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Elsas Nacht(b)revier

Francois Gérard: St. Teresa [d' Avila]



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Aktuelle Veröffentlichung im November-Heft Vatican-Magazin, S. 35, über die Beinhäuser von Alken und Hallstatt: Über allem aber triumphiert der Überwinder von Sünde und Tod.

Aktuelle Veröffentlichung in:
Wenn Er anklopft. 12 Bekehrungs-geschichten, herausgegeben von B. Kerz, MM-Verlag

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Literarisches Blog

Samstag, 14. November 2009

Umberto Eco sucks.

Für jemanden, der genau weiß, was die christliche Kultur des Abendlandes eigentlich bedeutet, der sich oft genug selbst bedient hat aus diesem reichen geschichtlichen Schatz, seinen Symbolen und seiner Geschichte, um damit Bestseller zu schreiben, ist dieses Statement einfach nur armselig und auf einem Auge blind:

>>Als Emblem in Nationalflaggen und Modeaccessoire habe das Kreuz jeden religiösen Hinweischarakter eingebüßt, schreibt Eco im italienischen Magazin „Espresso“ (Freitag). Der Autor wörtlich: „Wenn ich Papst wäre, würde ich verlangen, dass ein so geschmähtes Symbol aus Respekt aus den Klassenzimmern verschwindet.“ Angesichts der Tatsache, dass das Kreuz inzwischen ein weltliches Symbol darstelle, frage er sich, wer „scheinheiliger“ sei: die Kirche, die seine Präsenz in öffentlichen Räumen verteidige, oder die europäischen Instanzen, die es entfernen wollten. Auch bezweifelt Eco, dass ein Verbot religiöser Zeichen das Leben der betreffenden Glaubensgemeinschaft beeinträchtige. Ein Blick auf den Wallfahrtsort Lourdes im laizistischen Frankreich zeige, dass „auch der Bann religiöser Symbole von den Schulen nicht die Vitalität der religiösen Gefühle belastet“. (via Radio Vatican)

Aber vielleicht hat er auch einfach nur das gesagt, was er sagen muss, als jemand, der sich immer nur bedient hat aus dem reichen Schatz, der bereit steht, und nie begriffen hat, um was es dabei eigentlich geht. Ich denke dabei nur an seine Verteidigung des Vaters von Eluana. Umberto Eco entblödete sich damals nicht, sich hinzustellen und dafür zu demonstrieren, dass man einen vollständig gesunden Menschen verhungern und verdursten lassen darf, nur weil er im Wachkoma liegt.
Wenn tatsächlich das Kreuz als Symbol "verkommen" ist in der westlichen Welt, ist das noch kein Grund, ihm jede Daseinsberechtigung abzusprechen. Es gibt noch genügend Menschen, denen das Kreuz etwas bedeutet, nicht nur als Symbol, sondern auch als Sache, für die man mit Risiko, den Job zu verlieren eintritt, oder gar die Unversehrtheit des Leibes oder des Lebens, in anderen Ländern.
Was soll dieser "Blick auf Lourdes"?
Kennt er sein eigenes Land nicht? Alle fünf Meter stehen hier Kreuze, Bildstöcke, Marterl, Madoninnas. Im Umkreis von 10 Kilometern finden sich in manchen Ecken 10 Wallfahrtskirchen von wesentlicher Bedeutung für die Menschen.
Haben sie ihre Bedeutung verloren, weil das Kreuz mittlerweile Modeschmuck oder Flaggenemblem zahlreicher Länder ist? Sollten wir es nicht gerade deshalb verteidigen? Wird es ihm besser gefallen, wenn das Kreuz künftig nur noch in Bars anzutreffen ist? Oder wird er dann vom Papst verlangen: Horch zu, es hängt jetzt eh nur noch in Bars und an Wegkreuzungen, dann lasst den ganzen Schmarrn doch einfach gleich weg?
Machen wir doch glatt. Wenn Umberto Eco all seine Bücher einstampft, mit denen er unter Rückgriff auf das Kreuz, die Kirchengeschichte, den Katholizismus horrend viel Geld verdient hat.

Dienstag, 10. November 2009

In guter Gesellschaft.

Wenn-Er-anklopft_gr
Einige Leser wissen es schon: Seit November ist das Buch "Wenn Er anklopft", herausgegeben von Birgitt Kerz im MM-Verlag erhältlich.

