Hinter der Perspektive zurückgeblieben.
>>Das II. Vaticanum wollte durchaus die Rede von der Kirche der Rede von Gott ein- und unterordnen, es wollte eine im eigentlichen Sinn theo-logische Ekklesiologie vorlegen, aber die Rezeption des Konzils hat bisher dieses bestimmende Vorzeichen vor den einzelnen ekklesiologischen Aussagen übersprungen, sich auf einzelne Stichworte gestürzt und ist damit hinter der großen Perspektive der Konzilsväter zurückgeblieben.
Etwas Ähnliches kann man übrigens gegenüber dem ersten Text feststellen, den das II. Vaticanum verabschiedete - gegenüber der Konstitution von der heiligen Liturgie. Daß sie am Anfang stand, hatte zunächst pragmatische Gründe. Aber rückschauend muß man sagen, daß dies in der Architektur des Konzils einen guten Sinn hat: Am Anfang steht die Anbetung. Und damit Gott. Dieser Anfang entspricht dem Wort der Benedikt-Regel (XLIII,3): Operi Dei nihil praeponatur. Die Kirchenkonstitution, die dann als zweiter Text des Konzils folgt, sollte man damit innerlich verklammert sehen. Die Kirche leitet sich aus der Anbetung her, aus dem Auftrag, Gott zu verherrlichen. Ekklesiologie hat von ihrem Wesen her mit Liturgie zu tun. Und so ist es dann auch logisch, daß die dritte Konstitution vom Wort Gottes spricht, das die Kirche zusammenruft und allzeit neu erschafft. Die vierte Konstitution zeigt, wie sich Verherrlichung Gottes im Ethos darstellt, wie das von Gott empfangene Licht in die Welt hineingetragen und erst so die Verherrlichung Gottes ganz wird. In der Nachgeschichte des Konzils wurde freilich die Liturgiekonstitution nicht mehr von diesem grundlegenden Primat der Anbetung her verstanden, sondern geradezu als ein Rezeptbuch darüber, was wir mit der Liturgie machen können.
Inzwischen ist manchen Liturgie-Experten in den sich überstürzenden Erwägungen, wie man Liturgie attraktiver, kommunikativer gestalten, immer mehr Leute darin aktiv einbeziehen könne, anscheinend fast ganz aus dem Sinn gekommen, daß die Liturgie eigentlich für Gott »gemacht« wird und nicht für uns selber. Je mehr wir sie aber für uns selber machen, desto weniger attraktiv ist sie, weil alle deutlich spüren, daß das Wesentliche mehr und mehr abhanden kommt.<<
Aus Joseph Kardinal Ratzinger "Die Ekklesiologie der Konstitution Lumen Gentium".
Etwas Ähnliches kann man übrigens gegenüber dem ersten Text feststellen, den das II. Vaticanum verabschiedete - gegenüber der Konstitution von der heiligen Liturgie. Daß sie am Anfang stand, hatte zunächst pragmatische Gründe. Aber rückschauend muß man sagen, daß dies in der Architektur des Konzils einen guten Sinn hat: Am Anfang steht die Anbetung. Und damit Gott. Dieser Anfang entspricht dem Wort der Benedikt-Regel (XLIII,3): Operi Dei nihil praeponatur. Die Kirchenkonstitution, die dann als zweiter Text des Konzils folgt, sollte man damit innerlich verklammert sehen. Die Kirche leitet sich aus der Anbetung her, aus dem Auftrag, Gott zu verherrlichen. Ekklesiologie hat von ihrem Wesen her mit Liturgie zu tun. Und so ist es dann auch logisch, daß die dritte Konstitution vom Wort Gottes spricht, das die Kirche zusammenruft und allzeit neu erschafft. Die vierte Konstitution zeigt, wie sich Verherrlichung Gottes im Ethos darstellt, wie das von Gott empfangene Licht in die Welt hineingetragen und erst so die Verherrlichung Gottes ganz wird. In der Nachgeschichte des Konzils wurde freilich die Liturgiekonstitution nicht mehr von diesem grundlegenden Primat der Anbetung her verstanden, sondern geradezu als ein Rezeptbuch darüber, was wir mit der Liturgie machen können.
Inzwischen ist manchen Liturgie-Experten in den sich überstürzenden Erwägungen, wie man Liturgie attraktiver, kommunikativer gestalten, immer mehr Leute darin aktiv einbeziehen könne, anscheinend fast ganz aus dem Sinn gekommen, daß die Liturgie eigentlich für Gott »gemacht« wird und nicht für uns selber. Je mehr wir sie aber für uns selber machen, desto weniger attraktiv ist sie, weil alle deutlich spüren, daß das Wesentliche mehr und mehr abhanden kommt.<<
Aus Joseph Kardinal Ratzinger "Die Ekklesiologie der Konstitution Lumen Gentium".
ElsaLaska - 12. Okt, 15:33
"Montini -T..."
"Ein Rezeptbuch darüber, was wir mit der Liturgie machen können. (...)Je mehr wir sie aber für uns selber machen, desto weniger attraktiv ist sie, weil alle deutlich spüren, dass das Wesentliche mehr und mehr abhanden kommt".
Warum sage ich "Geist des Konzils?" Augenwischerei. Die Bugnini-Kommission hat dieses "Rezeptbuch" entworfen und Papst Paul VI. hat es unterschrieben. Gegen den Rat, das Flehen von Bischöfen, den Warnungen eines orthodoxen Patriarchen. Kulturschaffende schickten eine Petition nach Rom mit der Bitte, die "Alte Messe" zu erhalten, nicht gegen diese Liturgie auszutauschen. Als der Papst auch die Unterschrift von Agatha Christie las, stutze er. Die anglikanische Krimiautorin war mit einem Katholiken verheiratet.
Es gibt Situationen, da sollten Päpste auf Krimiautorinnen hören :-)
Und dann gab es diesen Erzbischof L., der zunächst demütig darum bat, die überlieferte Liturgie weiter feiern zu dürfen, ohne die neue anzutasten. Wurde strikt verboten.
Inzwischen haben wir eine Glaubenskrise, die sich gewaschen hat...
(Und ich weiß seit gestern, dass es Montini-Tischchen gibt. Geboren aus dem unverwüstlichen katholischen Humor).
@cuppa @Phil
Es geht also um die Liturgiekonstitution, diese ist gemeint. Keinesfalls Messbücher.