Zwei Zitate
>>Wahrheit ist eine absolute Qualität, die im mystischen Leib Christi ihren realsymbolischen Ausdruck findet. Das nur als die Kirche existierende Christentum bildet so den Anspruch, wahres und einzigartiges Zusammenstimmen von Glauben, Vernunft und geschichtlichem Leben zu sein.
Die universale, das heißt katholische Kirche steht so weder in einem einfachen Widerspruch zu gegebenen verschiedenen Interpretationen der christlichen Botschaft und des Verständnisses von Wahrheiten, noch ist sie der Welt in ihrem immanenten Geschehen entgegensetzt. Die Kirche existiert als Braut des Herrn, die durch seinen Geist lebt, als uneingeschränkter Maßstab und Raum, innerhalb dessen sich alle Wirklichkeiten zu bewahrheiten haben. Fällt diese Bewahrheitung aus, da die angetroffenen Elemente widersprüchlich auftreten, so ist dies nicht Grund dazu, die Widersprüchlichkeit als eine der Möglichkeiten gelten zu lassen, sondern sie aus ihrem inneren Unverstand heraus wieder zu sich kommen zu lassen oder zu eliminieren.
Der Gegensatz der Wahrheit ist das Falsche, nicht das weniger Wahre. Das Falsche oder Irrige hat so aus dem Wahrheitsprozess ausgeschlossen zu werden. Dies ist nur dann möglich, wenn das Urteil in derjenigen Freiheit gesucht wird, die sich nicht als Regellosigkeit definiert, sondern sich selbst zur Aufgabe wird, indem sie den Geist als das anerkennt, was einzelnen Verhaltungen vorausgeht. Die Anerkennung ist kein Verlust der Autonomie des Denkens, sondern Gelegenheit zu eigentlicher Selbstfindung. Diese Selbstfindung gründet für den Katholiken in der Unabänderlichkeit des Grundgewebes der Kirche, das nicht auf etwas Menschliches beschnitten werden kann. <<
Aus einem Artikel von Dr. Armin Schwibach in Gänze zu lesen hier.
>>"Dominus noster Christus veritatem se, non consuetudinem, cognominavit - Christus hat gesagt: Ich bin die Wahrheit, nicht: Ich bin die Gewohnheit" (Tertullian, De virgin. vel 1,1). Man beachte in diesem Zusammenhang, dass das hier von Tertullian in Bezug auf die heidnische Religion verwendete Wort consuetudo in den modernen Sprachen mit den Ausdrücken "kulturelle Mode", "Mode der Zeit" übersetzt werden kann. In einer Zeit wie der unsrigen, die in der Diskussion über die Werte und die Religion - wie auch im interreligiösen Dialog - vom Relativismus gezeichnet ist, ist dies eine Lektion, die nicht vergessen werden darf.<<
Papst Benedikt XVI. in seiner Katechese über den Hl. Justinus vom 21. März 2007.
Die universale, das heißt katholische Kirche steht so weder in einem einfachen Widerspruch zu gegebenen verschiedenen Interpretationen der christlichen Botschaft und des Verständnisses von Wahrheiten, noch ist sie der Welt in ihrem immanenten Geschehen entgegensetzt. Die Kirche existiert als Braut des Herrn, die durch seinen Geist lebt, als uneingeschränkter Maßstab und Raum, innerhalb dessen sich alle Wirklichkeiten zu bewahrheiten haben. Fällt diese Bewahrheitung aus, da die angetroffenen Elemente widersprüchlich auftreten, so ist dies nicht Grund dazu, die Widersprüchlichkeit als eine der Möglichkeiten gelten zu lassen, sondern sie aus ihrem inneren Unverstand heraus wieder zu sich kommen zu lassen oder zu eliminieren.
Der Gegensatz der Wahrheit ist das Falsche, nicht das weniger Wahre. Das Falsche oder Irrige hat so aus dem Wahrheitsprozess ausgeschlossen zu werden. Dies ist nur dann möglich, wenn das Urteil in derjenigen Freiheit gesucht wird, die sich nicht als Regellosigkeit definiert, sondern sich selbst zur Aufgabe wird, indem sie den Geist als das anerkennt, was einzelnen Verhaltungen vorausgeht. Die Anerkennung ist kein Verlust der Autonomie des Denkens, sondern Gelegenheit zu eigentlicher Selbstfindung. Diese Selbstfindung gründet für den Katholiken in der Unabänderlichkeit des Grundgewebes der Kirche, das nicht auf etwas Menschliches beschnitten werden kann. <<
Aus einem Artikel von Dr. Armin Schwibach in Gänze zu lesen hier.