Ich habe noch nicht hineingeschaut, das Belegexemplar ist noch unterwegs, aber ich möchte das Buch dennoch empfehlen, und zwar nicht nur, weil meine eigene Bekehrungsgeschichte darin zu finden ist oder die von Paul vom Breviarium Pauli, sondern auch, weil der Weg zum Glauben von Schwester Isa Vermehren, die kürzlich im Alter von 91 Jahren verstorben ist, darin nachgezeichnet wird.
Schwester Isas Leben war so wendungsreich, so erfüllt von Gnade, dass man nur darüber staunen kann.
Auch die Geschichte von Burkhardt Gorissen, einem ehemaligen Freimaurer, dürfte interessant sein, ebenso wie die acht weiter darin versammelten, auf die ich mich schon sehr freue.
Wenn ich mich nicht irre, ist wohl auch Petra vom mittlerweile leider nicht mehr weitergeführten lumen de lumine Blog dabei, einem Blog, auf dem wiederum ich vor meinem Kircheneintritt immer mitgelesen habe.

Birgitt Kerz (Hrsg.)
Wenn ER anklopft...
12 Bekehrungsgeschichten
249 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Format: 12,5 x 20,5 cm
ISBN 13: 978-3-928272-90-2
18,00 EUR
Bestellbar beim Verlag.

Samstag, 24. Oktober 2009

Die Vladmirskaja genannte

Theotokos_of_Vladimir
berühmte Ikone, die im Jahre 1131 von Konstantinopel nach Russland geschickt wurde und heute in Moskau in der Tretjakow-Galerie hängt, ist übrigens eine typische Darstellung der Panagia eleousa - der zärtlichen Gottesmutter. Der Typus der Panagia eleousa soll zuerst in Syrien zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert aufgetaucht sein.





.

Dienstag, 13. Oktober 2009

...

>>"Die Dissidenten verstoßen eindeutig gegen die Ordnung, aber sie haben doch einige wichtige Fragen aufgeworfen, die bedenkenswert sind."
"Und das wären?"
"Wenn ich offen sein darf, Eure Heiligkeit, dann ist es das Problem der Kollegialität."
"Was genau ist das Problem?"
"Vertrauen wir dem Heiligen Geist oder vertrauen wir ihm nicht genügend, um den Weg zu demokratischeren Strukturen zu öffnen?"
"Das Papsttum stellt sich also dem Wirken des Heiligen Geistes in den Weg?"
"So kann man das nicht sagen. Wir befinden uns gegenwärtig in einer Periode des Übergangs und deswegen ist mit den normalen Schwierigkeiten zu rechnen, wenn die Kirche sich an ein neues Paradigma anpassen muss."
"Welche Sicht haben Sie von diesem Paradigma?"
"Ich möchte klarstellen, Heiliger Vater, dass ich mich nicht so sehr auf meine eigenen Ansichten beziehe als auf die Meinungen dieser Gruppe. Sie sind der Ansicht, dass die Nationalkirchen effektiver arbeiten und den Prozess der Inkulturation realistischer vollziehen könnten, wenn wir unsere schwindenden Ressourcen nicht dafür verbrauchen würden, ein monarchistisches Modell der Kirche aufrecht zu erhalten."
"Hat sich das Konzil zu diesem Punkt nicht eindeutig geäußert? Der Papst ist PETRUS. Er ist der erste der Apostel. Seine Mitbrüder im Bischofsamt üben ihr Hirtenamt nur dann gültig aus, wenn sie in Einheit mit dem Stuhl Petri stehen."
"Ich bin völlig Ihrer Ansicht. Die Bischöfe wollen nur fragen, ob die Struktur der Autorität nicht auch mit größerer Autonomie aufrecht erhalten werden kann."
"Haben sie aus der Geschichte gelernt?"
"Wie bitte?"
"Haben sie das vierte Jahrhundert in der Kirche in Betracht gezogen, als sich fast alle Bischöfe dem Willen eines arianischen Kaisers gebeugt haben? Nur der Papst und eine Handvoll Bischöfe, die mit ihm vereint waren, haben die christliche Botschaft der Evangelien erhalten. Was sagt uns das über den Heiligen Geist?"

[Aus "Father Elijah" von Michael O'Brien.]

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Vorschau auf die Oktoberthemen des VATICAN-Magazin.

