che tempo fa

Aktuelles Wetter in Vatican City:


Temperatur: 7 C
UV Index: 1
Luftfeuchte: 93 %
Sichtweite: 0.8 km
Luftdruck: 1010.8 mb
Windstärke: 8 km/h

Weather data provided by weather.com

i gonfaloni


Priesterjahr 2009/2010














kostenloser Counter

Bloggeramt.deRanking-Hits Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de Add to Technorati Favorites View blog authority
http://www.wikio.de

Bookmark and Share

Subscribe

ufficio

Du bist nicht angemeldet.

Freitag, 6. November 2009

...

"Das Kreuz vertritt alle Menschen. Aber auf welche Weise? Niemand - vor Jesus - hat gesagt, dass die Solidarität mit den Menschen im Mittelpunkt unserer Existenz stehen muss und dass es allen zustoßen kann, dass sie verkauft, verraten, gequält und für die eigene Überzeugung getötet werden.
Es scheint mir, dass es gut ist, dass unsere Jugendlichen und die Kinder das von den Schulbänken an wissen.
Jesus Christus hat das Kreuz getragen. Alle - Katholiken, und die, die sich diesem Glauben nicht verbunden wissen - tragen wir die Last eines Unglücks, wir werden Tränen vergießen und versuchen, nicht zusammenzubrechen. Das sagt uns das Kreuz.
Es sagt es allen."

Natalia Ginzburg, 1916-1991, italienische Schriftstellerin aus jüdischer Familie, Kommunistin.

Donnerstag, 5. November 2009

Widerständige Christen.

Nach dem Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Strasbourg hat Italien reagiert.
Die Italiener waren schon immer kreativer als die Deutschen, wenn es um das Formulieren von Widerstand und um die Veranstaltung subversiver Aktionen ging.
Wenn Strasbourg sagt, es dürfen keine Kruzifixe im öffentlichen Raum hängen, dann gibt es für Italiener darauf nur eine einzige Antwort: NOCH MEHR Kruzifixe im öffentlichen Raum.
[Abgesehen davon, dass das Urteil vollständig lächerlich ist - an den öffentlichen Straßen steht alle hundert Meter ein Kreuz, ein Bildstock oder eine Madonnina.]

Sogar die Kulturschaffenden machen mit. Hier ist die Fassade des Bellini-Theaters in Catania zu sehen. Der Superintendent Fiumefreddo hat dort aus Protest ein Kreuz anbringen lassen.

bellini-th-catania

[gesehen auf blogsicilia.it]

Für die meisten Italiener stellt das Urteil einen Angriff auf ihre kulturelle Identität, ihre Traditionen und natürlich auf ihren Glauben dar.

Auch bei kath.net gibt es dazu einen lesenswerten Artikel.

[Ich hatte mein Hauskruzifix auch abgehängt, solange Mieter hier zu Gast waren und habe es jetzt anlässlich des Urteils rausgesucht und feierlich wieder aufgehängt.]

Update: Der Bürgermeister von Loreto hat einen kommunalen Erlass vorgesehen, der entgegen des Urteils aus Strasbourg die Kreuze in den Schulen belassen wird. Pieroni ist der Meinung, dass das Kreuz nicht nur ein religiöses Symbol sei, sondern vielmehr einen Teil der kulturellen Identität und Geschichte Italiens darstelle.

Dienstag, 3. November 2009

We're trying to change the system from within.

Langsam

aber sicher komme ich an. Es war ein bisschen schlimm mit der Rückreise am Sonntag. Erstmal habe ich alle Feiertage verpasst, aber wenigstens den Angelus und die Messe am Sonntag mithören können im Autoradio - dank Radio Mater (ich dachte, die heißen Radio Maria, aber gut). Am Montag warf mich ein Kreislaufproblem aufs Lager - alles ein bisschen viel. Mamma ist dabei mit ihren 76 Jahren, die drei Katzen (Mimi, Benjamin, Enzo), der Rasul, wir alle wollen hier über Weihnachten bleiben. Trotz allem konnte ich mein Schreibpensum einhalten, aber jetzt ist das Warmwasser in der Küche ausgefallen. Nicht dramatisch, aber ärgerlich, weil hiesige Handwerker hier im Elferteam auftreten und alle erstmal ziemlich rumpalavern, rauchen, telefonieren und alles Mögliche machen müssen, nur nicht, sich um das konkret vorliegende Problem zu kümmern.
Als nächstes steht Aqualagna auf dem Programm, die riesige Trüffelmesse, danach die Alte Messe in Campocavallo, davon habe ich Mamma bereits vorgeschwärmt. Zwischendurch Loreto - ja ich muss da immer wieder hin. Es ist so sensationell, es ist so exorbitant, Loreto ist einfach, ja, ich kann es nicht beschreiben.
Viel Zeit hatte ich nicht, um mich online umzusehen, aber das Statement von Martin hat mich jedenfalls enorm gefreut.
Daneben war es gut, zur Stammbar zu gehen und einen Cappu zu trinken, dazu ein Brioche con crema, im Supermarkt-Discount duften die Tomaten noch richtig nach Tomate und ich habe ein Bündel bildschönen Mangold gekauft, um morgen ein Essen mit Krabben, Pinienkernen, Rosinen, Olivenöl und Knoblauch plus Reis damit zu zaubern.
Life is good. Vorerst.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Katholisch werden.de

Nikodemus macht auf seinen Unzeitgemäßen Betrachtungen ein paar Anmerkungen zum Internetauftritt von Katholisch-werden.de
Es ist eine Seite, die ich auch hin und wieder besuchte, um mich über die rein praktischen Aspekte eines Eintritts zu informieren.
Obwohl auch ich den Auftritt für tatsächlich optimierbar halte, Nikodemus nennt zum Vergleich die wirklich ansprechende, warmherzig gemachte Seite www.catholicscomehome.org, kommt katholisch werden.de bei mir dennoch nicht ganz so schlecht weg, auch wenn ich Nikodemus' Gedankengang ansonsten gut nachvollziehen kann. Unter dem Menüpunkt "Motive" finden sich immerhin sehr gute Beweggründe, die ausschlaggebend für einen Eintrittswunsch werden können:

"Es gibt theologisch motivierte Konvertiten, die in der katholischen Kirche die ursprüngliche und eigentliche Kirche sehen und für [die] der Beitritt zur katholischen Kirche ein Schritt zurück zu den Quellen ist.

Das Papsttum und das in ihm gegebene Leitungs- und Lehramt ist für viele eine Antwort auf ihren Wunsch nach Einheit, Klarheit und Verbindlichkeit. Bei anderen ist es die Kraft und die Sinnlichkeit der Liturgie und die Vitalität selbst noch von Resten der Volksfrömmigkeit, von der sie sich angezogen fühlen und in der sie beheimatet sein möchten.

Oft sind es einfach auch die Zufälle des Lebens, die zu diesem Schritt motivieren: Schlechte Erfahrungen und Enttäuschungen in den bisherigen Gemeinden, Unbehagen an einem politischen Engagement ihrer Kirche, das sie nicht mittragen wollen; persönliche Differenzen; umgekehrt können die Faszination eines konkreten Papstes, der Umzug in eine katholische Gegend oder die Einheirat in eine katholische geprägte Familie den Wunsch begründen, katholisch werden zu wollen.

Oft ist paradoxerweise gerade das für Christen anderer Konfessionen an der katholischen Kirche motivierend, was Katholiken ihrerseits an ihrer Kirche stört und den Übertritt in einer andere christliche Kirche als erstrebenswerte Alternative erscheinen lässt." Quelle: katholisch-werden.de

Als Lektorin würde ich jedoch das "zurück" bei dem "SCHRITT zurück zu den Quellen" streichen. Dann klingt es noch positiver ("Rückkehr zu den Quellen" zum Beispiel). Außerdem fand ich das Einstiegsphoto immer ganz schrecklich, es erzeugt bei mir irgendwie Flutkatastrophenstimmung und man ist wirklich nicht in Katastrophenstimmung, wenn man nach Hause kommen will, im Gegenteil. Man flieht vor der Katastrophe ja heim in die sicheren Wände. Insofern ist catholicscomehome.org die positivere, emotional ansprechendere Seite.
Bei den Kollegen aus Übersee rechnet man sogar mit Katholiken, die andere dazu ermutigen wollen, "nach Hause zu kommen" und es gibt einen eigenen Menüpunkt, was man dafür tun sollte und kann: I'm Catholic, I'd like to help.
Warum bei katholisch-werden.de nicht?

Glücklicherweise kommen einen ja die meisten Wiegenkatholiken mit unendlicher Geduld und Freude und Liebe entgegen, wenn sie wissen, dass man konvertieren will oder konvertiert ist.
Dafür bin ich auch ausdrücklich sehr dankbar.

Weil sie am würdigsten sind.

Nicht wieder hochschnalzen, es geht zwar um Kommunionsempfang, aber in einer anderen Hinsicht.

Das habe ich vorhin gefunden in einer Handreichung für orthodoxe Christen zum Kirchgang:

"Kinder bis zum Alter von sieben Jahren ist die Teilnahme an der heiligen Kommunion uneingeschränkt erlaubt, weil sie am würdigsten sind. Kinder ab einem Alter von sieben Jahren und Erwachsene sollten, nach Rücksprache mit dem Beichtvater und mit seinem Segen und Rat ... kommunizieren."

Also ganz anders als bei uns - wobei es bei uns ja nicht um die Würdigkeit geht, sondern darum, ob man Erkennen kann, dass es sich eben um die Realpräsenz handelt, und nicht um Brot. Sehr interessant.

Diese Tagung haben wir verpasst.

Vielleicht gibt es für Basler noch eine kurzfristige Möglichkeit, reinzuschneien. Das Programm ist absolut blogrelevant - nur muss ich noch mal zum Zahnarzt und am Samstag den Schamott hier zusammenpacken.

Das Thema lautet: Unerlöste Fälle. Religion und zeitgenössische Kriminalliteratur.

