.net/stories/193153662/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Christen im Irak: &lt;a href=&quot;http://elsalaska.twoday.net/stories/197336471/&quot;&gt;http://elsalaska.twoday.net/stories/197336471/&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[Foto via netzeitung.de]</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2013-03-13T09:02:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/232603662/">
    <title>Sanguis martyrum - Die Kopten</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/232603662/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/photo_1293983308755-1-0.jpg&quot; width=&quot;255&quot; alt=&quot;photo_1293983308755-1-0&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;400&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;[Das Foto zeigt die blutverschmierte Fassade der Kirche in Alexandria nach dem Anschlag 2011]&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem traditionellen Weihnachtssegen ›Urbi et Orbi‹ widmete sich der Heilige Vater besonders auch den Geschwistern in Ägypten. Seine Worte: »Mögen in den Ländern Nordafrikas, die auf der Suche nach einer neuen Zukunft einen tiefgreifenden Umbruch erleben - im besonderen in Ägypten, diesem geschätzten und durch die Kindheit Jesu gesegneten Land - die Bürger gemeinsam Gesellschaftsformen aufbauen, die auf die Gerechtigkeit und auf die Achtung der Freiheit und der Würde jedes Menschen gegründet sind.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders der Bombenanschlag in der Neujahrsnacht 2011 auf die Al-Qiddissine- Kirche in Alexandria stellte eine neue Qualität der Gewalt gegen Christen in Ägypten dar. Die Christen - das sind, neben einer Anzahl kleinerer christlicher Gemeinschaften, darunter die mit Rom unierte koptisch-katholische Kirche, hauptsächlich die Angehörigen der koptisch-orthodoxen Kirche, die zugleich eine Ethnie bilden. Kopte ist das griechische Wort für Ägypter. Die koptische Kirche geht zurück auf den Apostel Markus und gehört zu den ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt. Die Zahl der Kopten wird auf weltweit etwa 11 Millionen geschätzt, von denen aufgrund von Auswanderung, Flucht und mittelbarer Vertreibung rund 1,5 Millionen außerhalb Ägyptens leben, zirka 6.000 von ihnen in Deutschland. [1]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als eigentliche Nachkommen der Pharaonen verwandelten sie seit dem 1. Jahrhundert Ägypten in ein blühendes christliches Land. Bis im 7. Jahrhundert die Araber einfielen und die weitere Entfaltung des Christentums verhinderten. Seit dieser Zeit leben die Kopten im eigenen Land mit stark eingeschränkten Rechten und unterliegen alltäglicher Benachteiligung, Diskriminierung und Schikane und sind zugleich brutaler Gewalt ausgesetzt. Die Unterdrückung der Kopten ist, seit die Moslems die Mehrheitsgesellschaft bilden, die einzige Konstante in der Entwicklung Ägyptens, die mit den frühen islamischen Regenten begann und sich bis zum Regime Mubarak fortsetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einige besonders schlimme Gewalttaten: &lt;br /&gt;
- 2001 wurden bei den Massakern von El Kosheh 21 Kopten ermordet &lt;br /&gt;
- 2006 starb bei Angriffen auf drei Kirchen ein Kopte, weitere 17 wurden verletzt &lt;br /&gt;
- 2009, an Weihnachten, wurden sechs Kopten vor der Kirche in Nag Hammadi erschossen &lt;br /&gt;
- 2011, am Neujahrstag, starben mindestens 21 Menschen bei einem Bombenanschlag auf die koptische Al-Qiddissine-Kirche in Alexandria, 97 wurden verletzt&lt;br /&gt;
- wenige Tage später erschoss ein Polizist den 71-jährigen Fathi Ghattas und verletzte fünf weitere Menschen, wobei der Mörder sich anhand des bei den Kopten auf das rechte Handgelenk tätowierte grüne Kreuz vergewisserte, das seine Opfer tatsächlich Christen waren &lt;br /&gt;
