[>>]

il cinguettio

che tempo fa

Aktuelles Wetter in Vatican City:


Temperatur: 10 C
UV Index: 0
Luftfeuchte: 94 %
Sichtweite: 8.0 km
Luftdruck: 1029.1 mb
Windstärke: calm 

Weather data provided by weather.com

i gonfaloni


Priesterjahr 2009/2010














kostenloser Counter

Bloggeramt.deRanking-Hits Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de

Bookmark and Share

Subscribe

ufficio

Du bist nicht angemeldet.

Samstag, 21. November 2009

Zum Heulen.

Auf der Tagespost, Seite 1, ganz unten, findet sich immer ein Glosse. Diese Glosse ist, wie alle Glossen, mal mehr, mal weniger witzig, und wenn sie so gewollt witzig ist, finde ich sie meistens auch gar nicht so gut.
Heute hat, ja, die letzten Tage waren der Ehre der katholischen Journalistinnen gewidmet, Monika Metternich einen wunderbaren Beitrag geliefert. Ich habe die Donnerstagsausgabe erst heute gelesen, also es war in der Ausgabe vom Donnerstag, meine Tagespost wird mir ja nach Italien nachgesendet und kommt immer etwas später an. Metternich schreibt über den "Frieden in Zeiten der Schweinegrippe". Ein Messbesuch, ich weiß nicht genau wo, die Empfehlungen der DBK zum Friedensgruß und zum Kommunionsempfang werden verlesen.
Gut geschildert die Reaktionen der vehementen Friedensgrußfanatiker und die verbissene Genugtuung derjenigen, die ihn schon immer abgelehnt haben und jetzt mit Segen der DBK ostentativ kniend und mit gefalteten Händen verbleiben können. Treffend beobachtet. Dann die Austeilung, ich zitiere:

>>"Eine alte Frau kniet mit geschlossenen Augen und geöffnetem Mund vor ihm [dem Priester, der gerade noch verlesen hatte, dass man bitte von der MK absehen möchte].
Hinter ihr eine lange Reihe von Gläubigen. Hoch ragt der Priester auf über der kleinen, alten, knienden Frau. [Drei Adjektive hintereinander, auch ich kehre mittlerweile nach Adjektivabstinenz gerne mal wieder zu diesem stilistischen Element zurück.]
"Haben Sie nicht gehört, was die DBK empfiehlt?" Es klingt wie "befiehlt". Schweigen. "Keine Mundkommunion wegen der Schweinegrippe!", herrscht er sie an. Keine Reaktion. Die Frau wirkt nun noch etwas kleiner und älter, wie sie da kniet. "Strecken Sie Ihre Hände aus!"
[Das klingt wie die Einleitung zu einer Bastonade auf die Hände ...]
Die Gläubigen halten den Atem an. Schließlich erhebt sich die alte Dame mühsam und hinkt von dannen."Gehet hin in Frieden."<<

Gott segne dich, du liebe alte, womöglich schwerhörige, aber stumm insistierende Dame.

[Nachtrag: Noch was Spitzes von Superpelliceum dazu]
[Und nein, ich bin schon für Umsicht und Vernunft natürlich. Aber nach der Schilderung war mir wirklich kurz zum Heulen. Alte Leutchen, die sich unter Beschwerden auf den blanken Steinboden knien und das Allerheiligste auf der Zunge empfangen möchten, rühren mich meist zu Tränen]

Freitag, 20. November 2009

Das einzige,

was der Macher dieser beeindruckenden Bildershow vergessen hat, ist eine Untertitelung, welche Ordenstracht genau eigentlich zu sehen ist. Und was ist das auf 5:49?



[via Sponsa Agni]

Su-per.

Theresia Benedicta hat uns ein Gespräch mit einer Kommilitonin - ich wünsche, sie wäre es nicht - dokumentiert, in dessen Verlauf wir Aufklärung darüber erhalten, was genau es eigentlich mit ernsthaft betriebener Ökumene auf sich hat. Tiefschürfende theologische Thesen galore!
Fazit: Der Papst ist böse und Theresia gemein, weil sie so fromm ist.
Wundervoll.
Isst sie zufällig auch noch diese Hipp-Babynahrung aus dem Glas? Manche jungen Frauen machen das und irgendwie könnte ich mir das sehr gut vorstellen.

This one only for scipio.

Donnerstag, 19. November 2009

Pong!

Auf Alipus' Ghostbuster-Film-Ping gibt es nur ein Pong als Antwort:When the going get's tough, the Tough get going:

Mit den Helden aus dem Film, Michael Douglas, Danny de Vito und der göttlichen Kathleen Turner:

Die Männerkirche.

Eine Kommentatorin hatte es mir schon prophezeit, die Angesprochene weiß, dass ich sie meine.
Ich bin in die una sancta eingetreten in vollständiger Blauäugigkeit. Ich mache mir schon lange nichts mehr aus sogenannten "Frauenrechten" und denke auch gerade nicht, dass sie irgendwie in meiner neuen, geliebten Kirchenheimat eine Rolle spielen. Ich halte nichts davon, dass es, wie von Linksliberalen beschrien, eine Art "Macht" in dieser einzigen, von Gott gewollten Kirche gäbe, die an die Weihe gekoppelt ist oder die Vollmacht, die Sakramente zu spenden.
Ich habe die katholische Kirche nie als eine Kirche gesehen, in der finstere Darth Vaders die Frauen unterdrücken und zum Gebären verdammen, sie - in missverständlicher Auslegung des kompletten Pauluswortes, welches ja nach der Meinung linksliberaler feministischer Theologinnen sowieso eine Fälschung sei - , vom Mitreden in der Kirche einfach komplett ausschließen.
Wie immer hatte ich die Rechnung nicht mit dem Wirt gemacht.
Offensichtlich gibt es regelrechte Frauenhasser insbesondere im konservativen Lager. Es ist mir zwar nicht vorstellbar, aber scheinbar gibt es den Reiz, sich in der katholischen Kirche als Mann zum Priester weihen zu lassen unter anderem aus dem Beweggrund, weil man dann es mal den Frauen so richtig zeigen kann. Leider stehen diese Kandidaten nicht ihren Mann an der Front des auf den KumbaYa-Gottesdienst beharrenden kfd, sondern sie bewegen sich in der Blogoszese, wo sonst. Falls sie überhaupt geweiht sind und keine faker.

