Ein ganz normaler regnerischer Abend im Vatikan.
Don Giorgio, frisch geduscht, Haare gewaschen, NICHT rasiert, weil Elsa findet, dass er so VERWEGENER aussieht. Handtuch um die Hüften. Verrenkt sich vor dem Spiegel und versucht, sich mit seinem Handy selbst zu fotografieren. Endlich ein gescheiter Schnappschuss! Alles passt: Lächeln, unrasierte Wangen, ungekämmte feuchte Haare, Oberarme optimal ausdefiniert. Don Giorgio hüpft ausgelassen zum Rechner rüber, ruft sein Geheimblog auf und lädt das Bild vom Handy hoch.
Klopfen an der Tür.
Don Giorgio klickt schnell das Fenster weg und surft auf den Online-Heiligenkalender, der mit gregorianischen Gesängen unterlegt ist.
Benedetto tritt ein, weißer Bademantel, Filzpantoffeln.
"Haben Sie zufällig die Flasche mit dem Tiroler Steinöl-Bad gesehen, Georg? Ich wollte mich gerade etwas entspannen und finde meinen Lieblingsbadezusatz nicht!"
"Eh, nein, ich benutze ausschließlich Aktiv-Duschbäder mit frischer Zitrusnote, vielleicht hat Levada-?"
Benedetto zieht eine Schnute. "Der nimmt sich ganz schön viel heraus in letzter Zeit! Raucht mir die Zigarren weg, bedient sich von meinen Kosmetikartikeln und verdirbt uns die Blogstatistik!" Seufzen. "Seit Sie nicht mehr dabei sind, ist es nur noch halb so lustig."
"Aber neulich gab es doch 279 Kommentare für Levadas "Pfingsten im Dom zu Orvieto"- Moblog-Beitrag?"
Benedetto lässt sich in einen Sessel plumpsen. "Schon. Der war ja auch gut. Livehandycambilder von Straßenschlachten, Polizeiaufgebot, dieser abgehackte Reporterstil ... Wenn er auch für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zuviel geflucht hat beim Bloggen. Aber die Kommentare! Ohgottohgottohgott. So kirchenkritisch! Polemisch und hasserfüllt. Ein großer Imageschaden! Nein, das hatte ich mir anders vorgestellt."
Don Giorgio, der den alten Mann nicht leiden sehen kann, aber auch wahnsinnig gerne endlich sein tolles Bild für Elsa einstellen möchte, lächelt aufmunternd. "Das wird schon! "
Benedetto, greinend, "Nichts wird! Ich will endlich meine neue Enzyklika einstellen: Deus bellezza est! Aber nach der Geschichte mit Levada werden sie mich ZUFLAMEN, diese niederträchtigen Hasskappen! Dabei ist das mein vollkommenstes Meisterwerk, die Krönung meiner intellektuellen Laufbahn!"
Don Giorgio faltet bedächtig die Hände. "Was kann ich da tun, Heiliger Vater?"
Benedetto, knotet verlegen an seinem Frotteegürtel herum. "Naja, ein Foto wär nicht schlecht, oder?" Unsicher. "Oder nicht?"
"Botticelli? Zu heidnisch ... Vielleicht eine exquisite Madonna? Von Grünewald? Das wär doch super, was?" Don Giorgio gelingt es nicht, den Heiligen Vater mitzureißen. "Och nööööö ... Könnten Sie nicht mal wieder Tennis spielen gehen? Noch besser wäre natürlich schwimmen, lieber Georg ... Der Schwimmsport, die Rückkehr ins Urelement, in das Fruchtwasser der Mutter, das hat eine hohe spirituelle Qualität! Fangen Sie an zu schwimmen! Das ist religiöser als Tennis!"
Don Giorgio schaut den Heiligen Vater an, als sähe er ihn zum ersten Mal.
"Aber ich HASSE das! Ich kann überhaupt nicht schwimmen, ich schlucke immer Wasser und die Frisur geht auch kaputt!", protestiert er vehement.
Benedetto nestelt eine maulbeerfarbene Badehose aus den Taschen seines Bademantels hervor.
"Die würde sich gut machen, lieber Georg! Ein außerordentlich hochwertiges und elegantes Modell!"
Don Giorgio bleibt die Spucke weg.
Benedetto, reibt sich die Hände: "So, ich blog das jetzt, dass Sie morgen ins Schwimmbad gehen, schreib die Uhrzeit dazu und stell einen Anfahrtsplan ein, ja? Schönen Abend noch, Georg."
