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Sonntag, 14. Dezember 2014

Manfred Lütz: Es gibt keine Lizenz zum Töten, für niemanden

In seinem Artikel in der FAZ schreibt der bekannte Psychiater und Bestsellerautor:

>>Selbstbestimmtes Sterben gibt es in Deutschland vor allem im Hospiz. Im Gegensatz zum Krankenhaus, wo faktisch immer noch die Ärzte bestimmen und die Lebensverlängerung selbstverständliche Maxime der Einrichtung ist, ist das im Hospiz anders. Hier bestimmt der Sterbende, was er an Therapien wirklich noch will - und nicht Lebensverlängerung ist hier die Maxime, sondern ein gutes Sterben. Selbstbestimmung ist in unserer Gesellschaft zu Recht ein hoher Wert. Dagegen ist es philosophisch eher fraglich, ob man die Entscheidung, sich selbst zu töten oder töten zu lassen, überhaupt als einen Ausdruck von Selbstbestimmung verstehen kann. Die Voraussetzung für Selbstbestimmung ist, dass dieses Selbst existiert. Bestimmt man sich selbst, wenn man das Selbst, das da bestimmt, vernichtet? Für Kant jedenfalls ist der Suizid die Absage an Freiheit und Selbstbestimmung. Im Übrigen ist das Argument der Selbstbestimmung nur ein Türöffner. In den Niederlanden tötet man inzwischen aus „Mitleid“ - auch Menschen, die gar nicht zugestimmt haben.<<

Des Weiteren verweist er, gleich zum Einstieg des Artikels, auf eine schlichte Tatsache, die anscheinend vielen Mitmenschen gar nicht mehr bewusst ist:
>>Deutsche Psychiater verfügen über mehr und schrecklichere Erfahrung als Ärzte anderer Länder, wenn es um die ärztliche Tötung von Menschen geht [Gemeint ist hier natürlich die Geschichte der Psychiatrie im Dritten Reich]. Und deswegen müssen sie umso nachdrücklicher davor warnen, hier eine Grenze zu überschreiten, die Ärzten seit Jahrtausenden die Tötung von Menschen verwehrt.<<

Ganzer Artikel von Manfred Lütz hier.

Vierzehntes Türchen - Dritter Adventssonntag

Atmete ich nicht aus Mitternächten

Atmete ich nicht aus Mitternächten,
dass du kämest einst, um deinetwillen,
solche Flutung?
Weil ich hoffte, mit fast ungeschwächten
Herrlichkeiten dein Gesicht zu stillen,
wenn es in unendlicher Vermutung
einmal gegen meinem über ruht.
Lautlos wurde Raum in meinem Zügen;
deinem großen Aufschaun zu genügen,
spiegelte, vertiefte sich mein Blut.

Wenn mich durch des Ölbaums blasse Trennung
Nacht mit Sternen stärker überwog,
stand ich aufwärts, stand und bog
mich zurück und lernte die Erkennung,
die ich später nie auf dich bezog.

O was ward mir Ausdruck eingesät,
dass ich, wenn dein Lächeln je gerät,
Weltraum auf dich überschaue.
Doch du kommst nicht, oder kommst zu spät.
Stürzt euch, Engel, über dieses blaue
Leinfeld. Engel, Engel, mäht.

Rainer Maria Rilke.

cantare

Ich bin einfach hingerissen,
da ist so viel in diesem Monolog, von dem man oberflächlich...
ElsaLaska - 20. Aug, 19:55
Houellebecq ist ein sehr...
Wobei man jetzt keine Kristallkugel brauchte. Mir imponiert,...
Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
Hui, das war aber ein...
Hui, das war aber ein wilder Ritt durchs Stadtbild...
NeonWilderness - 11. Aug, 23:45
Privet, fbtde!
Schön, von dir zu hören. Offenbar lebst du also auch...
ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
Oha
Du lebst auch noch. Gut zu wissen!
fbtde - 2. Aug, 08:31

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