Das Zentrale Deutsche Fernsehen
[das ist O-Ton mein alter Russisch-Lehrer] hat mal wieder eine journalistische Glanzleistung erbracht. Nachrichtensendungen im TV meide ich mittlerweile, wo ich kann, die Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen zum Papstbesuch, die ich mir ausnahmsweise antat, hat mich damals sprach- bis fassungslos gemacht. Ich meine, wenn es um katholische Kirche geht, warum nicht einfach KATHOLIKEN fragen? Warum Küng, Glück und feministische Religionswissenschaftlerin, die vorgeben, zu verstehen, was in einer katholischen Messe passiert, weil sie zufällig katholisch getauft wurden und nebenzu katholische "Theologie" studieren? Nee, also.
Das jüngste Glanzstück der Nachrichtensendung "heute" des ZDF hat Andreas Püttman, mal wieder, zu einem Offenen Brief veranlasst. Ich bin eine große Freundin Offener Briefe. Eigentlich sind sie ein eigenes literarisches Genre, denn sie machen dem mitlesenden Publikum meistens große Freude - dem Empfänger natürlich weniger.
Also jedenfalls hat Püttmann das ZDF der Agitation bezichtigt, was das reine Gegenteil von gutem Journalismus ist, natürlich.
>>Rekapitulieren wir die Reizwörter: Aufsehen erregend – Kritik auslösend – erzkonservativ – Hardliner – Inquisition – Hardliner, die Zweite – umstritten – Missbrauch – katastrophale Fehlentscheidung – erzkonservativ, zum Zweiten: macht zusammen 10. Wenn der unmündige Zuschauer es nach diesem Skandalierungs-Overkill immer noch nicht kapiert haben sollte, kann man dem ZDF wirklich keinen Vorwurf machen, den Anfängen nicht gewehrt zu haben.<<
Ganzer Offener Brief hier.
Das jüngste Glanzstück der Nachrichtensendung "heute" des ZDF hat Andreas Püttman, mal wieder, zu einem Offenen Brief veranlasst. Ich bin eine große Freundin Offener Briefe. Eigentlich sind sie ein eigenes literarisches Genre, denn sie machen dem mitlesenden Publikum meistens große Freude - dem Empfänger natürlich weniger.
Also jedenfalls hat Püttmann das ZDF der Agitation bezichtigt, was das reine Gegenteil von gutem Journalismus ist, natürlich.
>>Rekapitulieren wir die Reizwörter: Aufsehen erregend – Kritik auslösend – erzkonservativ – Hardliner – Inquisition – Hardliner, die Zweite – umstritten – Missbrauch – katastrophale Fehlentscheidung – erzkonservativ, zum Zweiten: macht zusammen 10. Wenn der unmündige Zuschauer es nach diesem Skandalierungs-Overkill immer noch nicht kapiert haben sollte, kann man dem ZDF wirklich keinen Vorwurf machen, den Anfängen nicht gewehrt zu haben.<<
Ganzer Offener Brief hier.
ElsaLaska - 3. Jul, 21:11
ich bezweifle ...
Nach Ansicht des Beitrags kann ich den Vorwurf auch nicht nachvollziehen. Soweit ich sehe, hat die Moderatorin die verbreitete Öffentliche Meinung über (Erz-) Bischof Müller korrekt dargestellt. Diese Öffentlich Meinung mag Püttmann und vielen anderen hier nicht gefallen, und sie mögen anderer Meinung sein. Das ändert aber nichts daran, dass die Öffentliche Meinung so ist und dass sie korrekt dargestellt wurde. Sogar dieser Sachverhalt, dass es glühende Anhänger von Müller gibt, die das anders sehen, wurde in dem Beitrag korrekt dargestellt.
ich bin ganz sicher..
(Die Meinung einer Medienanstalt oder der dort beschäftigten Redaktoren, Moderatoren etc. ist übrigens noch lange nicht "die" Öffentliche Meinung).
Welche verbreitete öffentliche Meinung? Mein katholischer Nachbar, immerhin Kirchgänger, wusste nichts von seiner Existenz, bis ihm endlich das ZDF die Augen öffnete. In unserem PGR konnten 2/3 den Namen Bischof Müller nicht zuordnen geschweige denn das Bistum dem er vorstand.(Mit Regensburg konnten sie dann doch etwas anfangen.) Gott sei Dank wissen sie jetzt woran sie sind und können sich nahtlos in die öffentliche Meinung einfügen. Aber klar doch: Bischof Müller, das ist doch der, den der erzkonservative Papst als oberster Glaubenshüter anstellt um die Scheiterhaufen neu auf zu schichten. Nun habe ich mich schlauerweise nicht als glühender Anhänger Bischof Müller's geäußert.....ich will ja nicht ausserhalb der öffentlichen Meinung stehen.......
@thysus: Volle Zustimmung
Die Vermengung von Fakten und Meinungen zu einem kaum auseinanderdividierbaren Brei ist das Niveau von Gossenjournalismus oder einer Parteipostille von der niemand Qualität oder auch nur andeutungsweise neutrale Berichterstattung erwartet.
@Kurt Klaasen.
*Kopfschüttelnd*!
Dass der Offene Brief mit der klage über unsauberen Journalismus nun ausgerechnet auf einer Plattform (kath.net) veröffentlicht wurde, in der es an der Tagesordnung ist, Agitation in Sachberichte zu verpacken, wird erst recht nicht dazu beitragen, dass sich das ZDF vom Vorwurf der unsauberen Berichterstattung getroffen fühlt.
@Kurt H. Klaasen
Es geht um die Geballtheit der getätigten Aussagen, Sie haben den Brief doch gelesen. Das hat doch mit normaler Berichterstattung rein gar nichts mehr zu tun!