"Aber-"
"Und eins noch, Georg, es KÄME verdammt gut, wenn Sie butterfly-style schwimmen würden. Gucken Sie mal ins Internet, da müssten Anleitungen dazu herumstehen. Guts Nächtle!"
Klopfen an der Tür.
Don Giorgio klickt schnell das Fenster weg und surft auf den Online-Heiligenkalender, der mit gregorianischen Gesängen unterlegt ist.
Benedetto tritt ein, weißer Bademantel, Filzpantoffeln.
"Haben Sie zufällig die Flasche mit dem Tiroler Steinöl-Bad gesehen, Georg? Ich wollte mich gerade etwas entspannen und finde meinen Lieblingsbadezusatz nicht!"
"Eh, nein, ich benutze ausschließlich Aktiv-Duschbäder mit frischer Zitrusnote, vielleicht hat Levada-?"
Benedetto zieht eine Schnute. "Der nimmt sich ganz schön viel heraus in letzter Zeit! Raucht mir die Zigarren weg, bedient sich von meinen Kosmetikartikeln und verdirbt uns die Blogstatistik!" Seufzen. "Seit Sie nicht mehr dabei sind, ist es nur noch halb so lustig."
"Aber neulich gab es doch 279 Kommentare für Levadas "Pfingsten im Dom zu Orvieto"- Moblog-Beitrag?"
Benedetto lässt sich in einen Sessel plumpsen. "Schon. Der war ja auch gut. Livehandycambilder von Straßenschlachten, Polizeiaufgebot, dieser abgehackte Reporterstil ... Wenn er auch für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zuviel geflucht hat beim Bloggen. Aber die Kommentare! Ohgottohgottohgott. So kirchenkritisch! Polemisch und hasserfüllt. Ein großer Imageschaden! Nein, das hatte ich mir anders vorgestellt."
Don Giorgio, der den alten Mann nicht leiden sehen kann, aber auch wahnsinnig gerne endlich sein tolles Bild für Elsa einstellen möchte, lächelt aufmunternd. "Das wird schon! "
Benedetto, greinend, "Nichts wird! Ich will endlich meine neue Enzyklika einstellen: Deus bellezza est! Aber nach der Geschichte mit Levada werden sie mich ZUFLAMEN, diese niederträchtigen Hasskappen! Dabei ist das mein vollkommenstes Meisterwerk, die Krönung meiner intellektuellen Laufbahn!"
Don Giorgio faltet bedächtig die Hände. "Was kann ich da tun, Heiliger Vater?"
Benedetto, knotet verlegen an seinem Frotteegürtel herum. "Naja, ein Foto wär nicht schlecht, oder?" Unsicher. "Oder nicht?"
"Botticelli? Zu heidnisch ... Vielleicht eine exquisite Madonna? Von Grünewald? Das wär doch super, was?" Don Giorgio gelingt es nicht, den Heiligen Vater mitzureißen. "Och nööööö ... Könnten Sie nicht mal wieder Tennis spielen gehen? Noch besser wäre natürlich schwimmen, lieber Georg ... Der Schwimmsport, die Rückkehr ins Urelement, in das Fruchtwasser der Mutter, das hat eine hohe spirituelle Qualität! Fangen Sie an zu schwimmen! Das ist religiöser als Tennis!"
Don Giorgio schaut den Heiligen Vater an, als sähe er ihn zum ersten Mal.
"Aber ich HASSE das! Ich kann überhaupt nicht schwimmen, ich schlucke immer Wasser und die Frisur geht auch kaputt!", protestiert er vehement.
Benedetto nestelt eine maulbeerfarbene Badehose aus den Taschen seines Bademantels hervor.
"Die würde sich gut machen, lieber Georg! Ein außerordentlich hochwertiges und elegantes Modell!"
Don Giorgio bleibt die Spucke weg.
Benedetto, reibt sich die Hände: "So, ich blog das jetzt, dass Sie morgen ins Schwimmbad gehen, schreib die Uhrzeit dazu und stell einen Anfahrtsplan ein, ja? Schönen Abend noch, Georg."
"Aber-"
"Und eins noch, Georg, es KÄME verdammt gut, wenn Sie butterfly-style schwimmen würden. Gucken Sie mal ins Internet, da müssten Anleitungen dazu herumstehen. Guts Nächtle!"
ElsaLaska - 6. Jun, 20:17