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Peter Seewald schreibt sich auf kath.net

die Seele frei zu den aktuellen Vorgängen und der medialen Hetzkampagne gegen den Hl. Vater.
Durchaus in Rage, aber das tut der Wahrheit keinen Abbruch.

"Der Geifer, mit dem sich in diesen Tagen Journalisten auf den Papst stürzen, erinnert an eine Meute ausgehungerter Wölfe. Und ausgehungert sind diese Leute in der Tat. Vier Jahre lang konnten sie es nicht ertragen, dass ein Joseph Ratzinger nicht in das Bild passt, dass sie von ihm gezeichnet hatten. Vier Jahre lang haben sie es totgeschwiegen, wenn er gegen Folter aufrief, den Turbokapitalismus geißelte, den Krieg im Irak und anderswo verurteilte, eine gerechte Verteilung der Güter forderte. Geschwiegen auch, wenn er in Wort und Tat den Dialog mit anderen christlichen Kirchen, den Muslimen, vor allem aber den „geliebten Brüdern“ jüdischen Glaubens vorantrieb."

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Artikel, Herr Seewald.
Bea (Gast) - 2. Feb, 20:44

danke

das hat mein bild wieder gerade gerückt

lg

bea

fbtde - 2. Feb, 21:32

Nein, Elsa, bei allem Respekt, dass es eine Hetzkampagne gegen den Papst gebe, halte ich dann doch für eine überzeichnete Darstellung. Gerade ein Papst Benedikt muss sich Kritik gefallen lassen, wenn er Entscheidungen mit offensichtlich weit reichenden Konsequenzen fällt.
Du kannst Dir denken, dass ich als Eavengelischer vom Instrument der Exkommunikation nicht sehr viel halte - sie aber gegenüber jemand zurückzunehmen, der den schlimmsten Völkermord leugnet (das ist, wie Du weißt, hierzulande eine Straftat), ist dann schon eines Augenreibens würdig.
Gewiss, der Papst hat sich gegen Krieg gewandt - Du hast, dankenswerterweise - mich darauf immer wieder hingewiesen - aber das rechtfertigt nicht alles *dabei eine schnöde Schokolade gegessen habend*
update: Fand gerade noch diese Darstellung und muss sagen, dass sie sehr differenziert und hilfreich ist.

ElsaLaska - 2. Feb, 21:45

Hast du den Artikel von Seewald gelesen?
ElsaLaska - 2. Feb, 22:15

Es geht mir im Zusammenhang mit deinem obigen Kommentar vor allem um diese Stelle:

"Weder der unsägliche Herr Williamson noch die Pius-Bruderschaft sind Teil der katholischen Kirche geworden, die Bischöfe weiterhin suspendiert. Die Aufhebung der Exkommunikation ist nichts anderes als die ausgestreckte Hand, die nicht einigen wenigen, sondern einer Gruppierung von 600.000 Gläubigen und 500 Priestern gilt, die sich von Rom abgespalten hat."

Aber auch sonst halte ich ihn für sehr gelungen.
fbtde - 3. Feb, 00:00

Also, ehrlich gesagt macht es mir die Schärfe von Seewalds Artikel es doch schwer, ihn zu Ende zu lesen. Zum Thema interessant ist sicher das Interview des großen Kollegen Kleber mit Bischof Marx heute abend im "heute journal". Problematisch finde ich an der Diskussion allenfalls, dass sie in der Gefahr ist, plakativ zu werden. Dass es also - angesichts der im Raum stehenden Begriffe und Namen - nicht wirklich um die innere Substanz der katholischen Kirche geht.
Elsa, es fragt sich doch was heute "Einheit der Kirche" heißt, oder? Marx' klares Wort, dass Rechtsradikalismus und katholischer Glaube sich ausschließen, und zwar ohne Debatte, finde ich sehr gut (für die evangelische Kirche behaupte ich das einfach auch mal).
Ich meine zu ahnen, dass es Dir um eine Herzenssache im besten Sinn geht, um etwas, das Dich selbst und Dein Innerstes betrifft - dies muss halt zusammen gebracht werden mit der nötigen und hilfreichen Kritik, die es in einer lebendigen Kirche - sei sie evangelisch, katholisch oder sonstwie - immer geben dürfen muss. Und, entschuldige, auch das merkt Kleber ja an, "Katrina" als Sündenstrafe zu apostrophieren, ist doch etwas aberwitzig - schon eher war in 2005 der daramatische Anstieg der Hurrikane ein Hinweis auf den - menschlich verursachten - Klimawandel.

