Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila



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Aktuelle Veröffentlichungen

"Ökumene mit Herzblut" - Besuch bei der griechisch-orthodoxen Gemeinde in MA-Luzenberg. In: Die Tagespost vom 8.9.2016.

"Eine orthdoxe Insel im Schwarzwald" - Auftakt zur Sommerserie Orthodoxie in Deutschland. Besuch bei der russisch-orthodoxen Gemeinde in Baden Baden. In: Die Tagespost vom 18. August 2016

"Die, welche uns den Gott des Todes predigen wollen" - Übersetzung eines Blogartikels von Kardinal Duka aus dem Tschechischen. In: Die Tagespost vom 13. August 2016

"Konvertiten" In: Die Tagespost vom 26. Juli 2016

"Teresa von Avila: Es gibt keinen Grund". In: Die Tagespost vom 23. Juni 2016

Rezension "Johannes Gschwind: Die Madonna mit dem geneigten Haupt". In: Die Tagespost vom 28. April 2016

Rezension "Peter Dyckhoff: Die Gottesmutter mit den drei Händen". In: Die Tagespost vom 21. April 2016

"Jacobus Voragine und seine Legenda Aurea Ausgabe lateinisch-deutsch". In: Die Tagespost vom 24. März 2016

"Ignatius jenseits von Legende und Vorurteil. Der Bericht des Pilgers und die Ignatius-Biografie von Pierre Emonet". In: Die Tagespost vom 19. Januar 2016

"Schicksalhafte Lektüre Die Taufkirche von Edith Stein in Bergzabern, wo ihr Weg der Heiligkeit begann" In: Vatican-Magazin Januar 2016

"Selbst ein Stein würde bersten. Interview mit Karam Alyas, Flüchtling aus Nordirak." In: Die Tagespost vom 4. Dezember 2015

"Am Ursprung eines stabilen Kerneuropa Gisela von Bayern und Stefan von Ungarn: Ein heiliges Paar, das zu Staatsgründern wurde" In: Vatican-Magazin Dezember 2015

"Hier wird nach Wahrheit gesucht. Ein Interview mit dem Konvertiten, Kampfkünstler und Schauspieler Michel Ruge." In: Die Tagespost vom 13. November 2015

"Leibhaftig, nicht als Symbol? Ein ungeschickter Priester: Das Blutwunder von Walldürn und die elf „Veroniken“ - In: Vatican-Magazin November 2015

"Martha und Maria in einer Person. Elisabeth Münzebrocks Porträt der Teresa von Avila" In: Die Tagespost vom 14.Oktober 2015

"Das Meisterwerk: Mann und Frau, die einander lieben." Zur Heiligsprechung der Eltern der hl. Thérèse von Lisieux. In: Vatican-Magazin Oktober 2015

"Glückssucher, Gelehrter und Vorbild. Ein gelungenes Porträt des heiligen Augustinus. In: Die Tagespost vom 27. August 2015"

"Hervorragende Brückenbauer. Ein Interview mit Simon Jacob, ZOCD u. Initiator des Project Peacemaker" In: Die Tagespost vom 21. August 2015

"Eine Tugend für Kämpfernaturen: Johannes Stöhr und die Tugend der Geduld." In: Die Tagespost vom 27.Juli 2015

"Wachen und Beten für die Welt. Ein Besuch bei den Trappistinnen auf dem pfälzischen Donnersberg." In: Die Tagespost vom 17. Juni 2015

"Ein Apostel der Armen: Der selige Paul Josef Nardini und seine Grabkapelle in Pirmasens" In: Vatican-Magazin Juni-Juli 2015

"Von der Tänzerin zur Ordensschwester. Irmgard Fides Behrendt Flucht aus dem Osten." In: Die Tagespost vom 8. Mai 2015

"Es ist eine simple Sache, zu lieben. Interview mit Torsten Hartung zu seiner Konversion." In: Die Tagespost vom 8. April 2015

"Meine Mutter stirbt an ALS" In: Christ und Welt - Beilage der "ZEIT", Ausgabe 17-2015

"Don Bosco und Maria Mazzarello" In: Vatican-Magazin April 2015

"Eine profunde Menschenkennerin. Zum dritten Band der Briefe Teresas von Avila" In: Die Tagespost vom 1. April 2015

"Katholisches Welttheater. Paul Claudel: Der seidene Schuh" In: Die Tagespost vom 19. März 2015

"Einbruch des Übernatürlichen. Michail Bulgakov: Der Meister und Margarita" In: Die Tagespost vom 7. März 2015

"Ganz Ohr für die Stimme des Herrn. Ein Kartäuser: Die Große Stille" In: Die Tagespost vom 3. März 2015

"An der Hand der großen Teresa". Eine Auswahl von Internetseiten zum 500. Geburtstag T. von Avilas. In: Die Tagespost vom 17. Februar 2015.

"Vom Krieg zum Frieden. Wie das Gefängnis für Torsten Hartung zum Tor der Gnade wurde." In: Die Tagespost vom 10. Februar 2015 (Buchbesprechung)

"Das Leben Jesu betrachten Ein Gespräch mit Pater Norbert Lauinger SAC vom Apostolatshaus in Hofstetten" In: Die Tagespost vom 31. Januar 2015

"Das Gebet ist die Drehscheibe des Christseins- Das Lebensbuch des heiligen Theophan des Einsiedlers bietet Einblick in den geistlichen Reichtum der Orthodoxie" In: Die Tagespost vom 27. Januar 2015

"Digitale Karte des Ordenslebens - Das „Jahr der Orden“ im Internet und den sozialen Medien" In: Die Tagespost vom 27. Januar 2015

"Eine Katakombenheilige im Exil Das Weinstädchen Morro d‘Alba in den Marken mit den Gebeinen der römischen Märtyrerin Teleucania." In: Vatican-Magazin Januar 2015

"Starke Frauen - Wenn Widerstand gegen herrschende Strukturen zur geistlichen Pflicht wird. Prophetinnen und Mahnerinnen in der Kirche." In: Die Tagespost vom 16. Dezember 2014

Auf Columbans Spuren. Eine unkonventionelle Pilgerreise." In: Die Tagespost vom 13. Dezember 2014

"Geistliche Paare: Der heilige Paulinus von Nola und seine Therasia" In: Vatican-Magazin Dezember 2014

"Die zeitlose Kunst des Sterbens. Nicht nur Hospizhelfer werden Peter Dyckhoffs Betrachtungen schätzen." In: Die Tagespost vom 20. November 2014

"Mystikerin des Apostolats. Mit Teresa von Avila Zugänge zur Spiritualität der Unbeschuhten Karmeliten finden" In: Die Tagespost vom 14.Oktober 2014

"Was die Mumien erzählen. Die Bruderschaft vom guten Tod und die Chiesa dei Morti in Urbania" In: Vatican-Magazin November 2014

"Teresa von Ávila und Johannes vom Kreuz. Die unbeschuhte Reformerin und ihr Vater, der „doctor mysticus“" In: Vatican-Magazin Oktober 2014

"Gottvertrauen als Balsam und Ansporn. Carlo Maria Martinis spirituelles Vermächtnis" In: Die Tagespost vom 4. September 2014

"Unter den Märtyrern der Gegenwart. Soon Ok Lee hat die Haft in einem nordkoreanischen Straflager überlebt und zum christlichen Glauben gefunden." In: Die Tagespost vom 16. August 2014

"Zeugen monastischer Kultur. Seit 20 Jahren gibt es das Netz cluniazensischer Stätten im Schwarzwald." In: Die Tagespost vom 17. Juli 2014

"Franziskus-Effekt in Umbrien. Steigende Pilgerzahlen in Assisi und eine Friedensmission im Heiligen Land." In: Die Tagespost vom 12. Juni 2014

"Im Bunker fing alles an. Franco de Battaglia schildert die Anfänge der Fokolarbewegung." In: Die Tagespost vom 5. Juni 2014

"Eine Oase der Stille-nicht nur für Zweifler. Zum 850. Todestag der hl. Elisabeth von Schönau" In: Vatican-Magazin Juni_Juli 2014

"Sie zum Lächeln zu bringen wird unser aller Lieblingsbeschäftigung" Buchbesprechung Sandra Roth: Lotta Wundertüte. In: Die Tagespost vom 24. Mai 2014

"Gelungene Ouvertüre. Der Postulator Johannes Pauls II. hat eine lesenswerte Papstbiografie vorgelegt." In: Die Tagespost vom 24. April 2014

"Kloster Wittichen und die selige Luitgard" in: Vatican-Magazin Mai 2014

"Clemens Brentano und die selige Anna Katharina Emmerick" in: Vatican-Magazin April 2014.

