Das stimmt allerdings. Viele Ostdeutsche haben allen Ernstes daran geglaubt, dass auf bundesrepublikanischen Bäumen Bananen und Orangen wachsen... Und wie man heute sieht, glauben die Leute dort immer noch die abstrusesten Dinge.
ksu (Gast) - 15. Jan, 20:45
@Elli
Der erste Satz stimmt, wenn auch im übertragenen Sinne.
Und ich glaube eben, dass es vielen Flüchtlingen, die heute zu uns kommen, ähnlich geht.
Den letzten Satz verstehe ich nicht. Tut mir Leid.
Elli (Gast) - 15. Jan, 22:04
Ich erkläre Ihnen den letzten Satz gerne:
Heute glauben viele Leute in Ostdeutschland, dass in Putins Russland Bananen und Orangen von den Bäumen wachsen, wie man auf wehrhaften ostddeutschen Aufmärschen lauthals hören kann.
Und sie glauben umgelehrt, dass in (West)Deutschland Mohammedaner, Juden und Amerikaner aus den Kanadeckeln steigen und die Herrschaft übernehmen.
Und das allen Ernstes.
ksu (Gast) - 16. Jan, 11:47
@Elli
Ich muss zugeben, dass ich seit 25 Jahren in Baden lebe und nur noch ein paar Mal im Jahr Sachsen besuche. Da hat man nicht mehr so den Einblick, was "viele Leute" in Ostdeutschland glauben.
Trotzdem habe ich das so noch nicht gehört. Eine seriöse Quelle für diese These würde deren Glaubwürdigkeit erhöhen.
Wenn Sie auf Pegida und Co anspielen, so ist dies nicht wirklich ein ostdeutsches Problem, sondern - wie hier auch in diesem Thread oft dargelegt - ein Problem der Politik unserer Regierung. Das wird die anstehende Wahl in Baden Württemberg deutlich zeigen.
Jürgen (Gast) - 16. Jan, 12:15
@KSU:
Ich weiß zwar auch nicht genau, was "Elli" meint, aber in der Tendenz liegt sie schon richtig, denke ich. Ich lebe zwar nicht dort, komme aber beruflich oft nach Ostdeutschland. Es ist teilweise bizarr, was man von dortigen Mitbürgern so zu hören kriegt über Gott und die Welt, auch von solchen, die nicht Herrn Höcke Beifall klatschen.
Das hat aus meiner Sicht sehr viel damit zu tun, dass Ostdeutschland mit wenigen Ausnahmen (Eichsfeld katholischer-, Erzgebirge evangelischerseits) gründlich entchristlich wurde, hier war die SED wirklich erfolgreich, ihr einziger durchgreifende Erfolg.
Und damit, dass die Menschen dort sich an 40 Jahre Diktatur doch mehr gewöhnt hatten als wir alle in der Euphorie nach 1989 dachten. Sie fremdeln bis heute mit dem Westen und unserer offenen demokratischen Gesellschaft. Deshalb ist Pegida, die diese Gesellschaft verachtet, schon ein sehr ostdeutsches Phänomen. Zwar wird die AFD bei den Wahlen dieses Jahr auch im Westen beachtliche Ergebnisse einfahren, aber zu fordern, dass Frau Merkel in der Zwangsjacke aus dem Kanzleramt abgeführt und ins Flugzeug nach Südamerika verfrachtet wird - wie diese Woche der AFD-Häuptling Höcke unter dem Jubel Tausender auf dem Domplatz zu Erfurt -, das würde sich in BaWü kein AFD-Mensch trauen. Die sind hier noch zivilisiert. Hier hört man auch kein "Putin, rette uns"-Krakeele, oder dumpfe Verschwörungsparolen über die "Weltherrschaft" der USA mit dem "Mohammedaner Obama" etc.pp.
Das neueste ostdeutsche Phänomen, wie man inzwischen lesen kann: dass auf dortigen Pegida-Aufmärschen behauptet wird, Angela Merkel sei jüdischer Abstammung. Was nicht als Kompliment gemeint ist. :-)
Christoph (Gast) - 16. Jan, 16:50
@Jürgen:
Interessant, was Sie da von Pegida berichten. Eine jüdische Kanzlerin, die die Islamisierung des christlichen Deutschlands voran treibt...
