Elsas Nacht(b)revier



Francois Gérard: St. Térèse d'Avila

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str - 12. Dez, 18:28

Klar gibt es eine Kirchenkrise, aber warum denn so bescheiden? Gab es im 16. Jahrhundert keine? Im 14. Jahrhundert? Vielleicht muß die Kirche auch immer krisenbesetzt (und wenn nicht, dann krisenbedroht) sein, auf daß wir uns nicht im Vorläufigen - im Vergleich mit der Vollendung bei der Wiederkunft des Herrn - allzu bequem einrichten.

Was Striet sagt: der Zustand anderer Konfessionen, daß um diese noch schlimmer bestellt ist, ist in der Tat kein Argument gegen Reformen. Nur ist die Frage ja eben nicht, Reform oder nicht, sondern welche Reform, mit welchem Ziel, auf welcher Grundlage und in welchem Geist? Und es ist eben schon ein Argument, daß manche der angepriesenen Rezepte auch bei anderen nicht das erwünschte Ergebnis brachten.

In der Kirche mag die Gottesfrage (was auch immer das sei) gestellt werden. Gestellt werden kann sie überall. Aufgabe der Kirche ist es aber, wann immer sie gefragt wird, die Gottesantwort zu geben, einerseits die Antwort über Gott und andererseits die Antwort von Gott. Das ist der Glaube der Kirche.

Die Frage, wer die Kirche mit Antimodernismus identifiziert, ist in der Tat zu stellen.

Aber daß es ihn in der Kirche gibt, ist nicht zu bestreiten. Und insofern aus einem Anti-Modernismus, einer Abwehr der modernistischen Ideologie, ein Antimodern-Ismus, eine Ablehnung alles Modernen, wird (man könnte hier auch den Unterschied zwischen dem Hl. Papst Pius X und seinen heutigen Namensträgern sehen, aber nicht nur) ist er der Botschaft Christi hinderlich.

Einheitsrhetorik ist doch heutzutage nicht in der Kirche anzutreffen sondern draußen in der Welt. Und ob nun Obama oder der Bundespräsident (egal welcher) oder Roger Waters spricht, es stößt immer sauer auf, daß nach den Inhalten und Grundlagen dieser Einheit nicht gefragt wird. Christus hat zwar einerseits gesammelt, aber er hat auch vom Schwert, von der Spaltung gesprochen.

Imrahil (Gast) - 12. Dez, 22:15

Danke für Deine freundlichen Antworten usw. ...

Zu diesem Thema, d. h. dem ersten Argument (im übrigen Zustimmung - eine Ablehnung des Modernen quia modern sehe ich allerdings auch bei der Piusbruderschaft nicht...): Das ist natürlich ein Argument, das man, ich speziell, nicht hören will - obwohl es richtig ist. Um das mal so offen zu sagen. Und das aus folgendem Grund.

Wenn die Kirche durch den Kakao gezogen wird, will ich ihn nicht auch noch trinken. Das würde ich aber, meine ich, tun, wenn ich allzu freudig auf dem Argument herumreite, ja wir dürfen uns ja hier nicht im Vorläufigen einrichten. Wenn und insoweit der Zustand der Kirche prekär ist, ziehe ich gerne das Erinnertwerten an die künftige Vollendung als Honig aus diesem prekären Zustand heraus; aber ich muß das nicht auch noch wollen; Feste sind mir auch lieber als Fasten, und neben dem "wir sind nur Gast auf Erden" steht auch das "Lieben wir in unserem irdischen Vaterland das unvollkommene Abbild des himmlischen".

Im übrigen braucht der Christ, der vom Himmel keine Vorstellung hat, schon allein um seines psychischen Friedens willen das Bild einer in Ruhe und Ordnung lebenden Kirche, auch wenn er momentan sich einer solchen nicht erfreuen kann. Walther von der Vogelweide (oder Wolfram von Eschenbach? oder wer auch immer) sprach davon, er wolle, einen ehrbaren Namen, ein auskömmliches Vermögen und die Gnade Gottes, kostbarer als diese beiden, gemeinsam in einen Kasten bekommen - wo das nicht möglich sei, könne man auch nicht von Frieden und Recht sprechen! Diesen Frieden und Recht muß man sich wenigstens wünschen dürfen.

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Elsa (Gast) - 12. Aug, 17:50
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ElsaLaska - 2. Aug, 10:27
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