Für sie alle habe ich, stellvertretend für einen gewissen clericus auf Exsultet, nochmal mein Klerikerbashing heiliger Frauen hier einkopiert. Denn ob es euch passt oder nicht: Ihr müsst mit uns rechnen. Und die Priesterweihe ist weiß Gott nicht das Schlimmste, was wir von euch einfordern könnten ... *gg*

"Ihr seid eine Nacht, die Finsternis ausatmet, und wie ein Volk, das nicht arbeitet. Ihr liegt am Boden und seid kein Halt für die Kirche, sondern ihr flieht in die Höhle eurer Lust. Und wegen eures ekelhaften Reichtums und Geizes sowie anderer Eitelkeiten unterweist ihr eure Untergebenen nicht. Ihr solltet eine Feuersäule sein, den Menschen vorausziehen und sie aufrufen, gute Werke zu tun."
Hildegard von Bingen in ihrer Kölner Predigt vor rund 900 Jahren.

Caterina von Siena (aber nur die darf das!):
"Den Verfall der Integrität des Klerus kritisierte Caterina nachhaltig: Was Christus am Kreuz erwarb, wird mit Huren vergeudet! Sie scheute sich nicht, den Herren der Kirche im Namen Gottes den Tod zu wünschen."[auf heiligenlexikon.de]

Birgitta von Schweden [aktuell wie je] : >>Priester, Diakone und Subdiakone ... freuen sich offen darüber, daß ihre Konkubinen mit schwellendem Mutterleib unter anderen Frauen gesehen werden ...
Klöster zu besuchen, ist jetzt eine Qual, denn man sieht zu den Gottesdienstzeiten nur sehr wenige oder überhaupt keine Mönche im Chor... An manchen Tagen gibt es keine Messe... Viele Mönche haben eigene Häuser in der Stadt... Man kann bei ihnen kaum ein einziges Kleidungsstück finden, das ihren Stand andeutet... Die Nonnenklöster halten sogar in den Nächten ihre Tore offen, weshalb sie mehr Bordellen gleichen... Wenn die Beichtväter mit dem Mund die Absolution erteilen, schämen sie sich nicht, mit ihren Händen Geld in die Börse zu stopfen... Es ist zu fürchten, daß der katholische Glaube bald untergeht...<<
Ein Erzbischof, bedrückt von den zahllosen und offenen Verfehlungen gegen das zölibatäre Leben, hatte gemeint, es wäre vielleicht doch besser, den Priestern, die es wünschten, die Heirat zu erlauben, um so die Menge der Skandale aus der Welt zu schaffen. Und wenn er der Papst wäre, würde er den Zölibat als Verpflichtung aufheben. Da habe die Allerseligste Jungfrau Maria ihrer Tochter Birgitta geoffenbart, was mit einem solchen Papst geschehen würde, nämlich dasselbe, was jenen Delinquenten geschehe, denen die Gerichtsknechte die Augen ausstechen, die Zunge, die Nase und die Ohren abschneiden, denen man Hände und Füße abschlage. Ein solcher Papst würde >>geistlicherweise seines Augenlichts und Gehörs, seiner Sprech- und Wirkfähigkeit von Gott ganz und gar beraubt, seine ganze geistliche Weisheit würde total erstarren, seine Seele aber würde nach seinem Tode zur ewigen Pein in die Hölle verstoßen, um dort auf ewig eine Speise der Dämonen zu sein.<<
Jene Priester, die ihr Leben nicht bessern wollen, soll man verjagen, "weil es Gott lieber ist, daß an einem solchen Ort gar keine Messe gefeiert wird, als daß der Leib des Gottessohnes durch Hurenhände berührt wird."
[Vortrag von PDr. Fux OSB]

Dienstag, 17. November 2009

"Ich bin noch niemandem begegnet,

der an die Wirklichkeit des Übermenschen geglaubt hätte". Der Philosoph Robert Spaemann im Interview mit dem Rheinischen Merkur. Ein sehr nachdenklich machendes Interview, in dem Spaemann nicht nur auf Dawkins und Sloterdijk eingeht, sondern auch darüber spricht, was der Blick auf Jesus Christus bei ihm verändert hat.
Alles.

Melissa Scarlett

LG007PriestIncenseWeb

ist eine katholische Fotografin/Graphikdesignerin und hat auch das Catholic-Priesthood-Poster im Matrixstil entworfen, das sich links in der Seite bei mir findet.

Für das laufende Priesterjahr hat sie zwei Poster gestaltet, die sie auf ihrer Homepage TrueScarlett.com vorstellt. Eines davon ist dieses hier rechts.

Wer das Matrix-Poster oder eines der beiden Poster zum Priesterjahr in voller Größe haben möchte, kann es auf ihrer HP bestellen.










.

Orthpedia - Das orthodoxe Portal.

dilettantus in interrete hat sich gar nicht dilettantisch angestellt und weist auf dem "Thomas sein Abendland"-Blog auf Orthpedia hin, ein Portal, das in bewährter Wiki-Manier in deutscher Sprache über den orthodoxen Glauben informiert, der Schwerpunkt scheint russisch-orthodox zu sein.

