Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

"Amongst our weaponry are such diverse elements as fear, surprise, ruthless efficiency, an almost fanatical devotion to the Pope, and nice red uniforms!" [Monty Python.]



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Aktuelle Veröffentlichungen

"Ida Friederike Görres und Joseph Ratzinger - die tapfere Kirschblüte und ihr Prophet in Israel." In: Vatican-Magazin Mai 2013

"Kein Maß kennt die Liebe" - über die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern und das Jubiläumsjahr in Kloster Hegne. In: Die Tagepost vom 20. April 2013.

"Liebe, Wahrheit, Schönheit-das gesamte Pontifikat Benedikts XVI." - Die Buchbesprechung zu A. Kisslers Buch "Papst im Widerspruch." Online hier.

"Zuversicht statt Zweifel. Bologna und die heilige Katharina."In: Die Tagespost vom 13. April 2013

"Und in dir wird man einst die Herrlichkeit Gottes sehen" über die heilige Katharina von Bologna. In: Vatican-Magazin März-April 2013

"Schutzschirm für die Gemeinschaft. Christoph Müllers Einführung in die Benediktsregel" In: Die Tagespost vom 7. März 2013

"Fritz und Resl: Gottes Kampfsau und Jesu Seherin" In: Vatican-Magazin Februar 2013 anlässlich des 130. Geburtstags von Fritz Michael Gerlich.

"Jakub Deml-Traumprosa, die vom Jenseits erzählt" In: Die Tagespost vom 9. Februar 2013

"Der Tod ist nicht relativ" In: Die Tagespost vom 7. Februar 2013

"In heiligen Sphären. Mensch und Welt lassen sich nicht entsakralisieren" In: Die Tagespost vom 5. Februar 2013

"Die tapfere Heilige, die nicht sterben wollte Die Märtyrerin Cristina und das Blutwunder von Bolsena." In: Vatican-Magazin Januar 2013

"Alles andere als Rettungsroutine. Aus den Schätzen der Kirche schöpfen: Warum Beichte und Ablass ein Comeback verdient haben." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Leitsterne auf dem Glaubensweg. Katholische Großeltern spielen eine wichtige Rolle bei der Neuevangelisierung." In: Die Tagespost vom 22.12.2012.

"Das Netz der virtuellen Ewigkeit.Tod und Gedenken im Internet." In: Die Tagespost vom 29. November 2012.

"Der Friede auf Erden fängt zwischen Männern und Frauen an. Marias "Fiat" und Josefs "Serviam". Engel führten sie zum außergewöhnlichsten Ehebund der Weltgeschichte. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Der Marathon-Mann" - mein Porträt von S. E. Bischof Tebartz-van Elst. In: Vatican-Magazin Dezember 2012.

"Versperrter Himmel, öffne dich!" Über die Wallfahrt der totgeborenen Kinder zu Unserer lieben Frau von Avioth. In Vatican-Magazin November 2012.

"Ein französischer Vorläufer des heiligen Franziskus - zum 800. Todestag des Hl. Felix von Valois." In: Die Tagespost vom 3. November 2012

"Die Macht der Mystikerinnen" anlässlich der Heiligsprechung von Anna Schäffer. In: Die Tagespost vom 20. Oktober 2012

"Was für eine Frau!" Zur Vereinnahmung der hl. Hildegard von Esoterikerin und Feministinnen. In: Die Tagespost vom 9. Oktober 2012

Über den Kapuzinerpater Martin von Cochem zu seinem 300. Todestag. In: Die Tagespost vom 29. September 2012

"Die Kirche-ein Krimi?" in: Die Tagespost vom 30. August 2012.

"Wieder gefragt: Exorzismus!" in: PUR-Magazin September 2012

"Mir ist das Brevier wichtig geworden!" Ein Interview mit dem evang. Pfarrer Andreas Theurer, der in die katholische Kirche eintreten wird. In: Die Tagespost vom 14. August 2012

"Im Vorhof des Himmels" Die hl. Edith Stein und ihr Seelenführer, der Erzabt von Beuron. In: Vatican-Magazin August-September 2012

"Durch Gottes Gnade ein Kind der Kirche" - Edith Stein, Erzabt Raphael Walzer von Beuron und die Enzyklika Mit brennender Sorge. In: Die Tagespost vom 9. August 2012.

