Ich überlege mir oft ...
wie man bekannte tote katholische Vokabeln wie "Beichte, Sünde, Schuld, Vergebung, Erlösung, Auferstehung" denn bitte mit neuem Leben füllen könnte. Eines der großen Hindernisse unserer Verkündigung sind nicht die angeblich nicht-zeitgemäßen Werte, die die Kirche vertritt, sondern das veraltete unpopuläre Vokabular.
Für einige bedeutete Beichte, dass sie einem bösen, vielleicht sogar übergriffigem, schwarzen Mann kleine Zettel in einem düsteren Beichtstuhl durchreichten, auf denen Schulmädchen-Bekenntnisse zu lesen waren, die entweder vollständig beschämend, da es um autoerotischen Sex oder verbotene Gelüste ging, waren, oder einfach nur erfunden, weil ja schließlich irgendetwas pflichtgemäß gebeichtet werden sollte. Ich denke, so etwas bestimmt die Wahrnehmung ganz generell bei Menschen, die lediglich davon hörten, dass es bei uns soetwas wie Beichte gibt und malt ganz fürchterliche Bilder.
Auf der anderen Seite ist die Gegenseite (auf der anderen Seite*gg*) höchst erfolgreich damit, sich unser klassisches Vokabular anzueignen, Lust zu wecken, die Sünde zu glorifizieren, auf den Genuss eines Magnum-Eisriegels runterzustutzen - und damit noch Geld zu machen. Die Rede von der Sünde ist dann nicht mehr miefig, sondern schick, sexy und höchst selbstbestimmt, soweit das ein Konsument, der auf Werbung reinfällt, nunmal sein kann.
Ich überlege gerade, dem abzuhelfen. Und ich werde mit Sünde beginnen. Als erste Wurzelsünde überhaupt fällt mir Neid ein, und ich erinnere mich dazu an eine Situation, die außergewöhnlich ist und vermutlich gar nichts mit dem zu tun hat, an was jeder sofort bei der Suchanfrage im Kopf "katholische Sünde+Neid" denken würde.
Vielleicht ist das eine gute Idee, die Muster aufzubrechen und das Positive an unserer Verkündigung zu sehen:
Die Menschlichkeit, die möglich ist und wahrhaftig sein - und sowieso werden - kann.
*Notiz an mich selbst*
PS: Es geht mir auf gar keinen Fall darum, diese Worte und die Dinge, die sie bezeichnen, abzuschaffen. Es geht mir vielmehr um die Rückoberung dieser Worte. Ganz ausgereift sind meine Gedanken dazu noch nicht, deshalb danke für die bisherige entstandene Diskussion!
Für einige bedeutete Beichte, dass sie einem bösen, vielleicht sogar übergriffigem, schwarzen Mann kleine Zettel in einem düsteren Beichtstuhl durchreichten, auf denen Schulmädchen-Bekenntnisse zu lesen waren, die entweder vollständig beschämend, da es um autoerotischen Sex oder verbotene Gelüste ging, waren, oder einfach nur erfunden, weil ja schließlich irgendetwas pflichtgemäß gebeichtet werden sollte. Ich denke, so etwas bestimmt die Wahrnehmung ganz generell bei Menschen, die lediglich davon hörten, dass es bei uns soetwas wie Beichte gibt und malt ganz fürchterliche Bilder.
Auf der anderen Seite ist die Gegenseite (auf der anderen Seite*gg*) höchst erfolgreich damit, sich unser klassisches Vokabular anzueignen, Lust zu wecken, die Sünde zu glorifizieren, auf den Genuss eines Magnum-Eisriegels runterzustutzen - und damit noch Geld zu machen. Die Rede von der Sünde ist dann nicht mehr miefig, sondern schick, sexy und höchst selbstbestimmt, soweit das ein Konsument, der auf Werbung reinfällt, nunmal sein kann.
Ich überlege gerade, dem abzuhelfen. Und ich werde mit Sünde beginnen. Als erste Wurzelsünde überhaupt fällt mir Neid ein, und ich erinnere mich dazu an eine Situation, die außergewöhnlich ist und vermutlich gar nichts mit dem zu tun hat, an was jeder sofort bei der Suchanfrage im Kopf "katholische Sünde+Neid" denken würde.
Vielleicht ist das eine gute Idee, die Muster aufzubrechen und das Positive an unserer Verkündigung zu sehen:
Die Menschlichkeit, die möglich ist und wahrhaftig sein - und sowieso werden - kann.
*Notiz an mich selbst*
PS: Es geht mir auf gar keinen Fall darum, diese Worte und die Dinge, die sie bezeichnen, abzuschaffen. Es geht mir vielmehr um die Rückoberung dieser Worte. Ganz ausgereift sind meine Gedanken dazu noch nicht, deshalb danke für die bisherige entstandene Diskussion!
ElsaLaska - 31. Jan, 02:06
Le langage du cœur
"Beichte, Sünde, Schuld, Vergebung, Erlösung, Auferstehung" - wie willst du sie anders nennen? Die Begriffe bezeichnen zentrale Inhalte des katholischen Glaubens.
Der Ansatzpunkt der "Bibel in gerechter Sprache" ist auch in der zeitgemäßen Verkündigungsform begründet.
Wahrscheinlich haben wir hier unterschiedliche Auffassungen und ich hoffe es kommt schriftlich richtig rüber. In einer temperamentvollen Diskussion am Wirtshaustisch ist das natürlich besser auszufechten. Aber wir sind doch hier auch eine Art "Spätschoppen", oder ;-) ?
"Der Ansatzpunkt der "Bibel in gerechter Sprache" ist auch in der zeitgemäßen Verkündigungsform begründet."
Nein, das stimmt nicht!
Die Bibel in "gerechter" Spracht versucht nicht, die Bibel in heutiges Deutsch zu übersetzen sondern den Bibeltext von "Ungerechtigkeiten" zu reinigen. Dadurch ist sie aber keine Übersetzung mehr sondern eine absolute Verfälschung. Aber sie kümmert sich weder um heutige Verstehbarkeit noch um Relevanz für den Leser (von dem kleinen Kreis lilabeschalter Verfasser abgesehen).
Eine Übersetzung in heutiges Deutsch wäre z.B. die "Gute Nachricht". Auch nicht gerade prickelnd und sehr schnell veraltend, aber doch zwei paar Stiefel.
Und da gäbe es noch die Volxbibel, die gleichzeitg relevant und hip sein will, aber beides irgendwie verpaßt.
Ich glaube auch nicht, daß es Elsa um eine Abschaffung der Begriffe (und shcon gar nicht der Inhalte geht) sondern um eine bessere Vermittlung (übrigens genau das, was Johannes XXIII damals wollte). "Künstlich" sind übrigens gerade dogmatische Begriffe.
Etwas off topic, aber zum Wort "zeitgemäß", fällt mir noch ein Satz des verstorbenen Erzbischofs Dyba ein: "Zeitgemäß ist das vielleicht nicht alles, aber e w i g k e i t s g e m ä ß."