"Wohltuend für Seele, Geist und Körper Der heilige Ulrich von Zell und sein „durch Wunder berühmtes Grab“ im Schwarzwald" In: Vatican-Magazin März 2014

"Spiritualität der Heiligen. Bischof Paul-Werner Scheele stellt Glaubenszeugen aus allen Zeiten vor." In: Die Tagespost vom 27. Februar 2014

"Hinaus in die Randgebiete der menschlichen Existenz. Der hl. Vinzenz von Paul und die heilige Louise de Marillac." In: Vatican-Magazin Februar 2014.

"Blind geboren - Doch dann geschah das Wunder. In jener Zeit, als das Christentum aufzublühen begann: Die heilige Odilie auf dem Mont Sainte-Odile im Elsass." In:Vatican-Magazin Januar 2014.

"Römische Geschichte einmal anders." Rezension zu Ulrich Nersingers Buch "Die Gendarmen des Papstes." In: Die Tagespost vom 7. Januar 2014

"Die Bärin wies den Weg. Die heilige Richardis und Unsere liebe Frau in der Krypta in Andlau." In: Vatican-Magazin Dezember 2013

"Schatten auf der Soldatenseele". In: Die Tagespost vom 3. Dezember 2013

"Über den Brenner nach Rom. Ein neuer Pilgerführer mit Etappenheiligen." In: Die Tagespost vom 28.10.2013

"Eine neue Idee von Liebe - Der Troubadour Jaufré Rudel und seine ferne Prinzessin." In: Vatican-Magazin Oktober 2013

"Zeigen, dass sie ein Werkzeug Gottes war. Die Neuausgabe der Vita der heiligen Hildegard." In: Die Tagespost vom 17. September 2013.

"Licht ihres Volkes und ihrer Zeit". Die Lektüre ihrer Briefe eignet sich in besonderer Weise, um die hochbegabte Menschenführerin Hildegard von Bingen kennenzulernen. In: Die Tagespost vom 17. September 2013

"Eine Art intensivierte Straßenpastoral" - ein Gespräch zum Jahr des Glaubens mit dem Augustiner-Chorherrn und Bloggerkollegen Hw. Alipius Müller. In: Die Tagespost vom 24. August 2013

"Das flammende Siegel des hl. Ignatius. Die Eremo delle Carceri bei Assisi" In: Vatican-Magazin August-September 2013

"Mehr als exotische Aussteiger. Ein Buch gibt Einblicke in das Leben moderner Eremiten." In: Die Tagespost vom 11. Juli 2013

"Geistliche Vitaminspritzen. Gesammelte Johannes-Perlen aus einem reichen Leben." In: Die Tagespost vom 4. Juli 2013

"Das entflammte Herz. Die Ewigkeit als Maß: Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal." In: Vatican-Magazin Juli 2013

"Und Christus berührte das kranke Bein. Wie der heilige Pellegrino von Forlì zum Patron der Krebskranken wurde." In: Vatican-Magazin Juni 2013

"Ida Friederike Görres und Joseph Ratzinger - die tapfere Kirschblüte und ihr Prophet in Israel." In: Vatican-Magazin Mai 2013

"Kein Maß kennt die Liebe" - über die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern und das Jubiläumsjahr in Kloster Hegne. In: Die Tagepost vom 20. April 2013.

"Liebe, Wahrheit, Schönheit-das gesamte Pontifikat Benedikts XVI." - Die Buchbesprechung zu A. Kisslers Buch "Papst im Widerspruch." Online hier.

"Zuversicht statt Zweifel. Bologna und die heilige Katharina."In: Die Tagespost vom 13. April 2013

"Und in dir wird man einst die Herrlichkeit Gottes sehen" über die heilige Katharina von Bologna. In: Vatican-Magazin März-April 2013

"Schutzschirm für die Gemeinschaft. Christoph Müllers Einführung in die Benediktsregel" In: Die Tagespost vom 7. März 2013

"Fritz und Resl: Gottes Kampfsau und Jesu Seherin" In: Vatican-Magazin Februar 2013 anlässlich des 130. Geburtstags von Fritz Michael Gerlich.

"Jakub Deml-Traumprosa, die vom Jenseits erzählt" In: Die Tagespost vom 9. Februar 2013

"Der Tod ist nicht relativ" In: Die Tagespost vom 7. Februar 2013

"In heiligen Sphären. Mensch und Welt lassen sich nicht entsakralisieren" In: Die Tagespost vom 5. Februar 2013

"Die tapfere Heilige, die nicht sterben wollte Die Märtyrerin Cristina und das Blutwunder von Bolsena." In: Vatican-Magazin Januar 2013

"Alles andere als Rettungsroutine. Aus den Schätzen der Kirche schöpfen: Warum Beichte und Ablass ein Comeback verdient haben." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Leitsterne auf dem Glaubensweg. Katholische Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Neuevangelisierung." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Das Netz der virtuellen Ewigkeit.Tod und Gedenken im Internet." In: Die Tagespost vom 29. November 2012.

"Der Friede auf Erden fängt zwischen Männern und Frauen an. Marias "Fiat" und Josefs "Serviam". Engel führten sie zum außergewöhnlichsten Ehebund der Weltgeschichte. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Der Marathon-Mann" - mein Porträt von S. E. Bischof Tebartz-van Elst. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Versperrter Himmel, öffne dich!" Über die Wallfahrt der totgeborenen Kinder zu Unserer lieben Frau von Avioth. In Vatican-Magazin November 2012.

"Ein französischer Vorläufer des heiligen Franziskus - zum 800. Todestag des Hl. Felix von Valois." In: Die Tagespost vom 3. November 2012

"Die Macht der Mystikerinnen" anlässlich der Heiligsprechung von Anna Schäffer. In: Die Tagespost vom 20. Oktober 2012

"Was für eine Frau!" Zur Vereinnahmung der hl. Hildegard von Esoterikerin und Feministinnen. In: Die Tagespost vom 9. Oktober 2012

Über den Kapuzinerpater Martin von Cochem zu seinem 300. Todestag. In: Die Tagespost vom 29. September 2012

"Die Kirche-ein Krimi?" in: Die Tagespost vom 30. August 2012.

"Wieder gefragt: Exorzismus!" in: PUR-Magazin September 2012

"Mir ist das Brevier wichtig geworden!" Ein Interview mit dem evang. Pfarrer Andreas Theurer, der in die katholische Kirche eintreten wird. In: Die Tagespost vom 14. August 2012

"Im Vorhof des Himmels" Die hl. Edith Stein und ihr Seelenführer, der Erzabt von Beuron. In: Vatican-Magazin August-September 2012

"Durch Gottes Gnade ein Kind der Kirche" - Edith Stein, Erzabt Raphael Walzer von Beuron und die Enzyklika Mit brennender Sorge. In: Die Tagespost vom 9. August 2012.