Der Cammino di San Francesco-Heiligtümer im Rieti-Tal. In: PUR-Magazin Juli.

Die Opfer der Bundeswehr. Mein Interview mit dem Afghanistan-Veteranen R. Sedlatzek-Müller. In: Die Tagespost, Ausgabe vom 14. Juni 2012

"Mehr als Dinkel und Kräuter: Ein Kernkraftwerk des Heiligen Geistes - die hl. Hildegard von Bingen" In. Vatican-Magazin Juni-Juli 2012

"Wie eine lodernde Feuersäule Die heilige Veronika Giuliani" In: Vatican-Magazin Mai 2012

"Die Vollblutfrau, die den Erlöser liebte: Kronzeugin des Osterereignisses: Die Geschichte von Jesus und Maria Magdalena." In: Vatican-Magazin April 2012

"Ich fühle mich als Frau in der Kirche nicht diskriminiert" Ein Interview mit mir von Petra Lorleberg für kath.net

"Die virtuelle Engelsburg hat standgehalten" in: Die Tagespost vom 22. März 2012

"Die Sowjets traten, rissen, schlugen, brannten - aber immer wieder haben die Litauer ihren Kreuzeshügel aufgebaut". In: Vatican-Magazin März 2012

"Katholische Bloggerszene stiftet Ehe" Interview mit Phil und Hedda in: Die Tagespost vom 13.März 2012

Und Du wirst mal Kardinal!" Prags Erzbischof verkörpert das Durchhaltevermögen der tschechischen Christen. In: Die Tagespost vom 18. Februar 2012

"Wo Liebe ist, ist Eifersucht nicht weit: Alfons Maria de Liguori und Schwester Maria Celeste Crostarosa, Gründer des Redemptoristenordens". In: Vatican-Magazin Ausgabe Februar 2012

Neue Kolumne über geistliche Paare: "Mann-Frau-Miteinander-Kirchesein" In: Vatican-Magazin Ausgabe Januar 2012

Unsagbar kostbare Göttlichkeit - Gold, Weihrauch und Myrrhe: Die Gaben der Heiligen Drei Könige. In: Die Tagespost vom 5. Januar 2012

"Wo die Pforten des Himmels offen sind. Loreto in den italienischen Marken". In: Vatican-Magazin Dezember 2011

"Ein Schatz, der fast zu groß für diesen Erdball ist". In: Liebesbriefe für die Kirche. Hrsg. Noe, Biermeyer-Knapp. Bestellbar hier.

Der Papst meines Lebens - Vatican-Magazin spezial zum Papstbesuch

Norcia - der Geburtsort des heiligen Benedikt: "Als sich der Erdkreis verfinstert hatte" In: Vatican-Magazin August-September 2011

In englischer Übersetzung online hier: When the world had darkened<

Der Vatikan und die Blogger - Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Poetische Pilgerorte-Reisen ins mystische Mittelitalien. Erschienen im MM-Verlag.


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Literarisches Blog

Sonntag, 28. April 2013

Jossel Rakovers Wendung zu Gott

>>Etwas ganz Besonderes geht vielmehr vor auf der Welt, und es hat einen Namen: Hastores Ponim - das heißt: Jetzt ist die Zeit, da Gott Sein Gesicht verbirgt.<<

Die Erzählung von Zvi Kolitz über das Warschauer Ghetto, aus dem Jiddischen übersetzt von Paul Badde.
Hier online.

