Alles Lügen.
Oder der amateurhafte Versuch, die Lage irgendwie zu retten, wo das Kinde längst im Brunnen (bzw. das Flugzeug ausgebrannt am Boden) lieg.
Natürlich haben die gewusst, wen sie abschießen.
Und sie haben diese Entscheidung ganz bewusst getroffen.
Warum auch immer.
Eben - "warum auch immer". Wir wissen reichlich wenig über den Hergang und das "warum": Zu wenig (finde zumindest ich), um hier schon eindeutige Schuldzuweisungen vorzunehmen. Das fällt umso schwerer, als die Potentaten der beiden Streithähne, Erdogan wie Putin, nicht gerade Lichtgestalten sind, um es zurückhaltend zu sagen.
Der STERN vermag mittlerweile selbst die BILD zu toppen :-D
Ehrlich gesagt, manche Journalisten erinnern mich immer wieder an eine Episode aus dem Bauernkrieg im Deutschland des frühen 16. Jahrhunderts. Kurz geschildert: Es gab da einen Bauernführer, der seinen Grafen gefangennahm und ihn vor seiner Schar herlaufen ließ. "Ei, Bruder, ich versteh's, den Krieg zu führen", rief der Bauernführer dem Grafen immer wieder höhnisch zu, "und was kannst du?"
Das Ende der Geschichte: Der Bauernführer ging mitsamt seiner Schar zugrunde. Weil er eben dann doch nicht verstand, den Krieg zu führen. Putin - Lichtgestalt hin oder her, in seinem Land erfreut er sich großer Beliebtheit, hier muss er das nicht - versteht es hingegen sehr wohl.
Nun, ich habe die blitzschnell aufeinanderfolgenden Behauptungen der Türkei intensiv mitgelesen. Erst hieß es, man habe den russischen Jet 10 Minuten lang fünfmal gewarnt oder umgekehrt, fünf Minuten lang zehn Mal gewarnt, spielt ja keine Rolle. Dann hieß es irgendwas ganz anderes, weil jeder normale Mensch, der über wenig militärischen Sachverstand verfügt, sich ausrechnen kann, dass der Jet dann bereits schon längst auf türkischem Hoheitsgebiet gewesen wäre und auch dort hätte niedergegangen sein müssen. Ist er aber nicht. Dann wurde vom russischen Verteidigungsministerium und von den syrischen Behörden ziemlich klar nachgewiesen, dass das Flugzeug, wenn überhaupt, nur knapp über die türkische Grenze, die übrigens seit kurzem ein Eigenleben führt und sich mal hier, mal dort befindet, je nachdem, wie es gerade passt, geflogen sein kann und das jedenfalls auch nicht fünf oder zehn Minuten lang.
Irgendwann kam dann, man habe nicht gewusst, dass der SU24 zu Russland gehöre, und schließlich dann, die Türkei verstehe sich als Schutzmacht der syrischen Turkmenen, die gegen Assad kämpfen - und die Russen hätten turkmenische Stellungen bombardiert. Oder den Nachschub-Konvoi für IS-Öl nach Türkei unterbunden?
Glücklicherweise bombardiert ja Putin gar keine IS-Stellungen, wie mir wiederholt von informierten Menschen versichert wird, die tatsächlich glauben, dass das russische Verteidigungsministerium - dem man auf Twitter folgen kann- wochenlang Flugziele, Videos, Treffermeldungen etc. veröffentlicht, ohne dass die Weltöffentlichkeit bemerkt, dass das alles pure Märchenerzählungen sind.
Immerhin, ich habe jetzt gelernt, dass es Turkmenen in Syrien gibt. Die aber nichts mit den zentralasiatischen Turkmenen zu tun haben, sondern einfach Nachfahren von Türken in Syrien sind. Und dass es das Phänomen "moving borders" gibt.
N-TV strahlte eben die mutmaßliche türkische Warnung aus. Der Wortlaut ist dann doch ein wenig irritierend. Er lautete:
"Sie nähern sich dem türkischen Luftraum. Drehen Sie sofort nach Süden ab."
Sie nähern sich? Aha.
Zumindest einer der Anführer der syrischen Turkmenen, namentlich Alpaslan Celik, ist ein waschechter Türke, der sich aber gern unter waschechten Turkmenen aufhält, um es nett zu formulieren ;-)
Ex oriente lux! (Gast) - 27. Nov, 14:54
@Christoph:
Für mich - ich bekenne mich dazu, wissend, dass ich mich damit nicht im linksgrünen Mainstream bewege - IST Präsident Wladimir Putin eine wirkliche Lichtgestalt. "Licht, dass selbst der Sonne trotzt", hat ihn der bekannte Moskauer Erzpriester Tschaplin kürzlich in einer Predigt genannt. Die russische Kirche ist eine Kirche, die noch weiß, das Christentum immer patriotisch war! Auch das gehört zur Verkommenheit des "Westens", zu dem wir nicht gehören wollen, dass die "westlichen" Kirche das längst vergessen haben.
Oder der amateurhafte Versuch, die Lage irgendwie zu retten, wo das Kinde längst im Brunnen (bzw. das Flugzeug ausgebrannt am Boden) lieg.
Natürlich haben die gewusst, wen sie abschießen.
Und sie haben diese Entscheidung ganz bewusst getroffen.
Warum auch immer.
@ksu
Kein Kommentar.
Ehrlich gesagt, manche Journalisten erinnern mich immer wieder an eine Episode aus dem Bauernkrieg im Deutschland des frühen 16. Jahrhunderts. Kurz geschildert: Es gab da einen Bauernführer, der seinen Grafen gefangennahm und ihn vor seiner Schar herlaufen ließ. "Ei, Bruder, ich versteh's, den Krieg zu führen", rief der Bauernführer dem Grafen immer wieder höhnisch zu, "und was kannst du?"
Das Ende der Geschichte: Der Bauernführer ging mitsamt seiner Schar zugrunde. Weil er eben dann doch nicht verstand, den Krieg zu führen. Putin - Lichtgestalt hin oder her, in seinem Land erfreut er sich großer Beliebtheit, hier muss er das nicht - versteht es hingegen sehr wohl.
@Christoph
Irgendwann kam dann, man habe nicht gewusst, dass der SU24 zu Russland gehöre, und schließlich dann, die Türkei verstehe sich als Schutzmacht der syrischen Turkmenen, die gegen Assad kämpfen - und die Russen hätten turkmenische Stellungen bombardiert. Oder den Nachschub-Konvoi für IS-Öl nach Türkei unterbunden?
Glücklicherweise bombardiert ja Putin gar keine IS-Stellungen, wie mir wiederholt von informierten Menschen versichert wird, die tatsächlich glauben, dass das russische Verteidigungsministerium - dem man auf Twitter folgen kann- wochenlang Flugziele, Videos, Treffermeldungen etc. veröffentlicht, ohne dass die Weltöffentlichkeit bemerkt, dass das alles pure Märchenerzählungen sind.
Immerhin, ich habe jetzt gelernt, dass es Turkmenen in Syrien gibt. Die aber nichts mit den zentralasiatischen Turkmenen zu tun haben, sondern einfach Nachfahren von Türken in Syrien sind. Und dass es das Phänomen "moving borders" gibt.
@Elsa
"Sie nähern sich dem türkischen Luftraum. Drehen Sie sofort nach Süden ab."
Sie nähern sich? Aha.
Zumindest einer der Anführer der syrischen Turkmenen, namentlich Alpaslan Celik, ist ein waschechter Türke, der sich aber gern unter waschechten Turkmenen aufhält, um es nett zu formulieren ;-)
@Christoph:
@ex oriente lux