Guido Horst gibt uns heute wieder einen appetizer resp. aperitivo auf die Themen des Oktoberheftes, das sich bereits in der Post und auf dem Weg zu den Abonnenten befindet. Ab 14. Oktober sollte es auch wieder im Bahnhofsbuchhandel erhältlich bzw. beim Zeitschriftenhändler, wenn nicht vorrätig, so bestellbar sein:

>>"Da hat es einer gewagt, eine über siebenhundert Seiten lange Biografie zu schreiben – über niemand Geringeren als Jesus Christus. Peter Seewald ist als Autor der beiden Interview-Bücher mit Kardinal Joseph Ratzinger bekannt („Salz der Erde“ und „Gott und die Welt“) – doch jetzt hat er nach den Sternen gegriffen. Sieben Jahre hat er an dem Mammut-Projekt geschrieben. Und im Exklusiv-Interview mit dem VATICAN-magazin gibt der Journalist und Bestseller-Autor offen und ehrlich zu, wie man sich bei so etwas fühlt. Über eines ist er sich heute sicher: Dass das Evangelium die größte Geschichte aller Zeiten enthält. Und noch etwas ist ihm in die Knochen gefahren: Dass alles wahr sein könnte, was in den Evangelien steht.

Wie immer ist die neue Ausgabe des VATICAN-magazins ein bunt gemischter Cocktail: Die deutsche Kirchensteuer ist angezählt, vermutet mal Alexander Kissler. Die deutsche Kirche hat sich auf einen Streit mit dem Freiburger Kirchenrechtler Hartmut Zapp eingelassen, der zwar aus der deutschen Körperschaft des öffentlichen Rechts „Katholische Kirche“ ausgetreten ist, aber als auf ewig Getaufter in seiner Kirche bleiben will. Ein Freiburger Gericht hat dem Rebellen jetzt erst einmal Recht gegeben. Geht das so weiter, dann „Gute Nacht Marie“.

Auch wird der geheimnisvolle Rückzugsort Kardinal Ratzingers und der engsten Mitarbeiter des jetzigen Papstes enthüllt: Eine Benediktinerinnen-Abtei in der Toskana. Die Reihe „Das Wunder der Berufung“ führt diesmal in die peruanischen Anden und die Debatten-Reihe „Disputa“ zeichnet den turbulenten Weg der Habilitationsschrift des jungen Theologen Joseph Ratzinger über den heiligen Bonaventura nach: Ein Drama in vier Akten.

Auch die Diskussion über den Zustand des katholischen Journalismus geht im neuen Heft weiter, diesmal wieder zum Verlust der Deutungshoheit durch die kirchenoffiziellen Medien auf den katholischen Seiten im Internet. Und über das Leben der letzten Christen in Jerusalem zwischen Abrissbaggern und Mauerfluchten berichtet Johannes Zang. Dass es diesmal die Punk-Sängerin Nina Hagen war, die die berühmten zehn Fragen an Papst Benedikt stellen wollte, hat sich mittlerweile schon herumgesprochen. Aber noch vieles mehr ist im neuen VATICAN-magazin nachzulesen - nicht zuletzt, wie sich die Machtverhältnisse im vatikanischen Staatssekretariat im vergangenen Sommer schlagartig geändert haben."<<

Und nein, Guido Horst würde nie, auch nicht in der Vorschau, verraten, in welchem römischen Lokal diesmal die Redaktionskonferenz zu Mittag gegessen hat. Ein bisschen Spannung muss schließlich sein!

[Homepage des Vatican-Magazin mit Bestellmöglichkeit für Probehefte]

Freitag, 25. September 2009

Gudrun Sailer: Vatikan. Der christliche Reiseführer.