Dienstag, 23. April 2013

Michael Hesemann: Jesus in Ägypten. Das Geheimnis der Kopten

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Der Historiker und Journalist Michael Hesemann nahm kürzlich während mehrerer Studienreisen Tuchfühlung auf zu einer der ältesten Kirchen der Christenheit, die ihre Gründung auf den Evangelisten Markus zurückführt und ihre Zeitrechnung nicht mit der Geburt Jesu beginnen lässt, sondern mit dem Beginn der Christenverfolgung unter der Regentschaft Kaiser Diokletians. Einer der blutigsten und verheerendsten der damaligen Zeit. Die Kopten zählen ab dem Jahr 284 n. Chr. die "Ära der Märtyrer". Diese Ära ist nun seit fast 1700 Jahren noch immer nicht beendet, auch wenn die Christen in Ägypten nicht mehr per kaiserlichem Dekret verfolgt werden.
Spätestens seit dem 1. Januar 2011 ist die koptische Kirche auch hierzulande bekannter geworden - nach dem furchtbaren Anschlag in Alexandria mussten selbst die rund 6.000 in Deutschland lebenden Kopten ihre Weihnachtsfeiern zum 6. Januar unter massivem Polizeischutz feiern. Zahlreiche Katholiken und Christen anderer Konfessionen besuchten Januar 2011 die Weihnachtsliturgie in deutschen koptischen Gemeinden, um Mitgefühl und Solidarität zu signalisieren.

Das Interesse an dieser ebenso anziehend wirkenden wie fremdartigen Kirche stieg, deren koptisch-orthodoxer Zweig selbstständig ist und einen eigenen Patriarchen hat, welcher aus historischen Gründen auch den Titel "Papst" trägt - warum das so ist, erklärt Hesemann ebenfalls in seinem Buch -; während der koptisch-katholische Zweig zu den mit Rom unierten Kirchen zählt.
So lag es nahe, auf seiner geplanten archäologisch-historischen Spurensuche über die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten, ihre Reisestationen und Aufenthalte, auch in den heute noch existierenden koptischen Klöstern und Wallfahrtskirchen halt zu machen und Priester und Mönche dort zu befragen, die über uraltes mündlich überliefertes Wissen oder sogar Papyri verfügen, die zum Teil über 1500 Jahre alt sind.
Dabei hat Hesemann nicht nur möglichst viele Quellen ausgewertet, sondern durchaus auch der örtlichen Überlieferung Platz und Raum gelassen, so dass ein Buch entstanden ist, welches ebenso historisch fundiert berichtet wie auch wunderschöne Geschichten von Quellwundern, ebenso heiligen wie heilenden Wassern und schwimmenden Bibeln zu erzählen weiß. Und davon, dass in mindestens einer Handvoll heidnischer Tempel in verschiedenen Städten, welche die heilige Familie in Ägypten besuchten, beim Eintritt des Jesuskindes die Götzenstatuen von Sockeln und Wänden fielen, um mit zerschlagenem Angesicht auf dem Boden liegenzublieben.

Alle diese Legenden und Überlieferungen scheinen dem postkonziliaren europäischen Katholiken eher fremd. Wann haben wir zuletzt in diesem Land eine Marienerscheinung gesehen? Und zwar allesamt, nicht nur eine ausgewählte Sehergruppe? In Zeitoun gab es eine, bei der sogar der damalige Präsident Nasser Augenzeuge wurde. Von der Erscheinung der Heiligen Jungfrau in Warraq 2009 kursieren sogar youtube-Videos.
Und wer kennt das Lourdes der Antike? Das Kloster des wunderbaren heiligen Menas, einem Reiter- und Soldatenheiligen, der unter Maximinius Daia allerfurchtbarste Foltern zu ertragen hatte, weil ihm im Traum geoffenbart wurde, er werde zu allen Tugendkronen auch noch die Krone des Märtyrers erlangen. Hesemann schildert den Mythos ebenso präzise wie die historischen Fakten zu diesem Ort in der Oase von Maryut, von Anbeginn der Überlieferung bis hinein mitten in die Zeit des Zweiten Weltkrieges, wo sich folgendes Wunder um den Heiligen Menas ereignete, welches auch so manchen Skeptiker ins Grübeln bringt. Maryut liegt etwa 65 Kilometer von El Alamein entfernt, wo eine der berühmtesten Schlachten des Zweiten Weltkrieges stattfand - und sich das Geschick endlich gegen Hitlers Truppen wendete, die unter Generalfeldmarschall Rommel nach dort vorgestoßen waren und den Briten unter Feldmarschall Bernard Montgomery entgegenstanden. Und eben jener Feldmarschall hatte nun zu dieser Zeit einen Traum: "Er träumte von einer Panzerschlacht zwischen den Achsenmächten und den Alliierten, die von einem Mann aus erhöhter Position beobachtet wurde. Wann immer dieser Mann die Hand erhob, wichen die Truppen der Deutschen zurück, bis sie schließlich völlig besiegt waren. Auf die Frage, wie er denn hieße, antwortete der Mann mit nur einem Wort: 'Menas'."
Das war kurz vor der Schlacht von El Alamein, die den Allierten den ersten, großen Sieg brachte und den großen Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg darstellte. Montgomery hatte diesen Traum einem koptischen Freund erzählt, Professor Nahguib Mahfouze, dem Leiter der Gynäkologie in der Universtätsklinik zu Kairo, bei dem sich seine Frau in ständiger Behandlung befand. Wir können also, mit dem Autoren Hesemann, die Quelle für glaubwürdig befinden - und uns dennoch wundern.

