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Elsas Nacht(b)revier

Francois Gérard: St. Teresa [d' Avila]



elsalaska[at]tiscali[punkt]it

Aktuelle Veröffentlichung im November-Heft Vatican-Magazin, S. 35, über die Beinhäuser von Alken und Hallstatt: Über allem aber triumphiert der Überwinder von Sünde und Tod.


Aktuelle Veröffentlichung in:
Wenn Er anklopft. 12 Bekehrungs-geschichten, herausgegeben von B. Kerz, MM-Verlag

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Freitag, 25. Dezember 2009

Would you hold my hand- if I saw you in heaven?

This one only for scipio!

Immer noch das ultimative Weihnachtslied

für nicht-klassisch erzogene Menschen aus der Arbeiterschicht, die nicht bei Weihnachtsoratorien, Händel-Messen usw. mitreden können.
Schwarzbrot halt. In dem Sinne, jedenfalls.

*grunz

Also zunächstmal ein ganz großes Lob an diese Sicherheitsleute, die fast in einem Atemzug mit der 25jährigen Angreiferin aufgesprungen und losgehechtet sind, so hatte ich mir das nach den Nachrichten in Schriftform nicht vorgestellt, das sieht beeindruckend aus, wenn man das Video betrachtet.
Aber dann wieder Lombardi! Ja, man könne das ja nicht verhindern, dass so was passiert, der Papst ist ja bei den Menschen, immer und bedingungslos, undsoweiter, Bad in der Menge, immer schwierig, er soll ja ruhig auch ein Papst für Verrückte sein: Den Eindruck habe ich allerdings manchmal AUCH.
Wie gesagt, die einzelnen Sicherheitskräfte, großartig. Aber insgesamt. Ich hab doch selbst diese Flughafenkontrollen unter den Kolonnaden erlebt. Die sind ja effektiv und so weiter. Aber meine Güte, wenn das eine bekannte Geisteskranke ist, die das ganze Ding doch schon einmal gedreht hat - wieso kommt so jemand überhaupt noch durch die Kontrollen durch? Und nächstes Jahr dann same procedure oder wie?
Ich meine, das ist ja auch ein ermutigendes Beispiel - ich hab's einmal geschafft, den Papst von den Beinen zu reißen, das Jahr drauf gleich nochmal, dann probier ich es das nächste Mal mit einem Keramikmesser, vielleicht kann ich ja das Pallium ein bisschen - oh huch die Halsschlagader ... usw...
Von dem armen Kardinal Etchegeray, mit 87 einen Oberschenkelhalsbruch, mille grazie, ne? Gar nicht zu reden: du kriegst im Krankenhaus noch ne kleine Lungenentzündung und rumms bist du ein Kandidat für die Heiligsprechungskongregation.
Na frohe Weihnachten auch.
Es ist doch wahr ....

Das sind die Nachrichten,

die man an Heiligabend natürlich auf gar keinen Fall haben will:

Auf Exsultet gibt es eine kleine Video-Sammlung zu dem Vorfall des Angriffs auf den Hl. Vater im Petersdom.

American Papist hat ein Augenzeugen-Video eingestellt.

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Und das Wort ist Fleisch geworden ...

Ich wünsche allen Mitleserinnen und Mitlesern, auch den widerwilligen natürlich, von Herzen gnadenreiche und gesegnete Weihnachten 2009.

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[Und dass es ein Anfang wird: Weihnachten- ein Anfang von Alexander Kissler.]

Dienstag, 22. Dezember 2009

Neue Umfrage:

Du bist ein katholischer Blogger. Unabhängig davon, worüber du eigentlich gerne bloggen würdest. Wie sieht die Realität aus?

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Real existierender Advent.

Natürlich haben die Kollegen, die sich im Advent eine Blogpause aus spirituellen Erwägungen verordneten, das längere Hölzchen gezogen. Vermutlich ist gar nichts heilsamer, als sich einfach einmal aus dem real existierenden deutschen Katholizismus und dem Internet unerschrocken auszuklinken. Das ist einfach zutiefst wahr.
Hat meine vollste Unterstützung.
Aber: Wenn ich die Augen zumache, bin ich zwar verschwunden, doch das Monster ist ja trotzdem noch da.
Denn die anderen verordnen sich ja mitnichten eine ähnlich geartete Pause.
Superpelliceum kann deshalb auch nicht mehr:

>>Und sie waren alle da, aber auch wirklich alle: Die Pastorale, die den Aufgang zum Altar offensichtlich mit der Showtreppe verwechselte und das Handmikro wie Harry Wijnvoord bei "Der Preis ist heiß" hielt, die Schar der unnötigen Kommunionhelfer in unpassenden Winterjacken, die Lektoren mit Leseschwäche, hampelnde Ministrantinnen, der frustrierte Kirchenmusiker, die St. Schubiduh-Combo mit vorgeschobenen Kindern, die schlecht kopierten Liederzettel, das Anspiel, die Fürbittenersatzstoffe, der Pfarrer, der immer freundlich zwischendurch ein wohnzimmerndes "Bitte nehmen Sie doch Platz!"einstreute und die Feier klassisch durch das lustlos und stockend improvisierte Schlußgebet und einen Schlußsegen beendete, wie ich ihn noch nie gehört habe und nie wieder hören möchte: "Möge alles das, was ich ihnen wünsche, in Erfüllung gehen! Das gewähre euch der Vater,.... Kommen sie gut nach Hause!"
Kerl inner Kiste ne!
Das ist ein Kontrastprogramm! Jottermuttes!.
Der Schüttkübel mit Eiswasser nach dem Saunagang ist dagegen ein moderater Temperaturumschwung!
Zartfühlend, wie Sie ja nun alle sind / ihr alle seid, wollt ihr jetzt bestimmt wissen, wie es mir danach ergangen ist.
Keine Sorge! Es geht mir schon wieder besser!
Isch will mal eso sagen:
Die Nebenwirkungen lassen nach über einer Woche jetzt langsam nach.
Die Fieberträume von marodierenden Blockflötenzombies und Gemeinden in Karnickelstarre lassen langsam nach, ebenso die Kreuzzugsphantasmata und andere nächtliche Schwertmissionsversuchungen und Inquisitionssehnsüchte. Auch die Phantasien nur noch mit Pflöcken und Hämmern und über mit gesegneten Silberkugeln aufmonitionierten Jagdflinten abgesichert in die Kirche gehen zu können, ebben ab.<<

Dismas wurde übrigens nicht deshalb ins Paradies entrückt, weil er völlig ausflippte und zur SHOWTIME am Kreuz nebenan aufrief, sondern lediglich ein paar schlichte Worte sprach, die daneben auch NIEMANDEN zum Ausflippen TRIEBEN.
Warum ist es denn immer wieder dasselbe Problem mit der Feier der Liturgie? Circa 60 Prozent aller Blogposts erübrigten sich vorneweg, wenn man doch einfach mal die Messe zelebrieren würde, wie man sie zelebriert.
Warum ist denn nichtmal mehr das möglich? Warum wird stets etwas zusammengequirlt, von dem sogar jeder durchschnittliche Protestant sich mit Abscheu abwenden würde, weil das rein gar nichts mehr mit Gottesdienst zu tun hat. Ich spreche doch nicht von einzelnen, radikalen Polemiken. Ich weiß doch nur zu gut, wie Menschen aus der Kirche getrieben werden, weil sie eine von diesen unsäglichen und banalen Gemeindemessen besucht haben - nicht, um zu kritisieren, sondern weil sie glaubten, sich durch den werktäglichen Messbesuch noch besser heiligen zu können und angesichts der blanken Tatsachen, die ihnen präsentiert wurden, fast schon resignierten, Gefahr liefen, ihren Glauben zu verlieren, an sich selbst zweifelten.
Das sind doch keine Ausnahmen.
Was soll denn dagegen das Geschwätz von der "Einladung an glaubensferne Menschen" - macht doch erstmal euren originären Kram GESCHEIT und RICHTIG!

Wenn ein geliebter und guter Hund stirbt ...

ist das fast schon schlimmer, als wenn ein Mensch stirbt. Es ist mir völlig klar, dass sich die Menschheit in dieser Frage spaltet, und zwar in Hundehasser oder Neutrale, und in Hundeliebhaber, die das anders sehen und diese Aussage verneinen, und solche, die sie uneingeschränkt bejahen.
Tatsächlich aber gibt es nichts Schlimmeres. Nicht deshalb, weil der Stellenwert eines geliebten Hundes etwa über dem eines geliebten Menschen stehen würde. Natürlich nicht.
Das Ding ist einfach folgendes: Da war eine treue Seele, die dich geliebt hat. Auch wenn du Scheiße aussahst, verkatert warst, grade keine Lust hattest, übergewichtig bist, eine Brille trägst, unzufrieden bist, einen Pickel am Kinn hast und/oder ein rechtes Ekel zu anderen sein kannst. Natürlich wollte diese treue Seele dich am liebsten gut aufgelegt sehen. Gut aufgelegt kann für dieses Wesen auch bedeuten, dass du Appetit auf deine Pizza hattest und ihm trotzdem die knusprigen Ränder aufgehoben und verfüttert hast. Gut aufgelegt kann auch bedeuten, dass du mal wieder ein freundliches Wort übrig hattest, auch wenn dir nicht danach zumute war. Fünf Minuten Zeit, um ein bisschen zu spielen.
Auch wenn du keine Lust hast und schwer angenervt von den üblich zweitrangigen menschlichen Problemen bist, sobald er sieht, dass du die Wanderschuhe anziehst und die Leine in die Hand nimmst, freut er sich wie Harry. Und diese Freude lässt er sich auch nicht dadurch verderben, dass er deine Motivation zum Gassi gehen etwa in Frage stellt.
Ich habe neulich einen kleinen Videofilm für gottesfürchtige Hundeliebhaber gesehen, der propagierte, dass Gott den Hund geschaffen hat, um dir ein kleines Stückchen von seiner Liebe begreiflich machen zu können. Eine bedingungslose Liebe, die einfach da ist.