- im gleichen Jahr wurden während einer Demonstration in Kairo mindestens 24 Menschen getötet; sie wurden von Panzern der regulären Armee einfach überrollt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Januar 2011 der zarte Wind des ›Arabischen Frühlings‹ auch über Ägypten zu wehen begann, regte sich die Hoffnung auf eine liberale Gesellschaft, in der die Menschenrechte geachtet werden, vom Recht auf freie Meinungsäußerung bis zur Religionsfreiheit. Die Vorzeichen machten Mut. Kreuz und Halbmond begehrten im Land der Pyramiden gemeinsam gegen bitteres Unrecht auf. Christen und Muslime protestierten Seite an Seite gegen den Machthaber Husni Mubarak und dessen despotisches System, sie kämpften miteinander, sorgten sich umeinander, standen sich als Brüder und Schwestern bei - bis ihr gemeinsames Ziel erreicht war. Dann zerfiel das Zweckbündnis, einseitig aufgekündigt von den Muslimbrüdern und anderen radikal-islamischen Kräften. Das milde Lüftchen, das ein besseres Ägypten verhieß, wich dem Pesthauch des Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Islamisten besteht kein Zweifel, wer die Verantwortung für die Proteste gegen das neue, aus den Reihen der Muslimbrüder stammende Staatsoberhaupt Mohammed Mursi trägt: die Christen. »Wenn Mursi auch nur ein Haar gekrümmt wird, dann reißen wir den Christen die Augen aus«, verkündete der radikale TV- Prediger Abdullah Badr in einem Talk des ägyptischen Senders ›Al Hafez‹. Und der Generalsekretär der Partei für Freiheit und Entwicklung [2], Mohammed Abu Samra, äußerte in einem Interview des Nachrichtensenders ›Al-Arabija‹: »Wenn die Christen sich gegen die Legitimität stellen, dann werden wir äußerste Gewalt anwenden. Wir sind keine Muslimbrüder und auch keine Salafisten, wir sind Dschihadisten.« So die Stimmen und Stimmungen im ›neuen‹ Ägypten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Christen werden in allen Belangen des gesellschaftlichen Lebens benachteiligt, die Religionsausübung ist eingeschränkt. Offiziell zwar akzeptiert, sind Christen oft Angriffen aus der muslimischen Bevölkerungsmehrheit ausgesetzt, gegen die sie bei den Behörden kaum Schutz finden und die vom Staat strafrechtlich kaum sanktioniert werden. Jüngste Beispiele hierfür sind u.a. Übergriffe auf christliche Mädchen, denen von fanatisierten muslimischen Frauen das Haar abgeschnitten wird. Auch werden Übertritte vom Islam zum Christentum mit Gefängnis bestraft. Stellvertretend hierfür soll Mohammed Beshoy Hegaz [3] stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit die Muslimbrüder die Macht übernommen haben und den Ägyptern eine auf der Scharia basierende Verfassung droht, hat sich für die Christen die Situation noch entschieden verschärft. Und darüber hinaus mussten inmitten der Wirren des politischen Umbruchs und der drohenden Gefahr einer verschärften Islamisierung des Landes die Kopten den Tod ihres Papstes und Patriarchen Schenuda III. beklagen. Sein Nachfolger, Papst Tawadros II. weinte während seiner Inthronisierung ob der Bürde der vor ihm liegenden Aufgaben. Überaus verständlich, angesichts der grimmigen und hasserfüllten Töne, die man aus dem Ägypten dieser Tage vernehmen muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Situation der ohnehin bedrängten Christen ist nunmehr in mehrfacher Weise dramatisch. Zu den bereits seit Jahrhunderten praktizierten Methoden der Verfolgung und Diskriminierung ist zusätzlich die Bedrohung durch die mögliche Entwicklung Ägyptens zum islamischen ›Gottesstaat‹ hinzu gekommen, nach dessen Recht alle Nichtmuslime zu Menschen zweiter und dritter Klasse degradiert werden, nach dessen Maßstäben die Umma, die Gemeinschaft aller Muslime, zur privilegierten Gesellschaft wird, die alle anderen ausschließt oder mit minderen Rechten ausstattet. Allein, es bleibt die Hoffnung auf Umkehr und auf das Erstarken der säkularen Kräfte, zu denen auch unsere koptischen Geschwister im Glauben gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute, am 2. Jahrestag der Untat der Neujahrsnacht 2011, wollen wir der Toten gedenken. Wir wollen uns an die 21 Blutzeugen und ihr Martyrium erinnern und für ihre Angehörigen und alle bedrängten Christen in Ägypten beten. Vergessen wir auch nicht, dass selbst hier in Deutschland die Kopten ihr Weihnachtsfest am 6. Januar 2011 unter Polizeischutz begehen mussten. Lasst uns den feigen Mördern vergeben. Doch lasst uns die Verfolgten nicht vergessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vertrauen wir gemeinsam auf den Herrn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;»Des Pharao Wagen und seine Macht warf er ins Meer.«&lt;/b&gt; (Ex 15,4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;font size=&quot;1&quot;&gt;Erläuterungen:&lt;br /&gt;
[1] wegen stark schwankender Angaben dienen hier als Grundlage die Zahlen der Internationalen&lt;br /&gt;
Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)&lt;br /&gt;
[2] politischer Arm der Terrororganisation ›Dschama al-islamiyya‹, die am 17. November 1997 einen&lt;br /&gt;