Es sind die Fülle an historischen Fakten, Belegen, Verweisen, Auszügen aus alten Chroniken, verwoben mit Legenden, Heilungswundern, Erscheinungen und Wallfahrten an besonderen Orten, von denen in Deutschland kaum je gehört wurde, die dieses Buch, das ebensogut als literarischer Reiseführer gelesen werden kann, so interessant und lesenswert machen. Ob man es locker überfliegt oder mit dem Bleistift in der Hand durcharbeitet: danach hat man Wesentliches über das Leben der Heiligen Familie in Ägypten, die koptische Kirche, ihre Geschichte, ihre Traditionen und ihre Probleme im heutigen Ägypten erfahren.
Ganz besonders erfreulich ist die Ausstattung mit einer Reisekarte, so dass man die zum Teil fremdartigen Ortsnamen, die kaum geläufig sind, visuell zuordnen kann, sowie zahlreiche weitere Abbildungen. Im Anhang finden sich neben Anmerkungen und Literaturhinweisen noch eine ausführliche Zeitleiste zur Geschichte der Kopten und ein Interview mit dem Generalbischof der koptischen Kirche in Deutschland, Anba Damian, zur aktuellen politischen Situation, zu dem, was uns als Christen eint, aber auch, was uns trennt. Von ihm stammt auch das Vorwort zu "Jesus in Ägypten. Das Geheimnis der Kopten."
Vorangestellt hat der Autor Michael Hesemann eine Widmung, die hier ebenfalls Erwähnung finden soll:
"Den Märtyrern vom Maspero-Platz und ihrem Traum von einer Gleichberechtigung der Kopten in Ägypten gewidmet." Möge dieser Traum in Erfüllung gehen.

Michael Hesemann: Jesus in Ägypten. Das Geheimnis der Kopten.
Erschienen im Herbig Verlag 2012.
ISBN: 978-3-7766-2697-1
24,99 Euro

Dienstag, 16. April 2013

Liebe, Wahrheit, Schönheit - das gesamte Pontifikat Benedikts XVI.

Zu meiner Buchbesprechung von Alexander Kisslers

"Papst im Widerspruch. Benedikt XVI. und seine Kirche 2005-2013",

die heute, am Tage des Geburtstages unseres lieben emeritierten Papstes auf kath.net erschienen ist, geht es
hier entlang.