Hier das Programm, weil es zeigt, wie spannend und interessant die Verknüpfung von Religion und Krimi sein kann:

Freitag, 30.10.09

15.00 Ankunft und Apéro, Tagungseröffnung

15.30 Prof. Dr. Jochen Vogt, Essen: „Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben.“ Zur Entwicklungsgeschichte der Kriminalliteratur im Spannungsfeld von Religion, Recht und Rationalität

16.45 Dr. Thomas Wörtche, Berlin: Tod und Kontingenz. Der Kriminalroman als Trutzburg der Sinnhaftigkeit des Daseins

19.00 Urs Schaub, Basel: Lesung aus 'Wintertauber Tod' (2008)

20.00 Friedrich Ani, München: Lesung aus 'Idylle der Hyänen' (2006) anschliessend Gespräch mit Urs Schaub und Friedrich Ani

Samstag, 31.10.09

9.00 PD Dr. Folkart Wittekind, Bochum: Krimi als theologisches Lehrstück? Zur gattungsbezogenen Kontextualisierung eines literaturtheologischen Forschungsprogramms

10.00 Prof. Dr. Brigitte Boothe, Zürich: Geliebtes Verbrechen. Zwischen Suspense und Transzendenz

11.30 Prof. Dr. Matías Martínez, Wuppertal: “Immer mit der Kirche ums Kreuz“.Über die Umwege zur Wahrheit in Wolf Haas’ Kriminalroman 'Silentium'

14.00 PD Dr. Regine Munz, Basel: „Banalität des Bösen?“ Religion in der Kriminalliteratur von Frauen

15.30-17.30 Workshops

1. Dr. Christine Stark, Zürich: Im Fadenkreuz. Religion im Kriminalfilm zwischen Eyecatcher und Tiefsinn, am Beispiel der Tatort-Folge 'Passion' (1999)

2. Dr. Christoph Gellner, Luzern: 'Kismet', 'Letzte Sure', 'Mord im Zeichen des Zen'. Interkulturelle Krimikonstellationen – mehr als Mystifikation und exotische Kulisse?

3. Andreas Mauz/Dr. Adrian Portmann, Zürich/Basel: “Das Buch der Offenbarung. … Jemand hat zwischen die Zeilen geschrieben.“ Biblische Intertextualität im zeitgenössischen Krimi

4. Mike Grey, Zürich: Cracking the God Code: Rätselspiele und Spiegelbilder des Göttlichen im Religious Thriller

19.00 Petros Markaris, Athen: Die Religion ist ein Kriminalroman, an dessen Anfang ein Mord steht. Vortrag mit anschliessendem Gespräch

Veranstalter: Literaturhaus Basel (www.literaturhaus-basel.ch) | Theologische Fakultät der Universität Basel (http://pages.unibas.ch/theologie) | Forum für Zeitfragen (www.forumbasel.ch) | Katholische Erwachsenenbildung beider Basel (www.wegzeichen-bs-bl.ch)

[Danke, bea!]

Wieviel verdienen Ärzte und Kosmetikindustrie

an einem abgetriebenen Kind? Wie hoch schätzt ihr das ein?

Für Phil

und alle anderen, die sich auf die Zehen getreten fühlten, weil ich neulich Kritik an der lieblosen Art und Weise, wie über Kommunizierende geredet wird - in egal welcher Haltung jetzt - verbunden hatte mit einer als lieblos empfundenen Absage an ihre Lieblingsform der Liturgie - besser verstanden: an eine missbräuchliche Praxis dieser Liturgieform und lieblose Priester, die sie ausüben.
Was uns, Phil, vermutlich beiden nicht gefällt. Da eint uns nämlich mehr, als dass es uns trennt.
Ich war heute in der NO-Gemeindemesse in Deutschland, habe all unsere Anliegen mitgenommen, und dachte mir, also Leute, heute nochmal Kumba Yah und Schalavares und Blödsinn bei der Austeilung, aber dann krieg ich endlich eine Akedia von hier bis nach Timbuktu, gell.
Wir hatten ja Glück. Es war der Tag des Hl. Judas Thaddäus.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Spirituelle Übung.

"Die geistliche Tradition kennt für diesen Zustand ein Wort: die Akedia, diese Mischung von geistlicher Lustlosigkeit, Aggression und Frust. Das ist jemand mit zu viel Saurem, mit zu viel Essig im Salat. Das äußert sich wenn wir schlecht übereinander sprechen. Wie viel Härte gibt es hier unter uns! Frag dich: wen kann ich überhaupt nicht leiden in der Kirche? Welcher Priester ist mir zuwider? Welcher Bischof zu feig? Welche Gruppierung halt ich nicht aus? Wen haben wir schon abgeschrieben? Hier braucht es viele Tränen der Reue. Umkehr, Buße und Vergebung.
Ich bitte sie um eine konkrete Buße: dass sie bis zur nächsten Diözesanversammlung im März, wenn sie über jene Gruppe sprechen, die ihnen am meisten auf den Geist geht, einmal nur gut über sie sprecht. Sich dafür zu interessieren, wo das Gute bei den andern ist, es sehen zu lernen, das Schöne zu sehen. Und vielleicht zu sagen: "Es ist der Herr". Er wirkt. Vielfältig, unterschiedlich, so wie beim Täufer und bei Jesus, doch die Weisheit hat durch all ihre Kinder recht bekommen." [via kath.net]

Endlich habe ich Akedia. Ich lese immer davon, dass schon die Wüstenväter ( und -mütter!) von ihr befallen wurden, und ich dachte mir schon, dass Akedia vielleicht etwas ist, was keiner mehr heutzutage kennt und hat. Also bitte nicht denken, ich fände es jetzt super, unter Akedia zu leiden, natürlich sollen wir sie bekämpfen, aber ein bisschen war ich auch froh, endlich diesen mysteriösen, uralten Mittagsdämon bei mir zu identifizieren, sozusagen als Ritterschlag direkt aus dem Gehäuse des Hl. Hieronymus.
Die Kirchentradition kennt sehr viele Ratschläge zu dieser Diagnose, der Hl. Thomas von Aquin empfiehlt etwa ein Bad und ein Nickerchen. Aber ich will jetzt der Empfehlung folgen und mir überlegen, welche Gruppe in der Kirche mir am meisten auf den Zeiger, die Nüsse, den Senkel geht. Es wär so klasse gewesen, wenn mir die Legionäre Christi, das Opus Dei, die Fokolarbewegung, die Neokatechumenaten granatenmäßig auf den Wecker gingen. Aber leider ... Mir fällt definitiv nur eine einzige Gruppe ein, und von der ist noch nicht ganz raus, ob sie überhaupt noch IN der Kirche sind. Bei der Weisheit-Innehaben bin ich mir auch nicht ganz so sicher, aber komm, wenn wir jetzt schon mittendrin in dem Exerzitium sind:
Ich nehme Wir sind Kirche. (Dass ich "katholische Konvertitinnen" NICHT nehme, war ja wohl klar.)

Gut also. Ich kann Gutes über WiSiKi sagen, dass sie keine Arschlöcher sind. Es gelingt ihnen auch, mangelnde Selbstironie durch unfreiwillige Komik zu ersetzen. Das ist schonmal was, finde ich. Sollte aber noch zu toppen sein. Positiv denken. Als ich heute die Glückwünsche für Frau Käßmann las, kam mir sofort das Bild einer roten Nacktschnecke in den Sinn und das Verb "ranwanzen". Das ist nicht gut. Ich lebe zwar von meinem kreativen Vorstellungsvermögen und meinem spontan bildhaft-assoziativen Denken usw., aber hier ist jetzt was anderes gefragt. Also stelle ich mir WiSiKi als ein kleines, hilfloses, flauschig-kuscheliges Kätzchen vor, oder einen Welpen, der die Hand leckt, die ihn füttert. Das ist schön, mit solch einem Bild kann man sich wohlfühlen.
Wenn man nicht grad akute Akedia hat, jedenfalls. Aber die wird ja jetzt besser. Bei WiSiKi fällt bei mir auch gleich noch die Assoziation "Hass auf den Hl. Vater" ein. Das ist zu lieblos. Also den WiSiKi gegenüber. Ich revidiere also in: "Wir würden uns unter einer BasisKarriere-Frau Käßmann erheblich wohler fühlen als unter einem brillanten, gütigen, gebildeten und sehr weisen Ausnahme-Theologen".
*klopft sich auf die Schulter*.
Was gefällt mir sonst noch an WiSiKi? Ihre vorbildliche Pressearbeit. Und der Bringer ist, sie zerstreiten sich auch nie untereinander. Vermutlich, weil sie so wenige sind. Vielleicht hat der Teufel sie aber auch schon aufgegeben.
Außerdem gefällt mir an WiSiKi auch sehr gut, dass sie alipius zu solch herrlichen Blogeinträgen inspirieren.

[Und nein, ich fand die spirituelle Übung nicht lächerlich. Ich finde sie sogar sehr schön und sehr wichtig. Dass hiermal kein Missverständnis entsteht.]

Kein Tradi-Quatsch, keine Schmähung

der Handkommunikanten, so schreibt Monika in ihrem lesenswerten Plädoyer für die Mundkommunion. Und lenkt an einer Stelle den Blick auf eine wirklich sehr interessante, und mir scheint auch, sehr tiefe und wahre Tatsache:

>>Wir Katholiken feiern im Heiligen Messopfer nicht das Abendmahl 1:1 nach, sondern das am Abendmahl vorweggenommene Kreuzesopfer unseres Herrn auf Golgatha. Wir befinden uns während der Wandlung in der Heiligen Messe also nicht im Abendmahl-Saal, sondern quasi auf Golgotha. Das ist ein sehr großer Unterschied und deswegen kann man die Handkommunion nicht etwa unter dem Aspekt sehen: „Nehmet und esset alle davon“. Das wäre eine falsche Auffassung des Abendmahls und des Vollzuges. Im Abendmahl gab uns Jesus die äußere Form dazu, wie dieses Geheimnis geschehen soll. In seiner Kreuzigung ließ er aber den Inhalt, den Vollzug dieses Geheimnisses (sein Leib und sein Blut in Brot und Wein) geschehen. Freiwillig, aus übergroße Liebe vollzog er das, was er am Gründonnerstag versprach. Wir haben nicht einmal ein Anrecht darauf, es ist alles freiwillig und ein Geschenk des Herrn. Das größte Geschenk.<<

Einmal wegen dem Unterschied Abendmahlssaal - Golgatha, der auch mir nicht immer so bewussst ist und dann noch wegen des Geschenkcharakters.