Und genau deshalb ist es so fürchterlich, wenn ein guter Hund dich verlässt.
Einem Sterbenden kannst du beistehen, meistens kann er sich noch äußern, irgendwie. Du kannst, in deiner ganzen Trauer, immer noch dich beruhigen damit, dass du einen Wunsch erfüllen konntest, der Bitte nach einem Schluck zu trinken nachgekommen bist. Wenn Schmerzen sind, kannst du wenigstens mit Worten versuchen, zu trösten. Wenn auch das nicht mehr geht, kannst du die Hand halten und dem Sterbenden auf diese Weise vermitteln: Ich bin für dich da - ich bin bei dir.
Bei einem lieben Hund musst du zusehen, wie er leidet, wie er stirbt. Du kannst nur intuitiv wissen, ob jetzt die Minute da ist, in der du ihm in der hohlen Hand einen Schluck Wasser reichen solltest, weil er es nicht mehr zum Napf schaffen kann und fürchterlichen Durst hat. Und es dir doch nicht sagen kann.
Wenn du dich zum Einschläfern entscheiden musst, weißt du hinterher nie genau, ob das jetzt die richtige Entscheidung war. Immer kam sie zu früh - oder auch zu spät, je nach dem.
Wenn er dann gestorben ist, und du ihn vielleicht wenigstens im eigenen Garten beerdigen konntest, befindest du dich in einer Art Puppenstubenherd-betrieben-mit-Esbit-Hölle. Man hat dich von einer Liebe, tief wie ein Brunnen, getrennt, die als eine winzige Facette der Liebe Gottes aufleuchtete, wenn man wach genug dafür ist, um das zu verstehen.
Und wenn der Zustand der Hölle der Zustand ist, der die schlimmste Art von Gottferne bedeutet, dann ist der Tod eines Hundes, der dir auf seine Art ein wenig vermittelte, wie Gottes Liebe zu dir aussehen könnte, heißes Wachs, das dir als kleiner Vorgeschmack zum Inferno der Gottverlassenheit auf die Haut tropft. Und allemal schlimm genug.
Glauben, hoffen, lieben. Den Neuanfang wagen.
Ich habe mir nach dem Tod von Sharif-obwohl ich zuerst jeden Gedanken daran vollständig ablehnte, nach vier Wochen seinen Nachfolger Rasul aus dem Tierheim in Mainz geholt. Er führt den Auftrag seines Vorgängers, mir die großartige Liebe Gottes erfahrbar zu machen, gewissenhaft fort. Wenn er einmal sterben muss, wird wieder und aufs Neue eine ganze Welt untergehen.
Und wenn ich Glück habe, dann wird mir Gott einen neuen Boten auf vier Pfoten schicken, der vielleicht schon lange auf seine Chance in irgendeinem Heim gewartet hat. Der vielleicht sogar von Menschen gequält wurde - fassungslos las ich einmal in einem Newsletter der Herdenschutzhundhilfe von einer Kangal-Hündin, die man mit Teer übergossen aufgefunden hat - hoffentlich ist sie mittlerweile in einer lieben Familie untergekommen - und jetzt seinem eigentlichen Auftrag endlich glücklich nachkommen kann.
Auch hier gilt: Ein offenes Herz bewahren hilft, die Trauer zu überwinden. Und die Liebe Gottes bleibt sowieso bestehen.
Nur meine Erfahrung.

[Für Monti und Johannes.]

Traditionelles Essen an Heiligabend.

In vielen Familien, egal welcher Konfession, ob gläubig oder agnostisch, wird seit je her am Heiligabend ein betont bescheidenes Mahl gehalten - bescheiden natürlich im Hinblick auf die Gans oder den Karpfen to come.
Ich weiß nicht, wo die Motivation herrührt - ob die Hausfrau entlastet werden sollte, die an den kommenden Feiertagen stundenlang in der Küche schuften muss ( ... hm, ich merke gerade, der letzte Satz ist womöglich ein Fall für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, da nicht gendermainstreamig genug ...), ob der Heiligabend noch Teil der Fastenzeit ist oder warum eben das so ist. Doch ich weiß, dass es sehr viele, bemerkenswerte und schöne Familientraditionen dazu gibt.
Als ich noch ganz klein war, gab es Königinnenpastete mit Feldsalat. Das sind Blätterteignäpfchen, die mit einem Hühnerfleischragout mit Erbsen gefüllt und überbacken werden. Später bürgerte sich dann Matjesssalat mit Pellkartoffeln ein, unschlagbar gut angemacht mit rohen Karotten, Äpfeln, sauren Gürkchen und einem Sahnedressing von Mamma.
Für viele ist das klassische Heiligabend-Essen Würstchen mit Kartoffelsalat. Auch wenn wir dieses Jahr etwas aufwendiger kochen, die Erinnerung an solche Familientraditionen ist wunderbar.
Wie sah - oder auch sieht das vielleicht heute noch - bei euch aus?

40 Jahre Liturgiereform - 10 Fragen an S. E. Annibale Bugnini. Frage 3

Vor der Liturgiereform wurden nach der Stillen Messe die so genannten Leoninischen Gebete gesprochen - zur Verteidigung der heiligen Mutter Kirche. Es waren dreimal das Ave Maria, dann das Salve Regina und danach das Gebet zum hl. Erzengel Michael von Papst Leo XIII. selbst verfasst, nach einer furchtbaren Vision, die er empfangen hatte. Es bittet den hl. Erzengel Michael auch insbesondere um den Schutz für die ganze Kirche.

Heiliger Erzengel Michael,verteidige uns im Kampfe;
gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels,
sei unser Schutz.
‘Gott gebiete ihm‘, so bitten wir flehentlich;
du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stoße den Satan und die anderen bösen Geister,
die in der Welt umherschleichen,
um die Seelen zu verderben,
durch die Kraft Gottes in die Hölle.
Amen.

Pius X. fügt noch die Anrufung an das heiligste Herz Jesu hinzu.

Zunächst wurden die Gebete fakultativ, dem Priester frei gestellt, nach der Liturgiereform fielen sie vollständig weg.

KIRCHE IN NOT versucht in einer Initiative, das private Gebet zum hl. Erzengel Michael nach der Messe wieder neu zu beleben.
"Als Patron der katholischen Kirche und als Patron Deutschlands ist ihm viel anvertraut und es gibt einiges zu tun ... Bitten wir ihn täglich um seine mächtige Fürbitte bei Gott für Deutschland, die Welt, die katholische Kirche und für KIRCHE IN NOT." Es folgt ein Zitat von Papst Pius XII.:
"Noch nie war die Hinwendung zum heiligen Erzengel Michael so dringend wie heute. Denn die Welt, von Lüge und Hass vergiftet, von Terror und Gewalt zerrissen, hat die moralische Gesundheit und Freude verloren."

Ursprünglich ...

ging es denen, die Zeugnis für die Lehrreden, die Wundertaten, die immense, nicht mit dem Hirn zu erfassende Präsenz von Jesus Christus, als er noch unter uns weilte, die unglaublichen und bizarr-poetischen Vorgänge um seinen Tod und seine Auferstehung, noch darum, anderen Menschen mitzuteilen, dass Jesus rettet. Dass er wirklich Gottes Sohn ist, gesandt, um uns zu erlösen. Sie ließen sich von Löwen dafür auffressen, sie ließen sich in siedendem Öl garkochen, sie gingen singend dafür in den Tod. Denn sie waren überzeugt, dass, das, wovon sie sprachen, nicht eine Phrase, eine dumme Geschichte für kleine Kinder war , wir dürfen vermuten, dass ihre Existenz vollständig ergriffen und transformiert war von dieser Botschaft. So radikal verändert, dass nichts mehr anderes zählte. Wer wäre denn so bescheuert gewesen, sein Leben für einen einzigen großen Propagandabetrug hinzugeben? Nein, diejenigen, die danach und seither propagierten, schauten auch immer schön, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen und ihre eigene Haut zu retten. Einem (mitunter) halbherzigen Petrus wurde noch die Frage "Quo vadis?" vorgestellt.
Aber diese Menschen! Die Ur- und Frühchristen haben sich immer schon abgehoben von dem, was eigentlich opportun erschien. Fleisch und Blut Christi? Er hat es gesagt, er hat es eingesetzt - wir glauben daran.
Haben Sie an einen Menschen geglaubt wie an einen fanatischen Diktator?
An fanatische Diktatoren glaubt niemand und für ihn geht niemand, der nicht gehirngewaschen ist, in den Tod.
Und wenn gehirngewaschen, also nicht freiwillig und aus Liebe.
Was genau sie bewegt hat, weiß heute niemand mehr. Dass es wichtiger war, als alles andere, wichtiger als das eigene Leben, das der eigenen Angehörigen und der leiblichen Kinder, davon geben sie immer noch beredtes Zeugnis. Menschen gehen nicht in den Tod für rein gar nichts. Vielleicht werden Menschen hingeschlachtet für das Ziel einer Elite, die eine tyrannische Diktatur installiert hat.
Viellleicht werden Menschen auch für einen Sonnengott geopfert, von finsteren Machthabern.
Aber aufgrund ihrer Überzeugung und ihres Glaubens - nein, das war vollständig neu. Selbst Sokrates hat angesichts des Schierlingsbechers nur mit den Schultern gezuckt.
Es ging um den freiwilligen und noblen Tod, die eigene Würde. Den frühen Christen nicht - denn es war kein nobler Tod und schon gar nicht einer, der die eigene Würde befördern konnte - zunächst jedenfalls.