Donnerstag, 4. April 2013

Lyrik zum Tage: Stimme des Heilandes von Gertrud von le Fort

Ich aber, ich allein erhebe keine Klage, und was an mir
geschah steht nirgends vor Gericht.
Denn wo ist der Mächtige, der meine Sache führen, wo
ist der Gewaltige, der mir genug tun könnte?
Es reicht kein Leben aus, mich anzuhören, und keines
Lebens Kraft, mein Leid zu fassen.
Jedes Menschen Schmerz hat seine Stunde, und jedes
Volkes Jammer seine Abendröte,
Aber über meinen Schmerzen geht der Tag nicht unter,
und mein Jammer ist bei allen Völkern der Erde.
Ich war der Verblutende in allen ihren Schlachten, ich
war der zu Tode Getroffene jeder Walstatt.
Ich war der Gefangene, den der Hunger würgte. Ich
war der Vermisste, der in Nacht und Graun verdarb.
Ich war der Erstickte in den giftgen Kammern des
Verbrechens. Ich war der Gemarterte, bei dessen
Schrei kein Herz brach.
Ich war der Verschüttete in den Kellern der ver-
brannten Städte, ich war der ausweglos Verirrte
ihrer Flammenwälder.
Es war mein Haus, das man dem Flüchtling raubte, es
war mein Gewand, das man von seiner Schulter riss.
Es war mein Kind, das in der Mutter Arm erstarrte!
An jedem Tag war ich der Verleugnete, und zu jeder
Stunde war ich der Verratne ....
Ich bleibe der Verratene bei jedem neuen Schrei der Hähne!
Denn siehe, ich bin eine sanfte Stimme, in den wilden
Tälern eures Hasses,
Ich bin eine gnadene Stimme auf den Eisesgipfeln eures
Zornes,
Ich bin eine himmlische Stimme noch am Tor der Hölle.
Ich bin unverbittert Liebe, ich bin unerbittlich Liebe,
ich bin bittende Liebe ...
Liebt mich wieder, liebt euch alle und - verstummt!

Donnerstag, 21. März 2013

250. Geburtstag von Jean Paul

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Johann Paul Friedrich Richter wurde am 21. März 1763 in Wunsiedel geboren und war zu Lebzeiten populärer als Goethe.

Der Maniker des Zettelkastens - seine Exzerpte, mit denen er bereits als Jugendlicher begann, umfassten am Ende rund 12.000 Seiten - sind nun digitalisiert und online gestellt worden.

Vom "strategischen Trinker" (siehe Link zum ZEIT-Interview) stammen, was kaum noch jemand weiß, die damaligen Wortneuschöpfungen "Schmutzfink" und "Weltschmerz".

Sein Biograf Helmut Pfotenhauer sagt über ihn:

>>Es gibt kaum einen ähnlich bilderseligen, metaphernsüchtigen Autor wie Jean Paul. Das macht ihn ja oft auch schwer zu lesen. Diese Häufung von wunderbaren Bildern, die sprachlichen Möglichkeiten, die alles bis dahin Veröffentlichte überschreiten, machen ihn zu einem der größten Sprachschöpfer der deutschen Sprache. Lineare Geschichten sind ihm eigentlich unwichtig. Das empfindet er eher als lästig. Er möchte keine Spannung aufbauen, sondern es sind einzelne Blöcke, die er aufeinander schichtet – ein nicht-lineares Schreiben, würde man heute sagen. Das ist einer der Gründe, warum Jean Paul noch immer aktuell ist. Das sind im Grunde postmoderne Schreibweisen. Navid Kermani, einer der großen Jean Paul-Verehrer unter den zeitgenössischen Schriftstellern, sagt, dass er nicht die Postmoderne vorweggenommen, sondern sie weit übertroffen habe.<< Ganzes Interview mit der ZEIT hier.

Und noch der Hinweis auf die Internetseite anlässlich des 250. Geburtstags von Jean Paul mit weiteren Links und Informationen, Anmeldemöglichkeiten für den Newsletter und für die "Hundspost" - via diese bekommt man jeden Montag einen Aphorismus Jean Pauls in die Mailbox.

