Unfall.
Ich gehe eine wenig befahrene Straße im Tal mit Rasul. Eine uralte Ape, noch richtig viereckig, ich schätze mal Achtziger Jahre, kommt uns entgegen, dahinter mal ich denke, ein Vierzehnjähriger, bestimmt ohne Führerschein und entweder auf Speed oder völlig betrunken. Wohlgemerkt, auf einer sehr unbefahrenen Straße. Er reißt das Lenkrädchen rum, lacht uns an, wie man eben Leute anlacht, die man fast umgesenst und ums Leben gebracht hätte und düst weiter. Ich schaue ihm genervt hinter her. Keine halbe Minute später verlenkt er sich auf schnurgerader Straße, schlittert, fällt auf die Seite, schlittert auf der Beifahrerseite weiter und bleibt mit einem mords Krach liegen. Ich beeile mich beschämenderweise nicht, während aus dem Nachbarhaus ein Fiat 500 startet, um Leben zu retten. Ich falle nicht mal in Laufschritt, sondern denke mir, so wie das aussieht, sieht es gut aus. Entweder er ist tot, oder halt nicht. Meine unerschütterliche These bewahrheitet sich, auf halbem Weg zu seinem übergekippten Wrack öffnet sich die Fahrertüre und der Volldepp steigt aus. Wirft sein blödes Gerät wieder in die Waagrechte (es ist so leicht, dass man das als Vierzehnjähriger tun kann, dreirädig halt), kehrt um und fährt, die Mütze ins Gesicht gezogen, aber nicht mehr lachend, wieder Richtung von da, wo er hergekommen ist. Die Fahrerin des Rettungsfiats hält an und sagt zu mir, dass sie einen Riesenkrach gehört hatte und "meglio così!" besser so, keiner verletzt, O Signore ... Benedetto. Dann fährt sie wieder nach Hause.
Ich gebe zu, ich bin so unchristlich sozialisiert, dass ich hoffe, dass sein Dad ihm den Hosenboden blau geschlagen hat.
Ich gebe zu, ich bin so unchristlich sozialisiert, dass ich hoffe, dass sein Dad ihm den Hosenboden blau geschlagen hat.
ElsaLaska - 30. Jan, 22:25