die neueste Panik-Studie "Krebs: Schon ein halber Liter Bier pro Tag ist gefährlich" und dann die Gegenstudie (Drei Tassen Kaffee am Tag schützen vor Darmkrebs/Brustkrebs) und ich fände, es reicht dann. Anstatt Anti-Raucher-Gesetze zu verabschieden (mit denen ich, nebenbei, überhaupt kein Problem habe, außer dem, dass die Deutschen es mal wieder nicht auf die Reihe kriegen, was andernorts schon längst zuverlässig funktioniert), sollten sie mal ein "Anti-Krebsstudien-Publikationsverbot" verabschieden.
Es gab Zeiten, Damen und Herren, da hat man nicht einen Schluck Wasser getrunken, nichtmal in der höchsten Not. Da fing der Tag nicht mit einer Schußwunde an, also nicht nur, sondern mit einem Humpen Wein mit Kräutern und Honig versetzt. Die haben früher den ganzen Tag gesoffen.
Sofern man nicht an der Pest starb, wurde man uralt. Ohne Mineralwasser und ohne Actimel. Und warum?
Weil sie einem nicht mit genmanipulierten Tomaten, gespritzten Pfirsichen und nebenwirkungsreichen Pharmazeutika zugedröhnt haben. Darum.
ElsaLaska - 2. Aug, 23:35
Erzeuge ich vielleicht irgendwie ein magnetisches Feld, sobald ich die Finger auf die Tastatur lege und sage: So, ich könnte mal bei meinem größeren Text weitermachen, jetzt wären die Ideen dann auch wieder da, das bewirkt, dass sich die Welt gegen mich verschwört?
Erst riefen aus Italien Hausverwalter und Vermieter an wegen des Boilers in der Küche, gut, das konnte gelöst werden, aber bis es gelöst ist. Die Nerverei. Die Anspannung. Das Grübeln, wie jetzt was tun. Dann kam ein Schrebergartennachbar von Mama vorbei und winkte mit einem Schrieb der Kreisverwaltung, er muss seine Hütte abreißen, weil sie a) ungenehmigt ist und b) es sich hier um ein Fauna-Flora-Habitat handelt, in dem sein Schrebergarten liegt. Das macht hier schon länger die Runde, schon letzten Sommer befand man, dass die Schrebergärten eine Schande für das Stadtbild seien (die katholische Kirche im neofuturistischen Gewand bzw. das, was in den frühen Siebzigern neofuturistisch sein sollte), ist es natürlich nicht, ebensowenig wie die Sparkasse, die jetzt anstelle des größten Fachwerkgebäudes steht, das der Ort zu bieten hatte - abgerissen. Naja, und diverse Industrie und Gewerbe, die sich kurzerhand in Naturschutzgebieten (AUSNAHMEN, weil mit Geld geht ja alles) ansiedeln durften, all das ist natürlich nicht der Rede wert, aber die Schrebergärten! Als ob man an dieser Stadtplanung noch irgendwas verschandeln könnte.
Ob Mama auch schon so einen Brief bekommen hätte? Seither herrscht Aufregung. Wir haben noch keinen, aber wenn er kommt, raste ich aus.
Papa dreht sich im Grabe rum. Die Hütte hat er eigenhändig gebaut, die steht bestimmt schon seit 1975, fällt also unter Gewohnheitsrecht (wie ich einfach mal annehme) und was die EU da mit ihrer Flora-Fauna-Habitat will, ist mir wurscht. Ich kann ja drauf verweisen, dass die Hütte selbst ein FFH ist, weil da Marder drin nisten.
Bei dieser FFH - Richtlinie geht es natürlich lediglich um Zahlen. Die ersten Gebiete, die Deutschland auswies, waren der EU zu niedrig, weshalb es ein Klageverfahren gab und die Androhung von einer Geldbuße in Höhe von 1 Million oder mehr pro Tag.
Jetzt weisen sie in einer zweiten Staffel aus. Was ja vom Prinzip her eigentlich okay ist. Nur wenn man bereits zighundert Hektar Auwald verschachert und verramscht habe, dann brauchen sie mir jetzt nicht wegen ZEHN METER BACH DUMM ZU KOMMEN. Der an ein Grundstück angrenzt, das schon seit über 30 Jahren ökologisch bewirtschaftet wird.
Mann, ich sehe mich schon vor dem Europäischen Gerichtshof, echt ...
Ich bin ja sowas von aufgenervt.
ElsaLaska - 2. Aug, 22:43
Vor 20 Jahren konnte ich noch mühelos Thomas Mann lesen. Und jetzt nage ich schon seit Wochen an diesem Joseph-Roman rum, maximal eine Seite kann ich lesen, dann muss ich es wieder weglegen.
Also entweder ist es das Alter (aber dann hätte ja Thomas Mann irgendwann auch einfach kürzere Sätze machen müssen, weil er, wenn es ihm ähnlich ging, immer öfter den Überblick verlor) oder es ist einfach die Veränderung der Lesegewohnheiten samt teuflischer Einflüsse von TV, Internet und zuviel Vatikanthrillern. Ich weiß es nicht.
Es wär mir aber Recht, wenn es nicht am Alter läge.
ElsaLaska - 1. Aug, 22:22
Ich liebe solche Sachen:
via
fonolog:
Die
Verkündigungskirche in Nazareth bietet einen bequemen Internet-Service an: Mit Light and Pray zündet ein Priester für denjenigen, der den Service in Auftrag gegeben hat, eine Kerze an. Man kann via Net live dabei zusehen.
Und dann gibt es noch den Personal Blessing-Service, man kann seinen Namen angeben und via Net zuschauen, wie man von einem Priester gesegnet wird. Außerdem, damit man die Katze nicht im Sack kauft, kann man sich Beispielvideos zu den Angeboten anschauen.
Dazu passt, dass die Jesuiten sich gerade überlegen, ob sie nicht in Second Life eine Dependance aufmachen wollen.
Dan Simmons hat das in Hyperion bzw. Endymion wirklich ziemlich trefflich vorhergesehen mit dem außerirdischen Vatikan-Planeten Pacem.
Hier der
Link zu einer Rezension von Tom Liehr.
ElsaLaska - 1. Aug, 21:37
Ist ja auch ein komischer Laden. Jetzt war ich mal kurz online, ohne irgendwas anzurühren oder von irgendwem was zu wollen und hast du nicht gesehen hängt mir ein Typ namens "beschnittenberlin" oder so seine Unterhose samt erigiertem Pimmel drin auf den Bildschirm und fragt mich, ob ich mit ihm chatten will.
ElsaLaska - 1. Aug, 20:09