Der Cammino di San Francesco-Heiligtümer im Rieti-Tal. In: PUR-Magazin Juli.

Die Opfer der Bundeswehr. Mein Interview mit dem Afghanistan-Veteranen R. Sedlatzek-Müller. In: Die Tagespost, Ausgabe vom 14. Juni 2012

"Mehr als Dinkel und Kräuter: Ein Kernkraftwerk des Heiligen Geistes - die hl. Hildegard von Bingen" In. Vatican-Magazin Juni-Juli 2012

"Wie eine lodernde Feuersäule Die heilige Veronika Giuliani" In: Vatican-Magazin Mai 2012

"Die Vollblutfrau, die den Erlöser liebte: Kronzeugin des Osterereignisses: Die Geschichte von Jesus und Maria Magdalena." In: Vatican-Magazin April 2012

"Ich fühle mich als Frau in der Kirche nicht diskriminiert" Ein Interview mit mir von Petra Lorleberg für kath.net

"Die virtuelle Engelsburg hat standgehalten" in: Die Tagespost vom 22. März 2012

"Die Sowjets traten, rissen, schlugen, brannten - aber immer wieder haben die Litauer ihren Kreuzeshügel aufgebaut". In: Vatican-Magazin März 2012

"Katholische Bloggerszene stiftet Ehe" Interview mit Phil und Hedda in: Die Tagespost vom 13.März 2012

Und Du wirst mal Kardinal!" Prags Erzbischof verkörpert das Durchhaltevermögen der tschechischen Christen. In: Die Tagespost vom 18. Februar 2012

"Wo Liebe ist, ist Eifersucht nicht weit: Alfons Maria de Liguori und Schwester Maria Celeste Crostarosa, Gründer des Redemptoristenordens". In: Vatican-Magazin Ausgabe Februar 2012

Neue Kolumne über geistliche Paare: "Mann-Frau-Miteinander-Kirchesein" In: Vatican-Magazin Ausgabe Januar 2012

Unsagbar kostbare Göttlichkeit - Gold, Weihrauch und Myrrhe: Die Gaben der Heiligen Drei Könige. In: Die Tagespost vom 5. Januar 2012

"Wo die Pforten des Himmels offen sind. Loreto in den italienischen Marken". In: Vatican-Magazin Dezember 2011

"Ein Schatz, der fast zu groß für diesen Erdball ist". In: Liebesbriefe für die Kirche. Hrsg. Noe, Biermeyer-Knapp. Bestellbar hier.

Der Papst meines Lebens - Vatican-Magazin spezial zum Papstbesuch

Norcia - der Geburtsort des heiligen Benedikt: "Als sich der Erdkreis verfinstert hatte" In: Vatican-Magazin August-September 2011

In englischer Übersetzung online hier: When the world had darkened<

Der Vatikan und die Blogger - Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Poetische Pilgerorte-Reisen ins mystische Mittelitalien. Erschienen im MM-Verlag.


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Die Blognovela

Sonntag, 25. Januar 2009

Das Farnese-Komplott [152]

Während ich noch darüber rätselte, wer die Tauben ausgesandt haben und ob es ich um eine simple Falle handeln könnte, geriet mir eine ansehnliche Rolle von beschriebenem Pergamentpapier in die Hände, von der ich nicht mehr wusste, aus welchem Regal, welchem Schrankfach oder welcher Vitrine ich sie gezogen hatte.
Ich strich sie glatt und überflog die erste Seite, die in einer zierlichen, aber gestochen klaren Handschrift auf volgare abgefasst war. Meine Aufmerksamkeit wurde durch die Tatsache erregt, dass es sich um eine Frau handelte, die sich freimütig als Verfasserin bekannte und Caterina de Santis nannte. Caterina hatte ihre Eltern bei der Belagerung von Konstantinopel 1453 verloren und fand sich in der Blüte ihrer Jahre als Mündel des Kirchenstaates wieder. Sie sei, so berichtete sie, umfassend in den alten und neuen Sprachen unterrichtet worden, im Stande, verschlüsselte Botschaften zu dechiffrieren und verfügte daneben über profunde Kenntnisse in den sieben freien Künsten, das hieß Grammatik, Rhetorik, Logik, Mathematik im weiteren Sinne, Musik und Astronomie. Mir fiel ihr trockener Stil auf. Der Tatsache, dass ihr Vormund Kardinal Galeazzo Orsini für eine umfassende, für eine Frau in der damaligen Zeit durchaus ungewöhnliche Ausbildung gesorgt hatte, maß sie nicht allzuviel Bedeutung bei. Jedoch sei es der Verdienst des Kardinals gewesen, dass er sie in das Bett des venezianischen Condottiere Bartolomeo Colleoni gelegt habe, eines ebenso leidenschaftlichen und glühenden Liebhabers wie brillanten Heerführers, der ihre Ausbildung vervollkommnet habe, in dem er sie im rechten Gebrauch von Rapier und Schwert und in den Techniken militärischer Strategie und Taktik unterwies. Zur Zeit, zu der ihr Bericht begann, also im Jahre 1477, schien sie jedoch unzufrieden mit ihrer Situation. Nach dem Tode Colleonis 1475 hatte sich Kardinal Orsini wohl auf die Schicklichkeit besonnen und beschlossen, sie mit einem seiner zahlreichen Neffen zwangszuverheiraten. Wollte ich den Worten Caterinas Glauben schenken, so handelte es sich um eine impotente Kanaille mit sadistischen Gelüsten, ein Produkt jahrhundertelanger Inzucht mit schiefem Maul und Allmachtsphantasien, die - hier wurde Caterina sehr deutlich - sich auf einen angeborenen körperlichen Missstand zurückführen ließen, was Größe und Ausstattung seines "Gemächts" betraf.
Kurz und gut, um das Jahr 1477 herum war Caterina eine hochintelligente, umfassend gebildete Frau, Papst Sixtus IV., einem della Rovere, - und das sagte Eingeweihten bereits alles - und dem Kirchenstaat zu absoluter Loyalität verpflichtet und dabei in höchstem Maße sowohl körperlich als auch intellektuell unbefriedigt - schlicht, Bessres gewohnt.
Insofern wird man verstehen, dass die Mission, mit der sie der Kirchenstaat dann betraute, eine willkommene Abwechslung für eine in jeder Hinsicht unterforderte Frau bedeutete.
Kardinal Orsini hätte diesen Umstand und alle Gefahren, die er mit sich brachte, vorhersehen können. So fand ich jedenfalls. Caterina hat nie ein Wort darüber verloren. Das war auch nicht nötig. Im Jahre 1477 sollte sich jedenfalls ihr Schicksal wenden, soviel hatte ich verstanden, und deshalb schmuggelte ich die Pergamentrolle auch unter meinem Habit aus der Bibliothek hinaus und in die Einsamkeit meiner Zelle, um die Zeit bis zu einer eventuellen Antwort auf meine Brieftaubenbotschaft zu überbrücken.