Die Krankenhauskapelle.

Schon komisch, meine Vorliebe für Krankenhauskapellen. Ich mag sie sehr, ganz besonders dann, wenn sie völlig unmöglich im Stil der 70er eingerichtet sind. Das Tabernakel aussieht wie eine Blechbaracke. Hinter dem Altar irgendein maulbeerfarbenes-violettes abstraktes Geschmiere.
Jede Kirche, die so eingerichtet wäre, würde ich meiden. Nur den Krankenhauskapellen verzeihe ich alles. Ich liebe sie so, wie sie sind.
Vielleicht, weil ich als Kind auch schon oft dort war - mein Vater war ständig im Krankenhaus. Wenn es mir langweilig war, ging ich meistens in die Kapelle, um mich umzuschauen.
Letztes Jahr suchte ich mal eine Kirche für die Mittagspause, es war aber nur ein Krankenhaus in der Nähe. Also ging ich dahin und in die Kapelle. Es war so schön zu entdecken, dass sie mir noch vertraut von früher her war, ich hatte vergessen, dass mein Vater auch in diesem Krankenhaus einmal behandelt wurde.
Möglicherweise haben sie diese besondere Atmosphäre, weil so viel darin gedankt, gefleht und auch geweint wird. Möglicherweise wird in Krankenhauskapellen sogar von allen Orten weltweit - Klöster mal ausgenommen - am meisten gebetet.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Wolfgang Huber,

dass Sie von der Funktionalität Ihrer Kirche - ich bin heute großzügig und benutze das Wort - überzeugt sind, spricht für Sie. Und es ist auch einfacher, auf die eigene Überlegenheit hinzuweisen, wenn man auf der Geschwisterkirche ein bisschen rumhacken kann. Machen wir ja auch gerne so.

Der SPD-Vorsitz ist das schönste Amt neben dem Papst. Gilt das auch für den EKD-Ratsvorsitz?
Der EKD-Ratsvorsitz ist ein großartiges Amt. Es ist besonders dann großartig, wenn man in einen Rat eingebettet ist, in dem Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen freundschaftlich zusammenarbeiten. Ich habe erlebt, dass die Mitarbeiter im Kirchenamt der EKD sich in derselben Richtung engagieren. Ich habe keine Ahnung, ob der SPD-Chef so ein kooperatives Umfeld hat. Ich bin aber überzeugt, dass im Vergleich zum Ratsvorsitzenden das Amt des Papstes ungleich einsamer ist. Im Amt des Ratsvorsitzenden ist eine verlässliche Bodenhaftung dadurch garantiert, dass stets der Leitende Geistliche einer Landeskirche an der Spitze steht. Er hat mit den Erfahrungen und Problemen in Gemeinden und Regionen hautnah zu tun und steht nicht in der Gefahr abzuheben.

Die Hexenverfolgung.

Im Historischen Museum in Speyer läuft zur Zeit eine Ausstellung über Hexen.
Die FAZ.net hat dazu einen Artikel gebracht - haben sie Spee wieder nicht erwähnt oder hab ich es überlesen? Egal.

Zum Thema passt gut ein Kommentar von Joseph Bordat von neulich, den ich einmal mit seiner Erlaubnis und leicht gekürzt nach oben holen wollte.
Joseph Bordat betreibt das Weblog jobo72 und beschäftigt sich insbesondere mit christlicher Existenzphilosophie.
Hier sein sehr guter Kommentar:

>>Die Katholische Kirche habe im Mittelalter Millionen von Frauen in Europa als Hexen verbrannt. Sagt man. Ist aber in vierfacher Hinsicht schief.
1.) Der Schwerpunkt der Hexenverfolgung lag nicht in Europa, sondern liegt im heutigen Afrika. Dort hat sie alles andere als „christliche“ Gründe und wird von der Kirche durch die Arbeit der Missionare zu verhindern versucht.
2.) Die meisten Hexenverbrennungen gab es in Europa nicht im Mittelalter, sondern in der Frühen Neuzeit; die letzte Hexe wurde in Deutschland 1775 verbrannt. Dass man nach 1555, spätestens nach 1648 nicht der Katholischen Kirche allein die Verantwortung für die verstärkte Hexenverfolgung in Mittel- und Nordeuropa geben kann, dürfte jedem klar sein, der in Geschichte aufgepasst hat (cuius regio, eius religio). Und noch etwas: Im katholischen Spanien hat es keine Hexenverfolgung gegeben – wegen der Inquisition.
3.) Die Opfer waren nur in Deutschland mehrheitlich Frauen, sonst war das Verhältnis mindestens ausgeglichen, z. T. waren die Männer in der Mehrzahl; in Island waren 90%, in Estland 60% der Opfer Männer. 4.) Es waren nicht „Millionen“, sondern ca. 50.000 Opfer, rund die Hälfte davon im Gebiet des HRRDN. Wenn man davon ausgeht (und davon darf man wohl ausgehen), dass die Opfer zahlenmäßig zwischen protestantischen und katholischen Gebieten des Reichs ungleich verteilt waren – zu Lasten der protestantischen Gebiete –, dann hat die Katholische Kirche die Verantwortung für etwa 10.000 Todesopfer.

50.000 Opfer, in 350 Jahren europäischer Hexenverfolgung (1430-1780). Seit einigen Jahrzehnten werden Jahr für Jahr mindestens doppelt so viele Menschen ermordet, weil sie Christen sind, als in 350 Jahren ermordet wurden, weil man sie für Hexen oder Zauberer hielt. Ich will nicht aufrechnen, nur wundert es mich schon, dass ich als katholischer Christ wesentlich öfter auf die Hexenverfolgung angesprochen werde, die seit einem Vierteljahrhundert der Vergangenheit angehört (jedenfalls soweit es eine europäische, „christlich“ motivierte war), als auf die Christenverfolgung, die jetzt stattfindet.

Völlig unterschlagen wird der innerkirchliche Widerstand engagierter Geistlicher wie Friedrich von Spee SJ, der mit seiner Cautio criminalis seu de processibus contra sagas („Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse“, 1631) Aufklärungsarbeit leistete – lange vor der Epoche der Aufklärung. Spee und andere, etwa Paul Laymann SJ, haben als christliche Hexenwahn-Kritiker in der ersten Hälfte des 17. Jh. (vereinzelt schon im 16. Jh., etwa Johann Weyer) für ein Abebben der Hexenverfolgung in Mitteleuropa gesorgt – mit theologischen Argumenten.

Auch wird oft vergessen zu erwähnen, wie der berüchtigte „Hexenhammer“ (Malleus Maleficarum, 1486) des Heinrich Kramer entstand. Kramer (Institoris) schrieb ihn, weil er in Innsbruck erfolglos einen Hexenprozess angestrengt und kurz darauf des Landes verwiesen wurde. Von wem? Vom Bischof Georg Golser. Der „Hexenhammer“ ist eine Reaktion darauf gewesen. Die Bulle, auf die sich Kramer in Innsbruck berief, „Summis desiderantes affectibus“ (1484), enthielt im Übrigen die Aufforderung, verdächtige Personen ernsthaft zu prüfen und bei bestätigendem Ergebnis zurechtzuweisen, zu inhaftieren und zu bestrafen, nicht aber, sie zu verbrennen. In der Praxis hat das den Hexenwahn eher gemindert als befördert. Kirchenrechtlich hat die „Hexenbulle“ übrigens nie Bedeutung erlangt, maßgebend war immer der Canon episcopi, der Hexenglaube als Einbildung ablehnte und bis zur Kirchenrechtsreform von 1918 im maßgeblichen CIC enthalten war; „Summis desiderantes affectibus“ taucht dagegen in keinem Verzeichnis auf. Die Katholische Kirche hat die Hexenverfolgung niemals offiziell bejaht – im Gegensatz zu Luther und Calvin.

Wer über diese Fakten spricht, dem wird schnell der Titel „Ewiggestriger“ verliehen – interessanterweise von Leuten, die ihr Kirchenbild aus dem Mittelalter entnehmen."

Ich überlege gerade, was schlimmer ist.

Dass das Pilgerrestaurant mit Kaffeebar neben dem Santuario in Manoppello zu hat - oder dass die Scientology sich dort ansiedeln wollen.
Kath.net veröffentlicht die Adresse des Bürgermeisters. Ich denke, ich schick ihm eine Protestnote zu BEIDEM.

Ach ja, die Unwürdigkeit der Handkommunion.

