Elsas Nacht(b)revier

Francois Gérard: St. Teresa [d' Avila]



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Aktuell: Der hl. Joseph von Copertino, der vielleicht bezauberndste Heilige der Welt, Artikel im Vatican-Magazin Januar 2010.


Aktuelle Veröffentlichung in:
Wenn Er anklopft. 12 Bekehrungs-geschichten, herausgegeben von B. Kerz, MM-Verlag

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Dienstag, 9. Februar 2010

Kirche der Vollpfosten.

Ich lese hin und wieder auf Rorate Caeli mit. Ich glaube, man kann sagen, dass das ein konservatives katholisches Blog ist - um nicht das Wort ULTRA zu benutzen. Jetzt kriegten sie bei mir, als sie die Spiegel-Titel-Story zitierten, erstmal den Übersee-Bonus. Klar, der Spiegel nennt sich ja: Deutsches Nachrichtenmagazin und liegt wahrscheinlich jeden Montag beim Botschafter von Timbuktu auf dem Tisch. Oder jeden Dienstag. Timbuktu ist weit.
Na gut. Einige Kommentatoren versuchten mal so ganz dezent und durch die Blume anzumerken, dass der Spiegel vielleicht keine gute Quelle ist, um sich über die tatsächlichen Vorgänge zu informieren, die derzeit laufen.
Okay, es war so, vielleicht war die Blume auch eher eine Strohblume und die Kommentatoren äußerten ihre Bedenken in expliziterer Sprache.
Naja, dachte ich, setzt du mal höflich den Link auf das Kardinal-Wichs-Coverfoto, das müsste doch die Augen öffnen. Ich tat das, ohne, wie eben geschehen, auch nur ein unanständiges Wort zu benutzen. Übersetzte die Schlagzeile. Fragte abschließend, ob noch Fragen offen seien zur Seriösität dieses Magazins. Und Wusch! Hast du nicht gesehen. Da haben sie den Link (zum Spiegel selbst übrigens) auf das Cover rausgelöscht mitsamt meines wirklich höflichen Kommentars. Als Argument kam dann irgendwas von wegen, der Autor berufe sich auf die Faktenlage, ob die denn falsch sei. Und es ginge ihm um die deutschen Bischöfe, und nicht um den Spiegel. Okay, aber mir geht es um die katholische Kirche und den Spiegel. Also erläuterte ich, dass ja schließlich der Spiegel auch traditionelle Priester mit Jauche überküble, indem sie den hochgejazzten Missbrauchsartikel mit einer Priesterweihe aus Wigratzbad schmückten.
Zu dem Zeitpunkt schien mir der Autor von Rorate Caeli schon leicht ins Nachdenken zu geraten.
Naja, wie auch immer. Abwink.
Ist doch schön, wenn der Spiegel noch ernstgenommen wird. Sogar von Katholiken. Sollte der Redaktion ein echter Ansporn sein.
Was mich anbetrifft - die deutschen Bischöfe können auf mich zählen. Jedenfalls, wenn es gegen den Spiegel geht.
Also bleibe ich ihnen noch lange erhalten.

And now to something ...

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Dieses Foto habe ich auf A Catholic Notebook entdeckt und es erzählt eine kleine Geschichte. Sinngemäß übersetzt aus dem englischen Eintrag:

Der Soldat heißt John Gebhardt und er ist der Leiter (?)("superintendent") eines Ärzteteams bei der Air Force. Nebenher, also in seiner freien Zeit und ehrenamtlich, hilft er noch in einem Militärlazarett aus.
Das Foto zeigt ihn mit einem kleinen irakischen Mädchen, beide schlafend.
Das Mädchen hat als einzige von seiner ganzen Familie überlebt. Sie wurden von Rebellen abgeschlachtet, dem Mädchen haben sie in den Kopf geschossen, aber es überlebte.