>Das Farnese-Komplott [151]


>>Das Farnese-Komplott [1]

Dienstag, 1. Juli 2008

Das Farnese-Komplott [151]

Ich klappte das Buch mit einem Knall zu, öffnete das bleiverglaste Fenster und warf es mit weitem Schwung hinunter in den Kräutergarten. Wo es ein paar Tauben aufschreckte und im Mistbeet liegenblieb.
Große Verführungskraft gepaart mit einem gehörigen Maß an Skrupellosigkeit und der Bereitschaft, für die Ziele der Familie, die oft genug im Laufe der Jahrhunderte mit dem römischen Klerus verknüpft waren, nicht nur das eigene Schicksal, sondern auch dasjenige anderer preiszugeben ...
Ich hob grimmig lächelnd den Blick und suchte den Horizont nach Landmarken ab. Berge, Hügel, irgendetwas, was mir einen Anhaltspunkt geben könnte. Im Westen hielt sich an heißen Tagen ein dunstiger Schleier, es konnte das Meer sein, genausogut aber auch ein großer See. Die Klostergebäude selbst vereinten alle Baustile in sich, die Kirche allerdings typisch romanisch. Sicherlich gab es eine Chronik in der Bibliothek, Aufzeichnungen aus der Geschichte, irgendetwas, was mir vielleicht einen Hinweis geben könnte über umliegende Ortschaften. Also wendete ich mich vom geöffneten Fenster ab und machte mich auf die Suche.
Es dauerte nicht mal eine Stunde, bis ich alle Folianten, alle Quartbände und alle Lose-Blatt-Sammlungen der nicht sehr umfangreichen Bibliothek gesichtet hatte. Ich saß schweißverklebt, staubbedeckt und mit Spinnweb, toten Insekten und Wollmäusen dekoriert erschöpft auf dem Cottoboden und dachte darüber nach, wie ich die Vitrine aufbrechen könnte, in der noch einige Schriften unter Verschluss lagen, als mich wildes Geflatter und Gegurre am Fenster aufblicken ließen - die Tauben. Aufdringlich trippelten sie hin und her, her und hin, ruckten mit den Köpfen und gingen mir auf die Nerven. Ich stand ächzend auf, packte den Schrubber, um sie zu vertreiben und hielt mitten in der Bewegung inne: Es waren Brieftauben. Pontifikale Brieftauben, um genau zu sein, denn sie trugen am Ring das päpstliche Siegel mit den Buchstaben CG darunter. Tauben aus Castel Gandolfo, dem päpstlichen Sommersitz? Dann könnte der dunstige Schleier am Horizont vom Albaner See stammen! Ich ließ den Schrubber langsam sinken und streckte geduldig lockend meine Hand aus, schaffte es, eine zu fassen und drehte sie behutsam auf den Rücken. Mit angehaltenem Atem löste ich die Kapsel an ihrem Fuß. Obwohl mir die Hände zitterten gelang es mir, sie zu öffnen. Die Botschaft, die sie enthielt, trieb mir das Blut hoch in den Kopf, meine Wangen prickelten, meine Knie gaben nach. Ich setzte mich auf den Fußboden und starrte darauf, bis mir der Blick verschwamm:

Pone me ut signaculum super cor tuum ut signaculum super brachium tuum quia fortis est ut mors dilectio dura sicut inferus aemulatio lampades eius lampades ignis atque flammarum aquae multae non poterunt extinguere caritatem nec flumina obruent illam si dederit homo omnem substantiam domus suae pro dilectione quasi nihil despicient eum.*

Die aufgeregten Tauben weckten mich aus meiner Erstarrung. Ich stand auf und begann fieberhaft Schreibzeug zu suchen, um zu antworten.

> Das Farnese-Komplott [152]

<Das Farnese-Komplott [150]

<<[1]
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Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich.Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen. Hohelied 8, 6 f.

Mittwoch, 2. Mai 2007

Das Farnese-Komplott [150]

Die Tage vergingen. Eingebunden in den strikten Ablauf von Gebets- und Arbeitszeit im klösterlichen Rhythmus verlor ich ein Ziel nicht aus den Augen: Zu fliehen. Wenn es mir doch nur gelingen würde, eine Nachricht zu schicken, eine SMS, ein Fax, einen Brief - aber daran war nicht einmal zu denken. Das Kloster verfügte weder über Festnetztelefon noch Internet. Um einen Brief heraus zu schmuggeln, brauchte ich eine Verbündete - und die hatte ich nicht. Meine Arbeit bestand darin, in einem formlosen grauen Gewand, dessen Stoff mir juckende Ekzeme auf den Schulterblättern und Hüften verschaffte, die Böden zu wischen.
Über die geografische Lage des Klosters wusste ich immer noch nicht genau Bescheid, vermutete aber, dass es sich in einem Unterkreis des Infernos befinden musste, den Dante vergessen hatte, zu beschreiben. Je länger ich darüber nachdachte, desto plausibler schien mir diese Vorstellung. Erklärte sie doch schließlich auch, warum Bianca, die große strega, mächtigste Seherin, die die Familie Farnese je hervor brachte, nicht längst schon meinen Aufenthaltsort ausfindig gemacht hatte. Wenn nicht sogar Konsens im Hause Farnese bestand, mich hier auf ewig verrotten zu lassen. Wieso man mir überhaupt eine solche Wichtigkeit beimaß, versuchte ich vergeblich zu begreifen. Gut, wenn Micheles Plan aufgehen und Lorenzo erst zum Kardinal erhoben, danach der nächste Santissimo Padre auf dem Heiligen Stuhl werden sollte, müsste er zunächst Estefanio aus dem Weg räumen. Doch nicht mich! Für mich gab es in dieser Zeit keinen Zweifel: Vielleicht spielte Lorenzo tatsächlich mit dem Gedanken, seine Ämter und Würden niederzulegen, aber während dem Anschlag auf den verstorbenen Papst und die Krise danach hatte sich doch deutlich abgezeichnet, dass er immer nur im Interesse seiner Familie und der Kirche handeln würde.
Auf derlei Art drehten sich meine Gedanken während dieser Tage und Wochen im Kreis.
Es wurde auch nicht besser, als ich schließlich, ich war gerade in der Bibliothek beschäftigt und unbeobachtet, in den verstaubten Regalen einen historischen Adelsalmanach entdeckte. Verfasst von einem gewissen Luca della Torre im Jahre 1898.

Ich warf den Putzlappen in den Eimer, wischte mir die Hände an meiner Schürze ab und öffnete den Wälzer unter dem Buchstaben F.
Der Eintrag über die Farnese befand sich dort an erster Stelle.

... in der männlichen Linie (dokumentiert) zurückgehend auf das 11. Jahrhundert, Stammsitz Castrum Farneti, bei Orvieto. Die Farnese nehmen für sich in Anspruch, ihre Abstammung von der weiblichen Seite her bis auf das altrömische Patriziergeschlecht der Claudier zurückverfolgen zu können (Familienlegende, nicht verlässlich dokumentiert). Weiter soll eine wenig bekannte Sibylla - neben den zehn berühmten - , die eine Felsgrotte in den Abruzzen bewohnte, zu den weiblichen Ahninnen zählen. Das Geschlecht der Farnese hat, bemerkenswerterweise ohne über all zu vielen Landbesitz zu verfügen, nicht nur mächtige Inquisitoren, berühmte Kardinäle und einige Päpste gestellt, sondern auch zahlreiche Seherinnen, Hebammen und weise Frauen hervorgebracht. Man sagt den Farnese, sowohl den Männern wie Frauen, große Verführungskraft nach, gepaart mit einem gehörigen Maß an Skrupellosigkeit und der Bereitschaft, für die Ziele der Familie, die oft genug im Laufe der Jahrhunderte mit dem römischen Klerus verknüpft waren, nicht nur das eigene Schicksal, sondern auch dasjenige anderer preiszugeben ...

Ich klappte das Buch mit einem Knall zu, öffnete das bleiverglaste Fenster und warf es mit weitem Schwung hinunter in den Kräutergarten.

