Das Schreiben an die Bischöfe über die Zusammenarbeit ...
von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt lohnt also einer eingehenderen Betrachtung, passt aktuell auch sehr gut, und ich fange heute mit der Einleitung dieses Schreibens der Glaubenskongregation aus dem Jahre 2004, unterzeichnet von Kardinal Ratzinger und EB Angelo Amato, an. Die Hervorhebungen in kursiv sind von mir:
>>EINLEITUNG
1. Erfahren in der Menschlichkeit, ist die Kirche immer an den Belangen von Mann und Frau interessiert. In der letzten Zeit wurde viel über die Würde der Frau, über ihre Rechte und Pflichten in den verschiedenen Bereichen der bürgerlichen und der kirchlichen Gemeinschaft nachgedacht. Die Kirche, die besonders durch die Lehre von Johannes Paul II. zur Vertiefung dieses grundlegenden Themas beigetragen hat [1] wird heute von einigen Denkströmungen herausgefordert, deren Ideen oft nicht mit den genuinen Zielsetzungen der Förderung der Frau übereinstimmen.
Nach einer kurzen Darlegung und kritischen Bewertung verschiedener gegenwärtiger anthropologischer Auffassungen möchte das vorliegende Dokument Überlegungen über einige Voraussetzungen für ein rechtes Verständnis der aktiven Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt — bei ausdrücklicher Anerkennung ihrer Verschiedenheit — bieten. Diese Überlegungen sind inspiriert von den Lehraussagen der biblischen Anthropologie, die unerlässlich sind, um die Identität der menschlichen Person zu wahren. Sie wollen überdies Ausgangspunkt für einen Weg der Vertiefung innerhalb der Kirche und für den Aufbau eines Dialogs mit allen Männern und Frauen guten Willens sein, in der aufrichtigen Suche nach der Wahrheit und im gemeinsamen Bemühen um die Förderung von immer authentischeren Beziehungen.<<
[1]Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981): AAS 74 (1982) 81-191; Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988): AAS 80 (1988) 1653-1729; Brief an die Familien (2. Februar 1994): AAS 86 (1994) 868-925; Brief an die Frauen (29. Juni 1995): AAS 87 (1995) 803-812; Katechesen über die menschliche Liebe (1979-1984): Insegnamenti II (1979) - VII (1984); Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Orientierung zur Erziehung in der menschlichen Liebe. Hinweise zur geschlechtlichen Erziehung (1. November 1983): Ench. Vat. 9, 420-456; Päpstlicher Rat für die Familie, Menschliche Sexualität: Wahrheit und Bedeutung. Orientierungshilfen für die Erziehung in der Familie (8. Dezember 1995): Ench. Vat. 14, 2008-2077.
Festzuhalten ist also zunächst, dass es gesellschaftliche Tendenzen und Ideologien gibt, die nicht mit der Förderung der Frau in Einklang stehen, oder ergänzen wir besser, mit der Förderung des Ansehens der Person und der Würde der Frau [und selbstverständlich auch des Mannes ... hach, jetzt hab ich die Glaubenskongregation gleich zweimal verbess... eh, ergänzt].
Das Schreiben möchte demgegenüber einige Überlegungen vortragen zum richtigen Verständnis von partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen den Geschlechtern in Kirche und Welt, in der ausdrücklichen Anerkennung ihrer Verschiedenheit, auf der Basis der biblischen Anthropologie, auf der Suche nach der Wahrheit und um immer authentischere Beziehungen bei der Zusammenarbeit von Mann und Frau zu fördern.
[Zu den ganz oben kursiv gesetzten Passagen gibt es sowohl fundiert als auch in freier Assoziation sicherlich einiges zu sagen - und da hier ja sowohl Männer als auch Frauen mitlesen - eure Gedanken dazu wären interessant. Etwa zu "biblischer Anthropologie" oder auch "authentischen Beziehungen. Ansonsten blogge ich hier demnächst einen weiteren Auszug aus diesem Schreiben, das ist jetzt mein Adventsthema. :-)]
>>EINLEITUNG
1. Erfahren in der Menschlichkeit, ist die Kirche immer an den Belangen von Mann und Frau interessiert. In der letzten Zeit wurde viel über die Würde der Frau, über ihre Rechte und Pflichten in den verschiedenen Bereichen der bürgerlichen und der kirchlichen Gemeinschaft nachgedacht. Die Kirche, die besonders durch die Lehre von Johannes Paul II. zur Vertiefung dieses grundlegenden Themas beigetragen hat [1] wird heute von einigen Denkströmungen herausgefordert, deren Ideen oft nicht mit den genuinen Zielsetzungen der Förderung der Frau übereinstimmen.
Nach einer kurzen Darlegung und kritischen Bewertung verschiedener gegenwärtiger anthropologischer Auffassungen möchte das vorliegende Dokument Überlegungen über einige Voraussetzungen für ein rechtes Verständnis der aktiven Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt — bei ausdrücklicher Anerkennung ihrer Verschiedenheit — bieten. Diese Überlegungen sind inspiriert von den Lehraussagen der biblischen Anthropologie, die unerlässlich sind, um die Identität der menschlichen Person zu wahren. Sie wollen überdies Ausgangspunkt für einen Weg der Vertiefung innerhalb der Kirche und für den Aufbau eines Dialogs mit allen Männern und Frauen guten Willens sein, in der aufrichtigen Suche nach der Wahrheit und im gemeinsamen Bemühen um die Förderung von immer authentischeren Beziehungen.<<
[1]Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Familiaris consortio (22. November 1981): AAS 74 (1982) 81-191; Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988): AAS 80 (1988) 1653-1729; Brief an die Familien (2. Februar 1994): AAS 86 (1994) 868-925; Brief an die Frauen (29. Juni 1995): AAS 87 (1995) 803-812; Katechesen über die menschliche Liebe (1979-1984): Insegnamenti II (1979) - VII (1984); Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Orientierung zur Erziehung in der menschlichen Liebe. Hinweise zur geschlechtlichen Erziehung (1. November 1983): Ench. Vat. 9, 420-456; Päpstlicher Rat für die Familie, Menschliche Sexualität: Wahrheit und Bedeutung. Orientierungshilfen für die Erziehung in der Familie (8. Dezember 1995): Ench. Vat. 14, 2008-2077.