Schnitt!

Mir liegt daran, einladende und offene Kirche zu sein, den Menschen deutlich zu machen, dass wir sie begleiten an den großen Übergängen in ihrem Leben“, sagt sie ["Bischöfin Käßmann"] und fügt hinzu: „Die Geburt eines Kindes oder der Tod eines Angehörigen, das sind oft Anlässe für einen Wiedereintritt.“
Und auch Zollitsch glaubt: „Letztlich suchen die Menschen Halt, Bindung und Orientierung in einer schnelllebigen und unübersichtlichen Welt. Die können wir anbieten, wenn wir unsere Botschaft in besser verständlicher Weise vermitteln.


Okay. Das ist ethnologische Ritualforschung, und sie hat ihre absolute Berechtigung: Aber mit Jesus Christus, Entschuldigung, rein gar nichts mehr zu tun. Und wenn meine Botschaft nicht mehr mit Jesus Christus zusammenhängt, dann müssen natürlich unsere Fragen sein, wie wir sie überhaupt noch verständlich machen können. Denn wenn kein Atomkern mehr da ist, gibt es auch noch kaum was zu vermitteln.
Wie die moderne Naturwissenschaft einer schnellebigen und unübersichtlichen Welt ja sagt, zwischen dem Atomkern und der Hülle ist das meiste, was man antrifft, einfach nur leerer Raum.
Und ganz ganz viel leeres Geschwätz.

Montag, 21. Dezember 2009

Wer nur ein einziges Leben rettet,

rettet die ganze Welt - dieser Spruch des Talmud steht auf dem Ring, der Oskar Schindler als Dankesgabe von Überlebenden überreicht wurde.
Oskar Schindler, bekannt durch den Spielberg-Film Schindlers Liste, hat über 1200 Juden (steht auf einer Gedenktafel), im Dritten Reich das Leben gerettet. Sein privater Lebensstil war nicht immer über Zweifel erhaben - darum geht es nicht. Menschen, die in sich gebrochen sind, sind häufig diejenigen, die über sich selbst hinauswachsen, wenn es darauf ankommt.
Schindler ist als ein "Gerechter unter den Völkern" in Yad Vaschem aufgeführt. Nun gibt es genügend Menschen, die im Dritten Reich das Leben ihrer jüdischen Mitbürger geschützt haben, sie versteckt haben, ihnen Essen gaben, die nicht in Yad Vaschem vermerkt sind. Ich glaube auch nicht, dass das nötig ist, denn ihre selbstlosen Taten haben ja bereits die ganze Welt gerettet.
Von daher ist es mir auch egal, ob Yad Vaschem seine Sichtweise auf Papst Pius XII. ändert oder nicht. Yad Vashem ist "nicht meine Baustelle". Ich habe darüber nicht zu befinden.
Dagegen ist die Verleihung des "heroischen Tugendgrades" an Papst Pius XII., - mir selbst jahrzehntelang durch die indoktrinierende Schul-Lektüre des drittklassigen Machwerks eines viertklassigen Schriftstellers als großer Antisemit und feiger Widerling ein Begriff - bis ich mich einfach mal mutig selbst aufklärte - , ganz und gar meine Baustelle. Und zwar ganz besonders, wenn wieder ein Herr Kramer vom Zentralrat darüber die Contenance verliert. Die katholische Kirche würde ihre eigene Geschichte schreiben wollen und historische Fakten der NS-Zeit deutlich umkehren, höre ich da von einem wütenden und traurigen Kramer.
Die katholische Kirche?
Gehört Sir Martin Gilbert, ein jüdischer Holocaust-Forscher, etwa der katholischen Kirche an seit neuestem, - habe ich was VERPASST? - der davon ausgeht, dass Pius XII. wenigstens 100.000 Juden gerettet hat?
Laut Wikipedia arbeitet Sir Gilbert unermüdlich daran, um Holocaust-Leugnern einfach durch das Zusammentragen einer schieren Faktenfülle die Grundlage entziehen zu können. Das sollte aber auch in die andere Richtung hin gut funktionieren. In die Richtung nämlich, historische Personen nicht einfach denunzieren zu dürfen? Auch nicht als Mitglied des ZdJ.
Was ist mit Pinchas Lapide, der gar von 700.000 spricht? Der Jesuit Gumpel gibt sich bescheidener und spricht von vier Fünfteln der jüdischen Gemeinde in Rom. [Gilbert und Gumpel-Zahlen aus diesem Badde-Artikel]

Zugegeben, es fällt manchmal schwer, gewisse Stimmen zu respektieren, weil sie nicht der eigenen Glaubensgemeinschaft angehören. Vermutlich teile ich dieses Problem bisweilen - aber nicht immer - mit Herrn Kramer.
Deshalb tue ich ihm den Gefallen und führe noch ein paar jüdische Stimmen zur Person von Pius XII. auf. Falls es ihm überhaupt um Pius geht, und nicht vielmehr darum, sich einfach mal wieder auf breiter SpON-Front gegen den deutschen Papst zu echauffieren (und sich dabei - natürlich nicht in der breiten Öffentlichkeit, aber bei einer wachsenden Minderheit - vollständig lächerlich machen) zu können.
Ich habe dafür bei Alipius geplündert und hoffe, das ist in Ordnung. Der hat sich nämlich schonmal die Mühe gemacht, um eine eindrucksvolle Zitatesammlung zusammenzutragen, die ich hier auch nur in Auszügen wiedergebe. Einige Äußerungen hat er selbst übersetzt - ich merke das nicht extra an. [Nächstes Essen geht dafür auf meine Kappe.]

Als da wären:

"Der Heilige Stuhl bietet seine mächtige Hilfe überall an, wo es ihm möglich ist, das Los meiner verfolgten Religionsgenossen zu lindern."
Chaim Weizmann über Pius XII., 1943

"Die wiederholten Interventionen des Heiligen Vaters zugunsten der Jüdischen Gemeinschaft in Europa haben bei Juden überall auf der Welt die tiefsten Gefühle der Wertschätzung und Dankbarkeit hervorgerufen."
Rabbi Maurice Perlzweig in einem Schreiben an Mgr. Amleto Cicognani, Apostolischer Delegat in Washington, 1944

"In den schwierigsten Zeiten, welche die Juden Rumäniens zu überstehen hatten, war der großzügige Beistand des Heiligen Stuhls entscheidend und heilsam. Es ist nicht einfach für uns, die richtigen Worte zu finden, um die Wärme und Tröstung auszudrücken, die wir erfuhren aufgrund der Besorgnis des Pontifex Maximus, der große Summen an Geld bot, um das Leid der deportierten Juden zu erleichtern... Die rumänischen Juden werden diese Tatsachen von historischer Tragweite nie vergessen."
Dr. Alexandru Șafran, rumänischer Oberrabbiner von 1939 bis 1948, in einem Schreiben an Mgr. Andrea Cassulo, Apostolischer Delegat in Rumänien, 1944

"Der Nazismus hat keinen schärferen Tadel erfahren als durch Papst Pius XI und seinen Nachfolger, Papst Pius XII." Rabbi Louis Filkenstein, 1944

"Das Volk von Israel wird nie vergessen, was Seine Heiligkeit für unsere unglücklichen Brüder und Schwestern in dieser höchst tragischen Stunde unserer Geschichte tut. Das ist ein lebendiges Zeugnis der göttlichen Vorsehung in dieser Welt."
Oberrabbiner Isaak Herzog, 1944

"... danke (dem Papst) für die Rettung von Juden vor faschistischer und nationalsozialistischer Verfolgung... (und) das, was sich die Kirche zu tun bemüht und tatsächlich für unser verfolgtes Volk getan hat"
Dr. Leon Kubowitzky, Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, 1945

"Ich sagte ihm (dem Papst), daß es im Namen der jüdischen Öffentlichkeit meine erste Pflicht sei, ihm und durch ihn der katholischen Kirche für alles zu danken, was sie in den verschiedenen Ländern getan hat, um die Juden zu retten."
Mosche Scharett, der spätere zweite Ministerpräsident Israels, über eine Audienz bei Papst Pius XII nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs

