Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

"Amongst our weaponry are such diverse elements as fear, surprise, ruthless efficiency, an almost fanatical devotion to the Pope, and nice red uniforms!" [Monty Python.]



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Aktuelle Veröffentlichungen

"Ida Friederike Görres und Joseph Ratzinger - die tapfere Kirschblüte und ihr Prophet in Israel." In: Vatican-Magazin Mai 2013

"Kein Maß kennt die Liebe" - über die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern und das Jubiläumsjahr in Kloster Hegne. In: Die Tagepost vom 20. April 2013.

"Liebe, Wahrheit, Schönheit-das gesamte Pontifikat Benedikts XVI." - Die Buchbesprechung zu A. Kisslers Buch "Papst im Widerspruch." Online hier.

"Zuversicht statt Zweifel. Bologna und die heilige Katharina."In: Die Tagespost vom 13. April 2013

"Und in dir wird man einst die Herrlichkeit Gottes sehen" über die heilige Katharina von Bologna. In: Vatican-Magazin März-April 2013

"Schutzschirm für die Gemeinschaft. Christoph Müllers Einführung in die Benediktsregel" In: Die Tagespost vom 7. März 2013

"Fritz und Resl: Gottes Kampfsau und Jesu Seherin" In: Vatican-Magazin Februar 2013 anlässlich des 130. Geburtstags von Fritz Michael Gerlich.

"Jakub Deml-Traumprosa, die vom Jenseits erzählt" In: Die Tagespost vom 9. Februar 2013

"Der Tod ist nicht relativ" In: Die Tagespost vom 7. Februar 2013

"In heiligen Sphären. Mensch und Welt lassen sich nicht entsakralisieren" In: Die Tagespost vom 5. Februar 2013

"Die tapfere Heilige, die nicht sterben wollte Die Märtyrerin Cristina und das Blutwunder von Bolsena." In: Vatican-Magazin Januar 2013

"Alles andere als Rettungsroutine. Aus den Schätzen der Kirche schöpfen: Warum Beichte und Ablass ein Comeback verdient haben." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Leitsterne auf dem Glaubensweg. Katholische Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Neuevangelisierung." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Das Netz der virtuellen Ewigkeit.Tod und Gedenken im Internet." In: Die Tagespost vom 29. November 2012.

"Der Friede auf Erden fängt zwischen Männern und Frauen an. Marias "Fiat" und Josefs "Serviam". Engel führten sie zum außergewöhnlichsten Ehebund der Weltgeschichte. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Der Marathon-Mann" - mein Porträt von S. E. Bischof Tebartz-van Elst. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Versperrter Himmel, öffne dich!" Über die Wallfahrt der totgeborenen Kinder zu Unserer lieben Frau von Avioth. In Vatican-Magazin November 2012.

"Ein französischer Vorläufer des heiligen Franziskus - zum 800. Todestag des Hl. Felix von Valois." In: Die Tagespost vom 3. November 2012

"Die Macht der Mystikerinnen" anlässlich der Heiligsprechung von Anna Schäffer. In: Die Tagespost vom 20. Oktober 2012

"Was für eine Frau!" Zur Vereinnahmung der hl. Hildegard von Esoterikerin und Feministinnen. In: Die Tagespost vom 9. Oktober 2012

Über den Kapuzinerpater Martin von Cochem zu seinem 300. Todestag. In: Die Tagespost vom 29. September 2012

"Die Kirche-ein Krimi?" in: Die Tagespost vom 30. August 2012.

"Wieder gefragt: Exorzismus!" in: PUR-Magazin September 2012

"Mir ist das Brevier wichtig geworden!" Ein Interview mit dem evang. Pfarrer Andreas Theurer, der in die katholische Kirche eintreten wird. In: Die Tagespost vom 14. August 2012

"Im Vorhof des Himmels" Die hl. Edith Stein und ihr Seelenführer, der Erzabt von Beuron. In: Vatican-Magazin August-September 2012

"Durch Gottes Gnade ein Kind der Kirche" - Edith Stein, Erzabt Raphael Walzer von Beuron und die Enzyklika Mit brennender Sorge. In: Die Tagespost vom 9. August 2012.

Der Cammino di San Francesco-Heiligtümer im Rieti-Tal. In: PUR-Magazin Juli.

Die Opfer der Bundeswehr. Mein Interview mit dem Afghanistan-Veteranen R. Sedlatzek-Müller. In: Die Tagespost, Ausgabe vom 14. Juni 2012

"Mehr als Dinkel und Kräuter: Ein Kernkraftwerk des Heiligen Geistes - die hl. Hildegard von Bingen" In. Vatican-Magazin Juni-Juli 2012

"Wie eine lodernde Feuersäule Die heilige Veronika Giuliani" In: Vatican-Magazin Mai 2012

"Die Vollblutfrau, die den Erlöser liebte: Kronzeugin des Osterereignisses: Die Geschichte von Jesus und Maria Magdalena." In: Vatican-Magazin April 2012

"Ich fühle mich als Frau in der Kirche nicht diskriminiert" Ein Interview mit mir von Petra Lorleberg für kath.net

"Die virtuelle Engelsburg hat standgehalten" in: Die Tagespost vom 22. März 2012

"Die Sowjets traten, rissen, schlugen, brannten - aber immer wieder haben die Litauer ihren Kreuzeshügel aufgebaut". In: Vatican-Magazin März 2012