Anschlag auf ausländische Touristen in Luxor verübte, bei dem 62 Menschen starben&lt;br /&gt;
[3] siehe &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Hegazy&quot;&gt;http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed_Hegazy&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Literaturempfehlung:&lt;br /&gt;
Michael Hesemann: Jesus in Ägypten. Das Geheimnis der Kopten&lt;br /&gt;
Der renommierte Historiker und beim Vatikan akkreditierte Journalist lässt die geheimnisvolle&lt;br /&gt;
Welt einer uralten christlichen Tradition lebendig werden und beleuchtet die heutige dramatische&lt;br /&gt;
Lebenssituation der koptischen Christen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ergänzender Link:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.kath.net/detail.php?id=39426&quot;target=&quot;_blank&quot;&gt;Auszüge eines Interviews mit Anba Damian, Generalbischof der Kopten in Deutschland&lt;/a&gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;/font&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2013 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2012-12-31T23:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/232600027/">
    <title>Frohe und gesegnete Weihnachten euch allen!</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/232600027/</link>
    <description>Ich kann Dir nichts geben, denn bin ich so fern.&lt;br /&gt;
Doch wäre ich näher, so gäbe ich gern&lt;br /&gt;
vier Gaben Dir mit auf all Deinen Wegen:&lt;br /&gt;
Gold, Myrre und Weihrauch - dazu Gottes Segen!&lt;br /&gt;
So oft man auch zweifelt in einsamen Stunden -&lt;br /&gt;
man ist nicht allein, hat man Freunde gefunden.&lt;br /&gt;
Und für all die Vielen, die heut&apos; Traurigkeit quält,&lt;br /&gt;
sei der Menschheit wohl schönste Geschichte erzählt:&lt;br /&gt;
Zimmermann war er, ward Josef genannt.&lt;br /&gt;
Seine Frau, die Maria, ein Kind bald entband.&lt;br /&gt;
Sie suchten ein Obdach und Menschen und Licht;&lt;br /&gt;
so lange sie suchten - man wollte sie nicht.&lt;br /&gt;
So oft sie auch klopften an manchem Quartier,&lt;br /&gt;
man ließ sie nicht ein, verschloss schnell die Tür.&lt;br /&gt;
Nun gingen sie weg aus der heiligen Stadt,&lt;br /&gt;
die mit bitterer Härte verstoßen sie hatt&apos;.&lt;br /&gt;
Nun zogen sie fort denn, die Guten, die Armen,&lt;br /&gt;
erregten im Himmel des Gottes Erbarmen.&lt;br /&gt;
Er sandte den Stern, um mit ihm zu gehen.&lt;br /&gt;
Und bei einem Schafstalle blieb er bald stehen.&lt;br /&gt;
Maria kam nieder, gebar Gottes Kind.&lt;br /&gt;
Es schwiegen die Schäfer, die Tiere, der Wind.&lt;br /&gt;
Sie legte ihn weich in die Krippe mit Stroh,&lt;br /&gt;
und strahlte ihn an. So glücklich, so froh.&lt;br /&gt;
Es war Gottes Wille, der Stärke verlieh.&lt;br /&gt;
Drei Könige kamen, um zu beugen ihr Knie.&lt;br /&gt;
Herren mit Macht, voller Kraft und erhaben,&lt;br /&gt;
legten zu Füßen dem Christkind vier Gaben.&lt;br /&gt;
Gold, Myrre und Weihrauch sowie Seinen Segen&lt;br /&gt;
bekam Gottes Kind mit, auf all seinen Wegen.&lt;br /&gt;
Die Herrn zogen heim durch die finstere Nacht,&lt;br /&gt;
doch ein einsamer Stern über Bethlehem wacht&apos;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und siehst Du den Stern, so will Gott Dich ehren,&lt;br /&gt;
denn kannst Du die Stimmen der Tiere gar hören.&lt;br /&gt;
Fühlst Du heut Dich allein, drückt die Sorge Dich nieder,&lt;br /&gt;
fliegt zu Dir ein Vogel mit weißem Gefieder.&lt;br /&gt;
Er sagt zu Dir leise: »Ach gräme Dich nicht.&lt;br /&gt;
Schau auf zu dem Sterne und sieh nur sein Licht!&lt;br /&gt;
Es soll Schutz sein, und Trost in den leidvollen Tagen,&lt;br /&gt;
an denen nur Kummer und Schmerzen Dich plagen.«&lt;br /&gt;
Und hat man im Leben Dir vieles genommen -&lt;br /&gt;
ich denke an Dich, Du bist stets mir willkommen.&lt;br /&gt;
Ich will beten und hoffen, hier im strahlenden Schein,&lt;br /&gt;
dass der Segen des Herrn Dein Begleiter wird sein!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Olaf Tannenberg, 23.12.2012&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
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    <dc:date>2012-12-23T21:09:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/232595757/">