"Sechs Millionen meiner Religionsgenossen wurden von den Nazis ermordet, doch es hätte noch viel mehr Opfer gegeben ohne die wirksamen Interventionen Pius XII."
Dr. Raffael Cantoni, Präsident der Union Jüdischer Gemeinden in Italien" (Der 17. April 1955 wurde von Italiens Juden zum „Tag der Dankbarkeit“ für die Hilfe des Papstes erklärt)

"Als unser Volk im Jahrzehnt des Naziterrors ein fürchterliches Martyrium erlitt, hat sich die Stimme des Papstes erhoben, um die Henker zu verurteilen und um Mitgefühl für die Opfer zum Ausdruck zu bringen. Unsere Epoche ist durch diese Stimme bereichert worden, die sich im Namen der großen sittlichen Werte über dem Tumult und den täglichen Konflikten erhob."
Golda Meir, Außenministerin und spätere Premierministerin Israels, 1958

"Im Namen der jüdischen Gemeinde Englands danke ich Eurer Heiligkeit für die Rettung zehntausender von Juden."
Israel Maurice Edelman

"Ich bitte um eine Minute des Schweigens zum Tode eines wahrhaft großen Mannes: Papst Pius XII."
Leonard Bernstein, zu Beginn eines Konzerts mit den New Yorker Philharmonikern, 1958

"Die katholische Kirche ermöglichte unter dem Pontifikat Pius' XII. die Rettung von 700.000, wahrscheinlich sogar 860.000 Juden vor dem gewissen Tod durch die Hände der Nationalsozialisten."
Pinchas Lapide, Theologe und Diplomat. Israelischer Konsul in Mailand.

"Wir hatten die Gelegenheit, die große, mitfühlende Güte und Großherzigkeit Papst Pius' XII zu erleben, während der unglücklichen Jahre der Verfolgung und des Terrors, als es schien, daß es für uns kein Entkommen mehr gab."
Elio Toaff, Oberrabbiner in Rom zwischen 1951 und 2001.

Was ist das? Was sollen wir denn nur davon halten? Faktenverdrehung? Leugnung historischer Tatsachen, noch dazu von der katholischen Kirche? Etwa von Rabbinern?
Aber das war es nicht, was ich eigentlich aussagen wollte.

Ich wollte eigentlich nur sagen, vollständig im Einklang mit dem Talmud:
Ein einziges Leben genügt.

Und nur für den Fall ...

dass ihn wer tatsächlich noch nicht kennt - die katholischen Blogger haben natürlich auch einen PIUS XII. -Soli- Button zu bieten.

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[Hey, haben wir denn auch mit der römisch-lateinischen XII oder gibt's denn nur mit der 12?]

[Edit: Achnee, ich seh grad, er passt prima zum Benedikt-Button, da steht ja auch 16 und nicht XVI. Also alles ganz harmonisch. Wer hat den eigentlich ursprünglich gestaltet gehabt?]

Bei Facebook melde ich mich ja aus Prinzip nicht an.

Selbst wenn ich schon die Lust verspürte, aber richtig dämlich ist doch: Du folgst einem Link von Facebook auf deinen Referrers, zu einer Seite, auf der dann steht:

Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.

Und direkt darunter:

Du musst dich anmelden, um diese Seite sehen zu können.

Das finde ich recht eigentlich idiotisch.

Vielleicht ...

schmoren wir katholischen Blogger ja im eigenen Saft, laufen Gefahr, uns über eigentlich zweitrangige Dinge aufzuregen, streiten wir uns zu oft über Vaticanum II, kriegen zu oft kollektiv die Krise, wenn's mal wieder mit der Verkündigung - in unseren Augen jedenfalls - bei den dazu Berufenen mangelt. Vielleicht birgt das viel zu viele Fallstricke und verführt eher, als dass es "frommt" (*eyesroll).
Oft aber ist es doch so, dass einer, wenn man grad nicht damit gerechnet hatte, einen Eintrag bringt, der einen berührt. Immer wieder ist das so, nur bloggt man es dann nicht, sondern schweigt betroffen, berührt, und bewegt diesen Eintrag im Herzen. Das ist mir schon unzählige Male passiert, deshalb will ich niemanden konkret auszeichnen - alle, bei denen ich mitlese, haben mir solche Geschenke schon oft gemacht.
Nur habe ich kaum oder nie dazu etwas selbst geschrieben. Stellvertretend für alle heute der Hinweis auf den Eintrag bei Nikodemus von Alfred Delp, ein Ausschnitt daraus, der mich still werden ließ - nicht für lange :-), aber immerhin:

>>Der Advent ist trotz allem Ernst geborgene Zeit, weil an ihn eine Botschaft erging. Ach, wenn die Menschen einmal nichts mehr wissen von der Botschaft und den Verheißungen, wenn sie nur noch die vier Wände und die Kerkerfenster ihrer grauen Tage erleben und nicht mehr die leisen Sohlen der kündenden Engel vernehmen und ihr raunendes Wort uns die Seele nicht mehr erschüttert und erhebt zugleich, dann ist es geschehen um uns. Dann leben wir verlorene Zeit und sind tot, bevor sie uns etwas antun.
An den goldenen Samen Gottes glauben, den die Engel ausgestreut haben und immer noch den offenen Herzen anbieten, das ist das erste, was der Mensch zu seinem Leben tun muss. Und das andere: selbst als kündender Bote durch diese grauen Tage gehen. So viel Mut bedarf der Stärkung, so viel Verzweiflung der Tröstung, so viel Härte der milden Hand und der aufhellenden Deutung, so viel Einsamkeit schreit nach dem befreiendem Wort, so viel Verlust und Schmerz sucht einen inneren Sinn.
Gottes Boten wissen um den Segen, den der Herr auch in diese geschichtlichen Stunden hineingesät hat.<<

Sonntag, 20. Dezember 2009

Nacht(b)revier 2009-Jahresrückblick [I]

Januar

Das neue Jahr fängt damit an, dass ich Angst davor habe, "Die Gegenpäpstin" von Martina André zu Ende zu lesen.
Obamas Inauguration geht mir auf den Wecker.
Ich habe die blendende Idee, einen Kurzkrimi mit einer Leiche in einem überdimensionierten Weihwasserfass zu schreiben, werde aber in meiner Konzentration gestört durch die Aufhebung der Exkommunikation der FSSPX.

Februar

Alle drehen durch in Deutschland. Peter Seewald schreibt sich auf kath.net die Seele frei und ich starte eine online-Gebetsinitiative für unseren Heiligen Vater. Die deutschen Zeitungen hören nicht mehr auf, Falschmeldungen zu produzieren, einzelne Vertreter des deutschen Klerus bemühen sich in jeder Hinsicht, den Papst als senilen Narren hinzustellen.
Petition Vaticanum II läuft an, doch es ist scipio von Credo ut intelligam, der kompromisslos und radikal Ernst macht mit Vaticanum II.
Jetzt kommen Schlag um Schlag:
STEPHAN KRAMER!
KERNER UND MICHEL FRIEDMAN!
M E R K E L!
In Italien tobt derweil der Kampf um Eluanas Leben, bei dem sich sogar Silvio Berlusconi einschaltet.
Inmitten dieses Wahnsinns erfolgt die Suchanfrage eines kaltblütigen Google-Benutzers "FÄRBT GEORG GÄNSWEIN SICH DIE HAARE?" - wir haben grade anderes zu tun!
Ein protestantischer Leser ist genervt, weil ich zu wenig Vatikankritik bringe.
Ich bringe erstmalig überhaupt vernichtende Vatikankritik auf dem Blog.
Um zur Aufklärung einer breiten, interessierten Öffentlichkeit beizutragen, veröffentliche ich die FAQs zur (Aufhebung) von Exkommunikation. Niemand will auf mich hören.
14 Tage nach der Aufhebung (!) stellt EB Zollitsch fest, es gebe keinerlei Anzeichen für eine echte Gesprächsbereitschaft bei der FSSPX.
Die Causa Wagner tobt.
Sagmal, das war alles im Februar?

März

Endlich März! Weitere Stellungnahmen von Stellungnahmen zu Stellungnahmen.
Eine Demo in Luzern gegen die Aufhebung der Exkommunikation und Pro Vaticanum II. Hans Küng spricht vom Feuer der Freiheit.
In Deutschland Amoklauf von Winnenden und Einsturz des Kölner Archivs.
Der Heilige Vater schreibt nach seinen Fastenexerzitien in der FSSPX-Sache einen Offenen Brief an die Bischöfe.
Es gibt einen sehr guten Grund, selbstständig denkender Atheist zu bleiben und der heißt Clemens Bittlinger, befinde ich während der Diskussion um die Atheisten-Busse.
Die Kirchenzeitung Linz rückt gloria-tv wegen der osteuropäischen Platzierung ihrer Server in die Nähe von Kinderpornoseiten. Dazu gebe ich Linz folgende Ansage: Viele Seiten über das kanonische Recht und die Konzilstexte zur Einhaltung des Zölibats haben ihren Server in Vatikan-Stadt. Ob sich die Diözese Linz mit diesen jemals auf eine Stufe begeben wird, bleibt weiterhin offen.