"Katholische Bloggerszene stiftet Ehe" Interview mit Phil und Hedda in: Die Tagespost vom 13.März 2012

Und Du wirst mal Kardinal!" Prags Erzbischof verkörpert das Durchhaltevermögen der tschechischen Christen. In: Die Tagespost vom 18. Februar 2012

"Wo Liebe ist, ist Eifersucht nicht weit: Alfons Maria de Liguori und Schwester Maria Celeste Crostarosa, Gründer des Redemptoristenordens". In: Vatican-Magazin Ausgabe Februar 2012

Neue Kolumne über geistliche Paare: "Mann-Frau-Miteinander-Kirchesein" In: Vatican-Magazin Ausgabe Januar 2012

Unsagbar kostbare Göttlichkeit - Gold, Weihrauch und Myrrhe: Die Gaben der Heiligen Drei Könige. In: Die Tagespost vom 5. Januar 2012

"Wo die Pforten des Himmels offen sind. Loreto in den italienischen Marken". In: Vatican-Magazin Dezember 2011

"Ein Schatz, der fast zu groß für diesen Erdball ist". In: Liebesbriefe für die Kirche. Hrsg. Noe, Biermeyer-Knapp. Bestellbar hier.

Der Papst meines Lebens - Vatican-Magazin spezial zum Papstbesuch

Norcia - der Geburtsort des heiligen Benedikt: "Als sich der Erdkreis verfinstert hatte" In: Vatican-Magazin August-September 2011

In englischer Übersetzung online hier: When the world had darkened<

Der Vatikan und die Blogger - Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Poetische Pilgerorte-Reisen ins mystische Mittelitalien. Erschienen im MM-Verlag.


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Veröffentlichungen

Mittwoch, 22. Mai 2013

Zum Festtag der heiligen Rita von Cascia

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Zwei kleine Auszüge aus meinem Buch "Poetische Pilgerorte - Reisen ins mystische Mittelitalien"

>>Zusammen mit ihren männlichen Kollegen Padre Pio und Antonius von Padua bildet Rita von Cascia die Troika der beliebtesten und volkstümlichsten Heiligen Italiens. In vielen Dorfkirchen werden am 22. Mai, ihrem Gedenktag, die „Rita-Rosen“ geweiht, in der Erinnerung an ihr berühmtes Rosenwunder, ein typisches Jahreszeitenwunder, wie wir es zum Beispiel auch von der heiligen Sperandia kennen, die mitten im Winter eine Schüssel frische Kirschen organisieren konnte. Bei Rita waren es die Rosen, die zur Unzeit erblühten, weil sie sich kurz vor ihrem Tod einen frischen Rosenstrauß gewünscht hatte. Ungezählte Wunder werden ihr zugeschrieben, hauptsächlich wird sie in aussichtslosen Fällen angerufen, und wie es scheint hat sie in dieser speziellen Rubrik schon Spektakuläres ausrichten können.

[Im Buch folgt dann die Biografie der Heiligen ]
[...]

Als man 150 Jahre nach ihrem Tod, 1627, im Zuge ihres Seligsprechungsprozesses ihren hölzernen Sarkophag öffnete, fand man ihren Körper unversehrt, und das, obwohl ungünstige Bedingungen geherrscht hatten und das Holz weitaus mehr Luft und Feuchtigkeit einlässt als ein gemauerter Sarkophag. Nach der Umbettung in einen Glasschrein ging allerdings erst richtig die Post ab: Die heilige Rita soll ihre Augen geöffnet haben, sie soll ihre Position mehrfach verändert haben, ja, sie soll sogar abgehoben sein in ihrem Schneewittchensarg und bis zum Deckel empor geschwebt sein. Die Aufzeichnungen von Zeugenaussagen dazu finden sich in den Archiven des Erzbistums Spoleto.

Ein Besuch bei der heiligen Rita in Cascia lässt sich wunderbar in eine kleine Rundtour durch Umbrien einbauen, einen besonders spirituell geprägter Landstrich. Leider ist nur Assisi relativ bekannt, die herrliche kleine Stadt des demütigen poverello. Doch auch Spoleto und Foligno lohnen einen Abstecher.
Das Heiligtum in Cascia umfasst nun das alte Kloster der heiligen Rita aus dem 13. Jahrhundert, dort ist auch noch ihre Zelle zu besichtigen und dort bewahrt man auch noch ihre persönlichen Gegenstände wie den Ehering und die Rosenkranzkette auf. Dabei handelt es sich nicht um ein Museum. Ungefähr 50 Augustinerinnen leben, arbeiten und beten auch heute noch hier. Deshalb können Besichtigungen leider nur für Gruppen durchgeführt werden und nach vorheriger Absprache.
An einer der Klostermauern wächst ein jahrhundertealter Weinstock, der weiße Trauben trägt. Man erzählt sich, dass er aus Ritas Gehorsam gegen die Oberin erwuchs. Denn diese befahl ihr einmal, eine dürren Stock, den sie in die Erde gesteckt hat, regelmäßig zu gießen. Eine völlig sinnlose Anweisung also, die sie jedoch gewissenhaft ausführte. Und eines Tages begann der Stock auszuschlagen und frisch zu ergrünen. Außerdem nisten in den Klostermauern aus bisher unerklärlichen Gründen besonders viele Bienen in einer besonders großen Artenvielfalt. Die Wallfahrtskirche beim Kloster ist ein Neubau aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts und wurde von Papst Pius XII. zur Basilika erhoben. In dieser Kirche wird nicht nur der unverwesliche Körper der heiligen Rita aufbewahrt, sondern auch ein eucharistisches Wunder aus dem Jahre 1330, das sich in Siena zugetragen hat. Dort wollte einmal ein Priester die Krankenkommunion austeilen, aber weil er es eilig hatte und vielleicht ein bisschen nachlässig war, schob er die konsekrierte Hostie einfach zwischen die Seiten seines Brevierbüchleins. Als er es im Hause des Kranken angelangt, wieder öffnete, waren die Seiten wie auch die Hostie voller Blut.
Der Priester erschrak und ging zu seinem Beichtvater ins dortige Augustinerkloster, dem seligen Simone Fidati, um ihm das Wunder vorzuweisen. Der selige Simone, etwa 1285 in Cascia geboren, war ein gelehrter Mann und ein beliebter Seelsorger, er nahm dem Mann die Beichte ab, erteilte die Absolution und bat darum, die Papierseiten mit der Hostie behalten zu dürfen. Papst Bonifaz IX. erklärte das Wunder im Jahre 1389 für echt. In Cascia ist eine der beiden Seiten mit der Hostie zu sehen. Die Reliquien des Seligen liegen in einem Sarkophag daneben. <<