Leider mussten die Macher vor ein paar Tagen auch eine hässliche Attacke von Internet-Vandalen überstehen, konnten aber alle Seiten wieder rekonstruieren. Deo gratias!

Im Zusammenhang mit den Arbeiten am Buch tauchte bei mir auch die Frage auf, wie man eigentlich Ikonen genau verehrt. dilettantus hat gerade dazu einen Artikel von Orthpedia zitiert (leider ohne Direktlink dorthin). Ich bin mal ganz faul und zitiere ihn ebenfalls:

>>Wie man eine Ikone küssen soll. Wenn es sich um eine Ikone des Erlösers handelt, küsst man die Füße Christi. Wenn es ein Brustbild ist, werden die Hände geküsst, wenn nur das Antlitz dargestellt ist, z. B. auf dem nicht von Menschenhand geschaffenen Bildnis Christi, wird der Rand des Tuches geküsst, auf dem das Antlitz Christi dargestellt ist. Genauso andächtig küsst man die Ikonen der Gottesmutter und der Heiligen. Das Gesicht des Heilands, der Gottesmutter und der Heiligen darf nicht geküsst werden.

Auf einer Ikone können mehrere Heilige dargestellt sein, es genügt jedoch, sie einmal zu küssen, um die anderen Gläubigen nicht aufzuhalten und den Anstand in der Kirche nicht zu verletzen.

Wenn Sie die Darstellung der Kreuzigung Christi, heilige Reliquien oder eine besonders verehrte Ikone der Gottesmutter küssen, können Sie vorher auch niederknien (Proskynesis). Wenn viele Leute anstehen und es für einen solchen Kniefall keinen Platz gibt, seien Sie nicht enttäuscht: Sie können ein anderes Mal eine Proskynesis machen, jetzt aber verbeugen Sie sich nur in Gedanken bis zum Boden, denn der Herr sieht alles. Wenn sehr viele Menschen vor einer Ikone stehen, bemühen Sie sich, nicht länger als notwendig vor der Ikone zu bleiben. Denken Sie immer an die anderen, welche die Ikone ebenfalls küssen möchten.

Wenn Sie für die Gesundheit Ihrer Verwandten oder Freunde beten wollen, können Sie eine Kerze zu einer beliebigen Ikone des Heilands, der Gottesmutter oder eines anderen Heiligen stellen.

Wenn Sie für die Seelenruhe eines Verstorbenen beten möchten, müssen Sie eine Kerze auf den Tisch für die Verstorbenen (kanun) stellen. Dieser Tisch steht in der Regel im westlichen Teil der Kirche unweit des Eingangs. Auf ihm stehen ein Kreuz (eine Darstellung der Kreuzigung Christi) und viele Kerzen.

Nachdem Sie die heiligen Ikonen verehrt haben, können Sie Bekannte begrüßen und ihnen zum Festtag gratulieren, wenn gerade kein Gottesdienst stattfindet. Es ist aber wünschenswert, dass nur über geistliche und kirchliche Themen gesprochen wird, Irdisches und Alltägliches sollte außerhalb der Kirche bleiben. Wenn Ihnen eine Frage gestellt wird, seien Sie geduldig und helfen Sie. Stören Sie die anderen aber nicht im Gebet, lenken Sie sie nicht vom Gottesdienst ab und verschieben Sie das Gespräch, wenn es möglich ist, auf einen Zeitpunkt nach dem Gottesdienst. <<

Orthpedia ist ein wunderschönes und bereits sehr umfangreiches Projekt; das Surfen dort fördert echte Perlen zutage. Via das Portal wird auch eine Pilgerreise zum Berg Athos angeboten, an der alle ernsthaften Interessierten egal welcher Konfession teilnehmen dürfen (vermutlich aber nur Männer).

Sonntag, 15. November 2009

Impression.

Mamma, 76, evangelisch, kommt aus dem Wohnzimmer mit der Übertragung der Enke-Trauerfeier im Stadion zu mir in die Küche und ist fassungslos.
"Die stehen da, nehmen ihre Kappen und Mützen nichtmal ab, geschweige denn, dass sie ihre Hände zum Gebet falten. Die stehen da mit ihren Kappen und verschränken die Arme. Haben die keine Erziehung?"

Zufallsfund.

