Der italienische Rentner.
Ich liebe italienische Rentner. Sie spazieren in Unterhosen und Hausschuhen, Jeanshütchen auf dem Kopf über die sengend heiße Landstraße, verwickeln einem in ein Gespräch und packen dann ihren deutschen Wortschatz aus, bestehend aus "Blitzkrieg", "Panzerdivision" und "Bombenalarm". Oder sie machen meine immerhin schon 75jährige weißhaarige Mama, Grace-Kelly-Frisur, in der Bar an: "Ciao bella!" (Ausgebreitete Arme, breites Jacketkronenlächeln).
Sie hocken im Schatten und spielen Karten nach Regeln, die in keinem anderen Land der Welt bekannt sind. Sie machen die Straßen unsicher mit ihren Apes, auf deren Ladefläche immer exakt zwei Reisigbesen, eine Schaufel und eine kleine Packung Mineralwasser festgezurrt sind.
Sie rufen meinem Hund "Ciao bello!" hinterher, und wenn ich mich rumdrehe korrigieren sie sich "Bell-A!" Sie wissen, wer den besten Lagotto-Trüffelhund in der ganzen Gegend hat und wo man den besten Fisch und die besten tagliatelle zu essen bekommt. Sie sitzen vor den Bars mit einem Glas kalten Weißwein, weil Bier zu teuer und Wein ihnen lieber ist und tun so, als würde der erfrischende Abend mit der leichten Brise niemals in die stockfinstere, schwülheiße Nacht übergehen. Sie nerven vor mir in der Bank, wenn sie sich umständlich ihre magere Rente in bar auszahlen lassen. Und gleich darauf liebe ich sie wieder, weil sie sich das Geld mit der Geste eines Königs in die Innentasche ihres fadenscheinigen Sakkos schieben und hinausspazieren, um ihre Frau oder ihre Familie endlich zu einem großartigen Essen (mit den besten tagliatelle und dem besten Fisch/der besten grigliata mista) einladen zu können.
Ich liebe italienische Rentner, weil sie den Hut ziehen, wenn sie an einer Kirche vorbeikommen.
Ich liebe sie deshalb, weil sie nicht vor lauter Furcht vor dem nahen Tod aufhören, sondern erst richtig anfangen. Was man sein Leben lang geübt hat, verlernt am Ende auch nicht.
Sie hocken im Schatten und spielen Karten nach Regeln, die in keinem anderen Land der Welt bekannt sind. Sie machen die Straßen unsicher mit ihren Apes, auf deren Ladefläche immer exakt zwei Reisigbesen, eine Schaufel und eine kleine Packung Mineralwasser festgezurrt sind.
Sie rufen meinem Hund "Ciao bello!" hinterher, und wenn ich mich rumdrehe korrigieren sie sich "Bell-A!" Sie wissen, wer den besten Lagotto-Trüffelhund in der ganzen Gegend hat und wo man den besten Fisch und die besten tagliatelle zu essen bekommt. Sie sitzen vor den Bars mit einem Glas kalten Weißwein, weil Bier zu teuer und Wein ihnen lieber ist und tun so, als würde der erfrischende Abend mit der leichten Brise niemals in die stockfinstere, schwülheiße Nacht übergehen. Sie nerven vor mir in der Bank, wenn sie sich umständlich ihre magere Rente in bar auszahlen lassen. Und gleich darauf liebe ich sie wieder, weil sie sich das Geld mit der Geste eines Königs in die Innentasche ihres fadenscheinigen Sakkos schieben und hinausspazieren, um ihre Frau oder ihre Familie endlich zu einem großartigen Essen (mit den besten tagliatelle und dem besten Fisch/der besten grigliata mista) einladen zu können.
Ich liebe italienische Rentner, weil sie den Hut ziehen, wenn sie an einer Kirche vorbeikommen.
Ich liebe sie deshalb, weil sie nicht vor lauter Furcht vor dem nahen Tod aufhören, sondern erst richtig anfangen. Was man sein Leben lang geübt hat, verlernt am Ende auch nicht.
ElsaLaska - 10. Jul, 00:15