Barbara Wenz: Poetische Pilgerorte - Reisen ins mystische Mittelitalien.
Bestellbar via Amazon oder direkt beim Verlag hier.

Freitag, 10. Mai 2013

Vatican-Magazin Mai 2013

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Der Heilige Vater wird sein Pontifikat Unserer lieben Frau von Fatima weihen, deren Feiertag am 13. Mai sich wieder jährt. Darum der aktuelle Titel, darum auch der Ausruf "Jetzt schlägt's 13" - der jedenfalls eher freudig erregt zu verstehen ist als erstaunt oder konsterniert.

Zum Inhalt des aktuellen Heftes gibt es hier mehr, außerdem kann man das Heft wieder "virtuell" durchblättern und sich einige Artikel als pdf herunterladen oder online lesen - ersteres empfiehlt sich allerdings, da in der pdf auch das Magazinlayout des jeweiligen Artikels mitgeliefert wird.

Das große Thema des Heftes ist natürlich Papst Franziskus. Armin Schwibach hat sich daran gemacht zu analysieren, wie wir den Hl. Ignatius im Heiligen Vater verstehen können. Eine Vorveröffentlichung seiner Analyse für das Vatican-Magazin findet sich auf kath.net hier.

Gabriele Kuby hat sich für vierzig Tage in die Wüste um den Sinai zurückgezogen und erzählt davon. Stefan Rochow, der Ex-NPD-Funktionär, schreibt über das Wunder seiner Bekehrung. Und es gibt noch viele weitere interessante Themen, sowie einen Auszug aus einem Buch des damaligen Kardinal Bergoglio, dem amtierenden Papst, im Gespräch mit Rabbi Abraham Skorka.

In der Rubrik Geistliche Paare schreibe ich über "Ida Friederike Görres und Joseph Ratzinger - die tapfere Kirschblüte und ihr Prophet in Israel".

Hier kann man sich ein kostenloses Probeheft und hier ein Abonnement bestellen. Schüler und Studenten erhalten übrigens einen ermäßigten Preis für ein Jahresabo.

Mittwoch, 10. April 2013

Vatican-Magazin März-April 2013

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Die außerordentliche Doppelnummer im außerordentlichen Doppel-Papst-Jahr ging schon vor einigen Tagen an die Abonnenten raus.
Die Titelstory ist natürlich dem amtierenden Papst Franziskus "vom Ende der Welt" gewidmet.
Freilich gibt es einen Rückblick auf die turbulenten Tage nach der Ankündigung des nun emeritierten Papstes. Die Entstehungszeit des Heftes fiel auch noch ziemlich genau in die aufregenden Tage des Konklaves - Herausgeber Paul Badde und Chefredakteur Guido Horst waren noch dazu gefragte Interviewpartner bei Phoenix et. al.
[Mein eigener Beitrag in der Serie "Heiligtümer der besonderen Art" war allerdings eher zeitloser Natur - ich habe die heilige Katharina in Bologna besucht.]
Deshalb meinen herzlichen Glückwunsch an die beiden, in all den Wirren, den Aufregungen, der Hektik und der Unwägbarkeiten dieser Tage ein derart gelungenes Heft zusammengestellt zu haben.
Virtuell blättern sowie einige Artikel online lesen oder als pdf (im echten Magazinlayout) herunterladen, kann man hier.

Dienstag, 5. März 2013

In heiligen Sphären. Mensch und Welt lassen sich nicht entsakralisieren

Mein Beitrag im Feuilleton der "Tagespost" vom 5. Februar 2013 ist jetzt online auf meinem Wordpress-Blog nachzulesen, auf dem ich hin und wieder meine Veröffentlichungen und neuesten beruflichen Aktivitäten vorstelle.