Sonntag, 17. März 2013

Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution

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Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit - so der paradox klingende Untertitel des Buches der studierten Soziologin und Katholikin Gabriele Kuby. Was ist damit gemeint? Das, was einige von uns, und es werden immer mehr, schon längst ahnen.
Die grotesk anmutenden Meldungen wie wir sie alle kennen: Per totalitär anmutendem Dekret Abschaffung von "Vater" und "Mutter" und kompromissloses Ersetzen durch "das Elter I und das Elter II", verordnete Toilettenhäuschen für Menschen, die nicht wissen, ob sie das Männerklo benutzen sollen oder das Frauenklo. Das sind jedoch nur die skurrilen Spitzen eines Eisbergs. Gabriele Kuby hat sich daran gemacht, Geschichte, Methoden und Auswirkungen einer globalen, übermächtigen Agenda zu untersuchen und zusammenfassend darzustellen. Ihr Metier als Soziologin mag ihr dabei geholfen haben. Schließlich handelt es sich um eine stringente Darstellung von Fakten, die Kuby auch zu belegen weiß, was das Buch von manchen Äußerungen zum gleichen Thema, die hin und wieder wie Anklänge an Verschwörungstheorien anmuten, unterscheidet.
Dennoch ist ihr Buch kein mühsam zu lesendes wissenschaftliches Werk geworden, sondern ein wertvoller Leitfaden für alle, die sich über Kategorien, Hintergründe und mittlerweile etablierte Strukturen dieser globalen Agenda informieren wollen und eine Schatztruhe an Argumentationshilfen noch dazu.
Zunächst gibt die Autorin einen geschichtlichen Überblick zu den Wegbereitern der sexuellen Revolution von der Französischen Revolutionszeit bis hin zum modernen Feminismus und zeigt somit die historische Kontinuität des Gleichmacherei-Terrors und wie es eigentlich passieren konnte, dass der Kampf um Gleichberechtigung in die Gleichmacherei der Gender-Ideologie mündete.
Die Globalisierung dieser sexuellen Revolution wird nun ausgerechnet durch die Mittel und Organe der Vereinten Nationen vorangetrieben, wobei die Dekonstruktion der Menschenrechte bzw. deren Umkehrung zu griffigen Slogans wie Abtreibung sei ein Menschenrecht das Mittel der Wahl ist.
Denn kann es überhaupt ein Menschenrecht geben, das einem anderen Menschen sui generis die eigenen Rechte (das Recht auf Leben zum Beispiel) wegnimmt?

Im zweiten Drittel des Buches geht Kuby ausführlich auf die totalitären Ansprüche der 29 Yogyakarta-Prinzipien ein (Zitat Kuby: "Die Yogyakarta-Prinzipien sind eine detaillierte Anleitung zur globalen Durchsetzung der Gender Ideologie: freie Wahl des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und Identität. ... Eine Gruppe "renommierter Menschenrechtsexpertinnen und -experten" ohne jede offizielle Autorisierung und Legimatiation formulierte diese Prinzipien 2007 auf einer Tagung im indonesischen Yogyakarta und stellt sie im März 2007 im Genfer UN-Gebäude der Öffentlichkeit vor, um sich mit dem Schein der UN-Autorität zu umgeben."), beschreibt die Übernahme dieser Ideologie durch die Europäische Union und deren Implementierung an der Basis der Gesellschaft, in Institutionen, Schulen, Kindergärten in den Parteien und an den Gerichtshöfen.
Es folgen Exkurse zu den ideologisch motivierten Übergriffen auf unsere Sprache sowie das zerstörerische Potential der allumfassenden Pornografisierung unserer westlichen Gesellschaft (erbitterste und älteste Gegnerin dieser Pornografisierung war übrigens Alice Schwarzer).

In den beiden letzten Kapiteln beschreibt Kuby die Intoleranz und Diskriminierung durch die aufgezeigten Angriffe auf Grundfreiheiten und Möglichkeiten des Widerstandes und schließt im letzten Kapitel über den "Totalitarismus im neuen Gewand" mit den Paralellen von Missbrauch der Sexualität zu Missbrauch von Macht.

Dem Buch vorangestellt ist ein Geleitwort des christlichen Philosophen Prof. Dr. Robert Spaemann. Es ist dankenswerterweise ausgestattet mit ausführlichen Quellenangaben, Namens- und Organisationsregiester und Literaturempfehlungen.

Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution. Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit.
ISBN: 978-3-86357-032-3
fe-Medien Verlag Kisslegg
Bestellbar auch direkt beim Verlag.

