Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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heldentenor - 30. Mär, 23:34

Mit viel Wohlwollen...

...möchte ich der Argumentation folgen. Doch der Splitter im eigenen Auge wird nicht dadurch kleiner, dass man auf den großen Balken im Auge der anderen hinweist, gelle?

alipius (Gast) - 31. Mär, 13:27

Bitte...

... einmal elaborieren (wie heißen die Splitter und welcher sitzt in wessen Auge etc.).

Merci.
heldentenor - 1. Apr, 08:48

Ja, das muss ich wohl tun, denn ich habe den Artikel und die Kommentartexte als Gesamtheit betrachtet und etwas großräumiger interpretiert. Die spontane Eingabe bezog sich auf die Ablehnung von Kondomen einerseits und den erhobenen moralischen Zeigefinger in Richtung Kriegstreiber andererseits. Da, meine ich, haben beide Seiten an ihrem Splitter/Balken im Auge zu arbeiten (die Größenverhältnisse Splitter vs. Balken liegen wohl auf der Hand). Auf die (moralischen) Missstände in der (weltweiten) Gesellschaft hinzuweisen und im gleichen Zug Mittel zur Aids-Prävention zu kritisieren, da drängte sich der Vergleich einfach auf. Kein vernünftiger Mensch wird doch wohl den Sinn von Kondomen bezweifeln in Ländern, in denen viel mehr Menschen an Aids erkranken und sterben als anderswo? Dass die Übertragung nicht nur beim Sex erfolgt und Ehe und Treue die wirkungsvolleren "Waffen" im Kampf gegen die Krankheit sind, ist unstrittig, schmälert aber auch nicht die Bedeutung der Prävention durch Kondome. Im Falle des Falles macht Aids auch vor der Ehe nicht halt.
ElsaLaska - 1. Apr, 09:10

@heldentenor?

Also: Die Studenten möchten, dass der Hl. Vater wegen seinem Hinweis auf Liebe und eheliche Treue nicht unfair angegriffen wird von seiten westlicher Medien, weisen im gleichen Zuge darauf hin, dass Europa, welches Kondome unter die Dritte Welt schmeißt, als könne man das Zeug essen oder gleich noch Cholera mitheilen, Schuld ist an vielen Kriegen dort, sich doch bitte also mal darum kümmern sollte, anstatt Leute wie Benedikt zu kritisieren, die AIDS gegenüber eine andere Strategie für sinnvoll halten UND auf Kriegstreiber und Ausbeutung hingewiesen hat, und das soll dann also moralisch von den dadurch in erster Linie Betroffenen (nämlich den Afrikanern selbst), fragwürdig, ja gar heuchlerisch sein?
heldentenor - 1. Apr, 16:35

Das verstehe ich ja soweit alles. Ich sage auch nicht, dass ich das Verhalten der Europäer gutheiße, im Gegenteil, diesen Balken im Auge zu übersehen kann man nur als Ignoranz bezeichnen. Dennoch wirkt die Darstellung des Sachverhalts auf mich, als wolle man daraus ein grundsätzlliches Argument gegen die Bereitstellung und Verwendung von Kondomen machen. Und da sehe ich einen kleinen, aber auch nicht weg zu diskutierenden dogmatischen Splitter im Auge des Vatikans. Aber ansonsten bin ich ganz bei Ihnen: die Lieferung von Kanonen und Kondomen an Länder, die ganz anderer Unterstützung und Entwicklung benötigen, ist Zynismus pur.

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