Ihre Genesung verlief nur langsam und sie ist offenbar schwer traumatisiert. Vor allem war es schwierig, sie zu beruhigen. Der einzige, dem das gelang, war Chief Gebhardt. Er verbrachte ganze Nächte so, in einem Stuhl liegend, das Mädchen haltend und beruhigend, bis es endlich einschlafen konnte. Jetzt geht es scheinbar gut voran mit dem Heilungsprozess.

Ich wollte euch diese Geschichte unbedingt weitererzählen.

Montag, 8. Februar 2010

Scipio?

Sind das etwa alles Leser von credo ut intelligam?

Zur Darstellung des Missbrauchsskandals in den Medien.

Treffsicher und zielgenau - Dr. Alexander Kissler in einem Interview mit domradio.

Hier geht es zum Beitrag.

Koptisches Kloster St. Antonius (Deir mar Antonios)

Das älteste noch bewohnte Kloster der Welt, gegründet 351 n. Chr. mit der Grabstätte des Hl. Antonius. Die Gemeinschaft wächst erfreulicherweise seit ein paar Jahren wieder.

Das Interview führte Peter Wensierski.

Dieser Satz steht für knallharten, faktenorientierten, kritisch recherchierten deutschen Spitzenjournalismus.
Das wissen wir. Zu würdigen.
Das offizielle und exklusiv von mir autorisierte Wensierski-Fan-Blog der deutschen Blogozese präsentiert eine neuerliche Spitzenleistung, die den Spiegel endgültig als einzigen ernstzunehmenden Bewerber aus dem Westen für die Lancierung des Staatlichen Neuen Nachrichtenmagazins der Volksrepublik China (SNNdVR) qualifiziert.

Sonntag, 7. Februar 2010

Das einzig ehrliche Interview,

das ich bisher gelesen habe. Bruder Paulus in der Berliner Zeitung zu sexuellem Missbrauch und zu seinem eigenen Umgang mit sexuellem Verlangen. Über die Schönheit des Zölibats und wie das Problem angegangen werden muss. Geradeheraus und direkt, nicht unkritisch und dabei für mich eine klare katholische Ansage.

Interview hier.

Br. Paulus ruft auch betroffene Menschen auf, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, wenn das für sie möglich ist und sie bereit dafür sind.

Hier der Link zur Startseite seines Blogs mit dem Anerbieten..

Für einen befreiten, entspannten und wertschätzenden Umgang

... mit dem Zölibat. An der Stelle zitiere ich meinen lieben Bloggerfreund Alipius, Augustiner-Chorherr:

>>In der Tagespost äußert sich Alexander Kissler zur Debatte über Mißbrauchsfälle an jesuitischen Schulen und legt den Finger in die Wunde:

"Der Zölibat ist im 21. Jahrhundert das am deutlichsten sichtbare Zeichen, dem die Welt widerspricht; schließlich bezweifelt er deren gesamte Logik. Da in der Spätmoderne alles Welt werden soll, da alles aufgehen soll im Ewiggleichen, im Durchschnitt und im Diesseitigen, gilt dem Zölibat ausdauernde Ablehnung. Dass er im Kern ein Hoffnungszeichen ist für die Welt, indem er das Unbedingte zur Bedingung macht einer ganz anderen Existenzform, darf die Welt sich nicht eingestehen. Der Zölibat hält inmitten all des Vorläufigen und Relativen dem Absoluten die Tür offen. Die Welt aber will mehr vom Gleichen, nichts vom Besonderen; will mehr von der Gegenwart, kaum etwas von der Zukunft und schon gar nichts aus den Tiefen der Vergangenheit. Dort reicht ihr Regiment nicht hin."

Nicht übel!