    <title>Selig, die Frieden stiften</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/232595757/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/12792158-11146961-dmData-maxh-480-maxw-480-pl-Papst-Kerze-091224-25281260194556075-2529.jpg&quot; width=&quot;380&quot; alt=&quot;12792158-11146961-dmData-maxh-480-maxw-480-pl-Papst-Kerze-091224-25281260194556075-2529&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;286&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tagtäglich erleben wir es. Nahezu rund um die Uhr sind wir umgeben von Sendern, Empfängern und Botschaften. Mehr noch. Wir sind selbst Botschafter in einem System der Kommunikation und des Informationsaustausches. Manchmal sind erfreut über den Inhalt eines Berichts, umso mehr, wenn der Absender uns sympathisch ist, und manchmal bleibt eine Nachricht unverstanden, weil der Bote uns nicht genehm erscheint. Dann, im letzteren Fall, kann selbst eine Friedensbotschaft zur Kriegserklärung umgedeutet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders geeignet für Missdeutungen aller Art scheinen die frohen und hoffnungsvollen Botschaften des spirituellen Oberhaupts der römisch-katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI. zu sein. Immer wieder fühlen sich einige Menschen persönlich negativ angesprochen, obwohl sie überhaupt nicht explizit erwähnt wurden. Sie sehen sich zurückgesetzt, ausgegrenzt, unverstanden. Dabei geht es dem Heiligen Vater nicht um die Ablehnung der Ansinnen von Wenigen, schon gar nicht um die Zurückweisung von Menschen, sondern um die Bejahung des Bewährten. Und um den Frieden auf der Erde. Dies macht der Papst in seiner Botschaft zur Feier des Weltfriedenstages 2013 überaus deutlich. Seine Worte richten sich an jeden Menschen guten Willen in der ganzen Welt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden« (Mt 5,9), lautet das Motto der päpstlichen Botschaft. Sie spricht von einem auf Wahrheit, Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit gegründeten Zusammenleben aller Menschen. Also vom Stiften eines dauerhaften Friedens. Ein Auszug:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Um authentische Friedensstifter zu werden, ist zweierlei grundlegend: die Beachtung der transzendenten Dimension und das ständige Gespräch mit Gott, dem barmherzigen Vater, durch das man die Erlösung erfleht, die sein eingeborener Sohn uns erworben hat. So kann der Mensch jenen Keim der Trübung und der Verneinung des Friedens besiegen, der die Sünde in all ihren Formen ist: Egoismus und Gewalt, Habgier, Machtstreben und Herrschsucht, Intoleranz, Hass und ungerechte Strukturen.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weiter: » Die Verwirklichung des Friedens hängt vor allem davon ab anzuerkennen, dass in Gott alle eine einzige Menschheitsfamilie bilden.« Für mich, dessen eigentliches Thema die weltweite Christenverfolgung ist, sind diese Aussagen von besonderer Bedeutung. Die Botschaft des Heiligen Vaters ist bei mir angekommen. Meine noch wenigen Beiträge haben nämlich etwas bewirkt. Vor allem in mir selbst. Die hundert Millionen verfolgten Christen, für die ich hier anschreibe, sind für mich längst keine bloßen ›juristischen Subjekte‹ mehr, deren Rechte man einfordern muss, irgendwie und irgendwann, nein, sie sind in einer einzigen großen Familie meine Schwestern und Brüder geworden, die Kinder des gleichen Vaters, an deren Schicksal ich teilhabe, mit denen gemeinsam ich Freude und Trauer verspüre - auch wenn ich weit entfernt von ihnen lebe und ihr Leid nur im Gedanken teilen kann. Und so wird in mir die Sehnsucht nach einem gerechten Weltfrieden größer und größer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mir ist bewusst geworden: Ein immerwährender Frieden ist nur dann möglich, wenn individuelle Vielfalt zur rechtschaffenen Einheit wird und nicht zur egoistischen Einfalt verkommt. Der Friede der Welt kann kein Etappenziel sein, kein erstrebenswertes Einzelanliegen unter vielen anderen Bedürfnissen, sondern in der Betrachtung der Welt das Höchste, das Vollkommenste, nur erreichbar durch die Wahrnehmung der Verantwortung jedes Einzelnen für Alle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Botschaft des Heiligen Vaters zum Weltfriedenstag bleibt nichts Bedeutsames unerwähnt. Mit schonungsloser Offenheit spricht diese „kleine Enzyklika“ alle weltbewegenden Probleme der Zeit an: Spannungen und Konflikte, drohende Kriege und bestehende bewaffnete Auseinandersetzungen, Terrorismus und Fundamentalismus, Wirtschafts- und Finanzkrisen, das Recht auf Arbeit und die Bedeutung sozialer Belange, aber auch die Pflicht zum Schutz des Lebens - des geborenen wie des ungeborenen - und die Grundsätze der Moral und Sittlichkeit. Und immer wieder ist die Rede von Frieden, Gemeinschaft und Versöhnung. Um diese Botschaft missverstehen zu können, muss man sich sehr bemühen: Man muss es wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hören wir weiter Papst Benedikt zu: »Gemeinsam mit dem seligen Johannes XXIII. wollen wir unsererseits Gott bitten, er möge die Verantwortlichen der Völker erleuchten, damit sie neben der Sorge für den rechten Wohlstand ihrer Bürger für das wertvolle Geschenk des Friedens bürgen und es verteidigen; er möge den Willen aller entzünden, die trennenden Barrieren zu überwinden, die Bande gegenseitiger Liebe zu festigen, die anderen zu verstehen und denen zu verzeihen, die Kränkung verursacht haben, so dass kraft seines Handelns alle Völker der Erde sich verbrüdern und unter ihnen immer der so sehr ersehnte Friede blühe und herrsche. Mit dieser Bitte verbinde ich den Wunsch, dass alle als wahre Friedensstifter an dessen Aufbau mitwirken, so dass das Gemeinwesen der Menschen in brüderlicher Eintracht, in Wohlstand und in Frieden wachse.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich danke dem Heiligen Vater für diese eindringlichen, von persönlicher Herzlichkeit und inniger Nächstenliebe geprägten Worte und bitte abschließend um das Gebet für diesen wunderbaren, gütigen und bescheidenen guten Hirten, den der Herr uns zur rechten Zeit gegeben hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;»Der Herr gebe Kraft seinem Volk. Der Herr segne sein Volk mit Frieden.«&lt;/b&gt; (Psalm 29)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Botschaft des Papstes zum Nachlesen: &lt;a href=&quot;http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20121208_xlvi-world-day-peace_ge.html&quot;&gt;http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/peace/documents/hf_ben-xvi_mes_20121208_xlvi-world-day-peace_ge.html&lt;/a&gt;</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2012-12-19T19:23:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/232595311/">
    <title>Sanguis martyrum-Wege des Friedens</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/232595311/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/1097876.jpg&quot; width=&quot;150&quot; alt=&quot;1097876&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;100&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das warme Licht von Kerzen erhellt das Arbeitszimmer, vor dem Fenster tanzen im leichten Abendwind vergnügt große Schneeflocken. Ein friedliches, idyllisches Bild, wahrlich passend zu diesen Tagen, in denen wir Christen weltweit dem Geburtstag des Erlösers und der Menschwerdung Gottes entgegenfiebern. Mich zurücklehnend schaue ich dem Treiben der strahlend weißen Sternchen zu. Ein wundervoller, besinnlicher Abend wäre es - müsste nicht dieser Beitrag geschrieben werden. Schon sind sie wieder gegenwärtig, die Gedanken an all jene zahllosen Schwestern und Brüder in mehr als hundert Ländern der Erde, die verfolgt und benachteiligt, ermordet und gefoltert, vergewaltigt und erniedrigt werden. Die Idylle vor dem Fenster verändert sich. Die Schneeflocken werden zu gefrorenen Tränen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Betet für uns«, lautete anlässlich der internationalen Konferenz ›Menschenrecht Religionsfreiheit‹ am 8. November 2012 in München der Appell von Christen aus Staaten, in denen sie verfolgt werden. »Solidarisiert euch mit uns!« Sie berichteten aus ihren Heimatländern von der gegenwärtigen Situation, von Diskriminierungen, Anschlägen und Übergriffen, von Straflagern. Aber auch von Hoffnung. Zwei Stimmen seien hier stellvertretend wiedergegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Nichtmuslime im Irak sind Bürger zweiter oder dritter Klasse«, sagte Basile Georges Casmoussa, Kurienerzbischof im Patriarchat der syrisch-katholischen Kirche von Antiochien in Beirut, und verwies darauf, dass es seit der offiziellen Demokratisierung des Irak für die Christen nicht besser geworden sei. »Christen werden ermordet, entführt, enteignet.« Der politische Islam wolle die Scharia als allgemeine Rechtsgrundlage einführen, Religionswechsel sei ebenso verboten wie Ehen zwischen Christen und Muslimen. Er sieht auch eine Mitverantwortung des Westens. »Bitte machen Sie unsere Situation mit Äußerungen, Karikaturen und Filmen nicht schlimmer«, bat er. »Wir müssen den Preis dafür bezahlen und gelten als Handlanger des atheistischen Westens.