Allüberall, wieder und wieder, versichern mir Handkommunikanten, es sei ja so ein Unding, ihnen Unwürdigkeit zu unterstellen. (Ist es auch! Nur leider das Thema verfehlt. Denn die einzigen, die bei der mir bekannten in Deutschland herrschenden Praxis die Kommunion realiter unwürdig empfangen müssen, sind die Mundkandidaten).
Nach der mir bekannten Praxis ist es nämlich so, dass ich keine Kniegelegenheit bekomme, also stehen muss. Dann trete ich vor, der Austeilende ist mehr oder weniger souverän, schiebt mir seinen Finger zwischen die Lippen, weil er es nicht besser kann, ich komme ihm verkrampft entgegen - und wenn sich tatsächlich Ablehnung bis Ekel im Gesicht des Gegenübers zeigt, weil ich meine Hände nicht öffne, oder kämpfe, das Allerheiligste nicht von den Lippen rutschen zu lassen - wer braucht schon Patenen - dann hatte ich mal wieder eine Kommunion, wo ich mir sage, gerne opfere ich auf, die wiederverheiratet Geschiedenen sind zu beneiden.
Eine Erlösung dagegen, wenn Kommunionbänke aufgestellt werden (wie damals beim mittlerweile abgesetzten Pfarrer Sirch in Achenkirch).
Zu den ganzen geschilderten Verrenkungen und der Konfrontation mit dem Atem des Empfangenden kommt es dabei ja auch nur, weil eben die Stehschlange einen nötigt, dabei zu stehen. Bekomme ich eine Kniegelegenheit, das können auch die Altarstufen sein, steht der Priester über mir und legt mir das Teil ganz elegant und ohne Unannehmlichkeiten von oben auf die pelzige, belegte und übelriechende Zunge, ohne davon etwas direkt mitzubekommen.
Generell wäre es an diesem Punkt aber vielleicht auch mal angebracht, über die Würdigkeit der AUSTEILENDEN nachzudenken.
[Besonders interessant ist dann die Sichtweise von Papa Bene: Ja, wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für das Geheimnis der Eucharistie. Stern: Es wird aber überlagert durch das Augenmerk auf die bakterielle Zusammensetzung der gläubigen Zungen. Sollen wir gleich solche Färbetabletten: "Boah, alles ROOOT" austeilen, Eure Heiligkeit?]

Ich für meinen Teil werde durch solche Äußerungen wie die verlinkten leider noch in meiner Auffassung bestärkt, dass es für mich eher von spirituellem Übel ist, eine übliche NO-Messe mit der üblichen Austeilungspraxis zu besuchen, in der sich hinterher darüber ausgetauscht wird, wie sehr man sich mal wieder vor mir geekelt hat.
Lieber gehe ich in die Alte Messe in Campocavallo, in der vor mir ein echter alter Christus steht, ich kann knien auf den Stufen, und man teilt mir in Liebe, Hingabe und Sorgfalt plus Patene aus. Noch nie hatte ich mir beim Besuch bei den Francescani dell Immacolata in Campocavallo Sorgen, weder über meine Mundflora noch über die lieblose Disposition des Austeilenden machen müssen.
Das nenne ICH dann einen würdigen Empfang.

Und falls Frau Käßmann noch Ideen braucht

für ihre Predigt am Reformationstag, hier sind ein paar nützliche Anregungen von einem protestantischen Kollegen, Professor Stanley Hauerwas.

[Ich dachte ja erst, die wollen mich auf den Arm nehmen. Kann diese Predigt echt sein?]

Sonntag, 25. Oktober 2009

Bemerkenswerte Schlussbotschaft der Afrika-Synode.

Sie geht auch in Richtung UNO, und vermutlich auch in Richtung der europäischen Kondomaktivisten. Radio Vatikan hat EB Schick dazu befragt:

>>Auch die Vereinten Nationen bekommen in dieser Schlußbotschaft der Synodenväter Kritik ab. Da wird klar gesagt, die UNO solle sich davor hüten, traditionelle afrikanische Werte wie die der Familie oder des menschlichen Lebens zu zerstören. Ist dieser Aufruf so nötig?

„Es gibt dieses Maputo-Protokoll, das in etlichen Passagen förderlich ist für die Entwicklung Afrikas und auch die Tradition Afrikas ernstnimmt. Es gibt aber auch darin Aufrufe, die den Menschenrechten und den Traditionen Afrikas widersprechen! Vor allem, was die Sexualität und die Familie betrifft. Nach afrikanischen Traditionen gehören Sexualität und Ehe zusammen, gehören Sexualität und Familiengründung, Kinderzeugen und –gebären zusammen, das wird dort aufgegeben. Es wird auch aufgegeben, dass der Schutz des menschlichen Lebens von Anfang bis Ende gelten muss, also von der Zeugung bis zum natürlichen Sterben. Das ist sowohl der kirchlichen Lehre als auch den Traditionen Afrikas widersprechend, und daher ist die UNO in dieser Botschaft zu Recht kritisiert worden.“ (rv)<<

Richtig interessant wird es, wenn man aus dieser Aussage probeweise ein Adjektiv herausnimmt:

>>Da wird klar gesagt, die UNO solle sich davor hüten, traditionelle afrikanische Werte wie die der Familie oder des menschlichen Lebens zu zerstören.<<

Schön isses. Und der Rest des "christlichen Abendlandes" schmeißt mit Kondomen dazu. *gg*

Gregor von Nyssa - cool.

Ich wusste gar nicht, dass Gregor von Nyssa einen solch trockenen Humor hatte. Er schreibt im 4. Jahrhundert aus Konstantinopel:

>>Menschen, die gestern noch Schneiderei und Schusterei betrieben, sind heute auf einmal Theologen geworden ... Fragst du da jemanden, was der Laib Brot kostet, so antwortet er: "Der Vater ist größer als der Sohn". Sagst du: Ich brauche eine Badezelle, so versichert er dir "der Sohn ist aus dem Nichts geschaffen". Willst du Geld wechseln, so redet er von "gezeugt" und "ungezeugt".<<

Aus einem aktuellen Interview mit Bischof Fellay

Ich sagte schon, 21. Jahrhundert ist es nicht gerade, find ich aber nicht so unglaublich schlimm, und Unfug ist es der Abwechslung halber auch gar nicht. Ich kann nichts Verwerfliches an dem finden, was Fellay hier sagt:

>>Was verbindet Sie am meisten mit der Katholischen Kirche?

Wir haben alles, was notwendig ist, um Angehörige der Katholischen Kirche zu sein. Zuallererst den Glauben, den wir von der Kirche erhalten haben und den wir bis zum Tod bewahren wollen, weil es ohne Glauben unmöglich ist, Gott wohlgefällig zu sein. Zweitens die Gnade, das Gebet und die Liturgie die uns von der Kirche zukommen, wie es der Heilige Vater sehr gut im Motu proprio ausgedrückte, indem er erklärte, daß der alte Messritus nie abgeschafft worden ist. Und schließlich, auch wenn es widersprüchlich scheinen mag, der Papst selbst und die kirchliche Hierarchie. Das Haupt der Kirche, der Stellvertreter Christi, ist die Autorität, die wir anerkennen.

Das bedeutet, daß zwischen den Traditionalisten und der Kirche alles gut läuft?

Nein. Es gibt Probleme, aber diese Probleme bedeuten nicht, daß wir jene Beziehung der Unterordnung unter die päpstliche Autorität verloren hätten.<< Ganzer Artikel auf katholisches.info

Gut, im Folgenden kommt noch der berüchtigte Fieberthermometervergleich, aber ehrlich gesagt würde ich mir mal von gewissen anderen betont angeblich katholischen Organisationen wünschen, klipp und klar zu sagen, dass sie den Hl. Vater als Autorität UND STELLVERTRETER CHRISTI anerkennen. Da warte ich ja noch darauf.*wippt mit dem Fuß*
(Weil es neulich im Kommentarbereich anklang so als ob, die FSSPX würden ja nur über den Hl. Vater herumrüsseln und nichts Ernst meinen. Ein bisschen weiter als WISIKI sind sie aber scheinbar schon. Gut für SIE.)

80ies-Ping! Ultravox.

Die Jungs von Ultravox waren von allen Pop-Bands der 80er für mich immer die Edelsten. Dafür gab es eigentlich keinen ausgesprochenen Grund, außer vielleicht, dass sie einfach "sphärischer" klangen als Spandau Ballet, abgehobener, esoterischer, tiefschürfender. Also was mir damals im zarten Alter von 16 halt als tiefschürfend erschien. Besonders beeindruckend fand ich - neben Vienna natürlich - Dancing with tears in my eyes. Das Video bediente sämtliche Ängste, die uns damals umtrieben. Die Achtziger waren bis zum Fall des Eisernen Vorhangs zutiefst angstbesetzt. Immer in Erwartung, dass irgendeiner auf den Knopf drückt, dazu noch das Unglück von Tschernobyl - und trotzdem waren wir nicht depressiv oder gelähmt oder so etwas. Obwohl das Damoklesschwert des Atomkrieges sehr real über unseren Köpfen schwebte - realer als heute, wahrscheinlicher als heute, zugleich aber KALKULIERBARER als heute, weil die Fronten festgesteckt waren und man nicht damit rechnen musste, dass irgendein Irrer vor/ hinterm Hindukusch mit illegalem Plutonium herumsaut, Israel ausrastet, Iran durchdreht, nein, es gab die Fronten USA-UdSSR.
Die Verständigung mit den Russen war nicht immer leicht, aber man ging irgendwie davon aus, dass beide Seiten trotz ihrer Claims, die sie absteckten, halbwegs guten Willens waren und hoffentlich nicht wegen irgendeinem Mist total durchdrehen würden. Diese Auffassung, dieses Lebensgefühl gerann dann auch in Sting's genialem Song "Russians". Schon damals dachte ich, wenn wir nur guten Willen zeigen, ist eine Verständigung möglich und wir bomben uns nicht aus diesem Universum endgültig hinaus, weshalb ich auch Slawistik studierte. Gorbatschow kam dann unverzüglich und so war es dann ja auch gut.