Das "Ewiggleiche" ist natürlich ein wunderbarer Seitenhieb. Letztlich ist ja nur Einer Ewiggleich! Und diesem Einen spürt der zölibatär Lebende auf eine Art nach, die natürlich in der heutigen Zeit Stein des Anstoßes ist, die aber auch aufregend ist, weil sie andere Energien freisetzt, weil sie andere Perspektiven erlaubt und weil sie auf eine schonungslose und mit Verantwortung beladene Art frei macht. Daß Priester diese Verantwortung mit Macht verwechseln und sich von dieser schon falschen Macht zu noch falscheren Taten hinreißen lassen, ist nicht die Schuld des Zölibats und nicht die Schuld der Kirche.<<

Sondern conditio humana, erlaube ich, mir hinzuzufügen. Und gegen die conditio humana kenne ich kein besseres Mittel als den Versuch, die Richtlinien der Kirche zu leben. Scheitern jederzeit erlaubt. Aufstehen, bereuen, guten Vorsatz fassen und beim nächsten Mal besser machen. Erstaunlich menschlich eigentlich.
Jedenfalls menschlicher als Sprüche wie "Wer zweimal mit derselben pennt ..."

Ich kriege das nicht zusammen ...

- um auch einmal diese beliebte Formulierung benutzt zu haben - ich kriege es nicht zusammen.
Da gibt es einen Missbrauchsskandal in einem katholischen Orden, und zusammen mit den Beteuerungen, dass man rückhaltlose Aufklärung etc wolle, kommen ständig Aussagen, die somehow OVERSEXED klingen.
Ich meine, wenn ich nach Pater Mennekes ginge, wie käme ich denn noch dazu, meinem Kind einen Orden anzuvertrauen, dessen wichtigstes Anliegen in der aktuellen Situation das freie Ausleben der persönlichen Sexualität in all ihren wundervoll variierenden Spektren zu sein scheint? Worauf soll das eigentlich hinauslaufen?
Dass zwangsweises Masturbieren vor dem Lehrkörper, also Missbrauch, umgehypt wird in pädagogisch sinn- und wertvolle, befreit und entspannende, im Lehrplan vorgesehene Masturbations-Workshops
"Autonome Autosexualität und wie wir in der Gemeinschaft selbstbestimmt und achtsam damit umgehen. Mitzubringen sind Spiegel, Bandmaß und Zellstofftücher"?

Oder wie jetzt?

Samstag, 6. Februar 2010

Hm.

>>Risikozonen gibt es dennoch. Ein Problem liegt in der streng hierarchischen römischen Kirchenstruktur und dem überhöhten Priesterbild. Dies verleiht dem geweihten Mann Macht über andere. „Hochwürden“ ist, da er nach katholischem Verständnis Christus repräsentiert, herausgehoben aus der Masse der Gläubigen, gilt als etwas Besonderes. Der Mann in der Soutane erfährt das täglich, ein labiler Mensch kann leicht in Versuchung geraten, Sexualität kann ein Mittel zur Durchsetzung von Macht sein. Aus dem Seelsorger wird dann ein Seelenzerstörer.<<
schreibt Gernot Facius auf Welt-Online.

Schon. Aber so richtig auf das Bild eines typischen Jesuitenpaters treffen die hervorgehobenen Attribute nicht wirklich zu.
Was Sexualität als Mittel zur Durchsetzung von Macht betrifft, das ist ein generell menschliches Problem und nicht auf (Jesuiten) Priester spezifiziert. Ich denke dabei aber vielmehr sogar, wenn von außen an dich eher Respekt und Hochachtung entgegenbracht werden anstatt Kumpelei, Kumpanei und Ich-bin-doch-einer-von-Euch-Guck-der-geht bestimmt mit der Haushälterin und so - Anbiederungen - könnte das eher hilfreich sein, Charakterschwächen wie Minderwertigkeitskomplexe und Unterlegenheitsgefühle zu kompensieren und Selbstvergewisserung bieten, anstatt sie nachher an Anvertrauten ausleben zu müssen.
Hobbypsychologin Elsa?

Das nenn ich mal

eine SUCHANFRAGE. Erstaunlich, dass man damit auf meinem Blog zu landen scheint.

"Suchanfrage: -amazon -wikipedia -physik -gravitation -masse -medizin buddhismus AND trägheit sünde OR sünde OR hauptsünde OR todsünde"

Zitat des Tages.