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Ignatius Ayau Kaigama, Erzbischof von Jos in Nigeria, berichtete von andauernden Übergriffen auf Christen in seiner Heimat, meist ausgehend von der radikal-islamistischen Sekte ›Boko Haram‹ und auf den Nordosten des Landes beschränkt. Ebenso wie Casmoussa sieht er den Westen mit in der Pflicht. »Blasphemie gegen den Islam in anderen Teilen der Welt bekommen Christen in Nigeria zu spüren, deshalb werden bei uns Menschen getötet.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soweit zu den Aussagen der verantwortlichen Bischöfe vor Ort. Auch einige Politiker in Deutschland widmen sich endlich der Problematik und sprechen sie öffentlich an. Neben der Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte ich besonders die Bundestagsabgeordneten Volker Kauder, Erika Steinbach und Wolfgang Bosbach erwähnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was kann also getan werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu Karl Hafen, Geschäftsführer der deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) im September 2012 während seines Vortrages auf dem Kongress ›Freude am Glauben‹ in Aschaffenburg: »Immer und immer wieder mit Fakten operieren, über die Fälle sprechen, ihnen eine größtmögliche Öffentlichkeit geben, den Kontakt zu den betroffenen Menschen suchen, diesen eine Stimme geben, ihnen helfen, dauerhaft helfen, wenn die Lage es erlaubt, appellieren, appellieren und nochmals appellieren; das ist der einzige Weg zum Erfolg.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich äußerte sich der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick während der Münchner Menschenrechtskonferenz. »So gut wie uns Christen in Deutschland geht es sonst kaum einer Religionsgemeinschaft.« Er rief dazu auf, sich mit verfolgten Christen zu solidarisieren, für sie zu beten und ihre Situation öffentlich zu machen. »Was gewusst wird, kann auch verändert werden«, so der Erzbischof.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer nun meint, es müsse gegen Länder, in denen Christen verfolgt werden, eine härtere Gangart geben, verkennt die Situation. Auch wenn die Möglichkeit der Errichtung von militärischen Schutzzonen gedanklich nachvollziehbar und verständlich ist, würde sich nur in sehr wenigen Fällen eine Verbesserung der Lage einstellen. Alle Erfahrungen, wie jüngst im Irak und in Afghanistan, zeigen, dass Militäreinsätze eher zur Verschärfung als zur Deeskalation beitrugen. Denn das Ziel der Einsätze war niemals der Schutz der Christen, sondern die Etablierung von Demokratien. Dies führte allerdings erst recht zu Verschärfungen, denn plötzlich befanden sich die Christen nicht nur als religiöse Gruppe in der Minderheit, sondern zusätzlich auch politisch. Die Wahrnehmung ihrer Interessen gestaltet sich in diesen Ländern heute schwieriger denn je.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Aufnahme von bedrängten Christen im Westen kann nicht als Allheilmittel betrachtet werden. Hierzu noch einmal Erzbischof Chamoussa aus dem Irak: »Wir müssen Lösungen bei uns zuhause finden. Christen und Muslime müssen zusammenarbeiten, um unsere Länder wieder aufzubauen.« Das Ziel müsse die Errichtung einer Zivilgesellschaft östlicher Natur sein, in der für alle Bürger die gleichen Rechte gelten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Vatikan und insbesondere dem Heiligen Vater im Engagement gegen die weltweite Christenverfolgung und im Umgang mit dem Islam ›laue Zurückhaltung‹ zu attestieren, ist völlig verfehlt. Drohgebärden sind angesichts der Mittel und Möglichkeiten unangebracht, und abgesehen davon, wie wenig das Säbelrasseln der Kirche zu Gesicht stünde, würde man damit höchstens mehr Übergriffe auf Christen vor Ort provozieren. So bleibt neben dem Gebet und der Öffentlichkeitsarbeit, der Diplomatie und dem Dialog nur die Einflussnahme mittels der Macht des Wortes. Dass gerade unser wunderbarer Papst Benedikt XVI. diese Kraft zu gebrauchen versteht, zeigt u.a. die Einführung eines christlichen Feiertages in Kuba als eines der hoffnungsvollen Ergebnisse des Papstbesuchs im März 2012.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vergessen wir nicht die vom Heiligen Vater während der Abschlussmesse der Nahost-Synode 2010 gesprochenen, visionären Worte: »Das Gebet des Elenden verstummt nicht, bis Gott eingreift und Recht schafft. Der Schrei des Armen und des Unterdrückten findet sein unmittelbares Echo bei Gott, der eingreifen will, um einen Ausgang zu zeigen, um eine Zukunft der Freiheit, einen Horizont der Hoffnung zu eröffnen.