Elsas Nacht(b)revier

Am Anfang wurde das Universum erschaffen. Das machte viele Leute sehr wütend und wurde allenthalben als Schritt in die falsche Richtung angesehen. [Douglas Adams]

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Hausmitteilungen

Freitag, 9. Mai 2008

Nochmal Dr. House.

Ich bin jetzt mit Dvds ausgerüstet, einem Wallpaper und dem Klingelton mit dem Intro der Serie auf dem Handy, allerdings dem aus der ersten Staffel. Außerdem habe ich zwei brandneue Thesen, nachdem ich ja nun schon seit einer Woche abends zu weiter nichts mehr fähig bin, als mir die Dvds reinzuziehen (nach 11 Stunden Arbeit).
1. Dr. House ist k e i n Atheist, obwohl das netzweit propagiert wird, u.a. auch in Wikipedia.
2. Dr. House ist von allen aus seinem Team der menschlichste und mitfühlendste. Natürlich nicht gegenüber den Mitgliedern seines Team, aber die sind ja auch nicht seine Patienten und haben es nicht besser verdient.

Es gibt hierüber keine Diskussion, weil ich die besseren Argumente habe und - immer ein Vorteil - auf dem Recherchematerial sitze.

Donnerstag, 8. Mai 2008

Dr. House

Und was wird jetzt? Foreman ja schon seit drei oder vier Folgen gekündigt, Chase rausgeschmissen, Alison ist freiwillig gegangen ... Was wird denn nu mit der vierten Staffel?
*verliebt in Dr. House**ohne DVDs für die erste und zweite Staffel aufgeschmissen*
*K R A M P F T*

Mittwoch, 30. April 2008

Bei der Lektüre von McGraths Entgegnung

auf " Gotteswahn" stieß ich auf eine Stelle, die von den Amischen handelt. McGrath schreibt, dass Dawkins sich "permanent ekelerregend herablassend über die Amischen äußere".
Das muss er auch tun, angesichts dieses Glaubens bleibt ihm auch gar nichts anderes übrig.
Oder, wie McGrath völlig richtig schreibt: "Wenn die Menschen auf dieser Welt Jesus von Nazareth ähnlicher wären, würde das Thema "Gewalt" tatsächlich der Vergangenheit angehören. Diese Antwort scheint Dawkins jedoch nicht zu behagen."

Dieser Eintrag handelt von den Amischen, und nicht von fundamentalistischem Atheismusgequallere über "notorisch gewälttätige Gläubige und einer besseren Welt ohne Religion". Ich dachte, ich erwähne das schonmal vorab mit einem leichten Warnton in der Stimme (was gleichzeitig sehr schön beweist, dass ich völlig jenseits der hehren Jesus-Nachfolge stehe, wie die Amischen und die Mennoniten sie praktizieren. Ich bin halt ein Weib, und obendrein kein gutes, um es mit der Hl. Teresa zu sagen).

Die Amischen sind ja diese malerischen fundamentalistischen Protestanten, die in Pennsylvania mit Pferdekutschen herumfahren, keine Kühlschränke besitzen, keine Knöpfe an den Kleidern tragen wegen Furcht vor daraus resultierenden Eitelkeiten - bekannt geworden durch den Film mit Harrison Ford "Der einzige Zeuge". Falls noch nicht gesehen, ansehen.
Es ist ein Teil der ersten Freikirche überhaupt unter Bischof Menno (1496 - 1561), die nach Amerika ausgewandert ist, einige finden sich auch noch in Deutschland und in der Schweiz, wo sie aber nicht durch Pferdekutschen auffallen. (Es gibt einen gemäßigteren Zweig, die wohl Strom benutzt und auch Kühlschränke und elektrische Herde sowie Autos, aber keinesfalls Fernseher). Sie werden als Erwachsene getauft und nehmen die Nachfolge Jesu RADIKAL ernst.
Von den deutschen Mennoniten, die ich kenne, hat sich keiner für einen gottlosen Krieg missbrauchen lassen, und es steht, Dawkins zum Trotz, sehr zu befürchten, dass sie sich auch niemals zu einem Krieg FÜR Gott missbrauchen lassen würden. Ich kenne ziemlich viele Geschichten von deutschen Mennoniten im Zweiten Weltkrieg, die zuschauten, dass ihnen ein Bein, ein Arm oder sonstwas abfror, um niemanden anderen töten zu müssen, wenn sie sich nicht gleich mit der Waffe in der Hand in die Gliedmaßen schossen -beliebt war auch, sich die Finger selbst wegzuschießen - einen mennonitischen Kameraden darum zu bitten, kam jedenfalls aus naheliegenden Gründen nicht allzusehr in den Betracht der Möglichkeit.