Momentan recherchiere ich gerade über irgendeinen Vorläuferauftrag für meine Hauptheldin im historischen Strang, den sie mit Bravour erfüllt hat, damit ihr der wesentliche, der entscheidende Auftrag (der natürlich so weit schon völlig klar ist), anvertraut werden kann. Bei dem Vorläuferauftrag müsste es um irgendein Schriftstück, eine Reliquie, einen Gegenstand gehen, der dem Erzpriester des damals noch als Bauruine herumstehenden Petersdoms, Franciotto Kardinal Orsini, am Herzen liegen könnte. Bis jetzt habe ich noch keinen blassen Schimmer, obwohl ich wie verrückt google nach irgendwelchen Schriftstücken oder Reliquien, die um das Jahr 1526 hätten relevant sein können. Zweck dieses Vorläuferauftrages soll einfach nur sein, dass das riesige Vertrauen, welches in die Heldin wegen des entscheidenen Auftrages gesetzt wird, plausibel gemacht werden kann.
So weit, so schlecht.
Wie immer findet man dann dennoch einen Haufen interessantes Zeugs, welches zwar überhaupt nicht weiterhilft, aber Erwähnung auf dem Blog finden könnte.
Dazu gehört auch dieser Artikel "Sakrileg unter der Lupe" - der Autor befasst sich ziemlich genial mit den Behauptungen, die Dan Brown in "Sakrileg" aufstellt. Nun rangiert "Sakrileg" tatsächlich unter den Büchern, die ich ganz gern gelesen habe, auch wenn es in Brown-typischer Manier mit dem Plot nach 2/3 des Buches rapide abwärts geht. Ich will auch freimütig zugeben, dass ich das zugrundeliegende Sachbuch von Bagent-Leigh über den "wahren Gral" in meiner Esoterik-Phase gelesen habe und furchtbar schlüssig fand.
Nun ist es ja mit allem nicht so einfach, und insbesondere ist der Umgang mit der Geschichte des Christentums nicht einfach. Obwohl es genügend seriöse Quellen gibt - sie werden halt einfach nicht gelesen. Vermutlich weil die Wahrheit drinsteht, und nicht irgendein sexualmagisch-feministisch-verschwörungstheoretischer Quark.
Als ich den Artikel zuendegelesen hatte, stellte ich fest, dass niemand anders als Michael Hesemann ihn geschrieben hat, dessen Jesus-Buch gerade auf meinem Nachttisch liegt.
Und weil er so glasklar ist, möchte ich ihn an dieser Stelle gerne verlinken.
Und weil wir es auch neulich von den vielen Millionen Frauen hatten, die als Hexen verbrannt worden sein sollen. Bei Dan Brown sind es fünf Millionen. Hesemann hat auch dazu was zu sagen.

Samstag, 14. November 2009

Umberto Eco sucks.

Für jemanden, der genau weiß, was die christliche Kultur des Abendlandes eigentlich bedeutet, der sich oft genug selbst bedient hat aus diesem reichen geschichtlichen Schatz, seinen Symbolen und seiner Geschichte, um damit Bestseller zu schreiben, ist dieses Statement einfach nur armselig und auf einem Auge blind:

>>Als Emblem in Nationalflaggen und Modeaccessoire habe das Kreuz jeden religiösen Hinweischarakter eingebüßt, schreibt Eco im italienischen Magazin „Espresso“ (Freitag). Der Autor wörtlich: „Wenn ich Papst wäre, würde ich verlangen, dass ein so geschmähtes Symbol aus Respekt aus den Klassenzimmern verschwindet.“ Angesichts der Tatsache, dass das Kreuz inzwischen ein weltliches Symbol darstelle, frage er sich, wer „scheinheiliger“ sei: die Kirche, die seine Präsenz in öffentlichen Räumen verteidige, oder die europäischen Instanzen, die es entfernen wollten. Auch bezweifelt Eco, dass ein Verbot religiöser Zeichen das Leben der betreffenden Glaubensgemeinschaft beeinträchtige. Ein Blick auf den Wallfahrtsort Lourdes im laizistischen Frankreich zeige, dass „auch der Bann religiöser Symbole von den Schulen nicht die Vitalität der religiösen Gefühle belastet“. (via Radio Vatican)

Aber vielleicht hat er auch einfach nur das gesagt, was er sagen muss, als jemand, der sich immer nur bedient hat aus dem reichen Schatz, der bereit steht, und nie begriffen hat, um was es dabei eigentlich geht. Ich denke dabei nur an seine Verteidigung des Vaters von Eluana. Umberto Eco entblödete sich damals nicht, sich hinzustellen und dafür zu demonstrieren, dass man einen vollständig gesunden Menschen verhungern und verdursten lassen darf, nur weil er im Wachkoma liegt.
Wenn tatsächlich das Kreuz als Symbol "verkommen" ist in der westlichen Welt, ist das noch kein Grund, ihm jede Daseinsberechtigung abzusprechen. Es gibt noch genügend Menschen, denen das Kreuz etwas bedeutet, nicht nur als Symbol, sondern auch als Sache, für die man mit Risiko, den Job zu verlieren eintritt, oder gar die Unversehrtheit des Leibes oder des Lebens, in anderen Ländern.
Was soll dieser "Blick auf Lourdes"?
Kennt er sein eigenes Land nicht? Alle fünf Meter stehen hier Kreuze, Bildstöcke, Marterl, Madoninnas. Im Umkreis von 10 Kilometern finden sich in manchen Ecken 10 Wallfahrtskirchen von wesentlicher Bedeutung für die Menschen.
Haben sie ihre Bedeutung verloren, weil das Kreuz mittlerweile Modeschmuck oder Flaggenemblem zahlreicher Länder ist? Sollten wir es nicht gerade deshalb verteidigen? Wird es ihm besser gefallen, wenn das Kreuz künftig nur noch in Bars anzutreffen ist? Oder wird er dann vom Papst verlangen: Horch zu, es hängt jetzt eh nur noch in Bars und an Wegkreuzungen, dann lasst den ganzen Schmarrn doch einfach gleich weg?
Machen wir doch glatt. Wenn Umberto Eco all seine Bücher einstampft, mit denen er unter Rückgriff auf das Kreuz, die Kirchengeschichte, den Katholizismus horrend viel Geld verdient hat.

Für den langanhaltenden Frische-Kick.

TridentineRite

[via David Iannis Miniatures]

Freitag, 13. November 2009

Widerstand gegen Straßburg!

Bea in Tennessee hat auf diesen Eintrag von mir sofort reagiert und mir eine Mail geschickt, in der sie folgendes Banner vorschlägt:

BannerBea

BannerBea1

BannerBea2

Wer sich ebenfalls gegen das Urteil ausspricht und für das Kreuz eintreten möchte, kann es sich kopieren und mitnehmen.

Dankeschön, Bea!!!