«&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir dürfen uns also nicht Fantastereien hingeben, sondern das uns Mögliche tun. Beten wir für die verfolgten Schwestern und Brüder, für diese einhundert Millionen Christen in mehr als einhundert Staaten, in denen sie verfolgt werden. Wenden wir uns an die Öffentlichkeit, schreiben wir an die Botschaften der Verfolgerländer und besonders an die unschuldig Inhaftierten, die sich unsere Verbundenheit herbeisehnen. Unterstützen wir aktiv und zustimmend die Außenpolitik des Vatikan. Auch Spenden an Hilfswerke wie ›Kirche in Not‹ oder ›Open Doors‹ kommen den Verfolgten zugute. Gedenken wir stets der Märtyrer, bringen wir der Welt ihre Namen immer wieder in Erinnerung. Und vergessen wir nicht die Worte Jesu:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;»Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen.« (Joh 15,20)&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Autor der Reihe ›Sanguis martyrum‹ wünscht seiner geschätzten Leserschaft eine gesegnete Adventzeit und ein besinnliches Weihnachtsfest.</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2012-12-16T22:52:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/219027915/">
    <title>Der letzte Christ von Homs</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/219027915/</link>
    <description>Olaf Tannenbergs Gastbeitrag in dieser Rubrik über die nun christenfreie Stadt Homs und Elias Mansour, den &quot;letzten Christen von Homs&quot; ist nun auch &lt;a href=&quot;http://www.kath.net/detail.php?id=39065&quot;target=&quot;_blank&quot;&gt;von kath.net übernommen worden und kann also auch dort&lt;/a&gt; gelesen und kommentiert werden.</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
    <dc:subject>Gastbeiträge</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2012-11-27T10:46:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://elsalaska.twoday.net/stories/219024527/">
    <title>Sanguis martyrum - Christenfrei!</title>
    <link>http://elsalaska.twoday.net/stories/219024527/</link>
    <description>&lt;img src=&quot;https://static.twoday.net/elsalaska/images/stop-violence1.jpeg&quot; width=&quot;200&quot; alt=&quot;stop-violence1&quot; align=&quot;right&quot; title=&quot;&quot; class=&quot;right&quot; height=&quot;150&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Ein Gastbeitrag von Olaf Tannenberg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abdul Razzaq Tlass ist für viele Syrer ein Held des Bürgerkriegs gegen den Diktator Baschar Al-Assad. Der frühere Leutnant der syrischen Armee und Neffe des in die Türkei geflohenen, ehemaligen Generals und Verteidigungsministers Mustafa Tlass ist der Gründer und Kommandeur der Faruq-Brigade, deren Bataillone mit insgesamt etwa 2.000 Kämpfern zu den aktivsten Einheiten der aufständischen Freien Syrischen Armee gehören. Tlass, einer der ersten Überläufer seit Beginn des Aufstandes, gilt als eine der wichtigsten Figuren der syrischen Rebellen. Und er befehligt die wohl schlagkräftigste Miliz der Regimegegner. Die Operationsbasis der Faruq-Brigade ist die Stadt Homs, gelegen nahe der syrisch-libanesischen Grenze unweit der Kreuzfahrerfestung Krak des Chevaliers. Rund 800.000 Menschen leben dort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für beide Bürgerkriegsparteien ist die Protesthochburg Homs von strategischer Bedeutung. Die Linie der Städte Homs, Hama, Rastan und Idlib trennt die Küstengebiete Syriens vom Landesinnern ab; wer dieses Gebiet kontrolliert, beherrscht den Aufmarschraum gegen den dicht besiedelten Nordwesten des Landes und verschafft sich daneben einen Vorteil im Kampf um die wichtige Industriemetropole Aleppo. Entsprechend hart werden von beiden Seiten die Gefechte um Homs geführt. Dabei waren die etwa 50.000 Christen, die sich bis April 2012 in der Stadt befanden, zwischen alle Fronten geraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 26. April 2012 berichtete Silvanus Petros, der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Homs und Hama, dass die meisten der Christen die umkämpfte Stadt verlassen hätten. »Wir wollen gute Beziehungen zu allen Konfliktparteien«, sagte er damals und verwies auf die Bestrebungen der Christen sich neutral zu