ElsaLaska - 3. Feb, 00:11

Ich würde sehr gerne auf deine einzelnen Punkte eingehen, lieber fbtde, aber du springst und vermischst jetzt irgendwie und das macht es mir doch schwer.
Ich würde gerne zurückkommen auf deine Kritik an der Aufhebung der Exkommunikation und dem erläuternden Zitat, das ich dir oben eingestellt habe. Ist das nachvollziehbar? Also kann man als Außenstehender die Aufhebung der Exkommunikation als spirituelle Geste des Oberhirten nachempfinden? Ist es einsehbar, dass nicht Williamson damit in irgendeiner Form rehabilitiert werden sollte? Angesichts der Tatsache, dass die Piusbrüder ja wohl, was ich auch nicht wusste, 600.000 Gläubige umfassen? Und eben nicht nur diesen einen Idioten? Es wäre mir wichtig, dass das erstmal erkannt wird. Von da aus können wir dann über die Pfeifen im Vatikan reden, die das zu verantworten haben, dass hier ein falscher Zusammenhang suggeriert werden konnte.
Und, ich füge das hinzu, ich bin persönlich NICHT überzeugt davon, dass dieses Holocaust-Interview mit Williamson, das ja schon einige Zeit alt war, nicht gezielt gepusht worden ist von interessierten Kreisen. Aber darüber müssen wir uns nicht streiten.
Und ich gebe dir bitte eins zu bedenken: Kritik an den Zuständen unterscheidet sich immer noch von gezielter Verleumdung und ich weiß im Zusammenhang mit dem Spiegel, von was genau ich rede.
ElsaLaska - 3. Feb, 01:43

>>schon eher war in 2005 der daramatische Anstieg der Hurrikane ein Hinweis auf den - menschlich verursachten - Klimawandel.>>
Mit Verweis auf die Genesis und den Sündenfall erlaube ich mir den theologischen Einwand, dass der von dir postulierte "menschlich verursachte Klimawandel" etwas mit Auflehnung gegen das göttliche Gebot zu tun haben ... KÖNNTE. Unterscheidet die evangelische Theologie jetzt also zwischen Menschendingen, fatal und naturwissenschaftlich freilich erklärbar, völlig losgelöst von der Auslegung der Schrift? Eine interessante neue Entwicklung.
fbtde - 3. Feb, 07:46

Also, dass die Geste, die Exkommunikation zurückzunehmen, als Brückenbauen im besten Sinn gemeint war und auch so verstanden werden sollte, will ich gern einräumen. Allerdings bezweifle ich nach fast 20 Jahren im Beruf schon noch, dass Leute Interviews gezielt pushen - angesichts der immer mehr verfügbaren Inhalte im Netz scheint mir das wenig glaubhaft zu sein, dass das geht (wenn auch manche Medien mehr gelesen werden als andere, soweit würde ich mitgehen).
Ich glaube, dass der Klimawandel nicht als unabänderliches Schicksal über uns herfällt, sondern dass er - ganz gewiss - auch Ausdruck der menschlichen Maßlosigkeit ist und in sofern sicherlich ein Verstoß gegen das Gebot, mit dieser Erde, die wir ja nur geliehen haben (allenfalls!) sorgfältig umzugehen. Der Raubbau hat nichts mit der Ehrfurcht vor dem Leben (war das nicht Schweitzer?) zu tun.

ElsaLaska - 3. Feb, 10:08

>>Also, dass die Geste, die Exkommunikation zurückzunehmen, als Brückenbauen im besten Sinn gemeint war und auch so verstanden werden sollte, will ich gern einräumen.>> Prima. (Meiner Verschwörungstheorie brauchst du auch nicht folgen).
Die Exkommunikation sollte aufgehoben werden zum JAHRESTAG des II. Vatikanischen Konzils. Das war die Absicht. Dieser Jahrestag lag allerdings, und dass haben sie nicht geschnallt (oder nicht schnallen wollen) im Vatikan, zeitlich sehr nah am Jahrestag des Gedenkens der Opfer für den Nationalsozialismus. Dann Williamson, darüber brauchen wir überhaupt nicht reden. Aber hast du jetzt, nachdem du weißt, wer hinter der Piusbruderschaft steht und was die Aufhebung der Exkommunikation bedeutet immer noch das Gefühl, dass ein Papst, der mehr als andere für die Beziehungen zum Judentum getan hat, Auschwitz besucht hat etc. etc. etc. einen Holocaust-Leugner in seiner Kirche - GAR ALS BISCHOF! - haben wollte? Und findest du, dass die Zeitungen, die sofort von "Rehabilitation eines Holocaust-Leugners" geschrieben haben (und vom ZdJ spreche ich nicht, nicht ein Wort dazu), die Fakten nicht willkürlich verzerrt haben? Wenn du darauf schaust, was und wie Papst Benedikt schon alles gegen Antisemitismus unternommen hat in seinem Pontifikat (inkl. der Abänderung der Karfreitagsfürbitte - anderes Thema, kann man auch streiten - mir gehts um die Tatsache als solche).
Und findest du, dass der Spiegel das (ich meine das moralische ) Recht hat, einen Titel zu bringen wie den von dieser Woche?
Ich nicht.
ElsaLaska - 3. Feb, 13:05