>[151]

< Das Farnese-Komplott [149]

<<[1]

Freitag, 19. Januar 2007

Das Farnese-Komplott [149]

„Sie werden mich nie wieder so anstarren. Haben Sie mich verstanden? Sie halten den Blick gesenkt, wenn wir miteinander reden“, zischte er und wich dann aufatmend zurück. „Salvatore. Ein talentierter junger Mann würde ich sagen. Hat Biss. Wie einst sein Vater.“ Wieder dieses meckernde Lachen.
Ich schaute auf meine gefalteten Hände, was ihn zu besänftigen schien. „Estefanio, unser frischgebackener Heiliger Vater, hat in seiner Jugend nichts anbrennen lassen. Salvatore ist eine weitere Frucht seiner Lenden, Lorenzos Halbbruder, wenn Sie so wollen, nur dass niemand von seiner Existenz weiß – außer mir – und Ihnen! ... Sie sollen den Blick nicht erheben!“ Er machte eine drohende Handbewegung. „Sie haben doch nicht geglaubt, ich wüsste nicht, wer Lorenzos wirklicher Vater ist?“
Ich schüttelte probehalber den Kopf, um zu testen, ob meine Halswirbel ihn noch tragen würden.
Michele ging, augenscheinlich beruhigt von meiner Demut, hinüber zum Fenster, setzte sich halb auf das Fensterbrett aus Travertin und ließ das rechte Bein baumeln.
„Der angemessene Platz für eine Farnese-Frau ist im Kloster. Natürlich bringen wir keine Frauen um, schon gar nicht, wenn sie unseren Namen tragen, auch wenn Sie nur adoptiert sind. In unserer Familie regelt man die Dinge auf diskrete Art und Weise.“
„Ein Messerangriff im Petersdom auf Ihren- wie soll ich sagen - offiziellen Sohn ist nicht gerade das, was ich als diskret bezeichnen würde“, widersprach ich angeekelt, aufs Geratewohl drauflos ratend.
„Vielleicht haben Sie Recht. Aber das Ergebnis war ganz in unserem Sinne. Die Popularität unserer Familie stieg in unaufhaltsame Höhen, für die Erhebung Lorenzos zum Kardinal wird in vielen Gemeinden Italiens regelmäßig gebetet und, Sie erinnern sich vielleicht, wir stellen den neuen Papst.“
„Ich erinnere mich sehr gut!“, antwortete ich sarkastisch und bemühte mich, in Richtung Fenster zu kommen, um frische Luft zu schnappen und nicht ohnmächtig zu werden. „Der Mordanschlag in Lourdes auf den verstorbenen Heiligen Vater geht also auch auf Ihr Konto?“
Michele schlug beflissen ein Kreuz und murmelte ein Gebet für Estefanios Vorgänger im Amt. „Das sind Leute, derer wir uns nur bedienen müssen. Überaus hilfreich. Estefanio wird als Nächster fallen. Vielleicht haben Sie den Eindruck, er sei ein konservativer, harscher Mann?“
Den hatte ich durchaus nicht. Estefanio war ein zäher Lump, aber konservativ, nein, dieses Gütesiegel konnte ihm wohl niemand zugestehen, der ihn näher kannte. Ein Renaissancemensch – durchaus. Dabei aber skrupellos offen und ohne die heuchlerische Bigotterie, die Michele an den Tag legte. Ich schwieg also.
„Nachdem ich Papa Pietro aus dem Weg habe, wird Lorenzo seine Pflicht erfüllen. Daraus erklärt sich Ihr Aufenthalt hier. Mein Sohn, auch wenn nicht mein eigen Fleisch und Blut, wird ohne weitere Ablenkungen – durch SiE zum Beispiel, - einen willfährigen Papst abgeben. Danach mache ich den Weg frei für Salvatore, der mir gute Dienste geleistet hat. Und da Sie nun eine Farnese sind – machen Sie sich mit Salvatore vertraut. Alles was ihm noch fehlt ist die Legitimation durch unseren Namen, den Estefanio ihm durch seine unvergleichliche Ignoranz verweigert hat. Ich baue auf Sie, insbesondere weil unser guter Salvatore eine Belohnung verdient hat und- das wird es leichter für Sie machen - , er ist Lorenzo sehr ähnlich.“

Das war eine Lüge. Eine gottverdammte Lüge. Wenn irgendein Mensch auf dieser Welt Lorenzo nicht ähnlich war, dann war es diese Schimäre Salvatore mit seinen kalten Fischaugen und seinen ekelhaften schleimigen Fingern. Ich schlug die Hände vor mein Gesicht und begann zu weinen. Nicht wegen der Hoffnungslosigkeit meiner Situation, sondern weil ich all das nicht gleich erkannt hatte. Weil ich geglaubt hatte, Lorenzo sei dazu fähig, mir all dies anzutun. Weil ich nicht die Gewissheit gehabt hatte, er habe mit all dem nichts zu schaffen. Weil ich ihn, wie ich befand, auf diese Art und Weise verraten hatte. Weil ich, wie ich erst im Nachhinein bemerkte, nicht mehr bei klarem Verstand war.
Michele lehnte sich in das Fensterkreuz zurück und genoss meinen Anblick, rückhaltlos und ohne ein Zeichen von Scham oder schlechtem Gewissen.

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Das Farnese-Komplott [148]

Wieviele Tage vergingen, weiß ich nicht, denn die Läden in meiner Kammer blieben geschlossen und ich konnte sie nicht öffnen, weil die Fenster vergittert waren. Die Wunden an meinem Kopf vernarbten erstaunlich schnell – an der linken Schläfe blieb ein dicker Wulst zurück, weil sich niemand die Mühe machte, mich mit Salbe oder Jod zu versorgen. Das wäre nicht das Schlimmste gewesen, wenn man mir meine Haare gelassen hätte, um die Narben zu verdecken. Doch kaum, dass ich wieder aufrecht sitzen konnte, kam eine Nonne in grauem Habit und scherte mir den Kopf.
Das, und die ganze Atmosphäre, das Morgen- und Abendgeläut einer kleinen Kirchenglocke schienen mir ein Indiz dafür, dass ich mich irgendwo auf dem Land in einem Kloster befand. In welchem und wie weit es bis nach Rom war, wollte mir niemand sagen.

Ich bekam drei Mal am Tag eine Scheibe Brot und einen Krug Wasser, so dass ich mir ausrechnen konnte, vielleicht schon seit drei Tagen in Gefangenschaft zu sein, als mir meine griesgrämige Wärterin Besuch ankündigte. Sie steckte mich in einen ebenfalls grauen Habit aus furchtbar kratzendem Wollstoff und öffnete feierlich Fenster und Fensterläden. Draußen schien die Sonne und mir schossen die Tränen in die Augen, so geblendet war ich und so sehr gehungert hatte ich nach diesem Anblick, der mich wie ein Blitz traf, nach dem stumpfen Dahinvegetieren der letzten Tage im düsteren Schein der Kerzen. Besuch, das bedeutete, irgendjemand würde mit mir sprechen, mich wie ein Mensch behandeln. Wenn ich so etwas wie Hoffnung verspürte in diesem Augenblick, obwohl mir die Bedeutung dieses Wortes nicht mehr geläufig schien, dann hoffte ich, dass Lorenzo käme. Damit ich ihn davon überzeugen konnte, dass ich seinen Namen nicht einmal mehr dachte, wenn das wirklich sein Wunsch war.

