... mit dem Zölibat. An der Stelle zitiere ich meinen lieben Bloggerfreund
Alipius, Augustiner-Chorherr:
>>In der
Tagespost äußert sich Alexander Kissler zur Debatte über Mißbrauchsfälle an jesuitischen Schulen und legt den Finger in die Wunde:
"Der Zölibat ist im 21. Jahrhundert das am deutlichsten sichtbare Zeichen, dem die Welt widerspricht; schließlich bezweifelt er deren gesamte Logik. Da in der Spätmoderne alles Welt werden soll, da alles aufgehen soll im Ewiggleichen, im Durchschnitt und im Diesseitigen, gilt dem Zölibat ausdauernde Ablehnung. Dass er im Kern ein Hoffnungszeichen ist für die Welt, indem er das Unbedingte zur Bedingung macht einer ganz anderen Existenzform, darf die Welt sich nicht eingestehen. Der Zölibat hält inmitten all des Vorläufigen und Relativen dem Absoluten die Tür offen. Die Welt aber will mehr vom Gleichen, nichts vom Besonderen; will mehr von der Gegenwart, kaum etwas von der Zukunft und schon gar nichts aus den Tiefen der Vergangenheit. Dort reicht ihr Regiment nicht hin."
Nicht übel!
Das "Ewiggleiche" ist natürlich ein wunderbarer Seitenhieb. Letztlich ist ja nur Einer Ewiggleich! Und diesem Einen spürt der zölibatär Lebende auf eine Art nach, die natürlich in der heutigen Zeit Stein des Anstoßes ist, die aber auch aufregend ist, weil sie andere Energien freisetzt, weil sie andere Perspektiven erlaubt und weil sie auf eine schonungslose und mit Verantwortung beladene Art frei macht. Daß Priester diese Verantwortung mit Macht verwechseln und sich von dieser schon falschen Macht zu noch falscheren Taten hinreißen lassen, ist nicht die Schuld des Zölibats und nicht die Schuld der Kirche.<<
Sondern conditio humana, erlaube ich, mir hinzuzufügen. Und gegen die conditio humana kenne ich kein besseres Mittel als den Versuch, die Richtlinien der Kirche zu leben. Scheitern jederzeit erlaubt. Aufstehen, bereuen, guten Vorsatz fassen und beim nächsten Mal besser machen. Erstaunlich menschlich eigentlich.
Jedenfalls menschlicher als Sprüche wie "Wer zweimal mit derselben pennt ..."