Zum Heulen.
Auf der Tagespost, Seite 1, ganz unten, findet sich immer ein Glosse. Diese Glosse ist, wie alle Glossen, mal mehr, mal weniger witzig, und wenn sie so gewollt witzig ist, finde ich sie meistens auch gar nicht so gut.
Heute hat, ja, die letzten Tage waren der Ehre der katholischen Journalistinnen gewidmet, Monika Metternich einen wunderbaren Beitrag geliefert. Ich habe die Donnerstagsausgabe erst heute gelesen, also es war in der Ausgabe vom Donnerstag, meine Tagespost wird mir ja nach Italien nachgesendet und kommt immer etwas später an. Metternich schreibt über den "Frieden in Zeiten der Schweinegrippe". Ein Messbesuch, ich weiß nicht genau wo, die Empfehlungen der DBK zum Friedensgruß und zum Kommunionsempfang werden verlesen.
Gut geschildert die Reaktionen der vehementen Friedensgrußfanatiker und die verbissene Genugtuung derjenigen, die ihn schon immer abgelehnt haben und jetzt mit Segen der DBK ostentativ kniend und mit gefalteten Händen verbleiben können. Treffend beobachtet. Dann die Austeilung, ich zitiere:
>>"Eine alte Frau kniet mit geschlossenen Augen und geöffnetem Mund vor ihm [dem Priester, der gerade noch verlesen hatte, dass man bitte von der MK absehen möchte].
Hinter ihr eine lange Reihe von Gläubigen. Hoch ragt der Priester auf über der kleinen, alten, knienden Frau. [Drei Adjektive hintereinander, auch ich kehre mittlerweile nach Adjektivabstinenz gerne mal wieder zu diesem stilistischen Element zurück.]
"Haben Sie nicht gehört, was die DBK empfiehlt?" Es klingt wie "befiehlt". Schweigen. "Keine Mundkommunion wegen der Schweinegrippe!", herrscht er sie an. Keine Reaktion. Die Frau wirkt nun noch etwas kleiner und älter, wie sie da kniet. "Strecken Sie Ihre Hände aus!"
[Das klingt wie die Einleitung zu einer Bastonade auf die Hände ...]
Die Gläubigen halten den Atem an. Schließlich erhebt sich die alte Dame mühsam und hinkt von dannen."Gehet hin in Frieden."<<
Gott segne dich, du liebe alte, womöglich schwerhörige, aber stumm insistierende Dame.
[Nachtrag: Noch was Spitzes von Superpelliceum dazu]
[Und nein, ich bin schon für Umsicht und Vernunft natürlich. Aber nach der Schilderung war mir wirklich kurz zum Heulen. Alte Leutchen, die sich unter Beschwerden auf den blanken Steinboden knien und das Allerheiligste auf der Zunge empfangen möchten, rühren mich meist zu Tränen]
Heute hat, ja, die letzten Tage waren der Ehre der katholischen Journalistinnen gewidmet, Monika Metternich einen wunderbaren Beitrag geliefert. Ich habe die Donnerstagsausgabe erst heute gelesen, also es war in der Ausgabe vom Donnerstag, meine Tagespost wird mir ja nach Italien nachgesendet und kommt immer etwas später an. Metternich schreibt über den "Frieden in Zeiten der Schweinegrippe". Ein Messbesuch, ich weiß nicht genau wo, die Empfehlungen der DBK zum Friedensgruß und zum Kommunionsempfang werden verlesen.
Gut geschildert die Reaktionen der vehementen Friedensgrußfanatiker und die verbissene Genugtuung derjenigen, die ihn schon immer abgelehnt haben und jetzt mit Segen der DBK ostentativ kniend und mit gefalteten Händen verbleiben können. Treffend beobachtet. Dann die Austeilung, ich zitiere:
>>"Eine alte Frau kniet mit geschlossenen Augen und geöffnetem Mund vor ihm [dem Priester, der gerade noch verlesen hatte, dass man bitte von der MK absehen möchte].
Hinter ihr eine lange Reihe von Gläubigen. Hoch ragt der Priester auf über der kleinen, alten, knienden Frau. [Drei Adjektive hintereinander, auch ich kehre mittlerweile nach Adjektivabstinenz gerne mal wieder zu diesem stilistischen Element zurück.]
"Haben Sie nicht gehört, was die DBK empfiehlt?" Es klingt wie "befiehlt". Schweigen. "Keine Mundkommunion wegen der Schweinegrippe!", herrscht er sie an. Keine Reaktion. Die Frau wirkt nun noch etwas kleiner und älter, wie sie da kniet. "Strecken Sie Ihre Hände aus!"
[Das klingt wie die Einleitung zu einer Bastonade auf die Hände ...]
Die Gläubigen halten den Atem an. Schließlich erhebt sich die alte Dame mühsam und hinkt von dannen."Gehet hin in Frieden."<<
Gott segne dich, du liebe alte, womöglich schwerhörige, aber stumm insistierende Dame.
[Nachtrag: Noch was Spitzes von Superpelliceum dazu]
[Und nein, ich bin schon für Umsicht und Vernunft natürlich. Aber nach der Schilderung war mir wirklich kurz zum Heulen. Alte Leutchen, die sich unter Beschwerden auf den blanken Steinboden knien und das Allerheiligste auf der Zunge empfangen möchten, rühren mich meist zu Tränen]
ElsaLaska - 21. Nov, 20:26




















