"Amongst our weaponry are such diverse elements as fear, surprise, ruthless efficiency, an almost fanatical devotion to the Pope, and nice red uniforms!" [Monty Python.]
elsalaska[at]tiscali[punkt]it
Aktuelle Veröffentlichungen
"Die Vollblutfrau, die den Erlöser liebte: Kronzeugin des Osterereignisses: Die Geschichte von Jesus und Maria Magdalena." In: Vatican-Magazin April 2012
"Wo Liebe ist, ist Eifersucht nicht weit: Alfons Maria de Liguori und Schwester Maria Celeste Crostarosa, Gründer des Redemptoristenordens". In: Vatican-Magazin Ausgabe Februar 2012
Neue Kolumne über geistliche Paare: "Mann-Frau-Miteinander-Kirchesein" In: Vatican-Magazin Ausgabe Januar 2012
Unsagbar kostbare Göttlichkeit - Gold, Weihrauch und Myrrhe: Die Gaben der Heiligen Drei Könige. In: Die Tagespost vom 5. Januar 2012
"Wo die Pforten des Himmels offen sind. Loreto in den italienischen Marken". In: Vatican-Magazin Dezember 2011
[Unter dem Artikel auf Welt-online findet sich natürlich auch der übliche relativistische Gutmensch-Kommentar, dass "die Kirche" das ja vor Jahrhunderten auch so gemacht habe. (Welche?) Und das in Deutschland selbstverständlich nicht passiere, da seien die Muslime schließlich friedlich. (Und was nutzt das jetzt den Christen in Pakistan oder Saudi-Arabien?) Man muss nur die einfache Ersetzungsprobe machen und das Wort Christen durch Angehörige einer anderen Religion ersetzen, und schon heulten diese Sorte Leute ganz unrelativistisch ganz laut auf.]
Einige Bloggerkollegen ringen mit den Worten, deutsche Politiker haben - immerhin - protestiert, ebenso die USA und die UNO, der Papst hat heute beim Angelus der Opfer gedacht. Und ich - bin auf einmal sehr müde von diesem kirchenpolitisch sehr aufregenden Jahr.
Wir leben hier wohl auf einer Insel.
Ich habe nur noch nicht rausgefunden, ob es die Insel der Seligen oder das genaue Gegenteil davon ist.
Heute habe ich wieder verheerende Nachrichten aus Ägypten gelesen. Bald jährt sich der Tag des blutigen Massakers in einer koptischen Kirche. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch diesjahr zu Weihnachten wieder Christen in Ägypten (und nicht nur dort) ermordet werden. Während in Deutschland eine wachsende Anzahl von Menschen nicht einmal mehr weiß, was wir zu Weihnachten feiern.
Eigentlich wäre es zum Heulen. Aber es nützt ja nichts. Und trotz allem ist Weihnachten ein Fest der Liebe und der Hoffnung. Als ich noch keine Christin war, erlebte ich die letzten Tage vor Weihnachten, die eigentlich die geheimnisvollsten in der adventlichen Vorbereitungszeit sind, meistens nur als Stress. So richtig feierlich war mir nicht zumute.
Momentan bin ich zwar nicht gestresst, aber besorgt und traurig über die Meldung aus Ägypten. Bis ich dieses Video angeklickt habe. Und da wusste ich genau: Sie haben das schon gesungen, als Europa noch heidnisch war. Und sie werden es noch singen, wenn Europa wieder heidnisch geworden sein sollte.
Wer arabischen Gesang mag und noch nicht so richtig in Stimmung sein sollte für das festliche Wochenende, aus welchen Gründen auch immer: Abspielen. Der Text dieses byzantinischen Hymnus (welche arabischsprachigen Christen ihn benutzen, ist mir leider nicht ganz klar) ist mit englischer Übersetzung versehen. Ich hab Gänsehaut bekommen.
Heute vor einem Jahr, am 31. Oktober 2010, richteten mutmaßliche Al-Kaida-Anhänger in der chaldäisch-katholischen Kirche "Our Lady of Deliverance" in Bagdad während des Sonntagabend-Gottesdienstes ein Blutbad an. 58 Menschen starben, 42 katholische Christen, darunter auch zwei Priester wurden niedergemetzelt - für die 42 Glaubensmärtyrer soll nun ein Seligsprechungsprozess geführt werden.
Kurz darauf meldete sich Al-Kaida mit einer Drohbotschaft gegen den Vatikan und die koptische Kirche in Ägypten und Europa.
Am 1. Januar 2011 explodierte eine Autobombe vor einer koptischen Kirche in Alexandria und riss mindestens 23 Gläubige in den Tod. Einige Verletzte wurden auch nach Deutschland ausgeflogen und dort medizinisch versorgt. In Deutschland wie in ganz Europa konnten die Kopten ihr Weihnachtsfest - am 6. Januar - nur unter Polizeischutz feiern. Zahlreiche Katholiken und evangelische Christen haben ein Zeichen gesetzt, und diese Feiern aus Solidarität besucht.
Ich werde ein, zwei Einträge mit Fotos von vor einem Jahr zu dem Massaker in Bagdad nochmal auf die Startseite setzen.
Ich konnte ja leider nicht vor Ort sein, aber dank Facebook und meinen Bloglesern ist es möglich, ein paar Impressionen von Besuchern des Abends festzuhalten und zu verbreiten.