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Insidertipps verspricht uns das Signet auf dem Buchcover von Gudrun Sailers "Vatikan. Der christliche Reiseführer" und die werden auch dringend benötigt, wenn man nicht in einer Reisegruppe, sondern als Einzelner unterwegs ist oder gar selbst eine Gruppe leiten soll.
Gudrun Sailer arbeitet seit Februar 2003 als Redakteurin bei Radio Vatikan und die Idee, einen solchen Reiseführer zu schreiben, war eine gute. In den meisten Rom-Führern nimmt der Vatikan mal mehr, mal weniger Platz ein, je nachdem, wieviel Raum Architektur und Kunstgeschichte dort gegeben wird. Bildbände und Kunstführer über Rom gibt es wie Sand am Meer. Nach der Lektüre ist der Leser vermutlich in der Lage, blind den Veronikapfeiler im Petersdom aufzufinden. Was aber ist zu tun, wenn man dort einfach still beten möchte? Wohin kann man sich wenden, wenn man an einem Papstgottesdienst oder einer Audienz teilnehmen möchte und wie stelle ich es als frischgebackenes Ehepaar an, den persönlichen Segen des Papstes zu erhalten? Kann ich als normaler Besucher die Ausgrabungen unter dem Dom oder den deutschen Friedhof besuchen? Gudrun Sailer gibt viele hilfreiche Tipps und Hinweise dazu. Und weil sie ihr journalistisches Handwerk gut versteht, ist das Buch auch noch vergnüglich zu lesen und voller Anekdoten über Päpste, Künstler, Gardisten und ganz normale Vatikanbewohner. Natürlich fehlen auch nicht die klassischen Informationen für Touristen wie der Rundgang durch den Petersdom - der aber angereichert mit für katholische Christen relevante Dinge wie etwa eine Zeichnung über die Sitzordnung bei Papstmessen, die Beichtzeiten oder auch, ganz profan, wann in der Kuppel am wenigsten Gedränge herrscht.
Über die Vatikanischen Museen, die vatikanischen Gärten und das vatikanische Geschäftsviertel gibt es eigene Kapitel und zum Schluss auch eine kleine zusammengefasste Baugeschichte der Vatikanstadt.

Freude machen an diesem Reiseführer auch die vielen Fotos und Grafiken, die wunderschöne und genaue Vatikankarte im Innenumschlag sowie der flexible (weih)wasserfeste Einband. Im Anhang gibt es in Kurzform nützliche Adressen und Informationen.

Ein Reiseführer, den jeder christliche Vatikanbesucher besitzen sollte.

Gudrun Sailer: Vatikan. Der christliche Reiseführer.
ISBN: 978-3-7462-2661-3
9,90 Euro
Erhältlich beim St. Benno-Verlag, Leipzig.

Donnerstag, 24. September 2009

Nach Da Vinci Code und The Lost Symbol

Noch schneller, noch thrilliger, noch baufälliger geplottet:

The Forgotten Cipher!

A long-forgotten labyrinth deep beneath the streets of Jerusalem.
A ruthless cult determined to protect it.
A desperate race to uncover the International Olympic Committee's darkest secret.

When celebrated Harvard symbologist Robert Langdon is summoned to the Shrine of the Book to analyze a mysterious ancient script—etched into the floor next to the disemboweled corpse of the head docent—he discovers evidence of the unthinkable: the resurgence of the ancient cult of the Lucifori, a secret branch of the International Olympic Committee that has surfaced from the shadows to carry out its legendary vendetta against its mortal enemy, the Vatican.

Langdon's worst fears are confirmed when a messenger from the Lucifori appears at the Dome of the Rock to deliver a fateful ultimatum: Turn over the archbishop, or one cherub will disappear from the Sistine Chapel every day. Racing against the clock, Langdon joins forces with the bosomy and quick-witted daughter of the murdered docent in a desperate bid to crack the code that will reveal the cult's secret plan.

Embarking on a frantic hunt, Langdon and his companion follow a 900-year-old trail through Jerusalem's most sacred buildings and venerable monuments, pursued by a pigeon-toed assassin the cult has sent to thwart them. What they discover threatens to expose a conspiracy that goes all the way back to Demetrius Vikelas and the very founding of the International Olympic Committee.

[via The interactice Dan Brown Plot Generator]
Probiert auch mal die Randomfunction :-)

Mit Dank an Scipio.

Dienstag, 8. September 2009

Leseeindrücke meiner Konversionsgeschichte.

David hat meine Konversionsgeschichte aus dem Vatican-Magazin gelesen und auf seinem Blog "Gott sei Dank!" einen Eintrag mit seinen Eindrücken dazu gemacht.

Auch Rosenkranz-Atelier hat einen ganz lieben Blogeintrag nach der Lektüre dazu geschrieben.

Vielen herzlichen Dank euch beiden. Ich habe mich sehr gefreut.