Wir sind immer noch erst im 1. Quartal des Jahres ... Und die Afrikareise kommt erst noch. Ein Interview dazu und wieder sind alle völlig außer Rand und Band, weil der Papst katholisch ist und an treue Liebe glaubt.
Dazwischen läuft natürlich jede Menge Finanzkrise.

April
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Palmsonntag auf den Montag das entsetzliche Erdbeben in den Abruzzen um L'Aquila. Es beherrscht die Einträge im ganzen April, da auch bei mir regelmäßig Erdstöße zu spüren sind. Erzbischof Molinari - der sich selbst nur mit knapper Not retten konnte - lässt die Statue des Hl. Emidius durch die Straßen tragen, Malteser, Suchhundestaffeln u.v.m. sind vor Ort. Hunderte von Italienern fahren teilweise von Mailand oben los mit Decken und Nahrungsmitteln, unkoordiniert und spontan, um zu helfen. Die Moschee von Ancona wird geöffnet. Die Feuerwehr des Vatikanstaates ist bereits in der Frühe schon ausgerückt, um zu helfen.
Karfreitag mit Trauermesse in L'Aquila.
Bilder von Ostern in der Zeltstadt.
Natürlich ist es unmöglich für ein gewisses deutsches Magazin, den Rand zu halten angesichts Tod, Leid und Schrecken der Menschen. Man hält es für wichtiger, zu thematisieren, dass der Papst Schokoladeneier nach L'Aquila geschickt hat und Berlusconi dort mit den Helferinnen herumflirtet. Abermals zum Kotzen. Das kriegen nur deutsche Journalisten fertig, so herzlos und hämisch zu sein, denke ich mir. Jedenfalls bis zur Affäre um Dino Boffo in diesem Sommer.
Weitere Bilder aus L'Aquila.
Eigentlich heule ich die ganze Woche vor und nach Ostern durch. Vor allem, als mich auf der Autobahn ein klappriger deutscher Bus überholt mit der Aufschrift eines christlichen Hilfswerkes, voll beladen mit Hilfsgütern und unterwegs in die Richtung Pescara.
Der Hl. Vater hat Geburtstag und ich schreibe ihm eine Liebeserklärung.
Am 28. April besucht er die Abruzzen - so spät erst, maulen die kirchenfeindlichen Pappnasen aus Hamburg, denen es ja ansonsten am Arsch vorbeiginge, ob er kommt oder nicht - natürlich so spät erst, weil er die Aufräum- und Bergungsarbeiten nicht mit seinem Securityaufgebot und seiner Logistik behindern wollte.

Mai

Uff, ich glaube, ich gestalte den Rückblick als Zweiteiler ...
Mohammed Ali Agca, der Papstättentäter, konvertiert gerüchteweise zum katholischen Glauben, im Gegenzug wird EB Zollitsch von der FSSPX exkommuniziert.
Murmeltiertag! Am 4. Mai (!!!) fordert Charlotte Knobloch vom ZdJ eine Klarstellung von Papst Benedikt zu den Aussagen Williamsons.
Die ZEIT denkt mal wieder, sie hätte es geschafft - sie wird es im Dezember noch denken. Wir haben den längeren Atem.
Die Nahostreise des Hl. Vaters, wie immer begleitet von Gemaule, Unzufriedenheit und Unbarmherzigkeit - sowie sachlich falschen Darstellungen.
Alexander Kissler konstatiert, dass RTL ausgewogener über die Papstreise informiert als das ZDF, ich zeige Mainz den Vogel.
Keine Atempause. Denn jetzt beginnt der Kermani-Eklat: Hier und da - und die absolut saudümmste Schote, mit der darf sich der aufgeklärte "freitag" schmücken, nämlich dort.
Und Mosebach schreibt an Kardinal Lehmann.
Dann war im Mai noch der Evangelische Kirchentag mit einer expliziten Darstellung, wie man sich den interreligiösen Dialog, vor allem aber die Ökumene vorzustellen habe - Klaus Harpprecht möchte die Ökumene vergessen.
Ich denke, der intellektuelle Marianengraben 2009 ist damit erreicht.
Zur Entspannung befrage ich meine Leser nach der Namensgebung für eine grässlich verstümmelte Mönchsleiche, da ich wieder am Krimi schreiben bin. Es folgen meinungsstarke Kommentare, die mir eine Entscheidung wirklich schwer machen.
Und am Pfingstsonntag besuche ich meine erste Alte Messe in Campocavallo di Osimo.

Wenn ich nach "katholische Autoren" google ...

komme ich auf eine Trefferliste, in der ganz oben ein Foren-Thread von mykath.net über Anselm Grün steht und auf Platz 4 steht der Wikipedia-Eintrag zum Index Librorum Prohibitorum.
Noch verheerender ist das Suchergebnis für "katholischer Krimiautor", da steht ein Artikel von kath.net (was noch nicht verheerend ist) über Dan Browns neuen Freimaurer-Epos auf Platz 1 (was verheerend ist). Den Platz 1 hätte wohl ganz sicher ein Eintrag über G.K. Chesterton verdient.
Aber ich weiß, Google funktioniert nach anderen Kriterien.
Im englischsprachigen Ausland gibt es wenigstens die Catholic Writers Guild. Irgendwo müssten die auch eine Sektion für die catholic crime fiction writers haben. Ich muss sie nur noch finden.
Warum gibt es sowas für den deutschsprachigen Bereich eigentlich nicht?
Und falls hier jemals jemand über Google als katholischer Autor selbst eine solche Suche gestartet hatte und vielleicht zufällig hier in diesem Eintrag landet - mailt mich doch an.

Seewald, sehr schön.

Er fragt sich, ob die Auferstehung ohne Frauen überhaupt möglich gewesen wäre.

>>Aber einmal angenommen, nur die Apostel wären am Grab gewesen: Hätte man da nicht befürchten müssen, dass sie zunächst einmal darüber diskutierten, ob die Auferstehung a) theoretisch möglich, b) praktisch durchführbar und c) theologisch sinnvoll sei? Und tatsächlich, viele stehen da noch heute. Sie diskutieren endlos weiter, ob als Theologen, Journalisten und selbst als Priester, wie authentisch die Geschichte sei - um sich in männlicher Bekenntnisangst, die auch von den Aposteln berichtet wird, umso leichter davonstehlen zu können.>>

Peter Seewald: Jesus Christus. Die Biografie. Pattloch-Verlag.

Samstag, 19. Dezember 2009

Seufz.

>>Daher muß die Verwendung all dessen, was sich direkt auf die Person und das Amt des Papstes (Name, Bild, Wappen) bezieht, wie auch der Bezeichnung „päpstlich" ausdrücklich und im voraus vom Heiligen Stuhl autorisiert werden.<<
Aus der Erklärung des Hl. Stuhls von heute, Wortlaut auf kath.net

Und was mach ich jetzt mit meinem/unserem Papstbutton?

supportb16

Den autorisieren die mir doch nie im Leben.

Glasklare Verkündigung?

Ja, was denn nun? Ich finde es langsam nervig. Vielleicht ist das ein Programm, das großen seelsorgerischen Erfolg hat, das will ich auf keinen Fall bestreiten (aber gerne anzweifeln), aber könnte man sich mal irgendwie drauf einigen, ob es jetzt um die atheistische Jugendweihe geht, oder eine Form der Jugendweihe, die als alternativer christlicher Ersatz - freilich ohne Sakramentenspendung, um selbstverständlich, da sei Gott vor, niemanden über Gebühr zu fordern: Vor allem natürlich nicht den Priester in der Strapaze, christliche Wahrheiten stringent zu vermitteln,- oder letztlich whatever gehen soll? Was wird das denn bitte? Ein achtes Sakrament?

Freitag, 18. Dezember 2009

Jetzt schlägt's Dreizehn.

Meldung von Radio Vatikan von heute:

>>Das Internetportal kreuz.net hat ein erfundenes Vatikan-Dokument zu einer vermeintlichen konservativen Liturgiereform verbreitet. Das bestätigte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Der am Donnerstag auf Deutsch verbreitete Text ist formal und inhaltlich als Instruktion der römischen Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung aufgemacht. Darin wird laut kreuz.net unter anderem angeordnet, künftig alle Melodien und Texte nichtkatholischer Autoren aus katholischen Gesangbüchern zu tilgen. Neues geistliches Liedgut und Anklänge an Popmusik seien künftig in der Liturgie verboten, entsprechende Chöre in den Pfarreien aufzulösen. Alle Neukompositionen seien fortan in Rom zur Genehmigung vorzulegen.
Die Katholische Nachrichtenagentur berichtete am Donnerstagabend über das gefälschte Dokument. „Einer juristischen Verfolgung“, so die Agentur, „entziehen sich die Autoren von kreuz.net, indem sie meist anonym publizieren und technisch auf Server in Nordamerika zurückgreifen“. Das Internetportal stellte die KNA daraufhin in die Nähe der Nationalsozialisten und kommentiert diesen Satz auf der Homepage mit folgenden Worten: „Die Deutsche ,Katholische Nachrichtenagentur’ betrachtet – in der Tradition der Vorgängerorganisation der gegenwärtigen ,Bundesrepublik Deutschland’ – die freie Meinungsäußerung als ein Verbrechen.“ (rv/kna)<<

Der Link zu dem von kreuz.net als pdf eingestellten gefälschten Text.

