Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

elsalaska[at]tiscali[punkt]it

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Studium

Montag, 5. Mai 2008

Daß Philosophiren sterben lernen heisse

"Es ist ungewiß, wo der Tod unserer wartet: laßt uns also allerwegen seiner warten. Die Vorbereitung zum Tode ist die Vorbereitung zur Freyheit. Wer sterben gelernet hat, hat ein Sklave zu seyn verlernet. Derienige, welcher recht eingesehen hat, daß der Verlust des Lebens kein Unglück ist, weiß in seinem Leben von keinem Unglücke. Die Kunst zu sterben befreyet uns von aller Unterwürfigkeit, und allem Zwange."
Michel de Montaigne: Essais.

Mittwoch, 30. April 2008

Marc Aurel

ist tatsächlich von allen antiken Philosophen der einzige, den ich wirklich gerne persönlich kennen gelernt hätte.
*langweilt sich über der Pyrrhonischen Skepsis*

Freitag, 25. April 2008

Ich möchte gerne mal wissen,

wieso ich mit Platon besser auskomme als mit Aristoteles. Während Platon schwebt, zurrt Aristoteles fest. Platon pustet Pusteblumen, Aristoteles mauert ein Fundament. Platon scheint mir frei, Aristoteles gebunden.
Platon dichtet, Aristoteles doziert. Ich wäre lieber wie Aristoteles, aber Platon spricht mich auf allen Ebenen an.
*langweilt sich über der Nikomachischen Ethik*

Mittwoch, 23. April 2008

Was ich übrigens sehr affig finde ...

und ich glaube, ich habe in diesem Blog noch nie das Wort "affig" benutzt, überprüfe das aber nicht, ist, wenn diese ganzen Philosophen sagen wir mal ab 1500 A. D. in ihren Dialogen graezisierende latinisierte griechische Vornamen verteilen.
Das ist so GEWOLLT!

> David Hume: Dialoge über die natürliche Religion auf zeno.org

Sonntag, 20. April 2008

Versteht nicht.

Was soll denn bitte das nun heißen?
"K. O. Weber hat in seiner Dissertation die These, dass der Neuplatoniker Origenes mit dem Christen Origenes nicht identisch ist, am weitesten ausgeführt. "
Berner, Ulrich: Origenes.

Also Origenes war nicht er selbst, litt an Persönlichkeitsspaltung, es gab zwei verschiedene Menschen gleichen Namens, die zwar christlich und neuplatonisch dachten, aber jeder streng und philosophiegeschichtlich korrekt, einzeln für sich?
*grübelt*

Do Androids dream of electric sheep?

Diese bekannte Frage - es ist der komplizierte Titel eines Buches von Philip K. Dick, das, weniger kompliziert, unter dem Titel Blade Runner verfilmt wurde, fiel mir spontan ein, als ich den lustigen (wegen des kleinen betenden Roboters) und dabei sehr nachdenklichen Beitrag von Dr. Blume auf dem Wissenslog las:

Beten Roboter, wenn sie beten?

Die Fragestellung hat es in sich.

Donnerstag, 3. April 2008

Nachtrag Arianer

"Zwischen dem ersten Konzil von Nicäa 325 und dem ersten Konzil von Konstantinopel 381 wurden nicht weniger als achtzehn unterschiedliche arianische Glaubensbekenntnisse verfasst, die sich teilweise widersprechen. Die wesentlichsten Richtungen dabei waren die radikalen Arianer, die sich wieder in Exukontianer (Gott-Sohn, geschaffen aus dem »Nichtseienden«), Anomoianer (von griechisch ἀνόμοιος [anomoios], unähnlich nach allem und nach dem Wesen) und Heterousiasten (von griechisch ἑτερο-ούσιος [hetero-ousios], ein anderer nach dem Wesen als Gott-Vater) unterteilten, die Homöaner (von griechisch ὁμοῖος [homoios], ähnlich), die vertraten, dass der Vater und der Sohn ähnlich seien, und die der trinitarischen Lehre nahestehenden Semi-Arianer oder Homöusianer (von griechisch ὁμοι-ούσιος [homoi-ousios], wesensähnlich), die vertraten, dass der Sohn und der Vater wesensähnlich, aber unterschiedlich seien. Die verschiedenen Richtungen lagen nicht nur mit den Nizänern, sondern auch untereinander im Streit."

Das ist sehr großartig. Ich liebe solche Wirrsale. Sie klingen immer irgendwie wie Prosa von Douglas Adams.

*Seufz*

"Lucian stand an der Wiege der sogenannten antiochenischen Exegetenschule, welche die ausschweifende Allegorese des Origenes und der Alexandriner überhaupt als willkürliche Spielerei verurteilte und mit allem Nachdruck auf eine möglichst objektive, historisch-grammatische Würdigung des biblischen Wortlautes drängte. [...] aus ihrer Mitte sind die größten Exegeten des Altertums hervorgegangen. Andererseits aber hat Lucian auch wieder eine große Schuld auf sich geladen. Er hat bis ans Ende eine streng subordinatianische Christologie verfochten und ist dadurch der eigentliche Vater des Arianismus, der Arius vor Arius, geworden. Die ältesten literarischen Vorkämpfer des Arianismus haben sich selbst Syllukanisten genannt, Angehörige der Schule Lucians."

Otto Bardenhewer: Geschichte der altkirchlichen Literatur.

Man sieht, wieviel Lebenszeit man für notwendige philosophische Grundlagenfragen gewinnt, wenn man nicht nur ausschließlich darüber nachdenken muss, welchem Joghurt oder welchen Frühstückscerealien nun der Vorzug zu geben ist.

Mittwoch, 19. März 2008

Beim Recherchieren über Mystagogie

(speziell Rahner) habe ich folgende interessante Stelle gefunden, für mich war sie jedenfalls interessant, da völlig neu. Falls ich jemals auf dem ZDF einen Gottesdienst anschaue, werde ich darauf achten:

"Die Katholische Fernseharbeit beim ZDF hat für die Gottesdienstübertragungen die „mystagogische Bildregie“ entwickelt. Sie verzichtet auf eine Kommentierung, die vorher schon erklärt, was die nächste liturgische Handlung bedeutet, sondern erschließt den Sinn einzelner Riten, Handlungen und Gegenstände, indem sie diese in Beziehung zu Bauelementen, z.B. dem Gewölbe, setzt, oder bildliche Darstellungen wie das Kreuz mit einem Gesang verbindet. Die Kamera und die Bildregie leisten die mystagogische Erschließung einzelner Abschnitte des Gottesdienstes. Mystagogische Bildregie ist deshalb möglich, weil die Kirchenräume mit einer theologischen Konzeption gebaut sind und Symbole im Kirchenraum auf die Feier der Eucharistie und verschiedenen anderen Gottesdienstformen bezogen sind."

Samstag, 15. März 2008

Apropos Kant,

sein "moralischer Gottesbeweis" wird sogar von Theologen abgelehnt (z. B. Karl Barth). Es gibt für den Menschen keinen Weg zu Gott, weder über die moralische Selbstvergewisserung noch über die religiöse Erfahrung. Gott ist deus absconditus.
Karl Barth sieht das Christentum gar nicht als Religion an, sondern quasi als religionskritische Fußnote von Gott selbst.
Ich finde den Ansatz eigentlich ziemlich originell.

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