Erst viel später wurde mir klar, wie nahe ich in diesem Moment daran gewesen bin, den Verstand zu verlieren. Dass ich ihn nicht verlor, verdanke ich einzig und allein die Tatsache, dass die Türe sich schließlich öffnete und ein Mann auf der Schwelle stand, mit dem ich beim besten Willen nicht gerechnet hatte und dessen Erscheinen mir einen regelrechten Schock versetzte.
„Buon giorno! Wie ich sehe, bekommt Ihnen der Aufenthalt in unserem Kloster außerordentlich gut“, begrüßte mich Michele Farnese mit leicht näselnder Stimme und ohne mir in die Augen zu sehen. „Besonders erfreut bin ich darüber, dass Sie sich endlich entschlossen haben, Ihr Haar zu tragen, wie es sich für eine Frau ziemt. Es würde mich zwar interessieren, ob Anastasio noch etwas retten könnte“, er lachte meckernd, „aber ich nehme an, selbst der große Maestro persönlich würde bei diesem Anblick kapitulieren. Sie haben sich eingelebt?“
Er zog seine goldene Taschenuhr aus der Anzugweste, klappte sie auf und betrachtete das Zifferblatt, als erwarte er von ihm eine Antwort auf seine Frage.
„Warum haben Sie mich nicht einfach umgebracht?“ , entgegnete ich und versuchte, den Würgereiz in meiner Kehle zu unterdrücken. Die Stelle, an der Lorenzos Finger zugedrückt hatten, war immer noch wund. Ich massierte mir mechanisch den Kehlkopf.
„Ich muss mich für Salvatore entschuldigen, er war wohl etwas übereifrig bei ihrer ersten Begegnung.“
Salvatore? Ich schaute Michele aus trüben Augen an. Der machte prompt das Zeichen gegen den bösen Blick.
Dann trat er auf mich zu und schlug mir ins Gesicht.


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Donnerstag, 18. Januar 2007

Das Farnese-Komplott [147]

Vielleicht wäre ich noch länger zwischen den Falten der schweren Vorhänge umhergeirrt, die die Welten voneinander trennen. Wenn nicht ein klägliches Wimmern, das nicht abreißen wollte, mir den Weg hinaus gewiesen hätte. Weder konnte ich mich bewegen, noch vollständig die Augen öffnen, die wie verklebt von dem roten Schleier schienen, der sich über mein Gesichtsfeld gelegt hatte. Mit jedem Blinzeln fuhr ein höllischer Schmerz über meine ganze linke Kopfseite, mein Mund war angefüllt mit einer dicklichen, zähen Masse - ein Knebel, wie ich allmählich feststellte - und das Wimmern war mein eigenes. Ich war nicht allein.
Angestrengt versuchte ich die verschwimmenden Konturen des Mannes zu fixieren, der auf mich herabschaute. Er trug einen weißen Priesterkragen, das dunkle Haar fiel ihm weich in die Stirn und seine toten Augen musterten mich ohne jedes Mitgefühl.
Ich mühte mich, seinen Namen zu erinnern, der mir immer wieder zu entschlüpfen drohte wie ein schöner, exotischer Fisch.
Seine Finger näherten sich meinem Mund, um brutal das Klebeband abzureißen und den Knebel herauszunehmen.
"Lorenzo?!", keuchte ich und schnappte krampfhaft nach Luft.
Der vertraute Schwung seiner Lippen verzog sich zu einer bösen Karikatur des Lächelns, das ich kannte.
"Sie werden lernen, diesen Namen nicht einmal mehr zu denken", flüsterte er an meinem Ohr, während sich seine Hand um meine Kehle schloss.


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Mittwoch, 15. November 2006

Das Farnese-Komplott [145]

Sobald die Nachricht vom aufsteigenden weißen Rauch die Runde gemacht hatte, kam der Verkehr in Roms Innenstadt vollständig zum erliegen. Die Kameras sämtlicher TV-Sender dieser Erde schwenkten von der Sixtinischen Kapelle zur Mittelloggia des Petersdoms. Immer mehr Menschen strömten auf die Piazza San Pietro, sie schwenkten Fahnen, Transparente, trugen ihre Kinder auf den Schultern und umarmten die diensthabenden Polizisten, die, in gelöster Stimmung aber durchaus wachsam, über den Platz patrouillierten.
Erwartungsvolle Stille breitete sich aus.
Giulia hatte angefangen, an ihrem Daumennagel zu knabbern, Bianca saß mit überkreuzten Beinen völlig regungslos. Ladislav und Francesco hatten sich Zigarillos angesteckt und pafften schweigend vor sich hin.
Endlich betrat eine Gruppe von Klerikern die Loggia, prüfte das Mikrofon und trat schließlich beiseite, um einem einzelnen, hochgewachsenen und dunkelhaarigen Mann Platz zu machen - Lorenzo - der mit fester und klarer Stimme ein Dankgebet intonierte.
"Dass mich der Teufel hole!" Zeno sprang auf und kniete sich vor den Bildschirm. "Lorenzo ist doch kein Kardinalsdiakon! Die haben Ratzinger gewählt, das Habemus papam wäre seine Aufgabe gewesen!"
Bianca hob gebieterisch die Hand. Zeno verstummte unter gemurmeltem Protest.
Sein Freund strich sich derweil mit einer typischen, mir sehr vertrauten Geste die Haare aus der Stirn, holte tief Luft, den Blick auf einen Punkt am Horizont gerichtet und sprach langsam und konzentriert die traditionelle Formel:
"Annuntio vobis gaudium magnum!"
Wieder ein tiefer Atemzug, dann breitete er mit großer Geste die Arme aus. "Habemus papam!"
Im weichen, italienisch gefärbten Latein fuhr er, nachdem sich der Jubel der Menge wieder gelegt hatte, eindringlich fort: "Eminentissimum ac Reverendissimum Dominum Estefanium Sanctae Romanae Ecclesia Cardinalem Farnese-" Nur ein kurzes Blinzeln verriet seine tiefe Bewegung, während im Hintergrund schon Estefanio die Loggia betrat, gekleidet in ein weißes Gewand, die kostbare Stola mit den Bildnissen von Petrus und Paulus bestickt um die Schultern.
"-qui sibi nomen imposuit - Petrus II.!"
Das Glas, das Bianca umfaßt gehalten hatte, zersprang in tausend Scherben. "Bei allen Hunden der Hölle! Hat der alte Trottel denn völlig den Verstand verloren?"
"Die Prophezeiung des Malachias! Der letzte verheißene Papst!" Ladislav bekreuzigte sich dreimal hintereinander, während Giulia den Kopf in Händen vergrub und leise wimmerte.
"Dann wird die Sieben-Hügel-Stadt zerstört werden und der furchtbare Richter wird sein Volk richten", zitierte Ladislav auf meinen verstörten Blick hin. "Mit Petrus II. endet die Reihe der künftigen Päpste, die Malachias im Jahre 1590 vorhergesagt hat."
Ich suchte hektisch nach einem Taschentuch und wickelte es notdürftig um Biancas zerschnittene Hand.
Von der Loggia des Petersdoms aus spendete Estefanio Kardinal Farnese, nun also Petrus II., der jubelnden Stadt und dem vor die Bildschirme gebannten Erdkreis seinen apostolischen Segen.

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Samstag, 23. September 2006

Das Farnese-Komplott (144)

Am nächsten Tag geschah es, es war ein Mittwoch und die Kardinäle seit zwei Tagen in der Sixtinischen Kapelle eingeschlossen, dass wir uns in trauter Runde vor Biancas Flachbildschirm (von Siemens) einfanden. Soeben war weißer Rauch aufgestiegen, was von dem italienischen Berichterstatter fast schluchzend bestätigt wurde. Giulia, mit angezogenen Beinen und barfuß in einem Sessel kauernd, griff nervös zu ihrer latte macchiato (von segafredo), Bianca und Ladislav schauten einander bedeutungsvoll an.
Francesco Leitmayr zupfte beiläufig ein zwei Fusseln von seiner lässig zerknitterten Leinenhose (Benetton) und Zeno zückte sein Motorola Razr V3-Handy und fotografierte vom Fernseher den aufsteigenden Rauch ab, wahrscheinlich um ihn an Piersanti via MMS (besonders günstige Kontingente bei TIM Italia) zu versenden. Ich nippte gespannt an meinem Ramazotti und nestelte nervös am Kragen meines Dolce & Gabbana Hemdes. Die Wahl der Kardinäle war erfolgreich gewesen, gleichzeitig konnte man beobachten, wie immer mehr Menschen auf den Petersplatz strömten – Fahnen schwenkend, Rosenkränze um die Handgelenke gewickelt, teils mit Schirmen ausgestattet, um sich der Gluthitze (Kachelmann Wetterdienst) zu erwehren. Ich schlug vor, ebenfalls auf den Petersplatz zu gehen, der sich nicht einmal einen Kilometer von Biancas Wohnung befand (laut Google Earth), aber die anderen winkten müde ab (Red Bull verleiht Flügel) – niemand hatte Lust, sich aus der kühlen Wohnung zu bewegen und die Unbequemlichkeiten und das Gedränge auf dem Petersplatz auf sich zu nehmen. Zeno klappte sein Handy mit mürrischem Gesichtsausdruck zu: Offensichtlich war es unmöglich, eine Verbindung zu erhalten – alle Netze bereits überlastet. Bianca glitt mit katzenhaften Schritten zu ihrem Kühlschrank hinüber und öffnete bedächtig eine Flasche Ferrari Spumante.