Ember Friday?

Auf NLM findet sich dieser Eintrag mit einer Umfrage zu einem speziellen optionalen Fastentag, wenn ich das richtig verstanden habe, der heute wäre.
Gregor, wenn du hier reinschaust, ich habe weder die Bedeutung des Tages noch die Art, wie er begangen werden könnte, verstanden. Was möglicherweise daran liegt, dass sie auch nicht ausgeführt werden in dem Eintrag :-)
Wär schön, wenn du das kurz erklären könntest!
Oder ein anderer von den Cracks.

Nicht vom Papst überzeugt ...

ist Matthias Stolz von der "Zeit". Nun ist das an sich noch kein Anlass, sich zu wundern oder einen Eintrag dazu zu bloggen. Aber sein Bericht von einer Reise durch deutsche Beichtstühle schließt mit dem Fazit, dass es die meisten, oder waren es alle?, Priester, denen er begegnete, durch die Bank weg auch nicht sind.
Auf Credo ut intelligam gibt es einen ironischen Eintrag dazu, auch Sponsa Agni hat sich geäußert und spricht von "Heereszersetzung aus den eigenen Reihen" - eine Formulierung, die mir rein von der Bildhaftigkeit her recht gut gefällt. Besonders gut hat mir auch der von ihr zitierte Ratschlag eines Priesters gefallen, dass Matthias Stolz sich als Katholik doch überlegen solle, ob die evangelische Kirche nicht was für ihn wäre. Das könnte sich der betreffende Priester doch eigentlich auch mal durch den Kopf gehen lassen?
Glücklicherweise fallen nicht alle vom Glauben ab, nur weil wir Benedikt als Papst haben. Erst neulich las ich beim Friseur einen Artikel über den italienischen Skandalschlagerbarden Franco Califano, dem es mit Papa Ratzinger so gegangen ist wie mir, wie ungezählten anderen.

Sinngemäß sagte er folgendes:

Tatsächlich war es Benedikt XVI., der bei mir innerlich etwas in Bewegung gesetzt hat und also habe ich wieder zu Gott gefunden. Dieser Papst hat mir das Gefühl gegeben, dass es das wichtigste ist für mich, wieder zurück zum Glauben zu kommen. Ich habe immer versucht an Gott zu glauben, aber ich bin nicht mit dem Mysterium zurechtgekommen, habe immer Schwierigkeiten gehabt, den Glauben zu erlangen, weil mir die Zeichen fehlten. Nun habe ich dieses Zeichen erhalten. Mit diesem Papst, der bewirkt hat, dass ich mich verliebe.

Onna

das war in diesem Jahr, erinnert sich noch jemand? Onna war einer der am verheerendsten getroffenen Orte des Erdbebens am Morgen nach dem Palmsonntag 2009.
Onna liegt weiterhin in Schutt und Asche, dank der stetigen Nachbeben, die Mittelitalien immer noch durchschütteln und von denen auch ich immer wieder in den Stärken 3 oder 4 mehr als genug mitbekomme.
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart engagiert sich weiterhin für diesen geschlagenen Ort. Mehr Wert, als den Aufbau ihrer eigenen Häuser, erscheint den Bewohnern den Aufbau ihrer Kirche. Wer die Bilder von zelebrierenden Priestern in Trümmern gesehen hat, die Beerdigungsfeierlichkeiten für die Opfer, die Präsenz von Ordensleuten, Mönchen wie Nonnen, in den Zeltlagern, weiß warum das so ist.
Nichts kann diesen Menschen mehr Hoffnung geben, als dass erstmal ihre Kirche wieder steht. Das ist aus deutscher Sichtweise sicher nicht immer zu verstehen.
Hier der Link zum Engagement der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Kriegs nicht als versteckten Link hin: http://www.drs.de/index.php?id=105&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=12609&tx_ttnews[backPid]=148&cHash=72d11072cc

Donnerstag, 17. Dezember 2009

80ies-Pong!

Hat ein bisschen länger gedauert, Alipius, bis ich auf dein Fehlfarben-Video die angemessene Entgegnung gefunden habe - dafür waren wir ja zwischenzeitlich genial essen.
Jetzt ist ja das Lied zwar auf Englisch, aber ich glaube, die Band war der Kulminationspunkt/Spätausläufer/waren die Renegaten der NDW? Ich weiß nicht. Im Nachhinein wieder gesehen und gehört und für eigentlich grauenvoll befunden. Aber damals fanden wir/ich die unglaublich frisch, neu und cool.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Babyklappe.

Man lernt nicht aus! Oder hättet ihr gewusst, dass die sogenannte Babyklappe eben keine typisch moderne Erfindung ist? Mir war das nicht klar.

Renzo Spielmann schreibt in seinem äußerst lesenswerten Artikel "Wie kulturvergessen der Deutsche Ethikrat doch ist" auf der Tagespost, online hier, folgendes:

>>1198 verfügt Innozenz III., einer der großen Päpste des Mittelalters, die Einrichtung eines „Torno“, eines „Drehers“ am Vatikanischen Hospital Santo Spirito – wo man sie noch heute besichtigen kann. Der Papst griff damit nur urchristliche Tradition auf: Während in der Antike Kinder straflos ausgesetzt werden konnten und dies das römische Zwölftafelgesetz für behinderte Kinder sogar vorschrieb, ordnete Kaiser Konstantin unmittelbar mit der Christianisierung die Einrichtung von Findelhäusern an. Rasch übernahmen die Klöster die Aufgabe, elternlose Kinder aufzuziehen – die ihnen bereits ebenfalls gelegentlich durch einen „Torno“ zufielen. Die Entscheidung Innozenz III. hatte Signalwirkung: Die Babyklappe fand schnell Verbreitung in Italien und Frankreich, im Spätmittelalter dann auch in Deutschland. Die Kirche suchte die soziale Not kinderreicher Familien zu lindern – und ging mit den Folgen manchen außerehelichen Fehltritts so pragmatisch um, wie es niemand glauben mag, der sie immer schon einer repressiven Sexualmoral bezichtigen möchte.<<

Fad!

Es gibt jetzt wirklich einen absolut legitimen Grund, den "herandräuenden" [O-Ton Scipio] Ökumenischen Kirchentag nicht zu besuchen. Und der besteht in dem Mottolied mit dem MottoMotto: Damit ihr Hoffnung habt, geschrieben von Clemens Bittlinger. Scipio und Johannes sind sogar soweit gegangen, das Video dazu, Interpreten sind die Wise Guys, auf ihren Blogs einzustellen. Ich bringe das nicht fertig. Auch will ich den Bloglesern nicht die Hoffnung zerstören, dass irgendwann im Verlaufe dieses Liedes Gott noch Erwähnung findet. Wobei es aber vielleicht besser ist, wenn man ihn nicht mit dem dargebotenen Soundtrack und den Wahnsinns-Lyrics in Zusammenhang bringt. Mit IHM, zu dem man einst in der Sprache der Psalmen redete und sang.
Wie gut, dass er gar nicht angesprochen wird, sondern es ausschließlich um Menschen geht. Menschen, die Hoffnung haben ... "daß die da oben bald begreifen, daß ihnen diese Erde nicht gehört ...daß mancher Amts- und Würdenträger eines Tages seine Eitelkeit vergißt."
Wenn ich schon diese "Ihr da oben-Wir da unten"-Rhetorik höre! Und was die Eitelkeit so mancher Amtsträger betrifft, da könnte sich ein gewisser evangelischer Ökumenebeauftragter gleich selbst an die Nase fassen.
Achja, und Kinder sind natürlich wichtig - das begreift nur keiner dieser ominösen Leute von oben, die "was zu sagen haben". Sind sie etwa eine Eunuchenkaste, diese Leute, die da fast schon in religiöser Inbrunst angesungen werden? Ist das eine neue Kultform? Mysteriösen, scheinbar feindlich, mindestens gleichgültig gesinnten Idolen Fürbitten des Volkes in einer Art Sprechgesang vorzutragen?
Dann ist noch von der friedlichen Koexistenz der Religionen die Rede, und "daß irgendwann evangelisch und katholisch kein Unterschied mehr ist". Früher war das ja mal anders. Eine Seite hat immer sehr heftig betont, auf jeden Fall nicht mehr katholisch sein zu wollen. Allerdings lässt die Hermeneutik des Textes vermutlich nicht den Schluss zu, dass dieser ausdrückliche Wille plötzlich obsolet geworden sein soll. Wer ist überhaupt mit evangelisch gemeint? Ich meine, welche Denomination? Sollte man das nicht zunächst für sich selbst klären, bevor man daran geht, dass "kein Unterschied mehr ist"? Ich möchte doch schließlich auch wissen, von wem oder was ich mich irgendwann nicht mehr unterscheide.
Bis das klargestellt ist, erlaube ich mir einfach mal die Hoffnung zu haben, dass das Mottolied des übernächsten Kirchentages klarere Rückschlüsse darauf erlaubt, welcher Religion die Teilnehmenden überhaupt angehören. Eventuell kann ich ja dann mit Blick auf das Lied aus 2010 für mich auf friedliche Koexistenz plädieren.

Süß!

