ElsaLaska - 18. Mai, 23:35
ElsaLaska - 18. Mai, 23:10
"Der da Ist, spricht: Die Widerspenstigkeit zerstöre ich, und den Widerspruch derer, die mir trotzen, zermalme ich durch mich selbst. Wehe, wehe diesem Tun der Frevler, die MICH verachten! Das höre, König, wenn du leben willst. Sonst wird MEIN Schwert dich durchbohren."
ElsaLaska - 18. Mai, 17:53
Hier sind sie also,
online nun auf faz.net zu finden, danke für den Hinweis an Ansgar (und dafür, dass ich schon gestern den Artikel lesen konnte).
Ein bisschen Angst hatte ich bei Frage 12, weil ich mir nicht sicher war, ob Kardinal Lehmanns Latein noch so fit ist, dass er "cultor orthodoxus fidei catholicae" in dem Zusammenhang richtig versteht, aber die Frage hat Mosebach ja gleich wieder zurückgenommen - ziemlich frech allerdings, und natürlich also nicht zurückgenommen- , sonst hätte er sie ja gar nicht erst formuliert. Wahrscheinlich auch ein Seitenhieb auf die Beanstandung Kardinal Lehmanns, ein 41jähriger wie Kermani könne schließlich noch nicht für sein Lebenswerk geehrt werden.
[PS: Sprachenlernen wie Latein zum Beispiel ist leicht und hält ähnlich wie Kreuzworträtsel lösen oder Sudoku bis ins hohe Alter geistig fit!]
PPS: Frage 5 zeigt natürlich auch die hohe Begabung Mosebachs zur Satire.
ElsaLaska - 18. Mai, 13:09
Ich verfolge gerade die Berichterstattung über die umstrittene Ehrendoktorwürde (Verleihung)* für Barack Obama einer us-amerikanischen katholischen Universität, und da lese ich bei Damian Thompson, der auf dem britischen Telegraph bloggt, folgende genervte Aussage über einen Nerv-Artikel auf dem Time Magazine:
>>
This grotesque purple flourish serves as the introduction to a thoroughly biased article by Amy Sullivan which dismisses the unprecedented Catholic opposition to Obama's commencement address as the work of, wouldn't you just know it, "a small but vocal group of conservative Catholics".
"Small but vocal group" is the the media's code for a protest that offends them. You rarely see small but vocal groups of liberals described thus.<<
*umstritten deshalb, weil Obama für Abtreibung ist und eine katholische Uni - naja, wenn sie katholisch sein will ... ich glaube, das dürfte auf der Hand liegen.
Edit: Father Z twittert gerade, dass er eine Liste hat mit mittlerweile 79 US-Bischöfen, die dagegen protestieren. Small, but vocal, das sind ... wart mal .. ein bisschen weniger als die Hälfte von allen ?
ElsaLaska - 18. Mai, 00:04
wonach Kardinal Lehmann der Retter des christlichen Abendlandes ist und Navid Kermani ein islamistischer (wobei die Unterscheidung islamisch und islamistisch natürlich erst gar nicht stattfindet) Djihadist - nur, dass die sich üblicherweise nicht in eine Kirche vor ein Kreuzigungsbild setzen. Denn ein Muslim hat nichts anderes im Sinn als den Mord an Ungläubigen und die vollständige Zerstörung aller anderen Religionen. [Den Link zu diesem Artikel setze ich aber nicht.] Jetzt lässt sich dies und anderes freilich aus dem Koran herleiten, wie man ebensogut aus der Bibel herleiten kann, und die Leute, die jetzt so besorgt ums Christentum tun, benutzen eigentlich die selben Scheinargumente, wie fanatische Atheisten gegenüber dem christlichen Glauben - alles nur Mord und Totschlag und lauter Irre.
Ich hatte mal ein Haus in Marokko und hab es überlebt. Ich habe mal in Damaskus gewohnt, auch das habe ich überlebt. Kein Muslim wollte mich kreuzigen. Gut, viele wollten mich heiraten und Söhne mit mir haben, okay, das räume ich ein. Es waren aber allesamt freundliche Angebote, vor die Alternative Kreuzigung oder Konversion wurde ich vermutlich deshalb nicht gestellt, weil die Verhandlungen von meiner Seite aus zu einem frühen Zeitpunkt abgebrochen worden sind.
Also geht jetzt das christliche Abendland vielleicht unter, weil ein Muslim über ein Kreuzigungsbild meditiert oder nach Ansicht von Martin Mosebach sogar den einzigen marianischen Text der neueren deutschen Literatur geschrieben hat?
Meiner Vermutung nach nicht. Das christliche Abendland geht unter, weil Religion per se abgelehnt, verdammt und verteufelt wird - und zwar sowohl von "christlichen" Islamophoben der Islam genau wie von "aufgeklärten" Atheisten Kirche und Christentum. Und nicht zuletzt, weil zumindest viele deutschsprachige Katholiken so dämlich sind, sich von ihren eigenen traditionellen Glaubenssätzen und -vorstellungen wie auch von ihren alten Riten (nicht nur bei der Liturgie) zu distanzieren bis hin zur Verleugnung. Daran sind aber nicht die Muslime schuld. Die Muslime sind aber deshalb ärgerlich, weil sie vormachen, wie es geht. Fünfmal am Tag womöglich öffentlich beten, der Freitag ist in der Moschee zu verbringen (dafür gibt es selbstverständlich Dispens bei vielen Weiterbildungsveranstaltungen), den eigenen Glauben selbstverständlich im Alltag leben. Und bei uns wird nicht einmal mehr der Angelus dreimal täglich gebetet, falls überhaupt noch Glockenläuten dazu aufrufen darf und nicht als störende Belästigung, wie etwa der Anblick des Kruzifixes in Schulräumen - bereits weggeklagt worden ist.