Montag, 11. März 2013

Alexander Kissler:Papst im Widerspruch

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>>Genau 15 Tübinger Bibelgelehrte schrieben ihrem Pontifex maximus jetzt [nach der Aufhebung der Exkommunikation für die FSSPX - Anm. v. mir] ins Stammbuch, sie seien »in großer Sorge um die Einheit der Kirche auf der Grundlage des II. Vatikanischen Konzils«. Deshalb riefen sie »die Bischöfe, alle Kolleginnen und Kollegen im akademischen Lehramt, alle mit der Verkündigung Beauftragten und alle katholischen Christen und Christinnen auf, das Erbe dieses Konzils standhaft einzufordern und zu verteidigen«.
Das Konzil hat bekanntlich den Primat des Papstes bekräftigt und den Zölibat als »kostbare göttliche Gnadengabe« und »Gesetz«, ferner die Priesterweihe nur für Männer, den im eigentlichen Sinne nichtkirchlichen Status der protestantischen Gemeinschaften und auch das Latein als Sprache der Liturgie. Es hat außerdem die Gottesdienstgemeinschaft »durch göttliches Gesetz verboten«, sofern keine Kirchengemeinschaft vorliegt; das in Deutschland oft geforderte »gemeinsame Abendmahl« wäre ein klarer Verstoß gegen das Konzil. Ergo deckt dieses sich in seinen tatsächlichen Beschlüssen nicht mit dem »Erbe des Konzils«, das hier »standhaft« gegenüber dem Papst verteidigt werden soll.<<

Alexander Kissler:Papst im Widerspruch. Kapitel Vier: Ein »leiser Gestus der Barmherzigkeit«
Warum die Piusbruderschaft für Ärger sorgte.
Pattloch-Verlag München, 2013.

Sonntag, 10. März 2013

Alexander Kissler:Papst im Widerspruch

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>>Dass die Liebe eine grundstürzende Gewalt ist, wird niemand bezweifeln. Auch nicht, dass sie ebenso aufbauen wie einreißen kann, in die Weite führen und in eine falsche Enge verbannen kann. Darum konnte es keinen würdigeren Auftakt geben zu einem Pontifikat von damals sehr unbestimmter Dauer – der Autor war schließlich 78 Jahre alt – als diese Rückbesinnung auf die Kraft, die leben lässt. Benedikts Kirche sollte eine Liebeskirche sein.
Diese Botschaft wurde weltweit verstanden und weltweit begrüßt. Der Dogmatiker hatte sein Publikum verblüfft, die Erwartungen gebrochen. Da sprach und schrieb kein Kirchenfunktionär, kein Inquisitor. »Deus Caritas est« war das Werk eines Liebenden. Adressiert war die erste Enzyklika konventionell »an die Bischöfe, an die Priester und Diakone, an die gottgeweihten Personen und an alle Christgläubigen«. Jeden Menschen ging sie an, ohne dass es ausdrücklich formuliert war. Die dritte Enzyklika hingegen – zur zweiten, der wichtigsten, kommen wir noch – zog explizit den Empfängerkreis weiter.
»Caritas in Veritate« von 2009 sollten auch »alle Menschen guten Willens« lesen. Schließlich ist die »ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit« kein christliches Spezialproblem.<<

Alexander Kissler: Papst im Widerspruch. Kapitel Drei: "In der Schule der Hoffnung" - Die drei Enzykliken. Erscheint im Pattloch-Verlag in Kürze.

Donnerstag, 7. März 2013

Alexander Kissler: Papst im Widerspruch

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>>»Darf man sich eigentlich so freuen, wenn die Welt so voller Leid ist, wenn es so viel Dunkles und Böses gibt? Ist es dann erlaubt, so übermütig und fröhlich zu sein? Und die Antwort kann nur lauten: Ja! – Denn mit dem Nein zur Freude dienen wir niemandem, machen wir die Welt nur dunkler.« Den Bayern falle diese Freude leicht, denn Gott »hat uns eine so schöne Welt geschenkt, ein so schönes Land, dass es leicht ist, zu erkennen, Gott ist gut, und froh darüber, zu sein.«
Das päpstliche Ich ging ganz auf im bayerischen Wir und der Freude an der Schöpfung – auch und besonders im Hinblick auf den geliebt-gewohnten Heimatboden. Das typisch Deutsche hingegen ist, wie er es über den Wolken andeutete, eher im theologischen Fragen und Denken und abermaligen Fragen zu suchen. Freilich geschah diese deutsche Grübelei auf eine Weise, die ihn oft mit den in Deutschland vorherrschenden geistigen Tendenzen kollidieren ließ. Benedikt war von der deutschen Lust am Zweifel als dem prinzipiellen Weltzugang nicht angekränkelt. Er beharrte darauf, im katholischen Glauben Antworten gefunden zu haben, vernünftige Antworten, auf alle großen Fragen des Daseins.<<

A. Kissler: Papst im Widerspruch. Benedikt XVI. und seine Kirche 2005-2013, Kapitel 2: Am Meisten vermag doch die Geburt. Benedikt und die Deutschen.
Erscheint im Pattloch Verlag.