Gut gefallen

hat mir die Wirkung meiner Leseraktion, die eigentlich von Bea, deutsche Expat in Nashville, USA, ursprünglich angestoßen wurde. Sie fragte mich via Twitter, ob es schöne Rosenkränze in Italien gäbe und ich versprach ihr einen aus Loreto, dem zweitwichtigsten Wallfahrtsort Italiens mit dem Haus der Hl. Familie aus Nazareth.
Angeregt davon bot ich als Leserservice also an, geweihte Loreto-Rosenkränze zu besorgen und zu verschicken, gegen eine kleine Spende an eine wohltätige/katholische Organisation. Es wurden dann letztlich über zwanzig Interessenten, die mittlerweile ihre Rosenkränze haben sollten.
Bea war sehr glücklich, als der schlichte Rosenkranz aus Holzperlen - wie sie ihn sich gewünscht hatte - eintraf.
Gestern hat sie mir auf Twitter ein Foto eingestellt, das ein elegantes und sehr würdiges Etuibehältnis für diesen Rosenkranz zeigt, den ich ihr aus Italien besorgte, dort weihen ließ und während eines kurzen Aufenthaltes in Deutschland versendet hatte. Eine ihrer Töchter hat sich ins Zeug gelegt und dieses bezaubernde Behältnis genäht.
Ich will es euch nicht vorenthalten:

IMG_3662_0487

Donnerstag, 12. November 2009

Bilder zum Widerstand gegen das Kruzifix-Urteil.

Ich suche schon seit Tagen nach einem schönen Blogbanner zur italienischen "Hände weg vom Kruzifix"- Protestbewegung, damit ich meine Teresa von Avila wieder links oben platzieren kann, bin aber noch nicht fündig geworden. Was ich gefunden habe, will ich euch aber trotzdem nicht vorenthalten. Zunächst eine berühmte Karikatur:

giann400-550

"Sie haben noch einmal für Barrabas entschieden"

Der Flyer, den die Studentenvereinigung der rechtsextremen Forza Nuova-Partei gestaltet hat *schröcklich-schaurig*:

crocefissols

"Wir bringen das Kreuz zurück in die Klassenzimmer! Wir verteidigen unsere Wurzeln!"

Und der Flyer der Gioventù Italiana, auch nicht gerade ausgesprochene politische Mitte:

VolantinoCrocefisso

"Verteidigt Souveränität, Identität, Tradition!"

Also bleibt es bei meinem San Damiano-Kreuz erstmal.

[Kann niemand ein schönes Banner zweisprachig gestalten, um unsere Solidarität auszudrücken? Nein? Ich hab doch keine gescheite Bildbearbeitung]

Vorschau auf die Novemberausgabe des Vatican-Magazin.

Guido Horst präsentiert uns wieder die Themen für die aktuelle Ausgabe des Vatican-Magazin.
Und das kommt - es ist schließlich November - diesmal recht spooky daher:

>>"„Tod, wo ist Dein Stachel?“ – möchte man meinen, wenn man das Novemberheft des VATICAN-magazins aufschlägt. Eingerahmt von einem Editorial über den heiteren Umgang der Christen mit dem Tod und einem Badde-Bild, das die Friedhofsinsel San Michele vor Venedig im schönsten Licht der Sonne zeigt, präsentiert sich die neue Ausgabe überaus novembermäßig. Da wären etwa die Reliquien im Foto-Essay: das Händchen der heiligen Katharina von Siena, das Füßchen der heiligen Teresa von Avila, das Herz des Pfarrers von Ars, die Zunge des heiligen Antonius von Padua. Und noch einiges mehr aus den Reliquien-Schätzen der katholischen Kirche – mit einer einleitenden Begründung, warum Reliquien immerzu reden und warum sie materialisierte Erinnerung an das Heilige und die Heiligen sind. Knochen zu Hauf gibt es auch auf den Fotos von Bernd Leicht über die Beinhäuser in Alken an der Mosel und Hallstatt im Salzkammergut, sinnenfreudig kommentiert und vorgestellt von Barbara Wenz. Grinsend grüßt der Sensenmann, Halloween auf katholisch.

Der Heidelberger Exeget Klaus Berger mokiert sich über die Zölibats-Diskussion, sie sei schlechthin jämmerlich, so könne es nicht weiter gehen. Natürlich gebe es die schreiende Ödnis des Pfarrhauses und die für einen Intellektuellen geradezu beleidigende Einsamkeit in der Freizeit – von der Fixierung mancher Priester auf die eigene Mutter einmal ganz abgesehen. Aber Jesus Christus habe schon gewusst, warum er von den „Eunuchen um des Himmelreichs willen“ sprach – der Zölibat widerspreche jeder bürgerlichen Logik.

Kess und frech kommt Alexandra Linder daher, nicht nur auf dem Cover, sondern auch mit ihrer Titelgeschichte über den Lebensschutz. Von den Toten zu den Lebenden erweckt leistet ihr dabei der vor zehn Jahren verstorbene evangelische Theologe und Ratzinger-Freund Martin Hengel argumentativen Beistand.
Esther Maria Stallmann berichtet über das Kirchenhopping in Berlin, auch die katholisierenden Anglikaner sind ein Thema. Ganz nebenbei hat Papst Benedikt ein völlig neues Modell der Ökumene in die Welt gesetzt. Ohne Jesus Christus macht der arbeitsfreie Sonntag überhaupt keinen Sinn, meint Monika Gräfin Metternich, ein ehemaliger Hochgradfreimaurer enthüllt die Geheimnisse dieses verschrobenen Männerbundes und auch sonst ist das neue VATICAN-magazin wieder bunt und lesenswert.
Gespeist haben die Macher der Zeitschrift diesmal in der römischen Trattoria „Il Miraggio“ in Trastevere – als sie am Ende nur noch über Päpstin Margot (Käßmann) lästerten, waren sie offensichtlich schon blau."<<

[Das Novemberheft ist zum Ende dieser Woche bei den Abonnenten, ab Mitte nächster Woche in Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich oder auch, wenn nicht ausliegend, so im Zeitschriftenhandel bestellbar.]