>>Wissen Sie: Nirgendwo gibt es einen Zwang, mit Lust katholisch zu sein. Aber man kann es sein! Es geht! <<

Martin Lohmann in einem Interview mit kath.net.

Freitag, 5. Februar 2010

Restauratoren in L'Aquila

Schönes Video auf faz.net über die Restauration von Madonnenskulpturen, Statuen, Gemälden, die bei dem Erdbeben beschädigt worden sind.

Hier klicken.

Bogoroditsa Djevo raduisja

Gottesgebärerin Jungfrau, frohlocke. Sei gegrüßt, begnadete Maria, der Herr ist mit dir.
Gesegnet seist du unter den Frauen und gesegnet sei die Frucht deines Leibes, denn den Erlöser unserer Seelen hast du geboren.

Donnerstag, 4. Februar 2010

Irre ...

>>Der Berliner Sexualmediziner Klaus Michael Beier plädierte dafür, pädophile Priester im Amt zu belassen, sofern sie ihre Neigung kontrollieren könnten. Beier, Leiter des Forschungsprojekts für Pädophile "Kein Täter werden" an der Charite, rief die Kirche im "Tagesspiegel" auf, betroffenen Geistlichen mehr Hilfen anzubieten, statt ihre Neigung nur zu verdammen. "Wenn potenzielle Täter wüssten, es gibt ein Netz, das einen auffängt, würden das viele in Anspruch nehmen."<<

[gefunden auf rp-online.de]

Hab ich wieder was verpasst?

[Aus urheberrechtlichen Gründen entferne ich den Link zur Karikatur mal vorsorglich, mittlerweile hat das Meisterwerk ja jeder gesehen. Wenn nicht: Da stehen ein paar dünne und dicke Priester in Soutanen mit Noten in der Hand und singen und obendrüber steht: Und unter den Soutanen lässt sich Schlimmes nun erahnen ...]

Bei Stanislaus und Alipius macht diese Karikatur aus der Süddeutschen die Runde. Gab es einen Missbrauchsfall bei den FSSPXlern oder den Petrusbrüdern? Den Legionären Christi? Dem Opus Dei?

Sollen das Jesuiten sein?

Der einzige Jesuit, den ich in letzter Zeit in Soutane gesehen habe, war der hl. Ignatius von Loyola, wie er sich grad im Grab umdreht.



.

Das Imperium schlägt zurück.

Kürzlich hatte ich ja schon auf das Blog von Mulier fortis verlinkt, die ein paar Verständnisprobleme mit den Anliegen von Standup4Vatican2 und denn dazugehörigen Organisationen We are Church und Catholics for a Changing Church hatte.
Dann tauchte die veräppelnde Web- Seite "Geriatrics for a Changeling Church" im Netz auf, Damian Thompson wies auf seinem Blog darauf hin - die Briten haben gemeinhin etwas mehr Humor als die Deutschen, er pflegt auch etwas schwärzer zu sein, jedenfalls, solange man nicht britisches Mitglied bei We are Church et al. ist - und mulier fortis verlinkte ebenfalls.
Nun also, dann stellt sich für die andere Seite die Sachlage so dar: Der Daily Telegraph erlaube es Damian Thompson, ein "Fundamentalisten-Blog" auf seinen Seiten zu führen (fundamental witzig und kirchentreu, ja, im Gegensatz zu Standup4vatican2 jedenfalls) und er und mulier fortis, einer Frau "in vows", darauf wird in Anführungszeichen hingewiesen, also eine Frau, die Gelübde abgelegt hat bzw. wohl geweiht ist, hätten die Veräppelungswebseite "Geriatrics for a Changeling Church" erstellt und lanciert.
So schnell ist man in diesen Kreise also mit übler Nachrede und Verleumdung bei der Hand - Hat das Nachrichtenwert?
Nein. Aber ich wollte die Fortsetzung dieser Geschichte auch noch erzählen.
Hier der Eintrag bei mulier fortis dazu.

