Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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Sonntag, 9. August 2015

In ganz Frankreich läuten am 15. August die Glocken

frankreich_glocken

9. August 1942 - Uraufführung von Shostakovichs Siebter Symphonie,

bekannt unter dem Namen "Leningrader".

>>Comrades – a great occurrence in the cultural history of our city is about to take place. In a few minutes, you will hear for the first time the Seventh Symphony of Dmitri Shostakovich, our outstanding fellow citizen. He wrote this great composition in the city during the days when the enemy was, insanely, trying to enter Leningrad. When the fascist swine were bombing and shelling all Europe, and Europe believed the days of Leningrad were over. But this performance is witness to our spirit, courage and readiness to fight. Listen, Comrades!<<

Es war der Triumph der Zivilisation, der Menschlichkeit, der Kultur: Während Hitler bereits die Einnahme der belagerten Stadt feierte, gab ein Orchester mit geschwächten, halbverhungerten und kranken Musikern sein Bestes, um dem ganzen Rest der Welt zu beweisen, dass die Kraft Gottes in den Schwachen liegt. Und was war das für ein Zeichen, ein flammendes Brandmal, ein heroischer Akt, ein Triumph der Lämmer über die Wölfe. Drei der Musiker starben nach dem Konzert unmittelbar an Entkräftung.
>>As the hall fell silent, Eliasberg began conducting. The performance was of poor artistic quality, but was notable for the emotions raised in the audience and for its finale: when some musicians "faltered" due to exhaustion, the audience stood up "in a remarkable, spontaneous gesture ... willing them to keep going"<<

Und die Welt hatte gehört - live aus dem belagerten Leningrad - zu was der Widerstandsgeist des Menschen imstande ist, selbst unter den elendesten und widrigsten Bedingungen.
Für mich gehört diese Uraufführung zu den Meilensteinen der Menschheitsgeschichte.
Hier auf youtube die Symphonie dirigiert von Arturo Toscanini.

Zum Tage - die Ermordung der heiligen Teresia Benedicta a Cruce

>>Am 9. August 1942, vor siebzig Jahren [Artikel wurde 2012 geschrieben - Anmerkung Elsa], starb die Philosophin, zum katholischen Glauben konvertierte Jüdin und Karmelitin Edith Stein in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau. Ihre Überreste wurden zusammen mit denen ihrer Schicksalsgenossen mit Benzin übergossen und in einer Erdgrube verbrannt. Ihre Festnahme und Verschleppung war im Zuge einer Vergeltungsaktion der Nazis gegen die katholische Kirche erfolgt – die niederländischen Bischöfe hatten sich deutlich gegen deren brutales Regime ausgesprochen. Doch letztlich musste sie wegen ihrer Abstammung sterben. Teresia Benedicta vom Kreuz, so ihr Ordensname, ist immer sehr glücklich über ihre jüdische Herkunft gewesen, wie Mitschwestern berichten: Dem selben Volk, dem gleichen Blut wie Jesus Christus, Maria und die Apostel anzugehören, erfüllte sie häufig mit großer Freude.

Als sie am 2. August 1942 abtransportiert wurde, muss es gewesen sein, als hätte der obisidianschwarze Eishauch aus der bodenlosen Finsternis, die von Deutschland ausgehend Europa in ihrem brutalen Griff hielt, ausgerechnet eine der intellektuell wie geistlich hell brennendsten Kerzenflämmchen in Gottes Karmelgarten für immer und ewig ausgelöscht. Like a candle in the wind …<<

Den ganzen Artikel weiterlesen auf meinem "Arbeitsblog" hier.

#HeimeohneHass

Die Petition für ein Verbot fremdenfeindlicher Demonstrationen vor Flüchtlingsheimen hat mittlerweile in den sozialen Medien Furore gemacht. Über 56.600 Personen haben bereits unterzeichnet [für mitlesende #Geisterjäger: Darunter auch ich]. Das ist ein gewaltiger Erfolg in einer durchaus kurzen Zeit und im schnelllebigen Internet.
Doch es gibt auch eine nachdenklich und betroffen machende Neuigkeit dazu. Die ursprünglichen Initiatoren dieser Petition sehen sich massiven und kriminellen Anfeindungen gegenüber ausgesetzt, die sich nicht nur auf ihre Personen, sondern auch noch auf ihre Frauen und Kinder erstreckten. Die Entscheidung, für das psychische und physische Wohl derjenigen, die einem anvertraut und lieb sind, die Aktivität aufzugeben, ist für mich völlig nachvollziehbar. Alleine, es zeigt, wie weit wir in Deutschland schon wieder gekommen sind. Und diese Anklage richtet sich sicherlich nicht an die Initiatoren, sondern an die kriminellen Elemente, die wider allen bürgerlichen Grundanstand, wider alle menschliche Empathie und wider das Grundgesetz in eklatanter Weise verstoßen, um engagierte Bürger mundtot zu machen.
Auf der Petitionsseite heißt es dazu:
>>Die Petition wurde kurzzeitig geschlossen, weil sich deren Ersteller einer massiven Bedrohung ausgesetzt sah. Nun hat die Initiative HeimeOhneHass, eine Unterstützergruppe der Petitionsforderung, diese Petition übernommen. Der Ersteller sieht sich, aus nachvollziehbaren Gründen, nicht mehr in der Lage, sie weiter zu führen – wir geben nicht auf!<<

Der als Kolumnist in "The European" namhaft gewordene Rechtsanwalt Heinrich Schmitz schreibt eine Begründung für seinen Rückzug auf der Seite der Petition, die sprachlos macht, aber wie gesagt, völlig nachvollziehbar ist.

Zwei sich christlich nennende Publizisten üben sich derweil darin, gut ein Dutzend ihrer Kollegen mithilfe der Konrad-Adenauer-Stiftung und aus persönlichen Motiven in die rechtsradikale Pfanne zu hauen. Angesichts der tatsächlichen Lage draußen in Deutschland darf man sich im Hinblick auf die schockierenden Tatsachen zu Recht fragen, wo da die "Scharfmacher " und "gefährlichen Bürger" eigentlich genau sitzen.

Klaus Kelle hat ebenfalls einen guten Kommentar in der Causa Heinrich Schmitz verfasst, auf den ich gerne verweise.

Lesung zum Tage

Erstes Buch der Könige 19,4-8.

In jenen Tagen ging Elija eine Tagereise weit in die Wüste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Väter.
Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!
Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin.
Doch der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal, rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit für dich.
Da stand er auf, aß und trank und wanderte, durch diese Speise gestärkt, vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb.

cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

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