Mittwoch, 11. November 2009

Aus einem Interview mit Rocco Buttiglione,

Präsident der christdemokratischen Udc, einer der vier Präsidenten der italienischen Abgeordnetenkammer, mit Guido Horst aus der Tagespost vom 10. November 2009:

>>"Wenn der Menschenrechtsgerichtshof das Urteil bestätigt, hängt man dann in Italien die Schulkreuze ab? Was wird geschehen?

Nicht viel. Wir werden dieser Dame die 5000 Euro zahlen - und Schluss. Und statt der Kruzifixe könnten wir ja in den Schulen große Meisterwerke unserer Kunst aufhängen, mit großartigen Darstellungen der Kreuzigung. Dagegen werden die Straßburger Richter wohl nichts haben.
[Das kommt als nächstes dran, fürchte ich. Irgendwann verbietet ein europäisches Gericht noch die Existenz des Vatikans ...]

Gerade in Italien hebt die Politik oft die Laizität des Staates und seiner Institutionen hervor. Welche Bedeutung hat das Kreuz in den staatl. Schulen, für welche Werte steht es?

Für die Werte des Gewissens, dass man nach seinem Gewissen handeln soll. Für die Liebe - da ist ein Mensch, der sein Leben für seine Freunde hingegeben hat. Viele glauben, das war Gottes Sohn, andere nicht. Darauf jedenfalls haben wir unser nationales Bewusstsein aufgebaut. ... Wenn in einer Schule eine bedeutende Minderheit von Juden oder Muslimen wäre, hätten auch sie das Recht, Symbole ihres Glaubens aufzuhängen. Warum nicht. Doch jetzt hat man uns verboten, das Kruzifix aufzuhängen. Hier geht es nicht um die Bewahrung der Freiheit, sondern um ein Verbot."<<

[Heute in der Bar an der Tanke, Gespräch mit der nussbraunen, superjungen, supergestylten Barfrau mit dem besten aperitivo-Sortiment derzeit. Ich deute auf das aushängende Kruzifix und frage augenzwinkernd:
Und? Bleibt es?
Ich hatte sie ehrlich gesagt nicht unbedingt so eingeschätzt, als sei sie fromme Katholikin oder halte sich über Politik auf dem Laufenden. Doch sie wusste sofort, von was ich sprach:
Na klar bleibt es. Bei UNS bleibt es auf jeden Fall. Die sollen machen was sie wollen. Wir Barleute haben gleich gesagt, wenn es aus den Schulen raus muss, dann treten wir dafür ein. Das Kreuz ist das Symbol Italiens, und diese Verrückten aus Strasbourg werden das nicht ändern. Das ist doch nicht normal.]

Dienstag, 10. November 2009

Vortrag mit P. Engelbert Recktenwald FSSP

„Die Erkenntnis des lebendigen Gottes ist Weg zur Liebe, und das Ja unseres Willens zu seinem Willen einigt Verstand, Wille und Gefühl zum ganzheitlichen Akt der Liebe. Dies ist freilich ein Vorgang, der fortwährend unterwegs bleibt: Liebe ist niemals 'fertig' und vollendet; sie wandelt sich im Lauf des Lebens, reift und bleibt sich gerade dadurch treu.“ (Benedikt XVI, Deus caritas est 17)

Am Sonntag, den 22. November, veranstaltet der Initiativkreis St. Thomas Morus in Mainz einen Vortrag zum Thema „Nur die Liebe zählt - über die göttliche Tugend der Liebe: Ihre Heilsnotwendigkeit, ihre Früchte und Wirkungen sowie die entsprechenden Gegensätze hierzu“.
Pater Engelbert, vielen bekannt durch seine herausragende Portalseite kath-info.de, wird dazu sprechen.

Wann: Sonntag, 22. November, um 16.00 Uhr.
Wo: Pfarrheim der Pfarrei St. Joseph in Mainz, Josefsstr.74, Eingang Raimundistraße hinter der Kirche!
Im Anschluss daran um 18.00 Uhr Vesper mit Beichtmöglichkeit.

Vergnügliche Kolumne

von Michael Coren auf der Ottawa Sun:

>>I just can't keep it in. I know I shouldn't boast but, well, as a Roman Catholic I simply have to. We've won. I mean, we actually have won. The church founded by Christ has become the one and only institution hated by assorted Marxists, maniacs and misanthropes.<<

Eine großartige Dankesrede an Richard Dawkins, die New York Times und all unsere anderen Lieblinge.

In guter Gesellschaft.

Wenn-Er-anklopft_gr
Einige Leser wissen es schon: Seit November ist das Buch "Wenn Er anklopft", herausgegeben von Birgitt Kerz im MM-Verlag erhältlich.

Ich habe noch nicht hineingeschaut, das Belegexemplar ist noch unterwegs, aber ich möchte das Buch dennoch empfehlen, und zwar nicht nur, weil meine eigene Bekehrungsgeschichte darin zu finden ist oder die von Paul vom Breviarium Pauli, sondern auch, weil der Weg zum Glauben von Schwester Isa Vermehren, die kürzlich im Alter von 91 Jahren verstorben ist, darin nachgezeichnet wird.
Schwester Isas Leben war so wendungsreich, so erfüllt von Gnade, dass man nur darüber staunen kann.
Auch die Geschichte von Burkhardt Gorissen, einem ehemaligen Freimaurer, dürfte interessant sein, ebenso wie die acht weiter darin versammelten, auf die ich mich schon sehr freue.
Wenn ich mich nicht irre, ist wohl auch Petra vom mittlerweile leider nicht mehr weitergeführten lumen de lumine Blog dabei, einem Blog, auf dem wiederum ich vor meinem Kircheneintritt immer mitgelesen habe.