Mittwoch, 3. Februar 2010

Heiliger Vater und Heiliger Geist

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[gefunden auf Thomas Peters' American Papist - Blog]

Hey, die haben meine Idee geklaut! :-)

Ich wusste das echt nicht, als ich meinen Eintrag zum Gemeinsamen Abendmahl machte. Eben gerade gesehen, ich schwöre es euch.

"An Biertischen vereint" - gemeinsames Brotbrechen nach griechisch-orthodoxem Vorbild auf dem ÖKT.

Gut, sie machen aber nur Brotbrechen ohne die hl. Kommunion, das finde ich eigentlich auch besser so.

Mit dem relativ kessen Titel

"Gedenken an einen 'katholischen Schweinehund'" weist katholisch.de auf die Ausstellung im Erzbistum München und Freising hin, die an den NS-Widerstandskämpfer Rudolf Graf von Marogna-Redwitz erinnern will. Im Münchner Liebfrauendom sind noch bis zum 12. Februar (wieso nur so kurz? In die Fastenzeit passt so eine Ausstellung doch auch ganz gut?) Briefe und Zeitzeugendokumente zu sehen.
Weitere Infos auf katholisch.de

Dienstag, 2. Februar 2010

Zum Tage - das russische Nunc dimittis.



von Sergej Rachmaninov, gesungen von dem kanadischen Tenor Robert King.

"Gemeinsames Abendmahl"

Ich habe eigentlich eine hervorragende Lösungsmöglichkeit für dieses - jedenfalls für manche - Dauerproblem.
Warum machen wir es nicht wie die Orthodoxen: bei denen gibt es die hl. Kommunion für diejenigen, die gebeichtet haben bzw. bei meinem Vorschlag katholisch sind (und gebeichtet haben), und für alle Gottesdienstbesucher (protestantisch oder auch geschieden wiederverheiratet) schließlich noch Stücke von gesegnetem Brot, das zum Beispiel vor dem Altar in einem Korb stehen könnte und nach der Kommunion verteilt wird.
Gute Idee?

Ägypten-Urlaub - Nein danke.

Wer dieses Jahr mit dem Gedanken spielt, nach Ägypten in Urlaub zu fahren, sollte sich das noch einmal überlegen. Ich kann mich noch gut daran entsinnen, wie der - absolut ekelhafte - Mord an Marwa el Sherbini hochstilisiert worden ist. Inklusive ägyptische Prozessbeobachter.

>>Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte mit Sitz in Göttingen erhebt schwere Vorwürfe gegen das ägyptische Innenministerium in Kairo: Die Behörde habe eine richtiggehende Hetzjagd auf einen Kopten gestartet. Zusammen mit der Staatssicherheit sei das Ministerium für eine gezielte Verleumdungskampagne gegen den Kopten Girgis Baroumi Girgis verantwortlich; damit solle der jüngste blutige Anschlag auf christliche Kopten am orthodoxen Weihnachtsfest in Nag Hamadi rechtfertigt werden. Ziel der Kampagne sei die Wiederherstellung des Images Ägyptens, nachdem das Blutbad vor einer Kirche nach einem Weihnachtsgottesdienst am 6. Januar weltweit scharfe Kritik auslöste.<<

via Radio Vatikan.

Ich habe eins nicht verstanden ...

bei den aktuellen Ereignissen um die Jesuiten:
«Die Kirche leidet an Homophobie», sagte er [Mertes]. «Homosexualität wird verschwiegen. Kleriker mit dieser Neigung sind unsicher, ob sie bei einem ehrlichen Umgang mit ihrer Sexualität noch akzeptiert werden.»