Ich lebe gerne in Italien, meistens sogar lieber als in Deutschland. Das liegt daran, und das bestätigen mir auch agnostische Expats immer wieder gerne, dass die Religiösität der Menschen im Alltag sehr viel dazu beiträgt, dass man sich auch als Nichtgläubiger ganz besonders wohlfühlen kann. Es ist insgesamt etwas da, was Kirchenfeinde uns gerne absprechen: Mehr menschliches Verständnis und - mehr Liebe. Das macht sich vielleicht sogar nur an Kleinigkeiten manifest, etwa an den vielen unzähligen Wegkreuzen und Madonnenbildchen am Straßenrand und den Wegkreuzungen. Und dass die nicht einfach mit Graffiti beschmiert und besudelt oder gar zerstört werden, sondern im Gegenteil respektiert, geachtet und liebevoll gepflegt und geschmückt werden. Und es ist natürlich noch nicht ganz so eine große unendlich heilige Liebe wie Mutter Teresa in Kalkutta aufgebracht hat, aber wo Achtsamkeit und liebevoller Respekt im Alltag sogar toten "Sachen" entgegengebracht werden, strahlt das eben in den Herzen aus.
Dass jedermann und jedefrau hier noch Zeit findet, mit einem ihm unbekannten Kleinkind zu schäkern und es zu bewundern, (ebenso mit meinem riesigen Hund), ist ebenfalls so ein Zeichen. Und dass die Menschen sich noch richtig füreinander Zeit nehmen. Und so sieht Leben in einem mehrheitlich religiösen Land aus.
Übrigens sieht so ähnlich auch das Leben in einem islamischen Land aus - auch wenn ich mich, wie ich ganz offen zugebe, als Frau niemals richtig dort wohlgefühlt habe. Die meisten nichtmuslimischen - also europäischen - Männer, die ich dort kennengelernt habe, fanden es hinsichtlich des anderen Lebensstils und der wunderbaren Gelassenheit der Menschen aber ebenfalls wunderbar.
ElsaLaska - 17. Mai, 22:06
Während ich drauf warte, dass die FAZ mal so freundlich ist, das Feuilleton ins Netz zu stellen, empfehle ausnahmsweise Karl-Heinz Kuschels Kommentar zur Lektüre in der FR-Online:
"Sind wir in diesem Land so reich gesegnet mit muslimischen Intellektuellen dieses Formats, als dass wir Navid Kermani ausgrenzen könnten?"
Steinacker hat lt. der Kurzzusammenfassung auf perlentaucher.de geschrieben: "Ich bin nicht bereit, mich mit jemandem für Verständnisbemühungen und Toleranz ehren zu lassen, der das Zentrum meines Glaubens - und das ist spätestens seit Paulus und Luthers Heidelberger Disputation von 1517 die Kreuzestheologie - für Gotteslästerung hält und in die Nähe von Pornografie rückt. Der Gegenstand von Johann Sebastian Bachs Passionsmusiken hat mit Pornografie nichts zu tun." Darum habe er sich "entschieden, auf den Preis zu verzichten".
ElsaLaska - 17. Mai, 15:56
Die FSSPX beklagt auf ihrer Homepage
Zensur durch den SWR - ob sie damit richtig liegen, weiß ich zwar nicht, aber ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass es in diesen handelsüblichen kirchenkritischen Talksendungen nicht gerne gehört wird, wenn man mal auf historische Tatsachen hinweist (der FSSPX-Pater bekam wohl sogar Publikumsbeifall für seine Äußerung):
"an den Atheisten gerichtet ... Herr Möller solle doch zwei Punkte als Lehre aus dem Versagen seiner Kampagne ziehen: 1. Der Atheismus ist nicht erwünscht. 2. Das christliche Abendland fußt bis in die kleinste Faser auf dem Wirken der katholischen Kirche (und damit ist auch die Hauptfrage des Abends beantwortet, nämlich was wäre, wenn es die Kirchen nicht gäbe): Alle Kultur wurde von Mönchen gebracht, in Klöstern lernten die Menschen lesen und schreiben, Ackerbau und Viehzucht. Kirchen und Kathedralen waren ebenso Höhepunkte des Abendlandes wie die von der Kirche gegründeten Universitäten, an welchen nur Latein gesprochen wurde. Wenn es also Werte in Deutschland gibt, dann gehen sie in ihrer Wurzel auf die Kirche zurück." (zitiert nach o.g. Link).
Übrigens auch auf den regen Austausch der katholischen Kirche mit islamischen und jüdischen Gelehrten, aber das auch nur zur Ergänzung. Die Aussage unter Punkt 2 ist ja so schon Aufreger genug.
ElsaLaska - 17. Mai, 14:58
in der FAZ, sagen mir diese Meldungen bei
Johannes und auf
Summorum Pontificum. Auf Summorum Pontificum ist nicht nur das Update lesenswert, sondern auch der ganze Artikel - ich finde nur nie raus, wie man den direkt verlinkt.
Und wenn Mosebachs aktueller Artikel im Netz zu finden ist, bitte ich um Hinweise. (Ich nehme ja nicht an, dass der Corriere della Sera ihn auch noch bringt und für die FAZ vom Wochenende müsste ich eine Ecke fahren).
ElsaLaska - 17. Mai, 14:09