Alexander Kissler: Papst im Widerspruch.

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Mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Kissler darf ich hier auf diesem Blog ein paar exklusive Appetithäppchen aus seinem neuen Buch veröffentlichen, die hoffentlich Lust auf mehr machen.

>>Benedikt XVI. tat es [dem Ruf seines Gewissens zu folgen], weil ihm der Blick nach innen keine Ausnahme war in Grenzsituationen, sondern die menschliche Regel. Er war ein Mystiker auf dem Papstthron. Der Kernsatz des romantischen Dichters Novalis war ihm Programm: »Nach innen geht der geheimnisvolle Weg.« Natürlich wäre es ein Irrtum, sich Benedikt XVI. als verzückungsbereiten Charismatiker vorzustellen, nur weil er tatsächlich ein Mystiker war. Ja, mystisch war das Koordinatensystem Benedikts. Er schätzte die Vernunft, diesen göttlichen Schöpfungsfunken, viel zu hoch ein, als dass er sie zum Universalschlüssel für alle Probleme herabwürdigen wollte. Er kannte die Schranken von Ich und
Vernunft, die beide, um zu dauern, verwandelt werden müssen in liebende Erkenntnis, erkennende Liebe. Was wäre eine Vernunft wert, was ein Ich, wenn sie spurlos zerfielen beim letzten Atemzug? Nur was im Sterben trägt, trägt im Leben, und das ist nun einmal jenes große, sich uferlos verschenkende Geschenk, die Liebe: Davon war Benedikt XVI. durchdrungen.
Darum war er Mystiker, darum sah er im Kontinent der Seele das menschliche Königtum verbürgt, das kein Tod zuschanden machen kann.<<

A. Kissler: Papst im Widerspruch. Benedikt XVI. und seine Kirche 2005-2013, Kapitel 1: Mystiker aus Einsicht. Wie Joseph Ratzinger die Welt sieht.
Erscheint im Pattloch Verlag.

cantare

@ Der Friedrich
Schade. Ich hätte sie gerne ernst genommen.
Gerd (Gast) - 20. Mai, 07:34
qcapitano
Ja! Und sowohl Kopten als auch anderen Christen wie...
clamormeus (Gast) - 20. Mai, 00:46
@clamormeus
Wahre Worte! Das zeigt deutlich, dass die westliche...
Il capitano - 20. Mai, 00:12
Zu Syrien noch das hier:...
Zu Syrien noch das hier: http://einfachentfachend.w ordpress.com/2013/05/19/br ausen-von-osten-ein-orient alischer-pfingstgrus/
clamormeus (Gast) - 20. Mai, 00:04
@Ester
Ja, wirklich sehr interessant. Das sollten mal alle...
Il capitano - 19. Mai, 23:56
B. Brechts Meinung zum...
In Friedensbewegten Kreisen (wobei auch ich Friede...
Ester (Gast) - 19. Mai, 23:35
Zum Beispiel hier: http://elsalaska.twoday.ne t/stories/235542969/
Zum Beispiel hier: http://elsalaska.twoday.ne t/stories/235542969/
Il capitano - 19. Mai, 23:19
@R. Ops
Von mir aus, achten Sie das GG so gering wie Sie wollen....
clamormeus (Gast) - 19. Mai, 23:10
Barbara hat sich in dem...
Barbara hat sich in dem Brief als Katholikin geoutet,...
Ralf ofs (Gast) - 19. Mai, 22:58
Tauben, überall...
... nur Tauben *argh* - gesegnete Pfingsten!
Andreas (Gast) - 19. Mai, 20:51
@clamormeus
Sicher! ;-) Dir ebenfalls ein frohes Pfingstfest!
Il capitano - 19. Mai, 20:35
Sicher?
Prognose: Eher zahlt eine Bloggerin mit Geleitschutz...
clamormeus (Gast) - 19. Mai, 20:11

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