„Jetzt komm schon, amore“, quengelte ihr Liebhaber, der lässig die Beine auf den gläsernen Couchtisch gelegt hatte, „sie haben Ratzinger gewählt – du hast es doch gesehen, oder?“ Bianca schaute ihn mit rätselhaftem Gesichtsausdruck durch ihre Gleitsichtbrille von Fielmann an und zuckte dann mit den Schultern. Die Stimme des Reporters im TV überschlug sich fast, es war wie bei der Weltmeisterschaft (FIFA Weltmeisterschaft 2006). Ich nestelte eine Pall Mall rosso aus der praktischen Hardbox und bot Zeno eine an. Dankbar griff er zu. Wir schwiegen. Ich war mir nicht ganz sicher, aber trotz ihrer Opposition zu Estefanio wäre Ratzingers Wahl für Bianca und Giulia so etwas wie eine persönliche Niederlage gewesen, nur so ein Gefühl, das mich anflog. Biancas Gesichtsausdruck blieb undeutbar. Auf eine grimmige Art und Weise schien sie zufrieden – und ich war mir sicher, dass sie wusste, wer in wenigen Minuten auf der Loggia des Apostolischen Palastes erscheinen und den Urbi-et-Orbi-Segen sprechen würde. Unten auf den Straßen wurden bereits Böller entzündet –Ladislav zappte geschwind durch die internationalen news channels: In allen Sprachen dieser Welt die gleiche, fast atemlose vorgetragene Nachricht: Der Rauch ist weiß! Die Kardinäle haben gewählt!

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Samstag, 5. August 2006

Das Farnese-Komplott (142)

Bianca verschränkte entspannt die Arme im Nacken und streifte mich mit einem Blick aus halb gesenkten Lidern.
Ladislav war aufgestanden und an die Brüstung der Terrasse getreten. Wir schwiegen, während die Grillen zögernd wieder einsetzten. Ich zündete mir eine Zigarette an und inhalierte, bis meine Lungenspitzen schmerzten.
„Die Liebe siegt wohl immer in diesen alten Märchen“, hörte ich mich sagen, während ich nachdrücklich mit der Zigarette in den Aschenbecher schnickte und gleich wieder einen tiefen Zug nahm. Ladislavs Gesicht war im Schatten. Bianca erwiderte nichts. Der Champagner ging eine ungute Allianz mit dem georgischen Cognac ein, weniger in meinem Magen, als in meinem Hirn. „Nur, dass ich nicht Tara Emahar bin und auch nicht im Besitz der Worte!“, ergänzte ich in einem Anflug von Streitlust.
„Nein, natürlich nicht!“, sagte Ladislav und kam mit langen Schritten auf mich zu. Er stützte sich auf die Armlehne meines Sessels und beugte sich zu mir herunter.
„Sie sind Alejandro, dem niemand helfen kann bis nicht sein eigener Sarg herein getragen wird. Sie ziehen es vor, taub zu werden, anstatt ihr Herz zu öffnen für das Wunder, das sich vor ihren Augen abspielt. Sie gehen heim und drehen das Gesicht zur Wand, anstatt aufzustehen und zu leben. Nein, Sie sind nicht Tara Emahar, aber ich dachte schon, dass Sie zumindest über die Fähigkeiten verfügen, die nötig sind, diese Geschichte auch wirklich zu verstehen!“ Er richtete sich wieder zu seiner vollen Größe auf und mir wurde noch elender zumute.
„Ich weiß jetzt“, fuhr er unerbittlich fort, „warum Sophia so leichtes Spiel mit Ihnen hat. Sie fürchten sich vor ihr, vor dem Teil Ihres Wesens, der Sophia heißt – und darum würden Sie nie Ihr Herz, Ihren Mut und Ihren Stolz preisgeben, um der Liebe eines anderen willen. Deshalb sind Sie hier.“ Bianca machte eine scharfe Handbewegung und Ladislav verstummte. Die beiden verstanden sich ganz und gar ohne Worte, und offenbar hatten sie sich gegen mich verschworen.
„Die Dinge lägen anders, das können Sie mir glauben, wenn Lorenzo nicht der wäre, der er ist“, gab ich nach außen hin ungerührt zur Antwort.
Bianca packte mich an beiden Schultern und drehte mich zu sich. „Wenn Lorenzo nicht der wäre, der er ist“, wiederholte sie langsam, als spräche sie mit einer Imbezilen, „dann wäre das alles nicht passiert, carissima. Verstehst du? Du musst nichts tun, nichts lassen, nichts forcieren, keine Gelübde brechen, keine neuen aufstellen.“
„Aber ich stelle doch keine neuen-“
„Tust du nicht? Deshalb hast du auch dein Handy in den Tiber geworfen, nicht wahr?“ Bianca nippte an ihrem Glas und schaute mich über den Rand hinweg unverwandt an.
„Ich gebe zu, das war impulsiv und eigentlich-“
„Es war in diesem Moment völlig in Ordnung für Sie“, schaltete sich Ladislav wieder ein. „Aber jetzt ist ein anderer Moment, und Sie fühlen sich nicht mehr wohl mit Ihrer Entscheidung.“ Er hob Biancas schnurloses Telefon aus der Schale und checkte die eingegangenen Rufe. „Lorenzo hat in den letzten 8 Stunden fünf Mal angerufen. Na schön. Ich betätige jetzt die Rückruftaste und gebe Ihnen den Hörer. Bianca und ich werden uns zurück ziehen. Es ist noch ein Rest Cognac in der Flasche, ich bin Ihnen nicht böse, wenn Sie ihm den Garaus machen. Sie sind dran.“ Er schenkte mir ein jungenhaftes Lächeln, drückte mir das Telefon in die Hand und verließ lachend, mit Tante Bianca huckepack auf seinen Schultern, die Dachterrasse in Richtung Schlafzimmer.
Bevor ich überlegen konnte, ob ich nicht schleunigst wieder auflegen sollte, meldete sich schon die wohlvertraute, langvermisste dunkle Stimme von Lorenzo.