verhalten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits 250 Christen ums Leben gekommen, Tausende Häuser und Wohnungen zerstört oder geplündert - auch der Amtssitz des Erzbischofs und ein Waisenhaus wurden von den Aufständischen, namentlich von der Faruq-Brigade, beschlagnahmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klar ist derzeit, dass Ende April Homs und die Vorstadt Qusayr von Regierungstruppen eingekreist waren und die Aufständischen eingeschlossen wurden. Dass es heftigen Beschuss gab. Und dass neunzig Prozent der Christen die Stadt verlassen hatten. Ab dieser Stelle widersprechen sich jedoch sämtliche Medienberichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War es nun Flucht oder Vertreibung? Die Vorgänge lassen sich aufgrund der diskrepanten Aussagen nur mühsam rekonstruieren. Bereits im März 2012 beklagte jedenfalls die syrisch-orthodoxe Kirche ethnische Säuberungen in Homs durch islamistische Angehörige der Faruq-Brigade, in der auch wahabitische Söldner aus dem Irak und Libyen kämpfen sollen. Neunzig Prozent der Christen wurden vertrieben, ihr Eigentum wurde beschlagnahmt. Man sprach von ›christenreinen‹ Stadtvierteln, wie Hamidiya und Bustan el-Diwan. Betroffene bestätigten die Vertreibung und nannten als Begründung ihren christlichen Glauben. Die ortsansässigen Jesuiten sprachen hingegen von Flucht, da den Christen immer wieder die Nähe zum Assad-Regime unterstellt wurde und man Racheakte befürchtete. Das Kommando der Faruq-Brigade bestätigte lediglich die Festnahme von rund 50 regimetreuen Christen auf dem von ihnen kontrollierten Gebiet. Wo die Gefangenen sich jetzt befinden, ist allerdings unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun könnte man anhand der vagen Nachrichtenlage durchaus an einer Vertreibung zweifeln - gäbe es da nicht die Aussagen von islamistischen Teilen der Freien Syrischen Armee, wie stolz man doch auf die Schaffung von ›christenfreien‹ Gebieten sei. Logisch wäre etwa auch die naheliegende Erklärung, dass die Einen geflohen sind und die Anderen vertrieben wurden, womit sich die unterschiedlichen Aussagen der Augenzeugen begründen ließen, ohne den Pfad der Wahrheit verlassen zu müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie auch immer: Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die Vorgänge um die von etwa 12.000 syrisch-katholischen Christen bewohnte Ortschaft Rableh nahe Qusayr bei Homs, die ohne jede Erfordernis von einer der Al-Qaida nahestehenden Miliz eingekreist und völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Erst zehn Tage später befreiten Regierungstruppen die Eingeschlossenen aus dem Würgegriff der Islamisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und da war Elias Mansour. Der 84-jährige griechisch-orthodoxe Christ pflegte in der umkämpften Wasdi-Sayeh-Straße in Homs aufopferungsvoll seinen behinderten Sohn, als am 30. Oktober 2012 die Mörder sein Haus betraten. Er, der wenige Tage zuvor betont hatte, seine potentiellen Mörder an die Zehn Gebote und die Heilige Schrift erinnern zu wollen, wurde erbarmungslos getötet, weil er sich weigerte sein Haus zu verlassen und seinen - mittlerweile vermissten - Sohn allein zurückzulassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Elias Mansour war der letzte Christ, der in Homs lebte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser alte Mann, schuldlos und barmherzig, innig und aufrecht im Glauben, ein von selbstloser Nächstenliebe tief erfüllter Blutzeuge, verdient unser Gebet. Er starb, weil er Christ war und ihm das Schicksal seines Sohnes wichtiger war als das eigene Leben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beten wir für diesen beherzten Mann, der seinen Tod kommen sah und dennoch furchtlos ausharrte, wie es nur der feste Glaube an den Gott der Liebe und des Friedens zu bewirken vermag. &lt;br /&gt;
Beten wir auch für seinen verschollenen Sohn und für alle Christen in Syrien, deren Friedfertigkeit sie nicht vor den schrecklichen Auswirkungen eines mörderischen Konflikts bewahren konnte und in dem sie, trotz aller Neutralität, mehr und mehr dem Hass und der Verfolgung durch radikale Kräfte anheimfallen. &lt;br /&gt;
Gott segne und behüte  sie!</description>
    <dc:creator>ElsaLaska</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2012 ElsaLaska</dc:rights>
    <dc:date>2012-11-22T22:25:00Z</dc:date>
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