>>Es muss nicht immer ein brennender Dornbusch sein. Ein farbenprächtiger Sonnenaufgang am Meer. Der endlos sich ins Jenseitige verzweigende Gesang einer einsamen Amsel am Abend. Vollmondaufgang in der Wüste; eine funkelnde, überwältigende Sternennacht über verschneiten Gebirgsgipfeln. Ein tobender Orkan an der Küste.
Plötzlich wallt da etwas auf im Menschen – selbst wenn er nicht religiös ist – eine Wahrnehmung, so unmittelbar und er-greifend, so tief aus dem Inneren der Seele aufsteigend und sich Bahn brechend, dass sie sogar zu körperlichen Reaktionen wie Erschauern, Zittern oder gar Haarsträuben führen kann.

Es sind Momente, in denen ein Geheimnis in uns waltet, das ebenso majestätisch wie ehrfurchtgebietend zugleich aufscheint.<< Weiterlesen also an dieser Stelle.

Freitag, 4. Januar 2013

Gold, Weihrauch und Myrrhe-Die Gaben der heiligen drei Könige

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Zuerst erschienen am 5. Januar 2011 in Die Tagespost.

Von Barbara Wenz.

Wer einmal einen Soukh, einen Markt, in Ägypten oder Marokko besucht hat, der denkt bei diesem biblischen Dreiklang sofort an die überbordenden, funkelnden Auslagen der einheimischen Goldschmiede: Ketten, Ringe, Armbänder, Ohrgehänge, filigran gearbeitet in Rot- und Weißgold. In der Erinnerung kann man sie fast wieder riechen: die süßlich-schweren Gewürzaromen von Pfeffer, Safran, Kurkuma, aufgetürmt zu quietschbunt leuchtenden Kegeln. Weißpudrige Weihrauchbrocken – kostbar und begehrt, kistenweise. Bernsteingelbe Myrrheklumpen, säckeweise. Und dazwischen der Duft frisch gebrühten Mokkas mit Koriander, den die Händler in winzigen Tässchen ihren Kunden servieren. All unsere Sinne schlagen an. Dabei muten doch aber die Geschenke der Drei Weisen aus dem Morgenland an das Jesuskind auf den ersten Blick leicht bizarr an, denn was sollte ein kaum zwei Wochen altes Kind, das in einer Stallgrotte zur Welt gekommen war, wohl mit Gold, Weihrauch oder gar Myrrhe anfangen? Wäre ihm mit einem wärmenden Mützchen, einer weichen Wolldecke oder einem Spielzeug nicht besser gedient gewesen? Einer Wiege aus Ebenholz?
Eine mögliche Erklärung für die äußerst kostbare Beschaffenheit bei gleichzeitig geringstmöglichem praktischem Nutzen der Gaben ist, dass es sich hierbei um Geschenke handelte, die eines Königs würdig waren; immerhin hatten die Drei Weisen nichts weniger als die ersehnte und längst angekündigte Geburt eines neuen, großen Königs der Juden erwartet. In der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine aus dem 13. Jahrhundert steht zu lesen: „Dass die Magier gerade diese Geschenke darbrachten, hat vielfältige Gründe. Zunächst einmal war es bei den Alten strenge Sitte, wie Remigius vermerkt, dass niemand ohne Geschenk vor einen Gott oder König trete. Die Perser und Chaldäer brachten traditionsgemäß solche Gaben. Denn wie in der Historia Scholastica steht, kamen die drei Könige aus dem persischchaldäischen Grenzlande, das der Fluss Sabe durchströmt, nach dem die Gegend Sabäa heißt ... Durch das Gold, das kostbarste aller Metalle, wird dabei die unsagbar kostbare Göttlichkeit symbolisiert. Der Weihrauch stellt die vollständig ergebene Seele dar, weil Weihrauch das Kennzeichen für Ehrerbietung und Gebete ist; so heißt es im Psalm: ,Meine Rede steige zu dir auf wie ein Rauchopfer.‘ Und die Myrrhe, die vor Verderben schützt, ist Sinnbild des reinen Körpers.“ (Neuübersetzung von Matthias Hackemann.)

Leider ist die detaillierte Beschaffenheit der Geschenke weitgehend unbekannt: Waren es Goldkörner, ein Barren, Münzen, vielleicht sogar eine Krone? Sicherlich befand dies sich in einer handlichen, verschließbaren Kassette, die Weihrauchbrocken und die Myrrheklumpen wohl in kostbaren Schatullen oder kleinen Amphoren. Weil für Katholiken der Alte Bund auf den Neuen Bund zuläuft, in ihm seine Erfüllung findet, könnte man, um zumindest zwei dieser Gaben plausibel herzuführen, einen Blick in das Buch Jesaja werfen, Kapitel 60, mit der Überschrift „Zions zukünftige Herrlichkeit“. Dort lesen wir folgende Worte des vielleicht größten alttestamentarischen Propheten: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. Hebe deine Augen auf und sieh umher: Diese alle sind versammelt und kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf deinem Arm hergetragen werden.“ Und weiter: „Denn die Menge der Kamele wird dich bedecken, die jungen Kamele aus Midion und Efa. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen.“ (Jes 60, 1–4+6).

