Karfreitagsliturgie in der Kirche im borgo.
Wie letztes Jahr auch - die halbe Stadt, oder besser: die ganze? - ist versammelt, und wer keinen Platz mehr im Kirchenschiff bekam, steht draußen. Zur Kreuzesverehrung strömen sie dann alle herein. Piccobello angezogene Menschen, Damen und Herren im confraternita-Mantel, Leute in Jogginghosen. Langhaarige. Unrasierte. Wunderschöne italienische Mädchen. Junge Väter mit kleinen Kindern auf dem Arm - wie sie sie lehren, das Kreuz zu küssen. Rollstuhlfahrer. Greise und Greisinnen. Teenager. Der Strom will wieder kein Ende nehmen. Dabei immer wieder eines meiner hiesigen Lieblingslieder: Ti saluto, o croce santa, che portasti il Redentor, gloria, lode, onor ti canta ogni lingua ed ogni cuor.
Und danach Lichterprozession mit dem Gekreuzigten durch das uralte Wehrstädtchen.
Leider bin ich etwas zu spät nach Hause gekommen für die zweite TV-Übertragung des Tages, die Via Crucis mit dem Hl. Vater in Rom.
Aber schon heute Nachmittag hatte mich eine Passage ganz besonders fasziniert aus dem Eröffnungsgebet:
>>In dieser Stunde schleicht sich die Versuchung zur Flucht ein,
das Gefühl der Erschütterung und der Angst,
während der Wurm des Zweifels den Geist annagt,
und die Dunkelheit wie ein Vorhang auf die Seele fällt.
Und Du, Herr, der Du im aufgeschlagenen Buch unseres gebrechlichen Herzens liest,
fragst uns heute Abend wieder,
wie Du einst die Zwölf gefragt hast:
„Wollt auch ihr weggehen?“
Nein, Herr, wir können und wir wollen nicht weggehen,
denn „nur Du hast Worte des ewigen Lebens“
nur Du kennst „das Wort der Wahrheit“,
und Dein Kreuz
ist der einzige „Schlüssel, der uns für die Geheimnisse der Wahrheit und des Lebens öffnet“.
„Wir folgen Dir, wohin Du auch gehst!“
In dieser Einwilligung liegt unsere Anbetung,
während am Horizont des Noch nicht
ein Freudenstrahl des Schon wie ein Kuß unseren Weg berührt.<<
Ich hatte 40 Karfreitage in meinem Leben, ohne den gemarterten Leib am Kreuz voller Liebe und Devotion zu küssen. (Und erst diese Fürbitten.)
Ich habe heute die kleinen Kinder beneidet, die auf den Armen ihrer Väter und Mütter dieses Privileg so selbstverständlich verliehen bekamen: Jesus Christus in seinen schwärzesten Stunden einfach küssen zu dürfen.
Und danach Lichterprozession mit dem Gekreuzigten durch das uralte Wehrstädtchen.
Leider bin ich etwas zu spät nach Hause gekommen für die zweite TV-Übertragung des Tages, die Via Crucis mit dem Hl. Vater in Rom.
Aber schon heute Nachmittag hatte mich eine Passage ganz besonders fasziniert aus dem Eröffnungsgebet:
>>In dieser Stunde schleicht sich die Versuchung zur Flucht ein,
das Gefühl der Erschütterung und der Angst,
während der Wurm des Zweifels den Geist annagt,
und die Dunkelheit wie ein Vorhang auf die Seele fällt.
Und Du, Herr, der Du im aufgeschlagenen Buch unseres gebrechlichen Herzens liest,
fragst uns heute Abend wieder,
wie Du einst die Zwölf gefragt hast:
„Wollt auch ihr weggehen?“
Nein, Herr, wir können und wir wollen nicht weggehen,
denn „nur Du hast Worte des ewigen Lebens“
nur Du kennst „das Wort der Wahrheit“,
und Dein Kreuz
ist der einzige „Schlüssel, der uns für die Geheimnisse der Wahrheit und des Lebens öffnet“.
„Wir folgen Dir, wohin Du auch gehst!“
In dieser Einwilligung liegt unsere Anbetung,
während am Horizont des Noch nicht
ein Freudenstrahl des Schon wie ein Kuß unseren Weg berührt.<<
Ich hatte 40 Karfreitage in meinem Leben, ohne den gemarterten Leib am Kreuz voller Liebe und Devotion zu küssen. (Und erst diese Fürbitten.)
Ich habe heute die kleinen Kinder beneidet, die auf den Armen ihrer Väter und Mütter dieses Privileg so selbstverständlich verliehen bekamen: Jesus Christus in seinen schwärzesten Stunden einfach küssen zu dürfen.
ElsaLaska - 22. Apr, 23:53
Trackback URL:
https://elsalaska.twoday.net/stories/16578513/modTrackback