Seine Exzellenz fragt sich ebenso wie ich: Cui bono?
Erzbischof Hippolyte Simon in der Tagespost
fbtde - 3. Feb, 15:32

Ja, wem es nutzt, ist die Frage. Der Spiegel ist für mich kein Leitmedium *gg*.
Ich finde, die Diskussionen zeigen, dass weniger der Papst himself, sondern wohl vor allem seine Leute Mist gebaut haben (entschuldige die etwas schnoddrige Formulierung, aber mir hats eben schon mal ein Posting ins Nirwana gehauen, und meine Zeit ist knapp). Und DAS gefährdet eben alle von Dir zu recht benannten Verdienste des Papstes in der Verständigung mit den Juden. That's the problem. Dass in unserer Medienwelt sich das an den Führunsgfiguren festmacht, wenn es in so einem großen Haus nicht klappt, kann man betrauern, aber wohl nicht ändern. So, das in aller Kürze, muss weiter arbeiten . . . .

ElsaLaska - 3. Feb, 17:14

Die schnoddrige Formulierung ist völlig okay, aber der Ansatz hier, dem kann ich einfach nicht zustimmen:
>>Dass in unserer Medienwelt sich das an den Führunsgfiguren festmacht, wenn es in so einem großen Haus nicht klappt, kann man betrauern, aber wohl nicht ändern.>>
Die römisch-katholische Kirche ist weder die Deutsche Telekom noch irgendeine New-Economy-Klitsche, die nur ein bisschen geschicktere PR machen muss, um im Ansehen der Öffentlichkeit verkäuflicher zu sein. Das zum einen.
Zum anderen: Du, als Evangelischer Journalist, hast bis vor kurzem nicht mal gewusst, dass sich der Hl. Vater, wann immer irgendwo Krieg ist, sich in aller Schärfe dagegen ausspricht und immer wieder die Parteien auffordert, sich zu einigen, immer wieder betet (wahrscheinlich ist das den meisten Katholiken auch nicht klar, vermute ich mal). Und es ist ja nicht so, dass der Vatikan das geheim hält. Er spricht zwei Mal die Woche zur Öffentlichkeit: Bei der Generalaudienz am Mittwoch und beim sonntäglichen Angelus. Man kann es nachlesen und nachhören! Aber du findest es nirgendwo erwähnt in Deutschland, weil der deutsche Papst nur interessant ist, wenn man über ihn schreiben kann, dass er in der Hitlerjugend war.

WANN hört man EIN MAL davon, dass unser Hl. Vater IRGENDWAS gut macht in Deutschland? Empörungsbeflissenheit aller Orten, wenn wieder irgendeine Meldung zu gebrauchen ist für eine tatsachenverdrehende Negativ-Schlagzeile.
Leute wie Küng werden merkwürdig unkritisch im Mutterland der Existential- Kritik bejubelt, der in den Siebzigern von inquisitorischen Maßnahmen sprach, ALS die Exkommunikation gegen die FSSPX ausgesprochen wurde.
JETZT, als sie aufgehoben wird, will er, dass der Papst zurücktritt.
(Wie bigott ist das denn ?)

Und deshalb finde ich es gut, dass Peter Seewald das einfach mal klipp und klar ausgesprochen hat.

(Die deutschen Bischöfe haben allerdings recht mit ihrer Klage, wenn es sich so verhält, wie sie es darstellen, dass sie nicht informiert worden sind und keiner wusste, was in Rom eigentlich grad läuft. Wobei viele das aber SONST auch nicht so genau wissen wollen.
fbtde - 3. Feb, 18:38