Schließlich wird Jesus, dem Bräutigam, wie in Psalm 45 beschrieben, die Braut auch goldgeschmückt entgegen gehen – somit ist das Gold auch als Verweis auf den königlichen Bräutigam zu verstehen, dessen einzig und innig Geliebte die auf ewig bräutlich geschmückte, von Heiligkeit duftende Kirche ist. Köstlich ist diese Stelle zu lesen: „Von Myrrhe, Aloe und Kassia duften all deine Gewänder, aus Elfenbeinhallen erfreut dich Saitenspiel. Königstöchter gehen dir entgegen, die Braut steht dir zur Rechten im Schmuck von Ophirgold.“ Myrrhe, obwohl zur biblischen Zeit bestens bekannt, wird allerdings gemäß der Konkordanz außerhalb des Evangeliums nur einmal erwähnt, in jenem Psalm 45. Innerhalb der Evangelien insgesamt nur dreimal: Zuerst bei Matthäus anlässlich der Geburt Jesu als Geschenk von Kaspar, Melchior und Balthasar. Markus berichtet, dass Jesus während der Kreuzigung mit Myrrhe versetzten Wein, der seine Schmerzen lindern sollte, ablehnt. Und Johannes erwähnt, dass der Leichnam Jesu mit einer großen Menge Myrrhe, vermischt mit Aloe einbalsamiert wurde. Wenn man heute in der Internet-Suchmaschine „Google“ den Begriff „Gold“ eingibt, dann erscheinen hauptsächlich Finanz- und Börsenseiten sowie Goldhändler neben dem Lexikoneintrag von Wikipedia, dass es sich bei Gold um ein chemisches Element mit der Ordnungszahl 79 handle. Was früher ein Geschenk für Könige war, ist zu einem Sinnbild für die Währungskrise geworden; die spirituelle Bedeutung von Gold scheint in diesen Zeiten perdu.
Myrrhe findet sich im heutigen Alltag meist nur noch als altmodisches Extrakt, um wundes und entzündetes Zahnfleisch zu pinseln. Einzig Weihrauch scheint sich seinen erhabenen Status bewahrt zu haben: Je weniger Anwendung er in der katholischen Messfeier findet, umso größerer Beliebtheit erfreut er sich in esoterischen Kreisen. Darüber lohnte es sich, einmal zu meditieren.
Selbst wenn wir heute sämtliche Informationen zu diesen drei Substanzen, ihre physikalisch-chemischen Eigenschaften, ihre Herkunft und Herstellungsweise leicht aus jedem Lexikon oder via Internet beziehen können – ihr mystischer Zauber ist ungebrochen, denn sie sprechen alle unsere Sinne an. Gold, mühevoll aus dem dunklen Bauch der Erde geschürft, strahlend wie das Feuer der Sonne, rar und kostbar, dabei kosmisch. Denn es kommt zusammen mit anderen Edelmetallen auf Asteroiden vor. Mehr noch: Gold entsteht, wenn ein Stern in einer Supernova stirbt. Keine geringere Gabe also könnte dem Herrscher des Universums, dem Schöpfer des Alls gefallen. Weihrauch, das ist, ebenso wie Myrrhe, zwar eine äußerst irdische Substanz, dabei aber die Brücke zum Göttlichen: Wie anders könnte es sein, dass der Duft Gottes aus dem Blute einer Pflanze gewonnen wird? Myrrhe ist nun der endgültig diesseitige Verweis auf Vergänglichkeit. Ebenfalls aus dem Harz einer Pflanze gewonnen, lindert sie Entzündungen, betäubt Schmerzen, reinigt und purifiziert das Fleisch, wie Weihrauch die Seele und die Gedanken reinigt.
Alle drei bilden das Evangelium, das Leben, die Eigenschaften und die Leiden des Herrn in nuce ab. Und sie bleiben so attraktiv und bezaubernd, wie die entschwundene und dabei auf ewig gegenwärtige Person des Gottessohnes hienieden, die von jenen faszinierenden Substanzen für immer beglänzt und beduftet wird, seit die Sterndeuter Ihn in der Fülle der Zeit an der Krippe besuchten.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Zwei Artikel von mir

sind in der Weihnachtsausgabe der Tagespost erschienen, in der "Forum"-Beilage zum Jahr des Glaubens:

.::. "Alles andere als Rettungsroutine. Aus den Schätzen der Kirche schöpfen: Warum Beichte und Ablass ein Comeback verdient haben"

.::. "Leitsterne auf dem Glaubensweg. Katholische Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Neuevangelisierung."

Montag, 17. Dezember 2012

Vatican-Magazin Dezember 2012

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Wie immer kann man wieder auf den Internetseiten des Magazins das neue Heft schon mal virtuell durchblättern, außerdem stehen einige Artikel wieder als pdf bzw. zum Online lesen bereit.

Es gibt Buchauszüge: Aus dem neuen Jesus-Buch des Papstes und aus der Weihnachtsapokalypse nach Richard von Matthias Matussek.

Und was es sonst noch gibt, auch von mir, bitte selbst entdecken und zwar hier.

[Übrigens ist ein Jahresabo des Vatican-Magazins auch eine schöne Geschenkidee :-) ]

[Für das Januarheft 2013, so viel kann ich schon mal verraten, hat die Redaktion ein Gänswein-Special vorbereitet.]

Sonntag, 9. Dezember 2012

10. Dezember: Unsere liebe Frau von Loreto.

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Zuerst erschienen im Vatican-Magazin Ausgabe Dezember 2011:

Wo die Pforten des Himmels offen stehen. Von Barbara Wenz.

