die ich so gut wie für alles benutze (ja, Gläsersnobs, geht kotzen, mir doch egal - das Kölschglas ist multitaskingfähig, es eignet sich sowohl für Prosecco als auch für Weißwein wie auch für Schorle oder Mixgetränke, Blitzelement!) zeigen, dass die klassische Weißherbstschorle einfach auf 0,2 l hin verliert. Unter anderem auch deshalb, weil ich dauernd aufstehen muss, um nachzuschenken. Aber auch, weil die richtige Melange sich einfach nicht einstellen will. Die fordert, und das ist merkwürdig metaphysisch, das Halb-Liter-Glas.
ElsaLaska - 25. Jul, 22:38
ich hab sie nur gefunden, als ich nach CONTENT für mein WEISSHERBSTSCHORLEBLOG googelte (
Sie machen Musik und so und außerdem haben sie einen Verein zur Rettung der süßen Weißherbstschorle). Die angeblich ausstirbt. Was gar nicht stimmt.
Es gibt tatsächlich eine Weißherbstschorle, die vom Aussterben bedroht ist (und die mich auf einem Fest, sollte ich tatsächlich Ohrenzeuge werden, wie einer so etwas bestellt, jedesmal in die Knie sinken lässt).
Es ist die Weißherbstschorle SÜSS-SAUER, die kaum noch getrunken wird.
Diese besteht aus über 0,25 l Weißherbst, sagen wir 0,3 l, dann kann ich besser rechnen, und jeweils 0, 1 l SÜSSEM SPRUDEL und SAUREM SPRUDEL. Der Sinn dieser Mischung entzieht sich mir vollständig. Das Bezaubernde daran ist jedoch, aus philosophischer Sicht, dass man mit einer kapriziösen Bestellung wie dieser klare Zeichen gegen den Fundamentalismus und den herrschenden Entweder-Oder-Konsumterror setzt.
ElsaLaska - 25. Jul, 19:44
wieder befüllt habe, kann ich aufhören, Wild Lemon zu trinken.
Und aus diesem Glas, einen Pfälzer Dubbeglas 0,5 l trinkt man standesgemäß. Die althergebrachten haben reine Zylinderform, aber da die Pfälzer trinktechnisch immer praktisch denken, wurden die griffigeren Dubbegläser erfunden.

Quelle: Wikipedia
ElsaLaska - 25. Jul, 16:45
Eine strenge Maxime, was Getränke angeht, besteht darin, dass Wasser, Wein und Bier völlig ausreichen, um den Durst zu stillen. Weißherbstschorle, bestehend aus Wasser und Wein, bewegt sich innerhalb den engen Koordinaten dieser Anschauung.
Radler, sofern er eigenhändig gemixt und nicht fertig gekauft wird, geht auch noch. Leider benötigt man dafür süße Zitronenlimo, und das ist schon ziemlich übel. Die Steigerung von fertigem Radler ist das Biermischgetränk "Wild Lemon" eines namhaften Anbieters.
Ich bekenne mich hiermit dazu, "Wild Lemon" im Angesicht des klimatischen Ausnahmezustandes zu konsumieren. Man wird nicht besoffen davon und es erfrischt hervorragend. Es ist auch limoniger als Radler und nicht ganz so süß.
Ich werde wahrscheinlich bald in der Gosse liegen und Bacardi Soft Breeze saufend zugrunde gehen. Hoffentlich ist bald wieder Rotweinwetter.
ElsaLaska - 25. Jul, 16:09
Ich habe gestern Abend "Die stumme Bruderschaft" gelesen, das "aufsehenerregende Romandebüt, das auf Anhieb den ersten Platz in den spanischen Bestsellerlisten eroberte und damit Dan Brown entthronte". Die stumme Bruderschaft wird jetzt in 12 Sprachen übersetzt und natürlich auch verfilmt.
Die Struktur der Handlung - nichts auszusetzen. Eine kleine christliche Urgemeinde in Urfa, dem alten Edessa, versucht seit äh, naja zighundert Jahren wieder an das Turiner Grabtuch zu kommen, das, wie jeder weiß, ursprünglich im Besitz des Königs Abgarus von Edessa war. Es mischen die neuen Templer mit. Es gibt einen Handlungsstrang, einen Roman im Roman, der die Geschichte der Reliquie von der Zeit Jesu bis zur Auflösung des Templerordens im 14. Jahrhundert erzählt.
Warum ist es trotzdem ein schlechtes Buch?
Weil die Personen keine Konturen haben und Julia Navarro erzählt, als würde sie ein schlechtes Expose von ihrem eigenen Roman schreiben.
Aus ihrem Ermittlerteam - Polizisten und Kunsthistoriker, dem Dezernat für Kunstdelikte, hätte man richtig was machen können. Die Männer sind langweilig bis aggressiv, die Frauen sind immer superschön, mindestens attraktiv und alle WAHNSINNIG intelligent, was auch okay wäre, wenn man das als Leser wirklich DIREKT mal mitbekäme, und nicht immer nur aus der Gebetsmühle eingebrettert bekäme. Es gibt MINDESTENS drei Partyszenen (in politischen und klerikalen Kreisen), auf denen Sophia, eine Doktorin der Kunstgeschichte, sich - natürlich im Armani-Kostüm - bis auf die Knochen blamiert, obwohl sie so unvergleichlich intelligent, originell und charismatisch ist und nach jeder Party, jedem Gespräch mit einem agnellihaften Wahnsinnstypen kommt ihr die Erkenntnis -
ich gehöre nicht dazu.
Gut, Schätzchen, dann such dir einen anderen Job. Wir wärs mit ARCHIVARIN?
Man kann das einmal bringen, okay, aber auf die Dauer nervt es, vor allem wenn einem doch ständig vermittelt werden soll, dass die Heldin so eine SUPERINTELLIGENTE und erstaunliche Frau sei.
Gegen Navarro ist Dan Brown allerdings Tolstoi, das muss ich leider so sagen.
Er hat auch einen Tick mehr für Humor übrig. Beide.
ElsaLaska - 25. Jul, 15:22
singt nun schon seit geraumer Weile das immer gleiche Lied und ähnelt damit langsam einem Donna-Leon-Machwerk.
Mehr hab ich >>
hier dazu zu sagen, dort auch Link auf den Artikel in der WELT.
Es wäre alles nicht so schlimm, wenn ich mir nicht in JEDER Rezension anhören müsste, was für ein ekstatischer und entfesselter Gourmet doch dieser Salvo Montalbano ist ...
ElsaLaska - 25. Jul, 10:52