Das Video von Ultravox zu Dancing with Tears in my Eyes zeigt den Super-Gau in einem Kernkraftwerk und wie ein Liebespaar sich der sicheren Vernichtung stellt. Die Lieblingsmusik wird nochmal aufgelegt, es wird noch eine Flasche Champagner getrunken, sie lieben sich in ihren letzten Stunden, dann bricht die Katastrophe herein und der Tod kommt. Es ist eigentlich ein religiöses Video, auch wenn niemand angesichts der Katastrophe betet, sich in eine Kirche flüchtet oder ähnliches. Kurz aber ist ein katholischer Priester zu sehen, der sich eines Hilflosen annimmt.
Es zelebriert die Liebe, die angesichts des atomaren Armageddons, der anonymen Massenvernichtung auf ihr ureigenes Recht zur Individualität, zum Einzelschicksal besteht. Genau deshalb ist das Video auch so berührend. So stellte ich mir in den Achtzigern vor, dass das Ende kommen würde. [Heute stelle ich mir vor, es ereilte mich in meiner Lieblingskirche, in der ich Zuflucht suchen würde.] Das Video ist immer noch brandaktuell, denn es zeigt, wie menschenfeindlich und todbringend nicht nur die Atomindustrie agiert, die ja, abgesehen von Tschernobyl, weitgehend das Glück hatte, erstmal weiterzufunktionieren, sondern auch, wie perfide und menschenverachtend und tödlich angeblich heilbringende Technologien wirklich sind. Ultravox setzt diesem ganzen perversen technokratischen Zauber schlicht die Zelebration der Liebe zwischen Mann und Frau entgegen und gibt einer anonymen Katastrophe ein Gesicht. Das Gesicht so vieler Liebenden, die unschuldig Opfer werden. Geopfert auf dem Altar des Profits, des selbstzerstörerischen Machbarkeitswahns, letztlich der Gottlosigkeit einiger weniger, die das Antlitz der Liebe getötet haben und weiterhin töten. Das gelingt manchmal ganz gut auch ohne Kreuz.
Die Botschaft ist wert, gehört zu werden.
Schmissig kommt sie natürlich auch noch daher.

Samstag, 24. Oktober 2009

Tabernakel?

Bei Alipius gibt's diverse Fotobelege für die kulturstiftende Kreativität einer Weltkirche, die der Menschheit Notre-Dame, Chartres, den Petersdom, die Fresken in der Sixtinischen Kapelle, den gregorianischen Gesang, die Paramentenstickerei, Schriftsteller wie Augustinus, Chesterton und Walker Percy, Philosophen wie Thomas von Aquin, das Kalenderwesen, die Bewahrung des Schrift- und Kulturgutes der Antike und Marmorstatuen galore geschenkt hat. Es ist eine beeindruckende Sammlung.
Ein Foto hat uns alle besonders ... beeindruckt. Es soll, so behauptet jedenfalls Alipius, ein zeitgenössisches Tabernakel zeigen.
tabernakel1

Das Tabernakel, von tabernaculum, also Zelt, ist in Anlehnung an das Zelt mit der Bundeslade bei den Juden, der ersten Wohnung Gottes auf Erden, aber auch in Hinblick auf den Leib Mariä, der übergangsweise zweiten Wohnung Gottes und was auch immer noch mehr an spirituellen Verweisen aufzutreiben ist, entstanden, um die gewandelte Hostie, das Allerheiligste, den Leib Christi aufzubewahren. Üblicherweise brennt ein rotes Licht davor, wenn der HErr anwesend - resp. in da houz - ist. Darum beugen wir auch in der Kirche die Knie vor dem Tabernakel.
Versteht sich von selbst, dass man Gott nicht in einer alten Schuhschachtel, einer Teedose oder irgendeinem schrottigen Flohmarkt-Nähkästchen aus den Siebzigern aufbewahrt. Selbst Heiden leuchtet das unmittelbar ein.

Bei dieser Ausführung hat man sich lieber gleich das Licht dazu gespart, vielleicht hat der HErr auch Glück und muss nicht drin rumfahrn und es brennt deshalb keine Leuchte. Möglich wäre auch, dass es sich gar nicht um ein Tabernakel handelt, sondern in diesem scheußlichen Utensilienkasten vielleicht die Düngestäbchen oder das Blattglanzspray für die Grünpflanzen aufbewahrt werden. So lautet jedenfalls meine hoffnungsvolle These. [Auf dem Blog wirke ich eigentlich öfter wie ein grauenvoll positiv denkender Mensch. Dabei bin ich der finsterste Pessimist, den man sich vorstellen kann.]

Kirchenkrimi-Tatort.

Morgen Abend läuft also in der ARD der Liefers-Prahl- Tatort "Tempelräuber", [mann, erst Proll statt Prahl, dann Tempelmord statt Tempelraub versehentlich getippt, jetzt verbessert] in dem der Regens des Münsteraner Priesterseminares ermordet wird.
Die Meldung von Martin auf Commentarium Catholicum lässt ja schon wieder Ungutes ahnen. Allerdings baue ich fest auf die Intervention von Staatsanwältin Klemm. Unvergessen ihr Spruch aus der Folge "Satisfaktion", 2007:

Die Staatsanwältin und Prof Boerne im Gespräch über die aktuelle Leiche:
Ja, es handelt sich um den Sohn von ...
Thiel tritt herzu (ergänzt süffisant): Den Sohn vom BISCHOF?
Klemm (schießt ohne zu zögern zurück): Das nicht gerade, Sie protestantischer Prolet!

Edit: Jau, Martin schwante es zu Recht: Unsere katholischen Priester, wie die Welt sie kennt. Ständig im sexuellen Notstand, ständig am heimlich Kinderzeugen. *gg*

Die Vladmirskaja genannte

Theotokos_of_Vladimir
berühmte Ikone, die im Jahre 1131 von Konstantinopel nach Russland geschickt wurde und heute in Moskau in der Tretjakow-Galerie hängt, ist übrigens eine typische Darstellung der Panagia eleousa - der zärtlichen Gottesmutter. Der Typus der Panagia eleousa soll zuerst in Syrien zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert aufgetaucht sein.





.

Warum es eine Päpstin nie gegeben hat.

Auf der Tagespost findet sich Michael Hesemanns Artikel dazu. Ich habe übrigens das Buch sehr gerne gelesen, es hat mir gefallen. Da war ich aber noch nicht katholisch. Ich habe es mir mal wieder rausgesucht, um es jetzt quasi mit neuen Augen zu lesen, könnte aber sein, dass ich es ungeduldig wieder weglege.
Hesemann führt eine Reihe von Gründen auf, warum die Existenz einer Päpstin ins Reich der Legenden zu verweisen ist. Der schlagendste Grund überhaupt ist für mich dieser:

>>Auch der exkommunizierte byzantinische Patriarch Photios, ein erklärter Gegner des römischen Papsttums, erwähnte in seinen Schriften Leo und Benedikt als aufeinanderfolgende Päpste, nicht aber eine(n) Johann(a)(es). So heftig er die Päpste auch anklagte, so viele Vorhaltungen er der römischen Kirche machte, bei aller Polemik gegen den westlichen Zölibat – nie kam er auf die angebliche Päpstin zu sprechen, obwohl er ihr Zeitgenosse gewesen wäre. Trotz aller gegenseitiger Häresievorwürfe – in der gesamten Polemik zwischen der Orthodoxie und dem Katholizismus spielte der angebliche Skandal um Johanna nie eine Rolle.<<

Das können wir aber getrost annehmen, dass die Byzantiner ein Pamphlet nach dem anderen geschrieben hätten.
Außerdem soll man doch nicht immer so tun, als hätten Frauen jahrtausendelang als analphabetische, geistig blinde und tierhaft dumpf dahinvegetierende Gebärmaschinen gelebt - wenn sie nicht gerade als Männer verkleidet Päpstin wurden.
Das ist doch gar nicht wahr.

Zum Kommentar "Der Antijudaismus der Piusbrüder"

auf kath.de von Eckhard Bieger, SJ.
Link hier wieder in voller Länge, da twoday ihn mich nicht mit Text unterlegen lässt:
http://archiv.kath.de/index.php?id=212&tx_ttnews[tt_news]=2092&timestamp=1256316360&cHash=28d4b938d8

Zunächst eingeräumt, dass ich die Entstehung der FSSPX, die geistigen und historischen Wurzeln, Strömungen und Verwerfungen, die Verbreitetheit von Haltungen wie die von Williamson bezüglich des Holocausts in der FSSPX wenig bis kaum beurteilen kann. Weiter zunächst betont, dass ich die Äußerungen von Williamson zum Holocaust vollständig unmöglich finde. Man sollte aber nicht so tun, als wären sie das Erste und Einzige, was wir dazu je gehört haben. Mit mindestens einem prominenten Holocaustleugner pflegt Deutschland gute Geschäfte zu machen.

Pater Bieger ist schon länger katholisch als ich, er hat mehr Einblick.
Aber war er schon einmal bei einer Hl. Messe einer FSSPX - Gemeinde?
Ich bin mal hingegangen, weil ich mir die MITKATHOLIKEN anschauen wollte, über die sich plötzlich ein Dreckskübel ergoß, weil einer ihrer Bischöfe Mist dahergefabelt hat. Wie man dem Binnenlink entnehmen kann, handelte es sich dabei nicht um wildgewordene antijudaisch/antisemitisch/rassistisch/whatever eingestellte blindwütige Fanatiker, sondern um schlichte, einfältige (im guten Sinne), unauffällige Menschen, die mich am ehesten noch in Kleidung und Verhalten an Amish People erinnert haben.

Jetzt aber zu dem Kommentar von Bieger, der pünktlich zu Beginn der Gespräche Roms mit der FSSPX diesen nicht nur Antijudaismus bescheinigen möchte, sondern sie gleich auch noch als Staatsfeinde hinstellt:

>>Die Ideen der Pressefreiheit, der religiösen Toleranz, der demokratischen Grundstruktur des Staates wird als Strategie dargestellt, die Köpfe der Menschen zu verwirren und unter dem Deckmantel moderner Ideen etwas ganz anders zu beabsichtigen, nämlich sich die Finanzwelt und die öffentliche Meinung gefügig zu machen.<<

Ja, hm. Manchmal, wenn ich gewisse dunkle Stunden habe, dann beschleicht mich allerdings eine ähnliche Auffassung. Sie geht aber eher in die Richtung, dass sich die Finanzwelt unter dem Deckmantel moderner Ideen die öffentliche Meinung gefügig machen will. Von der angeblichen Pressefreiheit, die wohl tatsächlich nur noch als Idee existiert, oder vielmehr als SUGGESTION, kann ich ein eigenes Lied singen.