Hallo Bodenstation? Bei den Vorkommnissen ging es um sexuellen Missbrauch von Minderjährigen? Was bitte hat Missbrauch mit Homosexualität oder einem ehrlichen Umgang damit zu tun? Wieso kann das ein Jesuit in leitender Stellung einfach mal so gleichsetzen und wird dafür noch als großer Aufklärer bejubelt?
Sind Kirchenmänner wie Mertes vollständig out of space? Ich meine, nach wie vor geht die Mehrheit der Übergriffe in weltlichen Kreisen, auch wenn es sich anders anfühlt, von heterosexuellen Männern aus! Und wie schwulenfeindlich bitte ist denn die Äußerung, dass Kindesmissbrauch daraus resultiert, dass homosexuelle Menschen ihre Neigungen nicht offen ausleben könnten?
Bitte klärt mich mal auf.

Sonntag, 31. Januar 2010

Hymne auf die Kirche.

In ihrem äußerst lesenswerten Essay "Auf dem Weg zur kleinen Herde" aus dem Vatican-Magazin Januarausgabe 2010, schreibt Gabriele Kuby:

>>Gott ist gegenwärtig in seinem Leib, der Kirche. Welcher Jubel, dies zu entdecken, wenn man jahrzehntelang Gott auf Wegen gesucht hat, auf denen man ihn nicht findet. Die Kirche ist wahrlich meine Mutter: Sie kleidet mich in der Taufe in Gewänder des Heils. Sie vergibt mir meine Sünden. Sie füttert mich mit dem Brot des Lebens, das Christus selber ist. Sie adoptiert mich in die Familie Gottes, schenkt mir in Gott den Vater, in Maria die Mutter, in Jesus den Bruder. Sie verkündet und deutet mir das Wort Gottes. Sie salbt mich mit Heiligem Geist und sendet mich, damit ich mich für das Reich Gottes auf Erden einsetze. Sie besiegelt den Ehebund. Sie betet für mich in der Vollmacht Jesu um Befreiung vom Bösen. Sie schenkt mir Gemeinschaft mit den Heiligen und lässt mich an ihren Verdiensten teilhaben. Sie salbt mich mit Öl und betet für mich, wenn ich krank bin. Sie eilt an mein Lager, wenn ich sterbe, um mir ein letztes Mal alle Sünden zu vergeben und mir eine Wegzehrung mitzugeben für die Reise in die Ewigkeit. Wie könnte ich die Kirche nicht lieben, die mir all dies schenkt – durch ihre Priester?<<

Der Essay wurde kürzlich auch auf kath.net veröffentlicht und ist als pdf beim Vatican-Magazin online.

Ich überlege mir oft ...

wie man bekannte tote katholische Vokabeln wie "Beichte, Sünde, Schuld, Vergebung, Erlösung, Auferstehung" denn bitte mit neuem Leben füllen könnte. Eines der großen Hindernisse unserer Verkündigung sind nicht die angeblich nicht-zeitgemäßen Werte, die die Kirche vertritt, sondern das veraltete unpopuläre Vokabular.
Für einige bedeutete Beichte, dass sie einem bösen, vielleicht sogar übergriffigem, schwarzen Mann kleine Zettel in einem düsteren Beichtstuhl durchreichten, auf denen Schulmädchen-Bekenntnisse zu lesen waren, die entweder vollständig beschämend, da es um autoerotischen Sex oder verbotene Gelüste ging, waren, oder einfach nur erfunden, weil ja schließlich irgendetwas pflichtgemäß gebeichtet werden sollte. Ich denke, so etwas bestimmt die Wahrnehmung ganz generell bei Menschen, die lediglich davon hörten, dass es bei uns soetwas wie Beichte gibt und malt ganz fürchterliche Bilder.
Auf der anderen Seite ist die Gegenseite (auf der anderen Seite*gg*) höchst erfolgreich damit, sich unser klassisches Vokabular anzueignen, Lust zu wecken, die Sünde zu glorifizieren, auf den Genuss eines Magnum-Eisriegels runterzustutzen - und damit noch Geld zu machen. Die Rede von der Sünde ist dann nicht mehr miefig, sondern schick, sexy und höchst selbstbestimmt, soweit das ein Konsument, der auf Werbung reinfällt, nunmal sein kann.
Ich überlege gerade, dem abzuhelfen. Und ich werde mit Sünde beginnen. Als erste Wurzelsünde überhaupt fällt mir Neid ein, und ich erinnere mich dazu an eine Situation, die außergewöhnlich ist und vermutlich gar nichts mit dem zu tun hat, an was jeder sofort bei der Suchanfrage im Kopf "katholische Sünde+Neid" denken würde.
Vielleicht ist das eine gute Idee, die Muster aufzubrechen und das Positive an unserer Verkündigung zu sehen:
Die Menschlichkeit, die möglich ist und wahrhaftig sein - und sowieso werden - kann.
*Notiz an mich selbst*