Natürlich ist die Katholische Kirche nicht dasselbe wie die Deutsche Telekom (über die ich mich anderwärts ausführlich geäußert habe, *gg*). Das habe ich auch keinesfalls behaupten wollen. Und daran, dass ich als Journalist, der der evangelischen Kirche angehört, von einer katholischen Kollegin etwas lernen kann, habe ich auch keinen Zweifel. Ist es aber nicht so, dass Deine Kritik im fahlen Licht meines Schreibtisches VOR ALLEM als Medienkritik verstehen soll? Du weißt aber doch selber, dass unser Job meistens nach dem Satz Bad news are good news funktioniert. Dass die guten Geschichten äußerst selten erzählt werden und wenn, nur in der hinterletzten Ecke. Dass, wenn ein Thema von einem für wichtig gehaltenen Medium "groß gefahren" wird, sich alle dranhängen und versuchen, ihr eigenes Frühstück drauf zu machen. Das ist so. (Und, übrigens, das sichert auch die Wächterfunktion der Presse, von der ich eine Menge halte).
Ich gestehe sicher zu, daß in der aktuellen Debatte unter den Tisch fällt, daß der Papst sich regelmäßig zu wichtigen Fragen öffentlich äußert (und das gewiss in der von Dir beschriebenen Weise tut). Aber nun hat die Sache einen Schatten bekommen, und daran sind nicht nur die bösen Medien schuld, sondern ein paar Hanseln im Vatikan, die die Geschichte angerichtet haben. Finde ich jedenfalls.

ElsaLaska - 3. Feb, 19:21

Ich glaube, wir sind uns durchaus

einig in sehr vielen Punkten. Auch zur Position der Presse natürlich grundsätzlich. Und eigentlich könnte es mir auch wurscht sein, was der Spiegel et al. da sich so zurechtkritzeln. Aber es ist mir halt nicht egal. A) weil ich selbst schon am eigenen Leib mitgekriegt habe, wie deren Verständnis von Wächterfunktion mittlerweile degeneriert ist und B) weil es mich stört, dass alle (Medien) Welt so tut, als sei Benedikt entweder eine antisemitische Hasskappe (was unwahr ist) oder ein entrückter alter Depp.
Das ist dann faktisch keine besonders gute Berichterstattung mehr.
Dann natürlich die innerkirchliche Aufregung, und da wollte ich noch zu deiner Frage Was ist Einheit in der Kirche? noch anmerken, weil wir gerade um Einheit beten: Es geht natürlich nicht um die Einheit mit einem Williamson. Wir haben viele innerkirchliche kleine und größere Lagerfeuer mit sehr verschiedenen Ansichten, einige Liberale sind entsetzt über den "Zuwachs" von traditionalistischer Seite, aber eben nicht nur die, da die FSSPX ja das Zweite Vatikanische Konzil mit seinen Ergebnissen nicht anerkennt. An einem anderen Lagerfeuer sitzen Leute, die sich sehr über die Wiederzulassung der Alten Messfeier gefreut haben und jetzt irgendwie oberflächlich betrachtet mit "Nazis" in einen Topf getan werden. Das ist natürlich überzeichnet dargestellt. Da aber das katholische Kirchenverständnis eben auch ein mystisches ist (Kirche als Leib Christi oder Braut Christi), ist es immer ein spirituelles Unglück, wenn die einzelnen Glieder des Leibes in verschiedene Richtungen ziehen, in Streit miteinander liegen oder gar aufeinander einhauen *gg*

Das ist wohl grosso modo unter "Einheit der Kirche" (bzw. unter ihrem Gegenteil) zu verstehen.
Es gilt das sogenannte katholische "Et ... Et", also das "Sowohl als auch", was alle Lagerfeuer quasi zu einem großen Kreis einbezieht (stümperhaft ausgedrückt). Dieses Sowohl als auch ist zur Zeit nicht nur in meinen Augen in Gefahr. Einige sehen die Gefahr in der Piusbruderschaft selbst (und auch aus nicht von der Hand zu weisenden Gründen). Andere sind einfach besorgt über den Unfrieden, der jetzt entstanden ist.

Nun gut, auch aus der Regensburger Rede ist ja letztendlich etwas Gutes und Segensreiches entstanden, nämlich ein ständiger Austausch mit islamischen Gelehrten.
Insofern habe ich Hoffnung.

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cantare

da kommt doch aber nicht...
da kommt doch aber nicht die heilige Familie drin vor....
ElsaLaska - 26. Dez, 00:02
ich hatte gedacht...
...das wäre "last Christmas" der ultimative nicht...
Sarah (Gast) - 25. Dez, 23:52
Es ist immer vollständig...
Es ist immer vollständig furchtbar. Ich habe fast...
ElsaLaska - 25. Dez, 22:31
Naja, Liebes-Attentat-...
Naja, Liebes-Attentat- herzlichen Dank auch, da könnte...
ElsaLaska - 25. Dez, 21:42
sie hatte
ja sogar dasselbe gwand an. vielleicht wollte man dem...
woelfin - 25. Dez, 20:55
Danke, und nächstes...
mal für 24 Stunden das Internet ab und bringen...
ElsaLaska - 25. Dez, 20:44
Frohe Weihnachten wünsche...
Frohe Weihnachten wünsche ich ebenfalls :)
Fidelis (Gast) - 24. Dez, 23:00
Danke...
... zurück!
alipius (Gast) - 24. Dez, 20:57

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