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Samstag, 23. September 2006

Das Farnese-Komplott (144)

Am nächsten Tag geschah es, es war ein Mittwoch und die Kardinäle seit zwei Tagen in der Sixtinischen Kapelle eingeschlossen, dass wir uns in trauter Runde vor Biancas Flachbildschirm (von Siemens) einfanden. Soeben war weißer Rauch aufgestiegen, was von dem italienischen Berichterstatter fast schluchzend bestätigt wurde. Giulia, mit angezogenen Beinen und barfuß in einem Sessel kauernd, griff nervös zu ihrer latte macchiato (von segafredo), Bianca und Ladislav schauten einander bedeutungsvoll an.
Francesco Leitmayr zupfte beiläufig ein zwei Fusseln von seiner lässig zerknitterten Leinenhose (Benetton) und Zeno zückte sein Motorola Razr V3-Handy und fotografierte vom Fernseher den aufsteigenden Rauch ab, wahrscheinlich um ihn an Piersanti via MMS (besonders günstige Kontingente bei TIM Italia) zu versenden. Ich nippte gespannt an meinem Ramazotti und nestelte nervös am Kragen meines Dolce & Gabbana Hemdes. Die Wahl der Kardinäle war erfolgreich gewesen, gleichzeitig konnte man beobachten, wie immer mehr Menschen auf den Petersplatz strömten – Fahnen schwenkend, Rosenkränze um die Handgelenke gewickelt, teils mit Schirmen ausgestattet, um sich der Gluthitze (Kachelmann Wetterdienst) zu erwehren. Ich schlug vor, ebenfalls auf den Petersplatz zu gehen, der sich nicht einmal einen Kilometer von Biancas Wohnung befand (laut Google Earth), aber die anderen winkten müde ab (Red Bull verleiht Flügel) – niemand hatte Lust, sich aus der kühlen Wohnung zu bewegen und die Unbequemlichkeiten und das Gedränge auf dem Petersplatz auf sich zu nehmen. Zeno klappte sein Handy mit mürrischem Gesichtsausdruck zu: Offensichtlich war es unmöglich, eine Verbindung zu erhalten – alle Netze bereits überlastet. Bianca glitt mit katzenhaften Schritten zu ihrem Kühlschrank hinüber und öffnete bedächtig eine Flasche Ferrari Spumante.

„Jetzt komm schon, amore“, quengelte ihr Liebhaber, der lässig die Beine auf den gläsernen Couchtisch gelegt hatte, „sie haben Ratzinger gewählt – du hast es doch gesehen, oder?“ Bianca schaute ihn mit rätselhaftem Gesichtsausdruck durch ihre Gleitsichtbrille von Fielmann an und zuckte dann mit den Schultern. Die Stimme des Reporters im TV überschlug sich fast, es war wie bei der Weltmeisterschaft (FIFA Weltmeisterschaft 2006). Ich nestelte eine Pall Mall rosso aus der praktischen Hardbox und bot Zeno eine an. Dankbar griff er zu. Wir schwiegen. Ich war mir nicht ganz sicher, aber trotz ihrer Opposition zu Estefanio wäre Ratzingers Wahl für Bianca und Giulia so etwas wie eine persönliche Niederlage gewesen, nur so ein Gefühl, das mich anflog. Biancas Gesichtsausdruck blieb undeutbar. Auf eine grimmige Art und Weise schien sie zufrieden – und ich war mir sicher, dass sie wusste, wer in wenigen Minuten auf der Loggia des Apostolischen Palastes erscheinen und den Urbi-et-Orbi-Segen sprechen würde. Unten auf den Straßen wurden bereits Böller entzündet –Ladislav zappte geschwind durch die internationalen news channels: In allen Sprachen dieser Welt die gleiche, fast atemlose vorgetragene Nachricht: Der Rauch ist weiß! Die Kardinäle haben gewählt!

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Was müssen denn immer alle so wichtig Musik hören

Es genügt ja nicht mehr der Autolärm vorbeirasender Autos (noch zehn Tage, dann ist das ausgestanden), die vorbeirasenden Autos müssen auch noch WUMMERN wie Sau. Was ist denn bitte an dieser Musik so wichtig, dass man sie teilnahmslosen Dritten wie mir auch noch in die Gehörgänge fräsen muss?
Ich hab AUCH tolle Musik, aber mir ist völlig klar, dass wenn ich die Welt mit Alien Sex Fiend beschalle, sich mindestens Zahnfleischrückgang bei den bedauernswerten Opfern einstellen würde. Manchmal hab ich den Eindruck, die nehmen mir das nicht ab und glauben, das ist eine leere Drohung, weshalb sie immer wummernd im Kreis vor meiner Hütte herum fahren, weil sies einfach WISSEN wollen.

Da wo ich gerade nicht bin.

In einer Wasserlache sehe ich den Ozean, wenn ich übers Meer fahre, plagt mich die Sehnsucht nach dem Waldteich von Kopidlno, in einem Sandhaufen sehe ich Hochgebirge, und als ich auf der Jungfrau stand, hatte ich Heimweh nach dem Semitzer Hügel. Darum bin ich am liebsten daheim, wo ich mich nach der Kneipe sehne, in der Kneipe wiederum denke ich daran, wie schön es zu Hause wäre und dort davon zu träumen, wie ich in die Kneipe gehe, in der ich mich dann wiederum nach meinem schönen Zuhause sehne. Ich bin immer am liebsten da, wo ich gerade nicht bin.

Bohumil Hrabal.

Aus Grauen vor dem Licht schreien

Seinerzeit meinte ich, daß bei Tagesanbruch der Frühjahrsmorgen die Vögel mit dem Gesang die Sonne und das Licht begrüßen.
Heute weiß ich, daß sie diese paar Morgenminuten aus Grauen vor dem Licht schreien.


Schopenhauer.

cantare

Wenn du den Großraum...
in dem du wohnst, also Rhein-Main, Rhein-Neckar, Berlin,...
ElsaLaska - 8. Nov, 09:14
Hallo str, Erzbischof...
Hallo str, Erzbischof Zollitsch hat schon wieder eine...
Milena (Gast) - 8. Nov, 01:06
Nur kurz zum Knien
ich fühle mich wohler damit, wenn mir eine Gelegenheit...
ElsaLaska - 7. Nov, 23:26
Völlig in Ordnung,...
Elsa, es ist ja auch völlig in Ordnung, daß...
str (Gast) - 7. Nov, 23:11
Das
verübele ich auch niemandem. Es ist außerdem...
christian (Gast) - 7. Nov, 23:11
Nerone., wer ist den...
Nerone., wer ist den "Stg"? Und warum "liebes"? Liebes...
str (Gast) - 7. Nov, 22:47
Das kann man niemandem...
dass er diese Symbolik nicht wahrhat. Ich möchte...
ElsaLaska - 7. Nov, 22:41
Zufälle
Die EMRK, auf der das Urteil beruht, wurde 1950 ausgerechnet...
christian (Gast) - 7. Nov, 22:22

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