In dem italienischen Reiseführer „101 Dinge, die man ein Mal in seinem Leben in Le Marche getan haben sollte“ – Le Marche nennt sich die Provinz, in der Loreto liegt – wird empfohlen, sich dem Wallfahrtsort zu Fuß zu nähern, am Besten von Süden kommend, und einige Zeit vor der Schwarzen Madonna im Heiligen Haus zu verweilen. Es ist ein weltlicher Reiseführer. Die Aufführung Loretos darin zeigt, dass der Marienwallfahrtsort an der Adria, zweitwichtigster für Italien und einer der bekanntesten der Welt, auch für Touristen – und nicht nur für Pilger - einen eigenen Reiz hat.
Wie der Solitär eines edlen Diadems erhebt sich die auffällige Silhouette der Kirchenkuppel über die madonnenmantelblaue Adria. Alleine der Ausblick vom Felssporn, auf dem die Altstadt von Loreto um das Heiligtum erbaut wurde, ist eine Reise wert. Die Bastion des Kirchenbaues wird vom Norden her vom natürlich gewachsenen Bollwerk des kreidefelsigen Monte Conero beschirmt. An einem sonnigen Tag leuchtet das durchsichtige Lapislazuli des Meeres mit dem dichten Smaragdgrün der Pinienwälder auf dem Conero um die Wette. Drinnen, in der Basilika werden wir diese Edelsteinfarben noch einmal bewundern können – auf den Fresken an den Wänden oder oben in der bemalten Kuppel. Und es wird noch Gold hinzukommen, das Gold der Heiligenscheine, Kronen, Kreuze und Tabernakel in den Kapellen, die das Haus der Heiligen Familie mit seiner Marmorummantelung von Bramante wie ein Perlenkranz umgeben. Dazu kommen Tausende von Votivgaben, teils prächtige silberne Votivherzen, uralte Textilien und Kunstwerke, Modernes wie quietschbunte Trikots von Radrennfahrern, die diese als Dank für einen ersehnten Sieg gestiftet hatten. Unzählige Pokale von Sportvereinen, eine Marmortafel von der italienischen Fliegerstaffel: Unsere liebe Frau von Loreto ist auch Schutzpatronin der Luft-, Ballon- und Raumfahrt. Von Charles Lindbergh wird gesagt, dass er eine kleine Statuette der Muttergottes von Loreto auf seinem Atlantikflug mit sich trug, die Apollo 9 Mission hatte ihre Medaille an Bord.

Auf dem kolonnadenumbauten Vorplatz der Basilika drängen sich Pilgergruppen aus aller Welt um zu singen, zu beten, in der Santa Casa die Heilige Messe zu feiern. Rund vier Millionen konsekrierte Hostien werden in Loreto, das mit Altötting und Nazareth verschwistert ist, pro Jahr ausgeteilt, die Gesamtbesucherzahl beläuft sich auf circa 4,5 Millionen. Doch nicht nur Katholiken pilgern zur Schwarzen Madonna – seit dem Fall des Eisernen Vorhangs kann man hier manchmal Gläubige der orthodoxen Kirchen sehen. Sollte eine solche Gruppe gerade die Basilika betreten, empfiehlt es sich, ihr zu folgen. Wenn man Glück hat, entfaltet sich nämlich ein fast überirdisch anmutendes Geschehen: Wie junge russische Frauen, alle mit verhülltem Haar, angeführt von einem schwarzgekleideten Popen mit goldenem Brustkreuz, vor der Schwarzen Madonna stehen und - unter fortwährendem Bekreuzigen und Verbeugen - in polyphonal schwebenden Stil uralte Marienhymnen anstimmen. Ob Altkirchenslavisch oder Griechisch gesungen, drücken diese Hymnen eine überbordende Freude an und mit der heilige Jungfrau aus: „Freue dich, höher als alle himmlischen Kräfte bist du. Freue dich, alle Chöre der Engel übersteigst du. Freue dich, geehrter bist du als die Cherubim. Freue dich, unvergleichlich herrlicher bist du als die Seraphim. Freue dich, Freude der Engel.“
Überhaupt – die Engel!
Engel haben das Häuschen aus Nazareth durch die Lüfte getragen, und, nach einem Umweg über Dalmatien im Jahre 1294 auf dem damals noch mit Lorbeerbäumen bewachsenen Hügel abgesetzt. Das hat ihnen ein ordentliches Lob von Johann Gottfried Seume eingebracht, der in seinem Reiseaufzeichnungen schriebt: „Die Gegend von Loreto ist ein Paradies von Fruchtbarkeit, und die Engel müssen ganz gescheite Leute gewesen sein, da sie nun einmal das Häuschen im gelobten Land nicht behaupten konnten, dass sie es durch die Luft aus Dalmatien hierher bugsiert haben.“
Auf den Fresken in der Markus-Sakristei lässt Merlozzo da Forli seine bonbonfarbenen Engel in prächtig gefältelten Gewändern und barfuß durch gemalte Fenster hereinschweben. Er hat das meisterhafte Werk um 1493 vollendet. Aus dem selben Jahr stammt der berühmte Logbucheintrag des Christopher Kolumbus, der mit drei Karavellen in einen schweren Sturm geriet. In höchster Not gelobte er der heiligen Gottesmutter zwei Wallfahrten, die er finanzieren werde, die Pilger sollten per Los unter seiner Besatzung ausgewählt werden. Für die erste, ins spanische Guadalupe, fiel das Los auf ihn selbst. Im Logbucheintrag vom 14. Februar 1493 berichtet er weiter:
„Dann wurde noch einmal gelost,denn man wollte auch einen Pilger zur Heiligen Maria von Loreto schicken, das in der Mark Ancona im Kirchenstaat gelegen ist, zu dem Gotteshaus, wo Unsere Liebe Frau viele große Wunder getan hat und immer noch tut, und das Los fiel auf einen Matrosen aus El Puerto de Santa Maria, er hieß Pedro de Villa,und der Admiral versprach, ihm die Reisekosten zu erstatten.“ Ob letztlich wieder die Engel ihre Finger im Spiel hatten? Kolumbus und seine Mannschaft haben diesen schweren Sturm in der Karibik jedenfalls glimpflich überstanden.
Myriaden von niedersteigenden Engeln beim Anblick von Loreto aus der Ferne habe jedenfalls der heilige Joseph von Copertino im Jahre 1657 gesehen - und ist dabei vor schierem Entzücken selber zum Scheunendach eines Bauernhofes hinaufgeschwebt. Auf seine Frage, was für ein himmlischer Ort das denn sein könne, erklärten ihm die Mitreisenden, dass dort das Haus der Heiligen Familie aus Nazareth stünde. Da rief er aus: „Kein Wunder, dass die Engel des Paradieses in so großer Zahl herabsteigen, wenn der Herr des Paradieses dort herabgestiegen ist, um Mensch zu werden. Seht doch, wie dort die göttlichen Erbarmungen herabregnen!“