Man sieht, sie nehmen es mit der Gewaltlosigkeit radikal ernst, so ernst, dass sie im Zweifel lieber sich selbst verletzten, als jemand anders.
Deshalb war es mir auch völlig klar, dass nach dem Attentat von Pennsylvania, bei dem ein verwirrter (?) Mann in eine mennonitische Schule eindrang und fünf Mädchen erschoss (dabei aber wohl vorhatte, die Mädchen erst zu missbrauchen), - und auf das sich McGrath auch bezieht - die komplette, gesamte Gemeinschaft weder Wut, noch Abscheu, noch Hass äußerte (etwas, was den meisten Christen - ich nehme mich da nicht aus - Amstetten! - kaum gelingt), sondern beharrlich Vergebung anmahnte.
Und so kam es, dass HEILUNG geschah, nicht nur bei den Eltern der Opfer, sondern insbesondere auch bei der Witwe des Schützen, die das Glück im Unglück hatte, an Mennoniten geraten zu sein, die selbst dann noch die unbedingte Jesus-Nachfolge antreten, wenn ihre Kinder von einem Gestörten niedergemetzelt werden, der - ausgerechnet auch noch! - "aus Wut auf Gott" gehandelt hat (was sich wohl in irgendwelchen Zeugnissen noch fand).
Dementsprechend wurde auch der Sarg des Täters von den amischen überlebenden Opfern und Betroffenen mit Blumen geschmückt. (Tolles Pferdekutschenbild).

Ich weiß nicht mehr genau, warum ich diesen Eintrag begonnen habe - ich glaube, ich wollte es einfach nur noch mal erwähnt haben.

...

„Bemerkenswerterweise sind in Italien 62 Prozent der Befragten dafür, dass die Bibel in der Schule gelehrt wird. Dagegen gab es sogar Widerstände im Klerus. Ich selbst habe die Bibelkunde in der Schule immer unterstützt, und an meiner Seite wusste ich viele Mitstreiter aus dem Laienstand, mitunter sogar Nichtgläubige oder Menschen fern von jedem religiösen Interesse. Es bleibt wahr, was Umberto Eco dazu sagte: Warum müssen unsere Kinder alles über die Helden Homers wissen, aber nichts über Moses?”
(Der päpstliche Kulturminister zu einer Studie über Bibellektüre in verschiedenen Ländern auf Radio Vatikan).


Aber von Homer wissen sie doch auch nichts mehr!
(Und von der Bibel sowieso nicht, das merkt man ja immer an den tollkühnen Zitierungen, mit denen einem immerhin schon Erwachsene bei Maischberger zupflastern wollen).