>>"Dominus noster Christus veritatem se, non consuetudinem, cognominavit - Christus hat gesagt: Ich bin die Wahrheit, nicht: Ich bin die Gewohnheit" (Tertullian, De virgin. vel 1,1). Man beachte in diesem Zusammenhang, dass das hier von Tertullian in Bezug auf die heidnische Religion verwendete Wort consuetudo in den modernen Sprachen mit den Ausdrücken "kulturelle Mode", "Mode der Zeit" übersetzt werden kann. In einer Zeit wie der unsrigen, die in der Diskussion über die Werte und die Religion - wie auch im interreligiösen Dialog - vom Relativismus gezeichnet ist, ist dies eine Lektion, die nicht vergessen werden darf.<<
Papst Benedikt XVI. in seiner Katechese über den Hl. Justinus vom 21. März 2007.
ElsaLaska - 30. Nov, 17:40
Es drängt sich die ernste Frage auf, was oder wer wird diese Funktionärskader stoppen, die schon mit der elektrischen Heckenschere bei Fuß, eben dieses an sich unantastbare Grundgewebe der Kirche auf etwas zusammenstutzen wollen, was im Grunde noch nicht einmal den Namen "menschlich"verdient.
So klug und wahr Dr. Schwibachs Aufsatz ist: in Umkehrung seines Satzes über den "Wahrheitsprozeß" gilt dann aus Sicht der Relativisten nicht zwangsläufig, daß die Wahrheit aus dem "Dialogprozeß" eliminiert werden muß?
Es wäre ureigenste Aufgabe des Episkopats, gewissen Kreisen in päpstlicher Lesart u.a. den Tertullian eindrücklichst hinter die Ohren zu schreiben, Kreisen, die offensichtlich die Kirche zu einer Anstalt der "Moden der Zeit" wandeln möchten. Gibt es Anzeichen, daß sie es tun?
Wurde u.a. nicht jüngst hier der aus dem Munde eines Bischofs ungeheuerliche Satz zitiert, er möchte nicht so klingena, als habe er etwas festes zu vermitteln?
Was ist zu tun außer Beten und Hoffen? Ich zweifle nicht an "non prevalebunt", es gilt aber womöglich nicht immer für alle Teile der Kirche. Oder dürfen wir doch auf Lösung unserer Personalprobleme hoffen?
@L.A.
Ich möchte nicht resignativ klingen, aber das Problem mit dem Vermitteln der Wahrheit ist ja ein uraltes und nicht nur in der heutigen Zeit schwierig.
Zuallererst müsste man natürlich auch davon überzeugt sein, dass es eine gibt und man ihrer inne ist. Das wäre Grundvoraussetzung. Aber auch dann, wenn das der Fall wäre, bleibt es schwierig. Es ist bequemer, die Wahrheit nicht zu kennen, komfortabler, einfacher, man muss keinen festen Standpunkt vertreten und kann dafür dann auch nicht angegriffen werden. So ist es also einfacher.
aber in der Katholischen Kirche haben wir ja dafür ein tiefes bewährtes Fundament, ein großartiges Erbe, das ja zunächst immer wieder gekannt, erfaßt, begriffen sein muß als Grundlage der Suche. Das ist doch das innere wie äußere Gesetz der Kirche von Anfang an.
Wie kann es sein, daß das verworfen wird? Wie kann man einem "ergebnisoffenen" intersubjektiven Plauderzirkel penibel ausgewählter Berufslaien und Kleriker, über das was "Kirche" sei oder werden solle (!), das Wort reden? Wie ihn sogar initiieren und anpreisen, und schon somit, aber auch de facto, den Bezug auf dieses auf göttliche Wahrheit ausgerichtete Fundament, das Dr. Schwibach so stringent darlegte, schlicht zu ignorieren oder ihn offen als Störfaktor zu betrachten? (bescheiden mit ein Phrasen über "in Jesus" bemäntelt, so viel Corporate Identy muß (jetzt) wohl noch sein.
Das meint jene vom Autor verworfene Haltung der prinzipielle Regellosigkeit, die in solchem Treiben implizit ist. Regeln sollen nur noch als von Vertretern divergierender Zeitmoden als Arrangement unter diesen gültig werden. Zur Zeit noch unter strategischer Rücksichtnahme auf "die Tradition".(die eben nicht als Erbe verstanden, sondern als Position eines "politischen Gegners".)
Das muß, das wird verhindert werden, ich weiß nur grad nicht wie, auf welche Art.
aber Non praevalebunt, wie gesagt.