PS: Es geht mir auf gar keinen Fall darum, diese Worte und die Dinge, die sie bezeichnen, abzuschaffen. Es geht mir vielmehr um die Rückoberung dieser Worte. Ganz ausgereift sind meine Gedanken dazu noch nicht, deshalb danke für die bisherige entstandene Diskussion!

Samstag, 30. Januar 2010

Very british.

Es gibt jetzt eine Konkurrenzorganisation zu Petition Vaticanum II bzw. ihrem englischen Pendant Standup4vatican2 .
Sie nennt sich GCC4vatican2 - "Geriatrics for a Changeling Church" für Vatikanum 2.

Empfehle vor allem, sich die Informationen zum Executive Committee durchzulesen.

[via the divine Holy Smoke]

Ping!

Ein echtes Phänomen ist dieser Song. Tatsächlich ist er uralt, sozusagen, und war ein Nummer-2-Hit in Deutschland im Jahre 1988. So lange soll das schon her sein?
Irgendwas Zeitloses ist in diesem Lied, es klingt entrückt, schwebend, dabei taufrisch und so gar nicht nach den Achtzigern. Mir ist, als hätte ich es gestern zum allerersten Mal gehört.

Rezension Wenn Er Anklopft

Die sehr schöne Rezension "Unglaube ist heilbar" von Monika Gräfin Metternich für die Tagespost zu dem Buch "Wenn Er anklopft" von Birgitt Kerz (Hrsg.), erschienen im MM-Verlag, ist zwar schon vor einiger Zeit gedruckt worden, aber jetzt auch im Online-Archiv hier einsehbar.

Gänsefüsschen-Journalismus.

Ich habe durchaus ein Faible für den Einsatz von Gänsefüßchen als Stilmittel. Man kann vielerlei damit ausdrücken. Die besondere Nähe zur originalen Aussage genauso wie den besonderen Abstand dazu - bis hin zur ironischen Distanzierung.
Jetzt, was könnte den Spiegel, das "deutsche" "Nachrichtenmagazin" denn dazu bewegen, den Ausdruck "politisch verfolgt" in Gänsefüßchen zu setzen? Nun, denke ich mir, eingedenk guter Erfahrung aus den längst vergangenen Achtzigern, vielleicht wenn sie von Altnazis sprechen, die nach Paraguay geflohen sind, oder vielleicht auch aktuell, wenn es um den Herrn Williamson geht, der irgendwo Zuflucht vor der Strafverfolgung in irgendeinem Belutschistan findet.
Aktuell setzt der Spiegel, die Wochenzeitschrift des "deutschen Qualitätsjournalismus" den Ausdruck "politisch verfolgt" in Gänsefüßchen, weil eine der Regierung zunächst untergeordnete Instanz eines demokratischen Staates, der übrigens sonst nicht gerade mit Asylgewährungen um sich wirft, einer deutschen Familie vorerst den rechtlichen Status des politischen Asyls gewährt hat. Oha!
Wer jetzt auf faktenorientierte Basisinformationen zu diesem doch recht erstaunlichen Vorgang gehofft hatte, geht leer aus. Wer Bock hat auf ein bisschen Christenbashing wird aber prompt bedient. Schon in der Headline erfährt man, dass es sich bei der Familie nicht um unerträglich diskriminierte Sinti oder Roma handelt, sondern um "Fundi-Christen". Was sonst streng verboten ist, nämlich patriotische Gefühle zu erregen, indem auf die feindselige und ungerechte Verunglimpfung unseres vorbildlichen Landes hingewiesen wird, darf in diesem Spezialfall auch durchgehen: Die Autoren weisen gleich daraufhin, dass die "Fundi-Christen"-"Lobby" vom "peinlichen Deutschland" spreche.
Ein paar stolze Querverweise auf die großartigen historisch gewachsenen Errungenschaften des deutschen Schulrechtes dürfen nicht fehlen, wobei es den Autoren eher angebracht erschien, für die Zeit des Dritten Reiches keine Informationen zu liefern. Auch ein eher unübliches Vorgehen für den Spiegel.
Erklärbar ist das nur dadurch, dass es sich ja lediglich um "politisch verfolgte" "Fundi-Christen" handelt. Evangelikale, genauer gesagt, die alles mögliche glauben, sogar daran, dass in staatlichen Schulen mehr über Hexen und Vampire gelehrt wird, "als über Gott".
Was auch immer man über diese Familie denken mag, wie auch immer man zum Homeschooling steht, eins jedenfalls wird zunehmend ausdenkbarer: Wenn es jemals wieder in diesem Land zur Verfolgung einer religiösen Minderheit kommen sollte, dann könnte das dem Spiegel keine kritische und couragierte Meldung, sondern lediglich ein paar Gänsefüßchen wert sein, jedenfalls sofern es sich dabei um Christen handelte.

