Basta persecuzioni.
Der erste Januar war wirklich bis zu dem Zeitpunkt in Ordnung, an dem ich das Notebook anschaltete und sofort über das Massaker an koptischen Christen während einer Jahresendmesse in Alexandria informiert wurde.
Hier in Italien ist dies Tagesthema, wieder Titelthema auf Corriere della Sera zum Beispiel. In den Fernsehnachrichten wird nicht nur über das Massaker berichtet, sondern zugleich auf die Worte des Heiligen Vaters nur wenige Stunden danach bei seiner Predigt im Petersdom zum Weltfriedenstag hingewiesen, den die katholische Kirche heute begeht. Kein geringerer als Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat die Worte des Papstes aufgegriffen und ihm zugesichert, dass Italien sich stets für die Religionsfreiheit und für die derzeit am stärksten und äußerst brutal verfolgten Christen weltweit einsetzen wird.
Der ganze Artikel findet sich hier.
Es nimmt mich allerdings etwas wunder, dass solche Themen in Italien Topthemen in den Medien sind, in Deutschland eher nicht. Vielleicht, weil man hier auch immer noch schaut, was der Heilige Vater gerade dazu zu sagen hatte, vielleicht auch, weil man sich hier noch als selbstverständlich christlich versteht und via das Herz und das Gemüt diese Aussagen aus einem Welt-Artikel von Thomas Schmid, der noch im Dezember erschien, verinnerlicht hat.
Dagegen wirkt die Äußerung von der EKD, Präses Schneider, dass das Jahr 2011 kein Jahr der Christenverfolgung werden dürfe, leicht schlafmützig. Sollte man dort immer noch nicht verstanden haben, nach den jährlich alarmierender werdenden Meldungen, dass die Christenverfolgung im ganz großen Stil längst begonnen hat? Sollte man hier nicht mal gemeinsame ökumenische Initiativen befördern, anstatt darüber nachzudenken, wie man als Protestant "einen positiven Zugang zum Papstamt" finden könnte? Es gibt, besides, tausende von Protestanten, die ihn gefunden haben, und es gibt sogar Nichtgläubige, die ihn finden können - einfach, weil der Heilige Vater (neben seinem unermüdlichen Einsatz für den Frieden und den Schutz des menschlichen Lebens) derzeit die Religionsfreiheit als (vermutlich sogar einziger) spiritueller Führer einer Weltreligion zu einem seiner Hauptanliegen gemacht hat? Oder möchte man sich weiterhin einfach nur auf "Glocken-läuten-gegen-Rechts" beschränken?
(Ich habe gar nichts dagegen, sondern nur seit ein paar Jahren das mulmige Gefühl, dass es weitaus drängendere und schlimmere Gefahren gibt, der sich die westliche, mehr oder weniger noch-christliche Gesellschaft ausgesetzt sehen könnte und die den Weltfrieden weit mehr bedrohen.)
Beileidsadressen und Solidaritätsbekundungen gehen andamian [at] koptischekirche.com, S. E. Anba Damian, den Bischof der koptisch orthodoxen Kirche in Deutschland.
Update III: Die Adresse scheint nicht zu funzen (Mail Delivery kam zurück). Ich versuche es weiter und halte euch auf dem laufenden.
Update: Natürlich muss auch diese Schandtat noch erwähnt werden. Ich war einst eine große Befürworterin des Türkei-Beitritts in die EU. Mittlerweile muss ich leider sagen - never ever. Offensichtlich sind die Fastenzeiten und die Weihnachtszeit ein beliebter Anlass, um Christen zu schikanieren und zu drangsalieren.
Update II: Ägypten geht mir mittlerweile insbesondere auf den Zeiger, weil damals wegen dieses - entsetzlichen - Mordes an einer schwangeren Ägypterin gleich Prozessbeobachter entsandt worden sind, als sei Deutschland irgendeine Gurkenrepublik.
[Gut, manchmal denke ich das ja selbst. ]
Update IV: Was sollen wir also denn entsenden? Die GSG 9 jetzt? Achtung, expliziter Content - Tote, Leichenteile, zerfetzte Menschen, Blut, im Zweifel lieber nicht abspielen:
Update V: Wem immer noch nicht zum Heulen ist, lese Joseph Bordats Manifest zu diesem Anlass: Wir brauchen radikale Christen. .