Festzuhalten ist also zunächst, dass es gesellschaftliche Tendenzen und Ideologien gibt, die nicht mit der Förderung der Frau in Einklang stehen, oder ergänzen wir besser, mit der Förderung des Ansehens der Person und der Würde der Frau [und selbstverständlich auch des Mannes ... hach, jetzt hab ich die Glaubenskongregation gleich zweimal verbess... eh, ergänzt].
Das Schreiben möchte demgegenüber einige Überlegungen vortragen zum richtigen Verständnis von partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen den Geschlechtern in Kirche und Welt, in der ausdrücklichen Anerkennung ihrer Verschiedenheit, auf der Basis der biblischen Anthropologie, auf der Suche nach der Wahrheit und um immer authentischere Beziehungen bei der Zusammenarbeit von Mann und Frau zu fördern.
[Zu den ganz oben kursiv gesetzten Passagen gibt es sowohl fundiert als auch in freier Assoziation sicherlich einiges zu sagen - und da hier ja sowohl Männer als auch Frauen mitlesen - eure Gedanken dazu wären interessant. Etwa zu "biblischer Anthropologie" oder auch "authentischen Beziehungen. Ansonsten blogge ich hier demnächst einen weiteren Auszug aus diesem Schreiben, das ist jetzt mein Adventsthema. :-)]
ElsaLaska - 9. Dez, 20:05
@nerone
Ich weiß ja nicht, wie meine Mailpartner mich so empfinden *hüst*, aber davon mal ganz abgesehen, es gibt unglaublich viele authentische Beziehungen, die rein auf Brief- und Schriftform basieren. Von Menschen, die sich entweder kaum oder niemals persönlich kennen gelernt haben. Sowohl in der Literatur, als auch in echt.
Interessant ist im O - Text der Komparativ (zwar an sich auch mißglückt, entweder etwas oder jemand ist authentisch oder nicht) .
"immer authentischer" soll wohl ausdrücken, daß da aktuell alles oder vieles verlogen oder verhangen ist. Das hieße dann, daß die an einer"Beziehung" beteiligten Personen selbst "unauthentisch" sein müßten, denn ein "authentischer" Mensch kann keine "unauthentische Beziehungen" pflegen - und umgekehrt.
Hattest Du, Elsa, nicht mal hier so ein tiefenphilosophisch blondiertes Video velinkt, "What I am is what I am" oder so?
Don't let me get too deep :-)
Mir wurde gerade eine wunderbare Beziehungsarbeit. Mein Elfjähriger hat mir sein Herz ausgeschüttet. Man glaubt gar nicht wie viele Regeln sich Elfjährige ausgesetzt sehen und ich habe es selbst vergessen (ich konnte ihm nicht sagen, ob ich in seinem Alter auch "so" Probleme hatte) und was diese Regeln (Verordnungen?) alles von ihnen verlangen. Er hat jetzt beschlossen seine Freunde mal zu fragen warum sie eigentlich so cool tun müssen (tiefsitzende Hosen, verkramftes Hände durch die Luft wedeln, abhängen). Die Schule wiederum regelt den Allteg der Kinder mitlerweile so umfassend und verlangt eine Kondition, die ich damals nicht aufzubringen hatte. Und wir Eltern sagen dann auch noch er solle doch etwas mehr spielen und Kind sein. Heute hat er weinend gesagt: Wann soll ich das denn noch schaffen? Der kleine Mann hat mir viel erzählt. Seinen Freunden kann er das nicht erzählen (was ich bedaure). Ich denke er sucht nach authentischen Beziehungen. Ich fühle mich durch sein Vertrauen berührt und geadelt.
Ich übe, vor allem dank der Kinder, einen Schritt heraus aus den Theorien zu machen und einfach etwas mehr zu leben. Es ist ja nicht eine Ideologie, es ist keine Kirche, es NICHTS was meine Beziehungen bestimmt ausser dem Ich und dem Du. Der Rest erscheint mir immer mehr nur Werkzeug oder Waffe zu sein, um eine Position in Beziehungen zu belegen und zu bewerten, zu stärken oder zu behaupten. Es Ummantelt und Vernebelt das Grundlegende einer Beziehung, glaube ich heute.
Neige dazu ab zu scheifen... Sorry.
@L.A.
@nerone
Ja ich habe ja keine Kinder, aber ich verstehe Deinen Punkt jetzt natürlich viel besser. Vielleicht fällt mir auch noch was Kluges dazu ein.
@Elsa
@L.A.
@Elsa
Und ach ja. Ich hab Dich schriftlich nie als blond empfunden, Du warst doch authentisch, oder?
@L.A.
Männer und Frauen,
Gaudete!
@Nerone
Als Bestätigung dagegen für jene, die ohnehin aber von ihrer Praxis des Lebens her auf dem rechten Weg sind, kann es aber gute Dienste leisten für das "standing" gegen den Anspruch der falschen Wege anderer. (wie es wohl im obigen Schreiben intendiert ist)
Und deshalb fand ich den Begriff "authentische Beziehungen" *dafür* unglücklich gegriffen.
Etwas konkreter, zumindest präziser, hätte es gern sein dürfen.