Birgitt Kerz (Hrsg.)
Wenn ER anklopft...
12 Bekehrungsgeschichten
249 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Format: 12,5 x 20,5 cm
ISBN 13: 978-3-928272-90-2
18,00 EUR
Bestellbar beim Verlag.

Auf der abenteuerlichen Suche nach dem Vatican-Magazin.

Leserin Simona-Theresa hatte mich im August schon erheitert, als sie nach dem Sommerheft fahndete:

>>Wellness und Gesundheit für die Seele
Hauptbahnhof - Buchhandlung - Zeitschriften hundertfach - Suche: Vatican magazin - Suche: Abteilung Kultur njet - Suche: Abteilung Wissen njet - Suche Wirtschaft? njet -klar - Frage: Verkäuferin - "Vatican magazin? Natürlich haben wir das, schauen Sie unter Wellness/Gesundheit."<<

Theresia Benedicta von pange lingua berichtet von einem ähnlichen Abenteuer, das ihr kürzlich widerfahren ist. Ihr Tipp: Das Vatican-Magazin in der Nähe der "Bella" suchen.

Das Novemberheft wird vermutlich Ende der Woche bei den Abonnenten sein, ab nächsten Mittwoch dann im gutsortierten (:-) ) Zeitschriftenhandel unter Wellness und Gesundheit oder neben der "Bella".

Demnächst auch die knackige Vorschau auf das neue Heft von Guido Horst.

Montag, 9. November 2009

Bischof Chlemon Warduni

zum Kruzifix-Urteil, ein Artikel aus der Tagespost vom 7. November 2009, S. 4:

"Warduni bezweifelte, dass Christen im Irak eine große Hilfe von Europäern erwarten könnten, die von sich aus die Symbole ihrer geschichtlichen und religiösen Tradition entfernen:
'Wir kämpfen jeden Tag für die Anerkennung unserer Religions- und Kultfreiheit, während manche in Europa diese Rechte leugnen', sagte der Bischof [Warduni].
Padovese [der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz] sprach von einer Doppelstrategie des Straßburger Richterkollegiums. So habe an dem Urteil in Straßburg auch ein türkischer Richter mitgewirkt [meines Wissen war es eine RichterIN - Anm. Elsa]; in der Türkei selbst sei islamischer Religionsunterricht auch für Nichtmuslime verpflichtend, unterstrich Padovese. 'Ich frage mich, von welcher Art Religionsfreiheit oder Respekt vor der Identität man sprechen kann, wenn in diesem Gericht ein Mitglied sitzt, in dessen Land die Religionsfreiheit nicht voll respektiert wird', sagte der Vorsitzende der türkischen Bischofskonferenz.

[Soweit mal wieder alles klar auf der Andrea Doria ...]

Sonntag, 8. November 2009

Von der Gnade in den kleinen Dingen.

Eine Kommentatorin schreibt, sie würde sich als Evangelische ganz besonders für den katholischen Glauben interessieren und hätte einen Übertritt erwogen, letztlich konnte sie sich aber nicht dafür entscheiden, weil sie sich möglicherweise etwas mehr darunter vorgestellt hatte, als die gerade vor Ort ansässige katholische Gemeinde ihr bieten konnte. Wenn ich es recht verstanden habe, wünschte sie sich einen feierlicheren, einen mehr zu Gott hin ausgerichteten Gottesdienst - und das ging mir fast genauso. Ich fühlte mich aus verschiedenen Gründen vom katholischen Glauben angezogen, aber einen großen Stellenwert nahm sicherlich die in meinen Augen erhebendere Liturgie ein. Wenn man so denkt und so fühlt, angezogen auf der einen Seite, abgestoßen dann wieder von den Verhunzungen, der Banalität, der lieblos gefeierten Messe im (un)ordentlichen Ritus, gerät man manchmal an den Rand der Verzweiflung.
In den Heimathafen wollte man zurückkehren, wo man doch auf allen Sieben Meeren herumgeirrt ist. Und da gab es die exotischsten Frauen, die fantastischsten Trinksitten, die schillerndsten Menschen - ein einziges buntes Abenteuer. So muss es im Heimathafen letztlich auch sein, denkt man sich, und dann kommt man heim und wird mit labbrigem Smorrebröd und kaltem Kaffee abgespeist.
Zunächst: Es gibt sie, die stupende Schönheit der katholischen Kirche, ihre verzaubernde Mystik und tiefgründige Spiritualität, ihre verschiedenen liturgischen Formen, die die Engel im Himmel in ihrem Lobgesang verstummen lassen, weil man großartiger und ehrwürdiger Gott nicht preisen kann.
Die katholische Kirche ist die eine Kirche mit den hervorragendsten Wundern, den unglaublichsten Heiligen, den scharfsinnigsten Philosophen und den amüsantesten Schriftstellern.
Es ist manchmal genug, sich darüber klar zu sein und dann ganz demütig, ganz ohne Eigenwillen eine Gemeindemesse zu besuchen, die mir von all dem überhaupt nichts vermitteln will, sondern nur die Versicherung bereithält: Du bist zwar in einer brillanten Gemeinschaft voller außerordentlicher Heiliger und exorbitanter Sünder gelandet, aber heute machen wir mal Bratkartoffeln. Da schickt dich der Heilige Geist in eine winzige Kirche mitten auf dem Feld. Über dem Altar ist eine Wandmalerei zu sehen, links ein Traktor und ein Bauer, der mit der Sichel in der Hand Ähren erntet, rechts ein Bauernpaar mit seiner kleinen Tochter, Schüsseln und Korbflasche mit Wein auf dem Tisch, an dem ein Priester in Soutane zu Gast ist.
Viele Witwen und Witwer sind da, und ein Damentrio mit Gitarre, das so bezaubernd italienische fromme Lieder singt, in denen dauernd von Sternen, vom Gesegnetsein, vom Brot und Wein und vom "Signore" die Rede ist.
Das Kirchlein ist gesteckt voll und die Matrone neben mir kann sich nur mit beiden Armen aufgestützt und schwer atmend in die Bank stellen, aber sie steht und kniet, wo es angebracht ist und sie kann alle Antworten, auch das ganz große Glaubensbekenntnis, auswendig aufsagen.
Gegenüber, ganz hinten, sitzen die Witwer. Sie haben ein Auge auf alles, was in der Kirche passiert. Ich finde beim Eintreten den Weihwassernapf nicht, sofort ist einer der rüstigen alten Herren lächelnd bereit und bedeutet mir, wo er angebracht ist. Viele Kommunionkinder sind da, alles ist so ein bisschen leger und nach der Entlassung der Gemeinde schmettert der Priester direkt noch "Buona domenica!", ganz unliturgisch, und die Gemeinde wie ein Mann zurück "GRAZIE!", als sei das das vorgeschriebene Responsorium.
Ich trete hinaus ins wundervolle Herbstlicht, und ich weiß, ich hatte mal wieder einen jener katholischen Momente im Leben, die eben nicht nur aus Rosenweihrauch, Scholagesang und kniender Mundkommunion mit Patene bei der außerordentlichen Messe an Pfingsten bei den Francescani dell'Immaculata bestehen.
Aber ich gebe zu, in Italien gelingt das oftmals besser als in Deutschland.