Doch was steckt nun hinter der frommen Legende vom „Fliegenden Haus“, von Engeln aus dem Heiligen Land herbeigetragen? Ist es möglich, dass sich ausgerechnet in Loreto das Haus befindet, in dem der Erzengel Gabriel der blutjungen, gläubigen Jüdin Maria den englischen Gruß entboten hat? Die Mauern, innerhalb derer die Macht Gottes über die Jungfrau kam, der Heilige Geist sie überschattet hat. Der Sohn des lebendigen Gottes seine Kindheit verbrachte?

Im Jahre 1219 konnte Franziskus von Assisi noch nach Nazareth pilgern, um dort das Haus, in dem das Wort Fleisch geworden ist, zu verehren. Er muss es also zu diesem Zeitpunkt noch vorgefunden haben. Angeblich bauten bereits die ersten Apostel die Wohnkammer mitsamt der Verkündigungsgrotte zu einer Kirche mit einem Altar aus und die Überlieferung besagt, dass die schwarze Madonna aus Zedernholz vom Evangelisten Lukas angefertigt wurde. Der „unbekannte Pilger“ aus Piacenza berichtet für das Jahr 570 jedenfalls: „Das Haus der heiligen Maria ist eine Kirche, und von ihren Kleidern hat man dort viele wohltätige Einflüsse.“ Ricoldo da Montecroce hat es im Jahre 1289 ebenfalls noch gesehen, zwei Jahre vor der geheimnisvollen Translation, und er schreibt dazu, er habe in Nazareth eine Kirche in Trümmern gesehen, doch die Verkündigungskammer sei erhalten geblieben, weil der Herr ein Zeichen für Marias Demut habe setzen wollen.
1291 hatten die Muslime die christlichen Herren endgültig aus dem Heiligen Land vertrieben – vermutlich hat man deshalb die drei Mauern vor der Grotte abgebaut und abtransportiert, da man eine Verwüstung dieses urchristlichen Heiligtums befürchtete. Tatsächlich passen diese Mauern nach ihren Abmessungen genau vor diese Höhle. Ein weiteres, relevantes Indiz dafür, dass das Haus wirklich aus dem Heiligen Land stammt, sind die roten Stoffkreuze, die man bei einer Untersuchung in den 1960er Jahren zwischen den Steinen fand, von je her Abzeichen der Kreuzfahrer ins Heilige Land. Noch mehr Hinweise geben die hebräischen Schriftzeichen und das griechische Graffiti auf den Ziegelsteinen: „O Jesus Christus, Sohn Gottes“.