Dienstag, 29. April 2008

Religionsgeschichtliches Sahnebonbon im Alltag

Heute kam ein junger Mann aus dem Irak zur Einzelberatung. Ich las mir seinen Lebenslauf durch, wo unter Religion "baptistisch" vermerkt war.
Aha, dachte ich, ein irakischer Christ. Wir unterhielten uns eine Weile über diverse andere Dinge und schließlich wollte ich es genau wissen: Baptistisch, das bedeutet christlich, oder?
Nein, meinte der junge Mann, wir sind keine Christen.
Getauft und kein Christ? Nachtigaahahaaalllll ...
Und tatsächlich erklärte er weiter: Wir führen unseren Glauben auf Johannes den Täufer zurück (!).
Ein Johanneschrist also, oder besser und klarer formuliert, ein Mandäer oder auch Sabäer, ein Angehöriger der letzten überkommenen gnostischen Religion auf dieser Erde. Ungefähr 60.000 leben noch weltweit (die meisten im Exil, weil sie im Irak brutaler Verfolgung ausgesetzt sind).
Die Mandäer zelebrieren im Gottesdienst die Taufe in "Jordan" genanntem Wasser, das unbedingt fließen muss und die möglichst jeden Sonntag wiederholt werden soll (als eine Art Beichtsakrament zur Vergebung der Sünden - praktisch eigentlich ...) . Sie sprechen Aramäisch, merkwürdigerweise heiligen sie den Sonntag, lehnen aber Jesus Christus als falschen Propheten ab, ebenso wie sie den jüdischen Glauben als Irrtum ablehnen. Hochinteressant und sehr sehr spannend das ganze. Immerhin bestimmte der Kampf gegen die Gnosis die gesamte frühe Kirchengeschichte. Mir war überhaupt nicht klar, dass eine religiöse Minderheit die Gnosis bewahrt hat und noch immer zelebriert (und leider auch kurz vor der Ausrottung steht).
Unglaublich ...

Die Mandäer bei Wikipedia [wie immer mit Vorsicht zu genießen]
Die Gesellschaft für bedrohte Völker zur Verfolgung von Mandäern im Irak

Sonntag, 27. April 2008

Konzert

Ich bin nicht gerade das, was man einen Musikenthusiasten nennen würde, aber wenn halt mal grade Kirchenkonzert ist, gehe ich hin. Mir sehr entgegen kam, dass es sich um reinen Chorgesang plus eine Sopranistin handelte, die, ich darf das so sagen, mindestens deutschlandweiten Rang einnehmen kann von der Qualität ihrer Stimme - und das sage ich erst recht, weil ich Sopran überhaupt nicht leiden kann, er also - eingedenk des Spruchs eines Freundes, dass blonde Frauen viel perfekter aussehen müssen als schwarzhaarige, um aufzuschließen, - ein solcher Sopran also wirklich schon annähernd perfekt sein muss, um mich nicht zu nerven.
Wir bekamen ein Programm des Gotteslobes geboten, von der Renaissance bis in die Neuzeit, bis hin zu eingängigen Gospeln. Menschliche Stimmen preisen seit Anbeginn der Zeiten Gottes Größe. Und ich dachte mir noch, was wollt ihr eigentlich alle mit eurem antitheistischen Wahn, ihr Schmidt-Salomons und Dawkins-Nasen, Säkular-Rumnerver, wollt ihr etwa Händel, Mozart, Rossini, Choräle, Messen, jubelnde, preisende Gospel, innig-zarte Anbetungen, mächtige, herrliche Männerchöre, dazu alle Tradition in der Bildenden Kunst, wollt ihr die gesamte menschliche Kultur - oder sagen wir mal das, was daran tiefe, echte Schönheit hat - , in die Jauchegrube kippen, nur weil ihr zu blöd seid, die wirkliche Bedeutung von Religion zu verstehen?

Orthodoxe Ostern!

Hristos voskrse!
Vaistinu voskrse!
Einen liebevollen Gruß an die orthodoxen Schwestern und Brüder, die heute Ostern feiern.
Mein Bezug zu ihnen liegt ja darin begründet, dass ich irgendwann mal Altkirchenslawisch lernen musste :-)
Und sie die (geilere darf man wohl nicht schreiben) herrlichere Liturgie haben.
Liebe Svashtara, ich wünsche dir von Herzen Frohe Ostern!
Für alle, die den orthodoxen Glauben offiziell ein bisschen besser verstehen wollen, hier ein Video von der Chikagoer Polizei für den konstruktiven Umgang mit den Minderheiten:-) auf Svasharas Blog.