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Freitag, 4. August 2006

Das Farnese-Komplott (141)

Wann immer ich in der Nähe von Granada bin, besuche ich meinen Freund Jokub, der in einer Höhlenwohnung im Zigeunerviertel El Sacromonte lebt. In El Sacromonte kursieren viele Lügengeschichten, Märchen, Sagen und Legenden und Jokub kennt sie alle. Meine Lieblingsgeschichte, die ich immer wieder von ihm hören will, ist die von Tara Emahar, deren Mutter, Proserpina, noch in der Nacht ihrer Niederkunft die uralte zambra tanzte, in einer der Höhlen, die sich zur Alhambra hin öffnen. Proserpinas Mann, der Sargmacher von El Sacromonte, hatte auf seine eigene Art vorgesorgt und zwei Särge gezimmert, einen großen und einen winzigen. Dann ging er in die nächste Kneipe und kehrte erst zurück, als Tara ihren ersten Schrei tat. Der kleine Sarg war ihr Geburtstagsgeschenk und den großen konnte er nachher an den Bürgermeister verkaufen, dessen Frau ebenfalls im Kindbett gelegen hatte, aber nicht mehr aufgestanden war. Nachdem er seine Tochter und einziges Kind gesegnet hatte, ging er schnurstracks wieder zum Wirt zurück, um sich von den Anstrengungen der letzten Tage zu erholen.
Taras Mutter stand alsbald vom Kindbett wieder auf, denn die Zigeunerhochzeit, auf der sie getanzt hatte, ging über drei Tage, und so blieb Tara mitsamt ihrer Wiege und dem kleinen Sarg, den der umsichtige Vater daneben platziert hatte, in der Obhut ihrer Großtante Serena und deren bester Freundin, einer Zigeunerin.
Die schüttelte nach zwei Gläsern Brandy den Kopf und verscheuchte die Wolken von Glühwürmchen, die nachts über Taras Wiege kreisten. Die Zigeunerin segnete das Kind, ließ sich schwer in den Sessel fallen und zündete sich eine Zigarre an. Schließlich seufzte sie tief und erklärte Serena, dass die kleine Tara im Besitz der Worte sei.
„Welcher Worte?“, fragte Serena irritiert, denn Tara lag friedlich da und gluckerte ab und an nach Art der Babies.
„Aller Worte, die es je gegeben hat und je geben wird“, entgegnete ihre Freundin und sog behaglich an ihrer Zigarre.
Serena blickte unsicher auf das von den Glühwürmchen beleuchtete Gesichtchen ihres Schützlings. „Aber was ist mit Männern? Wird sie schön werden? Einen reichen Mann heiraten? Viele Söhne bekommen?“ Sie schenkte erwartungsvoll Brandy nach.
“Tara wird jeden Mann haben können, den sie möchte, und von jedem Mann einen Sohn, wenn sie möchte. Sie ist im Besitz der Worte und dies vermag mehr auszurichten als alles andere in den Herzen der Menschen.“
Jetzt war es an Serena, tief aufzuseufzen. Was für eine Prophezeiung!
„Was seufzt du? Ihre Worte werden sein wie der Tanz, den ihre Mutter mit Hibiskusblüten im Haar tanzt und sie werden sein wie die Särge, die ihr Vater an nebligen Montagen zimmert. Nicht alle Menschen werden ihre Worte verstehen, weil nicht alle Menschen eine Seele haben.“
Hier schnäuzte sich die Zigeunerin kräftig und Serena beeilte sich, ihr ein Taschentuch anzubieten. „Nimm die Kleine, die ebenfalls vor ein paar Tagen geboren wurde, die Tochter des Bürgermeisters.“
„Was ist mit ihr?“, wollte Serena wissen.
„Sie liegt in einer Wiege aus Ebenholz, drei Ammen sind bestellt und ihr Vater geht schon wieder auf Brautschau, kaum, dass der Leib ihrer Mutter kalt geworden ist. Die Tochter des Bürgermeisters hat keine Worte. Sie hat keine Ohren, um zu hören und kein Herz, um zu verstehen – manche werden so geboren.“
Serena lachte und winkte ab. „Bah! Du und ich, wir wissen, dass es Schlimmeres auf dieser Welt gibt!“ Aber ihre Freundin stimmte nicht mit ein.
Tara lag in ihrer Wiege und träumte, es regne Mandelblüten, es dufte nach Honigmilch und es fächle ihr ein Pfau mit seinen Perlmuttfedern Luft zu.

Großtante Serena wartete in all den Jahren auf die Worte, die die Zigeunerin angekündigt hatte.
Doch Tara sprach nicht. Statt dessen bemalte sie ihren kleinen Sarg mit Blumen und Fischen und Schmetterlingen. Wenn sie etwas sagte, war es unverständlich - so als höre man dem Dorfdeppen zu, wenn er speichelblasenwerfend vor sich hin brabbelte.
An diesem Maßstab gemessen entwickelte sich Lucia, des Bürgermeisters Tocher, allerdings prächtig. Sie redete ohne Unterlass. Am liebsten über Dinge, die besser ungesagt geblieben wären. Als sei ein maurischer Dschinn in sie gefahren, plapperte sie den lieben langen Tag. Es war ohrenbetäubend.
Tara Emahar dagegen tanzte mit den Fischen.
Alejandro, dem Sohn des Notars, dröhnte der Kopf von Lucias Versuchen, sein Herz herbeizureden. Ihre beiden Familien betrachteten diese Verbindung mit Wohlwollen. Er für seinen Teil wollte das Beste aus der Verlobung machen, die in Kürze bekannt gegeben werden sollte, allerdings hoffte er inständig, in der Zwischenzeit zu ertauben.
Für einen Moment war er sogar davon überzeugt, dass dieses Ereignis bereits eingetreten sei, denn er sah Tara Emahar durchs nächtliche Granada dahin gleiten, die umgebende Luft wie Meereswasser, ihr Schritt ein Tanz mit einem Schwarm unsichtbarer Fische. Alejandro hielt den Atem an und hüpfte auf einem Bein mit schief gelegtem Kopf. Aber er hatte gar kein Wasser in den Ohren, er schaute nur Tara Emahar, die Dichterin, wie sie die Straße hinauf zu El Sacromonte ging - und sie schaute ihn.

Zu Hause angekommen legte er sich ins Bett, drehte sein Gesicht zur Wand und kündigte an, nie wieder aufzustehen.
Der Bader kam und ließ ihn zur Ader, der Priester kam und nahm ihm die Beichte ab, Lucia kam und drückte seine kalte Hand, doch niemand konnte Alejandro wieder herstellen. Schließlich gab seine besorgte Familie einen Sarg bei Senor Emahar in Auftrag.
Taras Vater jedoch hatte eigene Sorgen. Seit einigen Tagen schlich sich seine Tochter in die Werkstatt und bedeckte die Wände, die Arbeitsfläche, die Fenster, die Holzplatten, selbst die vorbestellten Särge mit ihren Gedichten über Alejandro, so dass er dem gramzerfurchten Notar schließlich einen Sarg präsentieren musste, dessen Wände, Boden und Deckel über und über mit Lobpreisungen und Huldigungen von Alejandros Haar, Alejandros Augenbrauen, Alejandros regenwolkenfarbenen Augen und Alejandros Körper bedeckt waren.

Der Notar geriet außer sich, Alejandro jedoch wurde auf der Stelle wieder gesund, als er den für ihn bestimmten Sarg sah. Niemand anders als Tara Emahar hatte diese Verse verfasst, soviel war klar, und wie er für sie Mond und Gestirne war, so war sie für ihn Wermut und Süßkirsche, Bittermandel und Orangenblüte.
Sie gingen zusammen fort und zeugten ein großes Geschlecht von Sängern und Dichtern. Ihre Nachkommen sind heute über die ganze Erde verstreut.

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cantare

sofort dachte ich an...
der bei dem großen Beben von 1915 in einer Kirche...
Cassian (Gast) - 25. Aug, 07:41
hab an Dich vorhin gedacht,...
hab an Dich vorhin gedacht, als ich Nachrichten sah...
fbtde - 24. Aug, 22:38
Das Wetter...
... lässt wie jedes Jahr zu wünschen übrig....
Marco Gallina (Gast) - 11. Aug, 16:46
Lange nicht mehr hier...
doch freue ich mich sehr, daß es diesen Blog...
Arminius (Gast) - 29. Jul, 20:23
Lebenszeichen
Ein Lebenszeichen für uns Besorgten wäre...
Theodred (Gast) - 21. Jul, 21:36

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