Menke:
"Aber das ist für die Piusbruderschaft viel zu geschichtlich und zu offen gedacht. Deshalb ist eine Entwicklung in der Lehre gar nicht möglich. Alles, was man Entwicklung des Dogmas nennt, ist aus der Piusbruderschaft nicht möglich. "
Das hört sich so an, als sei die FSSPX im Urchristentum steckengeblieben...
Will das wirklich jemand behaupten?
Imrahil (Gast) - 30. Nov, 14:51
War eine sehr interessante Feststellung, eine schöne und ehrliche Aufdröselung des Problems.
Die Piusbrüder sagen: Die Offenbarung endete mit dem Tod des letzten Apostels. Ludwig Ott sagt das auch; Pius X. lehrte das amtlich; das seitherige Lehramt hat das nicht widerrufen (auch das Konzil nicht); mithin haben wir es mit der Lehre der Kirche zu tun.
Der selige John Henry sagte, daß es ein Development of Doctrine gibt. Ich kenne mich mit ihm zu wenig aus; die Sache dürfte aber klar sein. Insofern sind Menkes Aussagen über diese Entwicklung an sich nicht falsch - aber geeignet, beim einem Piusbruder Angst hervorzurufen, was denn die Kirche potentiell noch alles von ihm verlangen könnte.
Jedenfalls erfolgt die Entwicklung in der Weise der Interpretation. Der Konflikt dürfte banal dahin aufzulösen sein, daß - in der Hauptsache - die Piusbrüder fälschlich Widersprüchlichkeiten annehmen, wo keine sind. Und im übrigen die Abgeschlossenheit* der Offenbarung mit der Entwickelbarkeit durchaus vereinbar ist.
Interessant aber, daß mal jemand nicht sagt, die Piusbrüder seien im Jahre 1953 oder 1961 steckengeblieben.
Entgegen dem, was Wbf. Fellay sagt - ich halte nicht die doktrinellen Probleme für die größten; die sind bereinigbar, muß halt das nicht mehr Widerspruch genannt werden, was keiner ist, und im ziemlich kleinen verbleibenden Rest halt eine Seite ihren Irrtum eingestehen oder zumindest eine Nichthäresie nicht mehr als kirchentrennend verstanden werden. Das Problem ist, daß der Heilige Stuhl nicht von dem Prinzip der Arbeitseinheit mit dem Ortsbischof abweichen wird wollen; und die Piusbrüder werden zwar sicherlich, schon der sakramentalen Verfaßtheit der Kirche wegen, dem Ortsbischof sich formell unterordnen, befürchten aber, sobald das in irgendeiner Form konkret wird, daß "diese ihnen den Garaus machen können, was sie natürlich nur zu gerne tun würden", wie P. Schmidberger sagte.
* In der Mathematik ist ein normierter *Gesamt*körper (und, nu ja, die leere Menge) witzigerweise offen *und* abgeschlossen.
Imrahil (Gast) - 30. Nov, 14:53
Allerdings hätte Menke nicht von Häresie sprechen sollen, sondern nur von sachlichen Irrtümern. Die Vereinbarkeit des II. Vaticanums mit dem Depositum fidei ist zwar sicher, und mit der Resttradition bis auf klitzekleine Randprobleme gegeben, aber keins von beiden Vereinbarkeiten ist ein zu glaubendes Dogma.
Nicht sehr überzeugend...
"Aber das ist für die Piusbruderschaft viel zu geschichtlich und zu offen gedacht. Deshalb ist eine Entwicklung in der Lehre gar nicht möglich. Alles, was man Entwicklung des Dogmas nennt, ist aus der Piusbruderschaft nicht möglich. "
Das hört sich so an, als sei die FSSPX im Urchristentum steckengeblieben...
Will das wirklich jemand behaupten?
Die Piusbrüder sagen: Die Offenbarung endete mit dem Tod des letzten Apostels. Ludwig Ott sagt das auch; Pius X. lehrte das amtlich; das seitherige Lehramt hat das nicht widerrufen (auch das Konzil nicht); mithin haben wir es mit der Lehre der Kirche zu tun.
Der selige John Henry sagte, daß es ein Development of Doctrine gibt. Ich kenne mich mit ihm zu wenig aus; die Sache dürfte aber klar sein. Insofern sind Menkes Aussagen über diese Entwicklung an sich nicht falsch - aber geeignet, beim einem Piusbruder Angst hervorzurufen, was denn die Kirche potentiell noch alles von ihm verlangen könnte.
Jedenfalls erfolgt die Entwicklung in der Weise der Interpretation. Der Konflikt dürfte banal dahin aufzulösen sein, daß - in der Hauptsache - die Piusbrüder fälschlich Widersprüchlichkeiten annehmen, wo keine sind. Und im übrigen die Abgeschlossenheit* der Offenbarung mit der Entwickelbarkeit durchaus vereinbar ist.
Interessant aber, daß mal jemand nicht sagt, die Piusbrüder seien im Jahre 1953 oder 1961 steckengeblieben.
Entgegen dem, was Wbf. Fellay sagt - ich halte nicht die doktrinellen Probleme für die größten; die sind bereinigbar, muß halt das nicht mehr Widerspruch genannt werden, was keiner ist, und im ziemlich kleinen verbleibenden Rest halt eine Seite ihren Irrtum eingestehen oder zumindest eine Nichthäresie nicht mehr als kirchentrennend verstanden werden. Das Problem ist, daß der Heilige Stuhl nicht von dem Prinzip der Arbeitseinheit mit dem Ortsbischof abweichen wird wollen; und die Piusbrüder werden zwar sicherlich, schon der sakramentalen Verfaßtheit der Kirche wegen, dem Ortsbischof sich formell unterordnen, befürchten aber, sobald das in irgendeiner Form konkret wird, daß "diese ihnen den Garaus machen können, was sie natürlich nur zu gerne tun würden", wie P. Schmidberger sagte.
* In der Mathematik ist ein normierter *Gesamt*körper (und, nu ja, die leere Menge) witzigerweise offen *und* abgeschlossen.