Samstag, 26. April 2008

Die Eifel wird ja überwacht.

Heute Abend zu Gast bei einem weltreisenden Ethnologen, es war wie immer sehr gemütlich - auch wenn es sicher gewöhnungsbedürftig ist, unter den Kaurimuschelblicken neuguinesischer Wassergeist-Puppen zu speisen. Wir kamen irgendwann auf das Erdbeben in Italien, die Tsunami-Katastrophe, Vulkanausbrüche. Gerade solche Themen lassen sich ja völlig entspannt mit vollem Bauch bei einem oder zwei Gläsern Rotwein hervorragend besprechen. Jedenfalls kamen wir nach dem italienischen Dreigestirn Vesuv, Ätna, Stromboli auch auf die Eifel zu sprechen. Die sei ja inaktiv, aber die Vulkane gälten als nicht erloschen. Und könnten eigentlich jederzeit ... Aber die Eifel wird ja überwacht. Es wird doch alles kontrolliert und gescännt, heutzutage. Na sicher doch. Da könne gar nichts passieren, so unsere einhellige Meinung.
Und weil ich manchmal auch gerne scänne, dachte ich mir, jetzt googelst du mal nach der Eifel, als ich wieder zuhause war. Und finde auch einen Artikel. Und jetzt stellt euch vor, in der Eifel wird GARNICHTS überwacht. Die verlassen sich da bei der Vorhersage von Ausbrüchen auf AMEISENWANDERUNGEN.
Das ist doch nicht die Möglichkeit! Ich meine, der gesamte Pazifikraum wird mittlerweile kontrolliert - ich weiß noch, wie man sich insbesondere in Deutschland darüber gewundert hatte, dass ausgerechnet im Tsunami-Gebiet keine Erdsonden gesteckt waren. Und ausgerechnet in Deutschland, dem Land, in dem Menschen bei der Arbeit an ihrem eigenen Wohnhaus (!) wegen Schwarzarbeit (!) verhaftet werden sollen (ist neulich meinem Cousin passiert), da guckt niemand nach der Eifel?
Das ist wirklich klasse. Was ein Glück, dass wir als Bonus auch noch diese TOTAL SICHEREN AKWs haben.
*schüttelt den Kopf*

Freitag, 25. April 2008

Hoher Freitag

In der orthodoxen Kirche wird heute Karfreitag gefeiert, daran hat mich svashtara erinnert.

rubljow Aus der orthodoxen Karfreitagsliturgie:

Heute hängt am Kreuz,
der die Erde in Wassern hängen lässt.
Mit einem Kranz aus Dornen wird umwunden
der König der Engel.
Zum Spott wird mit Purpur umhüllt,
der die Himmel umkleidet mit Wolken.
Schläge erhält,
der im Jordan den Adam befreite.
Mit Nägeln wird angeheftet
der Bräutigam der Kirche.
Mit einer Lanze wird durchbohrt
der Sohn der Jungfrau.

Wir verehren Deine Leiden, o Christus.
Wir verehren Deine Leiden, o Christus.
Wir verehren Deine Leiden, o Christus.

Zeige uns auch Deine herrliche Auferstehung!

Die Kreuzigungsikone stammt aus der Moskauer Schule, Ende des 14. Jahrhunderts.

Diese Liebe - von DENEN nicht.

Herr Alipius möchte nicht geliebt werden, jedenfalls nicht von denen, von denen schon gar nicht. Und ehrlich gesagt hätte ich ihn auch schon gut verstehen können, als ich noch Heidin war.
Ich muss das jetzt unbedingt verlinken, weil es so gut zu Zuckers Serie über Die okkulte Invasion von Dave Hunt passt.
Und als jemand, der hin und wieder auch mal Probleme mit dem Postulat des "Liebet die, die euch hassen" hat, bin ich zur Abwechslung mal heilfroh, dass man nach dem Evangelium nicht verpflichtet ist, diejenigen zu lieben, die einem lieben. *gg*

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