Udo Walz - den muss man nicht kennen, er ist wohl ein sogenannter Starfriseur - ist anscheinend erst in den Vatikan eingeladen und jetzt wieder ausgeladen worden.
Walz vermutet, es liege daran, dass er mit einem Mann "verheiratet" ist. Und "Wahrscheinlich hatten die auch Angst, dass ich den Papst frage, warum er Kondome verbietet." (t-online.de)

Aber genauso wird es gewesen sein! Die vatikanischen Spitzenleute seit Wochen in Angst und Schrecken, dass jemand den Papst nach dem Kondomverbot befrägt, Gänswein klostert nachts durch die Gänge im Apostolischen Palast, schwer seufzend, Hand an der Stirn: Können wir es WAGEN?
Und dann: Nein, das Risiko ist einfach zu hoch, dass Udo Walz den Heiligen Vater zu Kondomen befragt. Laden wir ihn lieber wieder aus!

Eine gute Entscheidung, übrigens. Wenn Udo Walz wirklich nichts Bessres einfällt, als den Hl. Vater zu Kondomen zu befragen, geht er lieber in der Zeit schön essen in Rom, da haben beide mehr davon.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Handkommunion?

Ich ging also zur Hl. Messe, und ich dachte mir: Geh in die St. Anna Kirche. Alle ausgeschriebenen Zeiten in jeder römischen Kirche sollte man mal sicherheitshalber um eine halbe Stunde unterschreiten, dann haut es vielleicht hin. Also ich kam rechtzeitig zum Friedensgruß rein in die Sankt Anna. Der Priester schawallte was zum Weltfrieden und das jetzt also die Sekunde sei, einander zu lieben. Gut, dachte ich, ich bin alleine in der Bank, dem Friedensgruß nicht prinzipiell abgeneigt, aber wenn mangels Masse keine Gelegenheit dazu ist - auch immer sehr zufrieden. Nicht so der Zelebrant. Er war nämlich vehement und extraordinär unterwegs und scheute sich deshalb auch nicht, sich von hinterm Altar hervorzukämpfen und den ersten Bankreihen die Hände zu schütteln. In den Hinterbänken knieten neben mir unverzagt Ordensschwestern. Sie knieten. Und weiter knieten sie.
Und sie knieten auch dann noch, als der Priester kommunizierte, und ich starre ja kommunizierende Priester üblicherweise nicht an, es sei denn, sie exponierten sich durch Kieferbewegungen, als gälte es, ein Sesam-Knäckebrot in DIN A 4 -Größe zu vertilgen. Der Priester zerbiss, kaute, malmte, spülte nach, ich fürchtete für ihn schon, er hätte ein Fischfilet mit Gräten verzehrt. Dann kam die Kommunionausteilung an die Jugendlichen aus den ersten Bänken. Relativ schnell war mir klar: Komm, opfere doch einfach auf.
Die Teenager erhielten Handkommunion. Sie schlenderten vor, zum Altar, mit hängenden Armen, es drängte sich mir das Bild eines wandernden Neandertalers auf. Die allerheiligste Eucharistie nahmen sie auf die Hand, schoben sich sie sich beim Laufen in den Mund, die Jungs fuhren sich noch im Gehen und im demonstrativen Kauen durchs gegelte Haar, die Mädels schüttelten sich kauenderweise noch mal in koketten Kopfbewegungen die Lockenmähne zurecht, während sie in die Bank zurückschlenderten. Dass sie sich nicht den pushup-BH mit beiden Händen hochrückten dabei, war gerade mal alles. Es verging mir.
Ich opferte einfach auf.
Wäre auch okay gewesen, wenn ich sonstwo gewesen wäre, und nicht in der St. Anna Kirche im Vatikan.

[Disclaimer: Es ist möglich, die Handkommunion würdig zu empfangen. Es wäre aber auch schön, wenn man mehr praktische Ansichten davon bekäme.]

Jetzt mal ganz ehrlich ...

Wenn ich Berlusconi wäre, dann würde ich alle meine Personenschützer schnellstens mal wegen Unfähigkeit entlassen, oder?
[Mit einer Attrappe des Mailänder Doms meine kostbaren Jacketkronen ausschlagen, nein! Das geht mal gar nicht!]

Montag, 14. Dezember 2009

Ein paar Bilder

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Hier also die berühmte Dachterrasse, links das Palazzo Sant' Uffizio, also das Heilige Offizium, jetzt die Glaubenskongregation, in der Mitte die Basilika St. Peter und rechts hinten ein Stück vom Apostolischen Palast.
Das Wetter war fantastisch, wie man sieht. Momentan schaut es bei mir zu Hause eher aus wie in einer Moorlandschaft in Südengland, hier zieht ein unheimlich gruseliger Nebel auf am frühen Mittag.





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Auf dem zweiten Bild geht der Blick geradeaus hinüber zum Apostolischen Palast, die vatikanische Fahne, die auf der Dachterrasse weht, zeigt an, dass das Gebäude exterritoriales vatikanisches Gebiet ist.






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Das war der Blick aus meinem Hotelzimmer - wieder die Glaubenskongregation - ziemlich imposant und altehrwürdig. Die kleine Kirche links unten im Bild war leider eingerüstet, wird aber sicherlich bezaubernd aussehen, wenn sie renoviert ist.




Das empfehlenswerte Hotel heißt Residenza Paolo VI. und ist für diese Lage und diesen exklusiven Blick nicht allzu teuer, wie ich finde. Bessere Bilder auf deren Homepage. Reichhaltiges Frühstücksbuffet war inklusive, und jeden Morgen gibt's das Tagesevangelium aufs Zimmer.




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Der diesjährige Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz, im Hintergrund oben die wunderschönen Piniensilhouetten des Gianicolo.

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Herrliche Schnickschnackläden zuhauf - aber dieser ist fast ungeschlagen mit der Nachbildung von Michelangelos Pietà.


[Ich hab noch mehr Bilder, aber die sind mehr Arbeitsfotografien für den Vatikankrimi - also ziemlich unspektakulär geworden.]









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Sonntag, 13. Dezember 2009

Ich weiß, die versammelte Gemeinde

harrt inniglich auf meine Impressionen vom heutigen Angelus. Das war allerdings etwas ganz Besonderes. Lautstarke Trommeln, Menschenmassen - obwohl man mir erklärte, dass kaum Leute da seien derzeit - ich fand es dennoch beeindruckend. Bevor man noch auf dem Petersplatz ankommt, dröhnt es, kreischt es, irres Getrommel, die absolute Volksfeststimmung. Schon seit heute morgen um 8, halb neun, wanderten die Massen auf den Platz, Ordensleute, Schwestern, Legionäre Christi, Kleriker aller Art, Soutanenpriester und schlichtweg begeisterte Wahnsinnige mit Luftballons, Transparenten, Fahnen, Kostümen, Schalmeien, Gitarren, Tröten, wasimmer.
Das Wetter hatte sich verschlechtert, es hat sich zugezogen und tröpfelte hin und wieder. Ein immenses Polizeiaufgebot, Hubschrauber, Presse, Megabildschirme, der immer noch nicht fertig geschmückte Weihnachtsbaum - die Feuerwehr arbeitete schon seit meiner Ankunft daran, mittels der Hebebühne den Lametta, dann die silbernen, schließlich die goldenen Kugeln anzubringen. Dann: eine Minute vor 12, die Pilger aus Spanien, ZARAGOZA, mehrheitlich, hören auf, rhythmisch zu trommeln, sondern beginnen einen Trommelwirbel. Alle Blicke nach oben, wann erscheint der Mann in Weiß an seinem Fenster?
Ecco! Seufzen, Jubel, ausgebreitete Arme, wie wir sie kennen, Papa Benedetto - he's a tough guy - erscheint im Fenster. Ich habe ein Opernglas dabei, mit der Akustik wäre selbst Pink Floyd zufrieden.
"Ist das immer so?", frage ich meinen zuverlässigen Begleiter, Guido Horst, denn wenn man den Angelus zuhause am Rundfunk verfolgt, bekommt man nicht so viel mit von dieser Feststimmung. Jo, meint er schulterzuckend, heute ist doch kaum was los.
Die Vatikankrimiautorin checkt den Platz mit geübtem Auge: Wo sind Sicherheitskräfte? Auf den Kolonnaden patrouillieren welche.
Der bayerische Akzent des Santo Padre ist in live noch viel härter, als man sich vorstellen kann - falls Benedikt einmal ein Double wie Sadam Hussein benötigen sollte, könnte er locker Gerhard Polt dort hoch stellen.
Wow! Ich bin katholisch! Und es ist so mächtig klasse! Heimse den apostolischen Segen ein - zugegeben, zuhause am Radio oder im Internet bin ich andächtiger - und während die p0lnischen Grußworte kommen, beschließen wir, einfach schon mal zu gehen um dem RUN auf die besten Restaurantplätze zu gewinnen - denn, wie könnte es anders sein, wir müssen Mittagessen und uns noch ein bisschen austauschen.
Nach einem letzten Espresso im Büro und einem Abschied mit einem lachenden (Gott freu ich mich auf zuhause, keine Menschenmassen, kein kollabierender Verkehr, keine Kirchen mit Menschenaufläufen drin) und einem weinenden Auge (Selten hat man mich so herzlich willkommen geheißen und umsorgt als kleine Landeipflanze in der großen StadtStadt), stelle ich mich an die Bushaltestelle zum Bahnhof Termini. Der römische Verkehr ist während meines Besuches mehrfach in sich zusammengebrochen, weshalb es mich auch nicht wundert, dass die Ankunft des Busses in Richtung Termini, mit dem offenbar diesen Nachmittag niemand mehr gerechnet hatte, mit Jubelgeschrei und Geklatsche begrüßt wurde.