Und da wo steht: den Tod von JPII im Mai in Italien erlebt, da streicht ihr bitte Mai und setzt selbstverständlich April ein. Da hatte sich leider der falsche Monat eingeschlichen. Scusi deswegen.

Dafür gibt es jetzt schon den Titel des Buches mit Konversionsgeschichten, der im Oktober im MM-Verlag erscheinen soll. Die Lektorin hat mir gerade gemailt, dass das Buch den Titel tragen wird: "Wenn Gott anklopft".
Sobald ich das Cover habe, werde ich es hier auch präsentieren.

Montag, 7. September 2009

"Die Prophezeiung" auf dem iPod.

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Bloggerkollege David liest meinen historischen Kurzkrimi "Die Prophezeiung" auf seinem iPod im Bett und genießt es, so auch im Dunkeln lesen zu können. Klingt irgendwie atmosphärisch. Damit ich es mir besser vorstellen kann, hat er hat mir einen Schnappschuss geschickt, wie sich der Kurzkrimi auf dem iPod-Bildschirm präsentiert.

Doch, gefällt mir!

Danke, ich konnte mir das bisher auch nicht vorstellen, aber der Umstand, zum Lesen kein Licht zu benötigen, der hat was, vor allem bei historischen Krimis.

Donnerstag, 3. September 2009

Die Prophezeiung [V]

Schwester Gunhild hatte Richmodis sofort nach ihrer Rückkehr zur Abtissin geleitet - mit rotgeweinten Augen wie ein krankes Kaninchen, und ebenso verschreckt und stumm.
Margitta lag mit ausgebreiteten Armen bäuchlings vor dem großen Holzkreuz, das ihr Privatgemach zierte. Richmodis blieb vorsichtshalber stehen und betete dreimal hintereinander still den Psalm Dominus pascit me, ihr persönliches Notfallgebet. Gerade wollte sie ein viertes Mal beginnen, den Herrn als Hirten anzurufen, als Margitta endlich würdevoll aufstand und sich noch einmal verbeugte, bevor sie sich zu ihr umdrehte. Sie machte sich auf einen Schwall von Vorhaltungen gefasst, doch Margitta hob beschwichtigend die Hand.
„Es ist gut, dass du da bist“, sagte sie nur und lud mit einer müden Bewegung der Hand ein, Platz zu nehmen.
„Wo immer du auch warst, du schuldest dem Allerhöchsten Dank dafür, dass Er in Seiner Güte dir das Schauspiel erspart hat, das sich heute erneut in unserer Basilika zugetragen hat.“ Margitta bedeckte mit zittriger Hand kurz ihre Augen. „Die Neueinweihung ist missglückt. Mehr noch, wir müssen davon ausgehen, dass Satan selbst unsere Basilika besetzt hält. Ich habe beim ehrwürdigsten Erzbischof um die Aussendung eines Exorzisten nachgesucht.“
Richmodis spürte, wie alles Blut in ihrem Körper hinunter zum Herzen strömte. In ihren Ohren dröhnte es. Sie bekreuzigte sich hastig. Die Oberin schilderte knapp und ohne auf ihre Verstörung zu achten, den Verlauf der Ereignisse.