So viel zum politischen und überhaupt zum "Verstand" der Leute, die solches in die Welt setzen.
ksu (Gast) - 17. Jan, 11:06
@Jürgen
Die "Entchristlichung" findet in den alten Bundesländern derzeit allerdings auch statt. Nicht so radikal und von oben, sondern schleichend und von unten. Das die Thesen in Ostdeutschland noch etwas radikaler sind, scheint mir nicht ganz von der Hand zu weisen.
Trotzdem finde ich den Kommentar von Vera Lengsfeld, den Elsa unlängst verlinkt hat http://elsalaska.twoday.net/stories/1022525262/#comments
zu diesem Thema sehr gut. Eigentlich gibt es da nicht viel mehr dazu zu sagen.
http://www.gmx.net/magazine/politik/fluechtlingskrise-in-europa/flucht-heimat-iraker-deutschland-31284700
Teilweise hat man ja offenbar wirklich abartige Vorstellungen von Deutschland. (Aus meiner ostdeutschen Vergangenheit kann ich nur sagen: Die hatten viele, die damals "rübergemacht" haben auch...)
@Elli
Und ich glaube eben, dass es vielen Flüchtlingen, die heute zu uns kommen, ähnlich geht.
Den letzten Satz verstehe ich nicht. Tut mir Leid.
Heute glauben viele Leute in Ostdeutschland, dass in Putins Russland Bananen und Orangen von den Bäumen wachsen, wie man auf wehrhaften ostddeutschen Aufmärschen lauthals hören kann.
Und sie glauben umgelehrt, dass in (West)Deutschland Mohammedaner, Juden und Amerikaner aus den Kanadeckeln steigen und die Herrschaft übernehmen.
Und das allen Ernstes.
@Elli
Trotzdem habe ich das so noch nicht gehört. Eine seriöse Quelle für diese These würde deren Glaubwürdigkeit erhöhen.
Wenn Sie auf Pegida und Co anspielen, so ist dies nicht wirklich ein ostdeutsches Problem, sondern - wie hier auch in diesem Thread oft dargelegt - ein Problem der Politik unserer Regierung. Das wird die anstehende Wahl in Baden Württemberg deutlich zeigen.
@KSU:
Das hat aus meiner Sicht sehr viel damit zu tun, dass Ostdeutschland mit wenigen Ausnahmen (Eichsfeld katholischer-, Erzgebirge evangelischerseits) gründlich entchristlich wurde, hier war die SED wirklich erfolgreich, ihr einziger durchgreifende Erfolg.
Und damit, dass die Menschen dort sich an 40 Jahre Diktatur doch mehr gewöhnt hatten als wir alle in der Euphorie nach 1989 dachten. Sie fremdeln bis heute mit dem Westen und unserer offenen demokratischen Gesellschaft. Deshalb ist Pegida, die diese Gesellschaft verachtet, schon ein sehr ostdeutsches Phänomen. Zwar wird die AFD bei den Wahlen dieses Jahr auch im Westen beachtliche Ergebnisse einfahren, aber zu fordern, dass Frau Merkel in der Zwangsjacke aus dem Kanzleramt abgeführt und ins Flugzeug nach Südamerika verfrachtet wird - wie diese Woche der AFD-Häuptling Höcke unter dem Jubel Tausender auf dem Domplatz zu Erfurt -, das würde sich in BaWü kein AFD-Mensch trauen. Die sind hier noch zivilisiert. Hier hört man auch kein "Putin, rette uns"-Krakeele, oder dumpfe Verschwörungsparolen über die "Weltherrschaft" der USA mit dem "Mohammedaner Obama" etc.pp.
Das neueste ostdeutsche Phänomen, wie man inzwischen lesen kann: dass auf dortigen Pegida-Aufmärschen behauptet wird, Angela Merkel sei jüdischer Abstammung. Was nicht als Kompliment gemeint ist. :-)
@Jürgen:
So viel zum politischen und überhaupt zum "Verstand" der Leute, die solches in die Welt setzen.
@Jürgen
Trotzdem finde ich den Kommentar von Vera Lengsfeld, den Elsa unlängst verlinkt hat
http://elsalaska.twoday.net/stories/1022525262/#comments
zu diesem Thema sehr gut. Eigentlich gibt es da nicht viel mehr dazu zu sagen.