Artikel hier.

Update: Der Spiegel wäre nicht das staatliche auflagenstärkste Nachrichtenmagazin Chinas Deutschlands, wenn er seinen Artikel nicht auch noch durch eine Umfrage getoppt hätte, in der suggeriert wird, dass Homeschooling-Eltern allesamt "Sektenmitglieder" ("Fundi-Christen") seien. Alipius weist drauf hin. Die Umfrage trägt den Titel: Mathe bei Mutti. Was in mir die Lust evoziert, eine eigene Umfrage zu starten: Seriösität beim Spiegel.

Update II: Alexander Kissler hat sich der ganzen Sache angenommen. Und er spricht aus, was auch ich denke.

Großartige Würdigung

der katholischen Blogs - Schwerpunkt individuelle, nicht-offiziell diözesan betriebene Priester-Blogs - auf Catholic Herald (im angeführten Zitat sind aber generell Cath-Blogs gemeint):

>>Many of the world's most engaged Catholics visit blogs several times a week, to pick up information and rumours about the Church, and also to air their views. One might protest that some of the information is inaccurate, that some of the rumours are false and that some views aired are contrary to Church teaching - but the fact remains that blogs fill a vacuum created, in part, by ecclesiastical structures that have lost the knack of communicating with the laity.<<

cantare

Ja ulkiger Effekt übrigens....
Ja ulkiger Effekt übrigens. Man kann einfach durch...
ElsaLaska - 9. Feb, 23:35
Dä, das sieht aber...
Dä, das sieht aber gefährlich nach Missbrauch...
Deus semper major (Gast) - 9. Feb, 23:17
*finstervorsichhinbrüt*
ElsaLaska - 9. Feb, 21:26
Och...
... das ist aber klasse! Danke für's Weitererzählen! P.S.:...
alipius (Gast) - 9. Feb, 19:20
Doch das gehört...
Und Bruder Paulus macht das perfekt. (Natürlich...
Theologie des Leibes (Gast) - 9. Feb, 16:37
Lieber Alfred,
>>Liebe Elsa, ich glaube, Du lebst zur Zeit als...
ElsaLaska - 9. Feb, 00:05
Muss das sein???
Liebe Elsa, ich glaube, Du lebst zur Zeit als Single....
Alfred (Gast) - 8. Feb, 23:45
und das wo ich in der...
und das wo ich in der hauptstadt der country music...
bea (Gast) - 8. Feb, 22:56

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