Die Zeremonie sollte mit dem festlichen Einzug des Priesters, der Messdiener und einiger Brüder aus St. Gereon beginnen. Dem Zug voraus lief ein junger Oblate, der das Prozessionskreuz trug. Bleich wie sein Leinengewand sei er gewesen.
Alles ging gut, bis zu dem Moment, als sie das Querschiff erreichten, wo immer noch ein riesiger dunkler Fleck auf dem Steinboden, der trotz aller Bemühungen nicht verschwinden wollte, an das schreckliche Ende von Bruder Fulbert gemahnte.
Der Jüngling, - Margitta beschrieb ihn als zartgliedrig, von ausgesprochen weibischem Aussehen mit großen, glutvollen Augen, - sackte auf der Stelle in Krämpfen zusammen, wand sich wie ein Wurm, schrie, heulte und knirschte mit den Zähnen zum Gottserbarmen, bis er sich geräuschvoll erbrach.
Die eine Hälfte der Anwesenden verharrte wie vom Blitz getroffen, die andere brach in helle Panik aus, die von dem Volk, das kreischend hereingeströmt kam, weil sie glaubten, ein Dämon wüte in ihrer Kirche, noch geschürt wurde. Derweil versuchte der Priester sein Heil in der Flucht. Der Anblick des fliehenden Priesters versetzte die Schwestern in noch heilloseren Schrecken und so versuchten die einen, verzweifelt hinauszudrängen, während andere von draußen hereinströmten. Die wenigen, die löblicherweise aufgesprungen waren, um dem leidenden Jungen zu helfen, mussten mitansehen, wie er sich zuguterletzt das Prozessionskreuz mit der scharfen Spitze voran in den Rachen rammen wollte. Der Versuch schlug fehl, die Spitze glitt ab, durchbohrte sein linkes Auge und drang in den Vorderschädel ein.
An dieser Stelle des Berichtes schlug sich Richmodis, vom Grauen überwältigt, die Hände vors Gesicht und brach in Schluchzen aus.
„Heilige Muttergottes, hilf uns, steh uns bei!“, stammelte sie. „Lebt er denn noch?“
„Du hast Recht, sie anzurufen. Es ist alleine der gütigen Jungfrau zu danken, der Schlangenzertreterin, dass nicht noch mehr passiert ist. Der Junge lebt und liegt auf der Krankenstube, in der Obhut von Schwester Irmengard. Sie sorgt sich um ihn wie um ihren eigenen Sohn. Aber das Auge ging unwiederbringlich verloren, der Bader hat die Höhle ausbrennen müssen. Schwester Irmengard wacht nun und versucht das einsetzende Fieber zu senken. Der Herr helfe ihr und uns, arme Sünderinnen, die wir sind.“

Es war nicht nur die caritas, die Richmodis hinüber zur Krankenstube trieb, einem Stall, den man ausgebaut hatte und dessen Kräuter- und Gewürzdüfte es nie vollständig schafften, den Duft nach Heu und Pferden zu verdrängen. Sie beabsichtigte, sich von Schwester Irmengard einen schönen Becher mit Branntwein verordnen zu lassen, um etwas gegen das Ohrensausen zu tun, das sie seit dem Bericht der Oberin befallen hatte. Doch dann siegte ihre Neugier über ihre Schwäche und sie bat Irmengard, eine vollbusige Matrone mit Watschelgang und weichen, heilkundigen Händen, sie an das Lager des Schwerverletzten zu geleiten.

Gernots Schädel war bandagiert und er lag bereits im Fieber. Richmodis rührten seine schmächtige Gestalt und die Reinheit seiner Züge an, soweit sie unter dem Verband noch zu erkennen waren. Dann und wann wälzte er sich unruhig, die schmalen Hände mit den dünnen Fingern bewegten sich spinnenhaft- Richmodis erinnerten sie an die Weberknechte, die über die Wände ihres Zimmers huschten.
„Er leidet schwer. Kannst du ihm die Schmerzen nicht nehmen?“, wandte sie sich an die gütige Irmengard, die ihm mit Weihwasser die Lippen netzte. Zu ihrem Erstaunen zwinkerte die Heilkundige ihr zu. „Das Fieber bringt ihm süßere Träume, als meine Mittel es je könnten.“ Sie wies mit dem Kinn auf die deutliche Erhebung in der Mitte seines Leibes. „Unser Spatz steht in Flammen, aber es ist die Glut der Liebe, die ihn durchströmt. Wenn es nicht weiter steigt, ist es förderlich für ihn, denn sein Körper fühlt nicht die Schmerzen, sondern jene Freuden, die der Liebestraum beschert. Fast könnte man ihn beneiden ...“ Schwester Irmengards rundes Gesicht lief rosig an.
Richmodis dankte dem Herrn insgeheim, dass er sie nicht zur caritas, sondern zur Schreiberei berufen hatte. Jedoch, es war ersichtlich, die Fieberträume des Jungen erleichterten sein Los.

„Und hat er etwas gesagt?“
Irmengard zündete umständlich eine weitere geweihte Kerze an und platzierte sie am Fußende von Gernots Lager. Dann nickte sie langsam. „Immer wieder, immer das Gleiche. Wie eine Taube nach dem Täuberich ruft. Horch!“
Und Richmodis horchte. Wie Gernot sehnsüchtig immer wieder und wieder nach Fulbert rief.