Williamson habe, so Eckhard Bieger, sich auch nach Monaten nicht bereitgefunden, seine Aussagen zu revidieren. Da hatte ich aber was anderes gelesen. Eine erste Stellungnahme nach dem Sturm war zwar nicht gerade befriedigend, aber sie war da. Die zweite, spätere, die ich las, und ich jetzt NICHT ergoogeln werde, lautete, dass Williamson zu seiner Auffassung durch ein zwei Bücher gekommen sei (diese Bücher kursieren übrigens tatsächlich, sie leugnen weniger den Holocaust, als dass sie versuchen, die Opferzahlen herunterzuspielen, genau wie Williamson es tat - was es natürlich auch nicht viel besser macht ), und er räumte auf jeden Fall ein, sich nochmals mit dem Thema ausgiebig befassen zu wollen. Durch hoffentlich die Lektüre einiger anderer Bücher.

Wie auch immer: Es ist mir wurscht, zu welcher neuen Perspektive auf die historischen Fakten ein "Bischof" Williamson kommt. Das ist sein persönliches Problem, das mich erst dann wieder anzugehen hat, wenn mir die katholische Kirche - was sie nie tun wird - einen solchen Bischof vor die Nase setzen würde.

Bemerkenswert finde ich nur, dass Hw. Bieger seinen Kommentar, für den er fast neun Monate Zeit hatte, nun direkt kurz vor dem Beginn der angekündigten Gespräche setzt. Bemerkenswert finde ich weiter, dass, auch wenn er in seiner Einschätzung der Grundhaltung der FSSPX zu Kommunismus und Modernismus vermutlich in weiten Teilen recht hat, es fertigbringt, der altrituellen Glaubensgemeinschaft nun auch noch - Al tun tun - im Vorübergehn - neben dem Stigma des Antisemitismus/Antijudaismus das Stigma der Demokratie- und Staatsfeinde zu verpassen.
Am Ende läuft es nämlich auf die aus den Mainstream-Medien altbekannte Darstellung hinaus, dass Benedikt sich, wieder einmal - er tut ja nichts anderes, warum hat er sich nicht gleich Pius der Dreizehnte genannt - mit unwürdigen, verfassungsfeindlichen, ja verbrecherischen Subjekten an einen Tisch setzen möchte.
Fast wie Jesus Christus damals, mit den Zöllnern, Huren und Sündern.
Der Verbrecher, der neben ihm gekreuzigt wurde, gelangte übrigens am selben Tag noch mit ihm ins Paradies.

God's Grace in Action.

Freitag, 23. Oktober 2009

Noch ne Revo ...

Es muss doch irgendeine Art der spirituellen Selbstverteidigung gegen hingemurkste Kumba-Ya-Messen geben, dachte ich mir heute auch noch bei diesem Eintrag von Sponsa Agni, okay, die geschilderte Messe war Kumba Ya frei, aber ich ärgere mich zum Beispiel auch seit ich katholisch bin über die Kalamitäten, in die man gerät, wenn man davon überzeugt ist, dass Mundkommunion die für einen selbst einzig mögliche und richtige Art ist, die Kommunion zu empfangen. Der Austeilende ist da manchmal nämlich anderer Meinung. Sponsa Agni spricht in ihrem Eintrag gar von "Ekel". Was ich davon halte, brauche ich gar nicht ausführen.
Wie oft dachte ich schon: Komm, lass es. Mach es dir einfach, lass es dir doch in die Hand geben, dann fällst du nicht auf. [Hat nie funktioniert, weil ich es einfach nicht KANN. Innerer Widerstand.]
Genau diese Art von, ich nenne es einfach mal Versuchungen, ist es, die mich auch bei einer nicht angemessen zelebrierten Messe verzweifeln lassen. Ob es "schlimm" ist, die Liturgie nicht wie vorgeschrieben auszuführen ist mir dabei zweitrangig. Viel schlimmer ist es, wenn mich allerheftigste Emotionen in der Bank befallen. Denn das Blöde ist ja, niemand rechnet damit, dass man in eine katholische Messe geht und GARKEINE katholische Messe gefeiert wird.
Also ich jedenfalls nicht, aber ich bin wohl noch nicht abgebrüht genug, um bei den ersten Anzeichen aufzustehen und hinauszugehen. So sitze ich dann also da, die Hände vors Gesicht geschlagen, um den armen Priester vor meinen Torpedoblicken zu schützen, die ihn auf der Stelle tot umfallen lassen würden. Noch schlimmer wird es, wenn ich das dringende Bedürfnis habe, in Tränen auszubrechen. Das ganze emotionale Kaleidoskop.
Zwei Tage lang habe ich mir ernsthaft überlegt, ob mein Ego noch zu groß ist. Vielleicht bin ich nicht demütig genug? Andere Christen in anderen Teilen der Welt können nichtmal Messe feiern, haben keine Kirche etc ...
Ich bin wirklich bemüht, zuerst immer bei mir nach Ansätzen zu einer Verbesserung zu suchen. Nur: Ich habe es ja nicht in der Hand. ICH für meinen Teil gehe ja nur in die Messe, weil ich in eine Messe gehen will. Wenn dann keine gefeiert wird, die den Namen verdient, und ich deswegen Zustände kriege ist das zwar keine Glanzleistung, aber immerhin habe ich mir einmal das Verständnis für die Eigenart der Messe hart erarbeiten müssen. Ansonsten hätte ich auch protestantisch bleiben können.
Damit wir uns richtig verstehen: Ich sitze da nicht mit dem Messbuch und streiche die Stellen an, die vergessen, verändert, ersetzt wurden, und beschließe dann, einen biblischen Wutanfall zu bekommen. Nein, ich sitze da und erwarte eine katholische Messe, freue mich darauf, kriege irgendetwas aufserviert und deswegen, ganz ohne Vorsatz und eigenes Zutun, irgendwann einen roten Kopf und dazu auch noch ein schlechtes Gewissen. Obwohl das wer ganz anders haben sollte.
[Im Übrigen scheint es mir ein spezifisches Problem deutscher Messen zu sein. Die Italiener können zwar auch rumspinnen, aber sie neigen hinsichtlich des Ablaufs der Messe normalerweise nicht dazu.]
Ich möchte also die Messe besuchen und freue mich darauf, und komme manchmal (natürlich nicht immer) heraus, und könnte ein Kettensägenmassaker veranstalten. Die nächste Überlegung war zwangsläufig: So, mir reicht es jetzt, das kann es doch nicht sein. Am Besten gehe ich nur noch in die Alte Messe.
Ich will aber eigentlich öfter in die Messe gehen, und Alte Messe ist alles momentan, nur nicht öfter. Und immer ein Stück weit zu fahren, hier wie in Italien [wo es Deo gratias die phantastischen Francescani dell'Immacolata in Campocavallo gibt.]
Mit dem Priester darüber reden, dass mir seine letzte Messe aber gar nicht so gut "gefallen" hat?
Schon. Nur sehe ich nicht ein, wieso ich ihm erklären muss, dass er seinen Job bitteschön gescheit machen soll - vermutlich sieht er es auch ganz anders, weil den kfd-Frauen hat gerade diese Messe so supergut gefallen. Dann find mal Argumente. Ich bin nicht die Kongregation für Liturgie und Gottesdienstordnung. Leider.
Die einzige Möglichkeit zur spirituellen Selbstverteidigung, die mir in diesem Stadium des Nachdenkens einfiel, war, deutsche Gemeindemessen nur noch bekleidet mit einem weißen T-Shirt zu besuchen [also nicht nur T-Shirt, auch noch Hose oder Rock dazu natürlich], auf dem vorne drauf steht:

SAVE THE LITURGY - SAVE THE WORLD!
Und direkt unter dieser Zeile dann:
SayTheBlackDoTheRed_Horizontal
[Also das Motto unseres geschätzten Father Z. Es gibt auch Kaffeetassen mit diesem Motto, aber wenn ich mit der Kaffeetasse in der Hand zur Kommunion antrete, legen sie mir womöglich noch das Allerheiligste hinein.]

Das Gute wäre, MIR ginge es erheblich besser [also doch noch zuviel Ego, liebe Elsa*gg*], der Priester, der sich zufällig gerade mal an dem Tag an die Rubriken gehalten hat, fühlt sich bestätigt - und derjenige, der es nicht getan hat, hat dann Gelegenheit, nicht nur anlässlich meines Wunsches für Mundkommunion irritiert zu sein. Der Rest der Gemeinde kann womöglich sowieso nur Kumba Ya-Englisch und wird sich also nicht viel dabei denken.

[Gute Lösung?]

Dybart?

Das Hirseproblem.