Samstag, 7. November 2009

Um auch mal Bruder Paulus zu zitieren:

>>Wie wir Menschen uns auch organisieren: Es braucht das Zeichen des Kreuzes, damit es das Fenster anzeigt, das alle geschlossenen Denksysteme brauchen, um menschlich zu bleiben. Ein Staat, der in seine Amtsräume ein Kreuz hängt, macht sich die Demut zu eigen, niemandes Weisheit letzter Schluss sein zu können. Lehrer, die unterm Kreuz unterrichten, bedeuten ihren Schülern, dass es noch andere Sichtweisen gibt auf die Dinge, die sie unterrichten, als jene, die sie bewusst oder unbewusst mitunterrichten. Und der Richter, zu dem der Angeklagte blickt, braucht das Kreuz über sich, da es auf eine Gerechtigkeit verweist, die kein Urteil dieser Welt geben kann.
Die Gemeinwesen des Abendlandes haben ihre Werte aus der Botschaft des Kreuzes empfangen. Diese zu verkünden, ist Aufgabe derer, die ihr Glauben schenken. Die Werte, die daraus folgen, sind auch ohne diesen Glauben gültig. Deren Zeichen ist das Kreuz. Wer es verbannen will, sollte gut befragt werden, welche Freiheit er damit in Anspruch nimmt. Es ist jedenfalls nicht jene, die der Staat sich bewahrt, der Respekt vor dem Kreuz hat. Er hilft sich damit, demütig zu bleiben und niemals Gottes Stelle vertreten zu wollen.<<

Quelle Bruder Paulus Terwitte: The European

Freitag, 6. November 2009

...

"Das Kreuz vertritt alle Menschen. Aber auf welche Weise? Niemand - vor Jesus - hat gesagt, dass die Solidarität mit den Menschen im Mittelpunkt unserer Existenz stehen muss und dass es allen zustoßen kann, dass sie verkauft, verraten, gequält und für die eigene Überzeugung getötet werden.
Es scheint mir, dass es gut ist, dass unsere Jugendlichen und die Kinder das von den Schulbänken an wissen.
Jesus Christus hat das Kreuz getragen. Alle - Katholiken, und die, die sich diesem Glauben nicht verbunden wissen - tragen wir die Last eines Unglücks, wir werden Tränen vergießen und versuchen, nicht zusammenzubrechen. Das sagt uns das Kreuz.
Es sagt es allen."

Natalia Ginzburg, 1916-1991, italienische Schriftstellerin aus jüdischer Familie, Kommunistin.

cantare

Man muß sich schon...
Man muß sich schon sehr zusammenreißen,...
Gregor (Gast) - 21. Nov, 22:16
Liebe Elsa, die tiefe,...
Liebe Elsa, die tiefe, ungebrochene Frömmigkeit...
laurentius rhenanius (Gast) - 21. Nov, 22:12
Isst Hipp immer noch...
Isst Hipp immer noch hip? Totale Kalorienbombe dieses...
Simona-Theresa - 21. Nov, 17:40
Desperate Housewives
bei uns sehen sie es nicht, aber sie tun so als wären...
Sarah (Gast) - 20. Nov, 19:40
Na siehste ... *gg*. Du...
Na siehste ... *gg*. Du hast dich wacker gehalten!...
ElsaLaska - 20. Nov, 19:40
Ja, sie isst diesen Kram...
Ja, sie isst diesen Kram und schaut Desperate Housewifes...
Theresia Benedicta (Gast) - 20. Nov, 19:28
...
Das schlimme ist, dass diese Herrschaften trotz ihrer...
Heriger (Gast) - 20. Nov, 18:59
Yupp, das hatte man damals...
Yupp, das hatte man damals so. :-) Freut mich, wenns...
ElsaLaska - 20. Nov, 18:02

la bocca

 

attenzione

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (summary)

twoday.net AGB