Da ist einmal von Stefan Neudorfer auf Facebook folgender Bericht reingekommen, den ich zitieren darf:
>>Ich komme gerade aus der Veranstaltung mit Generalbischof Anba Damian im Domspatz-Soirée von Michael Ragg. Es war sehr beeindruckend, Bischof Damian hat kurz von seinen Leben und danach vieles von der Geschichte der Kopten und der aktuellen Sitation erzählt. Das war schon erschütternd. Nicht nur immer von dem schlimmen Ereignissen zu lesen, sondern auch persönlich davon zu hören ist schon anders.. Trotzdem ist Generalbischof Anba Damian voller Liebe, kein böses Wort, kein Fluch, kein Hassaufruf kommt von seinen Lippen.
Es war zufälligerweise auch eine junge Koptin anwesend die Opfer des Anschlages zu Silvester in Alexandria wurde und in München in Behandlung ist. Die Junge Frau hat von Ihren Erlebnissen berichtet und auch davon was in Ihr vorgeht. Sie verurteilt zu Recht das Regime das ihr Ihren Bräutigam - der bei dem Anschlag verstarb - und ihre Gesundheit raubte. Aber sie ist nicht erfüllt von Hass, sondern von Liebe. Auch von Ihr kein böses Wort, kein Fluch, kein Hassaufruf, im Gegenteil. Ein unglaublich tolles Zeugnis von dieser jungen Frau.
Zum Schluss haben wir vom Generalbischof Anba Damian einen Segen erhalten und gemeinsam gebetet. Das alles war sehr sehr bewegend, ein Erlebnis.
PS.: Generalbischof Anba Damian erzählt davon was die Gewalt von Islamisten bewirkt: Das viele Menschen an Hand des Unrechtes erkennen können was der richtige Weg ist und Christen werden. Wer den heutigen Abend erlebt hat, kann das gut verstehen. Aber man kann nicht verstehen warum in Deutschland so viele Christen so lau sind. — Domspatz-Soirée, Kulturzentrum Movimento, Neuhauser Straße 15, München .<<
Und noch die Eindrücke von Kommentator "L.A." bei mir im Kommentarbereich, die ich hochhole in den Haupteintrag:
>>Bischof Anba Damian in München - kurzer Bericht
Komme gerade aus einer Domspatz - Soirée mit Bischof Damian von Michael Ragg moderiert. Es ist sehr erschütternd zu hören,wie es den Christen in Ägypten ergeht. Er berichtete u.a von der nahezu völligen Rechtlosigkeit dort, die seit der Eroberung Ägyptens im 7. Jhdt. durch die Araber besteht. Es kann nämlich kein Moslem wegen Vergehen an einem Christen belangt werden. (Scharia) Seit damals verzeichnet die koptische Kirche 1 Million Märtyrer. (Die Kopten sind die eigentlichen Ägypter, ihr Papst steht in der Nachfolge des Evangelisten Markus, und sie stellen, entgegen staatlichen Behauptungen,mind. 20 % der ägyptischen Bevölkerung)
Aktuell sind neben den furchtbaren Übergriffen auf Kirchen und Versammlungen besonders koptische Mädchen gefährdet, es gibt oft Entführungen, die man aber tunlichst anzuzeigen vermeiden muß.
Die meisten der Muslime in Ägypten seien zwar nicht auf der Seite der Salafisten und der Moslembruderschaft und friedliebend, doch sei diese Seite eben sehr hetzerisch und einflußreich, offenbar auch in der Armee, von der das jüngste Massaker ausging.
Ergreifend war auch der Auftritt einer jungen Koptin, die an Sylvester beim Bombenanschlag auf eine Kirche ihren Verlobten verlor und selbst beinahe ihre beiden Beine, die Amputation konnte hier in D aber abgewendet werden.
Es war tiefst berührend, mit welcher Fassung und Glaubenskraft diese Menschen dieses furchtbare Schicksal ertragen, und bei allem Schmerz keinerlei Verbitterung oder gar Haß verspüren, sondern tiefe Lebensfreude verströmen.
Am Ende gab es einen orthodoxen Segen mit einem wunderschönen Gesang, der immer wieder in ein auch für anwesenden Katholiken mitsingbares Kyrie mündete.
Ein Teil des Interviews wird bald auf K - TV gesendet.
Ich bin tieferschüttert und berührt, liebe Leute: betet, betet, betet für unsere koptischen Schwestern und Brüder!<<
Der Heilige Vater der Kopten, Shenouda III.
Bitte besonderes Augenmerk auf die kleine Katze unten und die große aufgestickte Katze seines Ornats.
[Mit der Überschrift ist natürlich nicht die Rubrik gemeint, unter der ich das ablege. Es geht - rubrikenmäßig gesehen - um die Tatsache, dass Shenouda III. an Leib und Leben bedroht wird und seine Schäfchen weggeschlachtet werden, während die Welt zuschaut.
Der Erholungsfaktor, den ich meinte, bezog sich rein auf die pure Schönheit des Bildes *erklärbärmodus aus*
>>"Viel zu früh hat die deutsche Bundesregierung den Übergangsrat mit wirtschaftlicher Hilfe unterstützt, ohne an die Mittel Bedingungen zu knüpfen. Das fördert weder die Demokratie noch unterstützt es die Bevölkerung, sondern trägt zum Machterhalt führender Militärs bei.
Aus der viel zu langen Unterstützung diktatorischer Regime auch durch Waffenlieferungen sollte die deutsche Politik lernen: Diplomatie muss heißen, unsere Werte zu kommunizieren. Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht die Außenpolitik dominieren. Die Menschen brauchen unser überzeugtes Eintreten für ihre Grundrechte: Die Freiheit zur Religionsausübung gehört unmittelbar und wesentlich dazu. Das gilt auch für die christlichen Kopten in Ägypten." <<