Patriarch Germanos I. möchte auf seiner Dachterrasse um 730 n. Chr in Konstantinopel gerne einen Vogel füttern (das Rabenproblem klammere ich mal aus). Er streut dazu eine halbe Handvoll Hirse.
Mittlerweile wird das Problem unter Islamwissenschaftlern, Osmanisten, Orientalisten bundesweit diskutiert.
Es lautet: Gab es um diese Zeit in Kleinasien bzw. Griechenland überhaupt schon Hirse?
Miss Eugenie ist skeptisch. Hirse hätte importiert werden müssen. Jetzt hab ich mich selbst einfach mal aufgerafft und "hirseanbau kleinasien" gegoogelt. Und finde folgenden Absatz aus dem Werk "Vorgeschichtliche Botanik der Cultur- und Nutzpflanzen der Alten Welt aufgrund prähistorischer Funde" (was natürlich alleine schon ein Traum-Titel ist):

"Die noch heutigen Tags weite Verbreitung der Hirse über Centralasien und weiter westlich hinaus über Persien, Turkestan, Transkaukasien etc. bis nach Südrussland und den Donauländern, berechtigt zu dem Schlüsse, dass wir es in diesen Gebieten mit sehr alten Stätten für Hirseanbau zu thun haben. Was im besonderen Kleinasien betrifft, so haben uns die Alten, wie Herodot, Xenophon, Strabon, Galen u. A. ausführlichere Nachrichten hierüber hinterlassen. Hiernach ist freilich auch anzunehmen,
dass die Israeliten die Hirse gekannt haben mögen. In dem Worte nisman des Jesaias einige Erklärer diese Frucht. — Von Asien aus setzte sich die Hirsekultur höchstwahrscheinlich zu beiden Ufern des Schwarzen Meeres nach Europa fort. Nach dem Berichte des Xenophon lebte zu seiner Zeit an der Südküste dieses Meeres sogar eine thracische Völkerschaft, die wegen ihrer Vorliebe für diese Getreidefrucht den Namen der Melinophagi = Hirseesser führte. Dass auch die Bewohner des übrigen Thracien am Hirsegenuss grossen Geschmack gefunden haben, bezeugen Demosthenes und späterhin Strabon und Plinius. Die thatsächlichen Beweise für den Hirsebau in diesen Gegenden liegen in einem der jüngeren Steinzeit angehörigen Funde aus Coucouteni in Rumänien vor. Noch gegen Ende des 6. Jahrhunderts n. Chr. bauten die im heutigen Rumänien ansässigen Slaven, wie Mauritius berichtet, Rispen- und Kolbenhirse im grossen Umfange an.
[...]
Trotzdem das hohe Alter der Hirse in Kleinasien mehrfach belegt ist, sodass hierüber kein Zweifel bestehen kann, so suchen wir doch vergebens nach einer darauf bezüglichen Angabe bei den homerischen Sängern. Zum ersten Male tritt uns die Pflanze bei Hesiod entgegen; jedoch wollen die Philologen in den betreffenden Stellen spätere Einschiebsel erblicken. Dagegen begegnen wir der Hirse öfters in den Werken der späteren Schriftsteller. Von den Lacedämoniern erzählt Hesychius, dass sie die Kolbenhirse kochten und genossen. Theophrast giebt von der Rispen- und Kolbenhirse eine Beschreibung in seiner Art; Galen nennt das aus Hirse gebackene Brod einen Ersatz für Getreidebrod bei schlechtem Ausfalle der Ernte. Er kennt gleichfalls beide Arten, findet aber die in Kleinasien angebaute Hirse schlechter an Geschmack als die italienische. Trotz dieser immerhin häufigen Erwähnung von Seiten der griechischen Schriftsteller machen alle diese Angaben, wie Körnicke bemerkt, den Eindruck, als ob die Hirse auf der griechischen Halbinsel nie zu allgemeiner Bedeutung gelangt sei, ebensowenig wie dies heute der Fall ist.
"

Daraus lese ich a) die hohe Wahrscheinlichkeit, dass es auch noch im 8. Jahrhundert Hirse in Kleinasien gab, diese aber nie eine große Rolle spielte, da nicht besonders wohlschmeckend, was b) ihre Verwendung als Vogelfutter durchaus rechtfertigen könnte.
Gegenstimmen?
:-)

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Alles könnte so einfach sein.

Das Interesse für einen marktfähigen katholischen "Sakralthriller" ist da - ein vergleichsweise gehaltvoller Plot und dessen Idee, die sich aus dem Online-Blognovela-DanBrownkarikierenden Nonsense-Farnese-Komplott entwickelt hat, schon länger.
Um die Story ein bisschen abwechslungsreicher zu gestalten, gibt es historische Einschübe, die sind auch neu. Die Personen für die historischen Szenen sind da, ich weiß, was passieren soll und was ich zu schreiben habe. Ich schreibe also los. Und brauche irgendeinen Namen für ein Kloster in Konstantinopel. Google hilft nicht wirklich weiter und während ich ewig rumgoogle, hätte ich in einem Bruchteil der Zeit mir einfach einen Namen erfinden können. Gut, also beschließe ich, dass es im Konstantinopel des 8. Jahrhunderts ein Hl. Erzengel-Michael-Kloster geben wird. Klingt auch schön orthodox. Ich könnte jetzt weiterschreiben. Da fällt mir ein, dass sich der Erzengel-Michael Kult vielleicht erst später verbreitet haben könnte? Die erste Quelle, die ich bei Google dazu finde, sagt mir zwar, dass die Zeit passt, aber der Hl. Michael eher von Briten und Iren oder Sachsen verehrt worden ist, also der Kult quasi von Norden runterkam.
Grunz. Nehm ich halt das Dreifaltigkeitskloster. Gab es eigentlich die Auffassung von der Trinität zu der Zeit schon? Ich google lieber nicht nach dem zuständigen Konzil, sondern lege mich auf "Erlöserkloster" fest, das muss jetzt einfach passen. Patriarch Germanos I. langweilt sich auf seiner Dachterrasse. Ein Rabe kommt angeflogen und setzt sich auf die Brüstung. Die Idee gefällt mir, es ist eine schöne kleine Szene, die zeigen soll, wie liebenswürdig dieser bald Siebzigjährige eigentlich ist. NUR - gab es in Konstantinopel denn Raben?
Egal, spricht mir Leibowitz auf Twitter Ermutigung zu, solange der Patriarch kein Handy benutzt, merkt doch eh keiner was.
Ein Handy benutzt er keines, aber das Vogelfutter, das er dem Raben hinstreut, ist nach meiner Eingebung Hirse. Hirse haben schon die Kelten angepflanzt. Doch eingedenk der Tatsache, dass ich neulich einen Mittelalter-Roman in der Hand hatte, in dem man Mais aß, bin ich sehr vorsichtig. Hirse müsste aber auf jeden Fall gehen von der Zeit her. Nur, fällt mir dann ein, vielleicht ist Hirse ja in Griechenland und Kleinasien völlig unbekannt? Vielleicht gedeiht es da gar nicht?
Mittlerweile habe ich keine Lust mehr, auch noch nach der Verbreitung von Hirse zu googeln, ich will eigentlich nur meine kleine Szene erzählen. Und dauernd kommt mir irgendein Sachverhalt in die Quere, den ich erst noch verifizieren muss, es ist zum Kinder-aus-Putzwolle-kriegen ... (Authentisches umgangssprachliches Bild, neulich von der Nachbarin beim Kartenspielen aufgeschnappt, als sie am Verlieren war).
Deshalb wollte ich mal nachfragen, ob vielleicht rein zufällig ein Student der Byzantinistik hier mitliest? Nein?

Ich warte auf den Tag ...

an dem der Präfekt der Glaubenskongregation überraschend eine Note veröffentlicht, in der er für die Diözese LINZ die Einrichtung eines Personalordinariates ankündigt, um sie in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zu führen ...

Wer

lässt sich impfen und wer nicht?

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Ein Moment der Gnade.

Der Primas der Traditionellen Anglikaner, Erzbischof John Hepworth, hat am Dienstag auf die Neuigkeiten aus der Glaubenskongregation reagiert. Der volle Wortlaut seiner Erklärung findet sich auf Rorate Caeli.
Mir haben besonders die beiden letzten Absätze gefallen:

>>I have made a commitment to the Traditional Anglican Communion that the response of the Holy See will be taken to each of our National Synods. They have already endorsed our pathway. Now the Holy See challenges us to seek in the specific structures that are now available the “full, visible unity, especially Eucharistic communion”, for which we have long prayed and about which we have long dreamed. That process will begin at once.

In the Anglican Office of Morning Prayer, the great Hymn of Thanksgiving, the Te Deum, is part of the daily Order. It is with heartfelt thanks to Almighty God, the Lord and Source of all peace and unity, that the hymn is on our lips today. This is a moment of grace, perhaps even a moment of history, not because the past is undone, but because the past is transformed.
<<

Man muss sich das wirklich einmal überlegen, was da passiert ist und weiter passieren wird. Der Blick auf die historische Dimension dieses Vorgangs ist atemberaubend.

Dumm, saudumm, Brigitte.

Ich war heute drei Stunden lang beim Zahnarzt. Man hat es gut mit mir gemeint, und mir in den Behandlungspausen die neue "Brigitte" in den Schoß gelegt. Darin findet sich der Artikel "Die katholische Kirche und die Frauen: Chronik eines Skandals". Im Editorial wurde angekündigt, die Journalistin habe sich zwei Wochen lang (!) in das Verhältnis der katholischen Kirche zu den Frauen vertieft. Aktueller Aufhänger natürlich Filmstart von "Die Päpstin".

Ich würde jetzt gerne fundierter auf die großartige Rechercheleistung der Kollegin eingehen, aber der Artikel ist nicht online, ich kann mich nicht entschließen, die Brigitte zu kaufen und nach der Lektüre von zwei Absätzen habe ich freiwillig auf den Rest verzichtet. Ich brauchte meine emotionale Ausgeglichenheit, um die Behandlung zu überstehen.

Der Artikel arbeitet mit Schlaglichtern. Das erste schildert die Situation einer engagierten katholischen Nonne in irgendeinem afrikanischen Staat, die entgegen der Kirchengebote zusammen mit einem Arzt hinausgeht in die Slums, um Prostituierte mit dringend benötigten Kondomen zu versorgen. Eine mutige Tat. Wir erfahren als nächstes, dass AIDS insbesondere deshalb in Afrika um sich greift, weil HIV-positive Männer gesunde Frauen vergewaltigen. Trotz meiner eingeschränkten geistigen Verfassung musste ich konstatieren, dass ich schon intelligentere Polemiken gelesen habe, die sich nicht im nächsten Satz gleich selbst ins Bein schießen. Wenn die Ausbreitung von AIDS wirklich zu einem großen Teil mit diesen Vergewaltigungen zusammenhängt, wird es wohl schwierig werden, auch für eine katholische Nonne, den Vergewaltigern zu erklären, sie sollten doch bitteschön ein Kondom benutzen. Aber ist egal, denn darum geht es nicht. Es geht darum, dass die Nonne später noch von ihren üblen repressiven MÄNNLICHEN Oberen diszipliniert werden wird.
Nächstes Schlaglicht: Ort und Zeit hab ich vergessen, etwa so: Köln, 1590. Szenische Schilderung einer der Hexerei angeklagten Hebamme, wie sie auf irgendeinem Schandkarren steht, in Ketten, Büßerhemd, der Pöbel tobt. Die katholische Kirche verbrannte Hebammen! Beweis: Der Hexenhammer des Dominikanerpaters Heinrich Kramer. Selbst in zwei Wochen Recherchezeit war offenbar nicht herauszufinden, dass das maßgebliche Werk GEGEN die Hexenverbrennung von einem Jesuitenpater geschrieben worden ist - und die Hexenverbrennung mehrheitlich eine Spezialität der Protestanten war, die sich dabei auch nicht auf Hebammen beschränkten.