Nach der Vesper genehmigten sich die Mutter Oberin und Richmodis zwei, drei Becherchen von Irmengards Branntwein, natürlich aus medizinischen Gründen. Endlich konnte sie auch die Ergebnisse ihres Besuches bei der Edlen Hroswitha zusammenfassen.
„Und deshalb“, schloss sie, „meine ich, ehrwürdige Mutter, dass Anselmus den Mord begangen hat. Fulbert und Gernot waren ein Liebespaar. Oh, hättet Ihr doch nur hören können, wie der Junge nach ihm schmachtete. Die Trauer muss ihn überwältigt haben. Der Anblick der Blutflecken, der Ort, an dem an seinem Geliebten ein grauenhaftes Verbrechen begangen wurde – eh, natürlich auch ein unvergleichlicher Frevel an den Gebeinen der Hl. Ursula und ihrer Gefährtinnen – da fiel es mir wie ein Schleier von den Augen. Hatte ich eben noch erwägt, dass Anselmus voller Trauer sei? Nein, ich sage Euch, die Umkehr von Hroswithas Enkel geschah aus Schrecken und Furcht vor den Konsequenzen seiner furchtbaren Tat. Die teuflische Fratze der Eifersucht hat ihn überwältigt. Anselmus hat Fulbert nicht geliebt. Gernot schon!“
Sie lehnte sich hochzufrieden in ihrem Stuhl zurück und griff zerstreut nach dem Branntweinkrug. Margitta räusperte sich und schob ihren Becher mit einer nachdrücklichen Geste über den Tisch. Richmodis fuhr zusammen und beeilte sich, ihrer Oberin nachzuschenken.
„Alles wäre perfekt, wenn es nicht ausgerechnet der Enkel unserer Wohltäterin wäre, den du des Eifersuchtsmordes verdächtigst.“ Margitta unterdrückte einen Schluckauf. „Jedoch, wir werden alles unserem Herrgott und der Heiligen Muttergottes anempfehlen. Sie wissen, was zu tun ist. Wir gehen zu Bett. Von der Vigil bist du heute entbunden, aber sprich die Komplet mit Eifer und unter inbrünstiger Anrufung um Rat und Hilfe an alle Heiligen. Möge Gott dich segnen, geliebte Tochter.“

Richmodis vergaß nicht, diesen nächtlichen Wunsch ihrer verehrten Äbtissin zu erfüllen. Zur Vigil hätte sie tatsächlich nicht einmal dann aufstehen können, wenn in ihrer Stube Feuer ausgebrochen wäre.

Zur Laudes am nächsten Morgen erreichte sie die Nachricht, dass man Anselmus’ Leiche im Rhein treibend aufgefunden hatte. Obwohl alle von einem Unfall ausgingen und Anselmus in geweihter Erde begraben wurde – unverdient, wie Richmodis befand – versäumte sie es doch nie, für ihn, Hroswitha mit ihrer Familie und schließlich auch für den armen Gernot, der allmählich genas, jede Woche sieben Bußpsalmen zu beten. Von Ketzern aber träumte sie nie mehr.

[Ende]

[Beginn der Geschichte hier: Teil I]

cantare

Persönliche Vorsätze...
Naja, mit einem Wort: Weniger. Möglichst enthalten...
Zwetschgerich (Gast) - 27. Nov, 15:28
Fastenzeit Advent
Ad Str: 1917 ist nicht ganz richtig. Schon Pius X....
Zwetschgerich (Gast) - 27. Nov, 15:20
Liegekreuz
Hier http://1.bp.blogspot.com/_ QL25W80JzPY/StME5VYqTAI/AA AAAAAAAx4/OC4Mt9JZ9WU/s160 0-h/Erntedank.jpg gibt...
Braut des Lammes (Gast) - 27. Nov, 14:46
"Ab wann die verloren...
"Ab wann die verloren gingen wird nicht gesagt, obwohl...
str (Gast) - 27. Nov, 11:55
Ja, das stimmt. Jeder...
Ja, das stimmt. Jeder Sonntag unterbricht das Fasten....
str (Gast) - 27. Nov, 11:41
Der Süßkram...
Der Süßkram sollte sowieso erst am 25. Dezember...
str (Gast) - 27. Nov, 11:36
Früher (TM) hat...
Früher (TM) hat die adventliche Fastenzeit sogar...
Braut des Lammes (Gast) - 27. Nov, 10:04
@Sarah
Woher hast du denn gehört, dass es einen zweiten...
Birgitt Kerz (Gast) - 27. Nov, 09:44

la bocca

 

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