Mittlerweile bin ich auch wieder auf der richtigen Seite Italiens, mit vielen Souvenirs, Eindrücken, ganz viel Dankbarkeit, großartigen Erinnerungen und ganz viel Sehnsucht im Herzen nach der Città Eterna und den Menschen darin.
Und wenn mir das nächste Mal wieder ein ökumenebewegter Darmstädter was über die katholische Weite erzählen möchte, dann werde ich lediglich wissend grinsen.
Ubi Petrus, ibi ecclesia. Und dazu: Home is, where the heart is.

Samstag, 12. Dezember 2009

Auf der Dachterrasse.

Momentan bin ich eye to eye mit den jeden Abend hellerleuchteten Raeumen Benedikts - und die Dachterrasse hier ist auch die einzige Moeglichkeit, einfach mal eine Zigarette zu rauchen.
Ein sehr junger Kellner hier spricht mich mit Signora an, ein altes Leiden, denn natuerlich habe ich bemerkt, dass man mich irgendwann mal in Italien nicht mehr mit Signorina, sondern mit Signora angesprochen hat.
Ich habe das immer als Nachteil empfunden. Der Vorteil daran ist aber, geraet man an einen sehr jungen Kellner, so hat dieser gleich irgendwie seine eigene nonna im Blick und wird deshalb nicht zoegern, einem ein Weinglas, das in Deutschland nicht mal bis zum Eichstrich eingeschenkt wuerde, voll und bis an den Rand obenhin zu befuellen. Der Signora-Status besitzt somit AUCH klare Vorteile, mindestens aber den Mitleidsbonus.
Also auf der Dachterrasse traf ich eine bezaubernde junge Frau, italienisch aussehend, wir sind hier mindestens viersprachig, ich redete italienisch mit ihr, aber tatsaechlich Amerikanerin aus Michigan. Das erste Mal in Rom. Die zwei noch erleuchteten Fenster im Obergeschoss, erklaere ich, sind Benedikts Arbeits- bzw. Wohnraeume, wir koennen hinueberwinken. He s a great guy, yeah. Ich erzaehle kurz, dass ich heute zur Messe war im Petersdom, Bertone hat zelebriert, und ganz vornehm in LACHS, zum Gaudete-Sonntag. Lachs finde ich ueberhaupt eine prima Zwischenloesung, angesichts der aktuellen Vorkommnisse in Irland steht es der Kirche sicherlich ganz gut an, moeglichst wenig angeschwult zu wirken. Uebrigens haben wir im selben Lokal wie die irischen einzitierten Bischoefe zu Mittag gegessen, und ich kann sagen, sie haben sich die ehrlich verdiente Standpauke etwas versuesst und mit ungebrochenem Appetit auch noch ihre dolci verzehrt. Es sei ihnen vergoennt. Wegen Kindesmissbrauch wollte ich mich jedenfalls nicht in Rom verantworten muessen.
Papa Ratzinger soll recht harsch gewesen sein - und ich finde auch, es reicht jetzt. Diese Leute muessten endlich rausgekickt werden, und zwar gnadenlos. Ueberhaupt sollte man einmal so richtig die Platte putzen, was Priester betrifft, die ihr Zoelibat brechen in egal welcher Hinsicht. Besonders natuerlich diese Giftpilze, die Kinder missbrauchen. Besser waere es, man haengte ihnen einen Muehlstein um den Hals....
Okay, zurueck auf die Terrasse - pope watching - vielleicht schaut er ja doch mal rueber noch ...

Freitag, 11. Dezember 2009

Und jetzt ..

der historische Blogeintrag auf dem Nacht(b)revier - live, aktuell, ganz nah dran - muss einfach sein:

Gepostet exklusiv von exterritorialem vatikanischem Boden aus.

Und ein schoenes und gnadenreiches Gaudete-Wochenende euch allen!

(Ich muss schon wieder essen heute Abend, aber ich nehme mein Kreuz auf mich ... Zu Weihnachten dann halt Wasser und Brot ... )

Mit Blick auf die Glaubenskongregation.

Die letzten Tag war es etwas ruhig hier - sieht man mal von der schönen und sachlichen Diskussion um den Titel der Maria Miterlöserin ab, die ich erfreut nachgelesen habe - oder eure umfangreichen und interessanten Beiträge zum Wegfall des Schlussevangeliums.
Die Stille von meiner Seite hatte ihren Grund: Momentan blogge ich gerade exklusiv mit Blick auf das Palazzo der Glaubenskongregation, die Kolonnaden und den Apostolischen Palast; am PC von Guido Horst von der Tagespost bzw. dem Vatican-Magazin.
Guido Horst war die letzten beiden Tage damit beschäftigt, mich von einer maßgeblichen Kirche Roms zur anderen zu karren, weshalb es auch keine Dezembervorschau hier gab.
Ich habe aber das neue Heft hier neben mir liegen. Da findet sich im Editorial auf Seite 3 auch ein Bild des Büros an der Aurelianischen Mauer.
Zunächst möchte ich aber dem Herausgeber Paul Badde und dem Chefredakteur Guido Horst zum immerhin dreijährigen Bestehen des Heftes gratulieren.
Die letzte Ausgabe in diesem Jahr enthält ein Interview mit Michael Hesemann zum wahren Geburtsdatum Jesu Christi, einen Foto-Essay über den heiligen Nikolaus von Bari, einen Einblick von Ulrich Nersinger über das Eau de Cologne des Papstes, die Bekehrungsgeschichte einer - ehemals jüdischen - Dominikanerin sowie einen Artikel von Paul Badde über die gläserne Madonna von Absam: "Wie ein Bauernmädchen, das durchs Fenster schaut."
Natürlich gibt es noch viel mehr im aktuellen Heft, zum Beispiel auch einen Pro-Kirchensteuer-Kommentar im disputa-Teil und ein Interview mit dem Erzpriester der Vatikanbasilika, Kardinal Angelo Comastri, zu der Botschaft, die dieses Gebäude bildet, das den "Felsen" der Weltkirche umkleidet.
Bei den Abonnenten sollte es bereits angelangt sein, im Bahnhofsbuchhandel etc. ist es ab 16. Dezember erhältlich.
Wie heißt es im Editorial dazu: "Vielleicht ist es noch nicht bekannt wie ein bunter Hund, aber die Zahl derer, die noch nie von einem katholischen Monatsmagazin aus Rom gehört haben, nimmt beständig ab."

Und dafür, dass ich jetzt die Heftvorschau übernommen habe, muss mich Guido Horst auch gleich schön zum Essen ausführen ...
Apropos Essen ...
Gestern Abend hatte ich ein wunderbares Abendessen mit dem Bloggerkollegen Alipius von "rom, römer, am römsten"
(http://amroemsten.blogspot.com) er gab mir den geistlichen Rat mit, doch am besten gleich, nach meiner Rückkehr, durchgängig bis Ostern durchzufasten. Das wird auch bitter nötig sein. Erst hatten wir schön aperitivo in der Nähe des Pantheons, dann hat mich Alipius in eines seiner Lieblingslokale ausgeführt, das "Il Bucco" - hieß es so, Alipius?
Hach, das war eine Gewese und Geschmachte um den "Padre", mit Handschlag und Küsschen, sämtliche Kellner liefen zusammen, der padrone trat persönlich an und selbstverständlich gab es nach dem Essen Vin Santo und für jeden noch einen Grappa aufs Haus.
Die Zeit verging wie im Fluge, ich habe mich bestens unterhalten und möchte mich auch noch mal so richtig öffentlich bei dir bedanken, alipius! Ci vediamo a gennaio! Und eventuell ja nochmal am Sonntag ...

cantare

da kommt doch aber nicht...
da kommt doch aber nicht die heilige Familie drin vor....
ElsaLaska - 26. Dez, 00:02
ich hatte gedacht...
...das wäre "last Christmas" der ultimative nicht...
Sarah (Gast) - 25. Dez, 23:52
Es ist immer vollständig...
Es ist immer vollständig furchtbar. Ich habe fast...
ElsaLaska - 25. Dez, 22:31
Naja, Liebes-Attentat-...
Naja, Liebes-Attentat- herzlichen Dank auch, da könnte...
ElsaLaska - 25. Dez, 21:42
sie hatte
ja sogar dasselbe gwand an. vielleicht wollte man dem...
woelfin - 25. Dez, 20:55
Danke, und nächstes...
mal für 24 Stunden das Internet ab und bringen...
ElsaLaska - 25. Dez, 20:44
Frohe Weihnachten wünsche...
Frohe Weihnachten wünsche ich ebenfalls :)
Fidelis (Gast) - 24. Dez, 23:00
Danke...
... zurück!
alipius (Gast) - 24. Dez, 20:57

la bocca

 

attenzione

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