Was mir die "Brigitte" sonst noch erklären wollte im Zusammenhang mit dem Thema "2000 Jahre lang Unterdrückung der Frau durch die katholische Kirche", habe ich mir einfach geschenkt. Warum? Weil ich selbst mit fünf Betäubungsspritzen und drei Stunden Zahnschmerzen einen intelligenteren Artikel über einen x-beliebigen "Kirchen-Skandal" hinbringen würde als eine nichtkatholische Journalistin, die zwei Wochen lang recherchieren musste.

Ich könnte sogar eine intelligentere Replik als diese hinbringen, wenn, ja wenn ich mir das neue Heft gekauft hätte. Vielleicht nehme ich aber lieber das Geld für ein Brigitte-Abo und spende es an eine Organisation, die afrikanische Prostituierte nicht mit Kondomen abspeist, sondern ihnen hilft, aus Armut, Erniedrigung und Würdelosigkeit herauszukommen, sie stark macht, damit sie nicht mehr auf Männer angewiesen sind. Die, das vermute ich mal so ganz ohne wochenlange Recherche, sich sowieso höchstwahrscheinlich weigern, Kondome bei einer Prostituierten, für die sie bezahlt haben, zu benutzen.
Und @Brigitte: Die richtig krude Chose, die Hexenverbrennung nämlich, die findet auch heute noch statt. Und zwar in Afrika. Die katholische Kirche kämpft dagegen an.
Rührt euch also euren angeblichen "Skandal" in den Bifidus-Kefir-Birne-Lychee-Smoothie.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Don Giorgios Mama

ist heute im Alter von 78 Jahren verstorben. Beten wir für unseren Lieblings - Papstsekretär und seine Mutter, Gertrud Gänswein und die ganze Familie.

[Und dabei ist mir aufgefallen, wie oft ich für unseren Hl. Vater bete und wie wenig, kaum bis selten, für seine Mitarbeiter. Das muss anders werden.]

Welcome back home!

Auf Twitter und den verschiedenen internationalen Blogs macht es bereits die Runde: Die traditionellen Anglikaner kommen nach Hause!
Kardinal Levada, der Präfekt der Glaubenskongregation, hat die Einrichtung einer Personalprälatur bzw. eines so genannten Personalordinariates angekündigt für diejenigen Anglikaner, die den Geboten Gottes und Jesu Christi treu bleiben wollen - und das sind immerhin rund 400.000500. 000 Gläubige [lt. Tagespost von heute, Donnerstag-edit].
Die Anglikaner sind seit über einem Jahrzehnt in sich selbst gespalten. Die traditionellen Anglikaner lehnen Frauenordination, in einer homosexuellen Lebensgemeinschaft lebende Priester und die Akzeptanz solcher Lebensgemeinschaften als gleichwertig zur Ehe ab.
Durch die Schaffung der neuen Struktur hat Rom auf die Anfragen von Gläubigen und Klerikern aus dem traditionellen anglikanischen Zweig reagiert. Sie soll den Anglikaner die Möglichkeit geben, die Eigenheiten ihres Glaubens in voller Einheit mit Rom und unter Anerkennung des päpstlichen Primates bewahren zu können. Anglikanische Priester, die verheiratet sind, dürfen dabei auch Priester bleiben.

Herzlich willkommen zu Hause!

Hier der englische Text auf NLM

Deo gratias! - Der Eintrag von St. Irenäus dazu.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Totentanz von Chodowiecki.

Aus dem Totentanzzyklus von Daniel Chodowiecki ist mir heute dieses verblüffende Bild aufgefallen, wie der Tod ein Kind holt, das aus der Wiege gefallen ist.

Chodowiecki_Kind__350x596_

"Hier hat der Künstler einen nicht geringen Theil der Größe seines Talents gezeigt. Ein gesundes Kind das von seinen sorgenfreyen Eltern der Pflege seiner Wärterin überlassen ist. Wie konnte der Tod sich dieses Kindes anders als durch einen Schelmenstreich bemächtigen? Auch wagt er es nicht mit seinen klappernden Knochen auf den Boden zu tretten. Er erhebt sich in die Luft und spähet auf den Augenblick wo durch eine maschinale Bewegung des Fuses der eingeschlafenen Wärterin das Kind aus der Wiege geworfen wird. Wer nicht die Stille der Nacht an den Fledermaus-Flügeln des diebischen Heins erkennt; wer nicht das Schnarchen der dicken Wärterin hört, dessen Einbildungskraft muß wohl in eben so dicken Fette begraben seyn."

Quelle auch für das Bild hier.







.

Samstag, 17. Oktober 2009

Chaotische Interaktionen und exaltierter Aktionismus.

Anlässlich seiner Installation zum Erzbischof der Diözese Colombo, Sri Lanka, hat der ehemalige Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst ein paar Anmerkungen zur liturgischen Praxis zu machen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie er darauf kommt, gewisse Missstände zu benennen - welcher Priester würde sich zu chaotischen Interaktionen hinreißen lassen, wenn der ehemalige Präfekt der Gottesdienstkongregatio bei ihm in der ersten Bank sitzt? - aber alleine das Produkt seiner nächtlichen Alpträume können sie ja nicht sein.
Besonders gut gefallen hat mir diese Stelle:

"Die sogenannten "Lobpreis"-Elemente sind während der gesamten Heiligen Messe nicht erlaubt. Unpassende und laute Musik, Händeklatschen, lange Einschübe und tänzerische oder pantomimische Einlagen , die die Nüchternheit und Ernsthaftigkeit der Zelebration stören. sind nicht gestattet. Es ist sehr wichtig, daß wir die kulturelle Sensibilität des srilankischen Volkes verstehen. Die Mehrheit um uns ist buddhistischen Glaubens, die einen von tiefer Ehrfurcht und Ernsthaftigkeit geprägten Kult pflegt. Auch Muslime und Hindus lassen in ihrem Kult keine chaotischen Interaktionen zu."

Oder hier:

"In einigen dieser para-liturgischen Feiern neigen die Menschen heutzutage zu extremer Geschwätzigkeit und Lautstärke. Gott spricht - wir hören zu; und dieses Zuhören braucht Stille und Kontemplation statt Kakophonie und exaltierten Aktionismus."

[via mater amata]

Riesige Kundgebung für das Leben in Madrid.

Es ist schön zu sehen, dass die Konfessionen und Religionen in Spanien einträchtig sind.

"Vierzig Organisationen, darunter auch jüdische und muslimische Gruppen, sechshundert Busse, Flieger von den Kanarischen Inseln und ein "Zug für das Leben" aus Nordspanien sollten mehr als eine Million Menschen in die Hauptstadt bringen ...
Im Erzbistum Mérida-Badajoz wurde am Mittwoch erstmals eine interreligiöse Erklärung für den Schutz des Lebens vorgestellt. Der Generalvikar unterzeichnete gemeinsam mit dem Präsidenten des Evangelischen Rates von Extremadura, dem Oberrabbiner von Lissabon und dem Imam der Moschee von Badajoz ein Manifest, das Abtreibung als "grausame Tat" verurteilt und den Schutz des ungeborenen Lebens als zentrale gesellschaftliche Frage nennt."

aus der Tagespost von heute, Samstag, 17. Oktober 2009.

Sind eigentlich Gegendemos angekündigt? Eine Million Kreuze in den Manzanares, oder so?

cantare

@ mxx Es ist doch vor...
@ mxx Es ist doch vor allem Blödsinn, dass das...
christian (Gast) - 7. Nov, 09:39
Was wäre denn...
zum Beispiel ein atheistisches Symbol? ("Angenommen...
Yon (Gast) - 7. Nov, 00:28
"Und es ist zum Beispiel...
"Und es ist zum Beispiel kein religiöses Gefühl,...
Mxx (Gast) - 6. Nov, 23:39
Verbesserung zur Erziehung:...
Verbesserung zur Erziehung: "etwas tun kann", nicht...
Imrahil (Gast) - 6. Nov, 22:38
>>Interessant ist...
>>Interessant ist ja immer, dass die Kirche die...
Imrahil (Gast) - 6. Nov, 22:33
"Die Werte des Grundgesetzes...
"Die Werte des Grundgesetzes beruhen nicht auf den...
Mxx (Gast) - 6. Nov, 21:46
Die Werte des Grundgesetzes...
Die Werte des Grundgesetzes beruhen nicht auf den Menschenrechten,...
Imrahil (Gast) - 6. Nov, 19:57
Ob Bildung oder Erziehung
darüber müssen wir uns nicht streiten. Ich...
ElsaLaska - 6. Nov, 19:04

la bocca

 

attenzione

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (summary)

twoday.net AGB


About Elsa
All time favourites
Das Farnese-Komplott
Disclaimer
Dossier UR-FRÖDS
Elsa fragt-Leser antworten
Frag Elsa
Gebetszettel
Hausmitteilungen
Heilige Orte
Ich erkenne das Konzil an!
Italien Blog
Literarisches Blog
Studium
Svashtaras Skite
Termine
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren