Der Geist der caritas und die Kategorien der natürlichen Liebe III
>>C) Die Liebe der Eltern zu ihren Kindern
Die Liebe der Mutter und des Vaters zum Kind besitzt nicht den weiter oben geschilderten Charakter einer Hinwendung der Personen zueinander und der gegenseitigen Durchdringung. Für sie ist die Zuordnung zum Kind charakteristisch. Weil das Kind ein Kind ist, und zwar das Kind dieser konkreten Eltern, konstituiert es gleichsam diese Beziehung der Zuordnung ihrer Liebe. Es "apelliert" an die Eltern um Liebe. Ihre Antwort der Liebe äußert sich in Zärtlichkeit gegenüber dem Kind, im liebenden Sorgen, im Denken an das Kind, in Taten der Liebe. Aus diesen Faktoren setzt sich die intentio benevolentiae der Elternliebe zusammen. Dagegen ist die intentio unionis hier nicht so deutlich ausgeprägt mit dem gelibten Kind, im "Weilen" bei ihm. Dieses Weilen hat gewissermaßen den Charakter eines Danebenstehens. In der Elternliebe ist immer ein tiefgradiges Verstehen des Kindes enthalten. Das letztendliche Ziel des liebenden Sorgens für das Kind besteht darin, ihm Wachstum und das Erreichen der Selbstständigkeit im Leben zu ermöglichen.
D) Die Liebe der Kinder zu ihren Eltern
In enger Verbindung mit der vorhergehenden Kategorie steht die Liebe der Kinder zu ihren Eltern. Ihr charakteristisches Merkmal ist die Haltung der Hinwendung des Kindes zu den Eltern, die der Autor als Aufblicken bezeichnet. Eine solche Haltung ist deshalb berechtigt, weil die Eltern für das Kind vor allem "Vertreter" Gottes und Vermittler der Werte sind. Erst in zweiter Linie erscheinen sie den Kindern als mit bestimmten Attributen ausgestatteten Personen. Diese Liebe entwickelt sich auf dem Fundament der elterlichen Liebe, die die Kinder in der Familie erfahren. Die intentio unionis hat hier entschieden Vorrang vor der intentio benevolentiae. Erstere äußert sich hier im Weilen der Kinder bei ihren Eltern, im Gefühl der Sicherheit sowie im Zehren geistiger Inhalte von ihnen. Die Liebe der Kinder zu den Eltern bleibt trotz der Entwicklung des Kindes immer ein einheitlicher Typ der Liebe. Mit der Zeit kann sie zu Freundschaft mit ihnen werden.
[Aus Stanislaw T. Zarzycki: "Spiritualität des Herzens. Die philosophisch-theologischen Grundlagen bei Dietrich von Hildebrand". Als nächstes dann die Kategorie "Geschwisterliche Liebe".]
Die Liebe der Mutter und des Vaters zum Kind besitzt nicht den weiter oben geschilderten Charakter einer Hinwendung der Personen zueinander und der gegenseitigen Durchdringung. Für sie ist die Zuordnung zum Kind charakteristisch. Weil das Kind ein Kind ist, und zwar das Kind dieser konkreten Eltern, konstituiert es gleichsam diese Beziehung der Zuordnung ihrer Liebe. Es "apelliert" an die Eltern um Liebe. Ihre Antwort der Liebe äußert sich in Zärtlichkeit gegenüber dem Kind, im liebenden Sorgen, im Denken an das Kind, in Taten der Liebe. Aus diesen Faktoren setzt sich die intentio benevolentiae der Elternliebe zusammen. Dagegen ist die intentio unionis hier nicht so deutlich ausgeprägt mit dem gelibten Kind, im "Weilen" bei ihm. Dieses Weilen hat gewissermaßen den Charakter eines Danebenstehens. In der Elternliebe ist immer ein tiefgradiges Verstehen des Kindes enthalten. Das letztendliche Ziel des liebenden Sorgens für das Kind besteht darin, ihm Wachstum und das Erreichen der Selbstständigkeit im Leben zu ermöglichen.
D) Die Liebe der Kinder zu ihren Eltern
In enger Verbindung mit der vorhergehenden Kategorie steht die Liebe der Kinder zu ihren Eltern. Ihr charakteristisches Merkmal ist die Haltung der Hinwendung des Kindes zu den Eltern, die der Autor als Aufblicken bezeichnet. Eine solche Haltung ist deshalb berechtigt, weil die Eltern für das Kind vor allem "Vertreter" Gottes und Vermittler der Werte sind. Erst in zweiter Linie erscheinen sie den Kindern als mit bestimmten Attributen ausgestatteten Personen. Diese Liebe entwickelt sich auf dem Fundament der elterlichen Liebe, die die Kinder in der Familie erfahren. Die intentio unionis hat hier entschieden Vorrang vor der intentio benevolentiae. Erstere äußert sich hier im Weilen der Kinder bei ihren Eltern, im Gefühl der Sicherheit sowie im Zehren geistiger Inhalte von ihnen. Die Liebe der Kinder zu den Eltern bleibt trotz der Entwicklung des Kindes immer ein einheitlicher Typ der Liebe. Mit der Zeit kann sie zu Freundschaft mit ihnen werden.
[Aus Stanislaw T. Zarzycki: "Spiritualität des Herzens. Die philosophisch-theologischen Grundlagen bei Dietrich von Hildebrand". Als nächstes dann die Kategorie "Geschwisterliche Liebe".]
ElsaLaska - 8. Dez, 20:36
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