In einem Artikel von Padre Giuseppe Santarelli mit dem Titel „Nazareth and Loreto. The Grotto and the house of the Madonna“ heißt es, dass der Leibarzt von Leo XIII. und Pius X. im Jahre 1900 unter dem Siegel der Verschwiegenheit an den späteren Bischof von Dijon berichtet, dass er in den Vatikanischen Archiven Dokumente entdeckt habe, die belegten, dass eine vornehme Familie aus Konstantinopel mit Namen Angeli (Engel!) das Häuschen vor den Muslimen gerettet und nach Loreto gebracht hätte, um dort einen Schrein für die Verehrung der Muttergottes zu errichten. Fünf Jahre später habe er diese Information an einen seiner Schüler weitergegeben. Tatsächlich bestätigt dies das Folio 181 genannte Dokument des Codex Chartularium culisanense. Dort geht es um „die heiligen Steine des Hauses der heiligen Jungfrau und Gottesmutter“, die im Jahre 1294 im Besitz von Nikeforo Angeli gewesen seien, dem Herrn von Epirus, heute Albanien, und verwandt mit dem Kaiser von Konstantinopel. Diese „heiligen Steine“ seien zusammen mit einer Marienikone und weiteren kostbaren Gegenständen an Philip von Anjou, den Sohn des Königs von Neapel, gesandt worden, der mit Ithamar, der Tochter von Nikeforo, verlobt war. Die Hochzeit wurde im Oktober 1294 gefeiert. Das passt erstaunlich gut zur lokalen Überlieferung, nach der das Heilige Haus in der Nacht vom 9. auf den 10. Dezember in Loreto „gelandet“ sei. Ein Brautgeschenk der besonderen Art also, herbeigetragen von den Angeli, den Engeln.
Deshalb wird in Loreto auch noch bis heute die „Translation“ der Santa Casa und das Patronatsfest Unsere liebe Frau von Loreto am 10. Dezember gefeiert, zwei Tage nach dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria am 8. Dezember, das für Italiener eine große Bedeutung zur Eröffnung der vorweihnachtlichen Zeit besitzt: Spätestens jetzt werden Privathäuser, Geschäfte und Straßenzüge mit festlicher Beleuchtung geschmückt.
Auch wenn der Sohn Gottes in Bethlehem, und nicht in Nazareth geboren wurde, so haftet doch dem Heiligtum um die Santa Casa etwas Weihnachtliches an. In diesen Mauern erschien der Verkündigungsengel, hier ist der Sohn des lebendigen Gottes, der Erlöser der Menschheit, ins Fleische empfangen worden, das größte aller Wunder, das sich jemals auf dieser Erde ereignete. Hier ist das Wort Fleisch geworden – Hic verbum caro factum est – bekräftigt die Inschrift auf dem Altar.
Das Häuschen duftet nach dem Öl heiliger Leuchter, sein Inneres ist durchtränkt vom wunderbaren Aroma tiefen Gebets: Menschen aus allen Nationen stehen andächtig staunend, andere zieht es vor Verehrung und Demut auf die Knie. Wieder andere küssen die Ziegelsteine, streichen mit den Fingerspitzen darüber oder lehnen ihre Stirn dagegen – allein mit dem Auge kann man diesen geheimnisvollen Ort nicht erfassen: empfangen vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria. Ja, ebenso Ehrfurcht gebietend wie schön ist dieser Ort, das Haus Gottes, an dem die Pforten des Himmels offen stehen!

Montag, 3. Dezember 2012

Nachtrag

Am 29. November 2012 erschien in Die Tagespost mein Artikel: "Das Netz der virtuellen Ewigkeit. Tod und Gedenken im Internet."

Epaper-Abonnenten können diese Ausgabe bequem in Online-Archiv nachlesen. Ein Epaper-Abo der Tagespost gibt es schon für 14 Euro monatlich.

Donnerstag, 22. November 2012

Ich weiß, es dauert auch noch, bis Vatican-Magazin Dezember 2012

rauskommt, aber vielleicht ist der eine oder die andere ja noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk, und da eignet sich ein Jahresabo des Heftes für einen lieben Menschen ja durchaus.

Von mir gibt es diesmal gleich zwei Beiträge - auf das ganze Heft mit allen Beiträgen weise ich natürlich ab Erscheinungsdatum nochmal separat hin - und zwar

- "Der Marathon-Mann" - mein Porträt S. E. Dr. Franz-Peter Tebartz-Van Elst, Bischof von Limburg.

- "Der Friede auf Erden fängt zwischen Männern und Frauen an" - in der Rubrik Geistliche Paare diesmal .... Maria und Josef (ist ja schließlich ein Weihnachtsheft:-) )

Probehefte und Abobestellungen sowie Neuigkeiten zur aktuellen Heftausgabe gibt es unter www.vatican-magazin.de.

cantare

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Was hat die Katechese der Audienz nun mit der heutigen...
Bellarmin (Gast) - 22. Mai, 23:35
Neuzeit?
Nun, Neuzeit auf jeden Fall. Über alles andere...
@Elsa (Gast) - 22. Mai, 23:33
Ich danke auch. Für...
Ich danke auch. Für die Fotos ist Elsa zuständig....
Il capitano - 22. Mai, 23:02
Danke herzlich für...
Danke herzlich für Bericht und Photo!
clamormeus (Gast) - 22. Mai, 22:58
@Elsa
Es war auch schön sie zu schreiben. Traurig, aber...
Il capitano - 22. Mai, 22:48
@il capitano
Wenn nicht, haben wir trotzdem eine wunderschöne...
ElsaLaska - 22. Mai, 22:45
Vielen Dank!
Ja, sie dürfen, die besonders aggressiven Pazifisten,...
Il capitano - 22. Mai, 22:32
Danke für diesen...
I love him! Und es dürfen sich auch die besonders...
ElsaLaska - 22. Mai, 22:26
@dordino
Klasse! Danke!
ElsaLaska - 22. Mai, 20:04
Ist (noch) frei zugänglich: http://www.ze it.de/2013/17/gentests-kre bs-heilchancen
Ist (noch) frei zugänglich: http://www.ze it.de/2013/17/gentests-kre bs-heilchancen
Dordino (Gast) - 22. Mai, 20:03
@bee
>>Heißt also, noch nie in der [Neuzeit?...
ElsaLaska - 22. Mai, 19:43
@Der Friedliche
Sie verwechseln da irgendwie was. Oder seit wann besteht...
ElsaLaska - 22. Mai, 19:29

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