Und was kath.net anbetrifft: kath.net erhebt ja nicht den Anspruch, die Öffentlichkeit auf demselben Niveau wie das heute-journal zu informieren - wobei das Niveau des heute-journals hier als ideell und ideal gedacht wird - und finanziert sich auch nicht aus öffentlich-rechtlicher Hand.
Wenn die öffentlich-rechtlichen schon nicht ihrem Nachrichtenauftrag gerecht werden können, sollen sie wenigstens nicht den GEZ-zahlenden Katholiken auf den Zeiger gehen damit. So einfach ist das.
PS capitano -( hab ich eben erst gesehen): Richtig. Witzig wäre gewesen, wenn die öffentliche Meinung der FSSPX zu Müller in "heute" gekommen wäre: Häretiker wird Chef der Suprema :-))))
Och Elsa ...
@il capitano
Wieso GRÖSSER? :-)
@Elsa
Wie ich schon sagte, hatte ich die Tendenz der Berichterstattung nicht wahrgenommen (wahrscheinlich weil ich Mainstream bin). Im Gegenteil, der Bischof erschien mir interessant genug beschrieben, dass ich mich später danach noch mal über ihn informierte (wahrscheinlich im Mainstream mit höherem Wortanteil). Zu mehr taugt so eine Nachrichtensendung nicht.
Wenn aber die Tendenz in der Berichterstattung so wahrgenommen wird, dann kann man doch noch mal die Frage aufnehmen, die ich an anderer Stelle schon mal stellte: Welche positive Wirkung/ Einfluss hat die katholische Kirche noch auf die Gesellschaft (als Ganzes)? Welche Ausstrahlung hat der Papst/ die Kirche in alle gesellschaftliche Bereiche? Die Frage stellte sich damals: http://elsalaska.twoday.net/stories/96997826/#96997910 Da ging es auch um die Medien, die hier gern Mainstreammedien genannt werden.
@nerone
Zum Papst kann ich dir was antworten, zur katholischen Kirche, wenn du die deutsche Abteilung meinst, leider nichts. Der Laden zerlegt sich grad selbst und selbst viele Bischöfe sorgen sich mittlerweile mehr um CO2 Bilanzen und fairen Handel oder den Rechtsextremismus, wer mit wem auch auf jeden Fall Seks haben sollen darf usw... Wo solls herkommen ... Es gibt mehr Freikirchen, die echte Verkündigungskraft und Glaubenspower haben.
Sorry, hab grad meine düsteren fünf Minuten;-))
Entsprechend der Berichte über die Kirche stellt sich auch die Wahrnehmung der Kirche dar. Unbestreitbar gibt es Mängel in der Eigendarstellung der Kirche. Und einen Atheisten wird kaum die Freiburger Erklärung oder das II. Vaticanum interessieren, nicht die Blickrichtung der Zelebrierenden einer Messe, sondern eher das Verhältnis zwischen Institution und Menschen. Somit sollte es dem desinteressierten Nichtkatholiken aber auch nicht kümmern, wer in der Kirche welches Amt ausübt. Genau hier setzt aber der Mainstream an. Er bestimmt, wer tragbar, erträglich oder unerträglich ist - mittels eigener Beurteilung und Verurteilung.
Diese Urteile über einzelne Personen, die stellvertretend auf die Gesamtinstitution betrachtet werden und die man getrost auch als Vorurteile bezeichnen könnte, geht eben manchem Katholiken gewaltig auf den Zeiger, zumal der Gläubige seinen Bischof besser kennen sollte als der weit entfernt residierende MSM-Journalist.
@il capitano
Es ist natürlich nicht nur schuld der MSM, wenn die Botschaft der Kirche verdunkelt wird - es ist natürlich auch die Schuld der Katholiken und der einzelnen Priester und Bischöfe, die sich mit allem möglichem und unmöglichem Schamott beschäftigen und ihn verkünden, anstatt die Botschaft Christi. Und sie tun das größtenteils eben auch, um wiederum der breiten Masse und deren Medien möglichst gefällig zu sein.
So wird das nix mehr, ich sagte es heute schon.
Ein ganz anderer cup of tea ist allerdings, wie seitens der MSM versucht wird, die Botschaft des Hl. Vaters zu verfinstern - aber DA darf man sich natürlich ebenfalls auch innerkirchlich mal gerne an die Nase fassen. Was da abgeliefert wurde von Würdenträgern beim Williamson-Skandal war unter aller Kanone! Entsinne mich noch bestens an gewisse Statements etwa von Pater von Gemmingen oder Kardinal Lehmann. Und ICH saß da und hatte keine Ahnung von der Materie und musste mich mit Exkommunikation und Kirchenrecht beschäftigen, um den Hl. Vater in Schutz zu nehmen. Vergelt's Gott, Hochwürden und Eminenz! :-(
Nachgetreten @Herr Klaasen
Da kann eine Äußerung in den ÖRM über die Kirche oder einen Kirchenmann noch so absurd, voreingenommen, falsch und bar jeden Realitätsgehaltes sein- sie muß gelobt und verteidigt werden , der Informationsauftrag gebührenfinanzierter Sender wird von Ihnen kurzerhand gekippt und statt dessen selbst Propagandabeiträge, die gut und gerne einem DDR-Parteiblatt gut zu Gesicht gestanden hätten, verteidigt.
Die öffentrechtlichen Medien mit ihrem Informationsauftrag werden von Herrn Klaasen kurzerhand zu Mehrheitsmeinungs- akklamationsorganen umfunktioniert. Das entspricht genau der Meinungsdiktatur, die wir so oft beklagen müssen.
Ich werde mich allerdings auf dieses Niveau nicht herablassen.