Hier in Italien ist dies Tagesthema, wieder Titelthema auf Corriere della Sera zum Beispiel. In den Fernsehnachrichten wird nicht nur über das Massaker berichtet, sondern zugleich auf die Worte des Heiligen Vaters nur wenige Stunden danach bei seiner Predigt im Petersdom zum Weltfriedenstag hingewiesen, den die katholische Kirche heute begeht. Kein geringerer als Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat die Worte des Papstes aufgegriffen und ihm zugesichert, dass Italien sich stets für die Religionsfreiheit und für die derzeit am stärksten und äußerst brutal verfolgten Christen weltweit einsetzen wird.
Der ganze Artikel findet sich hier.
Es nimmt mich allerdings etwas wunder, dass solche Themen in Italien Topthemen in den Medien sind, in Deutschland eher nicht. Vielleicht, weil man hier auch immer noch schaut, was der Heilige Vater gerade dazu zu sagen hatte, vielleicht auch, weil man sich hier noch als selbstverständlich christlich versteht und via das Herz und das Gemüt diese Aussagen aus einem Welt-Artikel von Thomas Schmid, der noch im Dezember erschien, verinnerlicht hat.
Dagegen wirkt die Äußerung von der EKD, Präses Schneider, dass das Jahr 2011 kein Jahr der Christenverfolgung werden dürfe, leicht schlafmützig. Sollte man dort immer noch nicht verstanden haben, nach den jährlich alarmierender werdenden Meldungen, dass die Christenverfolgung im ganz großen Stil längst begonnen hat? Sollte man hier nicht mal gemeinsame ökumenische Initiativen befördern, anstatt darüber nachzudenken, wie man als Protestant "einen positiven Zugang zum Papstamt" finden könnte? Es gibt, besides, tausende von Protestanten, die ihn gefunden haben, und es gibt sogar Nichtgläubige, die ihn finden können - einfach, weil der Heilige Vater (neben seinem unermüdlichen Einsatz für den Frieden und den Schutz des menschlichen Lebens) derzeit die Religionsfreiheit als (vermutlich sogar einziger) spiritueller Führer einer Weltreligion zu einem seiner Hauptanliegen gemacht hat? Oder möchte man sich weiterhin einfach nur auf "Glocken-läuten-gegen-Rechts" beschränken?
(Ich habe gar nichts dagegen, sondern nur seit ein paar Jahren das mulmige Gefühl, dass es weitaus drängendere und schlimmere Gefahren gibt, der sich die westliche, mehr oder weniger noch-christliche Gesellschaft ausgesetzt sehen könnte und die den Weltfrieden weit mehr bedrohen.)
Beileidsadressen und Solidaritätsbekundungen gehen an
Update III: Die Adresse scheint nicht zu funzen (Mail Delivery kam zurück). Ich versuche es weiter und halte euch auf dem laufenden.
Update: Natürlich muss auch diese Schandtat noch erwähnt werden. Ich war einst eine große Befürworterin des Türkei-Beitritts in die EU. Mittlerweile muss ich leider sagen - never ever. Offensichtlich sind die Fastenzeiten und die Weihnachtszeit ein beliebter Anlass, um Christen zu schikanieren und zu drangsalieren.
Update II: Ägypten geht mir mittlerweile insbesondere auf den Zeiger, weil damals wegen dieses - entsetzlichen - Mordes an einer schwangeren Ägypterin gleich Prozessbeobachter entsandt worden sind, als sei Deutschland irgendeine Gurkenrepublik.
[Gut, manchmal denke ich das ja selbst. ]
Update IV: Was sollen wir also denn entsenden? Die GSG 9 jetzt? Achtung, expliziter Content - Tote, Leichenteile, zerfetzte Menschen, Blut, im Zweifel lieber nicht abspielen:
Update V: Wem immer noch nicht zum Heulen ist, lese Joseph Bordats Manifest zu diesem Anlass: Wir brauchen radikale Christen. .
ElsaLaska - 1. Jan, 21:20